meinen diesjährigen Reisebericht möchte ich beginnen mit dem Credo meiner letztjährigen Märchen-Tour:
"Es war eine absolut "runde" Tour, und deshalb wird es im nächsten Winter wohl wieder eine ähnliche Reise geben. Die Pläne nehmen Kontur an."
Nun, die ursprüngliche Planung hätte sich wiederum auf den von mir so geliebten Caprivi-Strip sowie den KTP beschränkt, aber im September hat der treue Toyota Condor, der mich all die letzten Jahre so brav durchs Land geschaukelt hat, sein Leben in der Etosha ausgehaucht. Wegen überhöhter Geschwindigkeit, in einer unübersichtlichen Kurve rausgetragen und seitlich in einen entgegen kommenden, ebenfalls zu nahe der Mitte fahrenden Wagen gedonnert, endete er mit total verzogenem Rahmen im weissen Staub des Nationalparks, gottlob ohne Personenschaden.
Das hatte zur Folge, dass ich mich erstmals neben dem Buchen der Flüge und dem Ausarbeiten einer möglichst wieder runden Tour mit der Frage nach einem fahrbaren Untersatz beschäftigen musste. Nachdem ich drei Angebote eingeholt hatte, allesamt von lokalen Vermietern, kristallisierte sich schnell heraus, dass ich dem sehr guten Angebot von Safari Car Rental nicht würde widerstehen können. Der erst gerade eröffnete Verleiher glänzt mit nagelneuen Fahrzeugen mit ebensolchem Camping-Equipment zu Preisen, wo man bei anderen Händlern ein ausgelutsches fünf Jahre altes Auto bekommt ( wenn man früh genug bucht ).
Das bedeutet dann aber auch, dass, wenn wir schon einen solchen Boliden mieten, wir uns in den so berühmt-berüchtigten Sand Botswanas wagen wollen, also vom Caprivi weiter über Chobe NP nach Savuti und Moremi, und über Maun und Ghanzi von Norden her in den KTP. Das hat den Vorteil, dass wir nicht die ganze lange Strecke durch Namibia zweimal fahren müssen. Es bedeutet aber auch, dass ich die Buchungen für die Nationalparks in Botswana schon vorab tätigen muss. Ein Punkt, an den ich mich erstmal gewöhnen muss, denn normalerweise buche ich nichts vor. Ich geniesse es, dass man zur "Regenzeit" in Namibia überall einen Platz bekommt. Nachdem ich mir eine Tour, auch dank einiger Fomis hier, die mir mit ihren Erfahrungen sehr geholfen haben, zurecht gebogen hatte, habe ich die Buchung der Campgrounds und die Eintritte für die NPs in die überaus kompetenten Hände von "Botswana Footprints" gelegt, und ich habe auch alle meine gewünschten Sites und Dates bestätigt bekommen.
Und so ist folgende Runde zustande gekommen, die sich auf, inklusive der nicht gerade wenigen Game-Drives, 4769 Kilometer summiert hat, gefahren in exakt 28 Tagen:
Wer also meinen Bruder Andreas, mit dem ich schon vor drei Jahren zusammen auf Tour war, und mich begleiten will, darf gerne hier ab und an mal reinschauen. Die ersten Bilder sind rausgesucht, ab morgen geht´s auf Pad.
bis dahin, Matthias
Teil 219. Feb. 2016
06. Januar 2016 :
Als ich gegen Mittag endlich meinen Kruscht gepackt habe, fahren wir kurz nach 13.00 Uhr über feiertäglich leere Strassen und erreichen den Flughafen in Frankfurt drei Stunden später. Nachdem ich mein Bündel aufgegeben habe und erstmals auch mein Handgepäck gewogen wird, bleibt noch Zeit genug, um den langen Weg zum Fernbahnhof zurück zu legen, um Andreas in Empfang zu nehmen, der mit einem Zug aus seiner bayrischen Heimat kommt. Nachdem er fast pünktlich eingetrudelt ist, geht es wieder den ganzen Weg zurück ins Terminal 2 zur Air Namibia. Das Gepäck ist schnell erledigt, und wir fragen noch nach Plätzen an den Notausgängen. Auch das klappt problemlos, und wir gehen nach oben ins Restaurant, wo es vor zwei Jahren noch den Forums-Treff gab. Hier aber ist alles umgebaut, und nun sitzen wir beim Italiener, bestellen unsere letzten Spagetti und trinken ein letztes Weissbier dazu. Wir verabschieden uns von Marliese, und checken ein. Pünktlich um 20.10 Uhr verlassen wir Deutschland und entschweben in die Nacht.
07. Januar :
Überpünktlich landen wir auf dem Hosea Kutako International Airport ( der Name ist fast grösser als das Terminal selbst ), und da wir uns nicht mit Bilderknipsen aufhalten, ergattern wir einen Platz ziemlich weit vorne in der Schlange zur Immigration. Die ersten Vögel können wir schon auf die Liste setzen, es sind wie erwartet die Palm Swifts, die niedrig übers Rollfeld jagen. Unser Platz ziemlich weit vorne nutzt uns aber nicht viel, denn das Gepäck lässt mal wieder auf sich warten. Während die Passagiere mit Koffern ihr Gepäck zum durchleuchten aufs Band hieven müssen, können wir mit unseren Bags direkt ohne Kontrolle in die Empfangshalle weiter, wo wir schon von Kim, der deutschsprechenden Mitarbeiterin von Safari Car Rental erwartet werden. Während Andreas am ATM Geld zieht, stelle ich mich am einzig geöffneten Wechselschalter an und tausche Bares. Hey, das macht mal richtig Freude! Bei meinem ersten Besuch anno 2005 stand der Nam$ bei unter 1: 9, und nun gibt es mehr als 16,5 Nam$ für einen Euro. Dann fahren wir, endlich, zur Kapps Farm auf den Hof von unserem Vermieter und erledigen erstmal den ganzen Papierkram und die Bezahlung, was aber recht fix geht, da Kim alle Papiere vorbereitet hat. Dann erklärt uns Vincent, der Eigentümer der Firma, unseren offensichtlich fast neuen Boliden, einen 3.0 TD Hilux mit Automatik mit allem Schnickschnack wie z. B. Tempomat, Navi, versteckten Safe etc. pp, der drei Monate alt ist und 13402 KM auf dem Tacho stehen hat. Wir sind ziemlich begeistert von dem Wagen, und auch das ganze Campinggeraffel ist neu. Tisch, Stühle, Kocher, Besteck, Verstauboxen, und natürlich, welch ein Luxus, ein Engel-Fridge. Das Dachzelt haben wir abmontieren lassen, denn wir wollen nicht auf unsere eigenen Bodenzelte verzichten. Auch die Matratzen und die Schlafsäcke haben wir unsere eigenen mitgebracht. Dann werden noch sämtliche ( winzigen ) Lackschäden und kleine Kratzer in der Windschutzscheibe auf dem Übergabeprotokoll vermerkt, wir schmeissen unser Gepäck nach hinten in die Kabine, und fahren mit vielen guten Wünschen vom Hof.
die location kennen viele wegen der "namibischen Stadtmusikanten", neu ist hier aber der Hof von unserem Vermieter.
Automatik. Hm. Da muss ich mich erstmal dran gewöhnen, denn seit meiner Fahrschulzeit vor 37 Jahren habe ich nicht mehr in so einem Auto gesessen. In Klein-Windhoek gehen wir einkaufen, zuerst zu Biltong-and-Bites und erstehen Rauchfleisch und dreierlei Biltong, dazu Trockenwurst. Dann arbeiten wir uns durch einen gegenüber liegenden Supermarkt und bezahlen für einen überquellenden Einkaufswagen keine hundert Euro. Im Bottle Store rüsten wir die fehlenden Alkoholika nach, in der Drogerie erstehen wir zwei Flaschen "Peacefull Sleep", die wir aber, das sei vorab bemerkt, ( fast ) nicht benötigt haben. Mossies gab es genau an zwei locations. Danach hält uns nichts mehr in der Stadt, und um die Mittagszeit biegen wir auf die B 1 Richtung Norden ein. Runde fünfzig Kilometer haben wir zu fahren, dann biegen wir wieder nach links ab auf die Farm "Teufelsbach", wo ich das River Camp vorgebucht habe. Irmela und Bruno, ihn kenne ich ja schon vom letztjährigen Aufenthalt hier, begrüssen uns und geben uns unsere ebenfalls vorgebuchte Braaibox. Wir bezahlen, und von Bruno erhalte ich noch zwei Karten vom Farmgelände, denn ich habe geplant, den auf dem Gelände befindlichen Teufelsberg zu besteigen. Anschliessend fahren wir auf unsere Campsite, vorbei am immer noch verwirrenden Schild bezüglich der Zufahrt, aber nun bin ich ja streckenkundig, und kochen erstmal eine Kanne Tee. Dann fliegen endlich die ganzen Klamotten wie lange Hose, Hemd, Socken und vor allem Schuhe ins Auto und wir machen uns safarifein, also kurze Hose, T-Shirt und Schlappen, denn die mittlerweile nachmittäglichen knapp vierzig Grad sind für uns schmuddelwetterverwöhnten Mitteleuropäer ganz schön heftig. Wir räumen das Auto ein, und es beginnt zu donnern. Das Gewitter kommt schnell näher, und wir erhalten die erste Dusche der diesjährigen Regenzeit.
unser Bolide im Regen auf dem RiverCamp.
Der Regen bringt eine willkommene Abkühlung, und wir beschliessen den nächsten, vom Camp aus zu sehenden Berg zu besteigen, und nicht den Teufelsberg, denn dazu hätten wir nochmals ein Stück fahren müssen. Nach Auto ist uns aber beiden nicht, und so laufen wir dem trockenen Revier folgend los, bewaffnet mit Fernglas und Kameras.
das Teufelsbach-Revier
unser Berg. Wie ich von Bruno erfahren habe, heisst er Waterberg, weil es an seinem Fuss eine Quelle gibt. Auf dem toten Ast sitzt eine Strichelracke, die sich aber nicht näher als Model zur Verfügung stellen wollte.
Während Andreas etwa ab der Hälfte der Besteigung schlapp macht, quäle ich mich bei mittlerweile wieder deutlich gestiegenen Temperaturen bis auf den höchsten Punkt und werde mit einer grandiosen Aussicht belohnt.
hier oben stossen drei Farmen aneinander, der Blick geht weit Richtung Westen
der Blick zurück Richtung Südosten; hinter dem höchsten Berg, dem Teufelsberg, liegt ungefähr Windhoek.
