Sicherheit - Welche Gegenden evtl. meiden?

21 Antworten · 7'345 Aufrufe · gestartet 05. März 2015 von Phexbull
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Themenstarter18 Beiträge · seit 201405. März 2015 · #1
Hallo.
Ich bin nun (7 Wochen bevor es losgeht) doch über div. Berichte hier im Forum und sonstwo im Internet gestoßen, bei denen ich z.T. etwas nachdenklich werde, was die Sicherheit betrifft. Wir waren schon viel in der Weltgeschichte unterwegs und auf ein paar Betrügereien waren wir irgendwie immer mehr oder weniger eingestellt... 😐
Nur, jetzt habe ich teilweise viel von Überfällen in Lodges, also echt "homejacking" gehört 😮 Das finde ich schon krass. Wir sind mit Dachzeltcamper unterwegs, wie soll das dann erst beim campen sein? Mein Mann fragt sich, ob es vielleicht besser ist, sich in irgendeiner Form zu "bewaffnen"; Schlagstock o.ä. mitnehmen (er ist Kampfsportler, könnte also damit umgehen).

Gibt es eurer Erfahrung nach Gegenden, die als besonders unsicher gelten? Windhoek ist klar, wie schätzt ihr Caprivi und Ovamboland ein? Da spielen sich die Horrorgeschichten meist irgendwie ab, hab ich das Gefühl...


Sorry wenn ich paranoid klinge, aber das Ganze lässt mich irgendwie doch nicht mehr so ganz los...


Gruß

Kati 🙂
33,1k Beiträge · seit 200606. März 2015 · #2
Hallo Kati,

was soll man Dir dazu antworten. Mach Dir nicht zu viele Sorgen, verhalte Dich wie überall auf der Welt und in aller Regel wird Dir nichts passieren. 250.000 Touristen im Jahr in Namibia passiert zu 99,9 % auch nichts. Die größte Gefahr ist ein Verkehrsunfall durch eigenes Verschulden... erst weit danach kommt die Möglichkeit irgendwo überfallen zu werden.

Man muss sich ja nachts nicht in den großen Städten in dunklen Gassen in unbekannten Gegenden aufhalten - aber das gilt eigentlich auch überall auf der Welt.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1'004 Beiträge · seit 200806. März 2015 · #3
Hallo Kati,

Ich verstehe, dass solche Berichte beunruhigend sind, aber es sind Ausnahmen. Die Wertsachen nachts nicht im Auto lassen, sondern mit ins Zelt nehmen, in großen Städten vorsichtig sein, und den gesunden Menschenverstand einschalten. Im Caprivi kenne ich Lodges, da kann man nicht mal das Zimmer/Zelt abschließen, da laut Besitzer noch nie was passiert ist. Wir würden vor ein paar Jahren in Mexiko viel mehr abgezockt, und in 6x Namibia ist uns noch nie etwas passiert.
Genießt die Reise!
Doro
7'296 Beiträge · seit 200606. März 2015 · #5
Hallo Kati,
Phexbull schrieb:Mein Mann fragt sich, ob es vielleicht besser ist, sich in irgendeiner Form zu "bewaffnen"; Schlagstock o.ä. mitnehmen (er ist Kampfsportler, könnte also damit umgehen).
ich bin kein Kampfsportler und meist alleine mit dem Rad in Afrika unterwegs. Neben einem halben Jahr Namibia habe ich noch 14 andere Länder in Afrika besucht. Ich bin mit Zelt unterwegs und zelte manchmal zwangsläufig wild (dann mache ich aber auch kein Licht mehr). Ich fahre häufig einfache kleine Pisten, wo oft stundenlang kein Auto vorbeikommt. Für die Einheimischen wäre es einfach, mit dem Auto ein Stück aus einem Dorf zu fahren und mich dort zu überfallen. Niemand würde es mitbekommen.

Ich mache das einfach ohne Angst und es gab nur eine brenzlige Situation, aber da hätten mir weder Kampfsportkenntnisse noch Schlagstock geholfen, sondern die Situation wäre dadurch völlig eskaliert. Lasst die Angst zuhause oder fahrt gar nicht erst los. Mit der Angst, dass etwas passieren könnte, wird es keine entspannende Reise.

