Reisebericht

Tausche 550 gegen knapp 13.000 km oder Nix wie weg

von Helsinki · begonnen 08. Dez. 2014 · 4 Teile

Teil 108. Dez. 2014
Ich gebe es zu, mit diesem Vor-Reisebericht beuge ich der Faulheit und Trägheit vor, die mich regelmäßig nach einem Afrikaurlaub befällt. Zumindest was das Reisebericht schreiben angeht...
Jedes Mal lese ich vorher wie ein Weltmeister die Geschichten von euch auf, trommel ungeduldig auf die Tischplatte wenn mal jemand trödelt.. Und? Bin selbst viel schlimmer... Fange mal einen Bericht an und dann fehlt mir die Zeit 😣

Dieses Mal soll es anders werden 😄

Deshalb versuche ich mich mit diesem Vorbericht- der dann in dem RB mündet- selber zu überlisten...

Dieses Mal machen wir es uns einfach: Wir fahren weg! Keine Diskussion, weil nicht da- und Afrika sehen wir auch wieder!

Egal, wech is wech! 😄

Anbei mal kurz unsere Route.
Zum Hintergrund: Wir haben im Herbst 2012 geheiratet und seitdem keine Hochzeitsreise gemacht. Da wir beide beruflich ziemlich eingespannt sind und relativ viel arbeiten sollte es etwas sein, wo wir schöööön entspannen. Für mich immer der Kruger... 😊

Also Afrika- ohne Frage. Und am besten dorthin, wo es uns gut gefallen hat... Mein Mann hat auf Swaziland bestanden...

Abenteuer gibts wieder beim nächsten Mal 😄

18.12.14 Abflug Frankfurt-Addis Abeba-JNB-Kruger Int
19.12.14 Ankunft Kruger Int 16:00 --> Entgegennahme MIetwagen, 1. Nacht ausserhalb des KNP
20.12.- 22.12. Lower Sabie
22.12.- 26.12. Olifants
26.-27.12. Letaba
27.12-29.12. Hlane Royal NP Swaziland
29.12.-04.01. Kwa Nibela/Hluhluwe; Bushwillow Collection
04.01. Rückflug Kruger Int.- JNB-DXB-FRA
05.01.14 Ankunft Frankfurt

Wie ihr seht, wir lassen es diesmal für unsere Verhältnisse ruhig angehen.... 🤪

Ich wusel hier schon täglich durch die Bude, trage Dinge von A nach B, räume herum, baue Dinge dir wir mitnehmen in verschiedenen Ecken auf. Suche meine Safari-farbenen Klamotten raus ( trage ich berufsbedingt sonst her nicht...*öhm*), träume hektisch von Ferngläsern die fehlen und habe beschlossen diesmal mit kleinem Fotogepäck zu reisen... 🤩

Lediglich eine 50D mit EF 17-450 L 1:4 USM und EF 70-200 L F4 IS USM mit Konverter kommen mit.... Plus ne kleine Lumix Knipse (TZ vergessen)...

Das muss dieses Mal reichen...


Darauf schonmal ein:


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Teil 206. Jan. 2015
So ihr Lieben,

Mir san wieder da- leider.

Schöööön wars- und wir sind ziemlich wehmütig gestern Mittag wieder in Frankfurt bei 3 ° C gelandet. Mittlerweile sind die Taschen ausgepackt, alles gewaschen, Lebensmittel eingekauft und wir sind leider wieder in der Zivilisation angekommen. Für mich geht morgen der Arbeitsalltag wieder los, dementsprechend wird sich der RB dann wohl abends oder an den Wochenenden fortsetzen.
Ich habe mittlerweile alle Fotos gesichert, aber nicht alles gesichtet. Bitte seid also nachsichtig, wenn es damit etwas langsamer geht. Ich werde auch in der nächsten Zeit keine Zeit zur Fotobearbeitung haben, demnach läuft es nach dem Motto: Friss oder Stirb- und ihr müsst es euch anschauen wie es eben tatsächlich aussah 🤩

