LIlisa2605Themenstarter4 Beiträge · seit 201527. März 2015 · #1Hallo alles zusammen,
Ich habe im Moment ein Stellenangebote für einen Job in Windhoek vorliegen und bevor ich zu- oder absage hatte ich gehofft ich könnte hier ein paar Tipps, Ratschläge und Eindrücke bekommen.
Ich bin 27 Jahre alt und plane, wenn, dann mindestens für 1-2 Jahre nach Windhoek zu ziehen.
Mich interessiert vor allem, wie das Leben dort ist: Sicherheit, Lebensunterhaltungskosten, Freizeitmöglichkeiten, Wohnmöglichkeiten usw. Ist es leicht Anschluss zu finden?, Wie "frei" (aus Sicherheitsgründen )kann man sich bewegen? Was macht man so am Wochenende?
Also, bin über jeden Tipp und Eindruck froh...
danke,
lisa
WOWoMaGast27. März 2015 · #2Weisst du, auf so allgemeine Fragen ist es schwer zu antworten. Bei allen deinen Punkten kommt es ganz auf dich an, wie du dich verhältst, wo du wohnst bzw wie du wohnen willst, wie du zur Arbeit kommst, was du essen und trinken willst, wie du auf andere zugehst.
Auch was man so am Wochenende macht, ist individuell verschieden - manche gehen auf die Farm, manche gehen aus, manche grillen mit Freunden, manche sitzen vorm Fernseher.
Alles ist möglich.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200627. März 2015 · #3... eigentlich ist das Leben in Windhoek nicht sehr verschieden von dem in Europa, außer dass man schneller in der Pampa ist. Und man läuft im Dunkeln als weiße Frau vielleicht nicht mehr überall herum.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200627. März 2015 · #4Sehr geehrte Lisa,
zu den aktuellen Lebenshaltungskosten hier ein paar Daten:
http://www.bwana.de/service/praktikum-in-namibia.htmlMiete: 2.500 - 4.500 N$ pro Monat
Wenn in Deutschland Versicherungen mitlaufen, braucht man in Namibia ca. ein Netto - Gehalt von 12-14.000 N$ im Monat, um halbwegs Deutschen - normal über die Runden zu kommen.
Darunter sollte man sich mit dem Geschmack von Milipap anfreunden.
Mit sonnigen Grüßen von Tour aus Triest
Carsten Möhle
LIlisa2605Themenstarter4 Beiträge · seit 201527. März 2015 · #5Ja, gerade so Allgemeines wüsste ich gerne. .. 🙂 z.b. wie stark ist man denn durch die Sicherheitsrisiken eingeschränkt? Wo lernt man am besten Leute kennen? Wahrscheinlich ziemlich easy, wenn man dprt ist, aber von macht man sich so seine Gedanken... was sind die größten unterschiede zum leben in deutschland?
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200627. März 2015 · #6... der größte Unterschied ist wohl die Spanne zwischen reich und arm. Da ist Namibia weltweit ziemlich weit vorne. Wenn Du die großen Supermärkte in Windhoek aufsuchst, wirst Du evtl. sogar als Europäer staunen, aber viele Einheimische ernähren sich täglich von dem Maisbrei (Milipap), den Carsten erwähnte.
Gute Anlaufpunkte, um Kontakte zu knüpfen, sind z.B. die Bachpackerunterkünfte wie Cardboard Box, Chameleon usw..
Die haben meist eine Bar, in der man auf z.T. Langzeitreisende trifft, auch auf Einheimische und einfach auf Leute, mit denen man mal spontan zum Essen oder in eine Disco aufbricht.
Gruß
Wolfgang
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LIlisa2605Themenstarter4 Beiträge · seit 201527. März 2015 · #7Okay, danke. Wie sieht es denn mit öffentlixhe öffentlichen Verkehrsmitteln aus?
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200627. März 2015 · #8... dazu kann ich nichts sagen. Ich war immer mit Fahrrad oder zu Fuß unterwegs.
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WOWoMaGast28. März 2015 · #9lisa2605 schrieb:Ja, gerade so Allgemeines wüsste ich gerne. .. 🙂 z.b. wie stark ist man denn durch die Sicherheitsrisiken eingeschränkt?
Auf einer Skala von 1 bis 10 oder wie 😉 ?
Wo lebst du denn jetzt, und inwieweit musst du da deine Wertsachen im Auge behalten?
Ich kann nur von mir sprechen: ich fühle mich nicht eingeschränkt. Ich sehe aber durchaus, dass in Windhoek eine höhere Kriminalität herrscht als in meinem Herkunftsdorf. Türen abgesperrt hab ich dort auch - hätte dort nachts durch die Strassen ziehen können was ich hier nicht machen würde, wenn ich es gewollt hätte.