Für mich ist Afrika eine Art zweites Zuhause geworden, weil ich die Menschen so nett und gastfreundlich finde. So etwas kannte ich vorher gar nicht. Dass es auch Kriminalität gibt, ist unbestritten. So schlimm, wie es in den Medien rüberkommt, ist es aber nicht.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
5 Beiträge · seit 201506. März 2015 · #6
Hi.. Deine Bedenken sind verständlich und auch wichtig. Entsprechend geht man mit offenen Augen durch die Fremde. Im Fall von Namibia jedoch nicht zwingend notwendig. Namibia gilt nicht umsonst als ausgesprochen sicher, im Vergleich mich anderen Afrikanischen Ländern. Es gibt aber gewisse Grundsätze, an die man sich halten sollte, aber auch die sind nichts Ungewöhnliches. Darüber informiert das Auswärtige Amt sehr gut und realistisch:

http://www.auswaertiges-amt.de/sid_B77A1D9686C505FEF5820C8BE7E88D14/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/NamibiaSicherheit_node.html

In meinen letzten Jahren in Namibia und viel in Windhoek, Oshakati usw. bin ich selten in "haarige" Situationen gekommen. In Deutschland hingegen ständig, wenn man z.B. Abends feiern geht. Was dazu geführt hat, dass ich in diese Situationen gekommen bin, habe ich selbst verschuldet. Ich habe einfach, ausgelöst durch Routine, gewisse Grundsätze vernachlässigt. Durch mein Studium an einer der dortigen Hochschulen, habe ich natürlich viele Freunde dort gewonnen. Entsprechend beschränkt man irgendwann sein "nightlife" nicht mehr auf Läden, wo hauptsächlich Touristen unterwegs sind. Auch nicht auf Läden, wo hauptsächlich Weiße unterwegs sind (Rassismus ist in Namibia ein großes Thema!). Ich war halt immer mit meinen Freunden und Kollegen in Katutura und anderen Regionen unterwegs, wo sich sehr selten ein Weißgesicht , besonders Nachts, hin verirrt. Aber auch da muss ich sagen, in Deutschland habe ich immer DEUTLICH mehr Gewalt erlebt. Eines solltest du dir aber stets vor Augen halten. Die Menschen die dort Leben, gehen grundsätzlich davon aus, dass du Geld hast. Entsprechend solltest du dich verhalten. Trage nie Unmengen an Bargeld mit dir rum, es ist eiinfach nicht notwendig. 2000 N$ ist schon viel! Sehr viel! Ich setzte bewusst so hoch an, weil ich ganz andere Beispiele erlebt habe. Zumal das auch kaum in einen Geldbeutel passt, schließlich ist dir größte Banknote in Namibia 200 N$ und selbst damit bekommt man teilweise Probleme, wenn man mal seine Cola oder das Cab (taxi) bezahlen möchte, wenn es zu Wechselgeld kommt. Womit ich auch schon beim nächsten Punkt wäre, die Cabs. In Namibia, besonders in Windhoek gibt es zwar öffentliche Verkehrsmittel, dieses "Ssytem" ist allerdings unbrauchbar, um es mal auf den Punkt zu bringen. Nehmen wir mal den Fall, du bist in einem Stadtteil von Windhoek und möchtest in die Innenstadt. Dann gehst du einfach an eine nahe gelegene Straße, die etwas befahren ist und hältst dir eins von den zahhlosen cabs an. Erkennbar an der Nummer an der Seite und am Heckfenster (z.B. M342). Die hupen auch oft wenn sie jemanden am Straßenrand stehen sehen. Du wirst dann gefragt wohin du willst ("Which site?"). Das sind keine Taxis, also hilft es nicht eine Straße mit Hausnummer zu sagen. Diese Jungs orientieren sich an markanten Punkten wie beispielsweise "town", "independence avenue", "polytechnic" und viiiiele mehr. Entweder sagt der Fahrer "let´s