biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201425. Jan. 2015 · #1
Hallo zusammen! Ich möchte uns zunächst kurz vorstellen. Mein Name ist Volker und ich reise seit 2004 mit meiner Frau Slawa öfter mal ins südliche Afrika. Leider habe ich bisher nicht geschafft Reiseberichte darüber zu schreiben. Ich selbst werde dieses Jahr 70 aber Slawa steht noch voll im Berufsleben. Auf die vergangenen Reisen möcht ich hie rnicht weiter eingehen, vielleicht ergibt es sich noch. Nach der ersten Namibia Reise 2013 die uns von Kapstadt über Fish River; Lüderitz; Sesrim; Windhuk; KalagadiNP wieder zurück nach Kapstadt führte, sollte diesmal der Nordwesten Namibias an der Reihe sein. Ich habe hier schon viel mitgelesen und etlich sehr brauchbare Tipps gefunden. DANKE an dieser Stelle an alle die hier schreben! Nun zu unserer Tour: Wir hatten alle Quartiere gebucht. Die Reiseroute hat, nach vielen Absprachen per Tel. und email, Anett und Erwin von Paarl Safari & Tours mit uns zusammengestellt die Quartiere gebucht sowie uns einen Mietwagen (Toyota Hilux 4x4 2,5l TD Bj. 2009)von Value Car Rental in Windhuk besorgt. Der Wagen hate 140Liter Tank, 2Reservereifen und was am wichtigsten war: verstärkte Geländereifen!
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201425. Jan. 2015 · #2
Windhuk
Sa.20.Sept.
Ankunft Flughafen Windhuk am Nachmittag. Als erstes wollen wir uns eine Telefonkarte fürs Handy besorgen. Eine Gruppe sehr "cracy" Südafrikaner braucht eine halbe Ewigkeit um drei oder vier Telefonkarten samt Guthaben zu erstehen! Bei uns gings dann rasch. Der freundliche Mitarbeiter hat uns die Karte eingelegt, ein kleines Guthaben aufgeladen und wir konnten endlich unser Mietauto abholen. Für die Fahrt nach Windhuk hatten wir einen Kleinwagen bestellt, der auch sofort zur Verfügung steht. (Schleichwerbung für Europcar: Wir sind dort immer sehr gut bedient worden!) Ich hatte mein Navi bereits in Deutschland programmiert und so finden wir auch probemlos zum Hotel Casa Blanca, wo wir zwei Nächte verbringen werden. Nach dem Einchecken erfahren wir, daß am Samstag kein Abendessen im Hotel angeboten wird. Kein Problem, noch eben im Supermarkt um die Ecke eine Flasche Wein holen und wo anders essen gehen. Doch im Supermarkt gibts auch in Namibia (wie in Südafrika) ab Freitag 18 Uhr keinen Alkohol mehr zu kaufen! Ich stehe also mit einer Flasche Wasser und Cola an der Kasse und muss wohl beim fragen nach Wein sehr enttäuscht ausgesehen haben. Daß wir eben erst mit dem Flugzeug aus Deutschland eingereist sind, hat die Kassiererin doch so gerührt, daß sie kurzerhand die Kasse geschlossen hat, weggeht um ein paar Worte mit dem Filialleiter zu sprechen. Der kommt zu mir und führt mich zu den Weinregalen, wo ich mir zwei Flaschen aussuchen kann. Die packt er in eine kleine Schachtel damit es niemand anders sehen kann, begleitet mich zur Kasse und kassierte es dann persönlich mit seinem Kassencode. DANKE so etwas wäre hierzulande sicher nicht so einfach möglich! Abends fahren wir dann zu "Joes Bierhaus" zum Abendessen. Es ist sehr voll, wir bekommen aber dennoch in dieser urigen Gaststätte einen Platz und genießen das Essen. Da ich noch fahren muss bleibt mir nichts anderes übrig als mich mit einem Rock Shandy zu erfrischen! Im Hotel gibts ja noch ein Glas Wein! Doch beim Versuch die Flasche zu öffnen stellen wir fest, daß ich mein Taschenmesser mit dem Korkenzieher daran zu Hause vergessen hatte! Also heute doch keinen Wein mehr!
So.21.Sept.
Gut ausgeschlafen gehen wir gegen 8 Uhr zum Frühstück. Wie immer reichlich und sehr freundlich serviert. (Immer? wir waren im vergangen Jahr schon einmal dort!) Dann machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Zunächst mal bei Value Car Rental vorbei schauen, wo wir Montag früh den großen 4x4 Hilux abholen wollen und dann den Weg abfahren zu Europcar, wo wir anschließend den Kleinwagen wieder abzugeben haben. Danach ein wenig Stadtbummeln an der Postmall. Das Wernhill Einkaufszentrum hat auch Sonntags geöffnet und ein großes Parkhaus. Dort haben wir genug Zeit, uns noch mit ein paar anderen Kleinigkeiten zu versorgen. Ein Messer und ein Schneidbrettchen fürs Picknick unterwegs, fehlen ebenso wie Teller oder Schüsselchen, lediglich Tassen haben wir von daheim mitgebracht! Auf der Postmall gibt es am Sonntag nur einige Stände, dennoch kaufen wir jetzt schon einige Mitbringsel, jetzt haben wir Ruhe und können gemütlich aussuchen. Ein Stand mit Briefmarken weckt unser Interesse. Der Verkäufer, ein Deutsch Namibianer weiß auch einiges zu erzählen, unter anderem von "leckeren gegrillten Würmern" (Mopanewürmer) die man in Katatura bekommen könne. Wir können uns dann aber dennoch nicht entschließen die zu probieren. Beim Besuch "unserer" Pizzeria Ecke Gartenstraße (die wir schon im vergangen Jahr schätzen gelernt hatten) habe ich dann noch das Glück, die Formel1 Übertragung im Fernsehen verfolgen zu können! Nach einigen Rock Shandy´s und und zwei Gläsern Rotwein für Slawa lassen wir dann den Nachmittag im Hotel ausklingen, inzwischen haben wir ja auch einen Korkenzieher und können den mühsam erstandenen Wein genießen. Erwin von Paarl Safari, hat aus Südafrika angerufen um sich nach uns zu erkundigen und uns noch ein paar Tips zu geben: Wir sollen uns auf jeden Fall in der deutschen Buchhandlung in Windhuk eine Karte mit Bildern vom Etoscha Nationalpark besorgen. Erwin und Anett von "Paarl Safari" hatten uns schon im vergangenen Jahr hervorragend betreut, unsere Unterkünfte perfekt ausgesucht und zusammen gestellt: eine tolle Abwechslung zwischen "einfach" (Zeltcamps) und eher schon luxoriösen Lodges. Danke an dieser Stelle für Zeit. die ihr euch für uns, schon bei der Vorbereitung und dann auch bei der Reise selbst, genommen habt! Noch die Touren im Navi überprüfen und die letzten Einstellungen vornehmen und dann zum Abendessen. Es ist vorzüglich und mit der Erwartung auf unsere Abenteuer der nächsten Tage gehen wir relativ früh zu Bett.
warum holt Euch Alamo nicht direkt vom Flieger ab.......oder habe ich das falsch verstanden
(mit Kleinmietwagen in die Stadt und dann den Toyota ab WH)........
mit Grüssen,
BMW
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201426. Jan. 2015 · #4
@BMW Sorry Schreibfehler: es war Value Car Rental ! Klar hätten die uns auch am Flughafen abgeholt. (Value hat kein Büro am Flughafen) Da wir aber Samstag Nachmittag ankamen und erst Montag auf die Tour gingen war es die kostengünstigere Variante. Für Value hätten wir sonst einen Wochenendzuschlag bezahlen müssen und der Transfer vom Flughafen hätte genausviel gekostet wie der Kleinwagen. In Windhuk selbst waren wir mit dem Kleinwagen besser bedient und trotzdem mobil.
