Reisebericht

Die mit den Giraffen reiten

von stollebolle · begonnen 13. Okt. 2014 · 21 Teile

Teil 113. Okt. 2014
Liebe Formis und Mitleser,

zuerst einmal möchte ich mich bei euch bedanken für die vielen Tipps und Antworten, die ich auf meine Fragen oder einfach nur beim „Durchsforumstöbern“ von euch erhalten habe. Ohne die ganzen Vorbereitungen, die ich durch dieses Forum machen konnte, wären wir, oder besser gesagt ich (denn die gesamte Reiseplanung überlässt mein Freund Peter klugerweise immer mir... 😉 ), längst nicht so entspannt in unser Namibia-Abenteuer gestartet. Als bisherige Pauschaltouris war es eine grosse Herausforderung für mich, dieses Mal alle Bausteine selbst rauszusuchen, zu buchen und immerzu zu hoffen, dass alles klappt mit dem Flug, den Lodges, dem Mietwagen und dem Zurechtkommen in diesem grossen, unbekannten, linksfahrenden und doch so sehnsüchtig machenden Land.

Wir waren 2012 in Kenia und dort hat mich der Afrikavirus infiziert. Als Pauschalreisende habe ich es damals doch immerhin gewagt, eine 3-Tages-Safari Tsavo Ost/West bei einem örtlichen Reiseveranstalter zu buchen und was soll ich sagen… von allen unseren bisherigen Reisen war das die schönste, eindrücklichste und intensivste Zeit. Peter war zuerst sehr skeptisch, aber nachdem wir in zwei wirklich wunderbaren Lodges waren und diese überwältigende Natur, Landschaft und natürlich die Tiere gesehen hatten, war mir ganz schnell - und Peter etwas langsamer - klar, dass wir nochmal nach Afrika müssen. Da wir beide reiten und nachdem ich im Fernsehen einen Bericht über Safaris zu Pferd gesehen hatte, wusste ich auch genau, was wir machen würden… Safari zu Pferd in Namibia.

Natürlich weiss ich spätestens jetzt, das Namibia unendlich mehr zu bieten hat, als 1 Woche in der gleichen Lodge zu verbringen, aber erstens sind wir von der Urlaubsdauer immer ziemlich eingeschränkt (bei 21 Urlaubstagen in der Schweiz), zweitens steht Peter allem Neuen zuerst immer sehr kritisch gegenüber und drittens gehört für ihn Baden, Strand und Meer zum Urlaub dazu. Als ich seine Frage „…liegt das am Meer?“ mit „öööhm nnnein…“ beantworten musste, konnte ich erst mal intensive Überzeugungsarbeit leisten, damit er überhaupt noch mit wollte. Und erst, als ich ihn dahingehend beruhigen konnte, dass die Lodges zumindest einen Swimmingpool haben, sah er der ganzen Sache wieder halbwegs wohlwollend entgegen.

Mit der Planung im Kopf habe ich bereits im Oktober 2012 begonnen, was selbst für mich als Planungsfreak sehr früh war. Ich weiss gar nicht, wie viele Stunden ich bei der Suche nach Lodges, beim Lesen von Erfahrungsberichten und Hotelbewertungen und nicht zuletzt hier im Forum verbracht habe. Zuerst als Mitleser und als es konkreter wurde dann auch als Fragesteller. Als mir nach und nach klar wurde, dass dies kein billiger Urlaub werden würde, musste ich Peter nochmal davon überzeugen, dass dies genau die Reise ist, die er machen will, auch wenn für das viele Geld noch immer kein Strandurlaub geboten wird 😉 . Zum Glück gab es bei ihm im Herbst 2013 eine Steuerrückzahlung und ich konnte endlich im Oktober den Flug buchen… „nur“ noch ein Jahr bis zur Reise, der Countdown lief!

Bei der Suche nach einer Lodge mit Reitbetrieb war ganz schnell klar, dass dies die Kambaku Safari Lodge sein sollte. Die ganzen positiven Bewertungen und Erfahrungsberichte haben die Vorfreude auf das leckere Essen, die bestens ausgebildeten Pferde, die tolle Unterkunft und einfach alles drum herum bald ins unermessliche gesteigert. Die Vorfreude war riesig und sie ist mit jedem Tag, den der Abflug näher rückte, noch riesigiger und riesigigerer geworden. So riesig, dass ich schon bald wieder befürchtete, dass die Realität überhaupt nicht mehr mithalten kann bei all der Vorfreude. Aber sie konnte, sie hat sogar alle Erwartungen noch übertroffen und auf vielfachen Wunsch der Forumsmitglieder…. also gut, es waren ein oder zwei 😉 … möchte ich euch hier an unseren Erlebnissen teilhaben lassen.

Bald geht es los. Viel Spass dabei! 🙂
Teil 214. Okt. 2014
Namibia vom 21.09. bis 02.10.2014

21.09.

Noch während wir am Bahnhof stehen und auf den Zug warten, fallen mir die ersten Dinge ein, die ich vergessen habe… das geht ja super los, wofür habe ich eigentlich eine Abhakliste gemacht, mmpff?!? Es fehlen der Schal für das kalte Flugzeug und das Käppi für die heisse Sonne Namibias. Zwei wirklich elementare Dinge, finde ich zumindest. Und sogar Peter hat ein Käppi dabei, warum hat ER mich eigentlich nicht dran erinnert?!? 😈

Bis ich den Schal gebrauchen kann, muss ich aber gar nicht bis zum Flieger warten, schon im ICE ab Basel ist es saukalt. Möglicherweise versucht die Bahn nun wieder gut zu machen, was sie im Sommer versäumt hat – nämlich den Zug auf 18 Grad runter zu kühlen. Als der Schaffner vorbei kommt, spreche ich ihn drauf an und prompt hat die ältere Dame, die zwischenzeitlich neben mir sitzt, Mitleid mit mir. Sie zieht ihren 15 Jahre alten lila Kaschmirschal aus der Tasche und legt ihn mir fürsorglich über die Knie - dass er so alt ist, sagt sie selbst und die Farbe ist wohl schon genauso lange ausser Mode. Aber ganz egal, er wärmt mich und die Lady ist glücklich, dass sie mir helfen kann. Sie weist mich aber vorsichtshalber doch nochmal darauf hin, dass ich den nicht behalten darf!

Der Check-in in Frankfurt funktioniert reibungslos und ich stürme sofort in den ersten Laden, um mir einen Schal zu kaufen. Er ist nicht aus Kaschmir hat aber dafür pinke Schmetterlinge drauf – ich bin zufrieden. Mützen haben sie leider nur aus Strick, das ist dann wohl doch ein bisschen zu warm für Namibia und ich verschiebe den Kauf auf später, in Johannesburg gibt es bestimmt jede Menge schöne Käppis. Wir starten pünktlich um 20.45 Uhr.

22.09.

Der Flug verläuft ruhig und in Johannesburg haben wir beim Transit tatsächlich so viel Zeit, dass ich nach Käppis Ausschau halten kann. Aber auf jedem steht „South Africa“, das geht ja wohl gar nicht. Ich fliege nach Namibia und habe ne Mütze, auf der „South Africa“ steht? Hmpf, dann kaufe ich mir halt ein Käppi in Windhoek. 😠

Als wir in Johannesburg starten, ist es recht frisch und bedeckt. Ich kann mir etwas stille Häme für diejenigen, die hier ausgestiegen sind nicht verkneifen, denn in Windhoek ist schönes, warmes Wetter vorhergesagt, hehehe… Schadenfreude kommt halt doch gleich nach Vorfreude.

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Bei der Landung in Windhoek scheint die Sonne…. nicht. Na gut, was nicht ist, kann ja noch werden. Die Passkontrolle geht recht schnell, das Gepäck kommt auch gleich uns schwupps stehen wir in der übersichtlichen Ankunftshalle, Europcar ist schnell gefunden, die Übernahme des Toyota Etios ist unkompliziert, noch schnell das Sicherheitsvideo anschauen und los geht´s mit links.

Kurz nachdem wir auf der B6 sind, haben wir auch schon die ersten Tiersichtungen. 🙂


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Und wir sehen auch noch etwas anderes: REGENTROPFEN! auf der Windschutzscheibe. Soviel zu Schadenfreude und Wettervorhersagen. Peter versucht zunächst ziemlich erfolglos, sie wegzublinken bevor er härtere Massnahmen ergreifen muss und den Scheibenwischer findet. Also der ist ja wohl auf der falschen Seite, oder? Bis zum Ende der Reise wird ihm das noch oft passieren. Also nicht das Scheibenblinken, sondern das Blinkwischen… hä? 🙄

Dank der guten Wegbeschreibung der Immanuel Wilderness Lodge und dem nicht richtig funktionieren Navi (wieso habe ich DAS eigentlich nicht bei der Übergabe getestet?), finden wir unseren Weg durch Windhoek und sobald wir auf der B1 sind, konzentrieren wir uns darauf, den Polizeiposten zu entdecken, denn genau davor müssen wir links abbiegen, um zur Lodge zu kommen.

Dass dieser der aktuellen Baustelle gewichen ist und erst viele Kilometer weiter hinten kommt, können wir zu diesem Zeitpunkt ja nicht wissen. Nachdem wir anhand der inzwischen gefahrenen Kilometer nur vermuten können, dass wir schon zu weit gefahren sein müssen, kehren wir um. Ich ersetze „Polizeiposten“ in meinen Gehirnnavi durch „Immanuel“ und entdecke endlich das Schild am Strassenrand. Vor lauter Baustelle weiss man aber gar nicht so genau, was jetzt eigentlich Zufahrt und was Baustelle ist. Wir zweifeln echt, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind.

Na, fahren wir halt mal weiter und tatsächlich… was eben noch Baustelle war, ist nun übergangslos die Zufahrt zur Lodge geworden. Endlich sind wir da, hurra!

Die Besitzer Sabine und Stefan sind nicht da. Nach dem Einchecken bringt und die Mitarbeiterin zu unserem Zimmer Nr. 2. Mannmannmann ist das schön hier. Man hört zwar die B1 rauschen aber irgendwie ist man trotzdem schon weit weg. Ich werde nicht das letzte Mal froh sein, dass wir eine Lodge ausserhalb Windhoek für Ankunft und Abflug gewählt haben (dies schreibe ich natürlich, ohne die Vorzüge einer zentral gelegenen Lodge zu kennen).


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Wir richten uns kurz ein und machen uns wieder auf den Weg nach Windhoek. Ich brauche ja noch immer ein Käppi und Peter Getränke (habe ich schön erwähnt, das er kein Wasser trinkt?) Also Peter trinkt kein Wasser, da muss er schon kurz vor dem Verdurstungstode stehen, um das überhaupt in Erwägung zu ziehen. Das Navi funktioniert leidlich, aber es weist uns den Weg zur Maerua Mall / Superspar, denn ich kontrolliere die Route zusätzlich auf der Karte, die ich vorsorglich zu Hause von googlemaps ausgedruckt habe. Denn es könnte ja durchaus sein, dass das Navi nicht funktioniert, hatte ich mir da so im Stillen gedacht.

Wir sind begeistert, was es im Superspar alles zu kaufen gibt, das ist ja fast wie zu Hause im Edeka. Als ich vor dem Kühlregal stehe, fängt plötzliche meine Nase an zu kneifen. Das sichere Zeichen für einen beginnenden Schupfen. Na wunderbar, am ersten Tag in Namibia werde ich krank, vielen lieben Dank auch Deutsche Bahn! Schnell entferne ich mich vom Kühlregal, jetzt bloss kein Risiko eingehen. Wir brauchen ja auch nur Getränke, etwas zu knabbern und ein Käppi, welches ich endlich, endlich bei Mr. Price (ist das die namibische Version von KIK+TEDi?) finde. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich dieses Käppi überhaupt nicht gebraucht hätte (eine Strickmütze aber schon).