go !" - also "ja!" oder er fährt einfach weiter, was nicht beleidigend ist. Viel mehr liegt die gewünschte Destination nicht auf seiner Route. Nimmt er dich/euch mit, zahlt man ihm am Ende der Fahrt entweder 10 N$ (Nahbereich) oder 20 N$, wenns mal etwas weiter geht. Dazu gibt es detaillierte Karten, welche die Zonen zeigen, das ist allerdings eher nebensächlich, wenn man nicht dort lebt. Schließlich sind 20 N$ für eine Fahrt von mehreren Kilometer, für einen Europäer vergleichsweise sehr wenig (ca. 1,60 Euro). Der Preis ist immer pro Person! Den Preis immer absprechen bevor man einsteigt und sich nicht sicher ist. Dieses Transportmittel kann ich nur empfehlen. Die Fahrzeuge sind zwar oft alles andere als schön, aber man ist ja auch in Afrika unterwegs und meiner Meinung nach gehört das zum Gesamtfeeling. Ich nutze die cabs auch nachts, alleine. Allerdings bin ich auch ein Mann und die Meisten kennen mich dort. Wenn es mal Nachst zu einem gewissen Punkt gehen soll und auch wieder zurück, bis vor die Haustür, kann/sollte man Gebrauch von den "richtigen Taxis" machen. Die Nummern dazu kannst du dir von Leuten geben lassen, die schon ein paar Tage dort unterwegs sind. Für eine Fahrt wird ein der Regel 60 N$ bis zum Ziel, auch Hausnummern, pro Person verlangt. Also absolut human.
Thema Katutura. Wie oft habe ich schon gehört "Waas du willst nach Katutura fahen????" - bullsh** !! Wer Windhoek besucht, sollte mal Katutura besucht haben. Historisch ein elementarer Ort und nebenbei meiner persönlichen Meinung nach, das typische Afrika. Ich kann nur empfehlen mal auf den Markt zu fahren, besonders am Wochenende. Ein wundervolles kulturelles Erlebnis. Im cab einfach sagen "Katutura market". Dort dann mal ein "kapana" essen und etwas bummeln. Man spürt einfach Afrika. Sehr schön!
Ihr werdet oft hören, ob es jetzt in der tourist information ist, oder von Einheimischen, geht dort nicht hin oder dort. Oftmals ist es einfach nur falsch!
Zurück zur ursprünglichen Frage. "Welche Gegenden meiden?". - Meine Antwort darauf lautet ganz klar - Keine! Vielmehr das eigene Verhalten anpassen. Mehr Mensch sein, weniger "Touri", der mit Geld um sich schmeißt und den Kangaroobeutel um die Hüfte hängen hat.
In Windhoek unbedingt zu "Craft market" und dort Mitbringsel für die Freunde zuhause kaufen. Dort sind die Waren authentisch und von communitys gefertigt. Sprich, man unterstützt das dortige Handwerk und Dörfer. Nicht das Zeug auf der Straße kaufen, nicht selten steht unter einem Holzelefanten in Kleinschrift "made in China". Dann natürlich nach Katutur auf der Markt, am besten morgens. Und wenn man gerne junge (internationale) Leute treffen möchte, Abends mal ins "Warehouse" fahren für ein leckeres Bierchen und angehenhmen Austausch.
Puh, ich könnte sooo viel schreiben. Aber ich denke als kleiner Einstieg sollte das schonmal genügen. Wenn du noch Fragen hast, kannst mich auch gerne über PN kontaktieren.

liebe Grüße und VIEL SPAß! Ihr werdet es lieben!

P.s. Wenn ihr Abends mal richtig toll essen gehen möchtet, mit klasse Ambiente, UNBEDINGT ins "Joe´s beerhouse" fahren. Dann allerdings mit einem Taxi, welches man kommen lässt, weil es etwas ab vom Schuß ist. Ihr werded das Ambiente, das Essen und alles was damit verbunden ist lieben 🙂
zuletzt bearbeitet 06. März 2015
4 Beiträge · seit 201504. Apr. 2015 · #7
Hallo Kati,