Nachts um die Häuser zu ziehen ist hier nicht empfehlenswert, und da es kaum einer macht, ist es auch kein Vergnügen. Natürlich gehen besonders die jungen Leute aus, in Bars und Lokale, aber das macht man in der Regel nicht zu Fuss.
Grösster Unterschied zu Deutschland? Mehr Platz. Mehr schwarze Menschen mit afrikanischem Kulturhintergrund. Überhaupt Afrika. Dadurch ein Riesenunterschied in der Art und Weise der Lebensanschauung, was man an Kleinigkeiten im täglichen Leben bemerkt die ich hier nicht alle aufführen möchte.
Öffentliche Verkehrsmittel? Fehlanzeige. Es gibt städtische Busse wo kein Weisser durchblickt wann die von wo wohin fahren. Ansonsten Sammeltaxis.
Ich weiss ehrlich gesagt nicht, warum du dir wegen 1-2 Jahren solche Gedanken machst. Wenn du neugierig bist auf Neues, deinen Horizont erweitern und mal dem deutschen Hamsterrad entkommen willst, dann mach es doch einfach. Du wirst Erfahrungen sammeln die dich wahrscheinlich rein menschlich weiterbringen - beruflich vielleicht eher nicht. Du wirst ein gewisses Risiko eingehen, das aber durchaus überschaubar ist da wir hier nicht im Kriegsgebiet leben und auch nicht in einer Gegend wo hinter jeder Strassenecke ein Räuber auf dich wartet.
Wenn du der absolute Sicherheitsfanatiker bist, ängstlich und misstrauisch, von der deutschen Lebensweise überzeugt, dann mach es lieber nicht.
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200628. März 2015 · #10Hi Lisa,
willkommen im Forum!
Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht. Ohne eigenes Fahrzeug bist Du v.a. wenn Du am Wochenende mal raus willst aufgeschmissen. Lebensmittel sind im Schnitt etwas günstiger als in D, wenn Du nicht nur bei Superspar einkaufen gehst. Milchprodukte sind hier deutlich teurer, Fleisch viel günstiger. Essen gehen ist größtenteils ein Schnäppchen.
Große Ausgaben hier für Dich sind:
- Wohnung zur Miete (das Angebot ist klein und dementsprechend die Preise hoch - ich kenne nix in einem normalen Stadtteil für unter 5000 im Monat für eine 1-Zimmer-Wohnung)
- Fahrzeug
- Private Krankenversicherung
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
SVSvenja19897 Beiträge · seit 201529. März 2015 · #11Hallo Lisa
ich selber habe mich mit ziemlich den selben Fragen erst vor einigen Monaten beschäftigt und arbetie aktuell in Windhoek an der deutschen Schule.
Bin auch ziemlich im selben Alter wie du 😉
Schicke mir gerne eine private Nachricht mit konkreten Fragen. Werde mir Mühe geben diese so gut ich kann zu beantworten.
Schonmal ein Hinweis bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel: Ich selber kann mir auch kein auto leisten und fahre jeden Tag mit dem Taxi. Das ist hier sehr günstig und ggf eine Alternative wenn man das Budget für den Autokauf nicht hat.
Meld dich gerne.
Liebe Grüße
Svenja
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200629. März 2015 · #12Hi Svenja, hi Lisa,
Das ist hier sehr günstig und ggf eine Alternative
Nein, es ist keine Alternative zu nichts, insbesondere nicht für junge, weiße Frauen. Schau Dir mal an wie viele Einheimische der "höheren" Schichten hier mit einem Nummerntaxi fahren - es ist kaum einer, und das hat seine Gründe. Wenn Taxi, dann Ruftaxi (z.B. Dial-a-Cab), was Dich 60 Dollar kostet. Kein Schnäppchen und sicher nicht für den täglichen mehrfachen Gebrauch, aber zumindest sicher.
Viele Grüße aus dem Süden Windhoeks
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Alex_Muc857 Beiträge · seit 201429. März 2015 · #13Hallo,
das stimmt, was Christian schreibt, erst vor 2 Wochen war ein Raubüberfall an einem jungen Pärchen in Ludwigsdorf, wohl unter Beteiligung eines Taxifahrers... das kann gutgehen, aber wenn es mal schief geht, dann richtig!
Viele Grüße
Alex
LIlisa2605Themenstarter4 Beiträge · seit 201529. März 2015 · #14Ui, das klingt ja gar nicht gut
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200629. März 2015 · #15... Taxifahrten können spannend sein. Ich hatte mal eine mit mehreren Umwegen. Bei ersten habe ich mich noch gewundert und dann stieg irgendwo eine Frau zu. Dann ging es weiter und wieder ab von der Strecke, um irgendwo zu tanken. Danach wurde auf einem Umweg der Sohn des Taxifahrers vom Kindergarten abgeholt und auf einem weiteren die Frau abgesetzt. Dann ging es nach Hause zum Taxifahrer, um den Nachwuchs abzugeben und dann ging es zu meinem Ziel. Ich fand es interessant.