Los gehts mit dem 18. und 19.12.:

Donnerstag, 18.12.2014 und Freitag 19.12.2014

Endlich, der lang erwartete erste Urlaubstag ist da. Die Reisetaschen sind bereits fast vollständig gepackt, die Fototasche ist bestückt, das restliche Handgepäck bereit. Nach einigem Hin- und Her sind wir auch vollständig eingecheckt bis MQP.
Wir verbringen den Tag mit dem letzten Schliff was die Packerei angeht, bringen ein wenig die Wohnung auf Vordermann und letztlich warten wir nur noch. Unser Flug mit Ethiopian Airlines geht erst abends um 21.35.

Gegen 19.15 rufen wir uns ein Taxi, das uns und unser Gepäck- immerhin zwei Reisetaschen, und Rucksack, Fototasche, sowie Handtasche- zum Flughafen in Frankfurt bringen soll. Auf dem Weg dorthin stehen wir auf der Autobahn kurz im Stau, aber wir sind generell gut in der Zeit.
Angekommen am Terminal ein bringen wir unser Gepäck zum Baggage Drop off und fragen ob das Gepäck gleich bis Nelspruit durchgecheckt wird. Jaja, alles kein Problem sagt die Dame am Schalter- und auf dem Baggage Tag wird uns das angeblich bestätigt. Dennoch- wir bleiben skeptisch…
Die Zeit bis zum Abflug schlagen wir irgendwie tot. Der Flug ist unaufgeregt, entgegen aller Erwartungen sind der Service, das Essen und die Pünktlichkeit bei ET vollkommen in Ordnung. Morgens in Addis Abeba angekommen erhaschen wir einen ersten Blick auf das äthiopische Hochland und beobachten beim Warten auf die Maschine nach JNB das Starten und Landen einiger kleinen Cessnas auf dem Flughafen. Bisher eher ein schläfriges Treiben..
Nach knapp 2 Stunden- das reichte alles dicke zum Umsteigen- steigen wir in die Maschine nach JNB. Wieder verläuft alles tadellos: Essen, Service, Unterhaltungsprogramm und Pünktlichkeit; da gibt es nichts zu Meckern!

Angekommen in JNB müssen wir erstmal einen Ebola-Fragebogen ausfüllen, den dann jemand ungelesen einsammelt. Uns erschließt sich der Sinn nicht ganz, das scheint mir mehr ein Papiertiger als ein wirksames Mittel zur Vorbeugung der Verbreitung zu sein.
Nach dem wir die Einreiseprozedur hinter uns haben fragen wir noch schnell sicherheitshalber nach, ob wir unser Gepäck „umtragen“ müssen, oder ob es wirklich bis Nelspruit durchgegecheckt ist, wie die Baggage Tags es ausweisen. Zwei unterschiedliche Personen bescheinigen uns „ no problem“.. 🙄 🤩 Jaja… Wir bleiben skeptisch… 😈 Holzauge sei wachsam denken wir und werfen einen genauen Blick auf den Baggage Claim, wo auf dem Rollband anfangen die Gepäckstücke aus ADD ihre Runden zu drehen. Öhm, also, entweder reisen da noch zwei mit genau unserem Gepäck, oder unsere Taschen drehen gerade munter ihre Runden in Johannesburg auf dem Gepäckband anstatt auf dem Weg zum Verladen in die Maschine nach Nelspruit zu sein. 😗