also ich kann mich Tate Philipus nur anschließen und würde hier auch gerne ein paar Erfahrungen bezüglich zum Leben und der Sicherheit in Katutura (heute oft auch Matutura: der Ort an dem ich leben will) teilen 🙂. Ich (23) habe dort letztes Jahr im Viertel Rykmansdorp IN Katutura für 6 Monate in einem Hostel (Wadadee) gelebt. Im Rahmen meines Praxissemesters (Soziale Arbeit) habe ich in einem Waisenhaus in Dolam gearbeitet, welches ebenfalls ein Teil Katuturas ist. Dolam wird sogar von einigen Bewohnern Turas als ärmer oder gefährlicher angesehen...mir ist aber nie etwas passiert, obwohl ich keinerlei vorherige Afrika-Erfahrungen hatte und dabei habe ich mich wie ein Einheimischer in den Vierteln bewegen können (z.T. auch völlig alleine). Dies wurde wahrscheinlich überwiegend dadurch ermöglicht, dass ich von der Stunde 1 meiner Ankunft in die Nachbarschaft integriert war und mich die zumeist gleichaltrigen Nachbars"kinder" überall hin mitgenommen haben. Überall bedeutet in diesem Fall nicht nur touristisch bekannte Orte wie Single Quartas (Kapana Platz) oder Soveto Market, sondern auch alle möglichen Shebeens (Kneipen), Treffpunkte, Hinterhofpartys und Freiluftgottesdienste 😄 ...dabei habe ich teilweise unglaubliche und einzigartige Dinge und Menschen erfahren dürfen! Ich rate dir, auch wenn es nicht verkehrt ist zu überlegen wen man alles näher kennenlernen möchte, sehr offen und unvoreingenommen auf die Menschen zuzugehen...wenn du Freunde oder Bekannte in Katutura findest, steht dir fast jede Ecke zu jeder Tageszeit offen 😁 . Selbst in Dolam, dass ja wie o.g. einen gewissen Ruf hat, war ich frei zumindest in dem Gebiet in dem ich tagtäglich gearbeitet habe herumzulaufen und die Community kennenzulernen 🙂 Von den Leuten dort habe ich auch den hier verwendeten Namen " ǃgâi-a ǀgoab" -hoffentlich habe ichs richtig geschrieben :D- bekommen, was soviel wie "guter Mensch" bedeutet 😄 . Das Alles stand mir nicht offen weil ich ein junger Mann bin (eine mitgereiste Freundin hatte die gleichen Erfahrungen) oder nach Monaten des Aufenthalts, sondern nach einigen Wochen der Eingewöhnung...es kommt immer darauf an, wie man sich verhält und was man sich zutraut. Es muss nicht jeder äußerst extrovertiert sein oder einen großen Freundeskreis aufbauen, ich will nur für ein besseres Image von Katutura werben, dass oft von Ausländern und Einheimischen aus anderen Vierteln übertrieben gefährlich dargestellt wird und dabei doch einer der schönsten und "authentischsten" Orte in Windhoek ist 😄 ...Ironischerweise wurde ich einmal während der Anfangszeit in Windhoek einmal ausgeraubt und zwar nicht in Katutura, sondern in einem reicheren Viertel, nachts und alleine 😣 ... aber das war wohl zur falschen Zeit am falschen Ort, was einem in Deutschland auch passieren kann und ist im Endeffekt glimpflich verlaufen (Verlust: 40 N$). Die Erlebnisse in Windhoek kann man auch auf andere Teile Namibias beziehen, beispielsweise habe ich auch in Swakopmunds ehemaligem Township Mondesa eine gute Zeit verbracht und das Nachtleben dort gibt eine Menge mehr her als in Swakopmund, wo um 1 Uhr nachts die Bürgersteige hochgeklappt werden 😄

Die Grundregeln des Reisens muss dir glaube ich keiner mehr erklären, lass dich einfach treiben und sei offen, dann kann man auch ein abenteuerliches und "authentisches" Namibia außerhalb der typischen Tourigebiete und Attraktionen kennenlernen und das ist doch das, was man von einer Reise will (oder nicht?) 😁 !

P.s.: Joe`s beerhouse wird überbewertet finde ich, das Ambiente dort ist zwar unschlagbar, aber das bessere kulinarisch-afrikanische Erlebnis gibts im Xwama in Katutura 😛

Gute Reise und viel Spaß,
Sebastian
2'664 Beiträge · seit 201204. Apr. 2015 · #8
Lieber guter Mensch,
wenn Du das Beschriebene für Dich in Anspruch nimmst, dann steht Dir diese Naivität zu.

