seit Donnerstag sind wir mit vielen neuen Eindrücken und jeder Menge Fotos aus Uganda zurück.
Wie auch bei unseren Reisen in Namibia, waren wir mit Fahrerguide unterwegs und wohnten in Hotels bzw. Lodges. Der Reiseverlauf sah folgendermaßen aus:
22.09. Flug mit Emirates via Dubai nach Uganda 23.09. Entebbe (2 Übernachtungen 2 Friends Beach Hotel) 24.09. Entebbe & Mabamba Wetlands 25.09. Entebbe - Ziwa Rhino Sanctuary - Murchison-Falls-N.P. (2 Übernachtungen Paraa Safari Lodge) 26.09. Murchison-Falls-N.P. 27.09. Murchison-Falls-N.P. – Kibale-N.P. (2 Übernachtungen Ndali Lodge) 28.09. Kibale-N.P. 29.09. Kibale-N.P. - Queen-Elizabeth-N.P. (2 Übernachtungen Mweya Safari Lodge) 30.09. Queen-Elizabeth-N.P. (Game Drive & Bootstour Kazinga-Kanal) 01.10. Queen-Elizabeth-N.P. (1 Übernachtung Ishasha Wilderness Camp) 02.10. Queen-Elizabeth-N.P.– Bwindi N.P. (3 Übernachtungen Chameleon Hill, Lake Mutanda) 03.10. Bwindi-N.P 04.10. Bwindi-N.P 05.10. Bwindi-N.P. - Lake Mburo N.P. (2 Übernachtungen Mihingo Lodge) 06.10. Lake Mburo N.P. 07.10. Lake Mburo N.P. – Entebbe (1 Übernachtung 2 Friends Beach Hotel) 08.10. Rückflug mit Emirates via Dubai nach Frankfurt
Wen es interessiert, was zwei "bekennende Namibia-Fans" auf dieser Reise so alles gesehen und erlebt haben, darf gerne mitfahren - in unserem Toyota Hiace ist noch genügend Platz!
Für alle die den Bericht ohne Kommentare lesen möchten - einfach auf die Sonne klicken!
Bis bald Konni
Teil 216. Okt. 2014
22.09.2014 Flug via Dubai nach Entebbe
Gegen 18:30 Uhr fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen. Am Emirates-Schalter hat sich schon eine ziemlich lange Schlange, mit auffällig vielen Chinesen, gebildet. Wir werden etwas unruhig, nachdem bei allen Chinesen das Handgepäck gewogen wird und die meisten danach mit dem Umpacken beginnen. Das kann ja heiter werden – Silkes Rucksack (mit Canon EOS 7D & 50D, 2 Teleobjektiven, 1 Standardzoom, Schnappschuss-Kamera TZ25, Notebook und diversem Kleinkram) bringt gut 13,5 kg auf die Waage. Da ist mein Rucksack (Canon EOS 70D & 40D, Reisezoom 18-270, Fisheye, Tablet, Akkus &Co) mit knapp 9 kg direkt noch ein Leichtgewicht. Bis wir an der Reihe sind, haben wir schon alle möglichen Szenarien durchgespielt, wie wir mit unserem gesamten Handgepäck in den Flieger kommen. Ich sehe uns schon mit Kameras behängt und ausgebeulten Hosen- und Jackentaschen in den Flieger steigen. Am Schalter ist dann zum Glück alles ganz easy – niemand zeigt Interesse für unser Handgepäck. Um 22:30 Uhr startete die Boeing 777-300 ziemlich pünktlich zum Emirates Flug EK048 von Frankfurt nach Dubai. Die Flugzeit ist für die etwa 4.840 km lange Strecke ist mit ca. 6:20 Stunden angegeben. Mit Gin Tonic stimmen wir uns auf unseren Urlaub ein und bekommen so die „nötige Bettschwere“.
23.09.2014 Ankunft in Entebbe
Um 6:40 Uhr (MESZ +2h) landen wir pünktlich in Dubai.
Nach einem gut 2,5stündigen Aufenthalt startet um 9:20 Uhr der Airbus A340-500 zum Emirates Flug EK729 nach Entebbe. Für den ca. 3.729 km Flug beträgt die Flugzeit gut 5 Stunden. Um 13:20 Uhr (MESZ +1h) landen wir auf dem internationalen Flughafen von Entebbe.