Zurück auf unserer Campsite bereiten wir uns das Braaipaket mit Oryxsteaks, Boerewors, Salat und Kartoffeln auf einem schönen Feuer, dazu trinken wir die ersten kalten Getränke aus dem Engel. Andreas lernt so auch sein erstes Savannah Dry kennen und lieben. Der Himmel ist mittlerweile klar, der Sternenhimmel begeistert einmal mehr, dazu singen zwei Perlkäuze, später dann schnarcht eine Schleiereule.
Kosten für Campingplatz: 100 Nam$ pP Kosten für Braaipaket: 100 Nam$ pP
Der nächste Tag gilt dem Streckemachen, bis dahin Matthias
Teil 320. Feb. 2016
08. Januar :
Wir haben herrlich geschlafen und sind wunderbar erholt. Schon im Morgengrauen sind wir zu Fuß unterwegs und stellen den Vögeln nach. Aber wie ich erst jetzt bemerkt habe, ist nicht ein einziges Foto entstanden, den ganzen Tag nicht. Manchmal ist mir halt nicht nach knipsen, und ich geniesse "nur" mit den Augen. Nach unserem ersten Buschfrühstück und einer Dusche packen wir zusammen, geben den Braaikorb ab, und nach einem kleinen Plausch mit Irmela und Bruno übers Wohin, sind wir gegen kurz nach acht Uhr wieder auf der B 1. Hier lernen wir dann auch die Vorzüge der Automatik und vor allem des Tempomaten schätzen. So kann man, bei eingestellten 95 km/ h, wunderbar cruisen und nebenher den Luftraum beobachten, was denn alles so an Geiern und Greifen in der Luft ist. In Otjiwarongo sind wir ziemlich genau gegen High Noon, und wir beschliessen, im Spar die heisse Theke zu besuchen. Neben Samoosas und Lamb Chops finden wir auch noch alle restlichen Artikel, die wir entweder gestern vergessen hatten oder die nicht vorrätig waren, wie etwa unseren heissgeliebten Lemon Juice, der sich prächtig sowohl in Tee wie auch im abendlichen GT macht. Hinter Otji halten wir im Schatten eines grossen Baumes und verzehren unser Mahl, während wir von Maskenwebern belagert werden, die der Meinung sind, es wäre doch genug für Alle da. Schon gegen drei Uhr sind wir nach zweimaligen Fahrerwechseln ganz entspannt in Grootfontein, wo wir das erste Mal hundert Liter Diesel in die Tanks laufen lassen. Ohne besondere Sichtungen, jedenfalls erinnere ich mich nicht an Herausragendes, erreichen wir den Vet Fence. Doch. Halt. Unmittelbar vor dem Kontrollpunkt steht links ein Eland, aber hinter dem Zaun einer Game Farm, und gezäuntes Wild "zählt" nicht. Wir passieren den mutmasslichen Abdreh zum Mangetti NP, aber nach wie vor gibt es keinerlei Hinweise entlang der B 1. Ursprünglich wollte ich hier unseren ersten Game-Drive einlegen, aber nach Berichten von Leuten, die unmittelbar vorher dort waren und abgeraten haben, weil die Fahrspur sehr zugewachsen sein soll und man entsprechend wenig Aussicht hat, habe ich diesen Plan verworfen und den Tag dem Kwando zugeschlagen, was sich mehr als bezahlt machen wird. Rundu lassen wir diesmal links liegen, und nach dem Ort rumpeln wir über die Pad, die ein paar Monate vorher einer gewissen Lehrerinnnen-Gang den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hat, ganz easy Richtung (O)kavango zur Kaisosi River Lodge, wo wir uns einen schönen Stellplatz auf Gras unter einem Baum mit eigenem Ablution-Häuschen raussuchen können. Wir stellen die Zelte auf und erkunden dann erstmal den Uferbereich, was denn hier so alles kreucht und vor allem fleucht. Auf Selberkochen haben wir nach dem langen Fahrtag keine grosse Lust, dank unseres Engels besteht auch keine Gefahr, dass uns die Boerewors schlecht werden könnte, und wir entscheiden uns für die offene Plattform des Restaurants der Lodge mit direktem Blick aufs Wasser und nach Angola. Hier fliegen ohne Unterbrechung die verschiedensten Vögel flussauf und ab, insbesondere erinnere ich mindestens einen Baumfalken, der über dem Wasser Libellen jagt. Derweil blitzt es im Norden in Angola ohne Pause, für einen hörbaren Donner ist das Gewitter aber ( noch ) zu weit weg. Wir geniessen die ersten GT´s, darauf habe ich mich soo gefreut, und verspeisen einen Greek Salad und einen Cheeseburger mit Chips, alles frisch gemacht und lekker. Hier kommen zur Dämmerung tatsächlich ein paar Mossies angesirrt, und wir hüllen uns das erste Mal in eine Wolke Peacefull Sleep, dann ist wieder Ruhe. Sterne sind keine zu sehen, mittlerweile hat es komplett zugezogen. Mitten in der Nacht fängt es zu regnen an. Blöd nur, dass ich wieder mal kein Überdach aufgezogen habe. Also muss ich raus in den pladdernden Regen, ans Auto und die zweite Haut rausholen und überziehen. Dann muss ich erstmal das Zelt trocken legen, dem Klopapier sei Dank. Total nass und mittlerweile durchgefroren krieche ich in den Schlafsack und schlafe sogar wieder ein. Ein Kugelblitz mit gleichzeitigen Urknall weckt mich wieder auf. Der ist ziemlich direkt hier eingeschlagen, denn die Lodge liegt stromlos im Dunkeln. Sonst verlief die Nacht störungsfrei. 😎
Kosten: Camping 110.-Nam$ pP
Der nächste Tag sieht uns auf der B 8 Richtung Osten, und es gibt auch wieder Bilder zu sehen.
Grüsse, Matthias
Teil 420. Feb. 2016
09. Januar :
Andreas hatte zwar sein Überdach drauf, musste aber mitten in der Nacht, wohl nach mir, ich habe nichts davon bemerkt, trotzdem raus und sein Zelt umstellen, denn er lag in einem kleinen See und hatte Wassereintritt im Fußbereich. Sowas kann einem entspannten Schlaf hinderlich sein. Am Morgen ist der Regen abgezogen, aber es ist stark bewölkt. Nach dem Frühstück gehen wir erst mal wieder Vögel beobachten, die es hier bei dem grossen Baumbestand der Lodge in Hülle und Fülle gibt. Wir spekulieren darauf, dass sich die Sonne durchsetzen wird, und wir unsere Zelte nicht nass einpacken müssen. Zwar kommt die Sonne doch nicht so schnell durch, aber es wird auch ohne sie warm, und gegen 10.00 Uhr sind wird reisefertig. Wir fahren zurück auf die B 8 und vertrauen uns dieser nun nicht durch spektakuläre Aussichten oder anspruchsvolle Fahrtstrecke berühmt gewordenen Strasse an. Und so erreichen wir völlig ereignislos Divundu, biegen nach rechts ab und dann auf die Pad zur Mahangu Lodge. Fast ist es mir wie heimkommen, denn ich bin nun zum vierten Mal hier. Wir checken für die nächsten drei Nächte ein und stellen unsere Zelte auf. Mittlerweile brennt auch unser Zentralgestirn wieder vom Himmel, die Temperatur nähert sich der vierzig Grad-Marke, und die ausgelegten Schlafsäcke trocknen schnell durch. Beim Weg von der Reception zu den Campsites bemerken wir in einem Marulabaum ein winziges, aus Grashälmchen und Spinnweben geflochtenes Nest in zwei Metern Höhe. Vorsichtig ziehe ich den Ast etwas nach unten, es befinden sich drei winzige Eier darin. Die Frage nach dem dazu gehörigen Elternvogel klärt sich schnell, denn als wir zurück kommen, sitzt das Weibchen auf dem Nest, den Schnabel weit geöffnet, denn nicht nur uns ist es heiss.
Paradise Flycatcher
Nachdem wir uns im Pool erfrischt haben, schnappen wir im nun ansprechenden Spätnachmittagslicht unsere Optiken und erkunden etwas die Floodplains direkt vor der Lodge. Dazu hören wir wieder Hippos grunzen und Coucals singen. Das Leben ist schön.
Woodland Kingfisher-Senegalliest
Common Dotted Border
Es fängt wieder zu grummeln an. Von Botswana her zieht ein Gewitter auf. Wir gehen zurück zur Lodge und genehmigen uns unseren ersten Sundowner im Caprivi auf dem Beobachtungsturm. Hier können wir auf der anderen Seite des Okavango, also im Bereich der Buffalo Core Area, einiges Wild beobachten, wie etwa Elefanten, Büffel, Wasserböcke, einen Buschbock, ein Rudel Kudus sowie ein Krokodil.
Regenbogen über dem Okavango
Sunset am Okavango. Die kleinen "Muckel" vor den Elis sind von hier recht klein scheinende Buffalos.
Als es zu dämmern beginnt, verlassen wir den Turm und suchen die Lapa der Lodge, direkt über dem Fluss, auf und genehmigen uns wieder zwei heissgeliebte Kaltgetränke. Normalerweise zeige ich keine Personenfotos, aber dieses hier muss einfach sein. Sieht er nicht einfach.... glücklich aus?
Gin Tonic. Einer geht noch.
Während wir so über dem Fluss sitzen und den Geräuschen der Nacht lauschen, fliegt eine Pennant-winged Nightjar, oder Ruderflügelnachtschwalbe, vorbei. So einen abgefahrenen Vogel habe ich noch nie gesehen. Leider kommt er nicht wie erhofft zurück. Auf dem Rückweg zum Zelt finden wir noch im Kronenbereich eines Baumriesen einige Epauletten-Flughunde rumcruisen. Sind auch meine Ersten. Dann grillen wir uns die Boerewors, schön mit angedünsteter Zwiebel und Knoblauch auf Reisbett, dazu ein Bierchen aus dem nie-müde-werdenden Engel. Habe ich schon geschrieben, dass ich "Winter" liebe...
