Sonne drücken oben Rechts = Kommentare ausblenden Ich empfehle unten Forumsdesign 4 zu wählen für große Bilder Dieser Reisebericht beschreibt unsere Reise mit folgender Route :
30.01.2014 Flug mit South African Airways Frankfurt Johannesburg Upington 31.01.2014 1 Nacht River Place Manor in Upington 01.02.2014 1 Nacht Urikaruus/KTP 02.02.2014 2 Nächte Grootkolk/KTP 04.02.2014 1 Nacht Bitterpan/KTP 05.02.2014 2 Nächte Kalahari Tented Camp-Honeymoon Bungalow/KTP 07.02.2014 1 Nacht Urikaruus/KTP 08.02.2014 1 Nacht Vergelegen Guesthouse/Kakamas 09.02.2014 1 Nacht Hantam Huis Guesthouse/Calvinia 10.02.2014 3 Nächte Elandsberg/Tankwa Karoo -> Treffen Jaffles u Allesverloren 13.02.2014 2 Nächte Muratie Winefarm/Paul Canitz Cottage/Stellenbosch 15.02.2014 2 Nächte La Petit Ferme/Private Villa-Vista 17.02.2014 Flug mit South African Airways Kapstadt Johannesburg Frankfurt 18.02.2014 Ankunft und Ende
Die Idee für diese Tour kam uns relativ spät, deswegen konnten wir zum Beispiel nur die zwei Einzelnächte in unserem Lieblingscamp Urikaruus buchen. Insgesamt war es eine runde Sache. Die Zeit mit der Selbstversorgung im KTP ist einfach unser Ding. Wir haben uns sehr gut erholt und hatten Glück mit dem Wetter.
Also, in den nächsten Tagen gehts dann los. Ich freue mich aufs Schreiben und Eure Kommentare.
Teil 202. März 2014
30. und 31.01.2014 Flug Frankfurt.Johannesburg-Upington
Um ca. 17:00 Uhr werden wir vom Fahrer abgeholt, der uns in ca. 25 Minuten zum Frankfurter Flughafen bringt. Wir haben die Vorbereitungen gerade so erledigen können und sind beide etwas hektisch. Das legt sich erst, nach dem der Check-In ohne Warten problemlos klappt und wir im Käfers mit Blick aufs Vorfeld eine Kleinigkeit Essen und Trinken.
Diesmal fliegen wir mit South African. Der A340-600 ist nicht ganz voll und startet pünktlich. Rechtzeitig sichere ich mir einen freien Zweierplatz in einer Mittelreihe, Kerstin bleibt in der vor reservierten Fensterreihe. Der Service und das Bordentertainment sind OK und so landen wir um 08:39 Uhr pünktlich in Johannesburg, wo es regnet.
Gut, dass wir 2 ½ Stunden Umsteigezeit haben, denn an der Immigration ist eine ordentliche Schlange. Dafür ist das Gepäck sofort auf dem band. Am Ausgang empfängt uns einer der netten Flughafenguides, der uns zum Inlands-Check in im zweiten Stock bringt.
Nach einem Kaffee und einer weiteren Sicherheitskontrolle steigen wir bei starkem Regen in die kleine Embraer der South African Air Link ein. Wir sind ja schon mit allem möglichen geflogen, aber dieser Minjet gefällt uns total gut.
Nach einer Dreiviertelstunde Schlaf geht er in den Sinkflug über. Das Wetter hier im Norden ist besser. Die afrikanischen Schäfchenwolken sehen auch von oben wunderschön aus. Mit dem Handy mache ich etliche Bilder.
Dann taucht der Oranje unter uns auf. Von oben kann man den schmalen Grünstreifen erkennen, den der Fluss der trockenen Wüste schenkt.
Am Flughafen steht schon der Mitarbeiter von Kea. Der Papierkram ist etwas umständlich. Der Kea-Mann ist sehr nett, hat aber von Verträgen keine Ahnung. Immer wieder entdeckt er neue Unterschriften und versortiert Originale und Kopien. Das Auto macht einen ganz guten Eindruck. Die Reifen sind top und so fahren wir mit guter Laune und bei sengender Hitze los ins nahe Upington.
An einer Tanke setzen wir den Kea-Mann ab, kaufen nebenan noch ein Schloss für die Ladeklappe und erreichen wenige Minuten später das gebuchte River Place Manor. Das Schloss werden wir diesmal mitnehmen, denn es ist bereits unser drittes aus Afrika.