Wenn Du aber einer jungen Frau dieses Verhalten, das Du so anpreist, empfehlen willst, dann würde ich das schlichtweg als grob fahrlässig und hochgradig unverantwortlich bezeichnen.

Das will ich mal Deinem jugendlichen Leichtsinn zuschreiben, und Unwissen, denn ich darf wohl vermuten, daß Du nicht weißt, was bereits in der Vergangenheit aufgrund solcher naiver Handlungsweisen passiert ist. Und zwar jungen Frauen, für die nächtelange Vergewaltigungen gewiß kein Spaßgenerator waren.

Es ist auch bekannt, daß junge Windhoeker Drogenjunkies nachts das Paradies in Katutura und Kkomasdal suchen und finden, weil Drogen dort leicht erhältlich und billig sind. Die typischen Anlaufstellen für diese jungen Leute sind bekannt, und so mancher ist auch schon im Krankenhaus oder an der Dyalyse mit kaputten Organen aufgrund der synthetischen Drogen wie Mandrax gelandet.

Woher sollen ortsfremde Touristen wissen ob sie nicht gerade solche Anlaufstellen aufsuchen? Sie kommen ganz gewiss nicht nach Namibia um nachts Shebeens und Diskos mit lose sitzenden Messern und Waffen aufzusuchen.

H.
4 Beiträge · seit 201504. Apr. 2015 · #9
Sehr geehrter Herr/ sehr geehrte Frau H.,

vielen Dank für die Antwort und diese Bewertung meines Beitrags. Die einzige Frage, die sich mir stellt ist, wie ich das mit dem Drogenkonsum einsortieren muss?

Sebastian
zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2015
2'664 Beiträge · seit 201204. Apr. 2015 · #10
ǃgâi-a ǀgoab schrieb:Sehr geehrter Herr/ sehr geehrte Frau H.,

vielen Dank für die Antwort und diese Bewertung meines Beitrags. Die einzige Frage, die sich mir stellt ist, wie ich das mit dem Drogenkonsum einsortieren muss?

Sebastian
Garnicht, weil er Dir auch keineswegs unterstellt worden ist.
Trotzdem noch eine schöne Zeit dort! Ich wünsche daß es auch so bleibt.
H.
zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2015
7'296 Beiträge · seit 200604. Apr. 2015 · #11
Hallo Sebastian,
ǃgâi-a ǀgoab schrieb:
vielen Dank für die Antwort und diese Bewertung meines Beitrags. Die einzige Frage, die sich mir stellt ist, wie ich das mit dem Drogenkonsum einsortieren muss?
das sollte wohl bedeuten, dass man schneller mal in eine blöde Situation kommen kann als man eigentlich möchte. Ich bin auch tagsüber in Katutura und Khomasdal rumgelaufen, aber ich wurde auch von Einheimischen gewarnt, hier noch im Dunkeln unterwegs zu sein. Hier meine ich jetzt nicht Betreiber von Unterkünften, sondern von Schwarzen, die in Katutura und Khomasdal gewohnt haben.

Gruß
Wolfgang
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4 Beiträge · seit 201504. Apr. 2015 · #12
Um meinen Beitrag sinnvoll zu ergänzen, da anscheinend einige Unklarheiten bestehen:

Ich rate ab, egal ob Mann oder Frau, völlig alleine in der Nacht herumzulaufen (siehe mein einmaliges Erlebnis). Als Frau ohne Freunde und alkoholisiert ein Shebeen zu frequentieren, ist ein no-go. Warnungen habe ich, ebenfalls wie du Wolfang, beispielsweise von meinen Nachbarn erhalten und ich war mir der Risiken die ich eingegangen bin durchaus bewusst. Das was ich hier verdeutlichen wollte ist, dass man durchaus vertrauenswürdige Menschen treffen kann, mit denen üblicherweise unzugängliche Bereiche besucht werden können. Den Gruppen an jungen Frauen, die ich im Hostel getroffen habe, ist in Begleitung ihrer namibischen Bekannter nie etwas zugestoßen. Ich wollte hier nur zur Offenheit anregen und darüber hinaus dem Image von Katutura als überaus gefährlichen Ort entgegenwirken.

viele Grüße,
Sebastian
zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2015
7'296 Beiträge · seit 200604. Apr. 2015 · #13
... Danke für Deine Ergänzung.
ǃgâi-a ǀgoab schrieb:Ich wollte hier nur zur Offenheit anregen und darüber hinaus dem Image von Katutura als überaus gefährlichen Ort entgegenwirken.
Ich finde auch, dass man eine gewisse Offenheit mitbringen muss, um ein Land und seine Bevölkerung kennenzulernen. Das birgt natürlich gewisse Risiken, die man bewusst in Kauf nimmt. Das kam in Deinem ersten Beitrag nicht so rüber. Da klang es eher nach "kein Problem - mach ruhig".