Der nächste Tag gilt wieder mal dem Mahango Park, dranbleiben,
Matthias
Teil 523. Feb. 2016
10. Januar :
In der Nacht hat sich das Gewitter bis zu uns vorgearbeitet, und es regnet. So haben wir es heute nicht ganz so eilig, in den Mahango Park zu kommen, und wir begehren erst gegen sieben Uhr Einlass. Die Lady an der Reception wundert sich noch, dass wir überhaupt in den Park wollen, bei dem Wetter. Dabei nieselt es nurmehr noch. Da wir keine Rücksicht auf den Sonnenstand nehmen müssen, fahren wir gleich links ab in Richtung Okavango-Floodplains. Zuerst steht nicht viel Wild auf den Wiesen, vielleicht halten sie sich eher im Busch auf.
Wir finden
Tsessebes und Impalas,
während direkt neben uns ein Flock Cut-throat Finches die Samenstände der Gräser filzt.
Impalas kann ich gut leiden, ich mag diese grazilen Antilopen
Dann folgen bei zwischenzeitlich wieder stärker werdendem Regen einige Vögel, die dank des Regens wohl keine Lust haben, weiter zu fliegen.
Burchell´s Glossy Starling-Riesenglanzstar
Marico Flycatcher
Crested Francolin-Schopffrankolin ( für mich eine neue Art--jupiduh 🙂 )
Als wir an die Stelle kommen, wo wir letztes Jahr den anschleichenden Leoparden hatten, ist wie im Vorjahr der Kindergarten Impalas vor Ort, was man von der Katze nicht behaupten kann. Haben wir aber auch nicht erwartet. 😊
Als nächstes lassen wir einer wirklich grossen Pantherschildkröte, die uns auf der Pad entgegen kommt, die Vorfahrt.
Beim grossen Baobab, es ist mittlerweile Mittag durch, zaubern wir einen Lunch aus dem Auto, immer wieder unterbrochen von ein paar Fotos. Es scheint zwar noch immer keine direkte Sonne, aber der Regen ist durch, und es wird schnell drückend warm.
Wattled Cranes und Lechwes
Crimson-breasted Boubou-Rotbauchwürger
Steppenzebras
Dann widme ich mich etwas der Insektenwelt.
Common Hottentot Skipper
Common Diadem
Libellen gibt´s natürlich überall, wo es Wasser hat.
die junge Gabelracke hätte wohl auch gerne was von unseren Käsecrackern?
Dann fahren wir weiter Richtung botswanischer Grenze. Hier blühen Mengen kleinerer Sträucher und verströmen einen betörenden süsslichen Duft.
In einem grösseren Baum sitzt ein Vogel, den wir längere Zeit überhaupt nicht einordnen können, aber letztlich finden wir raus, dass es sich um einen jugendlichen Grossen Honiganzeiger handelt.
Greater Honeyguide, ein junges Männchen
An der Brücke über den Omuramba Thinderevu direkt vorm Borderpost blüht es an den Randstreifen, und hier fliegen hunderte Schmetterlinge, um die üppige Nektarquelle zu nutzen.
Angola White Lady
Dann fahren wir die selbe Strecke wieder zurück.
Grosser Kudu
Elefantenbulle
Meerkatze
zum Schluss der Vierbeiner gibt es noch einen Chobe-Buschbock.
Aber ein paar Vögel gehen noch?
White-backed Vulture
sie gehören ja auch zu den Vögeln, irgendwie, aber viel zu oft nehmen wir sie nicht ganz für voll. 😕 Die Strausse.
Souza´s Shrike. Nochmals eine neue Art für die längerwerdende Liste.
Dann haben wir genug, und gegen zehn vor Sechs verlassen wir den Park, und widmen uns auf unserer Campsite dem süssen Nichtstun, wenn Trinken diverser Getränke als solches durchgeht. Essen gab´s auch, aber was wir gekocht haben?
Der nächste Tag sieht uns, wie langweilig, im Mahango Park. 🤩
bis dahin, Matthias
Teil 625. Feb. 2016
11. Januar :
kurz vor Sechs am Kavango ist die Welt noch in Ordnung. Über uns hat es noch ein dickes Wolkenband, aber im Osten kündigt sich ein makelloser Tag an.
in den Floodplains vor der Mahango Lodge hat sich Bodennebel gebildet.
Kurz nach sechs Uhr passieren wir wieder das Gate zum Park, die Lady vom Counter ist noch nicht am Platz, also werden wir beim rausfahren einchecken, wir kennen uns ja aus.
Da heute mit Sonne zu rechnen ist, fahren wir gleich durch bis kurz vor den Grenzübergang Mohembo und biegen dann auf die Looproad nach links ein. So haben wir die Sonne eher im Rücken.
Gleich beim Abdreh stehen ein paar Giraffen.
Sie sind aber nicht alleine unterwegs, denn direkt vor ihnen grasen ich meine fünf Sable-Bullen, und wenigstens an einen können wir uns so anschleichen, dass wir ihn zwischen den Büschen frei bekommen.
Dann bekommt er uns mit, und die ganze Truppe verzieht sich mehr in die Büsche. Aber wenn wir schon mal on foot unterwegs sind, nehmen wir diesen Carmine Bee-eater auch gleich noch mit.
Beim Aussichtspunkt Kwetche, da, wo wir gestern gepicknickt haben, sitzt in dem abgestorbenen Baum, wo vor zwei Jahren der Kampfadler sass, heute ein Schmarotzermilan und putzt ausgiebig sein Gefieder.
Yellow-billed Kite
Hier erkunde ich etwas den kleinen Wald, eigentlich in der Hoffnung, irgendwo in den breitkronigen Bäumen eine ruhende Eule zu finden, aber ich muss kleinere Brötchen backen...
von diesen rotpelzigen, winzigen Spinnen rennen viele hier über den Sand. Dank Birgit und Werner weiss ich nun, daß es sich um eine Riesen- Samtmilbe, oder Giant Red Velvet Mite, handelt.
wahrscheinlich ein Scarlet Tip, auf jeden Fall ein Colotis.
ein schon ziemlich abgeflogenes Blue Pansy-Weibchen.
Wir haben ziemlich viel Zeit im Wäldchen zugebracht und viele Vögel in den oberen Stockwerken beobachtet, so etwa Trupps von Goldbugpapageien und Pirole, und mittlerweile ist es schon mächtig warm geworden. Vor allem aber steht die Sonne recht hoch, das Fotolicht ist alles andere als schön, und wir beschliessen, langsam zurück zur Lodge zu fahren.
den Long-toed Plover nehmen wir noch mit, denn auch ihn kann ich als neue Art auf die Liste setzen. Aber das Licht...
Noch eine neue Art, und da ist mir das Licht ziemlich Schnuppe. Boahh, so ein schönes Tier.
junger White-headed Vulture-Wollkopfgeier
von unserer Annäherung hält sie nicht viel. Adultes Wollkopfgeier-Weibchen.
diesen im Flug knallorangefarbenen Nachtfalter muss ich eine ganze Weile suchen, aber ich finde sein Versteck.
ein paar Weissrückengeier sassen in benachbarten Bäumen, wird wohl seinen Grund haben.
auch dieses Pärchen Fish Eagle-Schreiseeadler können wir nicht undokumentiert lassen, aber den Adlern ist ebenfalls warm. Sie hecheln mit offenem Schnabel.
Und so verlassen wir den Park, zahlen unseren Obulus und nehmen auf unserem Platz erstmal ein ordentliches Frühstück zu uns, bevor wir mit der Kamera bewaffnet den Vögeln hier auf dem Gelände nachstellen.
Davon handelt der nächste Teil, bevor es nachmittags nochmals in den Park geht.
Kosten für Mahango Game Park: 40.- Nam$ pP plus 10.- Nam$ p Auto
bis dahin, Matthias
Teil 726. Feb. 2016
weiterhin 11. Januar :
Nachdem wir also wieder Kräfte gesammelt haben, widmen wir uns der reichhaltig vertretenen Vogelschar hier auf dem Gelände.
Hartlaub´s Babbler-Weissbürzeldrossling. Leider mal wieder ein immatures Exemplar. Das ist halt das Los, wenn man zu dieser Zeit fährt : es gibt viele unausgefärbte Vögel. Nun gut, es gibt schlimmere Schicksale. 😗
Cape Turtle beim Sandbad. Mit ihrem "Work harder"-Song zählt sie für mich zu einer der charakteristischen Stimmen Afrikas, die ich nicht missen möchte.
Swamp Boubou, der "weisse" Bruder vom Rotbauchwürger. Ebenfalls ein sehr guter und lauter Sänger, der zwingend zum Morgenkonzert im erwachenden Busch gehört.
ein beringter Golden-tailed Woodpecker, ein wiederum junges Männchen.
Fork-tailed Drongo-Trauerdrongo
Thick-billed Weaver-Weissstirnweber Männchen ( Bele, den hattest du mir auch voraus. 🤪 Nun nicht mehr. )
White-browed Robin-chat. Ein Elternvogel, der gerade Nachschub für den schon flüggen Nachwuchs bringt.
Arrow-marked Babbler-Braundrossling
Gegen 15.00 Uhr fahren wir wieder in den Park, obwohl es noch knapp vierzig Grad hat und das Licht nach wie vor nicht fotofreundlich ist. Egal, der Dschungel ruft.
Diesmal nehmen wir die Pad nach rechts Richtung Thingwerengwere-Wasserloch, wohlwissend, dass von dieser sandigen Pad aus die Sicht oft sehr eingeschränkt ist.
durch den gestrigen Regen hat es allenthalben Matschlöcher, und diese nutzen die zahlreichen Elefantenbullen zur Körperpflege.
die Kudus halten sich lieber noch im Schatten auf.
Das Licht befriedigt uns nicht wirklich, und so widmen wir uns mehr der kleinen Welt, die sich zahlreich an den Wassergumpen zeigt.
sogar dieser Spotted Joker bleibt aber lieber im Schatten, dafür hat er seine Flügel geöffnet. Seine Artgenossen, die in der Sonne Salze lecken, halten die Flügel alle geschlossen.