Entebbe liegt auf einer Halbinsel im Victoria-See auf 1.146 m Höhe. Die Stadt war bis 1962 die Hauptstadt und hat heute ca. 63.000 Einwohner. Am Flughafengebäude heißt es erstmal Hände desinfizieren und Gesundheitscheck. Bis die Einreiseformalitäten (Visum kostet 50 US$/Pers.) mit Foto und Fingerabdruckscan erledigt sind, drehen unsere Koffer schon eine Ehrenrunde. Nachdem wir dann am Wechselschalter auch noch US$ in Uganda-Schilling getaucht haben, sind wir gegen 14:45 Uhr am Ausgang, wo wir von unserem Fahrerguide Erisa Barongo erwartet werden. Kurze Zeit später ist unser Gepäck im Toyota Hiace verstaut und wir fahren zum Hotel. Nach ca. 10 Minuten Fahrt haben wir das 2 Friends Beach Hotel erreicht, wo wir mit feuchten Tüchern und Saft herzlich begrüßt werden. Das Hotel macht einen sehr guten Eindruck und wir bekommen ein schönes Zimmer mit Balkon.
Vom Balkon blickt man auf den Pool und den Victoriasee. Der Viktoriasee ist mit einer Fläche von 68.800 qkm (etwa so groß wie Bayern), der größte See Afrikas und der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Nachdem wir mit Erisa noch den morgigen Tag besprochen haben, geht es erstmal unter die Dusche. Anschließend gehen wir zur, zum Hotel gehörenden, Strandbar auf der anderen Straßenseite. Auch hier werden wir herzlich willkommen geheißen.
Fortsetzung folgt!
LG Konni
Teil 317. Okt. 2014
23.09.2014 (Fortsetzung)
Wir sitzen am Sandstrand, stimmen uns mit einem Nile Spezial bzw. Weißwein auf unseren Urlaub ein und beobachten Fischer die von ihren kleinen Booten die Netzte auswerfen. Etwa 500 Buntbarscharten sollen im See leben, die sich ihr Revier mit eingesetzten Nilbarschen und Tilapia-Arten teilen müssen.
Am Strand entdecken wir verschiedene Reiher, Marabus und Wasserläufer. Zum Abendessen bestellen wir uns gegrilltes Hühnchen bzw. Tilapia, das wir im Kerzenschein zu uns nehmen. Nach dem Essen gehen wir ins Hotel zurück. Uns steckt der Flug noch etwas in den Knochen und wir müssen noch einiges an Schlaf nachholen.
Morgen geht es weiter mit unserem ersten Ausflug!
LG Konni
Teil 418. Okt. 2014
24.09.2014 Mabamba Wetlands
In der Nacht werden wir von einem Gewitter und heftigem Regen geweckt, schlafen aber recht schnell wieder ein. Nach einem guten Frühstück fahren wir gegen 7 Uhr, bei langsam nachlassendem Regen, zu den Mabamba Wetlands am Lake Victoria. Das etwa 100 qkm große Mabamba-Sumpfgebiet liegt rund 15 km Luftlinie von Entebbe entfernt. Die ca. 40 km lange Fahrt dauerte gut eine Stunde. Im Fischerdorf Mabamba wartete schon unser lokaler Guide Maria auf uns. Bevor wir zum Boot gehen, hat Silke schon ihr erstes Highlight - eine öffentliche Toilette “Uganda-Style”.
Zusammen mit Maria und ihrem Helfer begeben wir uns in einem Holzkanu auf die Suche nach dem seltenen Schuhschnabel, der hier seine Brutstätten hat.
Zuerst fahren wir mit Motorkraft auf einem kleinen Kanal und begegnen dort einer Fähre, die mit Muskelkraft betrieben wird.
Maria erzählt uns, dass hier im Sumpfgebiet über 300 Vogelarten heimisch sind. Neben der typischen Vegetation aus Papyrus, Chinaschilf, Seggen, Seerosen und eingeschleppten Wasserhyazinthen, sehen wir u.a. Sumpfschnäpper,
Hammerköpfe,
Schreiseeadler (jung & alt),
Zwergblatthühnchen, African Jacanas und
Langzehenkiebitze.
Die Vegetation wird immer dichter und schon bald wird der Motor ausgestellt und lange Stöcke kommen zum Einsatz.
Fortsetzung folgt!
Teil 520. Okt. 2014
24.09.2014 Mabamba Wetlands (Fortsetzung)
Nach gut einer halben Stunde entdecken wir im dichten Schilf unseren ersten Schuhnabel. Vorsichtig nähern wir uns dem "grauen Riesen mit dem großen Schnabel". Leider hat er sich einen sehr sicheren Standort gewählt und wir kommen nur schwer an ihn heran.
