Nachdem unsere Reise nun schon seit einiger Zeit Geschichte ist (10.09. - 10.10.2015), wage ich mich auch endlich an einen Reisebericht heran. Schließlich haben mir eure Berichte bei der Planung unserer ersten Afrikareise sehr geholfen. Es ist Zeit Danke zu sagen und hiermit ein klein wenig zurückzugeben. Doch erst mal zu uns: Meine liebe Frau Katrin und ich (Jürgen) wollten uns zu unserer Silberhochzeit (01.10.2015 - Himmel wo ist die Zeit geblieben?) einen lang gehegten Traum verwirklichen - AFRIKA!
Also begann ich Anfang des Jahres intensiv zu recherchieren und war dabei Dauergast in diesem Forum. 😁
Das ist dabei herausgekommen:
Schon jetzt kann ich verraten, die Reise hatte es in sich. Ich sag nur so viel: Wir könnten ein neues Buch schreiben: 'Hummeldumm für Individualreisende' 🤩
Was es mit dem seltsamen Thementitel auf sich hat? Lasst euch überraschen und springt mit auf....
Viele Grüße Jürgen
Teil 231. Dez. 2015
Hallo Wolfgang, Ruth, Uwe, Zapea und Pascalinah,
freut mich, dass ihr mit an Bord gehüpft seid! 😁
In der Tat hatten wir uns ein sportliches Programm vorgenommen. Klar, uns erwartete kein Erholungsprogramm aber wer sagt uns vorher, ob wir uns vom Afrika-Virus anstecken werden oder nicht? Da wir nunmal mit unseren 50+ nicht mehr die jüngsten sind (hüstel, hüstel), wollten wir von dieser Reise so viel Eindrücke wie möglich mitnehmen, denn wer sagt uns, ob wir nochmal wiederkommen? Falls der Virus dann doch zuschlägt (um es vorweg zu nehmen, das hat er!), wissen wir wenigstens, welche Ziele wir beim nächsten mal intensiver bereisen wollen und welche Ziele wir auslassen können.
So, es geht los - bitte anschnallen und das Rauchen einstellen:
Die Anreise
Bei den Flügen ist es ja so eine Sache. Beim Preisvergleich stellte sich heraus, dass ein Flug über Katar 600 Euro billiger war, als der Direktflug nach Windhuk. Wir entschieden uns also für die Variante München-Doha-Kapstadt-Windhuk-Johannesburg-München.
10.09. / 11.09. Nachdem ich gestern keine Lust mehr hatte die Kameraausrüstung für die Reise fertig zu machen, musste ich heute morgen alles packen. Oh man, da kommt ganz schön was zusammen. Warum muss eine Fotoausrüstung auch nur so schwer sein. Wenn die mein Handgepäck wiegen wird es mal richtig teuer. So, jetzt noch schnell geduscht, dann kann es losgehen. Auf der A8 Richtung München reiht sich eine Baustelle an die andere. Trotzdem kommen wir recht zügig durch und haben am Flughafen angekommen noch genügend Zeit zum Einchecken. Die brauchen wir auch, denn wir stehen eine geschlagene Stunde in der Schlange. Das Handgepäck wird nicht gewogen, gut so! Wir gehen zum Gate und werden bei der Kontrolle genau gefilzt. Zuerst wird von meinem Fotoequipment ein Abstrich gemacht - Sprengstoffschnelltest! Dann möchte der Beamte durch beide Kameras und mehrere Objektive durchschauen. Könnten ja Attrappen sein! Einerseits ganz schön nervig, aber andererseits dient es auch unserer Sicherheit. Also lasse ich es über mich ergehen und bin froh, als wir endlich zum Gate gehen dürfen. Jetzt müssen wir nur noch durch das Boarding kommen, dann wäre die erste Etappe gemeistert. Von meinem Hangepäck nimmt keiner Notiz. So bleibt einzigst auf dem Flug nach Doha zu erwähnen, dass die Sitzreihen sehr eng bestuhlt waren und der Flug gespickt mit heftigen Turbulenzen war. 🤢
Oh man, sowas kann auch nur mir passieren. Wir steigen in den Flieger nach Kapstadt ein. An unserer Sitzreihe angekommen, versuche ich mit Schwung den schweren Fotorucksack in die Ablage zu schwingen, soll ja keiner merken, dass mein Handgepäck über 30kg schwer ist). Das war dann aber ein wenig zu viel Schwung - ich stoße mit dem Hinterkopf gegen den offenen Ablagedeckel hinter mir. Im Bruchteil einer Sekunde knallt der Kopf wieder nach vorne. Dabei ramme ich mir die Nase in den Fotorucksack. Super - ich schmecke Blut. Gebrochen scheint nichts zu sein, aber dann wäre die Nase vielleicht endlich wieder gerade.... (Anmerkung: Nach 30 Jahren Handball ist bei mir nicht mehr wirklich alles heile) Naja, ich nehme meinen Sitzplatz am Fenster ein. Auch hier sind die Sitzreihen wieder total eng bestuhlt. Keine Ahnung, wie ich das über neun Stunden mit meinem kaputten Knie aushalten soll. Um das alles noch zu toppen, fährt mein Vordermann seinen Sitz zurück - super! Wir sind pünktlich in Kapstadt angekommen. Obwohl wir unser Gepäck direkt nach Windhoek durchgecheckt haben, landeten unsere Koffer auf dem Gepäckband. Gottseidank hatte ich von ähnlichen Erlebnissen bereits hier im Forum gelesen und war gewarnt. Das wäre ja lustig geworden, wenn wir am Airport Windhoek ohne Koffer angekommen wären. Wir schnappen also unser ganzes Hab und Gut und verladen es auf einen Kofferkuli. Ich frage noch schnell jemanden nach dem Weg zum Schalter von Southafrican Airlines um dort erneut einzuchecken. Laut den Anweisungen sollten wir mit einem Aufzug in den zweiten Stock fahren. Logischerweise erwischten wir den falschen Aufzug und standen plötzlich mit unserem Wagen vor den Flughafenbüros. Um das noch zu toppen, fuhr ich mit dem Kuli auf meinen Fuß. Suuuuuper - Nase gebrochen, Fuß gebrochen und die Reise noch nicht einmal richtig gestartet. Wenn das so weitergeht, kann ich bald auch ein Buch schreiben: Hummeldumm für Individualreisende. Damit könnte ich echt reich werden....
So, die Koffer sind wieder eingecheckt. Jetzt haben wir noch drei Stunden Zeit bis der Flieger geht. Wir bummeln also noch ein wenig auf dem Flughafen und gehen dann ans Gate. Als der Flug aufgerufen wird, finden sich gerade einmal 30 Personen ein. Erfahrungen aus früheren Reisen zeigten uns, dass meistens dann das Flugzeug einer Streichholzschachtel gleich kommt. Katrins Mine beginnt sich zu verfinstern. Wir fahren mit dem Bus los und rätseln schon, zu welchem Flieger uns der Fahrer bringen wird. Zielsicher steuert er den kleinsten Flieger weit und breit an. Katrins Laune sinkt ins unermessliche...
Teil 301. Jan. 2016
Willkommen den Zugestiegenen und allen eun gutes neues Jahr!
@Helen: geht klar, ich werde mich bessern.... 😉
12.09. - Die Zechpreller...
Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen zusammen. Eigentlich hätten wir bereits um sieben Uhr abgeholt werden sollen. Doch bereits gestern Abend kam Roland, der Manager der Etango Ranch vorbei und meinte, der Autovermieter hätte sich gemeldet, sie würden erst um halb neun kommen. Katrin schiebt natürlich schon wieder die Panik, wir könnten mit unserem Tagesprogramm nicht durchkommen und müssten dann in der Dunkelheit fahren und das Zelt aufbauen.... Der Fahrer kommt mit leichter Verspätung und bringt uns nach Windhoek zu Fam. Hester von Kalahari Car Rentals. Frau Hester erklärt uns ausführlich alle Einzelheiten und nach ca. einer Stunde fahre ich mit dem Toyota Hilux aus dem Hof. Wir müssen gleich zur Tankstelle, da der Wagen leer übernommen und abgegeben wird. Das tanken dauert über zwanzig Minuten. Da in dem Fahrzeug zwei Tanks verbaut sind, kann der Tankwart nur sehr langsam das Diesel einfüllen. Bei einem Tankinhalt von 120 Liter dauert das dann eben etwas länger. Ich nutze die Zeit und gehe derweilen zu einem Bankautomaten an dem angrenzenden Shop. Nachdem dies erledigt und die Tankrechnung bezahlt ist, fahren wir zum SuperSpar und kaufen für die ersten Tage ein. Als auch das erledigt ist, holen wir noch das angemietete SAT-Phone ab und sind froh, Windhoek endlich hinter uns lassen zu können. Linksverkehr in einer Stadt ist einfach nicht mein Ding... Wir fahren Richtung Süden und mit jedem Kilometer den wir zurücklegen wird der Verkehr weniger und die Landschaft schöner. Als wir nach rund 200km die Hauptstraße verlassen um zur Kalahari Anib Lodge - unserem Tagesziel zu fahren, bekommen wir auch endlich die ersten afrikanischen Tiere zu sehen (außer bisher zerquetscht auf der Straße). Ein paar Oryxe und Springböcke kreuzen unseren Weg. Um ca. 17 Uhr erreichen wir die Loge - ein Traum! Eine wahre Oase in der Wüste. Wir checken ein, melden uns für ein 4-Gänge-Dinner an und fahren dann zu unserer Campsite. Wir haben einen weitläufigen Platz mit eigenen Duschen und WC. Wir klappen das erste mal das Dachzelt auf und alles klappt auf Anhieb.
Katrin ist mal wieder am nörgeln, da sie jetzt schon Schiss vor dem Rückweg in völliger Dunkelheit hat. Wir haben aber eine helle Taschenlampe dabei und jetzt muss ich wohl oder übel Katrin mit dem einen oder anderen Bierchen ruhig stellen, sonst wird der Abend unangenehm.... 🤨 Da das Menü erst um 20 Uhr beginnt, überbrücken wir die Stunde an der gemütlichen Bar. Wir lassen die Getränke auf unsere Campsite 3 anschreiben und gehen dann um 8 Uhr auf die Terrasse, wo für die Gäste aufgedeckt war. Das Essen war der Hammer! So was von lecker, einfach gigantisch.
Wir lassen wieder auf unsere Campsite 3 anschreiben. Etwas später kommt jemand vom Personal und macht uns darauf aufmerksam, dass wir nicht die Camper von Campsite 3 sein können. 😮 Die Ohren des Paares am Nachbartisch wurden immer länger. Kein Wunder, denn sie waren diejenigen, die auf Campsite 3 ihr Zelt aufgeschlagen hatten - ein frisch verheiratetes Ehepaar aus München. Wir bedankten uns bei ihnen, dass wir den Abend auf ihre Rechnung geköstigt hatten. Wir hatten in Wirklichkeit Campsite 1. Als sich alles aufgeklärt hatte, kamen wir noch näher ins Gespräch. Wir liesen die Tische aneinanderrücken und verbrachten noch einen sehr netten Abend...
Teil 401. Jan. 2016
13.09.2015
Unsere erste Nacht im Dachzelt. Ich bin überrascht, wie geräumig das Zelt doch ist. Ich kann eigentlich ganz gut schlafen, lediglich meine Hüfte beschwert sich über die dünne Matratze. 🙄 Für Katrin ist es dagegen eine kurze Nacht. Auch die Ohrstöpsel können nicht wirklich mein Schnarchen entscheidend dämpfen. Ich schiebe das jetzt mal auf meine angeschlagene Nase. Seit dem Malheur im Flieger bekomme ich noch schlechter Luft durch die Nasenflügel als zuvor. Am nächsten Morgen werden wir gleich zu Sonnenaufgang von einer partiellen Sonnenfinsternis überrascht.
Die Natur legt sich echt für uns ins Zeug! 😄 Wir brechen unsere Zelte ab und fahren nochmals zur Lodge um zu Frühstücken und auszuchecken. Ich bin echt überrascht: 2x Viergängemenü, 5 Bier, 2x Frühstück für insgesamt 32 Euro. Da kann man nicht meckern. Auf der Fahrt Richtung Hauptstraße holen uns die zwei Münchner Astrid und Walter ein. Wir beschließen spontan uns Ihnen bei der Fahrt zum Hardap Damm anzuschließen. Dort angekommen umfahren wir den Stausee zur Hälfte.
Wir sehen zwei Strauße, mehrere Kormorane und Pelikane. Leider ist es ziemlich diesig, was die Aussicht sehr trübe wirken lässt.
Wir verabschieden uns von den beiden und fahren in Richtung Quivertree Forest Rest Camp, dem ursprünglich geplanten Tagesziel. Da wir aber kürzlich den Tipp bekommen hatten, lieber das Mesosaurus Fossil Bush Camp anzufahren, planten wir um. Dort angekommen, begrüßte uns Giel, der Besitzer des Grundstücks und nahm uns mit auf eine Besichtigungstour. Er zeigte uns die Fossilienfunde, einen wunderschönen Köcherbaumwald und bizarre Felsformationen. Auf heitere Art vermittelte er uns viel Hintergrundwissen und machte sogar an einem Felsen mit Steinen Musik. Eine echt tolle Tour und Giel ein wundervoller Guide.
Nach der Tour erklärt er uns noch den Weg zum Bushcamp. Wir verabschieden uns von ihm und schlagen unser Zelt im Bush Camp auf. Lediglich noch ein Paar aus Südafrika geniest hier die völlige Abgeschiedeheit. Jetzt noch schnell ein paar Bilder zum Sonnenuntergang und ein Lagerfeuer angezündet.
Wir lassen das Feuer herunterbrennen und hauen uns noch auf die Glut zwei Rumpsteaks auf das Grillgitter. Schlagartig wird es stockdunkel. Wir genießen noch unsere Steaks und liegen bereits um halb neun in unseren Kojen. Morgen geht es endlich in den KTP nach Südafrika...
Teil 502. Jan. 2016
Willkommen Tilikum, Michael und Konni - freut mich, dass ihr mit an Bord seid!
14.09. - Südafrika wir kommen...
Noch vor Sonnenaufgang packen wir unsere sieben Sachen zusammen. Wir haben heute eine weite Strecke vor uns, da ist ausschlafen nicht drin. Wenn wir schon nicht schlafen können, dann sollen es unsere Campingnachbarn auch nicht. Also öffne ich die Fahrertür und die Alarmanlage bellt los - Bingo! Ich habe immer noch nicht das System durchschaut, mal geht die Sirene an, mal nicht. Naja, so kann man sich auch Freunde machen. 😗
Wir verlassen den Campingplatz und biegen für die nächsten 200km in eine staubige Pad, ein. Noch ist alles easy, man muss nur konzentriert fahren und dem Gegenverkehr, tiefen Sand und spitzen Steinen aus dem Weg gehen. Aber die Strecke wird noch anspruchsvoller. Auf den letzten 80km gleicht die Pad einer Achterbahn. Es wird so hügelig, dass man am liebsten das Gaspedal durchdrücken möchte um sich die Talfahrten zu ersparen. 😄
Wir erreichen mit dem Kgalagadi Transfrontier Park Südafrika. Nach erledigen der Formalitäten und nach einem Tankstopp biegen wir in den Park ein. Wow, ich bin echt geplättet - eine schöne Landschaft mit blühenden Bäumen erwartet uns. Aber auch die Tierwelt hat es in sich. Direkt vor uns sitzt eine Eule im Gebüsch.
Kurze Zeit später erwartet uns ein absolutes Highlight. Ein Gepard hat gerade einen Springbock gerissen und zerlegt ihn direkt vor unserer Autotür. Ein tolles Schauspiel! Wir bleiben eine ganze Weile und schauen fasziniert zu wie der Gepard ungestört von unserer Anwesenheit sein üppiges Mahl verdrückt.
