SeppThemenstarter59 Beiträge · seit 201113. Juli 2016 · #1
Hallo Forusmitglieder,
wir reisen nach 5 jahren mal wieder nachAfrika, damals waren wir in Namibia, Südafrika und Botswana (Central Kalahari). Auch diesmal sind wir mit unseren beiden Kindern wieder mit Dachzelten unterwegs. Anfang August geht es los. Meine Frage an Euch. Wie verhält man sich am besten, wenn ein Elefant, oder mehrere Elefanten durch das eigene Camp laufen ( in Chobe und Moremi) ,z.B. man sitzt gerade am Frühstückstisch. Ich habe im Afrikaforum in einem Reisebericht einen Film gesehen. Da passierte genau diese Situation, dass ein sehr großer Elefant direkt an den Tisch kam und dann auch einfach wieder ging. Die Leute blieben einfach ruhig sitzen. Ja, das Thema Elefanten im Camp beunruhigt mich doch etwas. Was meint ihr? Sollten wir mit den Kindern (11 und 8 Jahre) dann langsam ins Auto gehen? Hat jemand Erfahrungen wie man sich am besten verhält? Grüße Daniela
Topobär5'479 Beiträge · seit 200913. Juli 2016 · #2
Ich bin nie sitzen geblieben, wenn ein Elefant näher als 20m kam. Solange es nur ein Elefant war, habe ich immer zugesehen, dass sich das Auto zwischen mir und dem Elefanten befindet. War es mehr als ein Elefant, bin ich ins Auto gegangen. Unabhängig davon sollte das Auto immer geschlossen sein, da sich der Elefant ansonsten bei Obst und Gemüse selbst bedient.
Wir haben noch vor drei Wochen viele Elefanten im Campground (Tshaa River Camp) gehabt. Ich vermeide alles was Elefanten anlockt aber ich habe kein Problem wenn sie sich im Campground herumdrücken und Cookies aufsammeln. Mit Cookies meine och Schoten die sie sich von den Bäumen schütteln. Ich zeige mich immer ein wenig, mache langsame Bewegungen und warte auf eine Reaktion, meist zeigen sie kurz ihre Ohren, schnaufen vielleicht. Es ist als wenn man sich gegenseitig Respekt zollt. Acht Elefanten haben mich im Anstand von 5- 10Meter meine Steaks grillen lassen. Wir waren eine Stunde förmlich umzingelt. Auch Elefanten überlegen ob sie näher kommen können und kennen meist solche Situationen, kommen sie näher klopfe ich meist mit den Fingernägeln auf das Autoblech, dann halten sie in der Regel Abstand. Nach einer Weile fressen sie in Ruhe weiter. Bis ein Elefant angreift muss schon viel passieren, dann legt er die Ohren an und hebt sein Schwänzchen (schlecht zu sehen), also immer einen Fluchtweg im Auge haben. Zu starkes Zurückweichen, heißt auch verlieren. Wichtig ist immer ruhig bleiben und das die Elies auch spüren lassen. Viele Guides mit jahrelanger Erfahrung in Elefantengebieten verfahren genauso.
P.S.: Meist nehmen sie Reißaus wenn ich Zwiebeln ins heiße Fett werfe. Chillies mögen sie gar nicht und kann sie aber vielleicht auch wütend machen.
Weitere Gäste im Anmarsch.
Aber wenn ein Eli etwas will, wie z.B. Zitrusfrüchte ist die Situation eine andere, er holt sie sich und knackt Dir dein Zelt. Kälber mit Kühen halten sie in der Regel fern. Und es sicher auch mal einen Charakter-Eli der sich von Anfang an nervös verhält. Dann ab ins Auto und ruhig verhalten, einfach warten. Die Aufmerksam des Elefanten gilt immer der Richtung in der die Rüsselspitze zeigt.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200614. Juli 2016 · #4
BerndW schrieb: P.S.: Meist nehmen sie Reißaus wenn ich Zwiebeln ins heiße Fett werfe. Chillies mögen sie gar nicht und kann sie aber vielleicht auch wütend machen.
... in Indien hat man Chilis gezüchtet, um Elefanten von den Feldern fern zu halten. Sie nennen sich Bhut/Naga/Bih Jolokia und die haben so um die 1 Mio. Scoville. Die Inder reiben damit die Zäune ein und die Elefanten meiden die. Wer sich wagt, eine solche Chili zu essen, weiß in 99% der Fälle auch, warum die Elefanten die nicht mögen. Thai-Chilis sind dagegen was für den Kindergarten.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Hallo Daniela Wir Riesen auch mit Kindern im ähnlichen Alter. Wir stehen ruhig vom Tisch auf und gehen langsam zum Auto. Bisher war das immer unproblematisch. Also ruhig Blut! I Kinder vorher ins Boot holen was zu tun ist, nicht erst wenn der Ekefant vor einem steht 😉 Wir nehmen nie Citrusfrüchte mit!!! Letztens saßen wir im Moremi Mittag am Tisch, da meinte mein Dohn ganz trocken: hinter Euch kommt ein Elefant. Er zog dann einfach vorbei. Viel Spaß Euch.