Gut, dann eben so: Wir schnappen uns unsere Taschen, bringen alles zum Schalter von South African Airways (Transit Schalter wollte die Taschen nicht, da wir mit SAA Airlink fliegen… Wieso auch immer, Diskussion zwecklos) und geben es erneut auf. Wir haben das leise Gefühl, dass sich die Dame dort köstlich über den Versuch der Kollegen in Frankfurt amüsiert, das Gepäck bis MQP durchchecken zu wollen.
Wir schlendern langsam zum Abfluggate des Flugs nach MQP- ganze 45 Minuten beträgt die Flugzeit und der Abflug sollte um 15.30 sein. Eigentlich…. Letztlich heben wir um 16.15 ab- die eigentliche Ankunftszeit in MQP- und landen um 17:00 an unserem Ziel: Kruger Mpumalanga International. Hier steigt man einfach aus und läuft über das Rollfeld zum Flughafengebäude, das ein traditionelles Reetdach trägt und im afrikanischen Stil erbaut ist. Schuld an der Verspätung war was auch immer, haben wir nicht erfahren.

Während ich auf unsere Taschen am niedlichen kleinen Gepäckband warte schlägt sich Micha schon einmal zum Avis Schalter durch, damit sich die Entgegennahme des Mietwagens nicht noch mehr verzögert. Nach knapp insgesamt 25 Minuten für Gepäck und Mietwagen haben wir unseren weißen Hyundai ix35 mit knapp 19.000 km entgegen genommen. Er ist tippi-toppi- müffelt nur etwas fremd..
Los geht’s auf die N4 Richtung Malelane. Hier wollen wir im Superspar noch für die ersten 7 Tage einkaufen, bevor es nach Komatipoort geht, wo wir am ersten Abend außerhalb des Kruger Nationalparks übernachten werden.
Wir kommen relativ schnell in Malelane an, ohne jedoch die Geschwindigkeit zu überschreiten  Es sind südafrikanische Ferien und es wird kontrolliert wie verrückt. Nicht nur die Geschwindigkeit, insbesondere auch die Beladung. Uns kommen abenteuerliche Fahrzeuge entgegen bzw. fahren vor uns. Der schiefe Turm von Pisa ist bei einigen nichts dagegen. Diese Fahrzeuge werden mit schöner Regelmäßigkeit von der Polizei herausgewunken.
Im Spar decken wir uns mit dem Nötigsten ein: Rumpsteak, Rinderfilet, Rinderwürstchen, Gemüse, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Toast, Scones, Crackern, Käse, Obst, Wasser, Saft, Holzkohle, Kaffee, Tonic Water, Windhoek Lager, Savanna Dry, Weisswein. Weiter geht es nachdem alles nötige mit Eis in unserer faltbaren Coolerbox verschwunden ist dann Richtung Komaatiport, jetzt ist es schon dunkel, aber aufgrund der Verspätung des Flugzeugs haben wir keine andere Wahl. Wieder wimmelt es nur so vor Polizeikontrollen, was alles etwas verlangsamt.

Gegen 20.15 kommen wir in unserer Unterkunft, der Kruger View Lodge an. Hier haben wir ein nettes Zimmel mit eigenem Bad. Alles ist im afrikanischen Stil gehalten. Das Bad befindet sich hinter einer halbhohen Mauer im Zimmer, uns stört das nicht, aber es ist sicherlich nicht jedermanns Sache sich so „nah“ zu sein . Wir essen nur noch schnell ein paar Scones, trinken das erste Windhoek und Savanna. Ich habe wohl anscheinend 0,5 l Pullen beim Savanna erwischt- wusste garnicht, dass es die gibt.