Foxy Emperor
Feuerlilie
Am Wasserloch mit dem unaussprechlichen Namen steht eine Herde Elis mit kleinen Kälbern, aber leider frontal im Gegenlicht. Dafür kommen parallel zu uns eine Horde Paviane angetrabt, die auch ans Wasser wollen. Entweder man läuft selbst, oder man lässt laufen...
einer der Gang ist immer auf dem Posten.
auf dem Rückweg noch mehr Schmetterlinge, diesmal eine ganze Gruppe Angola White Ladies
Eyed Pansy, ein Männchen
wieder mal eine neue Art. Endlich. Eine Emerald-spotted Wood-dove, oder Bronzeflecktaube.
mit diesem Black-throated Canary-Angolagirlitz verabschieden wir uns aus dem Mahango Park. Die Uhr geht stramm auf 18.00 Uhr zu, der Zeit, wenn das Tor geschlossen wird. Die drei Stunden sind so schnell vergangen, dass es uns nicht mehr reicht, nochmals auf der grossen Wiese am Okavango nach zu sehen. Egal, wir sind wieder reich beschenkt worden, und nächstes Jahr bin ich hoffentlich wieder zurück.
Wir lassen den Tag wieder auf dem Deck der Lodge ausklingen, während um uns herum die Welt untergehen will.
Das Gewitter verzieht sich heute aber, und so steht nach dem Sundowner einem Night-swim im Pool nichts im Wege. Derweil flattern über uns wieder die Epauletten-Flughunde rum.
Kosten Mahangu Safari Lodge: 120.- Nam$ pP
Der nächste Tag sieht uns nicht wie eigentlich geplant in der Buffalo Core Area, sondern wir wollen lieber zwei Tage am Kwando auf Nambwa verbringen. Bis dahin,
Matthias
Teil 829. Feb. 2016
12. Januar :
Die Ankündigung im Osten verspricht wieder einen sonnigen, heissen Tag.
Sonnenaufgang
Wir beschliessen, uns erst noch eine Runde getrennt auf die Suche nach unseren bevorzugten Motiven zu machen, und während Andreas sich wieder um die Kleinvögel kümmert, grase ich das Gelände zwischen Mahangu und Nduvu Lodge nach Schmetterlingen ab.
Aber zuerst gibt´s auch für mich eine neue Sunbird-Art:
Coppery Sunbird-Männchen
der hier hat mich ganz schön gefordert, sowohl beim fotografieren ( wieder so ein flinker durchs-Gebüsch-Hopser ) wie auch nachträglich beim bestimmen. Es ist nämlich keine Eremomela wie gedacht, sondern eine Grey-backed Bleating Camaroptera-Graurücken Meckergrasmücke.
Long-billed Crombec-Langschnabel-Sylvietta, leider nicht ganz scharf, da mal wieder zu schnell für mich
hier auf einem sehr sandigen Stück blühen diverse Blumen,
und deshalb rechne ich mir gute Chancen auf Tagfalter aus. Da es noch früh am Tag ist, spekuliere ich darauf, dass sie erst noch Sonne tanken müssen und deshalb nicht permanent am Fliegen sind.
Yellow Pansy-Männchen
ein Dickkopffalter ( oder Swift ) in typischer Sitzhaltung. Genauer kann ich ihn nicht bestimmen, denn es gibt einige sehr ähnliche Arten.
den Käfer lasse ich nicht undokumentiert passieren.
recht frischer Blue Pansy
African Monarch
ein ziemlich abgeflogener Distelfalter, oder Painted Lady.
Natal Acraea
Da ich meinen Hut vergessen habe und die Sonne mittlerweile unerbittlich brennt, schliesse ich das Kapitel Lepidoptera und suche den Schatten der Bäume auf dem Lodgegelände. Auf dem Aussichtsturm treffe ich auf Andreas, und wir verbringen geraume Zeit mit dem Beobachten eines weiteren Sunbirds, der hier quasi auf Augenhöhe von Blüte zu Blüte schwirrt.
Collared Sunbird-Waldnektarvogel
ein winziger, tagaktiver Dwarf-Gecko. Von ihnen leben einige hier zwischen der Beplankung des Turms.
Wire-tailed Swallow-Rotkappenschwalbe.. Eine weitere neue Art für mich, deshalb wird sie dokumentiert, auch wenn sie wenig fotogen auf dem Drahtseil sitzt.
zum Abschluß finde ich sogar einen Nachtschmetterling, der mit Banded Achaea mutmaßlich richtig bestimmt sein dürfte.
Dann frühstücken wir gemütlich, bauen die Zelte ab, duschen flux kalt, denn es ist sehr schwül geworden, und bezahlen unsere Rechnung. Ich habe mich wieder sehr wohl gefühlt hier, hoffentlich bis zum nächsten Jahr. Ein letztes Mal nehmen wir die Pad durch die Floodplains und weiter nach Divundu.
Wir halten an der Tanke und wollen Sprit auffüllen, aber heute gibt es keinen Diesel.
Nach der Brücke und der Polizeikontrolle biegen wir nach rechts ab, denn wir wollen aus alter Tradition beim Ngoabaca-Camp den Popa-Falls unsere Aufwartung machen, aber hier gibt es einen neuen Zaun, und das Tor ist abgesperrt. Unverrichteter Dinge fahren wir zurück zur B 8 und weiter Richtung Osten.
Davon handelt dann der nächste Teil, dranbleiben 😎 Matthias
Teil 901. März 2016
weiterhin der 12. Januar :
Da, wo die B 8 das Tal des Kavango verlässt und ansteigt, halten wir und erhaschen einen letzten Blick auf den Fluss.
B 8 Richtung Osten. Da braut sich wieder was zusammen, aber ausser ein paar wenigen Tropfen erreicht der Regen nicht den Boden, sondern verdampft auf dem Weg nach unten.
Kurz, bevor wir den Kwando erreichen, ziehen wir rechts raus und steuern das neu gebaute Headquarter "New Susuwe" des Bwabwata-NPs an. Das Personal sitzt gelangweilt im Schatten eines Baumes und stöhnt ob der Hitze und des ausbleibenden Regens. Wir tragen uns ins grosse Buch ein und bezahlen zwei Tage Eintritt, dann nehmen wir den Sand unter die Räder, und erstmals schalten wir den Allrad ein. Durch einen schönen Galeriewald mahlen wir langsam bergan, und plötzlich stehen wir mitten in einer Herde Elefanten, die ganz entspannt Laub äsen. Ich stelle den Motor ab, und wir beobachten die Tiere auf kürzeste Distanz.
Nachdem sich die Elis ganz langsam Richtung Kwando verzogen haben, fahren auch wir langsam weiter, müssen aber immer wieder stoppen, weil hier die unterschiedlichsten Vögel zu hören sind. Wir beschliessen, auf dem Rückweg hier länger zu verweilen, aber angesichts des fortschreitenden Nachmittags wollen wir doch Richtung Nambwa-Camp voran kommen.
Luftraumüberwachung
da geht´s lang...
Aussichtspunkt über den Kwando am ehemaligen südafrikanischen Militärcamp Fort Doppies.
Schopffrankolin
Red-billed Hornbill-Rotschnabeltoko
Martial Eagle-Kampfadler. Mal wieder ein jüngeres Tier, wobei es bei den Adlern durchaus fünf Jahre dauert, bis sie erstmals das Gefieder des Altvogels tragen.
Rotschnabel-Madenhacker auf Warzenschweinbache.
Dann erreichen wir das Camp Nambwa. Nach 2009 bin ich erstmals wieder hier. Eine neue Zufahrt führt nun um die Insel herum. Das winzige Kassenhäuschen ist verwaist, und so begutachten wir in aller Ruhe erst einmal die vier Sites. Offensichtlich sind wir die einzigen Camper, und wir entscheiden uns für die erste Campsite, denn sie ist am weitesten von der neu gebauten Lodge entfernt, und so stört der Generator am wenigsten. Darüber hinaus verfügt sie über ein Stück Wiese, wo wir unsere Zelte aufstellen. Das abgefressene Gras zeigt an, dass wir hier mit Hippos zu rechnen haben.
Dann unternehmen wir noch einen ersten Game-Drive Richtung Horseshoe, aber mittlerweile ist es stark bewölkt und recht dunkel geworden. Die Elis waren wohl auch schon vor uns da, denn ausser Hippos und Mengen von Povianen zeigen sich keine Säuger. So entsteht nur noch ein Bild, und bei einem Savannah geniessen wir es, den zahlreichen Vögeln zuzusehen.
ganz schön langweilig hier...
Vor uns finden sich immer mehr Hadeda-Ibisse und Klaffschnäbel auf einem grossen Baum ein, um hier zu übernachten, später gesellen sich auch noch die Poviane dazu.
In die einbrechende Dämmerung fahren wir zurück. Da wieder niemand zu sehen ist, gehen wir zur Lodge und fragen nach. Letztlich findet sich tatsächlich jemand, der verantwortlich zeichnet, und wir bezahlen zwei Nächte, dann haben wir wieder unsere Ruhe. Wir sitzen lange am flackernden Feuer unter dem grossen Leberwurstbaum, und heute hören wir unseren ersten Löwen brüllen. Sehr weit weg, aber ohne Zweifel sind wir jetzt richtig in Afrika angekommen.
Der nächste Tag gilt dem Park südlich vom Horseshoe, bis dahin
Matthias
Teil 1001. März 2016
13. Januar :
So bewölkt sich der gestrige Tag verabschiedet hat, so makellos bricht der neue Tag an.
während wir frühstücken, turnen über uns die Ockerfuß-Buschhörnchen im Baum herum und geniessen die ersten Sonnenstrahlen.
Zum besseren Verständnis zeige ich vorab die Karte vom Park, die man am Gate erhält.
Heute fahren wir also über den Horseshoe hinaus weiter nach Süden, touchieren den Kwando-Hauptstrom, und drehen kurz vor der Grenze zu Botswana wieder um.
im perfekten Morgenlicht knallt der Broad-billed Roller-Zimtracke regelrecht.
In einem toten Baum sitzt ein Schopfadler, leider genau im Gegenlicht. Den Scherenschnitt verkneife ich mir, und wir steigen aus und versuchen die Baumgruppe zu umrunden. Als wir uns endlich vorgearbeitet haben, ist der Adler natürlich weg. Schade, war unser Erster ( und das sollte er auch bleiben ). In den Plains vor der Baumgruppe äst ein Rudel junger Lechwe-Böcke.
Bearded Woodpecker-Namaspecht
Am Horseshoe sind keine Vierbeiner ( ausser Crocs und Hippos ), aber ein paar weitere Vögel gibt es zu sehen.