Gruß Volker
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201426. Jan. 2015 · #5
Unterwegs im Damaraland
Mo.22.Sept
Nach dem Frühstück brechen wir bald auf um, unseren Hilux 4x4 abzuholen. Slawa ist etwas aufgeregt, soll sie doch das "große" Auto gleich als erstes zu Europcar fahren, wo ich den Kleinwagen abgeben muss. Da wir noch nie einen Allrad gefahren haben brauchen wir eine gründliche Einweisung. Die wird, auf unsere Bitte hin, von einem Mitarbeiter auf deutsch übersetzt. Was ein großer Vorteil ist, weil wir so alles richtig verstehen. Das fahren selbst ist dann wesentlich einfacher und Slawa hat den Wagen problemlos zu Europcar gebracht. Die Suche nach der deutschen Buchhandlung ist dann, wegen der fehlenden Haus-nummern, doch etwas schwieriger, erst beim zurückfahren können wir dann die Aufschrift am Haus sehen! Nun war die Frage des einkaufens noch zu klären. Ausgehend von südafrikanischen Erfahrungen, dachte ich, daß wir bei "Spar" oder "Pick´n Pay" in Okahandia wohl ebenso alles bekommen würden was wir so unterwegs brauchen. Vor allem einige Wasservorräte bei unserer geplanten Fahrt durch die Wüstenregionen im Kaokofeld. Wir lassen dann die Großstadt zügig hinter uns und erreichen in flotter Fahrt auf der Teerstraße Okahandia. Beim dortigen "Pick´n Pay" stellt sich aber schnell heraus, daß es einen gewaltigen Unterschied zum Ange-bot in Windhuk gibt! (Eine Erfahrung die sich später noch drastischer darstellte: je weiter weg und je kleiner die "Stadt" um so geringer das Angebot) Wir können aber dennoch alles notwendige einkaufen. Nach weiterer flotter Fahrt auf der Teerstraße Richtung Swakopmund, machen wir auf einem Rastplatz erst mal Mittagspause. Nun "darf" Slawa mal wieder ans Steuer und in dieser Weise haben wir uns auch in Zukunft immer wieder beim fahren abgewechselt! In Usakos geht es dann rechts ab und zum ersten mal auf die Piste. Nach knapp 30km erreichen wir das AMEIB Gästehaus. Es besteht aus etlichen Bungalows, die in einem schön angelegten Park verteilt sind. Wir werden sehr freundlich aufgenommen (deutschsprachig), bringen unser Gepäck zum Haus und machen uns noch auf den Weg zum Elefantenkopf (eine Felswand die ihren Namen dieser Form verdankt) und zu "Bulls Party", so genannt wegen der seltsam geformten, meist kugelförmigen Felsformationen. Der Weg dahin ist über die ganze Strecke von etwa 8 km doch sehr sandig, so daß wir erstmals den Allradantrieb testen können. Es ist ein tolles Gefühl überall problemlos, auch durch mal etwas tiefere sandige Stellen, zu fahren. Ohne Angst stecken zu bleiben, wie es uns im vergangen Jahr mit dem "Normalauto" passiert war. Wir haben noch viel Zeit um ausgiebig bei den Felsen herumzulaufen und haben viel Spass beim "Versuch" die Kugeln wegzuschieben! Auf dem Rückweg darf Slawa ihre ersten Allraderfahrungen machen, was auch ihr entgültig die Angst vor "festfahren im Sand" nimmt. Das Abendessen ist lecker, und erstmals kann ich nun das "Geheimnis" des Rock Shandy´s lüften: er besteht je zur Hälfte aus Mineralwasser und Zitronen Limonade und ca. 10 Tropfen Angostura. Zu meiner größten Überraschung kommt der Angostura Kräuterbitter aus einer Flasche "Made in Germany". Er kommt aus Erding bei München und wir haben ihn inzwischen auch hier in Deutschland gefunden. Zur Entspannung gibts dann doch ein schönes Glas Rotwein und wir schlafen herrlich in unserem Bungalow.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201426. Jan. 2015 · #6
Di 23.Sept.
Heute soll es nun "richtig" losgehen. Nach dem Frühstück noch ein paar Bilder in der Morgensonne machen und auf der Sandpiste zurück nach Usakos. Hier wird wohl auf einige Zeit der letzte größere Supermarkt sein. Aber bereits hier ist der Markt nochmal deutlich kleiner als der in Okahandia und so gibt es auch keine Trockenfrüchte zu kaufen. Schade, wollten wir sie doch für unterwegs an Kinder am Straßenrand verteilen statt Bonbons. Wir kaufen hauptsächlich Getränke und was fürs "Mittagessen unterwegs", Brot (Pumpernickel) haben wir aus Deuschland mitgebracht und das hat auch für die ganze Reise gereicht! Wurst und Käse können wir nur sehr begrenzt mitnehmen, da unser Kühlschrank nachts nicht funktioniert. Zwar haben wir dafür ein ca. 10 m langes Stromkabel, aber auf keiner Lodge gibt es in erreichbarer Nähe zum Fahrzeug eine Steckdose! In Usakos müssen wir dann unbedingt auch die vor dem Bahnhof abgestellte Dampflok bewundern und fotografieren. Nach ca. 25 km auf der Teerstraße (das war für dann für die nächsten 2000 km das letzte mal), beginnt die Fahrt auf "Gravelroads". Gute breite Fahr-bahnen, die mit Schild sogar für 100 km/h zugelassen sind nehmen wir dann auch zügig unter die Räder. (unser Auto darf allerdings nicht schneller als 80 km/h fahren!) Auffällig ist an diesem Tag der Dunst, der irgendwie schwer über dem ganzen Land liegt und jede Fernsicht verwehrt. Als wir zur Abzweigung Spitzkoppe kommen, kann man diese gerade so, ganz blass in der Ferne erkennen. Schade, ich hatte beeindruckende Bilder davon gesehen. Inzwischen ist es bereits 10:30 Uhr und so verzichten wir darauf, im Spitzkoppe Camp einen Kaffee zu trinken. Wir fahren direkt weiter Richtung Uis als das Navi plötzlich "Abbiegen nach links" ansagt. Tatsächlich geht ein Weg ab der auch gut befahren aussieht. Nach kurzem Zögern, und nachdem wir erstmal 100 Meter daran vorbei gefahren sind, sagt das Navi: "bitte wenden" und ich folge mal dem Navi. Zunächst geht es auch ganz gut voran, lediglich zwei kurze und tiefe Querrinnen erschrecken uns! Dann, nach einer Farm, wird der Weg schmaler und führt in das Bett eines Riviers hinunter. Hier wird der Sand zunehmend tiefer! Die Spur ist zwar noch gut zu verfolgen aber die nächste Abzweigung oder Kurve kommt, laut Navi, erst nach 5,7 km. Das ist dann doch etwas zuviel, vor allem da wir nicht wissen was uns dann noch erwarten wird. Wir haben noch insgesamt 200 km zu unserem nächsten Quartier vor uns und beschließen deshalb, hier abzubrechen und zurück zu fahren. Der Sand neben der Spur ist ziemlich fest. Reifenspruren sagen uns, daß hier bereits schon mal ein Auto gewendet hat und so tun wir das auch. Das wenden geht problemlos und nach etwas über einer Stunde sind wir wieder auf der "Hauptstraße". Inzwischen ist es Mittag. In Uis wollten wir eigentlich das "Big Hole" besichtigen, ein aus dem Zinn Bergbau stammender großer Krater, der heute geflutet ist. Wir finden aber keine direkte Zufahrt und dann scheint es uns doch nicht so wichtig. Nach einigen Kilometern können wir dann das Brandbergmassiv mehr erahnen als erkennen. Nach kurzer Beratung beschließen wir, auch dorthin nicht zu fahren um die "Weiße Frau" und andere Felsmalereien anzusehen, sondern lediglich die Felsgravuren in Twyfelfontein. Aus Zeitgründen nehmen wir auch nicht den Weg durch den Ugab Rivier (der zweifellos der schönere Weg gewesen wäre) sondern bleiben auf der gut ausgebauten Piste. Kurz vor Twyfelfontein liegt das Abadi Mountain Camp, wo wir heute die Nacht verbringen werden. Wir lassen es aber erst mal links liegen und fahren direkt weiter zu den Felsgravuren. 16:45 Uhr kommen wir dort an und der Parkplatzwächter erklärt uns, daß um 17 Uhr geschlossen wird und ein Führung heute nicht mehr möglich ist. Das Office öffnet früh wieder ab 7:30 Uhr. Wir überlegen, wie wir das mit der Planung des nächsten Tags in Einklang bringen können. Da bietet er uns an: wenn wir um 7 Uhr am nächsten morgen da sind, führt er uns bereits vor der offiziellen Öffnung durch. Wir beschließen vor dem Frühstück hier zu sein, anschließend zu frühstücken und dann weiter zu fahren. Das Abadi Camp liegt nur etwa 15km entfernt. Von außen mehrere Zelte auf Betonböden, die innen aber sehr wohnlich eingerichtet sind. Strom gibt es nicht, aber ein Set Taschenlampen und Streichhölzer zum anzünden der Kerzen. Die Sanitäranlagen hinter dem Zelt, sind eher "lustig" mit dem nur halbhohen Mäuerchen, (im Spiegel über dem Waschbecken sieht man sich nur im bücken oder vom Klo aus) aber alles ist sauber und ausreichend! Nach dem einfachen aber guten Abendessen genießen wir bei einer Flasche Wein den Sternenhimmel auf der Terasse vor dem Zelt.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201426. Jan. 2015 · #7
Mi.24.Sept.
