Montag, 08.08.2016: Immer noch Sossusvlei 🙂
Aufgrund des Dertour 3=2 Angebots für die Sossuvlei Lodge konnten wir uns für die Gegend dieses Jahr richtig viel Zeit nehmen. Natürlich hätten wir auch alles in weniger Zeit unterbringen können, aber so war es deutlich entspannender – und das ist schließlich das Ziel unseres Urlaubs.
Heute stand ein Besuch der Sossusvlei Düne auf dem Programm. Am Vorabend hatten wir noch den großen Frühstückskorb an der Rezeption bestellt und nach dessen Abholung um sollte es dann auch ca. 15 min vor Toröffnung losgehen.
Tja, sollte. An der Ausfahrt von der Lodge stauten sich nämlich schon jede Menge Fahrzeuge.
Wir waren ganz kurz am Überlegen, ob wir uns das tatsächlich antun sollen. Aber jetzt waren wir schon wach und hier und den Frühstückskorb hatten wir auch. Also überbrückten wir die Wartezeit mit Leute beobachten und Sonnenaufgangsfotos machen:
Während es an den Vortagen noch so gewesen war, dass jedes Fahrzeug mit Kennzeichen beim Hineinfahren in eine Liste eingetragen wurde, winkte man heute Morgen einfach nur durch. Die Permitkontrolle fand dann ohne Gegenchecken beim Ausfahren statt. Somit verkürzt sich die Wartezeit bei der Einfahrt immerhin um einiges.
Da wir unser Permit gestern gleich für zwei Tage gekauft hatten, konnten wir uns ohne Stopp der Ralley nach hinten anschließen. Dabei haben einige die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h im Park doch sehr großzügig interpretiert. Wir machen unser Möglichstes versucht, nicht als Verkehrshindernis aufzufallen und trotzdem noch halbwegs im erträglichen Rahmen zu bleiben. Kein ganz leichtes Unterfangen.
Unser Plan war es, zunächst bis zur Düne durchzufahren, dort zu frühstücken und dann noch Hidden und Dead Vlei zu besuchen.
Das Abenteuer mit der Allradsandstrecke kannten wir schon, allerdings ist es Micha dieses Jahr das erste Mal selbst gefahren. Am 2x4 Parkplatz hatten wir den Reifendruck auf 1,6 bar reduziert und uns dann mutig auf den Weg gemacht. Es war absolut kein Problem. Solange man sich vorher kundig macht, welche Spielregeln für das Tiefsandfahren gelten (Pistenkuh macht schlau!) und das dann auch konsequent umsetzt, sind die 4 km gut machbar. Ungefähr auf halber Strecke gab es von einem der Shuttle-Fahrer noch einen Hinweis, dass es vor uns etwas schwierig werden würde und wir doch eine etwas andere Fahrspur nehmen sollten. Für Micha war die ganze Sache ein riesen Spaß und ich habe mich auch recht schnell entspannt, als ich feststellte, dass er das doch sehr gut im Griff hatte.
Ein paar unterwegs-Bilder:
Am Parkplatz angekommen machten sich Mara und Micha aufstiegsfertig und zogen los. Ich machte es mir derweil am Picknicktisch unter dem Baum gemütlich, an dem wir auch schon vor 10 Jahren gefrühstückt hatten und beobachtete den Aufstieg der beiden.
Es war unglaublich, wie es am Fuß der Düne wusselte. Die Shuttles spuckten ständig neue Touristen aus, die mehr oder weniger geeignet bekleidet den Dünenaufstieg angingen.
Ich holte derweil unseren Frühstückskorb aus dem Auto, machte mir schon mal einen Tee, deckte den Tisch und genoss die wunderbare Landschaft. Beim Wohlbefinden wurde einzig durch den immer stärker werdenden Wind gestört, der fleißig Sandkörnchen durch die Gegend pustete. Ich saß unter dem Baum noch halbwegs windgeschützt, aber ein Stück davon entfernt wurde es echt ungemütlich. Und oben auf der Düne hat es richtig heftig geweht. Von daher gibt es leider auch nicht viel mehr weitere Bilder von der Dünenlandschaft. Ich musste beide Kameras aus Sorge um Sandschäden wegpacken. 😠
Nach geraumer Zeit kamen Mara und Micha leicht abgekämpft, aber glücklich und zufrieden wieder an. Lediglich der Abstieg bzw. das Abrutschen von der Düne auf einer großen stabilen Plastiktüte hatte nicht wie geplant geklappt. Mara benötigte eine Vollentsandung… 😗
Hier noch zwei Handybilder von Micha vom Dünenkamm aus aufgenommen:
Wir beschlossen, dem Wind zu trotzen und trotzdem mit Blick auf die Düne zu frühstücken. Der Korb war wieder sehr lecker mit Wurst, Käse, Müsli, Joghurt und Obst bestückt. Lediglich der Brotkorb war sehr sparsam befüllt worden.
Als der Wind immer weiter zunahm, wurde es dann noch zu ungemütlich und wir schleppten alles zum Auto. Was nun? Trotz des Windes noch zu den Vleis? Schweren Herzens nahmen wir davon Abstand. Der Stand wurde so heftig durch die Gegend gepustet, dass der Fußmarsch zum einen schon recht unangenehm geworden wäre und wir zum zweiten die Kameras nicht hätten mitnehmen können. Dann eben wieder beim nächsten Mal.