Unterkunft: Kruger View Lodge, Bosbok Street 61, Komatipoort , Zimmer mit Garden View und En Suite Bad
Preis: ~ 30 Euro für zwei Personen
Fazit: Für eine Übernachtung als Start in den Kruger aufgrund der Nähe zum Croc Bridge Gate perfekt. Preis/Leistung stimmen hier, sehr sauber und sehr freundliche holländische Inhaber. Backpacker Unterkunft mit einigen „richtigen“ Zimmern. Dinner on Request, Bar auf Vertrauensbasis (Kühlschrank und Kasse). Wir würden wieder hier übernachten.
Teil 308. Jan. 2015
Samstag, 20.12.2015 – Kruger NP


Am Morgen wecken mich die typischen afrikanischen Geräusche und das Vogelgeschrei. Ich bin das erste Mal um vor 4.00 wach, aber wir wollten heute noch ein wenig länger schlafen- ich stehe um kurz vor 5 auf, packe schon einmal alles nötige zusammen. Micha schläft bis 5.30 und um 6.00 rollen wir vom Hof. Die nächsten Tage geht es wesentlich früher los, da gönnen wir uns heute nochmal eine extra Mütze voll Schlaf. 😐

Wir fahren Richtung Crocodile Bridge Gate, das Wetter ist relativ diesig und stickig. Am Gate angekommen machen wir nicht am Büro halt, sondern werden in Lower Sabie- unserer ersten Unterkunft ordentlich einchecken. Am Gate werden wir locker „durchgewunken“- Micha lässt sich auf die Frage „ Any Firearms?“ zu einem trockenen „ Not today“ 🙄 🤩 hinreissen.

Mir schwant schon Übles, aber der Kerl am Gate ist total locker und hält uns eine kurze Abhandlung darüber, dass es ja nur in JNB gefährlich ist- in Mpumalanga könnte man selbst sein Auto offen lassen und nichts würde passieren…. Jaja… 🤩

Weiter geht’s. Wir können es noch kaum glauben, wir sind wieder im Kruger, endlich, nach knapp 2,5 Jahren Abstinenz. Wir sehen den Park das erste Mal in richtigem GRÜN. Uns gefällt es. Vom Croc Bridge Gate aus fahren wir zunächst die H4-2 Richtung Lower Sabie hoch, um dann kurz darauf rechts auf die S28 abzubiegen, da wir lieber Gravelroad fahren möchten. Es nieselt leicht und ist relativ drückend. Zunächst sehen wir nicht so viele Tiere, was sich aber bald ändern sollte. Mehrere Nashörner kreuzen unseren Weg- in der Ferne gibt es sogar noch mehr von ihnen. Allein am ersten Tag sollten es 10 Stück werden. Weiterhin die üblichen Verdächtigen: Impalas mit kleinen Kitzen (süüüüüüß…), Kudus, Zebras, Giraffen, Büffel und dann natürlich Elefanten. Am Nhlanganzwani Hide machen wir eine kurze Pause uns beobachten die grunzenden Hippos im Wasser. Mittlerweile wird es auch immer wärmer und sonniger.


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Bis ca. 11:00 verbringen wir die Zeit mit einem Gamedrive und erreichen dann Lower Sabie. Trotz der Größe des Camps gefällt es mir gut, ich mag die Lage und Atmossphäre. Wir erledigen den Papierkram an der Rezeption und können gegen 13.30 dann unsere Schlüssel für das Safarizelt abholen.
Für den folgenden Morgen haben wir einen Morningwalk gebucht, für den Abend des selben Tages ein Bush-Braai. Hierfür gibt’s ganz vorsorglich schon einmal die Indemnity Forms. Aus beruflichen Gründen lese ich sie nur oberflächlich, da mir ansonsten sicherlich etwas auffällt, was ich normalerweise niemals unterschreiben würde … 🙄