Ich mische mich ja auch gerne unter die Bevölkerung und gehe in Ecken, die nicht immer ungefährlich sind. Bisher ging es immer gut. Als Frau würde ich die Dinge, die ich manchmal mache, jedenfalls nicht tun. Jedenfalls nicht alleine ...

Gruß
Wolfgang
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857 Beiträge · seit 201405. Apr. 2015 · #14
Servus,

ich habe mich in Namibia selten unwohl gefühlt. Nach Katutura bringen mich nachts keine 10 Pferde, ich weiss von 3 unserer betreuten SchülerInnen (ja, beide Geschlechter), die bedroht und/oder vergewaltigt wurden. Auch da gibt es gute und schlechte Flecken, aber ich finde mich schon tagsüber schlecht zurecht dort.. Eben wie überall, wo wenig Geld mit viel Perspektiv-/Hoffnungslosigkeit, Alkohol und Drogen zusammenkommen.. da gibt es in Europa auch einige Gegenden.. Genauso gehe ich in "unserem Dorf", wo "unser" Kindergarten steht, nicht mehr nachts hin. Es gibt zuviele Zugewanderte, Betrunkene in den Sheebeens, die Dorfbewohner selbst warnen, die Polizei fährt auch nur mit Doppelstreife rein. Passieren würde wohl nichts, aber ausprobieren muss ich es auch nicht..

Das Alles ist für Camper und Touristen aber uninteressant:
Haltet Euch an die Routen, die Farmen sind normalerweise sicher (Promillebereich, der Verkehr ist wirklich 1000x gefährlicher im Vergleich). Wenn Ihr Euch einen Platz sucht, und Euch unwohl fühlt (!), weil ganz allein oder wenige andere Camper da sind, dann stellt Euch vll. nicht in den letzten dunklen Winkel des Camp-Sites, sondern etwas näher zu den anderen. Hab ich auf Quivertree auch gemacht, daneben die C-Strasse, und ganz weit weg vom Farmhaus kann man auch stehen.. ich hab mich tendenziell näher an das Farmhaus gestellt, wenn mal was wäre (da ist ein normaler hüfthoher Zaun rum). Namibia ist noch lange nicht so schlimm wie Südafrika, und auch dort kommen die meisten Touristen ohne große Probleme durch.

Kampfsport ist gut, mach ich auch, aber ehrlich, WENN Verbrecher kämen, interessiert die Dein Leben nicht: Wenn Ihr Euch wehrt, haben die Speere (aus Baustahl, zugeschliffen), Pfeil/Bogen, Messer, Macheten und vll. sogar Feuerwaffen (Mehrzahl von Räubern). Das kommt ganz selten in Namibia vor, dass eine Farm überfallen wird (es schlägt dann eben Wellen medial), und dort dann ein Farmer, nicht Touristen. Von brutal ausgeraubten Touristen hörst Du das praktisch nie. Also: Auch für Euch im Prinzip kein Problem, ein Schlangenbiss oder Flugzeugabsturz sind ähnlich wahrscheinlich.

Ich bin einmal von einer Camp-Site geflüchtet: Spitzkoppe, ganz allein, ganz toll bekocht worden von den Leuten dort, und dann kam ein ganz komischer Einheimischer dazu, der uns sehr suspekt vorkam. Kein anderer Tourist da, in den Camp-Sites null Empfang mit dem Handy, wir sind dann in der Dämmerung doch noch gefahren. Mit 99,99999% wär nix passiert, aber der Typ war komisch. Einfach Bauchgefühl. Sonst waren alle Camp-Sites für mein Gefühl sicher.