Auch der Rückweg durch den Tiefsand war problemlos. Auf dem Parkplatz angekommen standen wir vor der Aufgabe, wieder Luft in unsere Reifen zu bekommen. Ihr erinnert euch? Wir hatten zwar genau dafür einen Kompressor dabei, aber der wollte ja nicht so recht. Ich schlug vor, bei einem der Campingfahrzeuge zu fragen, ob man uns aushelfen könne, aber Micha wollte es doch erst nochmal testen. Und siehe da: Nach mehreren geduldigen Versuchen, den Aufsatz am Reifen anzubringen, ging es dann irgendwie doch: Die Luft ging in den Reifen. Juhu! Es war aber ziemlich fieselig und man musste höllisch aufpassen, dass sich das Ding nicht verdrehte. Sonst trat sofort der Gegeneffekt ein. Nach gut 20 min war Major Tom mit aufgepumpten Reifen wieder startklar.
Nachdem sich unser Dünenbesuch nun doch ziemlich verkürzt hatte, beschlossen wir, stattdessen noch am Sesriem Canyon vorbeizuschauen. Den kannten wir aus 2006 auch schon, hatten ihn aber als nichts Besonderes in Erinnerung.
Aber zuerst stand der lange Weg zurück an. Inzwischen war es auch total ruhig auf der Strecke, so dass wir auch immer mal wieder Oryxe oder Schakale beobachten konnten.
Natürlich waren wir nach einer Weile etwas schneller als die vorgeschriebene Geschwindigkeit unterwegs, als nach einer Kurve plötzlich eine Polizeikontrolle mit mehreren Fahrzeugen auftauchte. Micha und ich schauten uns nur an und dachten: Mist!
Aber nein, die Herrschaften wollten lediglich kontrollieren, ob das Licht an unserem Fahrzeug funktionierte. Danach hätten sie gerne noch unsere Pässe und Michas internationalen Führerschein gesehen. Ähm, das lag alles gut aufgehoben im Safe der Lodge. Immerhin hatten wir seinen normalen Führerschein dabei… 😗 Es war aber absolut kein Problem und mit freundlichen Wünschen wurden wir wieder auf die Strecke geschickt. Danach habe ich Michas Internationalen Führerschein übrigens aus der Dokumentmappe raus und in die Mittekonsole vom Auto gelegt. Gebraucht haben wir ihn aber natürlich nicht mehr.
Weiter ging es bis zum Canyon. An den hatten wir eigentlich gar keine großen Erwartungen und waren dann noch ganz erstaunt, dass es einiges zu sehen und zu entdecken gibt.
Hier hätte ich mir auch wieder ein Geologie-Buch gewünscht, das mir ein bisschen mehr über den Canyon verraten hätte. So musste ich mich damit begnügen, die Felswände in ihrer unterschiedlichen Struktur und die Auswaschungen zu bewundern.
Am Ende des einen Canyon-Arms gibt es eine Kletterstelle, die zu einer Wasserstelle führt. Für Mara natürlich klar, dass sie sich das anschauen musste. Ich durfte mit Rucksack, Getränken und Kameras warten….
Und es gab tatsächlich Wasser, auch wenn es nach Maras Angaben nicht so wirklich lecker roch:
Zum Abschluss dann noch eine kleine Klettereinheit auf einem Felsen:
Zurück in der Lodge war zunächst eine gründliche Entsandung angesagt. Das ist gar nicht so einfach, wenn das Duschwasser nur von oben kommt…
Den Rest des Nachmittags nutzen wir zum Relaxen und zum ersten Sortieren der Fotos vom gestrigen Flug.
Fazit Sossusvlei Lodge: Die Lodge selbst ist ein bisschen in die Jahre gekommen, vor allem das Badezimmer. Ich habe hier kürzlich gelesen, dass angeblich renoviert werden soll, weiß aber nicht, ob tatsächlich was dran ist. Es ist aber alles sauber und ordentlich gerichtet. Das Essen ist nichts außergewöhnliches, aber lecker und solide. Es findet sich für jeden etwas. Der Service ist mehr oder minder bemüht, aber im Urlaub hat man ja Zeit und Ruhe. Trotz der Größe und der Busgruppen fanden wir es von der Lautstärke her relativ angenehm. Wlan gibt es im Rezeptionsgebäude. Und war genau nur dort. Das führt dazu, dass sich dort meistens ziemlich voll ist und die wenigen Sitzgelegenheiten besetzt sind. Das hätte man etwas besser lösen können, aber da wir unsere Smartphonenutzung in diesem Urlaub massiv eingeschränkt hätten, war es zum kurz Whats-App-Schreiben aushaltbar.
Nächstes Mal nehmen wir aber die Sossus Dune Lodge im Inneren des Parks, um die zusätzliche Stunde morgens und abends nutzen zu können.
Sehr gut gefallen hat uns der Umstand, dass wir den Flug und die Dünenbesichtigung auf zwei Tage verteilen konnten. Es geht natürlich auch alles ein einem, aber es wird dann schon sehr dicht gedrängt.