Wir werden herzlich empfangen und beziehen unseren sehr schönen Luxury Room mit kleiner Küchenzeile, einem schönen Bad und einem Balkon mit Blick auf den Oranje.
Nach einer Dusche sind wir schon müde, bringen aber sofort den Lebensmittel-Großeinkauf hinter uns. Nicht weit entfernt wurde uns die neue Mall mit großem Superspar empfohlen. Dort und im nebenan liegenden Bottleshop bekommen wir alles. Besonders froh sind wir über drei flexible Thermotaschen, die Klasse für den Transport der ganzen Lebensmittel geeignet sind.
2 Stunden hat das ganze gedauert und so nehmen wir erst gegen 17:45 Uhr in 2 bequemen Holzsesseln direkt am Oranje Platz und trinken eine Flasche Columbine, der uns köstlich mundet.
Es ist ein wunderschöner Platz hier.
Rechter Hand liegt die alte Eisenbahnbrücke, linker Hand können wir den ruhig vor sich hinfliessenden Oranje entlangschauen. Immer wieder kommen diverse Vögel vorbei und junge Leute zischen mit Jetski und Wasserski durch den Fluss.
Um 19.45 bekommen wir dann kurz nach dem stimmungsvollen Sonnenuntergang ein superleckeres Steak mit Kartoffelbrei, Kürbis und griechischem Salat serviert, während der Hausdackel wie erschossen vor uns liegt.
Den Malvapudding teilen wir uns und fallen gegen 21.00 Uhr sehr müde in einen tiefen Schlaf.
Fazit des Tages : Der Inlandsflug nach Upington mit anschließendem Einkauf war eine super Idee. So kann es morgen gleich losgehen !
Teil 305. März 2014
01.02.2014 Upington nach Kgalagadi / Urikaruus
Um 07.00 Uhr klingelt der Wecker. Ich bin etwa eine halbe Stunde vorher wach. Voller Tatendrang, aber doch noch nicht ganz ausgeschlafen geht es um 07.30 Uhr zum Frühstück, das wir auf der Terrasse serviert bekommen. Es ist gut und sehr nett angerichtet. Gesellschaft leistet uns der kleine Dackel Eva. Nach lecker Scrambled Eggs with Bacon heißt es leider schon Abschied nehmen vom schönen River Place Manor. Hier hat es uns sehr gut gefallen !
Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, geht es auf in Richtung KTP.
Nach einem Fahrerwechsel mache ich noch etwas BuBu. Je weiter wir in Richtung des Parks kommen, umso dichter bewölkt ist der Himmel.
Und schließlich regnet es sogar etwas. In Twee Rivieren wird eingecheckt, getankt, Luft aus den Reifen gelassen und Feuerholz eingekauft.
Es ist ganz schön warm, wie muss das erst einige Tage vorher bei 45 Grad gewesen sein ?
Auf dem Weg in richtung Urikaruus sehen wir einige einzelne Sekretäre, Springböcke, Oryxe und Gnus und es regnet immer mal.
Im Auob Tal steht dann nach einigen Kilometern ein Auto. Wie immer ist es spannend, sich langsam zu nähern und …..... endlich zu erfahren, was da los ist ! Ihr kennt das ja..... von gar nichts über kleiner grauer Vogel, eine Kaffeepause bis hin zum Leopard kann das alles sein. Hier ist es eine Giant Eagle Owl, die ihren geschützten Platz mitten im Baum beim jetzt richtig einsetzenden Regen geniesst.
Zufrieden geht es wenige Minuten weiter, bis wieder ein Auto am Rand steht. Und was ist es jetzt ? Wow, eine Löwendame, die 5 Meter neben der Pad liegt. Wieder macht das Auto gleich Platz und uns gelingen gerade noch einige passable Bilder, bevor die Lady wieder in die löwentypische Tiefschlafphase zurückkehrt.
Trotz intensiver Suche finden sich keine weiteren Löwen mehr in der näheren Umgebung. Richtig zufrieden geht es weiter. ca. 3-4 Kilometer weiter steht wieder das Auto von eben und macht wieder gleich Platz. Das kennen wir eigentlich anders. Etwas weiter weg unter einem Baum liegt ein Gepard mit einem frischen Riss !
Er sieht erschöpft aus und schaut sich immer wieder nach Beuterivalen um. Leider fängt er nicht an zu fressen und so müssen wir uns dann doch losreißen und weiterfahren. Unterwegs sehen wir noch einige große Springbockgruppen die gut getarnt im Gras liegen.