Nachdem das wieder etwas zum „entspannten Eli“ tendiert, juckt es mich doch meinen Kren dazuzugeben.
Aber vorweg an die Sepp-Familie: Es hilft beim Aufstellen des Zeltes oder des Autos mit DZ für die Nacht zu überlegen, dass man Elefanten möglichst wenig oder gar nicht beim Erreichen von Futter behindert, z. B. von Ästen oder Früchten. Das vermeidet schon etwas Konfliktpotenzial und fördert eine ruhige Nacht.
Es gibt m. E. einen Grund eher auf Distanz oder in Deckung zu bleiben, wie z. B. von Topobär beschrieben. Wenn nämlich der Elefant aus welch immer Gründen plötzlich entscheidet gerade jetzt kein „entspannter Eli“ zu sein, hat man auf 5 bis 10 Meter kaum eine Chance vernünftig zu reagieren. So etwas ist zwar sehr selten, aber es passiert und spätestens nach dem zweiten derartigen Vorfall wird dieses Tier erschossen, weil es für Campieren ohne Zaun untragbar ist. Auch ranger, guides und buschweise Touristen haben sich schon verschätzt, im Internet findest du sicher Videos dazu. Durch den Massentourismus haben sich einige „Platztiere“ sehr an Menschen gewöhnt und das verleitet m. E. dazu, das potenzielle Risiko zu unterschätzen…und das trifft auch für die ebenso „entspannten“ Löwen im KTP zu.
Elefanten haben nicht nur für Zitrusfrüchte Zelte und Autos abmontiert, auch für Äpfel etc., haben Vorratskisten zertrümmert und alles, inklusive der Konserven verdrückt. Vorsicht ist daher die Mutter der Porzellankiste. Einen Elefanten auf 5 Meter aus dem Auto heraus zu beobachten ist ja nicht wirklich so viel minderwertiger, als sitzen zu bleiben und sich die Zitronenscheibe aus dem Gintonic nehmen zu lassen, oder? Grüße
Champagner8'672 Beiträge · seit 201015. Juli 2016 · #8
leser schrieb:Nachdem das wieder etwas zum „entspannten Eli“ tendiert, juckt es mich doch meinen Kren dazuzugeben.
Aber vorweg an die Sepp-Familie: Es hilft beim Aufstellen des Zeltes oder des Autos mit DZ für die Nacht zu überlegen, dass man Elefanten möglichst wenig oder gar nicht beim Erreichen von Futter behindert, z. B. von Ästen oder Früchten. Das vermeidet schon etwas Konfliktpotenzial und fördert eine ruhige Nacht.
Es gibt m. E. einen Grund eher auf Distanz oder in Deckung zu bleiben, wie z. B. von Topobär beschrieben. Wenn nämlich der Elefant aus welch immer Gründen plötzlich entscheidet gerade jetzt kein „entspannter Eli“ zu sein, hat man auf 5 bis 10 Meter kaum eine Chance vernünftig zu reagieren. So etwas ist zwar sehr selten, aber es passiert und spätestens nach dem zweiten derartigen Vorfall wird dieses Tier erschossen, weil es für Campieren ohne Zaun untragbar ist. Auch ranger, guides und buschweise Touristen haben sich schon verschätzt, im Internet findest du sicher Videos dazu. Durch den Massentourismus haben sich einige „Platztiere“ sehr an Menschen gewöhnt und das verleitet m. E. dazu, das potenzielle Risiko zu unterschätzen…und das trifft auch für die ebenso „entspannten“ Löwen im KTP zu.
Elefanten haben nicht nur für Zitrusfrüchte Zelte und Autos abmontiert, auch für Äpfel etc., haben Vorratskisten zertrümmert und alles, inklusive der Konserven verdrückt. Vorsicht ist daher die Mutter der Porzellankiste. Einen Elefanten auf 5 Meter aus dem Auto heraus zu beobachten ist ja nicht wirklich so viel minderwertiger, als sitzen zu bleiben und sich die Zitronenscheibe aus dem Gintonic nehmen zu lassen, oder? Grüße
Besser kann man es eigentlich nicht formulieren ! Sich als Tourist einzubilden, man könne das Verhalten eines Elefanten usw. einschätzen finde ich völlig absurd! Und das oben gezeigte Video finde ich grauenhaft - sorry, ich kanns nicht anders sagen (Elsa, das geht nicht gegen dich - in dem Thread sind dann später ja auch sehr gute weil kritische Beiträge dazu. Edit: Elsa und ich haben inzwischen festgestellt, dass wir völlig auf einer Linie sind, ihr ging es um den kritischen Teil in dem Thread....!).