6:30 Uhr aufstehn, das soll Urlaub sein? Aber wir sind hier um etwas zu sehen, etwas zu erleben! Kurz nach sieben Uhr sind wir am Parkplatz wo wir schon erwartet werden. Wir gehen in der Morgenkühle los. Schon unterwegs konnten wir sehen wie die Sonne über den Hügeln aufging, Nach 5 min erreichen wir den Berghang wo sich die Felsgravuren befinden. Ein gut angelegter Steig führt durch das Labyrinth von großen Felsblöcken, auf denen immer wieder Zeichnungen von Tieren und Jagdszenen zu sehen sind. Unser Guide erklärt und zeigt uns alles was es dort zu sehen gibt. Die Tour hat etwa 45 min gedauert und als wir zur Rezeption kommen um unseren Eintritt zu bezahlen, sind wir besonders froh das Angebot des Parkplatzwächters angenommen zu haben. Soeben entlädt ein größerer Bus ca. 40 Besucher und der nächste Bus biegt eben auf den Parkplatz ein. Wir geben dem Guide 100 Nam$ und hoffen das es angemessen ist. Dann schnell zurück nach Aabadi zum Frühstück. Vor dem wegfahren erkundigen wir uns nach dem Weg zum "Versteinerten Wald". Von dem kürzeren, aber offensichtlich schlechterem Weg, wird uns abgeraten und so fahren wir auf der Hauptstraße. Bereits einige Kilometer vor der "offiziellen Besucheranmeldung" zeigte ein Schild nach rechts zum "Petrified Forest" und wir beschließen, diesem kleinen Weg zu folgen. Nach etwa einem km erreichten wir einen Parkplatz mit einem kleinen überdachten Stand, das "Office". Ein rasch herbeigeeilter Guide führt uns dann zu einigen versteinerten Bäumen und zur seltsamen Pflanze Welwetschia. Er erklärt zunächst sehr ausführlich, daß eine Welwetschia Pflanze weit über 1000 Jahre alt werden kann, und daß es männliche und weibliche Pflanzen gibt. Bei den versteinerten Bäumen angelangt, hat er es plötzlich eilig und zeigt uns den Weg, den wir allein weiter gehen sollen. Na klar, es kommt ein Auto mit neuen Besuchern, die er empfangen will. So sehen wir uns dann in aller Ruhe die versteinerten Holzstücke an. Zum Teil sieht es aus als seien Stücke eines Baumstammes als Holz für ein Lagerfeuer bereit gelegt worden. Deutlich sind die Jahresringe zu sehn, erst beim anfassen bemerkt man, daß sie aus Stein sind. Zur Straße zurückgekehrt, geht es in zügiger Fahrt weiter, zunächst nach Westen und dann ca.100km nach Norden. Ein Zaun trennt dort das Land in zwei Teile. Der "Veterinärzaun", der ganz Namibia von West nach Ost durchtrennt und als Folge der Rinderpest von 1897 gebaut wurde. Es ist verboten Milch und Fleischprodukte mitzunehmen, was aber wohl hauptsächlich in Nord - Süd Richtung gilt. Gleich nach dieser "Grenze," wo wir kurz kontrolliert werden, befindet sich die Palmwag Tankstelle. Hier also erst mal volltanken, falls in Sesfontein kein Sprit mehr zu bekommen ist. Zur Palmwag Lodge hätten wir abbiegen müssen, da wir aber weder Hunger noch Durst haben, verzichten wir auf einen Besuch. Die Gegend wird nun hügeliger und abwechslungsreicher. Schon nach 1 1/2 Stunden haben wir die Abzweigung zur Khowarib Schlucht erreicht und fahren, vorbei an der Campsite, dem Weg folgend in Richtung Schlucht. Als es steil hinunter in die Schlucht geht stellen wir das Auto ab und gehen zu Fuß weiter. Dort unten fließt tatsächlich Wasser, wenn es auch zu dieser Jahreszeit eher ein Rinnsal ist. Das Wasser ist richtig warm, aber zum baden doch nicht tief genug! An einer weiteren Stelle finden wir noch eine schöne Sicht in die Schlucht. Den Weg zu den Ongongo Wasserfällen treten wir auch nicht mehr an, sondern beschließen, den Tag ruhig in Fort Sesfontein ausklingen zu lassen. Die Unterkunft im ehemaligen Fort ist sehr gemütlich, das Abendessen ist gut und wird auf der Terasse neben dem Pool serviert. Morgen ist "Ruhetag," das heißt wir fahren nicht selbst, sondern machen eine geführte Tour zum Hoanib wo wir hoffen die Wüstenelefanten zu sehen.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201427. Jan. 2015 · #8
noch ein Versuch die Bilder einzufügen:
Felszeichnungen bei Twyfelfontein
im "Versteinerten Wald"
und in der Khowarib Schucht:
(keine Ahnung warum es plötzlich wieder funktioniert hat!)
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201427. Jan. 2015 · #9
Do.25. Sept.
Nach dem Frühstück erwartet uns schon unser Guide. Wir sind die einzigen beiden Gäste heute. In rascher Fahrt gehts von Sesfontein nach Westen. Am ersten Abzeig zum Hoanib erklärt der Guide, daß es hier zu tiefen Sand gibt und wir besser den nächsten Weg nehmen. Zunächst schlängelt sich der Weg durch den Sand an den Bäumen vorbei auf denen die schon erwähnten Mopanewürmer zu finden sind, wörtlich: "wo sie geerntet werden!" Anschließend folgt eine weite sandige Ebene, die manchmal vom Hoanib vollständig überflutet sein soll. Es ist schwer zu glauben wenn gerade gar kein Wasser da ist. Eine Herde Strauße, mit etlichen Jungen, rennt vor uns davon. Plötzlich stehen auf dem Weg vor uns einige Giraffen. Sie sind etwas scheu und laufen erst mal davon. Dann bleiben sie doch neben dem Weg stehen und schauen uns neugierig an, ehe sie nach ein paar Minuten offensichtlich genug von uns gesehen haben und sich weiter in die Büsche schlagen. Dann erreichen wir das eigentliche Flußbett, in dem gerade noch ein paar Pfützen zu sehen sind.
Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es einen Checkpoint, den wir anfahren um uns über die Besonderheiten des Hoanib Flußes erzählen zu lassen. Heute morgen seien Elefanten nach Osten im Rivier hinauf gesehen worden. Wir machen uns auf die Suche. Zunächst im Flußlauf selbst, dann auf den mit Büschen bewachsenen Kiesbänken auf der rechten Seite, den Bergen zu. Von Elefanten keine Spur. Nach etwa einer Stunde geben wir auf und fahren den Rivier abwärts nach Westen.
Dann sehen wir sie doch! Zunächst ein einzelner Elefant, der am Rand der Büsche grast. In einem dichter bewachsenen Teil des Tales steht der Rest der Herde, von denen wir etwa fünf ganz gut beobachten können. Sie fressen friedlich vor sich hin, bis es einem von ihnen wohl doch nicht gefällt, daß wir relativ nah sind. Er kommt langsam näher und wedelt stark mit den Ohren. Unser Guide versteht das als Warnung und fährt ein Stück weg, der Elefant ist beruhigt und frisst wieder gemütlich weiter. Als wir die Gruppe dann im Rivier passieren, sehen wir noch, was uns der Guide vorher schon erzählt hatte. Ein Elefant gräbt mit dem Rüssel ein Loch in den Sandboden um an das Grundwasser zu gelangen. Wüstenelefanten können bis zu 200 Liter Wasser auf einmal trinken und dann wieder einige Tage ganz ohne Wasser auskommen! Sie sind außerdem auffallend kleiner als die übrigen afrikanischen Elefanten.
Beim graben eines Wasserlochs!
Auf der weiteren Fahrt kommen wir noch zu einem angelegten Wasserloch, das anscheinend gerade unbesucht ist. Wir sind schon vorbei als nach einer Wegbiegung plötzlich 2 Elefanten mit Baby rasch auf uns zukommen. Es sieht wieder bedrohlich aus und wir machen uns rückwärts aus dem Staub. Doch die Elefanten haben kein Interesse an uns, die wollen nur rasch zum Wasser. Weiter nach Westen wird die Vegetation spärlicher und die Schlucht enger und felsiger, ehe sie sich später wieder weitet und sandig wird. Vereinzelt stehen größere Bäume im Rivier von denen der Guide zu berichten weiß das die Elefanten diese Blätter sehr gern mögen. "Das ist Schokolade für sie". Es ist schon vorgekommen daß Touristen mit Dachcampern unter diesen Bäumen übernachtet haben und die Elefanten die Autos als willkommene Treppe benutzten! Wir haben Bilder solcher Autos gesehen! Wir fahren hinunter bis Amisport wo der zugängliche Teil des Hoanib endet. Von hier aus bis zur Küste sind es etwa noch 40km, aber die gehören zum nördlichen Skeleton Nationalpark und sind nur mit besonderer Genehmigung zu besuchen. Von hier aus gibt es auch eine Piste über die sandige Hochfläche zum Hoarusib nach Purros. Aber da es sich nicht empfiehlt diese Strecke allein zu fahren, werden wir am nächsten Tag doch wieder die "normale" Straße nehmen. Auf dem Rückweg treffen wir nochmal auf eine Herde Elefanten. Der größte Bulle steht quer mitten auf dem Weg wie ein "Wächter". Hier ist kein vorbeifahren möglich. Nach gut 10min begibt er sich gemächlich zu den Büschen am Rand um zu fressen. Er ist aber gerade mal gut 10 m vom Weg entfernt. Auch die übrigen Elefanten stehen fressend, nicht weit von Weg, an den Büschen. Nach einer Weile fahren wir langsam aber durchaus mit einem leicht mulmigen Gefühl vorbei. Die Elefanten nehmen aber kaum Notiz von uns! Nach diesem erlebnisreichen Tag freuen wir uns aufs Abendessen und gehen anschließend wieder ziemlich früh zu Bett.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201428. Jan. 2015 · #10
Allradfahrten durchs Kaokofeld
Fr.26.Sept.
Nach dem Frühstück machen wir in der Morgensonne noch ein paar Fotos. Dann tanken wir das Auto nochmals voll auf, denn ab hier gibts jetzt die nächsten 800 bis 1000km keine Tankstelle mehr. Wir verlassen Damaraland und sind nun im Kaokofeld. Die Straße ist hier deutlich schmaler und windet sich, nachdem wir den Hoanib hinter uns gelasssen haben, durch die Berge nach Norden.
kurz nach Sesfontein
Später folgt sie teilweise sandigen Flußbetten oder führt über steinige Uferböschungen. Hier ist überall noch grünes Buschwerk und so sehen wir auch wieder Giraffen die nur wenige Meter entfernt stehen. Ein Auto begegnet uns und wir müssen kurz eine Stelle suchen wo wir gut aneinander vorbei kommen!
Mit einem Mal hört die Vegetation auf und die Sandfelder vor Purros beginnen. Soweit das Auge reicht nichts als Sand. Einige weit verstreut liegende Häuser tauchen auf: Purros. Wovon leben die Leute hier, wo doch weit und breit nichts ist außer Sand? Die Fahrspuren verzweigen sich im Sand, das Navi kann nur noch allgemeine Orientierung bieten. Wegweiser gibt es zum "Shop" und zu einer Campsite. Es ist erst Mittag und wir beschließen das "lebende Museum der Himbas" zu besuchen. Einer der Spuren nach Nordost folgend sehen wir dann auch ein Schild, das uns den Weg zum Museumsdorf zeigt. Der Himba Kraal besteht aus einem Zaun von Ästen und Zweigen mit ca.100 m Durchmesser. Innerhalb liegen verstreut einige Hütten. Der Zaun dient zur Sicherheit vor wilden Tieren für Menschen und Haustiere. Nachts werden auch die Ziegenherden herein gebracht, die tagsüber irgendwo außerhalb nach Futter suchen. Am schmalen Eingang empfängt uns ein Mann. Er erklärt kurz wieviel Eintritt wir bezahlen müssen und stellt dafür eine Quittung aus. Damit erwerben wir auch die Erlaubnis alles zu filmen oder fotografieren. "Moro Moro" werden wir begrüßt, eine Frau in traditioneller Kleidung, mit Lendenschurz und der typischen Haartracht sowie der roten Farbe mit der sie eingerieben ist, sitzt neben einer Hütte. Umgeben von einigen Kindern, die jedoch "normale" Kleidung tragen. Sie beginnt einen der roten Steine zu zermahlen. Dazu benutzt sie einen rundlichen Stein in der Hand, mit dem sie auf einem größeren flachen Stein den roten, weichen Stein zu Pulver zermahlt. Das Pulver ist dann der Farbstoff mit dem sich die Himbafrauen einreiben.