Wir fahren weiter und legen immer wieder kleinere Fotostopps ein.
Um ca. 16 Uhr erreichen wir Twee Rivieren am Südtor des Parks. Wir schlagen unser Zelt auf, machen uns frisch und gehen Essen. Hundemüde von der langen Fahrt und den vielen Eindrücken fallen wir früh in unsere Kojen.
Teil 603. Jan. 2016
15.09. - Freud und Leid...
Um 06:30 Uhr ist die Nacht für uns vorbei. Rund eine Stunde später geht es für uns wieder auf die Pad. Doch zuvor lassen wir noch Luft aus unseren Reifen. Die gestrige Fahrt war sehr holprig und so versprechen wir uns besser durchzukommen. Heute geht die Fahrt rund 160km entlang der Grenze zu Botswana in das Herz des Parks. Ziel ist das Nossob Rest Camp, wo wir ein Chalet angemietet haben. Was die Tiersichtung angeht, sind wir etwas enttäuscht, nur selten lassen sich Tiere blicken, aber die schöne Landschaft entschädigt einen dafür. 😉 Wenn sich dann mal doch Tiere blicken lassen, wird natürlich gestoppt und fotografiert was das Zeug hält. Standardspruch lautet: "So nah hatte ich ein .... noch nicht vor der Linse!" 😄
Um 15 Uhr kommen wir in Nossob an.
Wir melden uns an und beziehen unser Chalet. Unser Nachbar fragt mich, ob ich die zwei Löwen rund 5km südlich vom Camp gesehen hätte. Einer wäre bereits tot und der andere wäre es bereits fast. Als er dort war, sah er in der Nähe der Löwen eine Kobra und dachte erst, die Schlange hätte die Löwen auf dem Gewissen. Er fragte später einen Ranger, der meinte, ein größerer Löwe einer anderen Gruppe, hätte die beiden angegriffen. Wir sind dann dort hingefahren und tatsächlich einer der beiden Löwen war noch am Leben. Es war echt schlimm so hilflos mit ansehen zu müssen, wie der eine noch mit seinem Leben ringt.
Wir fuhren zurück und Katrin fragte den Ranger, warum niemand dem Tier hilft oder es zumindest erlöst (Der Angriff musste sich wohl bereits vor zwei Tagen abgespielt haben). Der Ranger meinte nur, das sei die Natur und da würden sie generell nicht eingreifen. Dennoch stellt sich uns die Frage, warum man den Löwen so lange leiden lässt und ihn nicht erlösen kann. Den Rest des Tages verbringen wir im Camp. Wir kochen uns Spaghetti, sitzen auf unserer Veranda, schreiben Tagebuch und genießen unseren ersten Sundowner (GinTonic) in Afrika. Als es bereits Dunkel ist, hören wir lautes Löwengebrüll. Wir wundern uns noch, dass einige Leute mit Taschen- und Stirnlampen an uns vorbeiziehen. Kurz danach erzählt uns unser Nachbar, dass die Löwen gerade am Wasserloch wären. Wasserloch? Hab ich da etwas nicht mitbekommen? Wir schnappen uns auch schnell eine Lampe und die Kamera.
Wir gehen an die Grenze des Camps und tatsächlich, ein Tunnel führt uns an eine Beobachtungsstation direkt vor einem beleuchteten Wasserloch. Gerade noch können wir zwei ausgewachsene Löwenmännchen mit prächtiger Mähne ausmachen, doch bevor ich die Kamera in der dunklen Beobachtungsstation richtig einstellen konnte, waren die beiden auch schon wieder verschwunden. Schade! Wir sitzen noch fast eine Stunde vor dem Wasserloch, leider tut sich aber nichts mehr. Wir gehen zurück zu unserem Chalet und stoßen mit einem Sundowner auf das erlebte an. Um 22 Uhr wird im ganzen Camp der Strom abgeschaltet - Zeit ins Bett zu gehen...
Teil 704. Jan. 2016
Hallo Hanne, willkommen an Bord!
Der nächste Tag hatte es in sich! Euch erwartet eine Bilderflut! Ich hoffe mal, es wird euch nicht zu viel.... 🙄
Ich splitte deshalb besser den Bericht vom 16.09. in zwei Beiträge... 😉
16.09. - Atemberaubende Tiersichtungen Teil 1
Kurz nach 5 Uhr werde ich wach. Der Strom wurde wieder angestellt und der Deckenventilator hat sich klackernd in Gang gesetzt. Da in der Ferne wieder Löwengebrüll zu hören ist, beschließe ich aufzustehen und mich auf den Weg zur Aussichtsplattform zu machen. Katrin ist noch zu müde also gehe ich alleine. Als ich dort ankomme, trinkt gerade ein Löwenweibchen an der Wasserstelle. Das Tier hat frische Kampfspuren.
Kurz nachdem es die Wasserstelle verlassen hat kommt ein stattliches Männchen aus der Dunkelheit. Kurz hinter ihm taucht ein weiteres Löwenmännchen auf. Zusammen löschen sie ihren Durst.
Später machen sie es sich zusammen mit dem Weibchen in der Nähe des Campzaunes gemütlich.
Mittlerweile ist auch Katrin gekommen und wir pendeln zwischen Zaun und Aussichtsplattform, immer auf der Suche nach der besten Sicht. In der Zwischenzeit trottet ein Übel zugerichtetes junges Männchen zum Wasserloch. Wir sind der Meinung, das müsste das halbtote Tier von gestern sein und sind schon froh, dass es sich aufrappeln und zur Wasserstelle kommen konnte. Später stellte sich aber heraus, dass dies ein anderes Männchen sein musste.
Wir haben genug gesehen. Wir setzen uns auf unsere Veranda und genießen das Frühstück. Anschließend packen wir zusammen und machen uns auf den Weg zurück zum Camp Twee Rivieren. Wir kommen auch wieder an der Stelle mit den beiden Löwen vom Vortag vorbei. Der Tote Löwe wurde mittlerweile angeknabbert, der schwerverletzte Löwe konnte sich ins nahegelegene Gebüsch schleppen und sah uns mit traurigen Augen an. Ganz bitter..... 🙁 Wir setzen nachdenklich und traurig unseren Weg fort.
Teil 804. Jan. 2016
16.09. - Atemberaubende Tiersichtungen Teil 2
...im Vergleich zum Hinweg bekommen wir auf der Rückfahrt viel mehr Tiere zu Gesicht.
Ein echtes Highlight steht uns nun bevor. In der Ferne sehe ich einen Jeep mit Lichthupe näher kommen. Als er näher kommt wird mir klar auf was er uns schon von weitem aufmerksam machen wollte. Direkt vor seinem Wagen laufen 5 Geparde auf der Pad und machen sich bereit auf Jagd zu gehen. Sie kommen direkt auf uns zu, nehmen aber von uns keinerlei Notiz. Ihr Ziel ist eine große Springbockgruppe, die sich direkt hinter unserem Wagen befindet. Die Geparden laufen direkt an unserem Wagen vorbei. Wenn Katrin jetzt das Seitenfenster herunterkurbelt, kann sie die Tiere streicheln. Aber mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen verfolgen wir das Geschehen. Wir können feststellen, wie jeder Gepard der Gruppe seine Aufgabe bei der Jagd erfüllt. Während zwei der Tiere an strategisch wichtigen Punkten Wache halten, nehmen die restlichen drei Geparden plötzlich Tempo auf und läuten somit den Start der Jagd auf die Springböcke ein. Was für tolle Tiere! Leider sind die ersten Bilder nicht ganz scharf. Es musste schnell gehen und ich konnte nur durch die verschmutze Frontscheibe fotografieren.
Der Fahrer des Jeeps mit der Lichthupe erzählt uns, er sei schon oft hier im Park gewesen, aber so etwas hat er noch nicht erlebt. Was sind wir doch für Glückspilze! Er gibt uns zum Abschluss noch den Tipp, dass in rund zwanzig Kilometer Entfernung ein Löwengruppe von 6 Tieren unter einem schattenspendenden Baum ruht. Wir setzen unsere Fahrt fort und da liegen sie: 1 Löwenmännchen und 5 Weibchen. Sauber! Der Junge hat's drauf!