Seine volle Größe zeigt er uns erst, als er kurz auffliegt, um gleich darauf wieder zu landen. Wir beobachten ihn eine ganze Zeit lang in der Hoffnung, dass er sich uns etwas besser zeigt.
Aber er denkt gar nicht daran und dreht seinen Kopf zur Seite. So machen wir uns langsam auf den Rückweg und entdecken dabei noch ein paar gefiederte Freunde.
Fortsetzung folgt!
LG Konni
Teil 621. Okt. 2014
24.09.2014 Mabamba Wetlands (Fortsetzung)
Bei der Rückfahrt zur Bootsanlegestelle sehen wir u.a. Gelbschnabelenten,
Gegen 10 Uhr sind wir wieder an Land und begleiten Maria in ihr „Büro“. Im Baum davor beobachten wir Mohren- und Schwarzkopfweber.
Nachdem wir noch was ins Gästebuch geschrieben haben, machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Unterwegs halten wir am Nakumat Shopping Center und decken uns, im gut sortieren Supermarkt, mit Getränken ein. Wenn ich gewusst hätte, dass das während der ganzen Tour das einzige Geschäft mit Sparkling Water im Angebot ist, hätte ich mich nicht mit nur 10 Flaschen eingedeckt. Gegen 12:30 Uhr sind wir wieder im Hotel.
Fortsetzung folgt!
Teil 722. Okt. 2014
24.09.2014 2 Friends Beach Hotel, Entebbe
Zum Mittagessen bestellen wir uns Gemüsepasta bzw. Hamburger. Danach setzen wir uns auf unseren Balkon und beobachten Schildraben, Hagedash Ibisse,
Marabus, Braunflügel-Mausvögel,
Bindenlärmvögel,
Grauwangenhornvögel, Graukopflieste, Webervögel und Graubülbüls.
Gegen 16 Uhr gehen wir zum Strand. Auf ein Bad im See verzichten wir, denn wie bei allen Süßwassergewässern in Uganda ist uns das Bilharziose-Risiko zu hoch. Die Übertragung erfolgt durch die im Süßwasser lebenden, Gabelschwanzzerkarien die die menschliche Haut bei Wasserkontakt penetrieren können. Wir setzen uns lieber in die Strandbar und lassen bei Weißwein und Bier die Seele baumeln.
Dabei leisten uns ein paar gefiederte Freunde wie z.B. Witwenstelze,
Kuhreiher,
Seidenreiher
und Bruchwasserläufer Gesellschaft.
Den Sundowner genießen wir von der Plattform.
Anschließend wollen wir noch eine Kleinigkeit an der Bar essen. Nach Sonnenuntergang kann man nur noch aus der Strandbarkarte (Pizzas) auswählen. Silke entscheidet sich für Pizza Hawaii und erkundige mich, ob es möglich ist, die Pizza auch ohne Käse zu bekommen. Laut Kellnerin ist dies kein Problem – aber ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Was schon selten genug in Deutschland klappt – geht hier in Uganda erst recht schief. Meine Pizza kommt natürlich mit Käse und als die Bedienung mein entsetztes Gesicht sieht, wird ihr sofort klar woran es liegt. Sie will mir gleich eine Neue bestellen – aber nach dem Motto „Das bisschen was ich esse, kann ich auch trinken!“ bestelle ich dann lieber noch ein Bier. Zur Ehrenrettung der Strandbar muss ich sagen - Silke war mit ihrer Pizza sehr zufrieden und meine wurde selbstverständlich nicht berechnet.
Fazit 2 Friends Beach Hotel, Entebbe Wir haben uns im 2 Friends vom ersten Moment an sehr wohl gefühlt! Für uns war es der ideale Startpunkt der Reise - die Fahrt vom Flughafen dauert gerade mal 10 Minuten! Schöne, ruhige Zimmer mit Balkon und freiem Internetzugang. An der Strandbar kann man so richtig die Seele baumeln lassen. Der Service ist Top und die Hoteldevise “Come as a guest, leave as a friend” ist hier keine leere Floskel. Zwei Straßen vom Hotel entfernt befindet sich das neue Nakumat Shopping Center mit einem gut sortierten Supermarkt.
Allen, denen der Bericht bis jetzt zu „vogellastig“ war, kann ich beruhigen – ab der nächsten Etappe sind auch andere Tiere zu sehen.