An einer der nächsten Hütten zeigt uns eine andere Frau wie das vor sich geht. Sie hat drei kleine Behälter, in einem ist eine ölige Flüssigkeit, in der anderen ein Fett und im dritten das rote Pulver. Sie vermischt das ganze in der Handfläche und reibt sich den ganzen Oberkörper damit ein. Die ganze "Vorstellung" hat etwa 15min gedauert und erscheint uns sehr lustlos. Danach werden wir in die Mitte des Kraals geführt wo die Frauen ihre selbst hergestellten Souverniers verkaufen, mit durchaus mehr Interesse! Wir erstehen ein paar Teile, wenn auch manches überteuert scheint. Dann beginnt der Mann der uns herumgeführt hat auch noch für sich selbst etwas zu erbetteln und da ich sowas gar nicht mag fahren wir ziemlich schnell weiter. Insgesamt ein enttäuschender Eindruck. Wieder zurück in Purros suchen wir in den vielen Spuren im Sand einen Weg um das Bett des Hourasib zu queren. Das Navi zeigt nichts eindeutiges an und so folgen wir einer Spur durch tiefen Sand zur anderen Seite und weiter nach Nordwesten. Doch die Spur endete an einem Zaun, dahinter liegt ein offensichtlich neues Camp, das aber wohl noch nicht fertig ist. Es geht auch nicht am Zaun entlang weiter und wir müssen ein ganzes Stück zurück. Klar das die Spur sehr befahren wirkt, wenn man immer zweimal da entlang fährt! Ich folge dann spontan einer anderen Spur, die ziemlich gerade, durch immer noch tiefen Sand, nach Norden führt. Nach einiger Zeit erreichen wir dann auch wieder die Straße. Schade das wir den Weg durch den Hourasib und Khumib nach Norden nicht nehmen sollen, weil wir allein unterwegs sind und es für die Fahrt nur mit einem weiteren Begleitfahrzeug sicher genug ist. So fahren wir die nächsten 100 km auf relativ "guter" Straße durch die graue Steinwüste. Auf die Frage nach einem Picknickplatz sag ich zu Slawa: "such dir doch einen schönen Platz aus", kaum ausgesprochen müssen wir beide lachen: es ist auf der ganzen Strecke überall die gleiche Wüste! Allerdings hätten wir uns sowieso irgendwie hinstellen können, es begegnet uns an diesem Tag kein Auto mehr.
Dann erreichen wir Orupembe! Vorbei an einem eingezäunten Gebäude, dessen Funktion uns nicht ganz klar wird, verzweigt sich der Weg. Die Straße führt nach rechts am "Shop" vorbei und wo noch zwei oder drei andere Häuser zu sehen sind. Unser Weg geht durch eine sehr steile Flußdurchfahrt und dann auf einem groben Schotterweg weiter nach Nordosten. Wir begegnen einem Himba auf einem Esel.
Danach wird der Weg sandiger und wir kommen an der Kreuzung Orupembe Nord vorbei. Abwechselnd folgen steinige und sandige Abschnitte, gespickt mit ein paar steileren und flacheren Flußquerungen. Plötzlich teilt sich der Weg vor uns in drei Richtungen, zum Glück weiß das Navi den richtigen Weg! Nach den letzten 2 km mit sehr felsigem Untergrund haben wir das "House on the Hill" auch schon erreicht. Eine kurze, steile Abfahrt und das Auto steht auf dem überdachten Parkplatz. Das "Haus Nummer 2" ist ein geräumiger Rundbau mit Küche, Schlafzimmer, Bad und einer schönen Terasse, von der wir später den Sonnenuntergang genießen. Die Terassen Möbel sind komplett aus alten Ölfässern hergestellt und nicht mal unbequem.
Die nette Frau die uns einweist hätte uns gern auch etwas Feuerholz verkauft damit wir ein "Braai" machen können. Wir hatten aber keine Gelegenheit gehabt, Fleisch zum grillen zu besorgen. So müssen wir uns aus den mitgebrachten Dosen versorgen, aber uns dazu erst mal einen Dosenöffner leihen! Wenigstes haben wir Wein dabei und genießen den Abend und den Sternenhimmel auf der Terasse.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201428. Jan. 2015 · #11
Sa.27.Sept.
Ruhetag, zumindest für meine Frau, ich hab ihr versprochen daß wir heute zwar einen Ausflug machen, sie aber mal nicht selbst zu fahren braucht. Nach dem Frühstück brechen wir auf, die Auffahrt ist so steil daß sie in "normalen" ersten Gang nicht zu bewältigen ist! Zunächst fahren wir zu dem ca. 2 km entfernten Marmorsteinbruch "Marble Mine". Hier wurden tatsächlich große Marmorblöcke aus dem Berg geschnitten, einige liegen auch noch nummeriert zu Abtransport bereit. Allerdings frage ich mich, wie die Blöcke auf DEN Wegen überhaupt mit LKWs transportiert werden können!
Auf dem Rückweg durchqueren wir ein kleines Himbadorf ohne die übliche Einzäunung und begeben uns auf die Straße nach Norden. Aus einem Reisebericht wußte ich, daß der vor uns liegende "Roidrompass", durchaus schwierig zu befahren sei.
Als wir den felsigen Aufstieg erreichen halte ich erst mal an und begehe den Weg zu Fuß. Es ist purer Fels, ein wenig stufig aber nicht übertrieben steil. Dann fahre ich den Berg langsam aber sicher hinauf. Meine Frau filmt das ganze und ich bin doch etwas stolz dieses Stück so gut bewältigt zu haben. Schließlich hatte ich noch keinerlei Erfahrung in solchem Gelände!
Bergauf...
Auf der Bergabseite ist der Untergrund mehr in Form großer, flacher und eher loser Steine zu befahren. Auch das ist kein größeres Problem, wieder werde ich gefilmt wie ich ganz langsam den Berg herunter krabble. Die Landschaft ist hier ziemlich wild, mit spärlichem Bewuchs von schwarzen, kahlen Büschen. Dann windet sich die Straße ein Tal hinab und wir erreichen eine kleine Ebene.
...und Bergab
Da ist auch schon die "Roi Drom", die "roten Tonne". Eine wichtige Weg Markierung vor der Erfindung des GPS Navis. An der roten Tonne hat jemand eine Art Tisch aufgebaut, auf dem einige Steine zum Verkauf liegen. Wie aus dem Nichts taucht auch der "Verkäufer" auf und bietet uns verschiedene Steine an. Wir machen ein paar Fotos, kaufen ihm ein paar der Steine ab. Dann fragt er uns nach etwas zu essen und mit Schrecken stellen wir fest, daß wir unseren Rucksack mit dem Brot und Käse zu Hause vergessen haben! Sehr leichtsinnig! Wir können ihm nur eine halbe Flasche Wasser da lassen, er hat uns sehr leid getan!
Wir überlegen was wir weiter machen. Nach Norden fahren zum Camp Syncro? Aber dort treffen wir möglicherweise auf ein paar "Van Zyls Pass Bezwinger" und mit denen mag ich mich nicht messen. Auf die luxuriösen Camps westlich der Hartmann Berge haben wir auch keine Lust, dazu kommt das wir eigentlich nicht so weit fahren wollen, da wir keine Ahnung haben wie hoch der Spritverbrauch bei unserem Fahrzeug ist und wir ja noch eine gehörige Strecke vor uns haben ehe wir wieder tanken können. Wir beschließen deshalb auf einer Pad, westlich um die Berge herum, wieder nach Orupembe zu fahren. Im Nachhinein stellte sich heraus: auch das war eine Strecke von über 200 km! Zunächst folgen wir dem Weg nach Westen bis zur Blauen Tonne. Hier haben Spaßvögel ein Telefon und eine Satelittenschüssel aufgebaut mit dem Hinweis: "no Satellite signal due permanent Load shedding in this area". Der Weg, der uns wieder durch Stein- und Sandwüste zurück nach Orupembe führt, zweigt dort nach Süden ab.
Diesmal besuchen wir den dortigen "Shop Nr1" Der Laden besteht aus einem Steinhaus von etwa 4x4 Metern mit einer Theke und einem Regal dahinter. Im Regal stehen einige einsame Dosen, ein paar Tüten mit Nudeln und andere wahrscheinlich mit Mehl. Wasser gibt es nicht, aber eine Flasche Wein haben wir entdeckt und gekauft, damit wir nicht mit leeren Händen wieder gehen müssen.