Auf dem Rückweg halten wir NICHT nach dem Polizeiposten Ausschau und finden prompt die Baustellenzufahrt zu Lodge. Im Zimmer angekommen, leite ich sofort Gegenmassnahmen gegen den Schnupfen ein, dann entspannen wir noch ein bisschen, duschen und machen uns auf dem Weg zum Abendessen, welches um 19.30 Uhr serviert wird. Aber zuerst bestelle ich mir an der Bar einen Rock Shandy, den ich in der gemütlichen Sitzecke geniesse. Hmmm, schmeckt lecker.


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Endlich gibt es Essen im nett beleuchteten Speiseraum. Wir bekommen Tomatencremesuppe, Salat, Oryxsteak mit Kartoffelchips und Sahnekraut und zum Abschluss Kalahari Des(s)ert. Wow, schmeckt das alles lecker. Selbst Peter, den ich in meiner Verzückung immer wieder kritisch beäuge, um nach den Anzeichen seines „bäh-mag-ich-nicht-Gesichtsausdrucks“ zu forschen, schmeckt es augenscheinlich (habe ich schon erwähnt, dass Peter sehr heikel ist?). Also Peter ist sehr heikel, was unbekanntes Essen angeht.

Nach dem Essen zollt der Nachtflug seinen Tribut und wir gehen schnurstracks ins Bett. Gute Nacht.
Teil 314. Okt. 2014
23.09.

Nach einer guten Nacht im etwas schmalen Bett klingelt der Wecker um 7.15 Uhr. Wie ich das hasse, im Urlaub den Wecker stellen zu müssen. Aber wir haben heute ja auch noch eine gute Strecke vor uns und Frühstück gibt es nur bis 9 Uhr (hä, und was ist mit Langschläferfrühstück?). Wir packen unsere paar Sachen zusammen und gehen kurz nach acht zum Frühstück.

Es gibt super leckere Brötchen, Obst, Tomaten, Marmelade, namibischen Käse, die leckerste Wurst meines Lebens und Eier nach Wunsch. Obwohl es kein Nutella gibt (unseres liegt gut versorgt im Koffer, denn es könnte ja noch ein Milka-Schoki-Notstand ausbrechen, Peter hat nämlich nur 1,2 kg eingepackt), greift auch er mit gutem Appetit zu. Ich sehe mit wachsendem Erstaunen, dass die namibische Luft irgendetwas mit Peter´s Essverhalten anstellen muss, denn auch heute Morgen kann ich keinen „bäh-mag-ich-nicht-Gesichtsausdruck“ entdecken.

Gut gestärkt holen wir unsere Sachen, die Koffer werden abgeholt und wir bezahlen bei Sabine:
NAD 1´060 für das Zimmer
je NAD 230 für das leckere Abendessen

Das Essen ist sowas von günstig, wir können es kaum fassen. Würden wir hier in Deutschland doch sicher das 3-fache dafür zahlen (wir wohnen an der Schweizer Grenze und die Gastronomen haben ihre Preise entsprechend angepasst, wobei es für die Schweizer noch immer günstig ist).

Um 9 Uhr sagen wir byebye. Die Strausse und die Perlhühner verabschieden uns. In einer Woche werden wir wieder hier sein.

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Und nachdem wir unseren Weg durch die Baustellenausfahrt gefunden haben, denn heute sieht es irgendwie ganz anders aus als gestern, geht es los in Richtung Otjiwarongo.

Plötzlich sitzt eine Horde Paviane direkt an der Strasse, ich möchte natürlich Fotos machen und nötige Peter sofort anzuhalten. Aber es ist gar nicht so einfach, von 120 Sachen runter zu bremsen und dann auf dem unbefestigten Seitenstreifen zum Stillstand zu kommen. Leider scheint das akute Bremsmanöver die Affen zu verschrecken und ich kann keine schönen Fotos mehr machen.

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Leider ist das auf der ganzen Fahrt so, also doch lieber wieder Text.

Irgendwann fängt bei Peter die Blase an zu drücken, aber wo geht man hier denn aufs Klo? Einfach an einem der super sauberen Rastplätze anhalten und da ins Gebüsch pieseln? Hm, zu Hause würde man da nicht zögern, aber wer weiss denn, wie hoch das Strafmass in Namibia für Wildpinkeln ist?

Wir haben unterwegs so viele Geschwindigkeitskontrollen gesehen, dass wir damit rechnen müssen, dass ausgerechnet dann ein Streifenwagen vorbei fährt, wenn Peter ein möglicherweise streng geahndetes Verbrechen begeht. Auf eine Festnahme wollen wir es lieber nicht ankommen lassen und ich habe die rettende Idee. Wir fahren einfach bei der nächsten D-Strasse ein Stück in die Wildnis, da kann Peter sicher ungestört. Und ich auch, wenn wir schon anhalten… einfach immer schön schauen, wo man im Gras hintritt wegen der Schlangen, Spinnen und Skorpione.

Gesagt, getan. Die nächste D-Strasse lässt nicht lange auf sich warten, doch bevor wir abbiegen können, hat ein Fahrer von der Gegenseite die gleiche Idee und er fährt vor uns in diese Strasse. Na macht ja nix, der wird wohl weiterfahren. Aber nein, was macht er? Er fährt genau zu dem Baum, den ich mir als Pinkelplatz auserkoren habe und hält an. Kann es denn so etwas geben? Namibia ist ein riesiges Land, mit unglaublichen vielen D-Strassen und noch mehr Bäumen und dieser Herr muss sich genau den gleichen Baum aussuchen, wie wir? Ja, es kann sowas geben. Möglicherweise ist dies aber auch ein für mich nicht erkennbarer, offizieller Pinkelbaum, wer weiss das schon?

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Wir warten und verhalten uns unauffällig. Ich tu so, als würde ich was aus dem Kofferraum holen und fummle am Koffer rum, während der Herr sein Geschäft beendet und wieder auf die B1 fährt.
Na endlich! Wenigstens hat er jetzt die ganzen Spinnen, Schlangen und Skorpione vertrieben und wir können uns gefahrlos dem Baum nähern und…

Erleichtert geht es weiter und etwas später sind wir in Otjiwarongo. Was für ein schönes, sauberes Städtchen. Ich möchte jetzt nicht herablassend klingen, aber wir sind während unseres ganzen Aufenthalts immer wieder beeindruckt, was für ein sauberes und ordentliches Land Namibia ist, kennen wir dies von Kenia doch ganz anders. Wohlwissend, dass man Namibia und Kenia nicht vergleichen kann, aber hey, es ist alles Afrika!

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Da ich im Forum gelesen habe, dass man immer tanken soll, wenn man Gelegenheit dazu hat, tun wir dies auch, obwohl der Tank vom kleinen Etios noch mehr als ½ voll ist. Und wenn wir schon anhalten, dann gehe ich hier doch auch nochmal schnell auf die Toilette, denn den offiziellen Pinkelbaum haben wir ja schon hinter uns gelassen. Nachdem ich zurück bin, geht Peter auch noch, man soll das gepackte Auto ja nicht aus den Augen lassen und als er fertig ist, weist ihn der Herr von der Tankstelle darauf hin, dass die Lady nícht für die Toilettenbenutzung bezahlt hat. Hallo!?! Wir haben eben getankt, da sollte das Pinkeln ja wohl inklusive sein, zumal die Toilette es nie ins "schöner Wohnen" schaffen wird. Aber Peter diskutiert nicht rum (ich hätte schon…) uns gibt dem Mann etwas Geld. 😠
Teil 414. Okt. 2014
Laut Wegbeschreibung der Kambaku Lodge sind es ab Otjiwarongo noch 71 km, bis man das Schild zur Lodge an der Strasse erblickt. Wir stellen den Zähler auf 0 und weiter geht’s. Und tatsächlich, nach +/- 71 Kilometern erblicken wir das Schild und biegen ab auf die D2808. Noch kurz über die Bahngleise rumpeln und schon werden wir von der Wildnis verschluckt. Die Strasse ist aber ganz schön schotterig und ich ermahne Peter, langsam zu fahren. Noch langsamer!!! Habe ich doch immer im Hinterkopf diesen Satz aus dem Automietvertrag bezüglich nicht öffentlichen, nicht befestigten Strassen.

Nach ein paar Kilometern bitte ich Peter anzuhalten und den Motor abzustellen. Das erste Mal, seitdem wir hier sind, bin ich überwältigt von der sich ausbreitenden Stille. Natürlich ist es nicht still. Aber man hört kein Auto, kein Flugzeug, keinen Zug, keine Stimmen, keine Kirchenglocken… man hört einzig die Stille. Von diesen wunderbaren Nichtshören-Momenten wird es noch einige geben und ich sauge sie alle auf wie ein Schwamm – ich bin glücklich hier zu sein.

Wir fahren weiter in die Stille hinein, als plötzlich ein „under construction“ Schild auftaucht. Was? Das kann doch nicht wahr sein, schon wieder eine Baustelle, mitten drin im Nichts? Das ist doch bloss eine Lodgezufahrt, eine Schotterpiste. Plötzlich verbreitert sich die Strasse und sie nimmt die Ausmasse einer 6-spurigen Autobahn an. Wir sind vollends verwirrt, sind wir doch falsch abgebogen? Warum bauen die denn hier eine so breite Strasse? Dann kommen uns riesige Baumaschinen entgegen und wir können grade noch auf den abgesperrten Seitenstreifen fahren, der für Autos vorgesehen ist. Im Vergleich zu diesen gewaltigen Caterpillars haben wir ein Spielzeugauto.

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Wir erreichen das Ende der Baustelle und die Autobahn wird wieder zu Schotterpiste, ganz einfach so bauen die also eine Autobahn ohne Anfang und Ende in die Wildnis. Naja, müssen wir nicht verstehen. Es gibt ja auch wichtigeres zu tun, das Tor zum Glück öffnen nämlich.

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Fortsetzung folgt 🙂
Teil 515. Okt. 2014
Endlich erreichen wir Kambaku. Eine Mitarbeiterin (Anna) empfängt uns und wir bekommen einen Welcome-Drink. Als ich meinen Namen nenne, sagt sie mir, dass sie uns schon gestern erwartet hätten und nicht mehr damit gerechnet haben, dass wir noch kommen. Ich bin erst mal erschrocken. Hoffentlich haben die jetzt noch ein Zimmer für uns. Ich erkläre, dass ich vor einigen Wochen per email mit Thorsten abgemacht habe, dass wir erst einen Tag später kommen. Thorsten sei in Deutschland, erwidert sie daraufhin. Hmm? Und nu? Aber alles kein Problem, natürlich haben sie ein Zimmer für uns. Unserem gebuchten Reitpaket steht auch nichts im Wege und der Tagesausflug nach Etosha wird am Freitag sein. Na also, geht doch!

Wir fragen, was es mit dieser Grossbaustelle auf sich hat und Anna klärt uns auf.
Es wurde eine Goldmine entdeckt und die kanadische Gesellschaft B2 Gold ist damit beauftragt, das Gold abzubauen. Was wir für eine sechsspurige Autobahn gehalten haben, ist die Landebahn für die Flugzeuge, welche das Gold abtransportieren sollen. Uiuiui, da haben die ja sicher eine Menge Gold gefunden, und das praktisch direkt unter unseren Füssen. Da bekommt das Lied „Fields of Gold“ doch gleich eine ganz neue Bedeutung. 🙂

Später erfahren wir noch, dass man sein Land an die Regierung verkaufen muss (oder darf), wenn darauf Gold gefunden wird. Man kann es also nicht für sich selbst behalten. Zum Glück (oder leider für die Kambaku-Besitzer) wurde auf dem Gelände von Kambaku keines gefunden, man erhält nämlich eine gute Entschädigung, mit der man sich dann zur Ruhe setzen kann.

Anna bringt uns zu unserem Zimmer Nr. 8, erklärt uns kurz das Wichtigste und wir bestaunen das rustikale Zimmer und Bad. Alles da, was man braucht, perfekt. Einzig das nach oben offene Bad könnte vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein, da natürlich alle im Bad entstehenden Geräusche ungedämpft ins Schlafzimmer dringen.