Blacksmith Plover-Waffenkiebitz
African Fish Eagle-Schreiseeadler
Tawny Eagle-Raubadler
auch diese Bronzeflecktaube sitzt perfekt im Licht, so dass die grünen Spiegel einmal richtig zur Geltung kommen. Für Andreas mit seiner Kanone allerdings war sie zu nahe dran. 😵
Blue-cheeked Bee-eater-Blauwangenspint
Wir erreichen das "platte Land" am Kwando, und hier gibt es eine gänzlich andere Avifaunistik zu bestaunen.
Goliath Heron
Temminck´s Courser-Temminckrennvogel
Purple Heron
einen Ausflug in die Botanik will ich nicht unterschlagen.
ebenso wenig den ruhenden Reedbuck. Wir erreichen den Kwando-Hauptarm, der hier ganz ordentlich Wasser führt. Aber an den kleineren Nebenarmen, die wir schon passiert haben, merkt man deutlich, dass der Wasserstand sehr niedrig ist. So manche Senke, die sonst üblicherweise wassergefüllt ist, passieren wir mit trockenen Rädern.
Mittlerweile ist es zehn Uhr vorbei, die Sonne steht hoch, das Licht wirkt blaustichig, und die Hitze schlägt auch zu, so daß wir beschliessen, zurück ins Camp zu fahren. Heute nachmittag dann wollen wir nochmals hierher zurück, dann allerdings über die Pad landeinwärts.
Kurz bevor wir wieder heimische Gefilde erreichen, stehen diese Klunkerkraniche auf kurze Distanz in einem Channel und trinken.
hier muss trotz Gegenlicht ein Foto sein.
Heute übrigens war das Navi mehr als hilfreich, denn oftmals existieren verschiedene Fahrspuren, und nicht immer ist klar, welche uns wirklich weiterbringt.
Die Mittagspause verbringen wir mit relaxen, Vögel fotografieren und kochen, bevor wir gegen 15.00 Uhr wieder aufbrechen.
Davon handelt der nächste Teil, demnächst in diesem Theater.
Matthias
Teil 1102. März 2016
weiterhin der 13. Januar :
Den Campaufenthalt nutze ich, um mal diesen im Norden eigentlich allgegenwärtigen Vogel zu knipsen, denn die "normalen" vergisst man nur allzuleicht.
Black-eyed Bulbul-Graubülbül
Gegen 15.00 Uhr fahren wir wieder los Richtung Horseshoe, und an der selben Stelle wie heute vormittag stehen die Kraniche, nun noch näher. Und da es komplett zugezogen hat, spielt auch Gegenlicht keine Rolle mehr.
Klunkerkraniche. Im direkten Vergleich kann man sogar Männchen und Weibchen unterscheiden. Na, wer traut sich´s zu? Umrahmt von einem Seidenreiher und einem Rallenreiher.
An die Lagune stürmt ein Trupp Elefanten heran, heya, die haben richtig Spass im Wasser. Die davor dümpelnden Hippos scheinen die Begeisterung nicht zu teilen.
Little Bee-eater-Zwergspint. Leider den Bruchteil einer Sekunde zu spät ausgelöst, die Beute ist schon weitgehend geschluckt.
African Golden Oriole-Schwarzohrpirol
ein Flock White-crested Helmet Shrike-Brillenwürger
Dann erreichen wir den Horseshoe just-in-time.
die ersten Elis sind schon da, und ständig ziehen weitere Herden aus dem Wald ans Wasser.
im Hintergrund liegt ein Kollege, der weniger Glück hatte.
die Neuankömmlinge stürmen regelrecht ins Wasser, dass es nur so staubt...
rund zwanzig Minuten brauchen die Tiere zum Trinken und Nassspritzen, dann ziehen sie wieder los zurück in den Wald, diesmal jedoch sehr bedächtig.
dabei befinden sich einige Miniaturausgaben.
Wir fahren weiter Richtung Grenze, aber weiter westlich und somit mehr durch die Savanne.
Red-crested Korhaan-Rotschopftrappe. Erst nach einer ganzen Weile bemerken wir, dass die weibliche Trappe nicht alleine ist, sondern ein einzelnes Küken im Schlepptau hat, welches es schon meisterhaft versteht, sich möglichst versteckt zu halten.
im Norden zieht ein fettes Gewitter auf, leider gelingt es mir wieder einmal nicht, einen der zahlreichen Blitze zu erwischen. Da muss eine andere Strategie her...
adulte Gabelracke, sie hat sogar noch ihre Schmuckfedern im Stoß.
Am Kwando zieht nun auch von Osten her eine Gewitterfront auf, dem Hippo wird es egal sein.
Da es nun schon recht dunkel geworden ist, traut sich die kleine Eule wohl vorzeitig ins Feie.
Pearl-spotted Owlet-Perlkauz
in einem toten Kameldorn finden wir eine Schlafplatzgesellschaft von etwa fünfzig African Green Pigeons-Fruchtauben
Black-bellied Korhaan-Schwarzbauchtrappe
Mit dieser weiteren neuen Art beschliessen wir unseren Drive und fahren zurück ins Camp, denn mittlerweile hat es angefangen zu regnen. Rund eine Stunde müssen wir im Wagen ausharren, bis sich der Regen verzogen hat, und während Andreas sich ums Abendessen kümmert, versuche ich nun in der Dunkelheit mit entsprechend langer Belichtungszeit einen Blitz zu fotografieren, denn nördlich von uns gibt´s ein wahres Blitzinferno. Nun, einen Blitz wirklich zu erwischen, ist dann doch nicht so einfach.
Dies ist die Kollektion 2 aus über vierzig. 😵
Heute, bei dieser feuchten Luft, sirren tatsächlich ein paar Mossies um uns rum, sodass ein letztes Mal unsere Peacefull Sleep-Dosen zum Einsatz kommen. Zum beständigen Donnergrollen klickern die Reedfrösche, ein paar Glühwürmchen sind intervallblinkend unterwegs, auch der Löwe meldet wieder.
Natürlich haben wir die Überzelte aufgezogen, und wir können ohne Störung schlafen gehen.
Der nächste Tag sieht uns weiter nach Osten bis Katima fahren.
davon gibt´s demnächst zu lesen, viele Grüsse,
Matthias
Teil 1203. März 2016
14. Januar :
Noch hängen Wolkenbänder am Himmel, und über den Wiesen steigt Bodennebel auf. Aber schon bald dampft die Sonne die restlichen Wolken weg.
quiet Kwando morning
Sonnenaufgang
Wir packen schnell zusammen, denn wir wollen das schöne Morgenlicht nutzen, um in dem Galeriewald Richtung Parkeingang den Vögeln nachzustellen.
Red-billed Woodhoopoes-Damara-Baumhopfe
er schmeisst sich sein Frühstück in Pillenform ein.
Violet-backed Starling-Amethystglanzstar
Zebra White
adulter Brillenwürger
Grey Hornbill-Grautoko
fast ganz zum Schluss bekommen wir noch ein Bonbon serviert in Form eines Paares Racket-tailed Roller-Spatelracke. Die haben wir uns so gewünscht, und es sind auch unsere einzigen geblieben. Glück gehabt.
Dann checken wir im Office aus. Der Bwabwata NP hat uns zwar mit Säugern nicht wirklich verwöhnt, das Vogelleben allerdings ist mehr als prall.
Wir fahren, da wir ja noch zeitig dran sind, eine Erkundungstour in den nördlichen Teil Richtung Angola. Wir passieren die mittlerweile aufgelassene alte Ranger Station Susuwe, die vor sich hin gammelt. Es wird schnell heiss, und wir drehen um, denn nicht einmal sonderlich viele Vögel gibt es hier zu sehen.
Wir queren den Kwando, passieren ohne Kontrolle den Vet Fence und gelangen nach Kongola, wo wir unserem Gefährt frischen Diesel zukommen lassen. Wurde auch Zeit, die Nadel war schon auf Reserve.
Ereignislos bringen wir wieder tempomatgesteuert die B 8 hinter uns und fahren direkt auf das Gelände der Caprivi Houseboat Safari Lodge. Da wir die einzigen Camper sind, nehmen wir sogleich die Site 3 in Beschlag, da, wo letztes Jahr die Turakos ihr zuhause hatten. Sie sind immer noch hier, versichert uns Kurt. Mittlerweile hat es wieder komplett zugezogen, und von Angola her nähert sich ein Gewitter. Wir setzen uns in die Lapa direkt über dem Sambesi, trinken ein kaltes Savannah und glasen das nördliche Ufer ab.
das einzige Bild, das heute noch entstanden ist, zeigt einen Half-collared Kingfisher-Kobalteisvogel. Mehr als ein Beweisfoto ist aber nicht drin bei dem nicht vorhandenen Licht.
Heute also wieder ein Tag auf dem "Mighty Sambesi". Nachdem mir letztes Jahr der Bootstrip so gut gefallen hat, haben wir direkt wieder eine Orni-boat-cruise gebucht. Start soll um 7.00 Uhr sein, Dauer vier Stunden. So gilt der erste Blick natürlich dem Wetter, und glücklicherweise haben sich die Wolken von gestern ( fast ) alle wieder aufgelöst. Die Sonne scheint, alles super.
Sambesi Sunshine
Und sogleich startet das bunte Vogelfeuerwerk.
Malachite Kingfisher
Brown-hooded Kingfisher-Braunkopfliest
Pied Kingfisher-Graufischer
Giant Kingfisher
Nachdem wir mit den verschiedenen Eisvögeln durch sind, folgt der Rest der Truppe, die man hier so erwarten darf.
African Finfoot-Binsenralle, ein Weibchen
Water Dikkop-Wassertriel
African Darter-Schlangenhalsvogel
Green-backed Heron-Mangrovenreiher
Viermal entdecken wir einen Trumpeter Hornbill, der völlig ungeniert den Fluß überfliegt und ohne Kontrolle in Angola einreist. Leider zu weit weg für ein Foto, aber was für ein Riesenviech. Einmal bekommen wir auch eine Kostprobe seines "Instruments", mächtig gewaltig.
Gegen 11.00 Uhr meldet sich das tägliche Gewitter, welches von Angola her aufzieht, und wir steuern wieder den sicheren Hafen an.