Den Weg zum House on the Hill kennen wir ja schon und so erreichen wir am späten Nachmittag wieder unser Quartier. Nun sind wir doch hungrig, bereiten rasch etwas vorzeitig das Abendessen und genießen anschließend wieder den Abend auf der Terasse. Morgen wollen wir früh aufbrechen, wir haben ca. 240 km bis zu den Epupa Fällen vor uns und davon sind 180 km auf "bad road" zu bewältigen. Selbst das Navi sagt eine reine Fahrzeit von 8 Std vorraus und wir wollen nicht erst im dunklen ankommen!
....wenigstens hat es im Orupembe Shop einen solarbetriebenen fridge, trotz des sehr
mageren und wenig hilfreichen Angebots......wie ich erstaunt festgestellt habe........ 😄 😄 😄
mit Grüssen,
BMW
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201428. Jan. 2015 · #13
@BMW wer soll da auch was kaufen? Wasser oder andere Getränke außer Wein, Bier und Schnaps gabs ja auch nicht, nicht mal Sü0igkeiten! Gruß Volker
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201428. Jan. 2015 · #14
So.28.Sept.
Schon früh um 7 Uhr gehts heute los, die Koffer hatten wir abends noch gepackt. Sonntagsausflug? Zunächst gehts zurück auf bekanntem Weg zur Kreuzung Orupembe Nord. Von hier folgen wir dem Weg nach Südosten, der anfangs noch ganz passabel aussieht und uns durch hügeligen Busch führt. Die Büsche sind schwarz und fast kahl, wie auf dem überwiegenden Teil der heutigen Strecke. Zu-nächst windet sich der Weg im Tal entlang um die Berge herum. Mal grober Schotter auf der einspurigen Straße, dann wieder sandig, geht es weiter zwischen den Bergen hindurch. Inzwischen nach Nordosten.
Auf Einmal sehen wir Staub vor uns und haben nach wenigen hundert Metern ein Fahrzeug eingeholt. Es geht ein paar steilere Uferböschungen hinunter und wieder hoch und wir können uns mal am vorrausfahrenden Fahrzeug orientieren. Bei der Siedlung Otjihaa biegt das Fahrzeug mit den einheimischen nach rechts ab. Dort steht auch ein Schild "Kanister Tankstelle." Wenn es also hier mitten im Busch eine Tankmöglichkeit gibt brauchen wir auch weniger Angst zu haben das wir unterwegs wegen Spritmangel liegen bleiben. Am Wegrand liegt ein ausgeschlachtetes Gestell eines Wohnanhängers! Wenn der bis hierher kam, kann die Straße ja nur besser werden.
Jetzt gehts direkt nach Norden weiter und die Straße wechselt mal wieder von Schotter auf felsigen Untergrund. An einem Berghang geht es nur sehr langsam hinauf, weil der Boden natürlich nicht eben ist und außerdem ziemlich scharfkantige Formen hat. Bloß keinen Platten fahren! Aber wir haben sehr gute, geländetaugliche Reifen und unsere Befürchtungen sind unbegründet, die Reifen halten die ganze Zeit gut durch. Da es bergab auch nicht viel besser ist, sind wir froh mal wieder sandigen Boden unter die Räder zu bekommen.
Hier ist das Buschwerk grün und dicht. Wir fahren ein längeres Stück ostwärts in einem Rivier entlang. Der Sand wird tiefer und wir nähern uns der Etanga Junction, wo wir nach Norden abbiegen. Die Straße hat nun die Nummer D3703. Hier sehen wir einige Siedlungen, neben der Straße sind immer wieder Himbas in kleinen Gruppen unterwegs. Irgendwie getrauen wir uns nicht so recht anzuhalten und wegen fotografieren zu fragen. Es geht weiter auf sandiger Straße durch den Busch nach Norden bis zur Siedlung Otjitanda. Hier zweigt die Route zum Van Zyls Pass nach Westen ab. Wir fahren nordöstlich weiter, passieren ein paar Rinderherden, und sehen uns plötzlich vor einem sehr steilen, felsigen Anstieg. Wir sehen uns das an und befragen mal das Navi etwas intensiver. "Heartbreak Hill" steht da und "Very steep rock uphill to west!" 100 m zurück zweigen Spuren nach links ab, dort war mal eine Campsite, die nicht mehr in Betrieb ist. Vielleicht kann man von dort aus, im Rivier entlang, den Hügel umfahren. Der Weg kommt dort mit dem Rivier wieder zusammen. Nach knapp einem Kilometer entpuppt sich der Weg als Sackgasse und zum Rivier kommt man da auch nicht, es liegen größere Felsen im Flußbett. Also zurück und den Anstieg in Angriff nehmen. Vorgelege einlegen, ersten Gang und langsam den Felsen hinaufklettern. Es sind nur ca.150 m nach oben, dennoch muss man ganz schön lenken um die Stufen zu befahren. Nachdem wir etwa dreiviertel oben sind, sehen wir über die Kuppe ein Fahrzeug mit Einheimischen entgegenkommen. Zum Glück sind wir gerade an einer Stelle wo auch wirklich beide Fahrzeuge aneinander vorbei kommen! Ich muss nur ein kleines Stück zurück und dann an den Rand fahren. Die Anderen winken uns zu aber ich habe den Eindruck daß sie etwas ungläubig schauen als sie uns sehen. Oben ange-kommen dachte ich eigentlich, das schlimmste hätten wir nun hinter uns, aber es hieß ja: "to west" also in der Gegenrichtung! Es geht sehr steil und felsig bergab, die Straße ist nicht viel breiter als das Fahrzeug, rechts und links sind meterhohe Felsen. Fahren ist nur in der Mitte möglich da sich das Auto je nach Stufe mal nach rechts und mal nach links neigt. Ich rufe mir ins Gedächtnis wie man im schwierigen Gelände bergab fährt: "L-1. Gang und ja den Fuß weg von der Kupplung!" An filmen oder fotografieren denken wir in dem Moment beide nicht! Ganz langsam mit viel schaukeln geht es hinunter. Nach einer uns ewig erscheinenden Zeit sind wir unten. Hier steht ein Baum, wir sind im sandigen Rivier und machen erst mal Pause. Ich sehe mich etwas um und zu meinem Schreck geht es gegenüber nochmal genauso steil und felsig hinauf! Nachdem wir uns gestärkt haben wollen wir dann doch noch ein paar Bilder machen, doch in dem Moment taucht am Pass hinter uns eine Rinderherde auf. Ich befürchte, daß die den vor uns liegenden Pass auch wieder hinauf getrieben werden. Wenn sie dann beim Aufstieg ihre Fladen hinterlassen, könnte es rutschig werden und ich befürchte es wird dann noch schwieriger sein. Also schnell los und den Berg hinauf. Wieder sind es etwa 150 m Anstieg. Mindestens genauso steil und felsig wie beim ersten mal. Warum steht das nicht in der Karte daß es zweimal bergauf und bergab, felsig und stufig ist? Das Auto quält sich hinauf und ein- zweimal fürchte ich das mir die Motorleistung nicht reicht und der Motor ausgeht. Es müssen ja Stufen von mehr als 20cm Höhe überwunden werden und die Drehzahl sackt immer wieder gefährlich weit ab! Endlich sind wir oben, aber es bleibt keine Zeit zu verschnaufen, die Rinderherde kommt tatsächlich nach. Abwärts ist es fast noch schlimmer! Die Stufen sind fast noch höher und es ist nicht viel Platz um eine optimale Spur zu finden. Unmittelbar vor dem Fahrzeug sieht man nichts! Drei oder viermal setzt dann auch das Fahrzeug mit dem Boden auf! Hoffentlich ist nun nichts beschädigt! Eine Panne hier wäre wirklich fatal! Von einer Beschädigung des Tanks bzw. der Kraftstoffleitung ganz zu schweigen. Aber wir haben Glück, es ist nichts passiert! Von hier an wird es zwar flacher aber nicht unbedingt besser! Der Untergrund bleibt felsig und sehr uneben. Steine ragen in unregelmäßigen Abständen 10 bis 20 cm hoch aus dem Untergrund heraus. Es gibt keine Möglichkeit auszuweichen, sie erstrecken sich über die gesamte Fahrbahnbreite. An manchen Stellen scheinen ganz links weniger Steine zu sein, aber wenn man dort fährt, kratzen die harten Büsche die gesamte Seite des Autos auf. Die Büsche sind hier in den Bergen wieder schwarz und wirken fast bedrohlich. Es geht schier endlos bergauf und bergab genauso steinig weiter, nur unterbrochen von ein paar sandigen Flußbetten.