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Wir packen unsere Koffer aus und richten uns ein. Anna hat uns erklärt, dass man sich auf dem Gelände zu Fuss oder auch mit dem Mountainbike frei bewegen kann. Es gibt einen Plan auf dem Zimmer, auf dem die Wege anhand von Buchstaben gekennzeichnet sind und man kann sich nicht verlaufen. Ausserdem gibt es auf dem Plan Abbildungen der Tiere, die auf Kambaku leben und ich bin sofort voller Entdeckerdrang. Ich will diese Tiere sehen und mache Peter den Vorschlag, etwas die Gegend zu erkunden, es ist ja erst 15 Uhr, noch lange Zeit bis zum Abendessen.

Als ich anfange, den Rucksack für unsere Erkundung zu packen und Peter frage, ob er auch was zu trinken mitnehmen will, betrachtet er mich ziemlich misstrauisch. Wie lange ich denn gedenke, Laufen zu gehen? Ich sage vage, dass es schon etwas mehr als 10 Minuten werden sollen und Peter stöhnt auf. Seitdem er als Kind mit seinen Eltern immer mit auf Volksmärsche musste, hat er ein regelrechtes Wandertrauma und es fällt immer sehr schwer, ihn dazu zu motivieren, mit mir irgendwohin zu laufen, wenn es nicht einem bestimmten Zweck dient. Und dann kann man ja immer noch mit dem Auto dahin fahren.

Auf der Kambaku-Wanderkarte wird empfohlen, eine Kopfbedeckung mit zunehmen und ich packe mit einiger Genugtuung mein Käppi zu den Getränken, der Kamera und dem Fernglas. Zum Glück habe ich mir eins gekauft, ich wusste doch, dass ich es brauchen würde.

Wir schauen uns kurz den schönen und sehr gepflegten Garten an. Der Rasen wächst hier besonders grün und dicht, das wird auch noch anderen gut gefallen.

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Auf dem Vorplatz orientieren wir uns erst einmal und los geht’s, auf zu den wilden Tieren, in diesem Fall zu den Pferden.

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Nach ein paar weiteren Schritten und um die erste Biegung rum, überkommt mich wieder das gleiche Gefühl, wie bei unserem Stopp auf der Herfahrt. Es ist so still. Es riecht sogar still. Irgendwie ist das hier eine ganz besondere Luft, das ist mir schon bei der Immanuel Lodge aufgefallen, aber da wusste ich es noch nicht richtig einzuordnen. Aber hier auf Kambaku, sobald man sich etwas von der Lodge entfernt, da ist es, als würde die Luft irgendwie schwer sein von der Stille. Als wäre die Luft selbst mit Stille angefüllt und man könne diese richtig gehend einatmen.
Teil 616. Okt. 2014
Ich erwarte nun, dass jeden Moment ein Impala, Steinbock, Oryx oder sonst was über den Weg springt, aber wie soll das funktionieren, solange wir in normaler Lautstärke quatschen und total unaufmerksam auf dem Weg dahin schlendern? Wir fangen augenblicklich an, zu flüstern und uns ganz bedächtig auf den Pfaden zu bewegen. Doch das einzige, was hinter dem Baum hervorlugt, ist Peter. 😎

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Während ich weiterhin angestrengt in die Büsche und unter die Bäume starre, um endlich ein Tier zu entdecken, schlägt sich Peter selbst in die Büsche und plötzlich ruft er, dass sich hier die Grashalme von alleine bewegen. Rasch gehe ich zu ihm und tatsächlich, es gibt hier laufendes Gras. Natürlich ist es eine Art Gottesanbeterin und immer, wenn ich ihr mit der Kamera zu nahe komme, läuft der wandelnde Grashalm ein Stück weiter und wir müssen wieder ganz konzentriert suchen. Na, wer kann sie entdecken?

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Weil wir auf diese Art keine Tiere entdecken, verlegen wir uns aufs Spurenlesen. Schliesslich stammen wir aus der Winnetou-Generation und das kann ja nicht so schwer sein. Der Boden ist sehr weich und es gibt jede Menge Abdrücke und auch Hinterlassenschaften zu interpretieren.
Könnten diese hier von einer Giraffe stammen? Wir sind uns unschlüssig, denn sie sind kaum grösser als Pferdehufe. Aber Giraffen sind ja riesig, die müssen auch grosse Hufe haben, sowie grosse Haufen hinterlassen, das war dann wohl doch ein anderes Tier.

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Auch das Spurenlesen bringt uns nicht recht weiter und ich entschliesse mich, die spärliche Blumenwelt zu fotografieren bis Peter wieder nach mir ruft. Ah endlich ein Tier. Diesmal etwas besser zu entdecken und zu fotografieren, da der Tausendfüssler trotz seiner vielen Füsschen keine Anstalten macht, wegzulaufen. Kann er auch nicht mehr, er ist nämlich leider tot.

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Ein Blick auf die Uhr verrät uns, dass wir mittlerweile fast 2 Stunden unterwegs sind und dies ohne Gemeckere von Peter, wie lange wir den jetzt noch laufen müssen. Ich bemerke ein weiteres Mal erstaunt, dass Namibia´s Luft irgendetwas mit Peter macht.

Auf dem Rückweg entdecken wir Kambaku´s Gewächshäuser und den grossen Garten, in denen das meiste Gemüse selbst angebaut wird.

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to be continued... 🙂
Teil 716. Okt. 2014
Und weiter geht´s...

Zurück in der Lodge legen wir uns noch etwas in den Garten und grade als ich aufs Zimmer will, um mich langsam mal auf das Abendessen vorzubereiten, kommen die Gnus und die Pferde zum Wasserloch. Endlich Tiere, ich bin begeistert. Und dann noch ein schöner Sonnenuntergang. Was will man mehr? Es war bis jetzt ein perfekter Tag.

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Auf Kambaku ist es so, dass alle Gäste und auch immer mindestens ein Mitarbeiter das Abendessen zusammen an einem grossen Tisch auf der Dachterrasse einnehmen. Uns passt das eigentlich nicht so richtig, denn wir sind gerne unter uns. Ausserdem weiss man ja nie, mit was für Gestalten man sich da zusammensetzen muss. Aber erst mal abwarten und einen Entspannungsdrink an der Bar nehmen. Da sitzt bereits ein Paar mit einem lauten Mann, der uns beiden sofort sehr unsympathisch ist. Na super, unsere Befürchtungen sind wahr geworden, wie war das noch mit der selbsterfüllenden Prophezeiung? Hoffentlich sind das keine Reiter!

Bevor wir uns weiter zu unseren hellseherischen Fähigkeiten beglückwünschen können, kommt Birte, die Kambaku-Chefin zu uns. Sie ist uns sofort sympathisch und dieser erste Eindruck wird während der ganzen Woche nicht mehr weichen. Sie begrüsst uns herzlich und da wir ein Reit- und Wildlifepaket gebucht haben, erklärt sie uns unser morgiges Programm. Zuerst 2 ½ Std. ausreiten, dies können wir vor oder nach dem Frühstück machen, wir entscheiden uns, es vor dem Frühstück zu tun. Na guuhuut, dann halt wieder Wecker stellen, denn um 6.30 Uhr wollen wir am Stall sein, um die Pferde selbst zu satteln und zu zäumen. Danach haben wir Freizeit und um 16 Uhr geht es dann mit einem Guide zum Abendansitz an ein Wasserloch. Hört sich doch super an. Noch besser ist, dass wir morgen alleine reiten werden, das Paar scheint also ein Nichtreiterpaar zu sein, Gott sei Dank.

Um 20.00 Uhr wird auf der Dachterrasse zu Tisch gebeten und wir suchen uns den Platz, der am weitesten von dem Paar entfernt und am nächsten am offenen Kamin ist. Es ist nämlich schon etwas frisch so unter freiem Himmel. Es kommen noch weitere Gäste und Johannes, welcher der Partner von Birte ist und der heutige Kambaku-Vertreter am Tisch sein wird.

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Zu Essen gibt es:
Feldsalat mit geräuchertem Oryxschinken
Kingklip mit Rissotto
Pralinenparfait

Alles schmeckt hervorragend und das Essen versöhnt mich etwas damit, dass wir mittlerweile mit 2 Männern am Tisch sitzen, die meinen, sich gegenseitig mit ihrem Wissen übertrumpfen zu müssen, als es um das Thema Malaria-Prophylaxe geht. Dafür sind alle anderen Gäste recht nett und lustig und ich ignoriere das Gespräch der beiden einfach und hoffe, dass sie a) niemals mit uns reiten und b) bald abreisen.

Nach dem Essen gehen wir gleich ins Bett, wir müssen ja morgen früh aufstehen.

P.S. da der Himmel bei unserer Wanderung weitestgehend bewölkt war, habe ich mein Käppi nicht benötigt.
Teil 817. Okt. 2014
24.09.

Kurz vor 6 klingelt der Wecker, aber da wir früh ins Bett sind, fällt das Aufstehen nicht so schwer wie gedacht. Ausserdem erwartet uns ja heute unser erster Ritt und ich bin schon ganz gespannt, was für ein Pferd ich reiten werde. Eine halbe Stunde später gehen wir zum Stall, es ist noch ganz schön frisch und ich bin froh, eine Weste angezogen zu haben. Am Stall erwarten und bereits Christie, Hanna I und Hanna II. Auf unserem Ritt werden uns Christie als Guide und Hanna II begleiten. Sie ist seit 3 Wochen hier und wird für einige Monate als Reitguide arbeiten, heute reitet sie mit uns, um das Gelände besser kennen zu lernen.

Wir begrüssen unsere Pferde, ich werde Oshali reiten und Peter Pwani. Es sind 2 kleine Braune und ich bin gleich sehr angetan, denn Oshali macht einen völlig entspannten Eindruck, obwohl er erst 4 Jahre ist (zum Glück erfahre ich sein Alter erst zu einem späteren Zeitpunkt). Peter ist etwas enttäuscht, hatte er doch insgeheim erwartet, ein grosses Pferd, ein Männerpferd, reiten zu können.

Pwani
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Oshali
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Nachdem wir gesattelt und gezäumt haben geht es los, hinter Christie her, Hanna II bildet den Abschluss der kleinen Gruppe.

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Nach einiger Zeit halten wir an, um nachzugurten und gerade, als wir weiterreiten wollen, ruft Hanna, dass und die Gnus folgen. Und tatsächlich, auf dem Weg hinter uns kommt langsam eine Gnuherde heran. Ich bin ganz fasziniert, offensichtlich scheinen sich die Gnus überhaupt nicht an uns zu stören, denn sie kommen ganz gelassen immer näher. Ich hole schnell meine Kamera vor, die ich mir mit einem ausgeklügelten System aus Gürtel und Schulterriemen an den Körper gebunden habe. Ich hatte etwas Befürchtungen, dass sie mich beim Reiten stört, aber solange wir Schritt gehen, klappt es ganz gut.

Die Gnus verteilen sich um uns herum und dann stehen wir mit unseren Pferden mitten in der Herde, so als würden wir dazu gehören. Ich hatte ja schon gelesen, dass man mit den Pferden sehr nah an die Tiere rankommt, aber so nah? Wow, ich bin echt begeistert. Wir reiten gerade mal 10 Minuten und schon so ein tolles Erlebnis, kann es überhaupt noch besser werden? 😄

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Schweren Herzens reisse ich mich los, ich könnte noch ewig hier stehen. Aber wir sind ja zum Reiten hier, nicht zum Stehen. Weiter geht´s in gemächlichem Schritt Christie hinterher, die Augen schweifen über die Landschaft auf der Suche nach weiteren Tieren.

