ROrosenbergerThemenstarter14 Beiträge · seit 201525. Juli 2016 · #1
Liebe Forumsmitglieder,
ich plane ( wie immer sehr kurzfristig 🙁 ) unsere Sambiarundreise. In einem Monat möchten wir bei Katima Mulilo die Grenze überqueren. Von dort über den Sioma Ngwezi NP- Mongo zum Kafue NP ( dort längerer Stop sind seit Windhoek schon ein paar Kilometer unterwegs ). Weiter geht es über den Blue Lagoon NP nach Lusaka. Von dort zum Lake Kariba ( da wieder mehrere Nächte) und dann wieder zurück nach Katima. Für diese Tour haben wir 14 Tage. Wir wollen vorwiegend campen und sind mit 4x4 unterwegs. Bis jetzt ist nichts vorgebucht, wir sind also für jeden Tipp dankbar ( Unterkünfte, Straßenzustände , Vorbuchungen notwendig ...) Vielleicht will sich ja auch jemand bestimmte Teilstrecken anschließen ?
Liebe Grüße aus dem namibischen Winter - Rosenberger
Riedfrosch1'335 Beiträge · seit 200616. Aug. 2016 · #2
Hallo Rosenberger,
wir kommen gerade zurück aus Zambia. Straßen sind alle super! Also wir finden das Reisen dort sehr sehr easy. Auch Anfänger können dort problemlos fahren wenn man die normalen NP abklappert.
Richtung South Luangwa gibt es eine Baustelle, ca. 20km lang, aber die tangierst Du ja nicht.
Hallo, ich weiß nicht, ob du schon in Sambia warst. Ich antworte mal dahingehend, warum ich nicht mehr dorthin fahre.... Vielleicht ist ja ein Tipp dabei.
Fürchterliche Grenzabfertigung gerade in Katima. Visakosten und Fahrzeugkosten zu hoch undefinierbare lokale "Mautzahlungen" übertriebene NP Gebühren Teils starker TSETSE Befall mit die höchsten Spritkosten im südl. Afrika Preis Leistung der Campsites die Elefanten sind mir zu klein - das Wild ist recht scheu, falls vorhanden Straßenzustand - ok der ist jetzt wohl besser... etc......
aber Summasumarum: es gibt schönere Länder - wer aber Sambia unbedingt bereisen möchte, den verstehe ich auch und natürlich hat auch Sambia seine wundervollen Seiten. Gruß
Sioma Ngwezi NP - was meinst Du damit - sicher die Sioma Falls - das sind aber zweierlei Paar Schuhe? In den Sioma Ngwesi solltest Du mit einem Ranger gehen. T4A gibt da nicht viel her. 14 Tage insgesamt sind nicht viel. Wir waren 2012 allein im Kafue 10 Nächte und haben längst nicht alles gesehen.
Viel Spass in Zambia
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
Montango1'667 Beiträge · seit 201117. Aug. 2016 · #5
Can schrieb:Hallo, ich weiß nicht, ob du schon in Sambia warst. Ich antworte mal dahingehend, warum ich nicht mehr dorthin fahre.... Vielleicht ist ja ein Tipp dabei.
Fürchterliche Grenzabfertigung gerade in Katima. Visakosten und Fahrzeugkosten zu hoch undefinierbare lokale "Mautzahlungen" übertriebene NP Gebühren Teils starker TSETSE Befall mit die höchsten Spritkosten im südl. Afrika Preis Leistung der Campsites die Elefanten sind mir zu klein - das Wild ist recht scheu, falls vorhanden Straßenzustand - ok der ist jetzt wohl besser... etc......
aber Summasumarum: es gibt schönere Länder - wer aber Sambia unbedingt bereisen möchte, den verstehe ich auch und natürlich hat auch Sambia seine wundervollen Seiten. Gruß
da bin ich mal ganz anderer Meinung: Grenzabfertigung bei uns ziemlich zügig, Kosten für das Fahrzeug (landcruiser ) insgesamt 20 US $ und 490 Kwacha. Wir haben keine Mautzahlungen gehabt. Nationalpark ist mit 75,00 $ (2P plus Auto) sicher teuer, dafür ist Camping viel günstiger als in den Nachbarländern. Wir hatten keine TseTse. Diesel ca. 80 Cent Wild zumindest im South Luangwa ausreichend vorhanden
ist halt alles Geschmackssache, uns hat es in Sambia aber ausgezeichnet gefallen.