Wir bleiben fast zwei Stunden und warten darauf, dass die Tiere einmal ihren Schlafmodus deaktivieren, aber mehr als ein kräfteraubendes Kopfheben ist nicht mehr drin... Also fahren wir weiter und erreichen unser Tagesziel Twee Rivieren.
Teil 906. Jan. 2016
17.09. - Zum Abschluss nochmal Löwen...
Heute heisst es Abschied nehmen vom KTP. 😐 Doch bevor wir den Park verlassen, wollen wir nochmal die 24km bis zu der Stelle abfahren, wo wir gestern das dösende Rudel Löwen gesehen haben. Da Löwen ihre Reviere haben, hoffen wir das Rudel in einem agileren Zustand in der Nähe wieder anzutreffen. Doch so weit müssen wir gar nicht fahren. Bereits nach 10km sehen wir am Wegesrand mehrere Autos stehen. Ein klares Anzeichen auf Tiersichtung. Wir nähern uns und tatsächlich, auf einer Anhöhe sehen wir vier junge Löwen herumtollen.
Der Tiersichtungsgott scheint es echt gut mit uns zu meinen. Wir beobachten ein wenig die Löwen-Kinderstube, fahren dann weiter als der Nachwuchs hinter der Anhöhe verschwindet.
Nach einer Weile kehren wir um, da wir heute noch eine ca. vierstündige Autofahrt vor uns haben. Am Straßenrand bemerken wir noch einen Fuchs, der einen Nager gefangen hat und ihn wohl für schlechtere Zeiten im Sand vergräbt.
Wir kommen wieder im Camp am Südeingang des Parks an.
Bevor wir endgültig dem Park lebewohl sagen, tanken wir noch, erhöhen wieder den Reifendruck und gehen Frühstücken. Nun machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Reiseziel, dem Augrabies Falls Park.
An uns ziehen Salzpfannen und große Weinanbaugebiete vorbei. Aber auch Blechhüttendörfer und völlig zugemüllte Landschaften bekommen wir zu Gesicht. Wir erreichen den Park und beziehen ein schönes Chalet. Ich gehe noch kurz einkaufen und koche uns eine Kleinigkeit. Als der Hunger gestillt ist machen wir uns auf den Weg den Wasserfall zu erkunden. Die Landschaft ist sehr schön, der Wasserfall imposant. Wir wandern die einzelnen Aussichtsplattformen ab und ich fotografiere und Filme fleißig.
Als die Sonne um halb sieben untergegangen ist, gehen wir zurück zu unserem Chalet. Ich sichere die Bilder und Fotos. Anschließend sitzen wir noch auf unserer Veranda und genießen bei einem Schluck Wein den grandiosen Sternenhimmel. Ganz nebenbei versuche ich mich erstmals an einer Timelap-Zeitraffer-Aufnahme. Ich fotografiere hierzu in dreißigsekündigen Abständen den Abendhimmel. Aus den 150 Bildern entsteht ein viersekündiger-Zeitrafferfilm.
Hallo ihr Lieben, ich kann mich nur nochmal wiederholen: Tausend Dank für das tolle Feedback, es freut mich sehr, daß ich euch mit meinen Bildern begeistern kann! Soll ich euch was sagen? Ich bin käuflich - nehmt mich mit in den Urlaub und ich mache euch auch solche Bilder... 😄 🙂
Spaß beiseite - obwohl jetzt wird es gleich wieder lustig:
18.09. - Gummi ist nicht gleich Gummi...
Heute geht es zurück nach Namibia. Nach dem Frühstück gehe ich nochmals kurz zum Wasserfall und fotografiere den Sonnenaufgang.
Anschließend packen wir zusammen und brechen auf. Sind die Straßen zu Anfang noch asphaltiert, wechseln wir nach einiger Zeit wieder auf die unbefestigte Pad.
Je näher wir der Grenze kommen, desto schlechter der Untergrund. Mitten im Irgendwo kommen wir an den Grenzposten von Südafrika. Zuerst fahre ich noch vorbei, da die Grenze als solche nicht wirklich ersichtlich ist. Wir bemerken den Irrtum und wenden. Als ich an den Grenzbaum fahre, ist niemand zu sehen. Ich sage Katrin sie solle den Schlagbaum heben, was sie aber strikt ablehnt. Also steige ich aus und gehe in so eine Art Behelfsbaracke. Dort werden tatsächlich die Grenzformalitäten abgewickelt. Ein Polizist inspiziert noch unseren Wagen und lässt uns anschließend fahren. Wir fahren über einen Grenzfluss und gelangen an die namibische Grenze. Während ich mal wieder die Grenzformalitäten erledige, verschwindet Katrin kurz auf die Toilette. Als sie zurück kommt zeigt sie mir 4 Päckchen. "Kuck mal, da gab es Kaugummis". Auf den Päckchen stand: "Gives you a bigger Smile". Ich grinse und sage ihr: "Da sind zwar Gummis drin, aber keine Kaugummis...". Sie wir rot und packt hektisch ein Päckchen auf. Tja, der Punkt ging an mich! 😄 Wir fahren weiter. Hier ist die Pad deutlich besser, wir kommen gut voran. Nach einiger Zeit erreichen wir den Fish River Canyon. Nachdem wir uns ein Permit geholt haben, fahren wir die Aussichtspunkte ab. Irre, wie am Grand Canyon, nur nicht so überlaufen.
Wir genießen den Ausblick und machen uns dann auf den Weg zum Ai-Ais Rest Camp. Am Wegesrand sehen wir unsere ersten Zebras.
Als wir in Ai-Ais ankommen erwartet uns eine Oase in der Wüste. Umringt von Bergen des Canyons, liegt der Campingplatz inmitten von Palmenhainen an einer Thermalquelle. Wir stellen unser Zelt auf und eilen zum Swimmingpool. Dieser ist mit herrlich warmen Thermalwasser gefüllt. Eine Wohltat nach der langen Fahrt auf den Sandpisten. Später gehen wir ins Restaurant und essen eine sehr leckere Gameplatte. Im TV läuft gerade die Eröffnung der Rugby-WM. Rugby ist hier und in Südafrika ein Nationalsport und beide Länder sind für die WM qualifiziert. Bei einem Glas Rosė beobachten wir noch die angekommene Reisegruppe, bei uns nur liebevoll die Hummeldumms genannt. Um 22 Uhr liegen wir in unserem Zelt, auch morgen steht uns wieder eine lange Fahrt bevor....
Teil 1108. Jan. 2016
Hallo Konni, danke für das Kompliment! In der Tat, das könnte Corinne mit ihrem Nachwuchs gewesen sein. Danke für das klasse Bild!
Es geht weiter....
19.09. - Es geht an den Atlantik...
Wir wachen mal wieder recht früh auf, da der Campingplatz gut besucht ist und bereits die ersten wieder aufbrechen. Die ersten Sonnenstrahlen lassen die Berge die uns umgeben golden erstrahlen. Ein tolles Bild. 😎
Ich beobachte die Paviane, die mal wieder aus offen stehenden Fahrzeugen Sachen herausklauen. Gottseidank nicht bei uns, da passen wir sehr auf.
Nach der Morgenhygiene klappen wir unser Zelt zusammen und gehen Frühstücken. Jetzt noch schnell getankt und ab geht es wieder auf die Pad.
Wir umrunden den Canyon südlich und fahren entlang des Gariep Rivers an der Grenze zu Südafrika. Diese Teilstrecke erfordert fahrerisches Geschick. Der Weg ist oft in den Stein des bergigen Umlandes geschlagen. Wir fahren mal wieder Achterbahn. Rechts von uns bergige Wüstenlandschaft, links von uns ein schmaler grüner Streifen. Schon krass, wie die Natur hier jeden Tropfen Wasser dankbar annimmt.