Dann beginnen wir zu traben und mein Kamerahaltesystem funktioniert weiterhin einwandfrei. Es gibt hier unglaublich lange Trabstrecken, es ist in etwa so wie auf der B1, gaaaaanz lange geht es gaaaaanz geradeaus. Als Christie sieht, dass wir im Trab sicher sind, wird in den nächsten Gang geschaltet und was vorher gut zu traben war, ist nun noch besser zum Galoppieren. Hier zeigt Oshali dann auch, dass er erst 4 und voller Energie ist, er möchte nämlich gerne an Christie vorbei und ich muss ihn ganz schön kurz nehmen, das stresst mich ein bisschen.

Dazu versagt nun auch noch mein bisher bewährtes Kamerahaltesystem, diese rutscht mir nun nämlich ständig nach vorne und ich muss nicht nur Oshali unter Kontrolle halten, sondern auch noch diese blöde Kamera immerzu nach hinten schieben. Wir galoppieren und galoppieren. Es ist toll, aber ich kann es nicht richtig geniessen. Stopp rufen will ich aber auch nicht, da ich den anderen den Spass nicht verderben will. Und schon gar nicht Peter, für den die einzig wahre Gangart sowieso nur der Galopp ist. 🙂

Irgendwann gibt Christie das Zeichen zum Durchparieren und wir fallen wieder in Trab und dann in Schritt. Ich bin insgeheim erleichtert, weil mir durch mein Rumgehample auf dem Pferd ein Steigbügel nach hinten gerutscht ist und das hat den Galopp im leichten Sitz nicht angenehmer gemacht.

Wir sehen unterwegs noch Strausse, Warzenschweine, Oryx, Kuhantilope und einen Kronenducker. Aber da ich mit der Kamera sauer bin, muss sie in der Tasche bleiben und es gibt keine Fotos.

Zurück im Stall satteln wir ab und stellen fest, dass die Sattelkammer in einem tipptopp Zustand ist. Alles hat seinen Platz und die Sättel und das Zaumzeug sind in bestem Zustand, viel besser als auf unserem Hof zu Hause. Die Pferde bekommen noch ein Leckerli und Christie frägt uns, ob wir soweit zufrieden waren. Ich äussere mich zu meinem Galopp-„Problem“ mit Oshali, werde es aber morgen nochmal mit ihm probieren, denn sonst hat alles super geklappt.

Es ist 9.30 Uhr, Zeit fürs Frühstück. Mittlerweile ist es ganz schön warm geworden und wir sind froh, dass wir uns für den frühen Ritt entschieden haben. Dies bedeutet aber auch, dass wir die ganze Woche früh reiten werden und dementsprechend früh aufstehen müssen. Ich verabschiede mich innerlich vom „Ausschlafen in den Ferien“, wird ja eh überbewertet das Ganze. 😉

Zum Frühstück gibt es selbst gebackene Brötchen und Brot, Obst, Wurst, Käse, selbst gemachte Marmelade, Waffelteig zum Selbstbacken, Joghurt, Cerealien und sogar Nutella. Das Frühstück ist also auch für Peter gerettet und unser Vorrat muss nicht angetastet werden. Dazu noch Eier nach Wunsch. Ich esse hier die besten Rühreier, so gelb und gut im Geschmack.

Birte kommt und frägt uns ebenfalls, wie es war. Sie bietet uns an, andere Pferde zu wählen, aber ich gebe Oshali ja noch eine Chance und Peter traut sich wohl nicht so recht, seinen Wunsch nach einem grossen Pferd zu äussern, denn er will morgen nochmal Pwani reiten. Dann informiert sie uns noch über unseren nachmittäglichen Programmpunkt, um 16 Uhr geht es zum Abendansitz mit Sundowner. Die Zeit bis dahin verbringen wir mit sonnen, lesen, Nickerchen und einem leckeren Mittagssnack.

Morgen geht es weiter 🙂
Teil 918. Okt. 2014
Pünktlich um 16 Uhr erwartet uns Jimmy, unser Guide. Ich will noch schnell ein Foto vom Jeep und Peter machen, als ich bemerke, dass das Display der Kamera nicht mehr funktioniert 😵 . Bildbetrachtung geht komischerweise, aber im Aufnahmemodus alles schwarz. Fotografieren geht auch, ich muss halt durch den Sucher schauen. Och ne, oder? War der Galopp doch nicht so gut für die Technik oder nimmt sie es mir übel, dass sie heute Morgen in der Kameratasche bleiben musste? Vielleicht der Akku? Ich sprinte nochmal aufs Zimmer und wechsle den Akku. Immernoch alles schwarz.

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Meine Laune sinkt in den Keller. 😠 Ziemlich genervt steige ich zu Peter auf den Jeep und versuche, mich mit dem Gedanken anzufreunden, zukünftig alle Bilder über den Sucher machen zu müssen. Ich weiss, dass die Profis das sowieso so machen. Aber bin ich Profi? Nein. Eben!
Ich freunde mich mit dem Gedanken nicht an und fange an, wild auf allen möglichen Knöpfen rumzudrücken. Diese Scheiss-Kamera muss doch funktionieren! Vielleicht dieser Knopf „EFV/LCD“? Und tatsächlich, das Display geht wieder.

Zu meiner Entschuldigung kann ich vielleicht vorbringen, dass ich die Kamera noch nicht so lange habe und bisher auch noch nie den Wunsch hatte, das Display auszuschalten. Wozu auch? Nun, meine Laune steigt schlagartig wieder, ich küsse die Kamera und endlich kann ich mich auch auf die schöne Umgebung konzentrieren, durch die wir schon eine Weile fahren und von der ich bisher nichts wahr genommen habe.

Nicht lange und wir halten am Wasserloch, welches Jimmy für heute Abend ausgesucht hat. Während ich mich mit der Kamera rumgeärgert habe, hat er Peter erklärt, dass der Wind so und so steht und wir daher genau an dieses Wasserloch fahren werden.

Wir richten uns ein, Trinken, Kamera, Fernglas, Tierliteratur, nehmen eine bequeme Sitzhaltung ein und warten. Bald kommen auch die ersten Tiere. Wieder sind es die Gnus, die uns bisher nicht enttäuscht haben. Kurz darauf kommt auch Familie Warzenschwein und ganz langsam traut sich eine der scheunen Elandantilopen näher während zwei Mangusten am Wasserloch umher ollen.

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Als die Dämmerung einsetzt, vernehmen wir Donnergrollen und ganz weit entfernt sieht man, wie es regnet. Während die Sonne langsam untergeht und uns mit den Regenwolken zusammen ein tolles Schauspiel bietet, beginnt Jimmy, den Sundowner vorzubereiten. Als er frägt, wer einen Gin Tonic will, kann ich gar nicht so schnell gucken, wie Peter „ich“ ruft. Hä? 🤨 Peter trinkt sonst so gut wie nie Alkohol und dann ausgerechnet Gin? Während ich mit einem kleinen Messbecher vorlieb nehme, denn eigenlich mag ich keinen Gin, nimmt Peter gleich die grosse Portion. Nun bin ich vollends davon überzeugt, dass irgendwas in der Luft liegt, was meinen Peter langsam aber sicher zum allesessenden, nichtmeckernden Alkoholtrinker mutieren lässt. Kann ich mir davon vielleicht eine Portion für zu Hause einpacken lassen? 😎

Wir geniessen zusammen mit Jimmy in stiller Harmonie den Sonnenuntergang, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Wir werden vom Donnergrollen, dem schnell näherkommenden Regen und einigen Blitzen begleitet.

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(Auch heute hätte ich mein Käppi nicht wirklich gebraucht, da es auf der Fahrt zum Ansitz bereits bewölkt war. Aber aus lauter Trotz habe ich es angezogen.) 😣

Zurück an der Lodge können wir uns grade noch schnell duschen und umziehen, bevor es zum Abendessen geht. Als wir aus dem Zimmer treten, regnet es heftig. Wir huschen zur Bar und rennen in der Dunkelheit fast in einen neu ankommenden Gast.

Oben auf der Dachterrasse wird in aller Hektik der der bereits gedeckte Tisch abgeräumt, denn Birte hatte bis zum Schluss gehofft, dass wir vom Regen verschont bleiben. Es wird nun unten aufgedeckt und schon bald können wir zum Essen, zu dem dann auch der neue Gast stösst. Es ist Charlotte aus Schweden und sie wird die nächsten Tage zusammen mit uns reiten.

Heute gibt es:
Oryx Tafelspitz mit Linsensalat
Eland im Blätterteig, Kohlrabi und Schwedische Kartoffeln (extra für Charlotte 🙂 )
Brownie mit Portweincreme

Es regnet weiterhin und die Ochsenfrösche erwachen zum Leben. Sie begleiten unser Abendessen mit ihrem Quakkonzert, mal ist es nur einer, mal quaken 2-3 um die Wette (und um die Gunst der Froschladies). Das wird die ganze Nacht so weitergehen, es stört uns aber nicht beim Schlafen.

Birte sagt uns noch, dass wir morgen früh nicht reiten werden, sondern mit Jimmy und Charlotte zum Bushwalk gehen, sofern es nicht regnet. Um 7 Uhr geht es los, wir können also „ausschlafen“, juhuuu. Jimmy wird uns die Pflanzenwelt näherbringen, die Spuren und Hinterlassenschaften der Tiere erklären und so ganz nebenbei (dies sei schon jetzt verraten) werden wir auch noch etwas über die komplizierten Hochzeitszeremonien und Klicklaute der Damara lernen.

Gute Nacht.
Teil 1019. Okt. 2014
25.09.

Es regnet nicht mehr als wir aufstehen und um 7 Uhr treffen wir uns mit Jimmy und Charlotte an der Rezeption. Leider sehen wir während der 2 Stunden nur unsere treuen Gnus aber heute sind wir ja auch hier, um etwas über die Pflanzen (hauptsächlich über die verschiedenen Akazien) zu lernen. Jimmy erklärt sehr interessant und anschaulich. So interessant, dass ich vollkommen vergesse, Fotos zu machen. Ich kann es im Nachhinein noch immer nicht fassen... nicht ein einizges 🙁

Immerhin habe ich während Jimmy´s ausführlichen Erklärungen Zeit, intensiv den Boden zu betrachten und ich (ausgerechnet ich blinde Nuss!), finde zwischen dem Gras einen Stachelschweinstachel, was laut Jimmy jede Menge Glück bringen soll. 🙂
Uns fällt auf, dass es nach dem Regen gestern schon viel grüner zu sein scheint und Jimmy bestätigt das. Es muss sicher wunderbar anzusehen sein, wie die Natur in der Regenzeit erwacht und plötzlich alles in sattem Grün leuchtet.

Wir finden zwar ansonsten keine Tiere, dafür aber ihre nächtlichen Hinterlassenschaften und Spuren, auch die der Giraffen. Was wir am ersten Tag für Giraffenspuren gehalten und dann aber wieder verworfen haben, waren also tatsächlich welche.

Als wir uns auf den Rückweg machen, frage ich Jimmy, ob er immer auf der Lodge lebt und Familie hat. Er lebt hier, Familie hat er aber keine. Nachdem er uns erklärt hat, wie kompliziert das „um die Hand anhalten“ bei den Damara von statten geht - dies dauert mehrere Wochen und unterliegt strengen Regeln, z.B. darf der Bräutigam während der ganzen Zeit nicht selbst Auto fahren - kann ich mir auch gut vorstellen, warum nicht. 😉 Dann gibt er uns noch eine Kostprobe der Klicklaute und erklärt uns, wie schwierig es ist, diese zu lernen. Erst erlernt man die 4 verschiedenen Klicks, dann die dazugehörigen Wörter, dann sagt man erst den Klicklaut und dann das jeweilige Wort, zum Schluss fügt man alles mit einer geschmeidigen Zungenbewegung zusammen. Man sagt ja immer „Deutsche Sprache, schwere Sprache“, aber Damara-Klick…

Nach dem Frühstück startet wieder unser Relaxprogamm, bis es um 16 Uhr zum Nachmittagsritt geht. Ich schnalle mir nochmals meine Kamera um, vielleicht klappt es ja heute besser. Leider sehen wir ausser Perlhühnern und Impalas keine Tiere, das ist wohl der Hitze und der Tageszeit geschuldet.