Wir beschließen den neuen Mugg&Bean zu testen. Ich war Anfangs, als San Parks bekanntgegeben hatte dass die Restaurants erneuert werden sehr zwiegespalten. Einerseits: Ok, es hat wirklich nicht gut funktioniert und richtig lecker war es bisher auch nicht. Aber: Ketten , unter anderem wie Wimpys ( Pfui!!! 😕 ) im Kruger Park? Das schreit doch nach Themenpark. Eigentlich war ich dagegen. Der M&B in Lower Sabie hat mich eines besseren belehrt. Hier ist alles stilecht gehalten, das Essen ist wirklich gut. Die Omelettes sind reichlich, besonders lecker fand ich das mit Champignons und Cheddar… Das all American (eher englisch breakfast, aber so what) breakfast war auch gut. Preislich ist alles wirklich absolut in Ordnung. Der einfach schwarze Filterkaffee hat mich regelmäßig gut geweckt und: Es gibt einen Refill  Fazit: M&B in Lower Sabie? Eine Bereicherung für das Camp. Insbesondere der M&B on the Move, wenn man sich nicht setzen will. Tipp: Kaffee to Go und einen Chicken Mushroom Pot Pie oder Muffin mitnehmen um ihn dann an einem Picknick Spot zu verspeisen!! 😗


Gegen 12:00 machen wir uns nochmal auf den Weg, bewaffnet mit kalter Coke Zero und Tonic Water aus dem Shop. Am Sunset Dam machen wir einen kurzen Stop, beobachten die zahlreichen Vögel und genießen ein kaltes Getränk. Es wird immer wärmer *schwitz*. Wir fahren die H4-1 hoch, sehen allerlei Tiere und beobachten die tolle Landdchaft am Sabie River. Wir beschließen die S30 zu fahren, um „pünktlich“ Mittags im Camp zu sein, um unseren Schlüssel zu holen und in der größten Hitze aufs Ohr zu hauen. Daraus sollte jedoch nichts werden. Zunächst entpuppte sich die S30 zwar als landschaftlich schön, jedoch relativ unspektakulär. In einer Senke steht auf einmal ein Auto und beobachtet etwas auf der linken Seite. Ich sehe nur etwas unter einem Baum liegen. Zumindest atmet es und pumpt wegen der Hitze heftig. Unter Büschen und Baumstämmen finden sich dann noch mehr der, in meinen Augen, wunderschönen Tiere: Wilddogs. Hier liegen tatsächlich knapp 10-14 Wilddogs im Schatten und pennen. Wow, einer meiner Wünsche an die Sichtungsfee wurde gleich am ersten Tag erfüllt. Die Hundchen liegen zwar sehr versteckt im Schatten, aber nur ca. 4-5 m von der Straße entfernt. Sie hecheln, ab und zu heben sie den Kopf, der ein oder andere steht mal auf, stretcht sich, lässt sich wieder woanders in den kühlen Sand fallen.

Wir beobachten das Rudel bestimmt knapp 1,5 Stunden- aber aufgrund der Hitze wird hier wirklich nur gepennt und ab und an etwas Bewegung eingebaut. Uns gefällt es trotzdem und wir sind einer der ausdauerndsten Beobachter. Nach einiger Zeit fahren wir doch weiter und wir werden auch weiter heute Sichtungsglück haben.



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Ein paar Schlenker später auf der S129 haben wir im hohen Gras wieder Glück. Zunächst sehen wir einen einsamen Polo herumstehen- das für sich ist ja noch keine herausragende Sichtung… Wir schauen nach rechts, wir schauen nach links. Dann sehen wir im Gras auf der linken Seite ein Löwenmännchen, auf der rechten Seite eine Lioness. Beide liegen relativ gut verborgen im hohen Gras. Letztlich taufen wir ihn König Harald und schauen ihm knapp 1,5 Stunden zu. Harald hat 2 Damen um sich geschart und ist bestrebt die Löwenpopulation voranzutreiben. Alle 20 Min verleiht er diesem Wunsch Nachdruck. Durch das hohe Gras kann man die zweite Löwendame aber relativ schlecht bis gar nicht sehen. Es ist faszinierend das zu beobachten.