ja eine Reise ist immer eine Momentaufnahme einer sehr kurzen Zeit. Es ist immer schön zu hören, wenn andere bessere Erfahrungen gemacht haben und lässt die eigene "Abneigung" doch relativieren. Vielleicht probier ich es auch mal wieder. Gruß
Hallo Alm, ich sehe schon, scheinbar hat sich vieles verbessert und ich werde doch noch einmal hinfahren. Danke euch - manchmal sind die eigenen Eindrücke dann doch unbegründet und mal sollte wieder mit positiven und neuen Plänen eine Reise antreten. Vielleicht sehe ich ja doch in nächster Zeit den "Lake Tanganjika" - mein Wunschziel. Ist schon mal jemand dort gewesen? Mir geht es nicht darum, dort Highlights zu finden, eher nur um: Ich war mal da und hab ihn gesehen. Das Highlight für mich ist eh das "Unterwegssein" Gruß
geht man weiter zurück sind auch grandiose 3 Monate in Namibia, bebildert, beschrieben.
Wir werden in den nächsten Jahren, neben Namibia und Südafrika, sicher auch wieder längere Zeit das "real Afrika" bereisen, es lohnt sich. Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
Riedfrosch1'335 Beiträge · seit 200629. Aug. 2016 · #10
@ALM, Du sagst „real Africa“. Das habe ich schon im Hupe gelesen. Ilona sagt das genau so! Und schon da hat mich dieser Satz nachdenklich gemacht.
Und ich fände eine Diskussion darüber spannend. Hinter dem Begriff real Africa steht ja eine subjektive Theorie, die mit subjektiven Konnotationen verknüpft ist. Welche Kategorien ziehst Du für diesen Begriff heran?
Ich habe auch meine subjektive Theorie dazu und auch Kategorien. Werde die in diesem posting noch nicht aufführen, damit jeder für sich überlegen kann.
Es gibt das moderne Afrika mit seinen Glaspalästen, Shoppingmalls, Edelrestaurant, restaurierten Gebäuden aus früheren Zeiten, Flaniermeilen, modernen Straßen, Beleuchtung überall, Nachtclubs usw.
Dann gibt es das arme Afrika, mit Wellblechhütten, keine Toiletten, Staub, Dreck, Bettelei, Slums, zerfetzte Kleidung, Gesichter mit einem traurig,finsteren Ausdruck, Hunger, Elend.
Dann noch das traditionell ursprüngliche Afrika, Strohütten, gepflegter Dorfplatz, der Mangobaum als Zentrum, Hühner, Enten auf den Höfen, das kleine Gärtchen an der Hütte, das Feuer brennt und ggf. steigt Rauch durch die Strohdächer von der Kochstelle, die Frauen in bunten Kleidern, die älteren Männer beim Plausch an der Straße und die Hand zum Gruß erhebend, die Kinder mit einem Lachen beim Spielen.
Auch wenn alles das "real africa" ist glaube ich, den Begriff hat mein letzter Absatz von der Beschreibung geprägt. Zumindest im touristischen Sinne. Gruß
uns hat Sambia 2010 auch sehr gefallen, und das trotz der Tsetses im Kafue. 😉 Leider gibt es das Sioma Camp wohl nicht mehr - es war in der Nähe der Sioma-Falls (bzw. Ngonye.Falls) gelegen.
In Mongu hatten wir auf dem Campingplatz bei der Missions-Station übernachtet - ruhig gelegen .
Achtung: Tiefsandige Auffahrt zur Straße.
Pascal hatte übrigens neulich auch einen Bericht über Sambia gepostet - da konnte ich nostalgisch mitschwelgen. 😁
Hier mal ein paar Bilder vom "real Afrika" Extreme Bettelei haben wir in Sambia an keiner Stelle erlebt, dafür nette Leute. Ein sicheres Land mit Möglichkeit für Bushcamp, so man will. Einkaufen mit schönen Erfahrungen am Strassenrand. Negatives haben wir in den Monaten in Sambia nie erlebt, heisst aber nicht, dass man auch die Erfahrung machen kann. Wir werden sicher wieder längere Zeit in Sambia verbringen.