Da erscheinen 20 Meter Sand schon als Erholung! Da wir, so gut wie ausschließlich, im 1. Gang fahren müssen, macht sich die Sorge um den Tankinhalt wieder breiter. Wir haben 140 Liter an Bord, jedoch keine Ahnung, wieviel wir bei solcher Fahrt verbrauchen Auch bei dem gestrigen Ausflug konnten wir fast ausschließlich im ersten und 2. Gang fahren. Wir kommen an einer Himba Siedlung vorbei, das müsste der Karte nach Etwanga sein. An einer Stelle kommen ein paar Kinder rasch zum Auto gelaufen.
Der größte Junge etwa 11-12 Jahre alt, schnappt sich rasch die ganze Handvoll Früchte, die wir ihnen hinausreichen. Die kleineren Jungs und Mädchen, 7 Kinder im ganzen, strecken nun auch noch ihre Hände herein und wir geben den anderen auch noch, aber nun darauf bedacht das jeder etwas bekommt. Jetzt kommt auch die Mutter dazu, stolz zeigt der Junge seine "Schätze", doch die Mutter besteht darauf, daß er mit den anderen noch teilt. Die Mutter möchte etwas Geld ist aber schon mit 10 N$ zufrieden. Die Straße wird von hier an geringfügig besser, dennoch muss man weiterhin sehr aufpassen, da immer wieder Steine mitten in der Fahrbahn auftauchen. Ein weiteres Auto begegnet uns, wir grüßen und der Fahrer streckt uns anerkennend den Daumen nach oben entgegen! Weitere Himba Hütten tauchen auf. Zwei Mädchen etwa 8 und 11 Jahre alt stehen da, wir halten an und sie kommen zum Auto.
Wir geben ihnen ein paar getrocknete Früchte, den Tip haben wir auch aus einem Reisebericht, und sie stellen sich gleich in Positur zum fotografieren. Sie haben die typischen nach vorn geflochtenen Zöpfe und sehr schöne Halsketten. Es ist jetzt kurz vor 15:00 Uhr und es sind noch etwa 30 km bis Okangwati wo es erstens eine Kanister Tankstelle gibt und von dort aus die gut ausgebaute C46 nach Epupa Falls führt. Ab hier ist es nur noch sandig und es wird erstmals nach Stunden wieder möglich im 2. Gang zu fahren. Die Besiedelung wird dichter, wir nähern uns Okangwati. Nun durchqueren wir ein breites Rivierbett und sind wieder auf einer richtigen Straße. Die Schilder, in der Richtung aus der wir kommen, warnen: 103 km Flußdurchfahrten und kurven-reiche Strecke! Die Tankanzeige, sie soll sehr spät erst anzeigen wenn es weniger wird, zeigt noch keine Regung und so beschließen wir die 75 km nach Epupa noch zu fahren. Klar das wir die Strecke auch wieder zurück müssen. Nachdem ich seit den steilen Bergstrecken alles allein gefahren bin, wechseln wir nun nochmal und ich bin dankbar, daß Slawa die letzten 75 km fährt. Nach gut einer Stunde Fahrt erreichen wir dann kurz nach 17 Uhr Epupa Falls. Die Omarunga Lodge liegt direkt am Kunene und unser Zeltbungalow direkt am Ufer.
Die Palmen auf der anderen Seite stehen schon in Angola.
Nachdem wir unser Gepäck verstaut und uns ein wenig frisch gemacht haben gönnen wir uns erst mal einen Amarula, den haben wir uns heute redlich verdient! Nach dem Abendessen plaudern wir noch mit anderen Gästen und dem Betreiber der Lodge über unser "Abenteuer". Diese Straße sei er auch noch nie gefahren, aber nach unseren Schilderungen würde er das auch nicht alleine tun!
danke für Deinen schönen und ausführlichen Reisebericht, ich freue mich besonders daran, da wir Teile der Strecke im September fahren werden, allerdings mit einem Bushcamper. So bekomme ich schon mal einen Vorgeschmack. 😁
Die Idee, unseren Proviant reichlich zu dimensionieren, damit wir auch mal was abgeben können, ist durch Deinen Bericht noch konkreter geworden.
Ich werde weiter begeistert mitreisen und freue mich auf die nächsten Kilometer. 😄
Viele Grüße und vielen Dank Karin
Nun weiß ich auch sicher, dass ich ein Auffüllen unseres Proviants in Orupembe nicht einplanen kann. 😄 😄 😄
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland
Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201428. Jan. 2015 · #16
@chamäleon2011 Hallo Karin Stimmt in Orupembe bekommst du nur sehr wenig! Vor allem Trockenfrüchte bekommst du eigentlich nur in Windhuk. Den Tip das an die Kinder statt Bonbons zu verteilen hab ich aus einem Reisebericht hier aus dem Forum! Brot hatten wir in Form von abgepackten Pumpernickel ausreichend aus Deutschland mitgebracht und konnten gegen Ende auch davon noch einiges verteilen. Und ess- und trinkbares kommt im Kaokofeld immer gut an, wenn man was verteilen kann. Ich habs nicht immer genau geschildert wo wir mal Kleinigkeiten verteilt haben. Bin auch gespannt auf eure Reiseroute und den anschließenden Bericht!
Viele Grüße Volker
Nachtrag: Auch im Shop in Sesfontein gibt es nicht viel um "Vorräte aufzufüllen" !
Ja, in Sesfontein waren wir schon und das Angebot war sehr "überschaubar", aber doch deutlich größer als in Orupembe. 😗
Wir werden, da wir mit Bushcamper und Kühlbox reisen, unseren Großeinkauf in Windhoek machen und in Swakopmund und Opuwo gegebenenfalls aufstocken, da wissen wir, wie das Angebot aussieht. 😄
Ich werde einfach unsere Brotvorräte und alles, was gut hält, großzügig bevorraten, nach dem Motto, alles, was reingeht ins Auto und auch an Trockenfrüchte denken.
Liebe Grüße Karin
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biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201428. Jan. 2015 · #18
Mo.29.Sept.
Heute besuchen wir ein Himba Dorf in der Nähe. Der Guide, der uns dorthin bringt und uns alles erklärt, stammt aus dem Dorf was ganz sicher von großem Vorteil ist. Die Tour ist zwar von der Lodge organisiert, findet aber nach den Regeln der Himba im Dorf statt: Die Besucher bringen Gastgeschenke in Form von Mehl und anderen Lebensmitteln mit. Das übernimmt der Guide, das Dorfoberhaupt "begutachtet" alles und heißt die Besucher dann willkommen. Das Dorf, es liegt einige Kilometer südlich in der hügeligen Landschaft, ist etwas größer als das bei Purros. Die Bewohner begrüßen uns freundlich: "moro moro". Unser Guide erzählt interessantes über Kultur und Traditionen der Himba, und das heute noch viele in dieser Tradition leben. Die Männer sind allerdings überwiegend im ganzen Land zum arbeiten unterwegs. Die größeren Kinder sind in der Schule, so daß hier fast nur Frauen und kleine Kinder anwesend sind. Wir erfahren den Unterschied zwischen Schlaf- und Aufenthaltshütten und wo Vorräte und sonstige Gebrauchsgegenstände gelagert sind. Auch für die Hühner sind kleinen "Ställe" oben in die Bäume gebaut, damit kein Raubtier dran kommt.