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Ich bin ein ganz kleines bisschen enttäuscht, hatte ich doch gehofft, dass wir heute die Giraffen sehen würden. Auch der Galopp funktioniert wieder nicht so gut, weil ich mich ständig mit der Kamera rumschlage und Oshali gerne wieder davon stürmen möchte.Beim nächsten Ritt bleibt sie im Zimmer und ich werde Birte heute Abend bitten, mir mal ein anderes Pferd zu empfehlen.

Trotzdem ist es ein wunderbares Gefühl in dieser allumfassenden Ruhe zu reiten. Auch Christie, Hanna und Charlotte wissen zu schweigen und erst gegen Ende des Ritts fallen wir in entspanntes Geplauder. Ein toller Sonnenuntergang entschädigt mich etwas für die Giraffen, die bisher durch Abwesenheit glänzen, obwohl wir ihre Spuren gefunden haben.

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Da es wieder nach Regen aussieht, wurde der Tisch heute vorsorglich unten gedeckt.
Ich bestelle an der Bar ein Savanna, davon ausgehend, dass es eine Biersorte ist. Cider mag ich nämlich gar nicht. Aber augenscheinlich wirkt die Namibische Luft auch bei mir, es schmeckt mir so gut, dass ich mir gleich noch eins bestelle... Prost. 😗

Zum Essen gibt es:
Riesengarnelen auf Fenchel-Apfelsalat (bei den Meeresfrüchten muss Peter das erste Mal passen, so 100 %ig wirkt die Namibische Luft wohl doch nicht 😉 )
Oryxspiess mit Spinat und Tomatensalat
gebackene Ananas auf Vanillecreme

Kurz besprechen wir mit Birte noch unsere Pferdewünsche für den nächsten Ritt, auch Peter rückt nun mit seinem Wunsch nach einem grossen Pferd raus. Aber das ist überhaupt kein Problem, Birte wird im Stall Bescheid geben, das wir zwei andere Pferde bekommen. Wir gehen früh ins Bett, denn morgen steht Etosha auf dem Plan und es geht schon um 6 Uhr los.
Teil 1120. Okt. 2014
26.09.

Letzte Nacht haben uns die Gnus in der Lodge besucht. Sie sind einfach über die Mauer gesprungen und haben direkt vor unserem Zimmer den schönen, grünen und saftigen Rasen gefressen. Dies wurde mir zumindest so erzählt, denn ich habe davon natürlich nichts mitbekommen 🙁 . Einzig die Hinterlassenschaften, die man in der noch anhaltenden Dunkelheit mehr riechen als sehen kann, zeugen davon.

Um 6 Uhr treffen wir uns mit Jimmy und Charlotte an der Rezeption und los geht’s zum Etosha. Ich habe mit Peter erst hin und her überlegt, ob wir diesen Tagesausflug machen sollen, zumal mir im Forum davon abgeraten wurde, nur für einen Tag zu fahren. Aber wir haben uns zum Glück dafür entschieden, denn es war ein wunderschöner Tag mit vielen eindrücklichen Erlebnissen und Tiebeobachtungen.

Während Peter neben mir weiter schläft, versuche ich, den Sonnenaufgang aus dem fahrenden Auto heraus einzufangen. Ich musste erst nach Namibia kommen, um Sonnenaufgänge fotografieren zu können. Denn so wie für Peter Strand und Meer zum Urlaub dazu gehören, so gehörte für mich bisher das Ausschlafen dazu, wie gesagt, bisher. Denn in Namibia ist irgendwie alles anders, nicht nur der Linksverkehr.

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Nach 2 ¼ Std. kommen wir schon am Namutoni Gate an und haben linker Hand schon gleich die ersten Tiersichtungen.

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Jimmy hat uns gesagt, dass wir im Park frühstücken werden. Ich bin davon ausgegangen, dass wir dies in der staatlichen Lodge tun werden und daher umso überraschter, als er an einem Rastplatz hält und ein Frühstück aus dem Kofferraum zaubert.

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Er frägt uns, welches Tier wir wohl als erstes sehen werden und ich entscheide mich für die Giraffe, während Peter Nashorn, Charlotte Strauss und Jimmy Impala sagt. Wir packen zusammen und gehen nochmal alle zur Toilette, in der Peter eine nette Begegnung hat.

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Normalerweise wäre er schreiend wieder rausgekommen, aber er hat nicht nur in Gegenwart der Spinne gepinkelt, nein er hat sogar noch ein Bild von ihr gemacht. (nach dem Pinkeln, nicht während...) 😉 Es steht jetzt 5:1 für die Namibische Luft.

Wir fahren los und sind schon ganz auf aufgeregt. Kurz darauf haben wir die erste Tiersichtung. Natürlich sind es Giraffen, schliesslich habe ICH ja gestern den Stachelschweinstachel gefunden 😄 . Dann die kleinen Dik-Diks mit ihren riesigen Alien-Augen.

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Teil 1220. Okt. 2014
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Und wieder Giraffen.

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Wir biegen ab zum ersten Wasserloch, und ich wünsche mir, einige dieser urigen, knorzigen, toten Bäume mitnehmen zu können. Da könnte man sicher super Deko draus machen. Am Wasserloch begrüsst und ein Spitzmaulnashorn. In Kenia haben wir damals keins gesehen und umso mehr freue ich mich, dass es hier so ganz ruhig steht und trinkt, als hätte es auf uns gewartet.

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Teil 1321. Okt. 2014
Wir lassen noch eine Weile das friedliche Bild der trinkenden Tiere auf uns wirken...

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Dann macht Jimmy kehrt und wir fahren erst einmal zum Namutoni Fort, um die Parkgebühr zu bezahlen... und wenn wir schon anhalten, dann gehen wir halt auch nochmal schnell auf die Toilette, unterwegs sollte man ja eher nicht aussteigen... 😉

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Nachdem alle wichtigen Dinge erledigt sind, biegen wir nach links ab, um die nächsten Wasserlöcher anzufahren. Das Sichtungsglück bleibt uns treu....

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Wir fahren an der flirrenden Salzpfanne vorbei und wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich wirklich vermuten, es wäre ein grosser See in der Ferne.

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Beim nächsten Wasserloch geben sich auch zwei Strausse die Ehre. Wie sie da so trinken, könnte man meinen, sie haben einen geheimen Trinkrhythmus, den nur sie kennen.

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Mr. Giraffe muss mit seinem langen Hals ganz schöne Verrenkungen machen, um an das kühle Nass zu kommen. Was machen Giraffen eigentlich, wenn sie Gelenkschmerzen haben? 🙄

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An unserem Weg entdecken wir endlich die Elefanten. Sie sehen richtig gespenstisch aus, wie sie da so bewegungslos und weiss gekalkt in der flirrenden Hitze stehen. Wir beobachten sie eine Weile und sie bewegen sich keinen Millimeter, nicht mal mit den Ohren wackeln sie. Das veranlasst mich zu der Annahme, dass dies Attrappen sind, welche vom Park-Management hier aufgestellt worden sind.

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Ich möchte euch mit meiner Bilderflut nicht überstrapazieren.... 😎 morgen geht es weiter.
Teil 1422. Okt. 2014
Nach den Elefanten treffen wir auf eine Menge Zebras.

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Die Zeit vergeht wie im Flug, es ist schon Mittagszeit. Auch dieses Mal nehme ich an, dass wir in der Lodge essen werden. Aber Jimmy fährt in Richtung der Campsite, die wie alles bisher Gesehene sehr ordentlich und sauber ist und wir suchen uns einen schönen Schattenplatz. für unser Mittagsmenü. In der Ferne sehen wir eine Mangustenfamilie und sind ganz entzückt von diesen putzigen Tierchen.

Wie schon beim Frühstück zaubert Jimmy ein komplettes Mittagessen aus dem Kofferraum inklusive weisser Tischdecke. Wir speisen Frikadellen mit Kartoffelsalat und grünem Salat, köstlich. Da wir Jimmy bedrängen, dass wir unbedingt die Mangusten sehen wollen, fahren wir zurück zum Fort. Jimmy führt uns zu den diversen Souvenir-Shops und in Richtung Swimming Pool. Dann sehen wir sie, eine kleine Mangustenkolonie. Sie graben im Sand, jagen hin und her oder liegen einfach faul im Schatten und posieren für unsere Kameras.

Tut mir leid, ich konnte einfach nicht aufhören zu fotografieren... 🙂

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Jimmy lädt uns auf ein Eis ein. Als ich mein Magnum vor dem Laden öffne, ist es total unförmig, das ganze Eis ist aus der Umhüllung rausgelaufen 🙁 . Ich gehe nochmal in den Laden und bitte den Herrn, mir ein anderes nehmen zu dürfen. Aber auch dieses ist zerlaufen und das dritte und das vierte und das fünfte auch. Ich versuche, dem Herrn zu erklären, dass offensichtlich die Kühlkette unterbrochen wurde und dass ich nun eigentlich gar kein Eis mehr möchte, denn ich sehe mich vor meinem inneren Auge bereits mit einer Salmonellenvergiftung darniederliegen 🤢.

Aber er nötigt mich, noch eins und noch eins und noch eins aufzumachen, immer mit demselben Ergebnis. Ich komme mir schon langsam blöd vor und entscheide mich, ein anderes zu nehmen, Hauptsache ich komme endlich hier raus. Alle Leute im Laden starren mich nämlich schon an und der Shopmann rechnet innerlich bestimmt nach, wieviel Geld ihm grade flöten geht wegen dieser pingeligen Deutschen. Der Appetit auf Eis ist mir zwischenzeitlich gehörig vergangen, aber ich möchte Jimmy auch nicht enttäuschen und so schlecke ich etwas halbherzig daran herum, bis ich es bei der nächsten Gelegenheit unauffällig verschwinden lasse. 😗

Im Shop treffen wir noch ein Paar, welches gestern auf Kambaku einen Zwischenstopp eingelegt hat. Sie verbringen 3 Tage im Etosha und sind etwas enttäuscht vom Camp. Sie sagen, sie wären lieber noch einen Tag mehr auf Kambaku geblieben. Wir können heute Abend wieder dahin zurück, ätschibätschi 😛

Wir fahren wieder los, diesmal in die andere Richtung. Ein kleiner Schakal sucht den Schatten eines Baumes und ein Strauss läuft mit seiner reichen Kinderschaar durchs trockene Gras während eine einsame Giraffe über die flirrende Ebene in aller Ruhe zum Wasser strebt.

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Nicht nur dem kleinen Zebrafohlen scheint das Essen hier gut zu schmecken.

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Jimmy rät uns, nun gut unter die Bäume zu schauen, da die Löwen sehr wahrscheinlich darunter zu finden sind. Ich verbringe nun also die nächsten Minuten damit, unter die Bäume zu starren, die an uns vorbeiziehen. Und ich schwöre, ich bin nur einen ganz, ganz kleinen Moment unaufmerksam und schon ruft Jimmy „Lions“. Was? Ich hab doch die ganze Zeit geschaut, ausserdem habe ich den Stachelschweinstachel gefunden… menno. 😐

Er setzt zurück und tatsächlich, unter einem Baum, versteckt hinter hohem und dichtem Gras liegen drei, nein vier Löwenmännchen. Noch versteckter liegen mindestens nochmal zwei. Wir schauen wie gebannt zu ihnen und hoffen, dass sie sich nicht durch uns gestört fühlen und gleich das Weite suchen. Aber sie bleiben liegen und schauen gelangweilt zu uns. Das hohe Gras und meine mangelnden fotografischen Kenntnisse machen es leider fast unmöglich, einige gescheite Bilder zu machen, weil meine Kamera immer auf die Grashalme fokussiert und die Löwen unscharf auf meinem Display erscheinen lässt. Aber einige sind dann doch was geworden...