Teil 823. Okt. 2014
25.09.2014 Entebbe - Ziwa Rhino Sanctuary
Nach einem guten Frühstück, packen wir unsere Sachen ins Auto und verabschieden uns vom 2 Friends Beach Hotel Team. Um 7:30 Uhr starten wir unsere Tour durch Uganda. Um dem Verkehrschaos in Kampala zu entgehen, fahren wir zuerst ein Stück Richtung Mabamba Wetlands. Statt links abzubiegen, biegen wir jedoch rechts ab und erreichen so gegen 9 Uhr in einem Außenbezirk von Kampala die Teerstraße. Die Fahrt auf dem Gulu-Highway Richtung Murchison-Falls führt durch zahlreiche Dörfer, sowie landwirtschaftlich genutzte, oder mit Papyrus und Schilf bestandene Flächen. Überall wo größere Orte sind entdecken wir viele Marabus und Schildraben.
Beim Ort Nakitoma verlassen wir die Teerstraße und biegen, für die letzten 7 km zum Ziwa Rhino Sanctuary, nach links ab.
Um 11:30 Uhr haben wir unser Ziel erreicht und Guide Willi steigt zu uns ins Auto. Während der kurzen Fahrt erzählt er uns einiges über das ca. 70 qkm große Ziwa Rhino Sanctuary, das zur Wiedereinführung und Zucht von Nashörnern in Uganda errichtet wurde. Derzeit leben im Schutzgebiet fünfzehn Breitmaulnashörner. In der Nähe der Nashörner wartet ein 2ter Ranger auf uns, dieser verbringt den ganzen Tag in ihrer Nähe. Zusammen nähern wir uns zu Fuß 3 Nashörnern, die etwas versteckt im Gebüsch liegen.
Während wir versuchen ein halbwegs gutes Foto zu bekommen, erzählt uns Willi um welche Tiere es sich hier handelt. Vor uns dösen der dominante, 14 Jahre alte Bulle Taleo aus Kenia, die 15 jährige Nandi aus Florida und ihre, Tochter Uhuru. Die beiden haben 2009 mit Obama für den ersten Nashornnachwuchs gesorgt. Uhuru ist ihr mittlerweile drittes Kind und wurde am 1. Juni 2013 geboren. Nachdem Silke leichte Kreislaufprobleme hat, bleibt sie mit dem Ranger zurück und ich pirsche mich vorsichtig mit Willi an Taleo heran, um eventuell ein Foto ohne störende Äste zu bekommen. Doch da haben wir die Rechnung ohne den Bullen gemacht, der steht nämlich auf und geht dicht an uns vorbei ins nächste Gebüsch.
Auf dem Rückweg zum Center sehen wir Amethystglanzstare, Perlhühner und Bleichböckchen (Oribis). Silke geht es mittlerweile wieder gut und so steht dem Mittagessen nichts im Wege. Es gibt Hühnchen mit Gemüse und Salzkartoffeln. Uns schmeckt es sehr gut – vor allem das Gemüse ist klasse! Nach dem Mittagessen geht es weiter nach Masindi.
Teil 924. Okt. 2014
25.09.2014 Ziwa Rhino Sanctuary - Murchison-Falls-Nationalpark (Fortsetzung)
Während der Fahrt sehen wir eine Ankole-Rinderherde mit z.T. recht mageren Tieren.
Unterwegs gibt es einen heftigen Gewitterregen, doch nach ein paar Kilometern ist die Straße schon wieder trocken. Nach einem Tankstopp in Masindi fahren wir weiter zum Murchison-Falls-Nationalpark und entdecken dabei ein paar Paviane, eine Schlankmanguste und Warzis. Gegen 15:30 Uhr erreichen wir mit dem Kichumbanyobo-Gate den Eingang zum Murchison-Falls-Nationalpark. Mit einer Fläche von 3.877 qkm ist er der größte Wildtierpark in Uganda und wird durch den Viktoria Nil in zwei Hälften geteilt. Der Fluss fließt vom Lake Victoria etwa 80 km über Stromschnellen, bevor er sich durch eine Engstelle von nur 7 Metern drängt und 43 Meter in die Tiefe stürzt und so die Murchison-Falls, die Hauptattraktion des Parks, bildet. Der Wasserfall verwandelt den Fluss in einen breiten Strom, der ruhig über die Talsohle des Rift Valley zum ca. 55 km entfernten Lake Albert dahinfließt. Da wir ganz gut in der Zeit liegen, fahren wir noch zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Fälle. Als wir am Parkplatz die Autotür öffnen werden wir von einem Schwarm Tse-Tse- Fliegen überfallen. Während wir zum Wasserfall laufen, versucht Erisa das Auto von den Fliegen zu befreien. Der Umweg hat sich gelohnt! Es ist schon faszinierend mit welcher Kraft und riesigem Getöse sich hier die Wassermassen - pro Sekunde sollen es etwa 300 Kubikmeter sein - durch die nur 7 m breite Felsspalte drängen.