Gewitter über dem Sambesi
Wir fahren nach Katima Mulilo, um unsere Vorräte aufzufüllen und den Tank voll zu machen, und dann wollen wir mal schaun, ob wir die Turakos finden.
zuerst aber gilt es diesem Sunbird, der mich mal wieder vor Bestimmungsprobleme stellt. Eigentlich kann es nur ein Coppery Sunbird sein, aber wohl mal wieder so ein unausgefärbter Jungvogel. Da hat der Newman´s leider Lücken, die Jugendkleider fehlen fast durchwegs.
dann aber, ihr Krächzen verrät sie, finden wir die Turakos. Leider sitzen sie weit oben in dichten Baumkronen ( dunkel ) mit völlig abgesoffenem, überstrahltem Himmel ( hell ) dahinter. Denkbar schlechte Voraussetzungen für ein ordentliches Bild.
Die ebenfalls wieder anwesenden zwei Woodsford-Käuze sitzen aber noch schlechter zu fotografieren in einem Wirrwarr von Ästen, dass ich mir nicht mal die Mühe eines Versuchs mache.
Kurt kommt vorbei und fragt uns, ob wir einen Versuch wagen wollen, um die Pel´s Fishing Owl zu finden. Na klar, wenn es bis Sonnenuntergang nicht regnen sollte, werden wir es versuchen.
in die einbrechende Nacht tuckern wir los und umrunden Hippo-Island, um dann den Channel langsam zurück zu fahren. Dabei leuchtet Kurt mit einem Strahler, gespeist von einer riesigen Autobatterie, das Ufer und besonders die grosskronigen Bäume direkt über dem Wasserrand ab.
mehrfach finden wir solche Schlafplatzgesellschaften von Little Bee-eaters, die sich ganz eng zusammen gekuschelt haben.
Finfoot, diesmal ein Männchen
Einem besonders ausladenden Baum schenkt Kurt besondere Aufmerksamkeit, denn hier sitzt die Fischeule wohl besonders gerne. Aber nichts ist zu sehen, keine Augen reflektieren das Licht. Langsam tuckern wir weiter, und von hinten zünde ich nochmals mit meiner LED-Lampe ins Geäst--und da, tatsächlich, blitzen zwei knallrote Augen auf. Kurt bringt das Boot in Position, und wir können die Eule auch sehen, aber wie wir es auch anstellen, immer ist ein Ast vor dem Vogel, richtig frei bekommen wir ihn nicht. Bild gibt es also keines, aber hey, wir haben sie gefunden.
Eine weitere, undokumentierte Szene passiert, als wir ein grasendes Hippo an Land entdecken. Ich bitte Kurt, etwas näher ran zu fahren, als es schon im selben Augenblick platscht, und zeitgleich Kurt dem Aussenborder die Sporen gibt. Wir hatten das noch ziemlich kleine Junge, welches sich unter Mami versteckt hatte, nicht gesehen, und die besorgte Mutter ging ohne Vorwarnung direkt zum Angriff über. Sie taucht genau da auf, wo wenige Sekunden zuvor unser Boot dümpelte, reisst das Maul auf und schreit uns ihren ganzen Unmut entgegen.
Wir beschliessen den Abend in der Lapa und stossen auf unsere Exkursionen an. Die Liste hat heute wieder ordentlich Zuwachs bekommen.
Der neue Tag sieht uns wieder am Sambesi, aber runde vierzig Kilometer stromab.
Dranbleiben,
Matthias
Teil 1404. März 2016
16. Januar :
Ein ziemlich grauer, wolkenverhangener Morgen. Wir frühstücken in aller Ruhe und brechen dann die Zelte ab. Wie wir zur Reception gehen, um zu zahlen, fragt Kurt, ob wir eine Puffotter sehen wollen. Beim Säubern eines der grossen Hausboote wurde das junge Tier entdeckt, und da sie ganz klamm - sie kann eigentlich nur schwimmend an Deck gelangt sein- und ein Auge trüb ist, soll sie eine Weile zur Beobachtung in einem Terrarium bleiben.
Wir fahren die B 8 in südöstlicher Richtung, biegen aber schon bald nach links ab zur Kalizo Lodge. Schon die Anfahrt wird zum Gamedrive.
Stonechat-Schwarzkehlchen
Autumn-leaf Vagrant
Wasserböcke
Auf dem Gelände der Lodge können wir uns einen Platz aussuchen, wir sind die einzigen Camper. Mittlerweile bläst ein ziemlich strammer Wind, und die Wolken reissen mehr und mehr auf. Wir errichten unser Lager direkt am Steilabbruch mit Blick über den Fluss, und setzen uns dann in die kleine zugehörige Lapa, um etwas zu vespern.
White-crowned Plover-Langspornkiebitz
White-fronted Bee-eater-Weissstirnspint
Water Monitor
Brown Firefinch. Sein deutscher Name gefällt mir ungleich besser: Grosser Pünktchenamarant.
Beim Abglasen mit dem Spektiv entdecke ich mitten im Fluss ein dunkles Etwas, das ich zuerst für Treibholz halte, dann für ein Hippo. Das Etwas schwimmt aber zielgerichtet dem nördlichen Ufer zu, und ein Sitatungabock entsteigt dem Wasser und verschwindet im hohen Ried. Supi, ist das erste Mal, dass ich diese seltene und sehr scheue Drehhornantilope zu Gesicht bekomme.
Auf einer flachen, langgezogenen Sandbank direkt gegenüber liegt ein grosses Krokodil, dazu hat es die üblichen Vögel wie diverse Reiher, Grünschenkel, Bruchwasserläufer, Waffenkiebitze und... ich traue meinen Augen kaum: African Skimmer. Die habe ich nun wirklich nicht erwartet. Aber dank des niedrigen Pegels sind die Scherenschnäbel noch nicht abgezogen. Sie liegen ruhend auf der Sandbank, und nur selten hebt mal einer den Kopf, aber es sind sechs Altvögel und zwei Diesjährige zu unterscheiden. Ein Ziel für die Sunset-Cruise, die wir schon gebucht haben, steht somit fest.
African Skimmer-Scherenschnabel
In einen toten Altarm des Sambesi fahren wir hinein, hier gibt es eine dichte Schwimmblattvegetation. Es fliegen einige Weissbartseeschwalben, ein paar schon im brillanten Brutkleid, umher sowie Marsh Harrier-afrik. Rohrweihen, die im Wind schaukeln. Kurz taucht direkt vor unserem Boot zweimal ein Otter zwischen den Seerosen auf.
Lesser Jacana-Zwergblatthühnchen. Leider etwas zu schnell für mich auf dem schaukelnden Boot.
über dem Seitenarm spannt ein Regenbogen.
Malachit-Eisvogel auf einer Waterlily ansitzend.
Jacana-Gelege
kleineres Krokodil
Zum Kochen haben wir heute keine Lust, und so suchen wir das Restaurant der Lodge auf. Heute gibt es Brathähnchen mit Reis, danach einen mehr als üppigen Schokokuchen.
Der nächste Tag gilt unserem vorläufig letzten Camp in Namibia, bis dahin.
Matthias
Teil 1504. März 2016
17. Januar :
Der Morgen ist trüb und grau, und da ja auch Sonntag ist, lassen wir es gemütlich angehen. Nach einem entspannten Frühstück mit Blick über den "mighty ol´river" starten wir einen Gang übers Gelände der Lodge. Der Wasserstand ist seit gestern etwas gestiegen, und die flache Sandbank, wo gestern noch die Skimmer ruhten, ist verwaist. Glück gehabt.
inmitten einer Fläche mit abgeschobenem Mutterboden wachsen hier auf pappigster Black-Cotton-Soil diese Blumen, die ich als Sumpfgladiolen eingeordnet hätte. Ob´s stimmt?
Grau-Bülbül
Wir packen zusammen und rumpeln langsam zurück zur B 8. Es zieht immer mehr zu, und bald fängt es an zu regnen, nein, zu pladdern. Wir fahren langsam Richtung Ngoma Bridge. Trotz des Regens sind viele Menschen auf der Strasse in ihrem Sonntagsstaat unterwegs. Vor der Grenze nehmen wir die grossflächig unter Wasser stehende Zufahrt zum Camp Chobe nach links, und mehr schlittern wir als dass wir fahren. Das wäre definitiv nichts geworden mit dem Condor. Wir erreichen Camp Chobe, und als wir nach einer Campsite fragen, werden wir sehr mitleidig angesehen. Der Manager meint, dass das kein Spaß sei bei dem Wetter, und so wie es aussähe, würde es wohl weiter regnen. Aber er würde uns ein Off-Season-Special für ein Chalet machen. 25 Prozent off, inklusive Halbpension. Nun gut, angesichts des Wetters sagen wir zu und beziehen eines der wirklich sehr schönen Zeltchalets. Müßig zu sagen, dass es aufgehört hat zu regnen, als wir unseren Krempel reingetragen haben. Bald kommt auch die Sonne wieder raus, und wir starten einen Gang durch die Pampa.
dies ist sicher kein Meisterwerk, aber es ist mein einziges Foto einer African Crake, also eines hiesigen Wachtelkönigs. Die sind genau wie ihre europäische Verwandtschaft äusserst fotoscheu.
Blick zurück auf Camp Chobe.
Der "Fluss" hat extremes Niedrigwasser, und aktuell können keine Bootstouren mehr angeboten werden. Ist aber egal, denn Säugetiere sind sowieso Mangelware. Keine Elis, keine Giraffen, keine Antilopen zu sehen, lediglich eine Horde Affen patroulliert am Waldrand längs.
Magpie Shrike-Elsterwürger
Blue Waxbill-Angola-Schmetterlingsfink
Die Sonne sticht, wir kehren um, setzen uns auf unsere Veranda und beobachten das Kommen und Gehen der Vögel in den Bäumen vor uns.
Malachit-Doppel Über den Wiesen beobachten wir zwei jagende Lanner, und später verfolgen wir die Jagdflüge von Rotfuss- und Amurfalken im Spektiv.
Black-chested Prinia-Brustbandprinie ( ohne Brustband, also wohl wieder mal ein Jungvogel ).
Masked Weaver-Maskenweber Zwei Männchen liefern sich hier direkt vor uns einen Wettbewerb im "Schöner Wohnen", und ab und an kommt das Weibchen vorbei, um sich das Ganze mal anzuschauen, dann flippen die zwei Kerle regelrecht aus und balzen, was die Stimmbänder hergeben.
