Heute Nacht hat es gestürmt und Gewittert. Gewitter in einem Safarizelt zu erleben ist schon etwas anderes, als in einem Chalet.
Mit wenig Hoffnung geht es mit Debbie und ohne die beiden anderen auf Gamedrive. Und tatsächlich zeigen sich bei betongrauem Himmel nur wenig Tiere.
Als wir dann nach dem Frühstück im Zelt relaxen möchten, toben nebenan wieder die Kinder. Nach 5 Minuten merken wir, dass wir uns hineinsteigern und beschließen in den Krüger zu flüchten. Debbie ist ratlos und etwas bestürzt, aber für uns ist es das Beste.
Erlöst fahren wir die ewig lange Pad zurück ans Kruger Gate, wo wir Dank Wildcard chnell durch sind.
An der ersten Kreuzung steht diese Hyäne, die von Bustouris als Model missbraucht wird.
Wir fahren eine große Schleife am Fluss entlang und obwohl wir nichts besonderes sichten, war es die richtige Entscheidung.
Gegen 15:30 Uhr sind wir zurück in Tydon. Debbie erklärt uns, dass wir ein wenig Pech hätten. Der Chef von Ingwe hätte wegen der Ferien Besuch von seiner ganzen Family. Das wäre im ganzen Jahr vielleicht 2 Wochen lang der Fall. Wie auch immer, es geht los zum letzten Gamedrive auf Tydon. Morgen haben wir einen Walk gebucht.
Nach wenigen hundert Metern kommt uns eine Elefantenherde aus dem Busch entgegen.
Es ist eine große Herde mit vielen Jungtieren. Sie durchqueren einn kleines Tal.
Dann am Damm vorbei.
Jacques überholt die Eles und postiert sich etwas weiter. Die Spanierin und der Mexikaner sind hin und weg !
Als ich nach hinten schaue informiere ich Jacques kurz, dass 10 Meter hinter uns vier Eles schnellen Schrittes näher kommen.
Der Mexikaner ruft „Ooooooh myyyy gooooosh!“, dreht sich um und vor lauter Begeisterung fällt sein I-Phone aus dem Auto. „Myyyyy Iiiiiiiii-phooooone !!!“ Er kann von Jacques gerade noch so davon abgehalten werden, aus dem Auto zu springen. Keine 10 Meter weg sind die Eles, das wäre absolut lebensgefährlich gewesen ! Jacques fragt kurz: „what's more important ? Your phone or your life?“ Der Mexikaner schweigt und schaut vom nunmehr fahrenden Auto aus seinem I-Phone hinterher. „No way, sagt Jacques und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Einige Meter weiter lassen wir viele Elefanten an uns vorbeiziehen.
Eine wirklich intensive Sichtung. Dann geht es den Weg zurück zum I-Phone. Uns bietet sich folgendes Bild :
Ein Elefant ist mitten auf das Handy gelatscht..... und es funktioniert sogar noch. Das Gehäuse ist ziemlich gematscht, das Display gebrochen, aber es funktioniert noch. Der Mexikaner nimmt es erstaunlich gelassen.
Wir haben noch einige kleinere Sichtungen.
Dann lachen wir uns beim Sundowner über die Handystory tot.
Nach der Weiterfahrt noch eine Rhino Sichtung.
Und dann am Fluss eine Büffelherde.
Einem Büffel wurde von Löwen ein Stück Fleisch aus dem Rücken gebissen. Er macht keinen guten Eindruck !
Zum Dinner gibt es Heute absolut köstliche Rindersteaks, von Debbie auf dem Grill zubereitet.
Wir geniessen den letzten Abend unter afrikanischem Himmel und unterhalten uns gut, bis uns die Müdigkeit übermannt. Nebenan in Ingwe unterhält man sich noch lange.
Teil 2217. Nov. 2014
Nachtrag :
Kerstin hat gerade gelesen und mich daran erinnert, dass nichht nur die Kinder Lärm machten, sondern vor allem ein Bulldozer nebenan arbeitete und mit einer Kreissäge gearbeitet wurde. 🙁
Teil 2322. Nov. 2014
12.10.2014 Tydon Bush Camp und Heimflug
Der letzte Morgen bricht an. Debbie weckt uns. Wir sollen uns schnell anziehen, der Nachbar hätte kurz einen Leopard gesehen und wir wollten ihn versuchen zu finden ! Doch leider haben wir kein Glück. Ausser diesen schönen Sonnenaufgangsbildern sehen wir nichts.