Nachdem wir ein paar Fotos gemacht und eine Felsenagame entdeckt haben,
laufen wir zum Auto zurück. Hier werden wir nicht nur von Erisa, sondern auch von angriffslustigen Tse-Tse-Fliegen erwartet. Während der Fahrt zur Fähre sind wir damit beschäftigt die Biester ins Jenseits zu befördern. Hätte nicht gedacht, dass die Biester so zäh sind! Als wir gegen 18 Uhr zur Anlegestelle kommen, hat die Fähre gerade abgelegt. Zum Glück warten auf der anderen Seite viele Autos und so brauchen wir nicht bis 19 Uhr warten. Bis die Fähre wieder auf unserer Seite anlegt, beobachten wir ein paar Hippos und Spornkiebitze.
Zwanzig Minuten später bringt uns die Fähre auf die Nordseite.
Von hier ist es dann nicht mehr weit zur Paraa Safari Lodge, die auf einem Hügel oberhalb des Nils liegt. In der Lodge werden wir mit Saft und kalten Tüchern begrüßt. Wir bekommen ein schönes Zimmer mit kleiner Terrasse.
Nachdem wir uns etwas frisch gemacht haben, gehen wir zum Abendessen. Die Lodge ist zurzeit nicht ausgebucht und so sind im Restaurant nur einige Tische besetzt. Als Vorspeise bekommen wir Kürbissuppe serviert. Als Hauptgericht können wir zwischen Boeuf Stroganoff oder Pasta wählen und zum Nachtisch gibt es Brownies oder Obstsalat.
Morgen geht es weiter mit einer Pirschfahrt im Park
LG Konni
Teil 1026. Okt. 2014
26.09.2014 Murchison-Falls-Nationalpark
Nach einem guten Frühstück starten wir um 7:00 Uhr mit unserem Auto und dem lokalen Guide John (Vogel-Spezialist) zu einer Pirschfahrt. Im Murchison-Falls-Nationalpark sollen 76 Säugetier- und 450 Vogelarten leben und davon wollen wir heute einige vor die Linse bekommen. Für die Tierbeobachtung besonders ergiebig sind der nördliche Teil des Schutzgebietes und die Deltaregion. Zwischen Albert- und Victoria-Nil gibt es eine Reihe gut befahrbarer Wege. Während der Fahrt, durch mit Akazien und Borassus-Palmen bestandenes Grasland, entdecken wir u.a. Feuerweber,
Mama & Papa Nördlicher- oder Sudan- Hornrabe mit Jungvogel,
Jackson Hartebeester,
Gelbschnabel- (Heuglin´s-) Frankolin,
Rothschildgiraffen z.T. mit Gelbschnabelmadenhackern,
Büffel,
Graumantelwürger,
Uganda-Kobs,
Schuppenkopfweber,
eine Schar Spitzschwanzelstern (Piapiacs), die in „Madenhacker-Manier“ auf Elefanten reiten,
Der Weg führt uns weiter in die Sumpfregion des Deltas, wo wir neben Libellen,
Bruchwasserläufer
und Flussuferläufer,
auch einen Schuhschnabel entdecken.
Wir beobachten ihn eine Zeit lang und machen uns dann auf den Rückweg. Dabei begegnen uns, neben den schon gesehenen Tieren, auch noch Perlhühner mit Küken,
Oribis
und ein Graufalke.
John macht es sichtlich Spaß, dass wir uns so für seine gefiederten Freunde interessieren und so sind wir dann erst nach gut 5,5 Stunden (und über 50 gesichteten Vogelarten) wieder in der Lodge. Wir bedanken uns mit einem großzügigen Trinkgeld bei John, denn normalerweise dauert die Pirschfahrt nur etwa 3 Stunden.
Nachdem wir uns etwas frisch gemacht haben, gehen wir zum Essen. Wir können uns unser Menu aus der Karte auswählen und bestellen uns Hühnchen. Auf Vor- und Nachspeise verzichten wir. Von der Terrasse hat man einen schönen Blick auf den Nil.
Anschließend setzten wir uns ein wenig auf unsere Terrasse und entdecken mehrere Felsenagamen.
Um 14:30 Uhr gibt es die Fortsetzung der Safari - dieses Mal per Boot. Als das Boot an der Anlegestelle ankommt, ist es fast voll besetzt. Während der Bootsfahrt, die uns ca. 17 km stromaufwärts zu den Wasserfällen führt, sehen wir neben einer tollen Landschaft auch viele Tiere.