Schöner Beginn trotz zeitweisem Regen und einem nicht funktionierenden Beifahrerfenster. Sehr, sehr zufrieden erreichen wir das so geliebte Urikaruus und beziehen diesmal Nr. 1. Das letzte Mal waren wir in Nr. 4 am anderen Ende.
Dank besserer Organisation und der neu erworbenen Taschen ist das Auspacken und verstauen der Lebensmittel und des ganzen Gelumps schnell erledigt. Bei einer Tasse Kaffee und einem Apfel (man höre und staune !) geniessen wir die Ruhe und beobachten einige prachtvolle Wydawhs und die knuffige Erdhörnchenfamilie mit Nachwuchs.
Teil 405. März 2014
Fortsetzung Urikaruus
Um 17:30 Uhr geht es los zum Gamedrive.
Wir wollen auf jeden Fall noch einmal zu der Löwin und dem Cheetah zurück. Da ich Wegpunkte im Navi gesetzt habe, finden wir die Stellen leicht wieder. Beim Gepard hat sich nichts getan. Er liegt immer noch neben seinem Riss unter dem Baum und ruht sich aus.
Zwei Kilometer weiter steht die Löwin gerade auf, macht ein paar photogene Grimassen und läuft dann langsam von uns weg die Dünen hoch.
Inzwischen sind wir eine Vierer-Auto-Kolonne. Gerade als die Löwin am Dünenkamm fast verschwindet, ruft Kerstin. „Da sind noch zwei Männchen!“ Sie stehen auf, begrüßen die Dame und machen sich diagonal die Düne herunter auf den Weg ins Tal.
Und jetzt bricht die Jagd auf die Pole Position aus. Alle drehen hektisch. Eine junge Dame hat sich in den letzten Minuten als besonders hemmungslos herausgestellt, die anderen zwei Mitstreiter sind sportlich fair unterwegs. Der Weg der Löwen kann eigentlich nur zum nahen Wasserloch Roiibrak führen. Wir stellen uns in Sichtweite zum Wasserloch in eine gute Position und warten. Zuerst kommt die Löwin und dann die beiden Männchen.... und die Kamera fängt an zu glühen 😉 Das wird wieder eine üble Arbeit...... aber wir machen das ja freiwillig...... und wir sind im Urlaub :-))
Euphorisiert entscheiden wir uns zur direkten Rückkehr und treffen dort die Giant Eagle Owl auf dem Boden sitzend an.
Es tröpfelt immer mal wieder, der Himmel ist stahlgrau und aus Namibia nähert sich eine tief dunkle Wolkenfront. Also zünde ich sofort das Feuerholz an, während Gnus vorsichtig ans Wasserloch kommen.
Zur Boerewors gibt es einen sehr leckeren grünen Salat mit Tomaten und aromatischen Avocados. Wir wollen diesmal lecker aber gesünder unterwegs sein.
Nach einem kurzen und intensiven Sonnenuntergang ist das Essen fertig und schmeckt ganz hervorragend.
Dazu gibt es einen Shiraz und gerade nachdem wir den letzten Bissen heruntergeschluckt haben, fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. Gut, dass wir gleich angefangen haben, die Nachbarn haben nicht so viel Glück.
Nach einem Getränk in der kleinen Küche gehen wir ins Bett. Es ist angenehm frisch und schon nach zehn Uhr. Der Regen prasselt aufs Dach und singt uns ein Schlaflied.......
Fazit des Tages: Toller Beginn ! Unser erster Februar-Urlaub bringt den Vorteil langer Tage und ausgedehnter Gamedrivezeiten bis 19:30 Uhr. Der Nachteil: Es geht später ins Bett.
Teil 507. März 2014
Ich habe mich gerade das erste Mal in meinem Leben am Hochladen von You Tube Videos versucht.
Um 06:00 Uhr klingelt der Wecker, ich stehe auf und koche Kaffee (der Gaskocher benötigt aber seine Zeit) und schäle eine Mango. Es hat irgendwann Nachts aufgehört zu regnen. Die Luft ist jetzt sehr klar, Tiere sind keine zu sehen. Ach doch ! In der Küche beobachte ich eine kleine Maus oder Ratte (?) die in unseren Papierkorb hüpft. Kerstin kommt etwas später. Sie zieht den Papierkorb in die Mitte der Küche und schielt durch den Deckel ins Innere. „Wie süüüüüüüsssss“. Wir mögen die kleinen Mundräuber ! Und dieser hier hat nicht ganz so viel Angst.