Wir suchen das Hauptgebäude auf, nehmen einen GT mit Sicht auf den Chobe NP und verspeisen dann unser Drei-Gänge-Menu. Den Abend lassen wir auf unserer Veranda ausklingen, und nach einer herrlichen, solargeheizten Dusche falllen wir in die sehr bequemen Betten. Wir haben sämtliche Rollos hochgezogen, und die leichte Brise sorgt für angenehme Schlaftemperaturen.
Nachts wache ich mal auf, als drüben im NP eine Hyäne schaurig-schön Meldung macht.
Der nächste Tag sieht uns die Grenze überqueren, wir fahren nach Botswana.
Heia Safari, Matthias
Teil 1607. März 2016
18. Januar :
Im ersten Morgengrauen trällert und zwitschert es aus jedem Busch, und auch wenn die Wolken die Oberhand haben, starten wir zu einem Walk flussabwärts, denn Frühstück gibt es sowieso erst um 8.00 Uhr.
wieder mal ein allgegenwärtiger Perlkauz.
Immer wieder kichert eine Hyäne von der anderen Seite, und nach einer Weile finden wir sie auch mit dem Spektiv, es sind sogar drei Tiere, die durch die Wiesen patroullieren. Weitere Grosssäuger aber sind auch heute nicht auszumachen.
die Lodge, das grosse Gebäude ist die doppelstöckige Lapa mit Bar.
Bemerkenswert sind noch drei schaukelnde Wiesenweihen, die ich erstmals in Afrika sehe. Sie brüten auch in Deutschland und verbringen die Wintermonate lieber hier in der Wärme.
Nach dem ausgiebigen Frühstück packen wir zusammen und bezahlen. Geregnet hat es übrigens die ganze Zeit seit unserer Ankunft nicht mehr. Hätten wir auch zelten können, aber die Nacht in den wirklich ausgezeichneten Betten und die Vollverpflegung war ihr Geld wert.
Wir rumpeln über die Schlaglochpiste zurück zur B 8 und sind sogleich bei der namibischen Grenze. Das Prozedere ist das Gleiche wie am Flughafen, Meldezettel ausfüllen, mürrische Fragen beantworten, vor dem Schlagbaum müssen wir das Auto mal wieder in ein grosses Buch eintragen, dann aber hebt sich selbiger, und wir fahren über die Brücke auf die botswanesische Seite. Hier begrüssen uns noch vor dem Grenzergebäude ein Trupp "neuer" Vögel.
Wir entern das Gebäude, und eine freundlich lachende Beamtin wünscht uns einen "Guten Morgen", sie fragt auch noch, wie man das in unserer Sprache sagt. Fast akzentfrei wiederholt sie es. So etwas ist mir in Namibia noch nie passiert, und wir unterhalten uns mit den beiden Damen eine Weile, um dann bei der zweiten Beamtin unsere Strassengebühren zu bezahlen. Die fälligen 150 Pula können wir mit 200 Rand bezahlen, und dann wünscht man uns einen schönen Aufenthalt in ihrem schönen Botswana. Ich bin geplättet von der Freundlichkeit, und man merkt deutlich den Stolz auf das eigene Land. Ohne Kontrolle unserer Lebensmittel fahren wir weiter, und schon bald biegen wir nach rechts Richtung Kachikau ab. Wir halten bei einem Rastplatz unter zwei riesigen Baobabs, und beobachten die hier ansässigen Büffelweber.
Red-billed Buffalo-weaver
Baobab
auf der anderen Seite reicht der Blick weit über die Chobe Plains nach Namibia zurück. Hier erstreckt sich bei hohem Wasserstand der Lake Liambezi.
Was uns hier entlang kleinerer Streusiedlungen sofort positiv auffällt, ist die mangelnde, in Namibia leider allgegenwärtige, Vermüllung der Landschaft mit Plastiktüten. Die kleinen Anwesen sind alle gekralt und sauber gehalten.
malerischer Baobab
Direkt mit dem Ortsende Kachikau endet der Teer, und die Pad geht nahtlos in eine ausgefahrene Tiefsandspur über. Nun geht es eher langweilig durch das Chobe Forest Reserve, wobei mit "Wald" die Vegetation nicht wirklich treffend beschrieben ist. Es ist eher öder, niedriger Mopanebusch, ab und an gibt es auch einmal Gruppen höherer Bäume.
Wir erreichen das Gocha Gate, zeigen unsere Reservierung, tragen uns ins Grosse Buch ein, und fahren weiter. Kurz nach dem Gate kommt rechts eine kleine Pfanne im Busch. Hier halten wir und peilen die Lage. Säuger sind keine am Wasser, aber Vögel hat es eine ganze Menge.
Greater Spotted Cuckoo-Häherkuckuck. Eine der wenigen Vogelarten, bei denen die Jungvögel ( im Bild ) schöner aussehen als die Altvögel.
wir passieren die Gocha Hills, und die Landschaft wird abwechslungsreicher.
bei der Xakatsaa Pan finden wir diese junge Löwin vor einem Löwenbuschverhau ( danke, lilytrotter ). Zu gerne würde ich mal ins Innere dieser "Burg" blicken, denn man sieht, dass die Katze ein pralles Gesäuge hat, und ich bin mir sicher, dass die nächste Generation der legendären Savuti-Löwen dort versteckt ist.
wie eine Sphinx bewacht sie den heiligen Kral.
in einer der hier zahlreichen Pfützen schwimmen ein paar Knob-billed Ducks-Höckerenten, die sicher keinen Schönheitswettbewerb gewinnen.
sie putzen sich ausgiebig, dass es nur so spritzt.
Dann erreichen wir das Savuti Camp und tragen uns schon wieder in´s grosse Buch ein. Wir beziehen unsere Campsite, schlagen die Zelte auf und genehmigen uns einen Lunch, bevor wir unseren Nachmittags-Drive starten.
Davon handelt der nächste Teil.
Kosten der Camps in Botswana: nach Preisliste. Ich habe alle Camps und die NP-Eintritte komplett über "Botswana Footprints" buchen lassen. Das hat bestens funktioniert, und ich habe für den hasselfreien Buchungsvorgang 500.- Pula und die Gesamtrechnung mit einmaliger Buchung per KK bezahlt. Absolut empfehlenswert.
liebe Grüsse, Matthias
Teil 1707. März 2016
weiter 18. Januar :
Da es ziemlich bewölkt ist, fahren wir schon gegen 15.30 Uhr wieder los. Zuerst schauen wir bei der Löwin nach, und sie liegt zusammen mit einer weiteren, älteren Löwin vor der Dschungelburg. Sie machen sich aber just in dem Moment auf und verschwinden in östlicher Richtung im Busch. Von den Kleinen ist nichts zu sehen. Wir fahren Richtung Letajwa Pan und Quarry Hill.
Swainson´s Francolin kommt neu auf die Liste
Spur-winged Goose-Sporngans, wir nennen sie etwas despektierlich "Fettvogel".
Kori Bustard-Riesentrappe
dann wird es mal wieder Zeit für ein paar Säuger, wie diesen Impalabock.
diese alten Büffel sehen immer so griesgrämig drein, denen möchte man nicht zu Fuß begegnen.
einen Trupp Kudus finden wir am Fusse des Quarry Hills.
ebenso wie diesen weiblichen Klippspringer, den ich wirklich nicht in Botswana vermutet hätte. Eigentlich haben wir die Felsen ja abgeglast, um einen Leoparden zu finden, aber der , so er denn hier sein sollte, zeigt sich nicht. Wäre aber bestimmt ein schönes Bild gewesen...
dafür entdecken wir diese Gottesanbeterin, die versucht, sich unter den Mopaneblättern zu tarnen.
Wir umrunden den Quarry Hill und stossen wieder auf die zwei Löwinnen.
die Jüngere liegt da und hört sich neidvoll an, wie die Ältere auf etwas laut knackend rumkaut. Wir vermuten zuerst einen alten Knochen, denn ein grösseres Beutetier kann es nicht sein, das würden wir in dem Gesträuch, in das sie sich zurück gezogen hat, erkennen können. Aber als sie einmal den Kopf hebt, kann man sehen, dass die Lefzen blutverschmiert sind. Immer wieder knackt und kracht es laut, und schliesslich können wir eine grosse Pantherschildkröte ausmachen, die hier ihr Leben lässt.
die erfolgreiche Jägerin.
Während die Löwinnen links von uns liegen, kommt rechterhand eine ganze Herde Elefanten zum Saufen an ein Wasserloch, nunmehr bei schöner Abendsonne.
Das reicht dann auch mit Säugern, und wir wenden uns wieder den Vögeln zu.
Grey Lourie, wir nennen ihn den "Schwabenvogel". Vielleicht errät ja ein schwäbisches Fomi den Grund dafür? 🤪
Painted Snipe-Goldschnepfe. Ein Weibchen. Im schönsten Abendlicht stochert sie auf kurze Distanz vor uns im Schlick und lässt sich nicht stören. Schon zweimal haben wir diesen Vogel gesehen ( bei Rundu ), zweimal war er sofort geflüchtet.
auch der Senegal Coucal ist neu für uns.
Wir finden einen gemischten Trupp Rotfuß- und Amurfalken auf Insektenjagd, aber sie sind einfach zu schnell für mich. Da es Richtung Sonnenuntergang geht, sind wir uns sicher, dass sie hier in der Nähe nächtigen werden, und wir wollen morgen früh gleich unser Glück probieren.
Wir fahren zurück ins Camp, entzünden ein schönes Feuer und geniessen den Abend, indem wir dem tiefen Bass eines Milchuhus zuhören.
Ob wir am nächsten Morgen die Falken wieder finden, gibt es im nächsten Kapitelchen zu lesen.
viele Grüsse, fotomatte
Teil 1808. März 2016
19. Januar :
der neue Tag scheint ein schöner werden zu wollen, und nach einem heissen Kaffee und einer Katzenwäsche stehen wir pünktlich in den Startlöchern.
Zum Sonnenaufgang sind wir an Ort und Stelle, die Falken sitzen teils noch in den Bäumen, einige sind schon zur Jagd aufgebrochen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen.
rotfüssige Falken
im Sitzen sind die zwei Arten so einfach nicht zu unterscheiden, da auch viele "Halbstarke" dabei sind. Im Fliegen lassen sich wenigstens die adulten Männchen gut auseinander halten.