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
Was ich persönlich unter "Zambia....The real Africa" empfinde, ist die Tatsache, daß das Land touristisch noch recht unerschlossen ist, viele große und kleine Naturwunder sich dem/der Reisenden nicht wie auf dem Präsentierteller darstellen und er oder sie aus diesen Gründen noch ein bißchen "Endecker/in" sein darf. In Namibia oder Südafrika beispielsweise kam/kommt mir nie das "Marco Polo-Feeling"... Dort irgendetwas "Unbekanntes/Unerschlossenes" zu finden, ist quasi, quasi nicht möglich. Ferner ist Sambia im Vergleich zu anderen Ländern des südlichen Afrikas bevölkerungsreicher; man sieht mehr Menschen, wenn man durch das Land fährt. Diese Menschen präsentieren sich dem Reisenden in ihrem Alltagsleben... Waschen am vorbeiziehenden Fluß die Wäsche, verkaufen Obst und Gemüse am Straßenrand, Kinder laufen zur Schule, Körbe werden am Bordstein geflochten, etc. Ich empfinde deshalb einen näheren Kontakt zu den Menschen, als zum Beispiel in Botswana, welches aufgrund der geringen Einwohnerzahl nicht die gleiche Quantität an Personen aufweisen kann; ergo kann ich als Reisender auch nicht dieses Alltagsleben kennenlernen . Auch die lange Geschichte des Tourismus in Namibia und Südafrika trug dazu bei, daß es zu "mentalen Anpassungen" der dortigen Bevölkerung, bedingt durch den mittelbaren sowie unmittelbaren Einfluß des Tourismus, gekommen ist und Ursprünglichkeit verloren ging. Klar findet man auch zum Beispiel in der Manda Hill Mall in Lusaka oder im Kubu Cafè in Livingstone für meinen Geschmack kein "uriges" Afrika mehr. Doch bedingt durch den nach wie vor geringen Tourismus in Sambia, besteht zwangsläufig auch weiniger Einfluß dessen auf das Alltagsleben der Sambier und damit meine ich nun nicht die Bevölkerung Livingstones oder Lusakas. Aus genannten Gründen erscheint mir deshalb der Slogen "Zambia... The real Africa" als akzeptabel, gelungen, realitätsnah... Egal, wie man es nennen möchte. Auch Uganda und Zimbabwe sind für mich das "real Africa", denn für diese beiden Länder gilt das Gleiche. Sicher, all dies ist Teil meiner persönlichen Auffassung, meines persönliches Empfindens. Und genau dieses Feeling habe ich weder in Namibia noch in Südafrika. Trotzdem fühle ich mich in diesen beiden Ländern wohl, genieße die unfassbar schönen Landschaften und tollen Begegnungen mit netten Menschen. Es wird Millionen anderer Menschen geben, die das alles nicht mit mir teilen können, mögen oder wollen und hierfür ihre berechtigten Motive haben werden.
Auch München wirbt mit.... München Weltstadt mit Herz.
Nun denn... Diesen Slogan kann man auch herzergreifend zerreißen oder sich mit verklärtem Backfischblick ins Poesie-Album schreiben.
Alles sehr, sehr persönlich.
Alm
Riedfrosch1'335 Beiträge · seit 200601. Sept. 2016 · #17
@ALM Jaaaa!!! Du bringst es sehr schön auf den Punkt. DANKE dafür.
Du hast etwas sehr wichtiges gesagt: Das hat nichts mit dem Wohlfühlen oder Gerne-Da-Sein zu tun.
Ja. Das möchte ich unterstreichen! Namibia ist wunderwunderschön! Ich liebe es, aber es ist nicht real Africa! Sehe ich genauso wie Du!
Zimbabwe ist für mich noch mehr real Africa. (Malawi und Mozambique kennen wir noch nicht.) Denn in Zambia finde ich viele Dinge, die schon sehr "geordnet" sind. Ich befürchte, dass ich die Kategorie: "Ungeordnet" im Sinne von lebhaft und vielgestaltig habe. In dieser Kategorie bekommt Zimbabwe mehr Punkte als Zambia. Daher habe ich gestutzt. Ich habe oft mit Zimbabwe verglichen. In Zimbabwe finde ich viel von einem Laissez-faire: Es ist mal so und so, nicht eindeutig (was den Grenzgang und seine Kosten betrifft, was die Mitnahme von Gütern in die NP betrifft etc.) Also hier wieder das Ungeordnete, das nicht Eindeutige, das Bunte. Das ist für mich (zumindest jetzt im Moment) die zentrale Kategorie für die Einordnung in real Africa. Das hast Du ja auch beschrieben: viele Menschen, viele Tätigkeiten am Wegesrand - die Pluralität der Gesellschaft in all ihren Strukturen wird offenbar.