Das Vieh hat einen Fluchttunnel in die Rückseite des Papierkorbes gefressen und war gar nicht gefangen ! Sie gibt ihren guten Fressplatz nicht gerne auf und flüchtet erst nach ca 2 Minuten mit einem beherzten Satz in die Freiheit.
Nach dem Frühstück machen wir uns gegen 08:30 Uhr ab auf den langen Weg nach Grootkolk.
Am Rastplatz vor der Abbiegung zur Dune Road schauen wir nach dem Rechten. Vor drei Tagen ist hier ein Touri einer in der Toilette liegenden Löwin begegnet und hat wohl den Schreck seines Lebens bekommen.
Auf der Dünenstraße in Richtung Nossob sehen wir viele Oryxe, Red Hardebeest und ein paar Vögel.
Ansonsten geniessen wir die grüne Vegetation in der roten Kalahari bis Kerstin ruft : „Stoooop, zurüüüüüück, daa ist aaales voll mit Baaat-Eaared-Fooooxes!“. Und tatsächlich, zig dieser knuffigen Gesellen beobachten uns aus sicherer Entfernung und nähern sich sogar neugierig.
Leider mache ich dann den Motor aus und das verunsichert sie offensichtlich. Wir schätzen sie auf knapp zehn Tiere. Schöne Sichtung, hier im Kgalagadi lieben wir gerade diese kleinen, ganz unvermuteten Begegnungen. Nach kurzer Pinkelpause geht’s auf die letzten 60 KM in Richtung Nossob.
Nach ca. 30 KM fotografiert Kerstin gerade einen Pale Chanting Goshawk, als ich rufe: „Hooooneybaaadger!“ Er ist relativ weit weg, aber uns gelingen im elften Afrikaurlaub die ersten Bilder (keine guten) eines Honigdachses. Juhuuuu !
Untwerwegs tröpfelt es immer Mal und wir geniessen die Landschaft.
Da am Wasserloch in Nossob nichts los ist, gehen wir nur auf Toilette und beobachten das Kleintierleben im Camp.
Ein besonders großer Milliepad :
Eine Manguste :
Eine Babymanguste :
Erdhörnchen bei der Fellpflege :
Und dann geht’s weiter nach Norden auf die letzten 102 KM nach Grootkolk. Und hier muss es richtig heftig geregnet haben.
Immer wieder hat es große Pfützen und teilweise richtige kleine Seen. Bei den meisten gibt es aber Umfahrungen.
Zwei Tage vorher muss das Wasser eine ganze Ecke höher gestanden haben. Da war das noch eine Ecke spannender ! Gegen drei Uhr erreichen wir Grootkolk und beziehen die Hütte ganz rechts aussen.
Ich fahre den Ranger noch zur Kontrolle seiner Wassertanks und eines Solarpanels, dann gibt es eine Tassee Kaffee. Durch den Regen gibt es derzeit wohl wenig Tiere am Wasserloch. Nachdem ich mein Lamm noch mariniert habe, fängt es heftigst an zu Schütten.
Die Zeit nutzen wir zum Relaxen und so sieht es aus, wenn ich Reisebericht schreibe:
Die Südafrikaner von nebenan lassen sich nicht beeindrucken und fangen mit dem Braai an. Auf dem Grillrost haben sie quasi als Dach ein großes Blech gelegt, darunter brennt das Feuerchen. Nach und nach wandert ein Gusseisentopf und dann Kartoffeln mit Alufoliendecke auf den Grill. Von denen können wir noch etwas lernen ! Leider haben wir unsere Alufolie in Urikaruus liegengelassen. Als wir uns gerade mit kalter Küche abgefunden haben, kommt der Nachbar mit dem „Dach“ in der Hand zu Besuch. Er ist sehr nett und Veterinär aus Kapstadt. Er überreicht uns das „Dach“ und die Idee sei gar nicht von ihm selbst, sondern vom Campranger. Wir unterhalten uns kurz. Er erzählt vom beeindruckenden Gewitter 2 Tage vorher. Er habe noch nie im Leben solch einen dramatischen Himmel gesehen. Tiefblau und andererseits dunkel und rot mit zahlreichen Blitzen. Sie haben leider (wieder mal) ein Problem mit ihrem Landy, das Servo-Hydrauliköl ist komplett ausgelaufen. Wir bedanken uns herzlich und siehe da, es hat sogar aufgehört zu regnen.
Fluchs mache ich das Feuer an und Kerstin schnippelt den Griechischen Salat. Während dessen färbt sich der Himmel glutrot und am Horizont sieht man den Regen.
Die Käsegriller und die in Knobi-Rosmarin-Thymian eingelegten Lammsteaks gelingen gut.