Geniesst einfach Euren Urlaub, und hört auf Euren Bauch!
Viele Grüße
Alex
54 Beiträge · seit 201505. Apr. 2015 · #15
Guten Tag,

Jeder hat schon irgendwas von Katutura gehört und meint da Tipps geben zu können. Häufig wird dann nur das eigene Halbwissen offenbart. Alles was nordwestlich des Windhoeker Stadtzentrum liegt, ist vermeintlich "Katutura" und wird regelmäßig über einen Kamm geschoren.

Katutura ist heute ein vergleichsweise gesitteter Stadtteil (Nachts und gerade als junge Frau allein trotzdem nicht empfehlenswert). Die wilderen Gebiete mit den Wellblechhütten liegen einige Kilometer nördlich und westlich davon: Hakahana, Havana, Goreangab und angrenzende Gebiete. Das ist alles nicht Katutura.

Und kann man mal überlegen, bevor Vergleiche angestellt werden? Als Tourist ausgeraubt zu werden, soll so wahrscheinlich sein wie ein Flugzeugabsturz. Einer von 1,2 Millionen Flügen stürzt ab. Die Quote der ausgeraubten Touristen liegt mindestens beim Hundertfachen davon.

Gruß Martin
857 Beiträge · seit 201405. Apr. 2015 · #16
Hallo Martin,

da Du direkt auf meinen Beitrag geantwortet hast: Hast Du ihn ganz gelesen? Ich habe großteils das geschrieben, was Du auch schreibst: Für Touris eigentlich absolut ungefährlich.
Es gibt noch andere Bezirke neben Katutura, aber selbst unsere namibischen Freunde nennen alles "Katutura" im dortigen Umkreis. Und zum Hörensagen: Wir haben die Mädels zum HIV-Test gefahren, 3x, und kennen die Arztberichte..
Ich schrieb ja, es gibt gute und schlechte Flecken, aber die liegen teilweise recht nah beieinander, und ich meide es bei Dunkelheit (wie ganz Windhoek.., das aber wegen der Fahrerei).
Viele Grüße
Alex
7'296 Beiträge · seit 200605. Apr. 2015 · #17
martin61 schrieb:Jeder hat schon irgendwas von Katutura gehört und meint da Tipps geben zu können. Häufig wird dann nur das eigene Halbwissen offenbart. Alles was nordwestlich des Windhoeker Stadtzentrum liegt, ist vermeintlich "Katutura" und wird regelmäßig über einen Kamm geschoren.

Katutura ist heute ein vergleichsweise gesitteter Stadtteil (Nachts und gerade als junge Frau allein trotzdem nicht empfehlenswert). Die wilderen Gebiete mit den Wellblechhütten liegen einige Kilometer nördlich und westlich davon: Hakahana, Havana, Goreangab und angrenzende Gebiete. Das ist alles nicht Katutura.
... mag sein, aber die Bezirke gehen ja meist ineinander über. Man weiß ja oft gar nicht, in welchem man sich noch/schon befindet. Ich bin damals einige Stunden in Goreangab alleine zu Fuß unterwegs gewesen, habe sehr nette Menschen kennengelernt und wurde in eine der Blechhütten eingeladen. Drei Generationen in einem Raum und auf nacktem Erdboden. Ein oder zwei Jahre später habe ich die dann wieder besucht.

Der Gottesdienst wurde auf einer Wiese abgehalten und an dem Tag probte das "Orchester". Die Instrumente waren Flöten und Querflöten, die aus den weißen Plastikrohren zur Isolierung von elektrischen Leitungen in Feuchträumen selbst geschnitzt waren. Irgendwie war das schon eine ganz andere Welt im Vergleich zu dem, was ich bis dahin von Afrika gesehen hatte.