Ich gebe Bele in einigen Punkten Recht aber nach ca. 30 Jahren Erfahrung mit vielen Wildtieren erkenne ich aber auch, dass der Eli in dem Savuti Movie auf einer ganz anderen Mission ist. Ich hätte mich ihm kurz gezeigt und wäre er weiter so zielstrebig schnüffelnd gewesen, hätte ich mich hinter das Auto begeben und wäre voraussichtlich eingestiegen. Auch wenn sein Agieren nie aggressiv aussah kann sich das schnell wandeln. Der Campground war ein Geruchsparadies, selbst der Kessel auf dem Feuer war interessant. Ein Restrisiko besteht immer, oft sind es sogar Guides die imponieren wollen, sie provozieren und rücken den Tieren immer dreister auf die Pelle, schön nahe ran, damit der Touri mit seiner Kamera eine guten Schuss bekommt.
das ist eben so wunderbar, dass in Moremi, Savuti, Chobe Elefanten dorthin laufen können wo sie mögen. Ich wär nicht so mutig gewesen sitzen zu bleiben. Wann immer wir nen Eli gesehen haben, dann sind wir langsam aufgestanden und haben uns hinter dem Auto ~versteckt~. Das würd ich den Kindern vorher sagen - und dann einfach den Anblick genießen. 🙂
Hi, nochmals ich zum Thema. Es ging mir bei meiner Zuschrift um folgendes: Aus der Fragestellung geht m. E. hervor, dass die Sepps noch nicht zum buschweisen Forumsurgestein mit Jahrzehnten Erfahrung in der Einschätzung von Wildtieren gehören und da hielt ich es für angebracht zur Vorsicht zu raten, weil es auch Ausnahmen von der Regel gibt. Das vermindert m. E. auch nicht den Genussfaktor, ganz im Gegenteil. Ich wollte der Sepp-Familie damit keineswegs die Vorfreude verderben…..also seid umsichtig und genießt die Elefantenshow, sollte sie stattfinden. Grüße
PS zur m. E. eigentlichen Ursache der Problematik: Der Tourismus (außer Jagd) im Deltagebiet und Chobe hat erst vor ca. 40 Jahren begonnen. Seither ist die Elefantenpopulation mindestens um den Faktor 6 bis 8 und die der Touristen um den Faktor 30 gestiegen. Das hatte Folgen: 1) Es wurde eng. 2) Einzelne Tiere haben die Scheu vor Menschen abgelegt und der anfänglich eingehaltene Respektabstand besteht nicht mehr. Es entstand haarige Nähe bei gleichzeitig abnehmendem Problembewusstsein der Besucher, keine gute Mischung. 3) Die CSs und Besucher okkupieren immer die für Wildtiere besten Plätze: Wasser, Futter, Schatten. Tiere die sich durch die Anwesenheit von Besuchern nicht abhalten lassen haben einen Vorteil gegenüber anderen und sie werden diese Plätze nicht aufgeben, es wird noch enger werden ...und Nachtrag: Wenn sie dann noch dazu die Touristen auch als Quelle für Essen entdecken, wird es ungut. 4) Manche Besucher, die noch nicht viel herumgekommen sind, glauben dass alle Elefanten so zahm sind wie die Platztiere. Das ist potenziell gefährlich und man sollte sie darauf hinweisen.
SeppThemenstarter59 Beiträge · seit 201118. Juli 2016 · #13
Vielen Dank für alle Antworten,
ja wir gehören noch nicht zum erfahrenen Urgestein. Da ich gerne solche Reisen, auch mit den Kindern mache, aber vorsichtig bin, werden wir uns bei Elefantenbesuch definitiv unserem Auto nähern und auch evtl. einsteigen. Ich hoffe das reicht dann, weil mit ausgeklappten Dachzelten losfahren wäre sicherlich schwierig 🙄
Hi, Nachschlag zum Thema,mit „…Wenn nämlich der Elefant aus welch immer Gründen plötzlich entscheidet gerade jetzt kein „entspannter Eli“ zu sein….“ habe ich so was in der Art gemeint. https://www.youtube.com/watch?v=QRdSWtUdawU Grüße
Habe auf der Campside In Purros erlebt, wie ein Elefant nachts um 2:00 Uhr das Zelt von einem Guide platt gemacht hat. Der Guide ist ein langjähriger Safaribegleiter mit großer Erfahrung und hat sicherlich nichts falsch gemacht. Ihm ist Gottseidank nichts passiert. Als das Zelt über ihm zusammenfiel hat er sich tot gestellt. Er hat gesagt, er hätte gespürt, wie der Rüssel des Elefanten seinen Körper durch die Zeltplane abgetastet hat und dann weiter gezogen ist. Es ist zwar richtig, daß man Verhaltensregeln aufstellt und sich danach verhält, aber eine absolute Sicherheit gibt es einfach nicht.