Nach dem Abdendessen fängt es wieder leicht an zu tröpfeln. Uns stört das nicht. Bis 21:30 Uhr sitzen wir draussen und geniessen das Löwenbrüllen in weiter Entfernung. Am Wasserloch ist leider nichts los.
Teil 708. März 2014
03.02.2014 Grootkolk
Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker, ich stehe auf, setze Kaffeewasser auf und lege mich nochmal kurz hin (20 Minuten braucht der Kessel bis zum Kochen.) Da es wegen des bedeckten Himmels nur langsam heller wird, starten wir mit Ziel Unions End erst gegen 06:30 Uhr.
Unsere Erwartungen an Sichtungen sind Heute nicht sehr hoch. Also geniessen wir die schöne Landschaft. Im breiten Nossob-Tal stehen viele Baumskelette. Die Tierwelt besteht hauptsächlich aus Springböcken, Oryxen, Gnus und Red Hardebeests und einigen Raubvögeln.
Auf der Pad steht öfters das Wasser, an einem großen See gibt es Gott sei Dank eine Umfahrung.
Dann entdecken wir auf zwei nebeneinaderliegenden Bäumen je einen Bateleur. Der eine fängt gerade mit dem Nestbau an, wirkt aber durchaus etwas lustlos. Vermutlich hat ihm seine Frau genaue Vorgaben für das Haus mit auf den Weg gegeben, die ihm nicht gefallen.
Oder ist er blutiger Anfänger ? Jedenfalls baut er immer wieder um und wirkt unzufrieden.
Etwas später erreichen wir den Rastplatz am Wasserloch Unions End.
Einige Gnus und Red Hardebeest stehen herum. Wir steigen aus und genießen die Ruhe und den weiten Blick.
Hier haben wir das letzte Mal unser selbstgebautes Seednet angebracht und sind nach Gharagab geefahren. Das schöne an dieser Gegend hier im Norden ist die Einsamkeit. Fast nur die Besucher von Grootkolk und Gharagab verirren sich hierher.
Die Weiterfahrt führt uns noch zum Zaun bei Unions End. Hier steht eine Hinweistafel mit allerlei geschichtlichen Hintergünden. Auf der Rückfahrt halten wir noch an der Abzweigung zu Kaa Gate.
Dort rennen zig Gnus hin und her, während ihre kleinen liegend ruhen.
Die Wasserdurchfahrten machen zunehmend Spaß, am Anfang hatten wir noch weiche Knie.
Nach der Rückkehr macht es Spaß, die Vögel an der Tränke zu beobachten und die Stille in der tollen Dünenlandschaft der Kalahari zu genießen.
Inzwischen habe ich das Lammfleisch mit Knobi, Öl, Thymian und Rosmarin mariniert.
Gegen 16:00 Uhr geht es nochmal auf Gamedrive. Diesmal geht es in Richtung Süden. Wir haben einige schöne Sichtungen mit Gnus und Red Hardebeests, besonders an der Abzweigung zum Kaa Gate.
Während dessen färbt sich der Himmel wieder dramatisch schwarz und ein Gewitter kommt immer näher. Es blitzt immer öfter. Die bedrohlich wirkende schwarze Wand ist echt beeindruckend.
Kurz bevor wir umdrehen, kommt uns dieser Fiesta entgegen. Merkt ihn Euch, es wird noch davon die Rede sein. 😕 😐
Gegen 17:30 Uhr beobachten wir das faszinierende Naturschauspiel von unserer Terrasse aus.
Die ganze Zeit sieht es so aus, als ob der Grill Heute kalt bleiben würde. Aber das Unwetter ist gnädig und zieht knapp an uns vorbei. Nicht weit entfernt regnet es stark, wir bekommen nichts ab. Inzwischen können wir nachvollziehen, wie örtlich begrenzt sich das Wetter abspielt.
Erleichtert zünde ich den Grill an, während Kerstin den griechischen Salat macht. Das Essen und der Wein schmecken köstlich.
Und dieses Bild ist extra für den Bayern Schorsch und seine Schorschine entstanden...... mit Tischdecke 😉
Gegen 21:00 Uhr geht es ins Bett. In der Nacht fängt es an zu regnen.
Fazit des Tages: Nossob Tal heißt für uns → No Cat Valley
Teil 809. März 2014
04.02.2014 Grootkolk nach Bitterpan
Als ich gegen 06:30 wach werde und den Gaskocher anwerfe, kommt eine Gruppe Red Hardebeest ans Wasserloch.