Irgendwann war ich dann wieder in Katutura, ohne zu wissen, wo genau die Grenze der Bezirke gewesen ist. Auch Katutura bietet für die meisten Touristen noch ein ganz anderes Bild als das, was sie bisher von ihren Urlaubsreisen kennen. Da reicht ja alleine mal der "Busbahnhof" mit seinem interessanten Treiben. Zwei Stunden hat es gedauert, bis der "Ovamboexpress" endlich abfuhr (bis ich den richtigen überhaupt gefunden hatte, verging ja zusätzlich schon 'ne Weile). Ich war einer der ersten Fahrgäste und hatte genug Zeit, das alles zu beobachten. Hier (in Katutura) hat man als Namibiareisender halt mal die Möglichkeit, ein bisschen "richtiges Afrika" zu erleben. Und was ich jedem Afrikareisenden nur empfehlen kann ist der Besuch eines Gottesdienstes, bei dem nur Schwarze sind, eine Chorprobe oder solche Dinge.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
18 Beiträge · seit 201510. Apr. 2015 · #18
Hallo Kati,
lasst euch nicht verunsichern oder gar entmutigen. Eine Reise durch Namibia wird euch eher bereichern, denn etwas nehmen. Ich war im Februar über vier Wochen, davon zwei allein, mit dem Auto in Namibia unterwegs. Aufgrund einer offensichtlichen Gehbehinderung bin ich ein "leichte Opfer" (es könnte sein, dass dieser Umstand Scham bei potent. Tätern hervorruft) und mir ist nichts gravierendes passiert. Allerdings wurde mir in Windhuk (s. mein Reisebericht) der Rucksack aus dem Auto entwendet als ich drinnen saß und vergessen hatte, die Türen zu versperren - selbst schuld. Denn angesichts der extremen Einkommensunterschiede und der erkennbaren Armut hat mich die geringe Kriminalität erstaunt. Ich habe öfters Anhalter mitgenommen und dabei interessante Menschen kennengelernt. No risk no fun - ein gewisses Risiko wohnt jeder Reise inne, ist ja auch ein angenehmer Nervenkitzel und Angst vergällt einem die (Vor-)Freude. Also bleibt cool und gut zu wissen, dass sich der Mann verteidigen kann - im Notfall. Ich werde jedenfalls noch einmal das Land bereisen.
alles Gute Helmut
80 Beiträge · seit 201311. Apr. 2015 · #19
BikeAfrica schrieb:ich bin kein Kampfsportler und meist alleine mit dem Rad in Afrika unterwegs. Neben einem halben Jahr Namibia habe ich noch 14 andere Länder in Afrika besucht. Ich bin mit Zelt unterwegs und zelte manchmal zwangsläufig wild (dann mache ich aber auch kein Licht mehr). Ich fahre häufig einfache kleine Pisten, wo oft stundenlang kein Auto vorbeikommt. Für die Einheimischen wäre es einfach, mit dem Auto ein Stück aus einem Dorf zu fahren und mich dort zu überfallen. Niemand würde es mitbekommen.
Warum sollte jemand einen "armen" Radfahrer überfallen wollen?
Auch wenn wir alle im Verhältnis sehr reich sind, glaube ich nicht, dass so jemand ins Beuteschema von Straßenräubern passt.
7'296 Beiträge · seit 200611. Apr. 2015 · #20
my4seasons schrieb:
BikeAfrica schrieb:ich bin kein Kampfsportler und meist alleine mit dem Rad in Afrika unterwegs. Neben einem halben Jahr Namibia habe ich noch 14 andere Länder in Afrika besucht. Ich bin mit Zelt unterwegs und zelte manchmal zwangsläufig wild (dann mache ich aber auch kein Licht mehr). Ich fahre häufig einfache kleine Pisten, wo oft stundenlang kein Auto vorbeikommt. Für die Einheimischen wäre es einfach, mit dem Auto ein Stück aus einem Dorf zu fahren und mich dort zu überfallen. Niemand würde es mitbekommen.
Warum sollte jemand einen "armen" Radfahrer überfallen wollen?
Auch wenn wir alle im Verhältnis sehr reich sind, glaube ich nicht, dass so jemand ins Beuteschema von Straßenräubern passt.
.. Dir ist aber schon bekannt, dass die Menschen dort oft zehn Jahre sparen, um sich ein gebrauchtes Fahrrad chinesischer Bauart leisten zu können?.

Was ich an Fahrrad, Kamera, Ausrüstung dabei habe, entspricht dem Wert mehrerer Jahreslöhne eines Einheimischen dort Und genau deshalb könnte mich jemand überfallen wollen. Den Radfahrer vermisst nämlich am Abend keiner in der nächsten Lodge.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...