Grüße
Fredi
Die Massai haben erzählt, dass sich zwei Löwen das Grab als Ruheplatz ausgesucht haben. Von dort haben sie eine gute Sicht ins Tal und auf das Wild. Ich darf nicht vergessen, es Denys zu erzählen, er würde sich darüber freuen. ( Frei nach Tanja Blixen)
Das Video ist mir bekannt......in einer längeren Sequenz als hier gezeigt........da habe ich Stimmen von den Guys gehört,
(Guides ...Angestellte..... wer auch immer......im Hintergrund.....) die die Situation gefährlich falsch eingeschätzt haben.........
und zum ruhig sitzen bleiben rieten...........!!!!!!!!!!!!!!
BMW
MAMarc201521 Beiträge · seit 201523. Aug. 2016 · #18
Hi, bis zum Post von Leser mit dem "Elefanten-Knigge" habe ich mir gemerkt, dass man den Fahrzeugmotor bei einer Elefanten-Begegnung immer laufen lassen soll. Vermutlich haben mir dies Freunde geraten, die in Südafrika unterwegs waren und bei einer Elefanten-Begegung ihren Motor nicht wieder anbekommen haben.
Dem Dokument nach ist Motor-Abstellen unter bestimmten Bedingungen in Ordnung. Kann ich dies und die anderen Verhaltensweisen aus dem Elefanten-Knigge eurer Meinung nach bedenkenlos anwenden?
Meiner Erfahrung nach ist Motor aus fast immer besser. Es gibt das Gerücht, das Elefanten den elektrischen Ventilator von VW Modellen nicht mögen. Jeder Elefant kann anders sein aber kein Elefant mag Lärm, schon gar nicht während einer scheinbaren Bedrohung. Den Elefantenknigge finde ich übrigens sehr treffend. Grüße
PApaulinchen475 Beiträge · seit 201224. Aug. 2016 · #20
Marc2015 schrieb: Dem Dokument nach ist Motor-Abstellen unter bestimmten Bedingungen in Ordnung. Kann ich dies und die anderen Verhaltensweisen aus dem Elefanten-Knigge eurer Meinung nach bedenkenlos anwenden?
Hallo Marc,
Ich finde den Elefanten-Knigge auch sehr treffend und habe auch einen Höllenrespekt vor Elefanten....Standard-Verhaltensweisen gibt es glaube ich nicht, sondern nur situationsabhängiges Verhalten, immer mit der Prämisse "gesunde Vorsicht walten lassen"...
Wir sind bei unserer 2. Reise im Chobe mitten in eine größere Elefantenherde geraten, bei abgestelltem Motor. Die Elefanten befanden sich relativ weit abseits der Piste am Chobe-River und wir hielten auf dem Weg und machten den Motor aus. Nachdem wir länger dort standen, bewegten sich die Elefanten ( mit Jungtieren ) langsam in unsere Richtung und überquerten direkt vor uns die Piste., liefen dann im Abstand von ca. 20 m seitlich am Fahrzeug vorbei. Rechtsseitig schobberte man sich genüsslich den Hintern an einem Baum...alles in Seelenruhe... als ich mich umdrehte, sah ich, dass wir Bestandteil der bewachten Herde waren, ich sah das Hinterteil eines Wächterelefanten direkt hinter unserem Fahrzeug... es war alles sehr entspannt, nur ich nicht....habe weder den Auslöser gedrückt noch das Fenster heraufgekurbelt, alles erschien höllisch laut in dieser Ruhe der Herde...geatmet habe ich gerade noch sehr flach...das dunkle Brummen der Kommunikation untereinander schien durch unsere Körper zu laufen....im Nachhinein war es unvergesslich, in diesem Moment stockte uns aber der Atem... 🙂 ...Motor starten wäre sicher die falsche Reaktion gewesen... 🙂
kurz danach haben wir uns auf eine Herde zubewegt, die neben der Piste im Schatten der Bäume stand. Durch lautes Trompeten und heftige Kopfbewegungen signalisierten sie direkt, keine Lust auf uns zu haben. Wir sind einfach weitergefahren und haben nicht angehalten... 😎 ...