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Irgendwann erheben sich zwei, um sich ins dichte Gebüsch zurück zu ziehen, aber auch das kann ich nicht richtig einfangen. Ich bin kurz frustriert, dann aber wieder selig über unser Glück, dass diese Löwenbrüder sich entschlossen haben, sich direkt an die Strasse zu legen, um uns diese beeindruckenden Momente zu schenken. Die Bilder lassen sich nicht auf der Speicherkarte der Kamera festhalten, aber ich habe ja auch noch eine gut funktionierende Speicherkarte im Kopf und die Bilder brennen sich unauslöschlich in mein Gehirn.

Dann kommt ein Auto und der Fahrer möchte natürlich wissen, was es hier so interessantes zu schauen gibt. Wir räumen unseren Platz, damit auch noch andere diese Glücksmomente auskosten können.

Morgen folgt der letzte Teil Etosha.... durchhalten ihr lieben Leser! 🙂
Teil 1523. Okt. 2014
Am nächsten Wasserloch ist kein einziges Tier zu sehen. Wir wollen schon wegfahren, als sich plötzlich ein einzelner Elefant den Weg durch die Büsche bahnt und zum Wasserloch kommt. So als würde er uns dafür entschädigen wollen, dass er alleine ist, trinkt er ausgiebig und präsentiert sich uns von allen Seiten, während er langsam um das ganze Wasserloch herumgeht.

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Die schrägen Vögel sollen auch nicht zu kurz kommen...

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Wir fahren wieder zurück zum Namutoni Camp, um ein letztes Mal auf die Toilette zu gehen, bevor wir uns langsam auf den Heimweg machen müssen. Jimmy fährt noch einmal ein anderes Wasserloch an und dort haben wir das Glück, eine Tüpfelhyäne beim Bad zu beobachten (laut Jimmy hat man echt Schwein, äh Hyäne, wenn man diese zu sehen bekommt... 🙂 ), während eine andere die Sonne geniesst und einige Giraffen ihre yogamässigen Verrenkungen machen, um an das Wasser zu kommen.

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Jimmy sieht zwei weitere Hyänen aus dem Gebüsch kommen und er möchte uns näher an sie heranbringen. Eventuell laufen sie ja am Wagen vorbei. Aber sie scheinen uns nicht über den Weg zu trauen (kann man ihnen ja auch nicht….) und legen sich in sicherer Entfernung hin, um uns zu beobachten.

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Nun wollen wir uns aber endgültig in Richtung Ausgang bewegen, es ist mittlerweile nämlich schon 17.45 Uhr und eigentlich hatte Jimmy gesagt, dass wir uns um halbsechs auf den Rückweg machen. Aber eine Giraffe, die uns direkt an der Strasse entgegen kommt, durchkreuzt im wahrsten Sinne des Wortes unseren Plan.

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Als wir endlich aus dem Park rausfahren, ist es schon 18.15 Uhr. Schnell rechne ich nach, dass wir es grade noch zum Abendessen schaffen können. Allerdings habe ich in meiner Berechnung nicht berücksichtigt, dass Jimmy einen Umweg über Tsuneb macht, weil er da was für die Lodge abholen muss und die deutlich reduzierte Geschwindigkeit, mit der man in der Dunkelheit fahren muss.

Im Auto ist es still, wir alle hängen unseren Gedanken nach. Peter klagt über starke Kopfschmerzen und ich versuche mich so gut wie möglich vor der Kälte zu schützen, denn Jimmy hat die Klimaanlage auf „eiskalt“ eingestellt (hat er vielleicht mal bei der Deutschen Bahn gearbeitet?!?) aber scheinbar scheint das keinen ausser mich zu stören und so sage ich erstmal nichts. Stattdessen ziehe ich ein Resümee des heutigen Tages. In der Etosha-Broschüre, die ich auf dem Rücksitz gefunden habe (und die ich kurzerhand zu meinem Gewinn in unserem „welches-Tier-sehen-wir-zuerst-Rätsel“ erklärte), habe ich alle Tiere angekreuzt, die wir heute gesehen haben, um ja keines zu vergessen. Es waren eine Menge, einzig der Leopard und Gepard fehlt noch. Aber wir haben immer noch die Chance, diese auf Kambaku anzutreffen.

Als wir in Tsuneb sind und Jimmy die Besorgung gemacht hat, ist es schon 19.45 Uhr, doch ich habe immer noch die leise Hoffnung, dass wir es irgendwie zum Abendessen schaffen, vielleicht zum Hauptgericht…? Wir fahren und fahren und fahren, endlich kommt die Abfahrt zur Lodge. Nachdem wir die B2 Gold Baustelle passiert haben, muss Jimmy plötzlich heftig bremsen…. Nein, es liegt kein Goldklumpen auf der Strasse… es ist uns doch tatsächlich ein Leopard vor das Auto gesprungen! Leider ging es so schnell, dass ich nur einen vagen Schatten wahrgenommen habe. Aber nichtsdestotrotz, ein Leopard!

Um 21 Uhr kommen wir endlich in der Lodge an. Wir sind fix und fertig, mein Hunger ist nicht weniger geworden aber wir alle sind zu müde, um noch etwas zu essen, obwohl es ausgerechnet heute ein Brai gibt. Wir wollen jedoch nur noch eins, den Staub des Tages abduschen und ab ins Bett.

Morgen geht es weiter mit unseren Reitabenteuern... 🙂
Teil 1624. Okt. 2014
27.09.

Nach einer erholsamen Nacht machen wir und um 6.45 Uhr auf dem Weg zum Stall. Unterwegs treffen wir auf Jimmy, der heute mit einem der uns unsympathischen Paare zu einer 5-tägigen Tour in den Caprivizipfel startet. Yes, die ersten hätten wir los! 🤪 Wir sind froh, ihn zu treffen, hatten wir doch gestern gar keine Gelegenheit mehr, ihm für den tollen Tag zu danken und byebye zu sagen, wir werden ihn nämlich leider nicht mehr wiedersehen. Er ist gut gelaunt wie immer und er prophezeit uns, dass wir beim heutigen Ritt die Giraffen sehen werden. Ja, ja ist klar.... Ich habe ja heute auch keine Kamera mit.

Im Stall angekommen sind schon Mr. Sandman und Sorris für uns gerichtet. Peter´s Wunsch nach einem grossen Pferd wurde entsprochen und Mr. Sandman soll einen entspannten Galopp haben, genau das, was ich mir gewünscht habe.

Heute macht Hanna zum ersten Mal den Guide für uns und ich mache ihr gleich mal so richtig Druck, dass sie endlich die Giraffen finden muss, denn Jimmy hat es uns ja so vorhergesagt. Das war eigentlich als Spass gemeint, aber ich glaube, sie hat es ernst genommen, denn... tatsächlich, nicht lange, nachdem wir losgeritten sind und ich feststellen musste, dass Mr. Sandman einen so schwungvollen Trab hat, dass ich ihn nicht aussitzen kann, weil es mich richtig gehend vom Sattel wegschleudert, findet Hanna zwei Giraffen. Juhuuu. Wir sind überwältigt (zum wievielten Mal eigentlich schon...? Ich kann es bald nicht mehr zählen). Diese grossen, sanftmütigen Tiere lassen sich durch uns überhaupt nicht stören. Sie fressen in aller Ruhe ihre Akazien und bewegen sich hoheitsvoll und gemächlich von Baum zu Baum. Leider sind sie zu weit entfernt, als dass ich mit der Handykamera ein gutes Bild hinbekommen hätte.

Wir reiten langsam weiter und nach einiger Zeit kommt das Kommando zu Trab/Galopp. Ist der Trab schon schwierig auszusitzen, so geht es im Galopp überhaupt nicht mehr. Sobald ich versuche, den Sattel "auszuwischen" wie man so schön sagt, habe ich das Gefühl, dass es mich gleich runterwischt. Ich kann Mr. Sandman nur im Entlastungsitz reiten, das ist zwar grundsätzlich auch erwünscht bei langen Galoppaden, aber es würde mir trotzdem mehr Sicherheit geben, wenn ich wüsste, dass ich auch im Sattel sitzen kann, wenn es drauf ankommt. Ich wünsche mir augenblicklich meinen kleinen Oshali zurück 😐 .

Irgendwie spürt Hanna, dass ich mich nicht ganz so wohl fühle, denn wir galoppieren nicht so lange, wie es Christie sonst tut. Auf verschlungenen Wegen reiten wir im Schritt durch die schlafende Landschaft, denn wir sehen ausser den Giraffen kaum Tiere. Plötzlich biegt Hanna in die Büsche ab und vor uns öffnet sich eine kleine Lichtung. Unter einem grossen, schattenspendenden Baum (also er würde Schatten spenden, wenn er Blätter hätte... 😉 ) steht ein mit feinem, weissem Tuch gedeckter Tisch. Auf einem anderen sind allerlei Leckereien aufgetischt, selbst Peter´s geliebtes Nutella wurde nicht vergessen. Wir sind angekommen beim Buschfrühstück. Ich wusste ja, dass wir eins haben würden, aber dass es heute ist, das ist eine gelungene Überraschung für uns alle.

Wir zäumen die Pferde ab und lockern die Sattelgurte, dann werden sie an einige umherliegende Bäume gebunden, damit sie Heu fressen können, welches unsichtbare Helferhände bereits dort platziert haben. Diese unsichtbaren Hände (welche Hanna I gehören) haben für uns mitten im Busch ein tolles Frühstücksbuffet aufgebaut und wir geniessen dies in vollen Zügen, inklusive Sekt.

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Wir können uns gar nicht losreissen von dieser vollkommenen Harmonie aber irgendwann müssen wir aufbrechen. Total angefüllt mit Glückshormonen kommen wir in die Lodge zurück.

Als wir unser übliches Chill-out-Programm hinter uns haben, geht es um 16 Uhr los zum Sundowner-Gamedrive. Nachdem wir gestern fast einen Leoparden überfahren hätten, wollen wir uns heute auf die Suche nach einem machen. Da Jimmy ja unterwegs ist, haben wir einen neuen Guide. Zandre, der in Tsuneb sesshaft ist, aber ursprünglich aus Swakopmund kommt, geht mit uns auf Fährtensuche. Wir fahren in die entlegensten Ecken von Kambaku. Das Gelände ist so gross und weit und breit nichts. Wenn wir um eine Kurve fahren, dann erwarte ich fast, dass irgendwo ein Haus oder eine Strasse auftaucht, aber wir sind und bleiben im Nirgendwo, ich bin nach wie vor überwältigt davon.


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Zandre zeigt uns das natürliche Wasserloch von Kambaku, fährt uns zur Quelle, die alle Wasserlöcher und Kambaku speist und zum Verteiler-Reservat am höchsten Punkt vom Kambaku. Er zeigt uns kurz das leere Jagdcamp, in dem die Jäger unter sich sind und bleiben. Wir finden eine Menge Leopardenspuren, aber mehr werden wir vom Leoparden leider nicht zu Gesicht bekommen.

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Als es Zeit für den Sundowner wird, halten wir auf einer weiten, ebenen Fläche, die künstlich gerodet wurde. Es haben viele Männer monatelang daran gearbeitet, denn so wie wir Zandre verstehen, haben sie dies mit Macheten getan. Er bereitet für uns den Sundowner zu, mittlerweile bin ich auch zur grossen Gin-Portion übergegangen. 🤩

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Wir verbringen eine ausgelassene und lustige Zeit mit Zandre, ich vergesse sogar ganz, den Sonnenuntergang zu fotografieren. Morgen wird er mit uns auch den Nacht-Gamedrive machen. Wir freuen uns schon darauf.

Zurück in der Lodge haben wir grade noch Zeit fürs Duschen und Umziehen, dann wird auch schon das Abendessen serviert. Wir essen:

Kohlrabi Carpaccio
Gnu Cordon Bleu mit Gemüse und Ofenkartoffel mit Quark
Mandarinencreme

Nach dem Abendessen überfällt uns die gewohnte Müdigkeit, ach wäre das schön, wenn man mal ausschlafen könnte…
Teil 1726. Okt. 2014
28.09.