Kerstin kommt aus dem Bett gekrochen. Wenigstens ein Paar Tiere mehr am Wasserloch wären schon schön gewesen. Nach einem gemütlichen Frühstück werden die Sachen gepackt. Vorher fahre ich den Ranger noch zu seinem Wassertank (hatte ich gestern schon getan). Wieder schreckt er eine Barn Owl mit hübschem weißen Gesicht auf. Sie sitzt ärgerlich gestimmt im Baum nebenan und wünscht uns wahrscheinlich zur Hölle ! Beim Aus-Checken treffen wir auf ein junges Österreichisches Pärchen. Sie sind mit einem Fiesta unterwegs, was unseren Respekt hervorruft (das Bild aus dem letzten Teil). Nach einem kurzen, netten Gespräch verabschieden wir uns von Grootkolk. Schön, es gesehen zu haben, aber unsere neue Lieblingsunterkunft ist es nicht.
Schon nach wenigen Kilometern bemerken wir, das es gestern heftigst geregnet haben muss. Und die Natur reagiert blitzschnell.
Immer wieder treffen wir auf riesige Wasserpfützen (eher schon kleine Seen), für die es meistens keine Umfahrungen mehr gibt. Wir müssen an die Österreicher denken und sind uns einige Male sicher, dass das der Fiesta nicht schaffen wird.
(Nachtrag: Wir werden später erfahren, dass die beiden tatsächlich in einer der Wasserdurchfahrten steckengeblieben sind und der Fiesta mit Wasser vollgelaufen ist. Die beiden wurden später von einem Südafrikaner herausgezogen und zurück nach Grootkolk gebracht. Der Südafrikaner hat sie dann wohl mit seinem großen Geländewagen durch die jeweils schwierigsten Wasser- und Schlammdurchfahrten zurück nach Nossob geschleppt. Die beiden haben unser vollstes Mitgefühl. Um diese Jahreszeit ist für uns auch nach den Berichten von Kathy und Marco ein 4x4 ein MUSS!!!).
Unterwegs sehen wir tatsächlich ein Warthog, Schwarzstörche,einige Raubvögel und diese Gesellen.
An einem Loop entdecken wir in einiger Entfernung eine fünfköpfige Löffelhundfamilie auf Nahrungssuche.
Kurz vor Nossob entdeckt Kerstin diese zwei hübschen Schakale. Sie zeigen sich sehr fotogen, wir mögen die Black Backed Jackals.
In Nossob wird getankt und im Shop einige Vorräte aufgefüllt.
Dann öffnet der Ranger das Tor zum Bitterpan Trail.
Wir kennen ihn ja schon. Landschaftlich gehören diese 52 KM Einfahrt und die 40 KM Ausfahrt zum schönsten, was wir kennen.
Der Himmel ist inzwischen auch aufgerissen, das schreit nach Polfilteraufnahmen. Unser Turbodiesel meistert sie zum Teil steilen und sandig-holprigen Auffahrten viel lockerer als unser damaliger Benziner.
Ihm war an zwei Dünen die Puste ausgegangen, der Turbodiesel macht das mit links.
Schon nach dem ersten Kilometer sind wir in euphorischer Stimmung. Der Kontrast aus tief blauem afrikanischen Himmel, weißen Wolken und roten Kalaharidünen mit frischem grün in absoluter Einsamkeit........ ein Traum ! Unterwegs begegnen uns nur einige Oryxe, sonst nur einsame Landschaft.
Die 54 KM ziehen sich am Ende aber dann doch und so erreichen wir am frühen Nachmittag Bitterpan.
Als wir ankommen, wundern wir uns, dass uns Willem nicht gleich begrüßt. Ein Schweizer Pärchen steht vor der Gemeinschaftsküche und antwortet auf unsere Begrüßung etwas knapp. Komische Stimmung hier ! Wo ist den Willem, fragen wir. Radoika antwortet: "Er ist da drinnen und versucht die Kapkobra aus dem Schrank zu fangen !" Ach du Scheiße !