Jetzt geht es wieder in den Norden. Wir erreichen die Orte Rosh Pina und Aus. Jetzt zweigt die Straße (ja, mittlerweile sind wir wieder auf Asphalt) nach Westen Richtung Atlantik.
Diese Gegend westlich von Aus ist für seinen großen Wildpferdebestand bekannt. Als ich die ersten Pferde sichte steht natürlich ein Fotostopp auf dem Programm.
Ich steh also gerade am Wegesrand mit meiner Kamera als uns ein Auto hupend entgegen kommt. Ich denk mir noch, klasse - da will jemand die Pferde vertreiben. Aber das Auto hält an und wer steigt aus? Unsere Münchner Astrid und Walter. Kaum zu glauben, da ist Namibia dreimal so groß wie Deutschland aber wir laufen uns immer wieder über den Weg. Hätte ich nicht zufällig einen Fotostopp gemacht, wären wir aneinander vorbeigefahren. Wir tauschen kurz unsere Erlebnisse aus und Astrid gibt uns noch den Tipp mit auf den Weg, dass es in 5km Entfernung eine Wasserstelle für die Pferde gibt. Wir verabschieden uns und fahren dort hin. Dort angekommen beobachten wir das bunte Treiben, bevor es weiter zu unserem Tagesziel Lüderitz geht.
Mit jedem Kilometer wird die Landschaft karger. Wir durchfahren ein richtiges Wüstengebiet. Sandwehen ziehen über die Straße. Immer dickere Wolken und stark fallende Temperaturen sind die Vorboten des Atlantiks.
Als wir in Lüderitz ankommen erwartet uns ein Kälteschock. Nur gut, dass ich uns im Haus Sandrose für zwei Tage ein Zimmer angemietet habe. Im Zelt dürfte es hier doch ungemütlich werden. Es ist Samstag und der kleine Ort wirkt wie ausgestorben. Wir wollen noch was einkaufen um uns für die nächsten zwei Tage versorgen zu können. Das gestaltet sich allerdings als nicht gerade einfach, da nahezu alle Läden dunkel sind. Wir finden schließlich einen kleinen Shop eines Portugiesen, der noch geöffnet hat. Wir kaufen schnell das wichtigste ein und fahren zurück in unser Gästehaus. Jetzt schnell geduscht und gekocht. Im Haus Sandrose gibt es tatsächlich WiFi, wenn auch ein seeeeehr langsames. Ich checke meine Emails - Schluck, fast 200 neue Nachrichten. Ich verschaffe mir noch einen groben Überblick kurze Zeit später fallen wir hundemüde ins Bett...
Teil 1209. Jan. 2016
Liebe Bele, z-a-r und Andreas, vielen Dank für die Blumen. solche positiven Feedbacks bestärken mich weiterzumachen!
20.09. - Die Geisterstadt...
Heute können wir mal wieder richtig ausschlafen. Nach dem Frühstück fahren wir um halb zehn in die wenige km entfernte Geisterstadt Kolmanskop. Hier fand 1908 ein Mitarbeiter des Eisenbahnangestellten August Strauch einen Diamanten. Strauch sicherte sich die Schürfrechte und mit der Zeit entstand eine ganze Stadt. Später wurde der Abbau staatlich organisiert. Als am Oranje noch größere Diamanten gefunden wurden, wurde es ruhiger in Kolmanskop. 1956 verließ der letzte Bewohner die Stadt. Seit dem wachsen die Sanddünen immer weiter in die Häuser hinein und irgendwann wird die Stadt unter Sand begraben sein.
Wir nehmen an einer Führung teil. Von den ca. 100 Anwesenden werden zwei Gruppen gebildet. Wir folgen der deutschsprachigen Gruppe (ca. 80 Personen) und bekommen einen guten Einblick in das frühere Leben der Stadt.
An der Führung nehmen auch die Offenburger Miriam und Christian teil. Die beiden lernten wir bereits am Vortag an der Wasserstelle der Wildpferde kennen. Wir kommen ins Gespräch und beschließen gemeinsam nach der Führung Kolmanskop und später Lüderitz zu besichtigen. So schauen wir uns noch ein paar Häuser an und fahren anschl. nach Lüderitz um im Hotel The Nest zu Essen.
Gut gestärkt fahren wir danach auf die Landzunge Shark Island und klettern ein wenig auf den Felsen herum. Dabei sichten wir auch Wale im Meer.
Zum Schluss wollen wir noch an den Agate Beach fahren. Auf halbem Weg kommen wir an einem See vorbei, auf dem viele Flamingos rasten.
Am Strand angekommen genießen wir die Idylle und machen Pläne für die kommenden Tage.
Da Miriams und Christans Route ebenfalls in den nächsten Tagen in den Sossusvlei und nach Swakopmund führt, beschließen wir, dies gemeinsam zu tun. Wir verabschieden uns von den beiden und fahren zurück in unser Gästehaus. Am Abend unterhalten wir uns noch ganz nett mit den Besitzern des Haus Sandrose - Lydia und Ernst.
Teil 1309. Jan. 2016
21.09. - eine lange Fahrt...
Wir verabschieden uns um 8 Uhr von Lydia und machen uns auf den langen Weg ins Sossusvlei.
In Klein Aus haben wir uns mit Miriam und Christian verabredet. Gemeinsam begeben wir uns auf die Pad. Über mehrere hundert Kilometer führt uns unser Weg über Schotterpisten. Wir nehmen einen kleinen Umweg in Kauf und fahren über die D707, einer der landschaftlich reizvollsten Strecken Namibias. Häufig stoppen wir unsere Fahrt um Bilder zu machen. Leider ist es sehr bewölkt und diesig, sonst wäre die Landschaft sicher noch schöner.
Bei einem der Fotostopps fällt Miriam und Christian auf, dass einer ihrer Reifen Luft verliert. Im Nu hat Christian den Reifen gewechselt.
Da ihr Auto nur einen Ersatzreifen hat, beschließen wir, den undichten Reifen schnellstmöglich reparieren zu lassen. Als wir auf einem Schild Reifenreparatur lesen, halten wir an einer kleinen Farm. Wir werden gleich von mehreren Hunden begrüßt, schon mal sehr positiv. Wir plaudern mit der Frau, sie erzählt uns unter anderem, dass sie ein Oryx von Hand großgezogen hat. Es hat nur noch ein Horn und steht hinter dem Haus. Miriam und ich schnappen unsere Fotoapparate und machen uns auf den Weg. Was uns aber hinter dem Haus erwartet schockt uns. An einem Fleischerhaken hängt ein frisch gehäutetes Zebra. Das Fell dahinter aufgehängt und die Innereien samt einem kleinen Zebraembryo liegen auf dem Boden. Der Farmer hat das Tier an diesem Morgen geschossen. Gruselig... 😮
Als der Reifen repariert ist, setzen wir unsere Fahrt fort. In Sesrim angekommen, trennen sich erst einmal unsere Wege. Während Miriam und Christian in der Sossusvlei Lodge ein Zimmer gebucht haben, sind wir ca. 500m entfernt in Sossusvlei Oasis Camp. Unser Zeltplatz ist schön angelegt, wir haben eigene Toilette und Dusche.
Noch schnell in den Pool gehüpft und dann geht es auch schon in die Lodge um gemeinsam mit Miriam und Christian Abend zu essen. Das Essen und das Ambiente sind klasse.
Die Beiden bringen uns noch mit dem Wagen zurück zum Camp. Wir fallen müde in unsere Kojen...
Teil 1410. Jan. 2016
Hallo Guggu, danke für den netten Kommentar!
22.09. - SAND - viel Sand!