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Letztlich bringt uns jedoch ein jugendlicher Gast auf einem Safarifahrzeug zum Grinsen, in dessen Gesicht die Ungläubigkeit, wenn nicht sogar Entsetzen, gemeißelt ist, als er begreift, was die Löwen da tun… Wir sind uns nicht sicher, ob er gerade aufgeklärt wurde. Der Guide des Fahrzeugs muss genauso grinsen wie wir. 🤩

Gegen 17:00 fahren wir dann Richtung Camp, sehen noch einige Tiere wie Giraffen, eine große Büffelherde und nehmen dann den Schlüssel für das Safarizelt Nr. 13 entgegen. Es ist- ich würde sagen teilweise- renoviert, hat neue Stufen, eine relativ neue Küche und macht ansonsten auch einen soliden Eindruck. Leider war kein Zelt mit View mehr frei, aber uns stört das nicht so wirklich. Heute wird das erste Mal gegrillt. Es landen Rumpsteaks, Lammbratwurst und ein Kartoffel Gemüsepäckchen mit Pattypansqash und Champignons auf dem Grill. Ausserdem war ich so geistesgegenwärtig frischen Rosmarin zu kaufen. Dazu Windhoek und Weisswein- ein perfekter Abend. Wie immer geht’s in Afrika früh in die Falle- denn heute geht es um 3.45 aus derselbigen.

Anbei noch ein paar Fotos des Tages:


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Teil 410. Jan. 2015
Sonntag, 21.12.2014 Kruger NP

Ich wache lange vor dem Wecker auf und höre was? Ja, genau, Regen… 🤩 und zwar nicht nur Nieselregen, richtig pladdernden Regen. Sturzbäche! 😈 Ich fluche innerlich und bete, dass es zu unserem Morningwalk evtl. aufgehört hat. Wir stehen um 3.45 auf, duschen und ziehen uns an. Pünktlich um 4.15 stehen wir am vereinbarten Treffpunkt und lernen unsere Guides Travis und XYZ (Name ist mir entfallen, er hat aber auch kaum einen Ton gesagt…).

Mittlerweile regnet es zum Glück nicht mehr. Noch sind wir guten Mutes, dass unser Morningwalk stattfinden kann. Alle anderen Gäste haben abgesagt, also sind wir nur zu viert. Wir fahren gegen 4.30 los, aber langsam beginnt es wieder zu regnen und es ist wegen den ganzen Wolken auch noch stockdunkel/düster. Nach einigen Kilometern beginnt es wie aus Kübeln zu schütten, nach kurzer Zeit sind nicht nur wir- obwohl wir in der Mitte des Fahrzeugs sitzen- sondern auch die Guides vorne wie geduscht. 🤢
Wir probieren es noch einige Minuten, schauen uns Elefanten im strömenden Regen an und dann verständigen wir uns mit den Guides darauf, dass wir den Walk am folgenden Tag machen werden. Wir drehen um Richtung Lower Sabie Camp.

Kurz vor den Toren des Camps sehen wir dann 2 Löwen. Zwei junge Tiere, die zusammen herumziehen: Ein Männchen und ein Weibchen. Wir beobachten die beiden noch kurz, bevor wir im Camp aus dem Safarifahrzueg steigen. Es ist nun kurz nach 5 Uhr morgens. Wir fahren schnell zu unserem Zelt, legen uns schnell trocken und machen uns dann auf die Löwen zu suchen.
Wir haben Glück, die beiden liegen nicht weit von der Stelle wo wir sie zuletzt sahen neben der Straße im Gras. Genauer: ca. 1,5-2m von der Strasse entfernt. Wir beobachten beide eine Weile. Es wird geschlafen, gelauscht, gestretcht und umher geguckt. Beide sind wirklich ziemlich jung, das Männchen hat bisher lediglich einen Ansatz einer Mähne. Die Lioness liegt ziemlich in einem Busch versteckt, sodass ich sie nicht wirklich vor die Linse bekomme. Wir freuen uns dennoch, denn jetzt haben wir schon mehr Löwen gesehen, als bei den Afrika-Trips 2010 und 2012 zusammen. Der Bursche ist aber auch allerliebst und gibt sich wahre Mühe uns morgens um kurz nach halb 6 zu entertainen.