Willem kniet vor einem Schrank und hat einen Schlangengreifer in der Hand. Am Ende versucht eine mittelgroße Kapkobra in ein Loch zu flüchten. Sie hat sich mit dem vorderen Hälfte ihres Körpers irgendwo im Loch festgehalten und Willem wirkt vorsichtig gesagt etwas nervös. Ich soll den Wasserhahn aufdrehen, dazu muss ich aber direkt an ihm vorbei. Die Schlange hat sich wohl um den Abfluss gewickelt. Das Warme Wasser macht ihr aber nichts aus. "Aaaah it doesn't help", schimpft Willem. Dann sagt er bestimmt zu mir. „Hold the snake, i will get some hot water“. Jetzt bin ich doch etwas bestürzt ! „ Am i save ??????“ ….. Willem:“ You have to push that veeeery strooooong !“.... Und schon ist er weg und ich drücke wie ein Irrer auf den Griff der Zange. Wenn sich die Schlange in meine Richtung bewegt hätte, waäre ich in guter Gesellschaft der anderen bis zum Horizont weggerannt 😕 🤩
Vorher erklärt Willem noch, dass ein Kapkobrabiss tödlich sei... Toll.... Aber irgendwie tut mir die elegante Schlange da im Schrank Leid. Sie wollte nur ein Schläfchen machen, als Radoika sie beim Inspizieren der Küche neben einer Salatschüssel liegen sah und den Schreck ihres Lebens bekam.
Endlich ist Willem wieder da. Gerne gebe ich ihm die Zange zurück und entferne mich. Er kippt heisses Wasser über die Schlange, die das nicht mag und sich nun aus dem Loch ziehen lässt. Andreas, Radoika, Kerstin und ich spritzen auseinander, als Willem mit der jetzt sehr gereizten hellen Kobra aus der Küche kommt. Wie gerne würde sie ihn jetzt erwischen und eine nette Ladung Gift verpassen.
Immer wieder schnellt ihr Kopf hervor, sie hat aber keine Chance, scheint aber Gott sei Dank nicht schwerer verletzt zu sein. Willem präsentiert sie uns aus nächster Nähe und wirkt jetzt sehr entspannt.
Normalerweise würde er sie mit der Hand fangen. Der ist echt irre, oder ? Grundsätzlich hätte er hier meistens die Ruhe vor Schlangen, die zwei Mongooses hier würden schon dafür sorgen. Er bringe die Schlange jetzt zu einem der Mangustenbauten, die würden ihre Arbeit dann irgendwann erledigen.
Jetzt stellen wir uns erst einmal gegenseitig vor. So ein Erlebnis schweißt zusammen und die beiden Züricher stellen sich als super sympathisch raus. Wir quatschen den ganzen restlichen Tag und verstehen uns blendend. Es kommen auch keine weiteren Gäste. Am Wasserloch ist es ruhig. Willem zeigt uns diese schnuckeligen Barn Owls, die im kleinen Turm leben.
Danach wollen wir gemeinsam Essen und Willem einladen. In der Schweiz gibt es Heute Spaghetti in Deutschland wird Boerewors gegrillt mit Gemüsepäckchen. Südafrika entscheidet sich für die Schweizer Mahlzeit. Wir verbringen einen netten Abend mit nicht nur heiteren Gesprächen. Willem erzählt uns von einigen schrecklichen Todesfällen in seiner Familie. Es wird aber auch gelacht und Afrikalatein ausgetauscht. Leider wird er Bitterpan wohl verlassen und in Nossob als Chefranger befördert. Er ist aber auch wirklich ein Vorbild. Am Nachmittag hat er mich schon mit einem Grashalm am Hals veräppelt, beim Gemüseschneiden die zwei Mädels. Und während des Abendessens leuchtet er einen Meter neben uns auf den Boden und entdeckt einen...... natürlich "poisonous scorpion". Er lief direkt auf uns zu, entschließt sich dann aber zur Flucht 😕
Viel netter als mit ihm ist die Begegnung mit Radoika, Andreas und Willem! Das werden wir gerne in Erinnerung behalten.
Teil 912. März 2014
05.02.2014 Bitterpan nach Urikaruus
Da ich als erster wach bin und ansonsten noch nichts im Camp zu hören ist, erledige ich schon einmal den Abwasch und räume die Reste vom Abend weg.
Die Nacht war kurz und in den ganz frühen Morgenstunden machten die Fledermäuse Radau. Im Gegensatz zu unserem letzten Aufenthalt war es aber gut auszuhalten.
Einige Zeit später wachen so langsam alle auf und der Frühstückstisch wird gedeckt. Es gibt Müsli, Toast, Marmelade, Papaya mit Limetten und Eier mit Speck....... natürlich auch eine Tischdecke 😉
In der Bitterpan laufen zwei Oryxe und ein Strauss herum. Nach dem Packen verabschieden wir uns mit etwas Wehmut von Willem, Radoika und Andreas.
Dabei laufen uns die zwei Schlangenkiller um die Füsse herum. Sie haben keinerlei Angst. Bitterpan hat wieder viel Spaß gemacht !