Wir wachen durch die ersten Autofahrer auf, die sich bereits auf den Weg zum Toreingang des Sossusvlei machen. 😠 Wir haben uns um halb sieben mit Miriam und Christian verabredet, es bleibt also noch genügend Zeit in aller Ruhe zusammenzupacken und an der Tanke ein Frühstück zu holen. Nachdem wir unser Gepäck umgeladen haben, nehmen wir Miriam und Christian in unserem Fahrzeug mit. Als sechster Wagen reihen wir uns vor dem Tor ein. Pünktlich um sieben Uhr öffnet das Gate. Wir fahren 60km bis zu einem Parkplatz. Ab hier dürfen die letzten vier km nur noch mit Allradfahrzeugen befahren werden, alternativ bleibt der Weg mit einem Shuttle. Shuttle kommt für mich nicht in Frage. 😉 Also schallte ich auf Allrad und los geht es in den Tiefsand. Den ersten km kommen wir noch gut voran. Vor mir fährt ein Fahrzeug das kurz vor einem Baum stoppt - links vom Baum die gute Piste, rechts davon richtig weicher Tiefsand. Ich bin irritiert und entscheide mich in voller Fahrt für die rechte Piste. Zu spät - wir fahren uns fest. 🙄 Durch vorsichtiges An- und Rückwärtsfahren, versuche ich uns freizuschaukeln. Vergebens, immer weiter gräbt sich der Hilux in den Sand. 😠 Es kommt eines der Shuttlefahrzeuge vorbei und hält. Philmon der Fahrer versucht mit viel Gas und durchdrehenden Reifen das Fahrzeug freizubekommen. Auch er scheitert, mittlerweile sitzt der Wagen komplett im Sand auf. 😐 Philmon bietet uns an uns mitzunehmen und während wir in der Sossusvlei sind den Wagen freizuschleppen. Wir machen es so und ich gebe ihm die Autoschlüssel. Wir setzen uns in seinen Shuttle und die Fahrt geht bis zum Fuß des Big Daddy, der höchsten Düne im Park. Miriam und Christian verabschieden sich, sie nehmen den Fußweg zur Dünenspitze. Katrin und ich nehmen den nicht ganz so steilen Weg.
Katrin hält trotz ihrer Höhenangst tapfer durch, tritt aber als wir eine beachtliche Höhe erreicht haben den Rückzug an. Ich gehe die Düne noch ein ganzes Stück weiter bergauf.
Irgendwann habe auch ich genug. Seitlich gehe ich den steilen Sandhang hinunter und gelange in das Deadvlei. Dort wartet bereits Katrin auf mich. Ich filme und fotografie was das Zeug hält.
Dann sind irgendwann auch Miriam und Christian wieder bei uns.
Als auch sie sich wieder von den Anstrengungen erholt haben mach wir uns auf den Rückweg. Philmon wartet bereits mit seinem Shuttle auf uns. Er nimmt uns mit und tatsächlich - er hat den Hilux herausbekommen. Ich bedanke mich mit einem Trinkgeld bei ihm.
Auf dem Rückweg halten wir noch an der Düne 45. Wir machen unseren obligatorischen Fotostopp. 😄
Am Ende der Straße hole ich noch unsere Permit an der Rezption des Campinplatzes. Wir verlassen den Park und bringen Miriam und Christian zurück in ihre Loge. Nachdem wir unser Gepäck wieder eingeladen haben, holt sich Katrin noch einen Hut im Souvenirshop der Lodge. Auch ich kaufe mir noch einen Hut in dem Shop des Campingplatzes des Parks. Wir fahren wieder zurück zu unserem Campingplatz.
Während Katrin die Wäsche wäscht, baue ich die Kamera auf um vom Sonnenuntergang eine Timelaps-Aufnahme zu machen. Leider läuft dieSonnenbahn nicht wie erwartet. Als die Sonne sich immer weiter senkt, läuft sie mir doch glatt seitlich aus dem Bild. Naja, kann passieren. Übung macht den Meister. 🤨 Nach Sonnenuntergang treffen wir uns wieder mit Miriam und Christian zum Dinner in der Lodge. Wie bereits gestern hat die Tischreservierung nur bedingt zum gewünschten Erfolg geführt. Wir sind zwar am Eingang verzeichnet, allerdings nicht, dass wir am selben Tisch sitzen wollen. So beginnt wie bereits vierundzwanzig Stunden zuvor das große Tischrücken. Das Buffet ist wieder sehr gut und reichhaltig. Wir verbringen gemeinsam zwei nette Stunden und fallen um zehn Uhr hundemüde in unsere Zelt, welches wir kurz zuvor in völliger Dunkelheit aufgestellt haben...
Teil 1511. Jan. 2016
@Andreas: Du machst mich neugierig. Bin mal gespannt wie es euch dort ergangen ist...
@Tilikum: Freut mich, dass dir die Bilder und mein RB gefallen. Ja, der KTP war ein echtes Highlight. Wir werden ihn auf alle Fälle nicht das letzte mal besucht haben...
23.09. - Zurück ans Meer...
Um 9 Uhr treffen wir uns mit Miriam und Christian. Vor uns liegen 370km Staubpiste. Die Landschaft ist abwechslungsreich.
Durch die trockene Hitze wird bei der Fahrt besonders viel Staub aufgewirbelt und erschwert die Sicht. Uns kommen erstmals Motorräder und später auch Fahrradfahrer auf der Pad entgegen. Ich frage mich nur, wie die Fahrer sich bei diesen schlechten Pads auf ihren Bikes halten können. 😕
Unsere erste längere Pause machen wir in Solitär. Schon beim verlassen des Wagens steigt uns ein feiner Apfelkuchenduft in die Nase, für den Solitär über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Wir essen ein Stück und fotografieren dann noch die Oltimer, die auf dem Gelände ihre letzte Ruhestätte erhalten haben.
Es geht weiter und nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir Walvis Bay am Atlantik. Fasziniert schauen wir dort den hunderten Flamingos zu, die sich hier im Wasser aufhalten.
Wir kommen an einem Salzwerk vorbei.
Da die Fahrt entlang der Landzunge nicht viel hergibt, beschließen wir nun die letzten Kilometer nach Swakopmund zu fahren. Am Ortseingang vereinbaren wir am Abend noch einmal gemeinsam Essen zu gehen. Im Beach Lodge beziehen wir unser Zimmer. Wir haben einen herrlichen Meerblick. 😁
Uns bleibt nicht viel Zeit, wir machen uns frisch und fahren zum vereinbarten Treffpunkt. Miriam und Chrisitian warten schon. Im dritten Anlauf finden wir eine Localität, die uns ohne vorherige Reservierung aufnimmt. Es ist eine Pizzeria geworden. Wir essen gemütlich zu Abend und verabschieden uns von den beiden, da sich nun unsere Wege trennen.
Teil 1612. Jan. 2016
24.09. - Die Wüste lebt...
Heute geht es früh aus den Federn. Noch schnell gefrühstückt und um 07:50 Uhr holt uns Douglas ab - es geht zur fünfstündigen Living Desert Tour. 🙂 Er holt noch ein anderes Paar ab und bringt uns zum Startpunkt der Tour.
Und da steht er nun, unser Tourguide Chris, von dem ich schon einiges im Forum, im Reiseführer und im TV gelesen und gesehen habe. Er begrüßt die Gruppe (ca. 20 Personen), die auf drei Fahrzeuge aufgeteilt ist. Auf amüsante Weise bringt er uns viel Hintergrundwissen über das Leben in der Wüste bei. 😁
Nach einem ausführlichen Theorieteil zeigt er uns die Tierwelt in der Praxis. Er gräbt eine Spinne aus, sieht Tiere die kein anderer gesehen hätte. Chamäleon, Gecko, Termiten, Schlangen, nichts lässt Chris aus. Katrin überwindet sogar ihre Phobie und streichelt eine Schlange. 🤩
Im zweiten Teil der Tour geht es mit den drei Geländewagen in die Dünen. Douglas lässt Luft aus den Reifen und die Achterbahn beginnt. Wir sitzen im zweiten Fahrzeug und können immer am ersten Fahrzeug beobachten, was uns gleich erwartet. Katrin kämpft mit Kopfschmerzen, schlägt sich aber tapfer. 🤢
An einem schönen Aussichtsplatz machen wir eine erste Rast. Mit kühlen Getränken setzen wir uns auf eine Düne und genießen den Ausblick.