Um 7 Uhr geht es wieder los mit dem Morgenritt. Heute sind wir insgesamt zu sechst, aber auch die grössere Gruppe stört die Ruhe nicht. Irgendwie scheinen alle zu wissen, dass man den Ritt nur geniessen kann, wenn man schweigt. Ich reite wieder Oshali und weiss seine angenehmen Gänge nun erst richtig zu schätzen… „You never know what you´ve got till it´s gone“.

Schon nach kurzer Zeit treffen wir wieder auf die Giraffen, diesmal sind sie so nah, dass wir super Fotos machen können, bzw. könnten, wenn ich die Kamera dabei hätte... Ich habe sie heute nämlich absichtlich im Zimmer gelassen, um endlich mit Konzentration galoppieren zu können. War ja klar, jetzt ärgere ich mich natürlich... 😠 . Aber die Giraffen tun uns den Gefallen und gehen auch nicht weg, als wir näher an sie heranreiten. So tut es die Handykamera auch.

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Wow, wir sind hin und weg. Das war das bisher schönste Erlebnis unserer Reise und diese war mit schon so vielen tollen Erlebnissen angefüllt. Da heute Christie wieder unser Guide ist, soll der Galopp auch nicht zu kurz kommen. Wir galoppieren scheinbar endlose Wege, ich habe endlich Oshali richtig im Griff und mein Kopf wird schwerelos während wir Staubwolken aufwirbelnd über die Weite fliegen.

Als wir wieder in Schritt fallen, schliesst Peter zu mir auf, seine Augen leuchten und er sagt mir, dass heute sein Traum erfüllt wurde (er meint natürlich den langen Galopp auf einem grossen Männerpferd, denn er reitet wieder Sorris, und nicht die Giraffen... 😎 ). Ich habe ja zu Anfang geschrieben, dass Peter der ganzen Reise gegenüber sehr kritisch eingestellt war. Nun endlich kann ich meine insgeheimen Befürchtungen, dass es ihm nicht gefällt, mit dem Staub hinter mir lassen. Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen reite ich zurück zum Stall.

Die Zeit bis zum Abendessen verbringen wir mit den üblichen Tätigkeiten. Da es wlan im Garten hat, lasse ich es mir nicht nehmen, ein paar Giraffenbilder an meine Freunde zu schicken. Sollen die zu Hause ruhig ein bisschen neidisch auf uns werden, hehehe...

Als es dunkel wird, wird es auch ganz schnell ganz schön kühl. So kühl war es die ganze Zeit nicht und ausgerechnet heute machen wir den Nacht-Gamedrive 😐 . Gut gestärkt von:

Impalatatar mit Brotchips
Oryxsteak mit Couscous und Gemüse
Ice Triffle

machen wir uns auf den Weg zur Rezeption. Ich habe mir allerdings noch schnell eine Weste im Zimmer geholt, denn beim Essen auf der geschützten Dachterrasse habe ich mir schon einen abgefroren. Charlotte, die uns begleitet, hat nach wie vor kurze Hosen und Sandalen an. Auf meine Frage, ob sie sich nicht lieber was Längeres anziehen möchte, meint sie nur: „No, I am a Viking!“

Kurz darauf kommen Zandre unser Guide, Nora die Fahrerin und Marius, der in der Guide-Ausbildung ist.
Meine erste und wichtigste Frage ist, ob sie auch genug Decken an Bord haben. Ich kralle mir gleich mal zwei davon.

Zandre leuchtet auf der Suche nach den Tieren, während er Nora genaue Anweisungen gibt, wohin sie in welchem Tempo zu fahren hat. Nur einige Meter, nachdem wir von der Lodge losgefahren sind, sehen wir die Gnus zum Wasserloch kommen. Es sieht richtig unheimlich aus, da wir nur die leuchtenden Augen dieser Gnu-Prozession sehen können.

Wir fahren kreuz und quer durch die Gegend und finden noch Impalas, Oryx, Hasen und einen „Hoppelhasen“ (Springhase), der wirklich lustig anzusehen ist, wie er da in bester Kängurumanier durch die Gegend hoppelt. Allerdings ist mir trotz der Decken so unangenehm kalt, dass ich insgeheim nicht böse wäre, wenn die Fahrt bald zu Ende ist. Hätte ich mir in Frankfurt doch bloss eine Strickmütze gekauft, die hätte ich viel dringender gebraucht als das Käppi, welches bisher ziemlich unnütz war.

Weit entfernt entdeckt Zandre noch ein Zebra auf dem Weg, leider das einzige, welches wir auf Kambaku zu Gesicht bekommen. Peter kann die weissen Streifen erkennen, während ich nur die schwarzen sehe. Zusammengesetzt ergibt das aber dann ein ganzes Zebra. 😎

Nach 1 ½ Stunden fahren wir zurück zur Lodge, vollkommen durchgefroren muss ich erst mal heiss duschen, bevor es ins Bett geht. Charlotte gesteht mir dann am nächsten Morgen, dass sie ihre Wikingergene auch erstmal mit einer heissen Dusche auftauen musste. 😄
Teil 1827. Okt. 2014
29.09.

Schon wieder früh aufstehen. So langsam nervt es mich etwas, dass wir keinen einzigen Tag mal so lange schlafen können, bis wir von alleine wach werden. Es ist doch Urlaub!
Aber wir haben es ja nicht anders gewollt und um 7 Uhr sitzen wir schon wieder auf den Pferden und meine Genervtheit gehört bereits der Vergangenheit an.

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Schon nach kurzer Zeit finden wir wieder die Giraffen. Nachdem sie sich in den ersten Tagen überhaupt nicht haben blicken lassen, sind sie nun zuverlässige Begleiter auf unseren Ritten geworden (oder ist es eher anders herum…?) Es ist jedenfalls immer wieder toll, diesen wunderschönen Tieren so nahe zu sein. Mittlerweile sind sie zu meinen Lieblingstieren geworden, obwohl es bisher eigentlich die Grosskatzen waren (Kleinkatzen habe ich nämlich auch zu Hause...). Aber die Giraffen strahlen so eine Gelassenheit aus, ich habe das Gefühl, darin kann ich mich wieder finden.

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Nach dem Frühstück legen wir uns in den Garten, wohl wissend, dass das heute bereits der letzte Tag auf Kambaku sein wird, bevor wir morgen wieder abreisen. Etwas Wehmut macht sich bei mir breit und ich ärgere mich, dass ich nicht viel mehr Fotos von dieser oder jenen Begebenheit gemacht habe. Wir haben so schöne Vögel im Garten, z.B. den Rotbauchwürger, von dem ich bisher kein einziges Foto gemacht habe. Als ich die Kamera geholt habe, ist natürlich weit und breit kein Vögelchen zu sehen.

Dafür aber Schmetterlinge, die in grosser Zahl immer von den Pfützen rund um den Pool trinken. Läuft man durch sie hindurch, dann ist es, als würde man in einer Schmetterlingswolke stehen.

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Um 16.00 Uhr geht es zu unserem letzten Ritt. Ich weiss nicht, ob es der bereits einsetzende Abschiedsblues oder die Hitze ist, jedenfalls haben wir beide so gar keine rechte Lust zu reiten.

Wir trotten so dahin mit etwas Trab und Galopp, zu Hause würden wir bei so einer Hitze gar nicht reiten. Tiere lassen sich auch keine blicken und den Pferden merkt man an, dass sie sich etwas Besseres vorstellen können, als uns durch die Gegend zu tragen. Doch plötzlich haben wir wieder die Giraffen vor uns. Heute sind wir ihnen so nah, wie nie zuvor. Leider habe ich wieder nur die Handycam dabei, ihr müsst die schlechte Qualität entschuldigen...

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Wir begleiten sie ein gutes Stück, es ist auch eine Teenager-Giraffe darunter, die sehr neugierig ist und richtig Spass daran zu haben scheint, dass wir mit ihnen zusammen von Baum zu Baum reiten. Allerdings kommen wir dadurch total vom Weg ab, aber Christie kennt sich hier aus wie in ihrer Hosentasche und sie bringt uns sicher zum Treffpunkt für unseren Abschieds-Sundowner.

Hanna I hat dort schon alles vorbereitet und sogar Peter´s Kamera dabei, die wir im Stall zurück gelassen haben. Wir satteln die Pferde ab und entlassen sie in ihre wohlverdiente Freiheit. Morgen früh werden sie sich pünktlich zur Fütterung wieder im Stall einfinden.

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Hanna II stösst mit einer Anfänger-Reitgruppe ebenfalls zu uns. Einer Frau tut der Popo schon ganz schön weh und sie hat Bedenken, dass sie alleine vom Pferd absteigen kann. Kurzerhand hebt Peter sie runter. Und schon ist ein neuer Job auf Kambaku geschaffen: „Vompferdrunterheber“. 🤪

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Die Mädels bereiten uns nochmal einen tollen, lustigen und ausgelassenen Abend. Zurück in der Lodge schenkt Peter der Hanna II sogar seine letzte Tafel Milka-Schoki, obwohl wir noch 3 Tage vor uns haben, bis wir abreisen. Dies würde normalerweise eine Schoki-Krise auslösen, die auch durch Nutella nicht zu lösen wäre... also ich hätte jedenfalls kein Stück mehr abbekommen, damit die Tafel noch 3 Tage hält. Dies zeigt mir aber, wie sehr dieser Urlaub Peter entspannt hat und ich freue mich ziemlich darüber. 🙂

Dann gehen wir zu unserem letzten Abendessen auf Kambaku und auch das schmeckt wie immer hervorragend. Es gibt:

Feldsalat mit Fetakäse im Sesammantel
Oryxfilet mit Gemüse
Karamelköpfchen

Gute Nacht.
Teil 1929. Okt. 2014
30.09.

Heute heisst es Abschied nehmen von Kambaku. Endlich können wir mal ausschlafen, d.h. wir wachen ohne Wecker um 7.30 Uhr auf, packen unsere Koffer und gehen zum Frühstück. Dann verabschieden wir uns von Christie, Hanna I + II, von Charlotte und Birte, Johannes, den anderen Gästen, Anna und der hervorragenden Köchin, deren Namen ich leider vergessen habe.

Was ich vorher nie in einem Urlaub erlebt habe, ist hier passiert. Wir haben in dieser Woche eine richtige Bindung zu den Mitarbeitern und Gästen aufgebaut. Wir selbst haben uns nicht wie Urlaubsgäste sondern wie Mitglieder von Kambaku gefühlt. Dementsprechend fällt der Abschied schwer und es werden viele Umarmungen ausgetauscht. Es ist jetzt schon sicher und Peter und ich geben uns das Versprechen in die Hand, dass wir wiederkommen werden 🙂 .

Kosten:
1 Woche Vollpension p.P. EUR 660.00
Reiten und Wildlife Paket p.P. NAD 6´452.50
Etosha Teamsafari p.P NAD 3´360.00

Um 10.30 Uhr geht es los in Richtung Windhoek. Unterwegs möchten wir noch einen Stopp bei Africat Okonjima machen und uns die Geparden und Leoparden ansehen, welche wir ja weder im Etosha noch auf Kambaku zu sehen bekommen haben. Den Leoparden, den wir fast überfahren hätten, zähle ich jetzt mal nicht mit 😉 .

Die Day Visit Tour beginnt um 13 Uhr und wir müssten eigentlich rechtzeitig da sein. 48 km nach Otjiwarongo kommt das nicht zu übersehende Schild an der Strasse und wir biegen rechts ab. Kurz danach kommt eine Schranke und ich steige aus, um sie zu öffen, so wie man das halt so macht in Namibia, wir sind ja jetzt schon Profis... Ich lehne mich mit meinem ganzen Gewicht drauf und kann sie doch keinen Milimeter bewegen, Peter lacht sich schon schlapp im Auto...