"wir halten auch für Gnus". Nicht, dass es noch heisst, wir wären der Säuger überdrüssig. 😈
leider ist die Sonne schon etwas hoch für frontales Gegenlicht.
Ruffs-Kampfläufer. Vorne ein schon im Umfärben ins Prachtgefieder begriffenes Männchen, hinten zwei Weibchen.
Sacred Ibis, der ganz unheilig in der frischen Eli-Losung nach Recyclebarem sucht.
Rufous-naped Lark-Rotnackenlerche mit Reviergesang.
Wattled Starling-Lappenstar
"Suicide Chick" im schönsten Morgenlicht
neu auf die Liste kommt der Bradfield´s Hornbill.
Auf dem Rückweg schauen wir noch bei Löwens vorbei, und heute liegt die Ältere vor dem Löwenbusch, und davor tummeln sich vier winzige, kleine, miauende Fellknäuel. Während die Alte unsere Anwesenheit nicht juckt. verschwinden die Kleinen einer nach dem anderen im schützenden Dunkel des Busches, und da wir so das Gefühl haben zu stören, fahren wir gleich weiter. Aber zuu süss, die Lütten.
Wir packen zusammen und machen uns auf die lange Tour über die Sandridge Road Richtung Mababe Gate. Die Pad ist mit Wasserlöchern übersät, ein Dipp folgt auf den Nächsten. Ich empfinde diese Fahrerei als sehr ermüdend, zumal der Mopanebusch nach und nach wieder dichter wird und wenig Aussicht erlaubt. Zweimal passiert es uns, dass wir ums Eck kommen und direkt mitten in einer Herde Elefanten stehen. Die allermeisten Dickhäuter sind völlig entspannt, aber ein halbstarker Bulle attackiert uns unvermittelt mit wedelnden Ohren und laut posaunend, dass ich mich genötigt sehe, einen Kavalierstart hinzulegen. Der war richtig mies drauf. Er setzt sogar noch einmal nach.
Kurz bevor wir ans Gate kommen, wird die Landschaft wieder offener, und neben hunderten Elis, die überall verteilt in der Landschaft stehen, kreisen hier zahllose Geier, Greife, Störche und Marabus.
Woolly-necked Storks-Wollhalsstörche
Weissstörche
Wir passieren das Mababe-Gate mit allen üblichen bürokratischen Gepflogenheiten ( ob jemals irgend jemand diese ganzen Eintragungen in den riesigen Ein- und Ausgangsbüchern kontrolliert?? ) und nehmen die neue, dennoch ziemlich zugewachsene Route Richtung Khwai. Mehrmals muss Andreas aussteigen und Äste zur Seite halten, damit wir das Auto nicht total zerkratzen. Irgendein Vogel schreit lauthals, und wir steigen aus und suchen den Kerl, den diesen Sound haben wir noch nie gehört. Ein lautes, mehrfach wiederholtes Pfeifen. Ich vermute den Kerl in den Baumkronen, aber Andreas entdeckt einen der Schreihälse, es sind mindestens zwei, auf dem Boden.
Red-crested Korhaan-Rotschopftrappe, diesmal das Männchen. Sie liefern sich offensichtlich einen Revierstreit.
Schliesslich verlassen wir den Chobe NP und fahren nun nahtlos im Moremi W.R. weiter. Hier gibt es nun Bäume, die dem Namen Wald dann auch gerecht werden, und mehrfach entdecken wir hier überwinternde Schreiadler.
letztjähriger Schreiadler
Wir kommen an die Brücke vor Khwai Village, und hier gefällt es uns richtig gut.
Neben einigen Klaffschnäbeln, Kingfishern, Schlangenhalsvögeln und Riedscharben tummeln sich zwei Pärchen der überaus hübschen Zwerggänse auf dem Wasser.
in den Schilfhalmen hält sich eine junge Little Bittern-Zwergdommel versteckt. Leider hält sie so gar nichts von einem Posing-date.
Open-billed Stork-Klaffschnabel
Wir passieren das Dorf Khwai, rumpeln über die Knüppelbrücke beim North Gate und erledigen ein weiteres Mal das Buch-eintrag-Prozedere. Dann suchen wir unsere Campsite auf, bauen die Zelte auf und entnehmen erstmal ein kaltes Getränk unserem fleissigen Engel, der es schafft, bei wieder vierzig Grad im Schatten auf vier Grad gekühlte Drinks bereit zu stellen. Danke, Engel. Das nenn ich Luxus.
Den abendlichen Gamedrive am Khwai River entlang gibt es im nächsten Kapitel.
bis dahin, Matthias
Teil 1909. März 2016
weiter der 19. Januar :
Riesenglanzstar, unser Nachbar im Camp.
Nachdem wir wieder etwas restauriert sind, wollen wir das schöne Spätnachmittagslicht nutzen und fahren in östlicher Richtung entlang des Khwai River auf dem Machaba Loop. Fahren ist nicht ganz richtig, wir eiern mehr, denn die Fahrspuren sind derart tief ausgefahren, dass selbst unser hochbeiniges Vehikel ein paar Mal am Boden schrammt. Wir passieren das auf der gegenüber liegenden Seite befindliche Sango Safari Camp, ein paar Guides lümmeln auf der Beobachtungsplattform, offensichtlich haben sie keine Gäste.
Fish Eagle
Khwai River Residents
White-faced Ducks-Witwenenten
grosse Klappe
Hier fliegen Hunderte, wenn nicht Tausende von Rauchschwalben niedrig jagend über die Sumpfwiesen, wahrscheinlich sind irgendwelche Mücken oder Fliegen am Schwärmen. Dann führt uns die Spur weg vom Fluss in eine offene Gras- und Sumpflandschaft. Hier stehen Lechwe-Antilopen verteilt herum, und viele Vögel versuchen in feuchten Schlenken ihr Glück. Wir sehen einige Raubadler, Schreiseeadler, Schreiadler, Wollkopfstörche, Marabus, Nimmersatt-Störche und zwei Sattelstörche, aber alle Vögel wie auch die Säuger haben eine riesige Fluchtdistanz. Kaum kommt unser Wagen in Sicht, fliehen alle Kreaturen. Wir mutmassen, ob hier gewildert wird, und da die Fahrspur immer wilder wird, beschliessen wir umzukehren.
Wassertriele, links liegt noch ein kleines Croco versteckt.
In Ruhe geniessen wir den Abend auf unserer Site. Während des Abendessens fängt eine Eule an zu rufen, ab wir bekommen sie nicht zu Gesicht, nach der App auf Andreas´ Telefon müsste es ein African Barred Owlet-Kapkauz sein.
Aber dafür entdecken wir Fledermäuse, die hier Insekten jagen.
Während ich unter der Dusche stehe, erhält Andreas unvermittelt Besuch von einer Hyäne, vor denen wir gewarnt worden sind. Plötzlich taucht sie fünf Meter vor ihm aus dem Dunkel in den Feuerschein des Feuers, und genauso schnell und leise verschwindet sie wieder.
Anmerkung: Die Gegend hier um North Gate hat uns schon gut gefallen, aber wegen der mit Abstand schlechtesten Fahrspuren, auch innerhalb des Camps, würde ich das nächste Mal eher die Magotho Campsite vorziehen. Auch die Ablution Blocks könnten mal wieder eine Renovierung ( vor allem angesichts der Kosten für die Übernachtung ) vertragen. Wir haben die Damentoiletten benutzt, da gab es wenigstens noch Klobrillen.
viele Grüsse, Matthias
Teil 2009. März 2016
20.Januar :
Den ursprünglichen Plan, nochmals in das landschaftlich schöne Gebiet östlich des Camps zu fahren, geben wir angesichts der Wege auf, und beschliessen, zurück zur Brücke vor Khwai Village zu fahren. Leider kommen wir nicht pünktlich los, weil das Gate erst mit halbstündiger Verspätung geöffnet wird.
im frühen Morgenlicht gefällt es uns noch mal so gut, und wir setzen uns auf die Brücke und geniessen den Morgen.
Libelle
Jacana oder Lilytrotter
Ein tiefer , dumpfer "Gesang" erweckt unser Interesse, und wir brauchen eine ganze Weile, um den Verursacher zu finden.
mit aufgeblähtem Kehlsack ruft ein Ground Hornbill-Hornrabe seinen Revieranspruch in den Wald.
Schlangenhalsvogel, der inmitten einer "Wiese" aus Seerosen sein Gefieder trocknet.
Wir gehen langsam zurück zum Auto und sagen noch so, dass jetzt das Licht perfekt wäre für die Zwerggänse, die vorhin in einer kleinen Bucht, noch im Schatten, lagen, da poltert es vor uns, und eben diese vier Gänse fliegen auf. Wir haben sie dummerweise übersehen. Grrr.
Dann verlassen wir diesen so idyllischen Ort, frühstücken in der Morgensonne sitzend, ohne von irgend welchen Affen behelligt zu werden, vor denen man uns gewarnt hat, und fahren dann weiter in Richtung Xakanaxa.
Wald bei North Gate
Hamerkop
Es geht durch einen schönen Hallenwald, und immer wieder entdecken wir die bei uns so selten gewordenen Schreiadler.
Lesser Spotted Eagle-Schreiadler
Bei den Dombo Hippo Pools steigen wir aus und entern den Beobachtungsturm. Unter anderem treiben sich hier eine grössere, gemischte Truppe von Rot- und Schwarzflügelbrachschwalben rum.
Aus einem früchtetragenden Strauch quietscht unverkennbar ein Papagei, der bei uns genau so genannt wird, also Quietschie.
Meyer´s Parrot-Goldbugpapagei
man kann gut erkennen, wie die Papageien die Früchte pellen und dann ausfressen.
in einem riesigen Baum entdecken wir diesen adulten African Hawk-Eagle-Habichtsadler, der hier im Schatten den heissen Tag vertrödelt. Später kommt noch sein Partner dazu.
Ohne besondere Vorkommnisse erreichen wir das Gate vor Xakanaxa, und nach dem schon gewohnten Eintrag ins grosse Buch belegen wir unsere Site und kochen uns eine Kanne Tee, dazu gibt es Cracker mit Frischkäse. Nach einem Mittagsschlaf starten wir wieder zu einem Gamedrive.