Vielleicht kannst Du nachvollziehen, warum ich gestutzt habe. Zambia fand ich zumindest um die NP herum schon sehr geordnet und eindeutig. Aber so, wie Du es beschreibst kann ich Dir uneingeschränkt zustimmen.
Can, Du hast auch einen Teil dieser Vielfalt beschrieben.
In Anlehnung an Turi: Persönliche Sicherheit oder Schönheit des Landes sind für mich keine Kriterien. Ich finde die Alpen wunderbar, aber die sind wirklich nicht real Africa. Bettelei gehört für mich auch nicht dazu um real Africa zu definieren.
Es grüßt Riedfrosch
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Riedfrosch1'335 Beiträge · seit 200601. Sept. 2016 · #18
Ja, das ist alles sehr sehr persönlich und absolut subjektiv! Darum ging es ja! Objektivität ist hier nicht möglich.
Im Sinne des Konstruktivismus ist eh alles subjektiv!
Persönliche Sicherheit oder Schönheit des Landes sind für mich keine Kriterien. Ich finde die Alpen wunderbar, aber die sind wirklich nicht real Africa. Bettelei gehört für mich auch nicht dazu um real Africa zu definieren.
Die Bettelei wurde weiter oben erwähnt, darum bin ich darauf eingegangen.
Für mich ist "real Afrika" Schwarzafrika, von Nigeria bis Botswana, das Leben auf der Strasse, die Verkaufsstände an den Strassen, allgemein das Leben auf den Strassen. Die Ungezwungenheit der Bevölkerung, genau das was wir in Europa verteufeln, darum zieht es einem auch in den Bann. Und natürlich das Leben mitten drin, bei all dem Gewühl in den Märkten. Nur das Gefühl wird man selten bekommen, wenn man nur 3 Wochen Urlaub im jeweiligen Land macht, man sollte eine Zeitlang mittendrin leben, um zumindest einen Teil der Ungezwungenheit zu erleben, auf einer Campsite oder Lodge wird man das nicht spüren, da ist das Personal schon zu angepasst. Nur wer kann das schon in unserer gestressten Welt? Wir machen das seit mehr als 3 Jahren, keine Gewinnoptimierung mehr und mehrere Monate in den jeweiligen Ländern, versuchen mit der Bevölkerung zu leben, man muss sich nur darauf einlassen. Ein kleiner Tipp, geht mal eine Zeitlang, es müssen nicht Monate sein, in die Künstlerkolonie Tengenenge in Zimbabwe, verweilt dort, schaut den Handwerkern zu, es sind deren 150 die im Wald Skulpturen von Hand aus dem Stein meiseln. lebt mit ihnen und lasst euch auf sie ein, die Freundlichkeit und Herzlichkeit ist nicht zu überbieten.
Soviel zum "real Afrika" allerdings nicht aus Sambia, aber ganz in der Nähe davon.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
ROrosenbergerThemenstarter14 Beiträge · seit 201513. Sept. 2016 · #20
Danke für die vielen Beiträge und Tipps. Mittlerweile sind wir wieder zurück und bereuen es überhaupt nicht diese Tour geplant zu haben, im Gegenteil. Kurz zusammengefasst, nette Leute überall, viele Straßenkontrollen, meistens durchgewunken, sonst auch absolut höflich. Die Campsites waren ok, wenn auch etwas teurer als wir das hier in Namibia oder auch SA gewöhnt sind. Der Kafue hat uns mit viel Wild positiv überrascht und ist wärmstens zu empfehlen.Die Tsetse - Fliegen sind lästig, aber auf den Campsites nicht so präsent wie im Busch. Lusaka ist das reale zentrale Afrika, wie hier geschrieben wurde. Alles lebt von Handel und saubere Straßen findet man kaum. Siavonga am Lake Kariba ist gut zum entspannen. Wer Geld hat kann sich ein Hausboot mit kompletter Besatzung mieten und den See erkunden, aber wie gesagt wer ... Der Zambesi ist sowieso unser Lieblingsfluss und hat uns auch diesmal nicht enttäuscht 🙂. In den nächsten Jahren wollen wir unbedingt noch mal zur Quelle. Der Grenzübergang von Katima Mulilo ist neu. Die ganze Abfertigung auch ohne vorheriges elektronische Visum ging innerhalb einer halben Stunde. Die Preise wurden allerdings erhöht. Auch die Preise in den Parks sind gewöhnungsbedürftig. Im Kafue lagen wir zu zweit bei 55 US§ am Tag + Campsite. Trotzdem wie gesagt jederzeit wieder.