Nach einer Weile geht es weiter. Wir machen zum Abschluss noch eine zweite Rast auf einer Düne mit Meerblick. Ganz oben auf der Düne liegt eine Schwimmflosse einer Robbe. Chris meint, die hätte eine Hyäne da hochgeschleppt.
Douglas bringt uns ins Hotel. Wir entspannen, bevor es weitergeht. Ich habe im Restaurant 'The Tug' ein Tisch reserviert. Das Restaurant liegt direkt an einer Mole und wir bekommen einen Tisch direkt an einer Glasfasade mit Meerblick zugewiesen. Das Essen ist sensationell. Wir verbringen dort 2 Stunden, bevor wir wieder die Fahrt zum Hotel antreten...
Teil 1713. Jan. 2016
25.09. - Stadtbummel durch Swakopmund
Heute lassen wir es ruhiger angehen. Nach dem Frühstück fahren wir in das Zentrum von Swakopmund. Wir machen einen Stadtbummel und besuchen die Straßenhändler.
Am Nachmittag geht es erneut in die Stadt. Ich hatte am Vortag für uns beide ein Massagetermin bei Gretel gebucht. 😄 Allerdings gestaltet sie die Anfahrt äußerst schwierig. Die Häuser haben keine Nummern und wir wissen nur, dass das Health and Aroma Center direkt an der ca. 2km langen Hauptstraße liegt. Wir fahren die Straße zweimal auf und ab, können aber das Haus nicht entdecken. Also frage ich mich bei der Polizei, der Apotheke und in einem Farbengeschäft durch. Doch jeder schickt uns an eine andere Stelle hin. 😠 Letztendlich finden wir den Laden mit einer fast halben Stunde Verspätung. Gottseidank bekommen wir dennoch unsere Massagen. Völlig entspannt gehen wir danach essen. Gut gestärkt geht es dann noch einkaufen und zum tanken. Zurück im Hotel lassen wir den Tag bei einem schönen Sonnenuntergang mit einem Tschintonig 😁 ausklingen....
Teil 1813. Jan. 2016
26.09. - Letzte Haltestelle vor dem Nirgendwo...
Heute heißt es Abschied nehmen von Swakopmund. Nach Frühstück und auschecken geht die Reise weiter. Wir fahren entlang der Küste nach Norden.
Die Salzpiste ist gut zu befahren wir kommen zügig voran. Nach ca. 150 km erreichen wir Cape Cross, bekannt durch seine große Robbenkolonie. Wir holen uns ein Permit und fahren zum Parkplatz. Als wir die Autotür öffnen kommt uns ein fürchterlicher Gestank entgegen, die Robben können jetzt nicht mehr weit sein. Da sind sie auch schon, vor uns breitet sich eine Felsenküste mit weit über 10.000 Seehunden aus. Ein buntesTreiben spielt sich vor unseren Augen ab. Viele Tiere dösen oder säugen ihre Jungen, aber manche sind auch aktiv in Revierkämpfe verwickelt.
Als nach ca. einer Stunde Fotos und Videos im Kasten sind, setzen wir die Reise fort. Kurze Zeit später hätte es fast gekracht. Direkt vor uns springt ein Schakal auf die Pad. Ich kann gerade noch bremsen und ausweichen. Wir gelangen als nächstes an die Toreinfahrt zur Skelettkküste.
Ich hole uns ein Permit und die Fahrt geht weiter. Ich halte noch zweimal um Schiffwracks zu fotografieren, bevor es nach ca. 140 km nach Osten ins Landesinnere geht.
Die Landschaft ist phänomenal und erinnert ein wenig an Monument Valley in den USA. Am Straßenrand sehe ich eine Welwitcha und stoppe. Als ich zum Wagen zurücklaufe, bemerke ich, dass im hinteren rechten Reifen nur noch ganz wenig Luft ist. Klasse, auch noch Reifenwechsel. Wir entladen den Wagen um an den Reservereifen und den Wagenheber herankommen zu können. Während ich noch grüble, wo man bei dem Hilux am besten den Wagenheber ansetzt, hält bereits ein erster Wagen. Ein junger Deutscher und seine Freundin kommen uns zu Hilfe. Während ich das Auto aufbocke, hält nochmal ein Wagen - ein Rentnerehepaar - ebenfalls aus Deutschland!
Als der Reifen gewechselt ist setzen wir unsere Reise fort.
Wir erreichen die Palmwag Lodge. Hier ist es toll. Als wir eingecheckt haben stellen wir unser Zelt auf.
Wir duschen und gehen ins Restaurant um Abend zu essen. Katrin holt sich noch Tipps zum Konzessionsgebiet von den Rangern. Morgen geht es endlich los! Das Nirgendwo ruft...
Teil 1914. Jan. 2016
27.09. - Endlich Elefanten...
Gleich nach dem Frühstück fahren wir zur Reifenreparaturstelle der Palmwaglodge. Als der Reifen aufgepumpt wird zeigt sich die Misere. Er ist seitlich ganz eingedrückt und kann nicht mehr repariert werden.
Nach Rücksprache mit dem Autovermieter wir ein neuer Reifen aufgezogen und wieder in die Laderampe des Wagens montiert. Leider sollte er dort nur wenige Stunden bleiben, aber zu diesem Kapitel kommen wir später. 😈 Wir fahren also noch guten Mutes die 3km bis zum Gate des Konzessionsgebietes. Nachdem wir unser Permit haben, fahren wir endlich rein. Doch es dauert nicht lange, bis wir unseren Allrad zuschalten müssen. Es geht sehr holprig, phasenweise nur im Schritttempo voran. Katrin kann die Fahrt leider nicht richtig genießen. Zu sehr hat sie mit der Angst vor einer Panne oder freilaufenden Löwen zu kämpfen. Die ersten paar Kilometer fahren wir noch in Sichtweite eines Wagen von vier Belgiern. Als wir später eine andere Route einschlagen sind wir für mehrere Stunden alleine auf weiter Flur. Die Landschaft ist wunderschön und hier gibt es nun auch Zebras in Hülle und Fülle.
Plötzlich ruft Katrin "Da, Giraffen!" Tatsächlich, unsere ersten Giraffen in Namibia. Etwa 100m von unserem Auto entfernt stehen drei Giraffen und beobachten uns. Wir halten und und ich fotografiere natürlich die Tiere ausgiebig. 🤩
Die Fahrt geht weiter und erneut ruft Katrin. Allerdings diesmal "Da, Elefanten!" Wow, 6 Elefanten ziehen gemächlich in ca. 100m Entfernung an uns vorüber. Eines der Elefanten ist noch ganz klein - süß! 🤩
Als die Dickhäuter nicht mehr zu sehen sind, ziehen auch wir weiter. Immer wieder sehen wir große Zebragruppen in einer einmaligen Landschaft.
Leider wird der Weg immer schlechter. 😮 Wir müssen einen Canyon durchfahren und wir schaukeln den Wagen über ein großes Stein- und Geröllfeld. Katrin wird immer ruhiger - kein gutes Zeichen! Da wir unter diesen Bedingungen kaum noch vorankommen, beschließen wir den Campsite 1 anzusteuern, ursprünglich wollten wir heute bis Campsite 3 kommen. Wie zu erwarten bedeutet im Konzessionsgebiet ein Campsite lediglich, dass man hier sein Zelt aufschlagen darf. Hier ist aber weder was markiert, noch deutet irgendetwas darauf hin, dass diese Stelle der offizielle Campsite ist. Lediglich eine aus Steinen im Kreis zusammengelegte Feuerstelle deutet darauf hin, dass hier bereits vor uns jemand gecampt hat. Wir öffnen das Zelt und kochen uns einen Linseneintopf auf dem Gaskocher.