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Wir fahren nach knapp 50 Minuten Beobachtung weiter, wieder Richtung Tshokwane hinauf. Kurz darauf sehen wir Warzenschweine, Giraffen – es müsen wohl so ungefähr 8-10 Stück sein- mit einigen Jungtieren. Plötzlich blitzt es auf der linken Fahrbahnseite wieder golden auf. „ Löwe!“- sage ich. Und siehe da, ein majestätischer Pasche mit sehr dunkler Mähne geht gemächlich auf uns zu und immer der Straße entlang. Das führt natürlich dazu, dass wir mehrere Hundert Meter rückwärtsfahren, um ihm immer ein wenig voraus zu sein und ihm nicht auf die Pelle zu rücken. Nach knapp 15 Minuten schlägt er sich dann doch in die Savannenlandschaft ins „ Landesinnere“ von der Fahrbahn weg. Evtl. wittert er die beiden jungen Löwen und will ihnen ein paar Takte erzählen 🤩


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Wir haben diese- und auch die Löwensichtung vorher- fast für uns alleine. Ich hatte aufgrund der südafrikanischen Sommerferien und Weihnachten damit gerechnet, dass sehr viel mehr los sein würde. Aber im Park selber hat sich alles super verlaufen…

Kurz darauf sehen wir einen Schakal, viele Büffel und auf dem bergigen Weg nach Tshokwane unter einem Busch einige faule Hyänen liegen:


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Ein paar weitere Bilder:


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Wir fahren statt nach Tshokwane letztlich Richtung Skukuza, um dann wieder nach der Kreuzung des Sabie River Richtung LOwer Sabie abzubiegen. An der Querung des Flusses herrscht mal wieder die große „ Imagenary Lion“ Aufregung. Die Autos knäulen sich, sicherlich an die 50 Wagen, alle fahren hektisch die angebliche Stelle ab… Und wir haben auf den Zuruf des südafrikanischen Fahrers (Wanna see a Lion??) nur müde reagiert…. Trotz allem schauen wir kurz nach und beenden das Experiment nach knapp 10 Minuten. Die anderen sind wie wild geworden, aber gesehen hat tatsächlich keiner was… Wir fahren weiter Richtung LS, da wir heute noch unser Bush Braai haben werden und dafür schon gegen 16.15 am Treffpunkt sein müssen.

Auf dem Weg nach LS läuft auf einmal ein einzelner Löwe die Straße entlang. Er sieht sehr entkräftet aus, es ist brüllend heiss, größte Mittagshitze. Ein Auto scheucht den Löwen regelrecht über die Straße, er guckt sich immer verwirrt nach dem Fahrzeug um, das nur ca 1.5 m von ihm entfernt immer hinter ihm herfährt. Wir geben den Leuten im Fahrzeug mit Gesten zu verstehen wie bescheiden wir ihre Verhalten finden (nein, nicht sooooooooo mit solchen Gesten  ) und anscheinend verstehen sie es und halten mehr Abstand. Der Löwe ist knapp 1,5-2 Jahre alt schätzen wir, alleine unterwegs und sehr abgemagert. Wahrscheinlich TBC, so wie es aussieht. Er trottet die Straße entlang, rechts und links schnauben die Impalas empört und warnen ihre Artgenossen. Der Löwe würde gerne sicherlich eines erlegen- alleine, ihm fehlt wohl die Kraft. Nach einiger Zeit schlägt er sich in den Busch. Ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass er lange überlebt… Zum Bilder machen war die Situation nicht so ideal...


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Im Camp angekommen hauen wir uns kurz aufs Ohr, ein kühles Savanna und Windhoek darf es auch sein und lesen ein bisschen.