Je näher wir den Wasserfällen kommen, umso mehr Schaum ist auf dem Wasser zu sehen und das Getöse wird immer lauter.
Der Kapitän bringt das Schiff so nahe an die Fälle heran, wie es die Strömung zulässt. Nachdem jeder seine Fotos geschossen hat, wendet das Boot und wir fahren zurück. Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder in der Lodge. Bis zum Abendessen bleibt noch genügend Zeit sich frisch zu machen und etwas auf der Terrasse zu relaxen. Auch an diesem Abend ist das Restaurant nicht voll besetzt. Wir entscheiden uns für gemischten Salat, Pfeffersteak und zum Nachtisch gibt es ein Stück Käsekuchen. Wieder im Zimmer, packen wir schon mal unsere Sachen zusammen, denn morgen verlassen wir die Lodge und fahren weiter zum Kibale-Nationalpark. In der Nacht werden wir durch ein heftiges Gewitter mit Regen geweckt.
Teil 1528. Okt. 2014
Fazit Paraa Safari Lodge
Unschlagbares Argument für die Paraa Safari Lodge ist die super Lage mitten im tierreichen Nordteil des Parks. Bei der Größe passt eher der Name "Paraa Safari Hotel". Ich kann zwar nicht sagen, wie es hier bei Hochbetrieb aussieht, aber von großen Reisegruppen war nichts zu sehen und auch im Restaurant war wenig Betrieb. So gab es hier auch nicht, wie schon öfters gelesen, Buffet sondern man konnte sein Menü aus einer Karte selbst zusammenstellen. Wir waren mit Zimmer, Service und Essen sehr zufrieden und würden jederzeit wiederkommen.
Nach dem Frühstück verlassen wir um 6:45 Uhr die Paraa Safari Lodge und fahren zum Fähranleger. Es schüttet immer noch und so bleiben wir auch während der Fährüberfahrt im Auto sitzen. Gegen 7:15 Uhr sind wir am anderen Ufer. Auf der Weiterfahrt zum Kichumbatyobe Gate entdecken wir Paviane, Wasserböcke, Perlhühner, Rüppell´s-Glanzstare, Rossturakos, Nördliche Hornraben, Dominikanerwitwen
und, in einem Waldgebiet, viele Mäusebussarde, sowie einen Waldbussard.
Auch hier gibt es wieder lästige Tse-Tse-Fliegen. Als Silke die Autotür für eine Pipipause öffnet, wird das Auto von mehreren Biestern geentert. Zum Glück schaffen wir es auch diesmal ohne einen Biss davon zu kommen. Neben den Fliegen entdecken wir noch einen weiteren blinden Passagier – außen an der Fensterscheibe hängt eine große Seidenspinne, die sich mit einem seidenen Faden gut gesichert hat und so über eine halbe Stunde mit uns fährt.
Gegen 9:30 Uhr verlassen wir den Murchison-Falls-Nationalpark. Die Fahrt führt durch landwirtschaftlich genutzte Flächen und kleine Dörfer. Gegen 11:15 Uhr machen wir eine kurze Pause mit Tankstopp in Hoima. Die Weiterfahrt verläuft recht unspektakulär, bis wir um 13:30 Uhr an eine Stelle kommen, wo sich ein mit Zuckerrohr beladener Laster in einem Schlammloch festgefahren hat. Als wir ankommen stehen schon mehrere Autos da. Man versucht gerade einen PKW, der am Laster vorbei wollte und dann ebenfalls im Schlamm stecken blieb, aus dem Schlamm zu befreien. Mit unzähligen Helfern bekommen sie das Auto frei. Als nächstes ist ein Land Cruiser mit alten Bekannten aus der Paraa Safari Lodge an der Reihe und der bleibt nicht nur im Schlamm stecken, sondern auch noch am LKW hängen. Höhere Fahrzeuge habe keinerlei Chance an der Engstelle durchzukommen. Nachdem der Versuch scheitert, den Laster aus dem Schlamm zu ziehen, beginnt man Stück für Stück den Straßenrand abzutragen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt dann endlich der Landi am LKW vorbei.
Nach über 90 Minuten Wartezeit ist dann auch Erisa mit unserem Bus an der Reihe und wird mit tatkräftiger Unterstützung der einheimischen Bevölkerung durch den Schlamm geschoben.