Die Frauen freuen sich über unseren Besuch, lassen sich gern mit uns fotografieren und haben riesen Spaß dabei. Als ich zwischen zwei Frauen zum Foto stehe, nehmen sie meine Arme und legen sie sich auf ihre Schultern. Hinterher war ich dann an einigen Stellen rot, ihre Farbe färbt ab! Eine Frau zeigt uns dann die Zeremonien Hütte, in der zum Beispiel geheiratet wird und und was dazu für besonderer Schmuck und Kopfbedeckungen getragen werden. Auch das einzige Feuer, das in einer Hütte brennen kann, ist ein rituelles Feuer, das nur zu Zeremonien angezündet wird. Gekocht wird draußen im Freien wo der Topf zwischen Steinen steht wie überall in Afrika üblich.
Nachdem wir alles gesehen haben und alle Fotos reihum gemacht sind, haben wir noch Gelegenheit auch hier selbstgemachte Schmuckstücke zu kaufen. Hier ist der Schmuck schöner gemacht, eine Figur und einige Ketten finden dann noch Platz in unserem Rucksack.
Nach zwei Stunden verlassen wir das Dorf wieder und sind ganz überrascht, als wir auf dem Rückweg noch eine Schule besuchen. Der Schulleiter führt uns durch die Klassen und wir merken das den Schülern so eine Abwechslung mehr Spass macht als das lernen! Spontan stimmt eine Klasse ein Lied für uns an und alle klatschen im Takt dazu mit. In der nächsten Klasse beginnen ein paar Mädchen sogar zu ihrem Gesang zu tanzen und der Beifall ist ihnen sicher. Ich fotografiere einige der Kinder von nah und zeige ihnen sofort die Bilder was viel Gelächter hervorruft. Leider war gar nicht Zeit für alle und dann fahren wir auch schon wieder zurück.
Nach dem Mittagessen ruhen wir uns noch ein bissel aus. Nachmittag machen wir dann mit einem Guide eine kleine Wanderung am Kunene entlang, wir wollen Krokodile sehen. Auf dieser Seite sind Krokodile selten anzutreffen dennoch schaut der Guide erst vorsichtig um jede Ecke ehe wir weiter gehen. Nach einer Stunde sind wir an einer Stelle wo wir zum erstem mal ein Krokodil sehen. Es ist ein junges, noch kleines Tier, das auf einer Sandbank mitten im Fluß liegt und nach kurzer Zeit ins Wasser gleitet. Wir gehen noch ein Stück und suchen immer wieder mit dem Fernglas das andere Ufer ab. Dann erspähen wir doch noch ein großes Krokodil am anderen Ufer. Es misst wohl gut 5 Meter und liegt träge im Sand.
Irgendwie hatten wir wohl gehofft etwas näher an die Krokodile heranzukommen bzw. einige mehr zu sehen. Doch man kann nie vorhersagen was man tatsächlich zu sehen bekommt und so müssen wir uns damit zufrieden geben. Nach der Wanderung in der Nachmittagssonne waren wir dann doch etwas erschöpft und genießen den Rest des Tages einfach auf der Terasse am Kunene. Nach dem Abendessen sitzen wir noch mit einem Schweizer Paar zusammen. Sie waren mit uns auf der Wanderung und übernachten auf der Campsite. Wir plaudern über die weitere Reise, und so werden wir uns dann möglicherweise im Etoscha NP wieder begegnen.
ganz toller Bericht, vielen Dank, ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
Gruß
Markus
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201429. Jan. 2015 · #20
Di.30. Sept
Heute morgen lassen wir es gemütlich angehen, wir werden nur bis Opuwo fahren. Das sind nur etwa 200 km auf guter Straße. Zunächst schauen wir uns aber noch die Wasserfälle an. Der Kunene stürzt sich an mehreren Stellen etwa 40 Meter tief in die Schlucht, eine davon ist besonders beeindruckend. Hier kommt das Wasser an einer V-förmigen Stelle von allen Seiten herunter.
Dann geht es in zügiger Fahrt nach Süden. In Okangwati, wo ja noch die Möglichkeit besteht aus Kanistern zu tanken, zeigt die Tankuhr immer noch nichts an. Die nächsten 90 km nach Opuwo wird es also sicher reichen! Wir besuchen einen der kleinen Shops und kaufen etwas zu trinken. Hier im Norden gibts natürlich kein Cola light, so das ich entweder Zuckercola oder Mineralwasser trinken muss. Unterwegs sehen wir ein seltsames Monument am Straßenrand. Auf einem Granitsockel ein roter Obelisk, auf den ein goldener Stern gemalt ist, gekrönt von einem großen, dünnen Kreuz. Die Inschrift sagt etwas über den Chief Tjipikita und das Datum 21.11.2010, der Rest ist offensichtlich in der Ovambo Sprache Otji geschrieben.
Nochmal passieren wir einige Dörfer der Himba und geben den Kindern Kekse und Bonbons, da wir keine Früchte mehr haben. Die Hügel sind weitgehend mit den kahlen, schwarzen Büschen bedeckt, die wir schon von der Fahrt aus Orupembe her kennen.
Typische Frisur der Himba Mädchen
Typische Frisur der Himba Jungen
Links am Straßenrand sehen wir noch einen erstaunlichen Friedhof. Einige Gräber sind mit Granit Grabsteinen versehen wie sie auch auf deutschen Friedhöfen zu finden sind. Es sind jedoch, wie die Namen zeigen, Einheimische. Sicher bedeutende Rinderzüchter, da hinter den Grabsteinen noch mehrere Gehörne von Rindern auf Holzstämmen angebracht sind. Auffällig ist auch das hohe Alter einiger der hier bestatteten: 93 und 95 Jahre. Neben diesen Gräbern befinden sich auch einige wohl traditionellere, es sind längliche Haufen flacher Steine aufgeschlichtet.
Unterwegs kommen wir dann sogar an der "Rückseite des Mondes" vorbei, so steht es zumindest am Shop in der Ovambo Siedlung. Wir sehen mehr grüne Bäume und erreichen Opuwo schon am frühen Nachmittag. Was für ein Trubel in der Stadt nach der Ruhe und Einsamkeit der letzten Tage! Wir fahren zunächst mal zum tanken, die Anzeige hat sich am Ende doch leicht bewegt. Zu meinem Erstaunen zeigt der Kilometerzähler des Autos ziemlich genau 800 km an, nach dem Navi hätten es knapp 900 km sein sollen. Dann gehen gerade mal 90 Liter Diesel in den Tank, er ist randvoll, das Auto stand sogar leicht geneigt mit dem Tankstutzen nach oben. Das hätte ich, nach den stundenlangen Fahrten im 1. und 2. Gang, nicht erwartet. Die Hektik der Stadt ist uns zu viel, wir holen nur noch Geld am Automaten und fahren zur Opuwo Country Lodge. Sie liegt oberhalb der Stadt auf einem Berg mit herrlicher Aussicht und kommt uns nach den letzten Tagen doch richtig luxoriös vor. Ich bade ein bissel im Pool, der überraschend kühles Wasser hat, aber die Erfrischung tut gut! Nach dem Abendessen bleiben wir noch ein wenig auf der Terasse sitzen und schauen in der grandiosen Sternenhimmel ehe wir zu Bett gehen.