Dann kommt ein netter Herr aus dem Kabäuschen, um zu fragen, was wir wollen. Als ich ihm sage, dass wir den Day Visit machen möchten, meint er, dass wir schon zu spät dran sind… Hä? 🙄 Es ist 12.15 Uhr und wir haben noch 18 km vor uns über die Schotterpiste, das sollte sogar mit unserem kleinen Etios zu schaffen sein. Da lacht der Gute… nein, nein, bis zum Tor wären es 18 km, danach müssten wir nochmal einige Kilometer fahren, bis wir zum Plains Camp kommen. Ich mache wohl ein ziemlich belämmertes Gesicht, denn er nimmt sein Telefon und ruft im Camp an.

Und wie wunderbar, sie werden auf uns warten, damit wir die Tour machen können. Er öffnet die Schranke mühelos, dieses dünne Männchen muss über Superkräfte verfügen, Peter lacht sich noch immer schlapp...

Wir fahren eine Weile, bis wir an ein Tor kommen mit einem riesigen stilisierten Geparden drauf, wieder öffnet uns ein netter Herr und wir sind im Private Nature Reserve. Wir sehen auch gleich ein paar Tiere, aber da wir uns beeilen müssen, haben wir gar keine Zeit anzuhalten, dies muss warten, bis wir wieder zurück fahren.

Endlich um 13.30 Uhr erreichen wir das Plains Camp, welches einen guten aber irgendwie auch "sterilen" Eindruck macht. Wir bekommen noch schnell einen Erfischungsdrink, dann kommt auch schon Stefan, unser Guide. Da es heute sehr heiss und wolkenlos ist, klärt er noch schnell mit einem Kollegen ab, dass wir den Jeep mit dem Dach nehmen (und ich kann mein Käppi im Rucksack lassen).

Zuerst fahren wir zum Day Information Center. Hier informiert uns Stefan über die Entstehungsgeschichte der Africat Foundation, erklärt uns die Unterschiede zwischen Leopard und Gepard, zeigt uns die verschieden Halsbänder von Damals bis Heute, die verwendet werden, um die Tiere zu tracken und die Fallen, die früher benutzt wurden, um die Tiere einzufangen.

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Sein Vortrag ist sehr interessant und es vergeht fast eine Stunde, bis er uns alles gezeigt und erklärt hat. Ich möchte noch wissen, ob wir denn auch Leoparden sehen werden, aber das verneint er, wir werden nur zu den Geparden fahren. Ich mache wieder ein langes Gesicht… 🙁

Jetzt sind wir genügend informiert und vorbereitet, so dass wir ins Gepardengehege fahren können. Stefan öffnet das Tor und wir müssen nur wenige Meter fahren, da liegt auch schon ein Gepard auf einem Hügel unter einem schattenspendenden Baum. Stefan fährt immer näher ran, bis wir so dicht dran sind, dass man meint, nur die Hand ausstrecken zu müssen, um dieses wunderschöne und grazile Tier berühren zu können. Einerseits ist es toll, diesem Geschöpf so nah zu sein, andererseits aber auch erschreckend, wie sehr sie an Menschen gewöhnt sind.

Er (oder sie) liegt auf meiner Seite und zuerst ist mir etwas mulmig, aber der Gepard schert sich überhaupt nicht um uns, er schaut nicht mal in unsere Richtung. Stefan möchte uns aber offensichtlich etwas mehr für unser Geld bieten, denn er steigt aus dem Wagen aus und geht hinten rum. Dies scheint den Geparden dann doch etwas zu interessieren, er schaut neugierig zu und lässt sogar kurz ein Fauchen hören, bevor er sich wieder gelangweilt abwendet…

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......gähn, sind diese Touris laaaaangweilig!

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Stefan macht uns den Vorschlag, dass wir entweder noch einige Minuten bei diesem Geparden bleiben können oder aber wir könnten seine persönliche Freundin, eine Leopardendame besuchen gehen. Da muss er nicht lange fragen, natürlich wollen wir den Leoparden sehen. Wir fahren aus dem Gehege raus zum nächsten Tor.

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Dies ist sogar doppelt gesichert, offenbar geht man hier keine Risiken ein. Wir betreten das Gebäude und können durch Luken ins Gehege schauen. Und tatsächlich, da sitzt die Leopardendame, als hätte sie auf uns gewartet. Stefan erzählt uns, dass sie ziemlich aggressiv ist. Sie wurde von einem Farmer aufgezogen, bis sie zu dominant wurde. Da sie so ein aggressives Verhalten an den Tag legt, wird sie für immer in diesem Gehege bleiben müssen, es besteht keine Chance, sie in die „Freiheit“ des Reservats zu entlassen.

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Wir können sie einige wenige Minuten beobachten, dann müssen wir das Gehege leider wieder verlassen. Hier geht das Wohlbefinden der Tiere auf alle Fälle vor.

Stefan bringt uns zurück zum Plains Camp, die nächste Führung wartet schon auf ihn. Wir bezahlen NAD 385 p.P., benutzen noch schnell die originelle und sehr saubere Toilette und machen uns auf den Rückweg. Jetzt können wir uns auch endlich Zeit nehmen, um die imposanten Ein- und Ausfahrtstore und die Tiere zu fotografieren.

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Nachdem wir auf der B1 sind, geht es wieder gaaanz lange gaaaanz geradeaus... Wir halten noch kurz in Okahandja, um zu tanken etwas Schoki zu kaufen. Ohne geht es halt doch nicht. 😎

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Als wir Windhoek näher kommen, müssen wir uns wieder arg konzentrieren, um die Abfahrt zur Immanuel Lodge zu finden, die Baustelle hat sich in dieser Woche nämlich total verändert. Konnten wir letzte Woche noch direkt von der Strasse abfahren, so gibt es jetzt schon eine Umfahrung und wir müssen höllisch aufpassen, den richtigen Weg zu finden.

Um 17.30 Uhr sind wir wieder in der Lodge und wir bekommen den Schlüssel für unser altbekanntes Zimmer Nr. 2, zusammen mit der Information, dass Sabine und Stefan nicht da sind. Wir sind heute Nacht die einzigen Gäste, darum haben sie sich eine Auszeit gegönnt und die Mitarbeiterin (deren Namen ich leider nicht weiss) wird für uns kochen. Wir überzeugen sie davon, dass es uns trotzdem hervorragend schmecken wird.

Kurz bevor es Abendessen gibt, sagt Peter, dass es ihm nicht so ganz wohl ist. Ich schiebe das auf den leeren Magen, hat er doch seit dem Frühstück nichts mehr gegessen (Schoki zählt nicht!). Es gibt eine leckere Champignoncremesuppe, von der Peter aber nur die Hälfte schafft. Als die Mitarbeiterin die Teller abräumt, schaut sie etwas enttäuscht, offenbar meint sie, Peter schmeckt die Suppe nicht.

Dann wird der Salat serviert und Peter muss nach dem ersten Bissen aufgeben. Ihm ist so übel, dass er sofort aufs Zimmer geht. Ich sitze allein da und komme mir etwas zerrissen vor. Zum einen mache ich mir Sorgen um Peter, zum anderen habe ich Hunger und ich möchte die Köchin nicht noch mehr enttäuschen, sie schaut nämlich jetzt sehr pikiert, weil sie seinen unangetasteten Teller wieder abräumen muss und Peter zudem spurlos verschwunden ist.

Ich versuche, ihr zu erklären was los ist, aber so ganz nimmt sie mir es nicht ab, denn sie macht nun ein echt beleidigtes Gesicht. Zum Hauptgang gibt es Gnu-Ragout mit Reis und eigentlich schmeckt es lecker, aber jetzt kommt meine hypochondrische Ader zum Vorschein, denn irgendwie bilde ich mir plötzlich ein, dass mir auch übel ist. Zudem mache ich mir immer mehr Sorgen um Peter. Ich lasse die Hälfte stehen und erkläre, dass ich nach meinem Mann schauen muss, jetzt ist sie vollends verärgert. 😠

Peter geht es leider gar nicht gut, er musste sich schon mehrmals übergeben. 🤢 🤢 🤢 🤢 Dies geht leider noch eine lange Zeit so weiter, denn die Medikamente, die ich für einen solchen Fall dabei habe, bleiben halt nicht drin. Es wird eine unruhige Nacht mit wenig Schlaf, zum Glück sind wir die einzigen Gäste, denn die Wände sind nicht gerade dick...
Teil 2030. Okt. 2014
01.10.

Als ich aufwache, mache ich erstmal einen innerlichen Check. Ist mir schlecht??? Nein, ich fühle mich gut, Peter muss gestern wohl irgendetwas den Magen verstimmt haben, evtl. hat er die ausländische Schokolade nicht vertragen.... 😗 Heute Morgen geht es ihm wieder etwas besser, er fühlt sich zwar total ausgelaugt, aber er kommt mit zum Frühstück und kann an einem Brötchen rumknabbern und einen Kamillentee trinken. Sabine und Stefan sind wieder da und haben bereits vernommen, dass es Peter gestern nicht sehr gut ging.

Dann sagt Sabine das schlimme Wort „24h-Magen-Darm-Virus“, dieser würde zur Zeit rumgehen…. Sofort läuten bei mir alle Alarmglocken und Mr. Hypochonder meldet sich wieder zu Wort, mir wird nämlich augenblicklich übel. Ich äussere meine Befürchtungen, dass ich das dann auch noch bekomme und morgen fliegen wir ja heim! Aber Sabine versucht mich zu beruhigen. Wenn, dann würde ich es bis spätestens heute Abend haben und dann wäre es am Donnerstag ja wieder weg. Sehr beruhigend finde ICH das allerdings nicht.

Nach dem Frühstück legt sich Peter nochmal etwas hin, um den verpassten Schlaf nachzuholen, denn Schlaf ist ja gleich nach Lachen eh die beste Medizin. Ich lese derweil und horche ständig in mich rein, ob es mir wirklich auch schon schlecht ist. Gegen Nachmittag fühlt sich Peter bereits wieder so wohl, dass wir es wagen, nach Windhoek zu fahren, um in einer Apotheke einige Medikamente für sein Wohlbefinden zu kaufen. Und heute war ja auch geplant, sich die Stadt ein bisschen anzuschauen.

Wir finden gleich den richtigen Weg in die Innenstadt, einen guten Parkplatz vor einer Bank und direkt gegenüber eine Apotheke. Dann schlendern wir noch etwas an der Strasse entlang, aber nach dieser Woche Stille sind mir die Menschen, die Autos und der ganze Trubel zu viel. Es ist alles zu LAUT!
Peter ist auch alles zu viel in seinem angeschlagenen Zustand und wir gehen ganz schnell in einen Supermarkt und kaufen etwas zu trinken, dann machen uns wieder auf den Rückweg.
Viel haben wir auf diese Weise leider nicht von Windhoek gesehen, aber ehrlich gesagt war ich fast froh, dass wir so schnell wieder gegangen sind.
Zurück in der Lodge vertreiben wir uns die Zeit im Schatten am Pool liegend mit Lesen und Nickerchen machen.

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Sabine und Stefan kümmern sich die ganze Zeit fürsorglich um Peter, bieten ihm Medikamente an und fragen nach Sonderwünschen zum Abendessen. Da er sich soweit wieder ganz gut fühlt, wünscht er sich eine Gemüsebrühe mit Reiseinlage und Stefan kocht dies für ihn.

Ich fühle mich noch immer gut und Mr. Hypochonder ist so langsam wieder still, offenbar ist der Kelch an mir vorüber gegangen, puuuh.
Mit Genuss esse ich unser letztes namibisches Abendessen. Es gibt:

Spinatcremesuppe
Salat
Oryxfilet mit Spaghettini an Käsegemüse
Kalahari Des(s)ert

Nach dem Essen packen wir die Koffer. Wieso scheinen diese Dinger am Ende der Reise eigentlich immer voller zu sein als zu Beginn? Dabei habe ich mir diesmal gar nix gekauft ausser dem sinnlosen Käppi und dem Schal, und der kommt ja mit ins Flugzeug. Anschliessend gehen wir direkt ins Bett, wir müssen beide noch etwas Schlaf nachholen.

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