Wir sitzen noch nicht richtig im Auto, da geht ein heftiger Gewitterregen nieder, der aber bald wieder nachlässt. Gegen 16:25 Uhr machen wir eine kurze Pause in Kyenjojo. Durch Tee- und Bananenfelder geht die Fahrt weiter Richtung Kabata, bis sich etwa eine Stunde später ein schleichender Plattfuß bemerkbar macht.
Zum Glück kommt ein befreundeter Guide unseres Fahrers vorbei und so fahren wir mit dessen Auto zur, ca. 30 Minuten entfernten, Ndali Lodge. Die Lodge liegt auf einer Anhöhe am Nyinambuga See (Bunyaruguru Kraterseeregion). Wir werden mit Saft und feuchten Tüchern begrüßt und dann zu unserem Chalet gebracht.
Schönes Zimmer mit kleinem Bad und eigener Veranda. Nach einer erfrischenden Dusche gehen wir zum Haupthaus zurück und genehmigen uns erstmal einmal einen Gin Tonic. Gesellschaft leisten uns dabei die drei zur Lodge gehörenden Hunde. Nach und nach kommen auch die anderen Gäste und wir werden ins Esszimmer gebeten. Die Atmosphäre in der Lodge ist sehr familiär. Man sitzt gemeinsam bei Kerzenschein an einer langen Tafel. Bevor das Essen serviert wird, stellen wir uns kurz gegenseitig vor. Neben den Gastgebern Aubrey und Clare, besteht die Runde noch aus je einem Paar aus Australien, New York und Irland. Allerdings, „richtige Touris“ sind nur die Australier und wir. Die beiden anderen Paare leben im Moment aus beruflichen Gründen in Kampala. Zum Abendessen gibt es eine herzhafte Suppe, „Fingerfoot“ in Form von frittiertem Gemüse, Lasagne und eingelegte Bananen. Es schmeckt alles sehr lecker und auch der Wein ist super. Wir sitzen noch lange in geselliger Runde zusammen und unterhalten uns über Gott und die Welt. Als wir in unser Chalet kommen, brennen auch hier Kerzen und Öllampen. Die Lodge verfügt über Solarstrom und so steht auch in der Nacht – wenn auch nur begrenzt – normales Licht zur Verfügung. Allerdings gibt es keine Steckdosen im Zimmer – Akkus können aber im Hauptgebäude aufgeladen werden.
Teil 1729. Okt. 2014
28.09.2014 Schimpansen-Tracking im Kibale-Nationalpark
Nach dem Frühstück fahren wir um 7 Uhr zum Kibale-Nationalpark.
Immergrüne Feucht- und Laubwälder, mit z.T. riesigen alten Bäumen, bedecken fast 80 % der 766 qkm großen Fläche. Den restlichen Teil nehmen Sümpfe und Grasland ein. Der Nationalpark ist bekannt für seine enorme Vielfalt an Primaten und gilt als der wohl beste Ort für eine Begegnung mit Schimpansen in freier Wildbahn. Neben den Affen bewohnen über 300 Vogelarten, Buschböcke, Riesenwaldschweine, Zibetkatzen, Moorantilopen, Wasserböcke, Büffel, Flusspferde, rote und blaue Duiker, Waldelefanten, sowie Baum-Schuppentiere das Gebiet. Gegen 8 Uhr erreichen wir das Headcenter in Kanyanchu (ca. 30 km von der Lodge entfernt) und kommen so gerade noch rechtzeitig zum Briefing. Nach einer kurzen Einführung, wie wir uns bei den Schimpansen zu verhalten haben, fährt uns Erisa zusammen mit einem Ranger noch ein Stück weiter in den Wald. Um 8:30 Uhr geht die Wanderung dann endlich los und kaum eine halbe Stunde später hören wir die ersten Schreie.
Das Gekreische wird immer lauter und kurze Zeit später zeigt uns ein Ranger den ersten Schimpansen, ganz oben in der Baumkrone. Beim näheren Hinsehen entdecken wir noch weitere Tiere, darunter auch einen Mutter mit ihrem Kind. Es ähnelt mit seinem hellen Gesicht und den großen Segelrohren einem Menschenkind. Leider sitzen Mutter und Kind so geschützt, dass keine guten Aufnahmen möglich sind.
Nach kurzer Zeit, klettert ein Affe vom Baum und verschwindet im Gebüsch.
Auch wir setzen uns in Bewegung und machen uns auf die Suche nach weiteren Tieren. Wir haben Glück und finden eine Gruppe am Boden.
Leider verschwinden sie im dichten Gebüsch und unser Ranger läuft mit uns kreuz und quer den Schimpansen hinterher.
Fortsetzung folgt!