Pünklich um 16.15 stehen wir am Abfahrtspunkt für die Aktivitäten und denken erstmal- ach du Scheisse! Aber nein, zum Glück gehören die Horden in pinken Blumen gewandeten Damen NICHT zu unserer Bush Braai Truppe. Diese menschen steigen in den großen Truck für den Sunset Drive. Wir sind zu viert- wir und ein nettes Südafrikanisches Ehepaar, die jeden Sommer 2 Wochen im Kruger verbringen.
Wir werden zunächst einen Sunsetdrive machen, dann zu einem vorbereiteten Spot gebracht werden, wo wir dann gegen 19:45 essen werden. Unser Guide ist Griselda- die Frau ist einfach der Hammer! Fährt den Safari-Hillux mit der Routine eines Truckers und haut dann ab und an geile Sprüche raus. Informativ ist sie aber genauso. Am besten hat mir die Information zum Helmed Guineafowl gefallen: „ Bush-Chicken, good and tasty with lot of garlic and herbs, takes some hours“ 🤩
Auf dem Sunsetdrive sehen wir allerlei Tiere, keine Löwen, Leoparden etc, aber Spaß macht es trotzdem!
Angekommen am für uns vorbereiteten Picnic-Spot stehen schon insgesamt 3 Mitarbeiter plus Griselda bereit: 2 Köche und Travis mit Gewehr. Wir hören die Hippos grunzen und haben einen tollen Blick über einen angestauten See ( Picnicspot muss ich erst nachsehen….).


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Wir haben eigene Getränke dabei (soll man wohl…), für uns gibt es kaltes Windhoek. Die Vorspeisen sind griechischer Salat- alles super knackig und lecker- Kartoffelsalat und Brot. Der Kartoffelsalt war wirklich klasse! Als Hauptgang dann Steaks, Hühnchen, Boerewors, mit Pap, Chakalaka und anderer Sauce.. Als Nachspeise Malva Pudding mit Custard! Alles meeeeeega lecker!!

Und das südafrikanische Ehepaar war auch super nett. Leider ging es dem Mann nicht so gut, er hatte wohl einen Sonnenstich. Er konnte kaum etwas essen, hat geschwitzt wie blöd und hat sich nach der Hälfte des Dinners im Safari-Fahrzeug abgelegt… Als wir eingestiegen sind musste er dann noch mehrmals den „ Jörg“ machen, von oben vom Safarifahrzeug! Mir tat der Arme echt leid- nur die Geräusche waren jetzt eher nicht so dolle 🤢

Im Stockdunklen ging es jetzt im Anschluss auf einen Nightdrive! Griselda hatte es sich zur Aufgabe gemacht uns so viele Tiere wie möglich zu zeigen. Da war sie absolut ehrgeizig!
Letztlich war sie erfolgreich. Wir fahren nochmal knapp 1,5 Stunden durch die Nacht, sehen African Wildcat, mehrere Hyänen, eine riiiiiiesige Büffelherde, deren Augen gruselig im Dunkeln leuchten, Antilopen, Stachelschweine, Civet, uvm. und zu guter Letzt, einen wunderschönen Leoparden, der entgegen der Fahrtrichtung neben uns herläuft… Er hat es wohl auf einige Impalas abgesehen, aber die sind einfach zu vorsichtig! Das wird nichts mit der Jagd!
Gegen 21.30 kommen wir wieder im Camp an.

Unser Fazit: Bushbraai, absolut value for money!!! Der Nachteil: Die Camps haben verschiedene Vorgaben was die Mindestteilnehmerzahl angeht. In Lower Sabie sind es 4, in Olifants dagegen jedoch mindestens 6 Leute. Wir hatten 2 Tage vor Abreise nach SA Glück, dass sich noch jemand angemeldet hatte. Ich hatte knapp 4 Wochen vor Abreise im Camp direkt beim Duty Manager nachgefragt und die haben mich auf dem Laufenden gehalten. Wir würden das jederzeit wieder machen!!
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