Zurück im Camp treffen wir den Ranger, der die Walking Safari mit uns macht. Er ist ein kerniger Bursche, seinen Namen haben wir leider vergessen.
Wir treffen auf zwei verliebte Giraffen und steigen direkt neben ihnen aus.
Nach den üblichen Sicherheitshinweise geht es los in den Busch, den Giraffen hinterher.
Wir erfahren einiges über die kleinen Dinge im Busch.
Hyänenkot.
Tausendfüssler.
Und dann stoppt uns der Ranger. Er hat Äste knacken gehört. Ca 100 Meter vor uns steht ein einzelner Elefantenbulle. Wir pirschen uns leise auf die Rückseite eines großen Termitenhügels und klettern hinauf.
Der Elefant kommt langsam auf uns zu. Er ist entspannt.
Der Ranger ermahnt uns zur Ruhe und macht Handy-Selfies. Eine spannende Begegnung. Etwas weiter gibt’s eine Tasse Kaffee.
Nicht weit entfernt stehen Giraffen.
Dann geht der interessante Walk zu Ende. Inzwischen ist es richtig heiß geworden.
Übrigens wurde dieses veritable Loch in unserem Landcruiser von einem Elefanten verursacht.
Auf der Rückfahrt begegnen wir dem Elefantenbullen und sagen „Tschüß“ ! 🙁
Beim Frühstück erzählt uns Debbie, dass sie im Frühjahr nächsten Jahres nach Holland auswandert. Man könnte sich ja mal in Europa treffen ? Schauen wir mal.
Wir packen das Auto, verabschieden uns und wollen gerade einsteigen als von Umkumbe der Funkspruch kommt : „Löwen im Flussbett“ ! Wir schauen Debbie an und sie sagt „kommt ruhig mit“ ! Schnell geht es ins ca. 500 Meter entfernte Umkumbe. Am Pool mit Flussblick stehen schon die anderen Lodgegäste. In einiger Entfernung schreiten zwei Löwenmännchen durch den Fluss.
Nach einigen Fotos nehmen wir dann wirklich Abschied und verlassen Sabi Sands. Auf der Ausfahrt sehen wir noch diese Schildkröte
und diese schlafenden Rhinos.
An blühenden Jacarandas vorbei geht es an etlichen Baustellen und Umleitungen vorbei zum Krüger Mpumalanga Airport.
Hier ist alles gewohnt relaxed. Bei Wimpys warten wir auf die Ankunft unseres Jets nach Johannesburg.
Der Flug ist unspektakulär und pünktlich. Mit knappen 3 Stunden Umsteigezeit bleibt noch etwas Zeit zum Shopping, bis wir im voll besetzten LH A380 nach Frankfurt sitzen. In Joburg steht am 12.10. schon ein Weihnachtsbaum !
Welch tolle Sichtungen wir hatten, verstehe ich dann erst so richtig beim Schreiben dieses Berichtes.
Es wird jetzt noch ein Fazit geben, vermutlich morgen.
Teil 2422. Nov. 2014
Fazit der Reise
Flüge
Langstreckenflug Lufthansa in Kombination mit einem Inlandsflug mit SA Airlink. Inzwischen für uns die ideale Kombination, um in Südafrika lange, langweilige Fahrtstrecken zu vermeiden. LH Flug von Frankfurt nach Johannesburg mit dem A380 (hatten wir schon mehrmals) absolut OK. Service war diesmal Klasse, Bordentertainment Ok, aber nichts besonderes. Keine Spiele.
SA Airlink pünktlich und auf einem Kurzstreckenflug ist uns der Rest egal.
Mietwagen
Fast nagelneuer Honda CRV. Idealer SUV mit großzügigem Innenraum, USB Anschluss und zwei Zigarettenanzündern. Budget war absolut OK.