Ich mache uns noch ein kleines Lagerfeuer und wir beobachten zum Sonnenuntergang noch 5 Giraffen die in gebührendem Abstand an uns vorbeiziehen. Plötzlich ruft Katrin "Wir haben einen Platten". Vorne links ist kaum noch Luft drin. Klasse - nicht schon wieder! 😠 Da die Sonne bereits untergegangen ist überlegen wir kurz, ob wir noch heute den Reifen wechseln, oder lieber bis zum nächsten Morgen warten sollen. Ich beschließe das ganze noch am Abend in Angriff zu nehmen. Also schnell den Ersatzreifen herausgeholt. Ich schwing mich mit dem Wagenheber unter das Auto. Schon taucht das nächste Problem auf. Wo setze ich mit dem Wagenheber an? Beim ersten Mal war es schon knifflig unter die Hinterachse zu kommen, aber bei der Vorderachse finde ich keine passende Stelle. Bei den ersten beiden Versuchen den Wagen aufzubocken hebt sich der Wagen, aber der Reifen bleibt am Boden. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als direkt unter der Achse anzusetzen. Da der Reifen aber mittlerweile komplett platt ist und der Wagen auf der Felge aufliegt, ist der Zwischenraum zwischen Achse und Boden zu klein um den Wagenheber dort anzubringen. Echte Kacke! Also scharre ich mit dem Wagenheber eine Kuhle in den Boden und kann den Wagen endlich ausreichend anheben um den Reifen zu wechseln. Ich sehe aus wie Schwein. Also noch schnell notdürftig mit Wasser abgewaschen, frische Kleidung an und noch schnell zusammen am Lagerfeuer unseren Sundowner ausgetrunken. Mittlerweile ist der Himmel dunkel, lediglich der Vollmond, der gerade über dem angrenzenden Berg aufgeht, gibt uns Licht. Es ist gerade einmal 20 Uhr als wir in unser Zelt kriechen. Ich schreibe noch mein Tagebuch während Katrin versucht einzuschlafen. Allerdings gestaltet sich das alles andere als einfach, denn in der Ferne ist das erste Löwengebrüll zu hören. Mal sehen wie die Nacht wird.
Teil 2015. Jan. 2016
28.09. - Reifen, Reifen, Reifen...
Die Nacht in dieser einmaligen Naturlandschaft ist vor allem für Katrin recht kurz. In ihrer Aufregung drückt die Blase mehr als ihr lieb ist. 🤢 Gottseidank haben wir Vollmond und es ist ziemlich hell, so dass man die Gegend in der Nähe des Wagens doch recht gut überschauen kann und sich Katrin trotz des Löwengebrülls aus dem Zelt wagt. 🙄 Am Morgen frühstücken wir und machen uns auf den Weg zurück zur Palmwag Lodge.
Der Weg wird nicht wirklich besser und Katrin bangt um die noch intakten Reifen. Doch wir schaffen die 35km ohne weitere Panne und sehen nebenbei noch Elefanten, Giraffen, Oryxe, jede Menge Zebras und ein paar Kudus.
In Palmwag angekommen lassen wir den Reifen reparieren. Diesmal muss Gottseidank nicht der Reifen getauscht werden, lediglich ein kleines Loch im Schlauch des Reifens muss geflickt werden. 😉
In der Zwischenzeit überlegen wir uns, was wir nun in den nächsten zwei Tagen tun wollen. Da Katrin das Konzessionsgebiet nicht wirklich genießen kann, beschließen wir, alternativ lieber wieder in den Süden nach Twylfontain zu fahren. Von hier aus kann man dann Ausflüge zu einem versteinerten Wald und zu alten Felszeichnungen unternehmen. Ich rufe in einer Zeltlodge an und frage, ob noch etwas für die nächsten zwei Tage frei ist. Wir bekommen grünes Licht, also machen wir uns auf den Weg. Apropos Weg - wir befinden uns jetzt wieder auf einer 'normalen' Pad, also viel Sand, Staub und Steine. Auf unserer Spur wurde kürzlich mit einem Gräter die Oberfläche begradigt. Wunderbar, da hat es nicht so viele Löcher wie auf der Gegenspur. Nach ein paar Kilometer hören wir etwas undefinierbares. Ich stoppe und wir steigen aus. Kaum zu glauben, trotz relativ gutem Weg hatte es uns förmlich einen Reifen zerrissen. 😮
Ich will mich gerade an die Arbeit machen, als uns ein Eselgespann entgegenkommt. Zwei Big Mamas, ein Mann und ein kleiner Junge. Der Mann übernimmt sofort die Initative und macht sich daran den Reifen zu wechseln. Ich möchte helfen, aber er meint nur - just relax! 😎 Während er arbeitet, versorgen wir den Rest des Gespanns mit kühlen Getränken und einer Konservendose Pfirsiche.
Der Junge bekommt von mir noch einen Frisbee geschenkt. Als der Mann fertig ist, bedanken wir uns noch mit einem angemessenen Trinkgeld und drei Dosen Windhoek Lager bei ihm. Er meint noch, wir sollen lieber auf der noch nicht begradigten Gegenspur fahren, solange kein Gegenverkehr kommt. Durch den Gräter würden die spitzen Steine so gedreht, dass sie einem den Reifen aufschlitzen können. Ich beherzige seinen Ratschlag und wir fahren weiter. Im folgenden Streckenabschnitt stehen innerhalb von einem Kilometer zwei Fahrzeuge mit Reifenpanne am Straßenrand. Beide haben ihren Reifenwechsel nahezu abgeschlossen, so dass eine Hilfe nicht mehr notwendig ist. 😵 Wir fahren die Einfahrt zu der Lodge. Das ganze gleicht eher einem Budeswehr Biwakcamp. In den Felsen sind mehrere olivgrüne Zelte integriert. Für den Preis hatten wir uns eigentlich etwas anderes vorgestellt. 😐 Also drehen wir einfach um und fahren wieder weg. Wir beschließen jetzt erst einmal nach Twylfontain zu fahren um einen neuen Ersatzreifen zu besorgen. Ich suche über das Navi eine Werkstatt und wir fahren dort hin. Wir bekommen einen neuen Reifen und müssen die Rechnung an der Rezeption der zur Werkstatt gehörenden Twylfontain Country Lodge bezahlen. Hierzu müssen wir Rund 3km fahren. Dort angekommen, gefällt es uns sofort richtig gut. Schöne Lodges, ein tolles Haupthaus mit großem Pool und alles in einem tollen afrikanischem Stil. An der Rezeption bezahle ich den Reifen. Da wir noch immer nicht wissen, wo wir die nächsten zwei Tage übernachten sollen, frage ich noch, ob sie noch eine Lodge frei hätten und was denn eine Übernachtung kosten würde. Der Preis war doch sehr hoch, aber für die Ausstattung sicher angemessen. Ich versuche zu handeln (bin jaa Schwabe... 😄 )und sage dem Mann, das wäre zu teuer. Da wir nett plaudern, meint er, er könne uns einen 25 Prozent Nachlass geben. Wir beschließen zu bleiben. Als wir gerade die Formalitäten erledigen, frage ich ihn, ob er uns nicht eine besonders schöne Lodge für uns hätte, denn wir wären gerade auf Silberhochzeitsreise. Der Mann findet das total klasse und meint, er würde uns die VIP-Lodge geben. Er drückt uns einen Schlüssel in die Hand und erklärt uns den Weg zur Lodge. Es ist das letzte Haus des Komplexes, doppelt so groß wie die anderen, in denen mehrere Wohnungen pro Haus untergebracht sind. Als wir dort ankommen können wir es kaum glauben. Wir sind für die zwei kommenden Tage wirklich wie VIPs untergebracht. 🤩 Wir haben ein riesiges Haus mit allem Luxus und eigenem Pool ganz für uns alleine - Wow!
Am Abend gehen wir in das Restaurant zum Essen. Es gibt Buffet mit allerlei Leckereien. Das Ambiente ist wirklich klasse und so stellt man sich Afrika vor. Als wir gerade mit dem Essen fertig sind, versammelt sich das ganze Personal und singt afrikanische Lieder - uns bleibt echt die Spucke weg! Wir beenden den Abend an der Bar und trinken zum Abschluss noch einen Sundowner. Glücklich gehen wir zurück in unsere Luxuslodge.... 😁