Teil 1830. Okt. 2014
28.09.2014 Schimpansen-Tracking im Kibale-Nationalpark (Fortsetzung)
Dann treffen wir auf den ca. 20 jährigen Chef der Truppe. Laut Ranger war er einer der Ersten, der habituiert wurde. Er weiß genau wie man richtig vor der Kamera posiert und gibt uns zu guter Letzt auch noch eine Kostprobe seiner Mimik und Stimmgewalt.
Für mich ist das ein einmaliges Erlebnis und mit Sicherheit ein Highlight der Reise. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, ob das Ganze beim Gorilla-Tracking überhaupt noch getoppt werden kann. Gegen 11 Uhr verlassen wir unsere nahen Verwandten und machen uns auf den Rückweg. Dabei entdecken wir viele bunte Schmetterlinge, Tausendfüßer, Paviane und Achatschnecken.
Waldelefanten sehen wir leider keine, aber die Zeichen ihrer Präsenz sind reichlich vorhanden. An einem Waldweg werden wir eine knappe Stunde später von Erisa eingesammelt. Anschließend fahren wir zu einer nahegelegenen Lodge, wo wir unsere mitgebrachten Lunchpakete verspeisen dürfen.
Fortsetzung folgt!
Teil 1901. Nov. 2014
28.09.2014 Bigodi Sümpfe
Um 13 Uhr geht es weiter zu den Bigodi Sümpfen. Mit einem Ranger starten wir zu einer Wanderung durch das 3 qkm große Schutzgebiet, das sich fast nahtlos an den Kibale- Nationalpark anschließt. Der Rundweg führt zunächst an Mais-, Reis- und Bananenpflanzungen vorbei. Danach gelangt man über einen Plankenweg quer durch den Sumpf.
Neben dem dominierenden Papyrus fallen vor allem Farne, wilder Kaffee und Palmen auf. Wir entdecken u.a. Uganda-Stummelaffen (Red Colobus),
eine Blaukehlagame,
Riesenturakos,
Rotschwanzmeerkatzen,
Fortsetzung folgt!
Teil 2002. Nov. 2014
28.09.2014 Bigodi Sümpfe(Fortsetzung)
Kronenkraniche
und Schwarz-weiße Colobusaffen.
Von einem Aussichtsturm hat man einen schönen Überblick über das Schutzgebiet.
Der Himmel zieht sich immer mehr zu und das Donnergrollen kommt näher. Nachdem wir gut zwei Drittel der Strecke zurückgelegt haben, beginnt es wie aus Kübeln zu gießen und das Gewitter ist direkt über uns. Es besteht jedoch keine Chance unsere Wanderung vorzeitig zu beenden. Wir schaffen es gerade noch unsere Kameraausrüstung wasserdicht zu verpacken, an fotografieren ist jetzt sowieso nicht mehr zu denken, und laufen weiter. Völlig durchnässt kommen wir gegen 16 Uhr wieder am Besucherzentrum an. Zum Glück haben wir Wechselklamotten und Ersatzschuhe dabei und ziehen uns erstmal um. Das ist gar nicht so einfach – wir sind nass bis auf die Haut und die Hosen kleben regelrecht an uns. In den Schuhen steht das Wasser. Nachdem wir halbwegs trockengelegt sind, machen wir uns auf den Rückweg. Da die Straßen in Uganda bei Trockenheit schon nicht die besten sind, sind sie bei Regen furchtbar und der Rückweg zur Lodge dauert knapp 2 Stunden. Bis wir wieder in der Lodge sind, hat es zu regnen aufgehört. In der Lodge ernten wir mitleidige Blicke von den Australiern. Die hatten die Tour heute umgekehrt gemacht und mehr Glück. Sie waren auf dem Rückweg von den Schimpansen gerade am Auto angekommen, als der Regen begann. Nach einer warmen Dusche gönnen wir uns einen doppelten Gin Tonic. Für Unterhaltung sorgt dabei Bertie. Die schwarze Dogge zerlegt, im Beisein ihres Herrchens, einen Korbsessel. Wir könnten Aubrey ja eine gute Hundeschule empfehlen, aber der Weg dahin wäre wohl etwas zu weit! Heute wird das Abendessen (Tomatensuppe, überbackene Auberginen, Fischfilet mit Spinat und Kuchen zum Dessert) an getrennten Tischen serviert. Außer uns sind nur die Australier und ein weiteres Pärchen da. Nach dem Essen gehen wir zu unserem Chalet und treffen dort auf eine Kröte.
Wenn alles klappt, gibt es heute noch ein kurzes Video vom "Dschungel-Pavarotti"!