Krüger Park
Es war unser dritter Besuch. Am Park scheiden sich sicher die Geister. Auf der einen Seite sehr gut erschlossen, mit super Infrastruktur, Tankstellen, Restaurants, Viewpoints, Picnic Spots mit Bewirtung, geführten Gamedrives und und und. Auf der anderen Seite viel Verkehr auf den Hauptrouten, Teerstraßen und oft vielen Autos an Katzensichtungen. Sehr abwechslungsreiche Landschaft mit unterschiedlicher Vegetation, Flüssen, Wäldern und Buschland. Hides, an denen man sehr intensive Tiersichtungen ganz in Ruhe erleben kann. Sicher nichts für die ganz großen Outdoor-Fans. Zur Zeit große verbrannte Flächen. Für uns ein tolles Reiseziel.
Reiseroute
Unsere Idee war es, eine reine Krügertour mit hauptsächlich Selbstversorgung und etwas Luxus zwischendurch und am Ende.
Ganz grundsätzlich haben wir die Idee nicht ganz perfekt umgesetzt. Was wir unterschätzt haben war die Tatsache, dass man in den großen Camps nicht vor 14:00 Uhr einchecken kann. Im KTP wird da ja immer mal ein Auge zugedrückt. Im Krüger war das diesmal nicht so. So entfiel beim Campwechsel die Mittags-Siesta. Die Strecken zwischen den Camps waren alle locker zu fahren, aber beim Campwechsel mussten wir die Mittagszeit meist irgendwie überbrücken.
Das nächste Mal würden wir weniger die Camps wechseln und länger an einem Ort bleiben. Ansonsten hat die Route für uns gepasst. 2 Wochen Tiere am Stück waren absolut OK. Was in den meisten Krügercamps etwas fehlt, ist eine Liege im Freien. Auf der Terrasse gibt es meist nur einfache Stühle. Kein wirkliches Problem, aber ein Liegestuhl zum Relaxen ist schon nett.
Reisezeit
Klima im September/Oktober war sehr angenehm. Ferien in Südafrika waren uns bekannt. Die Auswirkungen haben wir unterschätzt. Der Park war im Süden sehr voll und einige südafrikanische Großfamilien mit Kindern sind sehr laut unterwegs.
Unterkünfte
Serenity Eco Forest Lodge
Idealer Ort zum Ankommen mitten im Urwald. Spezielle Atmosphäre, gutes Essen, sehr ruhig. Chalets schön eingerichtet. Ameisen im Badezimmer, für uns kein Problem. Mitten im Wald wohl schwer zu vermeiden. Guter Ausgangspunkt, um für die Weiterfahrt in Malelane einzukaufen.
Biyamiti
Vom Campfeeling her waren wir etwas enttäuscht. Camp liegt im Busch und nur von wenigen Chalets aus Blick aufs Wasser. Familienbungalow sehr groß und für eine Nationalparkcamp gut eingerichtet. Küche gut ausgerüstet. Gute, abwechslungsreiche Gamedrive- Möglichkeiten in der Umgebung. Gemischtes Fazit
Lower Sabie
Großes Camp. Bungalow oder Zelt mit Flussblick unbedingt zu empfehlen ! Großes Restaurant Mugg&Beans mit tollem Blick auf den Fluss. Gut ausgestatteter Shop mit Gemüse, Brot, Obst und allem drum und dran. Vielfältige Gamedrivemöglichkeiten in der Umgebung. Brücke über den Sabie River und Sunset Dam mit guter Tierbeobachtungsmöglichkeit direkt neben dem Camp. Weiteres Highlight in der Nähe ist der Mlondozi Picknick Spot mit tollem Blick auf den See. Eines unserer Lieblingscamps.
Skukuza
Riesen Camp mit guter Infrastruktur. Chalet mit Flussblick hat uns positiv überrascht. Büffel und Elefanten direkt am Camp. Innen relativ klein und dunkel. Außenküche mit Flussblick. Gemauerter, windgeschützter Grill. Restaurant haben wir nicht getestet. Großer, gut ausgestatteter Shop. Vielfältige Gamedrive- Möglichkeiten. Lake Panic Birdhide ein Juwel, aber auch gut besucht. Nicht so schlecht, wie es die Größe vermuten lässt.