Zeitlich planen kann man da aber schlecht. 😉
Gruß
Wolfgang
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jaw2'048 Beiträge · seit 200730. März 2015 · #16Hallo Lisa,
Ja das Leben in Windhuk ist schon anders als in Europa. Fast alle verbarikadieren sich hinter Mauern und Elektrozäunen, jedes bessere Haus hat Alarmanlage und Notruftaste im Haus, um den Sicherheitsdienst zu rufen. Türen und Fenster sind mit Gittern gesichert. Im auto fuhren wir immer mit verriegelter Tür.
Und trotzdem kann man da gut leben, man muss halt Sicherheitsregeln beachten, viel mehr als in Europa.
Taxifahren geht, aber ich würde dir raten Telefonnummern von verläßlichen Taxis zu nehmen und diese gezielt zu rufen. Besonders nachts irgendwo einsteigen ist nicht gut.
Am Wochenende werden buchstäblich die Bürgersteige hochgeklappt. Man geht Samstags in Joe's Beerhouse, trinkt bis fast zum Umfallen und verschläft dann den Sonntag. Alternativ private Treffen oder Aktivitäten z.B. in Sportvereinen.
Viele fahren am WE auch raus auf ihre Farmen. Wenn du da mitkannst - mach es!
Interessant sind auch kirchliche Aktivitäten am WE, insbesondere die "Klatschkirchen" fand ich sehr afrikanisch und interessant. Wenn du Respekt zeigst (Kleidung z.B.) bist du dort immer willkommen.
Das Leben ist nicht billiger als in D. Besonders Mieten schlagen kräftig ins Budget.
Leichter könnte es sein, zumind. zum Anfang in einer der Praktikantenunterkünfte zu ziehen (z.B. Bwana.de) der oben schon geantwortet hat vermietet auch Zimmer. Das ist dann wie in einer großen WG, aber mit Personal für Abwasch etc.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Lyn23 Beiträge · seit 201401. Apr. 2015 · #17Hallo, Lisa,
die Jugendlichen gehen wie in Europa auch nach Mitternacht in eine der wenigen Discos bis morgens früh. Windhoek bietet keine Freizeitmöglichkeiten, und UMZU sind es kommerzielle Farmen. Man braucht ein Auto oder Freunde, mit denen man losfahren kann, das ist dann nicht zu toppen. KLEINES HEIM bietet Unterkunft für Praktikanten und viele Infos. Lyn
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200601. Apr. 2015 · #18Hi Lyn,
Windhoek bietet keine Freizeitmöglichkeiten
wie kommst Du den darauf - viele Menschen (inkl. mir) unternehmen viel in der Freizeit, auch direkt in Windhoek.
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Lyn23 Beiträge · seit 201404. Apr. 2015 · #19Hallo, Christian,
ich komme darauf aus Erfahrung als Jugendliche in Windhoek bis 2014: Ohne Auto geht nix, keine Fahrradwege, kein Spaßbad, keine Parks (außer dem gerupften Zoopark), nur ein winziger Scatepark, Bad nur im Sommer geöffnet, da muß man schon in den Verein eintreten: SKW oder DTS oder gut betuchte Freunde mit Garten, Pool und Braaiplatz haben! Keine öffentlichen Wandermöglichkeiten in und um Windhoek
- außer Avis und den verdreckten Hofmeyerweg. Natürlich kann man in einer Mall herumhängen...
Wo amüsierst Du Dich denn?
Nichts für ungut Lyn
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200604. Apr. 2015 · #20Lyn schrieb:Ohne Auto geht nix, keine Fahrradwege
... auch in meiner Heimatstadt in Deutschland (Größe vergleichbar mit Windhoek) gibt es wohl fast keinen Fahrradweg. Spontan fällt mir sogar gar keiner ein, nur die Verkehrsdichte ist hier größer als in Windhoek. Ich habe dort mit dem Fahrrad ganz einfach die Straßen benutzt.
Keine öffentlichen Wandermöglichkeiten in und um Windhoek
... wenn man ein paar Kilometer mit dem Rad raus aus der Stadt radelt, findet sich schon was. Ist halt nicht ausgeschildert.
Natürlich ist das Angebot nicht so wie in einer deutschen Großstadt. Dafür fehlt auch die entsprechende Anzahl Leute, die ihr Geld an solchen Stätten ausgeben könnten, weil sie oft einfach nicht genug haben.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...