Hoyo Hoyo
Für uns schwer objektiv zu bewerten, da wir eigentlich Hamilton gebucht hatten. Personal sehr bemüht. Einrichtung sehr schön afrikatypisch. Lage an einem Trockenfluss. Etliche Elefantenbesuche. Künstliches Wasserloch gegenüber Haupthaus. Gutes Essen. Terrasse am Chalet darf Nachts wegen fehlender Abzäunung nicht genutzt werden. Ein Chalet (unseres) liegt sehr Nahe an der Küche. Wir hörten das Personal und Handwerker laut Reden. Keine gemütliche Sitzmöglichkeit im Chalet.
Kein Schatten am Chalet. Gamedrives waren sehr erfolgreich aber nur auf Katzen ausgelegt. Hier möchte ich bewusst kein Fazit ziehen..... Wir sind zu emotional beeinflusst..... Tamboti
Wunderschön an einem sandigen Trockenfluss gelegen. Sehr ruhig und urig. Große Holzterrasse mit herrlichem Blick. Kleine Außenküche mit dem nötigsten. Kühlschrank innen. Nachts muss alles vor den Honeybadgern und Affen in Sicherheit gebracht werden. Unser Chalet stand unter dem Schatten eines knorrigen Baumes. Zum Relaxen wunderbar, sofern man ruhige Nachbarn hat. Leider nicht so viele Möglichkeiten, unterschiedliche Gamedrive- Routen zu wählen, weil am Parkrand. Kleiner Shop mit dem Nötigsten im nahen Orpen.
Genau nach unserem Geschmack. Bei besseren Gamedrive- Möglichkeiten wäre es unser neues Lieblingscamp im Krüger. Satara
Sehr großes Camp mit ringförmig angelegten Bungalows. Alle Terrassen gehen nach innen in den Ring. Nicht sehr privat und rummelig. Kein besonderer Ausblick. Großer Shop, großes Mugg & Beans. Bungalow klein mit guter Außenküche. Gamedrive- Möglichkeiten überragend. Nsemani Dam, Sweni Bird Hide und die S100. Große Raubtierdichte, aber auch viel Verkehr.
Camp nicht so schön, Tierwelt super. Ein Gegensatz.
Olifants
Einmalige Lage auf einem Hügel oberhalb des Flusses. Unbedingt einen View Bungalow ergattern. Von den am besten gelegenen absolut einmaliger Out of Africa Blick mit der Soundkulisse des rauschenden Flusses. Guter Shop, schönes Restaurant mit Flussblick. Bungalow innen renoviert, aber nur notdürftig. Nichts besonderes. Außenküche. Auf dem Stuhl sitzend kann man die Füße aufs Mäuerchen legen und den Blick genießen. Rege Kleintierwelt mit Mangusten, Waran und vielen Vögeln. Gute Gamedrive- Möglichkeiten in der Umgebung. Tolle Perspektive von der Brücke über den Olifants River, auf der man aus dem Auto aussteigen darf. Schöne Aussichtspunkte in der Nähe.
Eines unserer Lieblingscamps !
Tydon Bush Camp
Kleines, sehr persönlich geführtes Safaricamp ohne großen Schnickschnack. Von der Idee her genau unser Ding. Zelte nach unserem Geschmack etwas zu dicht zusammen. Innen sehr schön eingerichtet. Mit Klimaanlage. Kleiner Freisitz. Gemeinschaftszelt mit bequemen Sitzmöbeln eingerichtet. Sehr nettes und bemühtes Personal. Alle lieben die Natur und auch die kleinen Dinge. Die Ranger Jacques und Debbie sind sehr, sehr sympathisch und bemüht. Essen gut.
Leider, leider hatten wir Pech, dass der Besitzer des Geländes mit Familie und Kindern nicht weit nebenan die Ferien verbrachte und dass auf unseren Gamedrives keine Katzen gesichtet werden konnten. Katzen sind Glückssache, kein Problem. Der Nachbar ist im Jahr wohl nicht mehr als 2 Wochen lang dort. Auch Schade, dass im Nachbarcamp Umkumbe gerade Chalets gebaut wurden und dort baggerarbeiten stattfanden. Laut Internet viele gute Meinungen über das Camp. Schade, zu einem anderen Zeitpunkt wären wir begeistert gewesen.....
Dank an die Leser
ich möchte mich ganz herzlich bei Euch allen fürs Danke-Sagen und all die netten Kommentare bedanken. Es ist und bleibt eine tolle Community hier.