Die 40 KM Dünenausfahrt in Richtung Mata Mata ist wieder ein landschaftlicher Höhepunkt.
Außer einer kleinen Oryxherde an einem Wasserloch und 4 Kudus gibt es nur noch kleinere Tiersichtungen.
Auch der weitere Weg im Auobtal bringt keine Highlights. Ein getarnter Springbock lässt sich gerne fotografieren.
Und auf einer Düne haben sich diese Giraffen in Position gestellt.
So erreichen wir um die Mittagszeit erneut unser Lieblingscamp Urikaruus.
Eric erkennt uns sogar. Hey, i can remember, sagt er grinsend. You were here together with „Cecile an Mike“. Den beiden wurde damals von einem Raser der Aussenspiegel abgefahren. Der Verursacher floh und jetzt erzählt uns Eric, dass sie den Fahrerflüchtling in Twee Rivieren erwischt hatten. Er teilt uns wieder Nr. 4 zu. Ach ja und ca. 10 KM in Richtung Twee Rivieren lägen die 4 Geparden (alte Bekannte aus dem letzten Urlaub) unter einem Schattenbaum. Wir schauen uns an und fahren sofort los.
Tatsächlich liegen die 4 unter einem Baum, leider ein gutes Stück entfernt.
Nach einigen Fotos fahren wir zufrieden zurück und installieren uns in Nr. 4. Am Wasserloch übertreffen sich zwei Gnubullen mit Imponiergehabe.
Während ich ein Nickerchen mache, beobachtet Kerstin eine Giraffe, die ganz langsam zum Trinken kommt.
... und noch ein Sekretär
Gegen 17:00 Uhr geht’s wieder zum Gamedrive, wo uns dieses Foto eines Crowned Plover gelingt.
Ansonsten sichten wir nur einige Vögel und die üblichen Huftiere.
Was auffällt ist, dass die Kalahari von Tag zu Tag grüner wird. Der Regen der letzten Tage bringt den Tieren täglich üppigeres Grün.
Am Abend wandern das marinierte T-Bone und eine Boerewors auf den Grill und endlich auch die Gemsquash. Dazu gibt es selbstgemachte Knobibutter. In der Nacht kommt noch eine Giraffe zum Trinken.
Wir sitzen am Holzfeuer und genießen die herrliche Stimmung.
Und unsere Maus ist auch noch da .
Es ist dann immer wieder ein etwas trauriges Gefühl, wenn einen die Müdigkeit übermannt und man dann doch ins Bett geht und den Tag beenden muss..... Ihr kennt das bestimmt, oder ?
Teil 1014. März 2014
06.02.2014 Urikaruus nach KTC
Da unser Weg von Urikaruus ins Kalahari Tented Camp nicht allzu weit ist, geht es Heute Morgen vor dem Frühstück auf Gamedrive.
Und der führt uns zu den drei nächsten Wasserlöchern Kamqua, Rooibrak und Montrose. Auf dem Hinweg tut sich gar nichts. Etwas enttäuscht drehen wir in Montrose um und treffen auf einen roten Kleinwagen, der an der Pad steht. Oben auf der Düne sitzt ein Gepard und späht ins Tal. In solchen Momenten wird man dann für das ewige Rumgefahre ohne Ereignisse belohnt.
Der nette Kleinwagenfahrer zeigt uns mit den Fingern, dass es sich um die Vierergruppe handelt.Kerstin kann die anderen gerade noch weglaufen sehen. Einige Minuten später steht der verbliebene Gepard auch auf und verschwindet.
Kurz vor Rooibrak stehen dann wieder 2 Autos.
Eigentlich wollten wir jetzt Frühstücken...... Und was ist da ? Zwei Bilderbuchlöwen schreiten langsam durchs Tal in Richtung Rooibrak.
Und jetzt kann ich nicht anders...... 😣 Ich MUSS diese ganzen Löwenbilder posten und kann mich von keinem einzigen trennen.
Das eine Löwenmännchen brüllt zweimal. Er sagte der unsichtbar oben auf der Düne liegenden Dame Bescheid „Hey, komm runter ans Wasserloch !“
Während die 2 Männchen schon trinken, kommt die Dame langsam herunter.
Die drei begrüßen sich unglaublich liebevoll.
Die Paschas kommen ihr entgegen und treffen sich mit innigem „Köpfe-Aneinanderreiben“.
In solchen Momenten vergisst man, dass es sich um gefährliche Raubkatzen handelt.
Nachdem die Dame auch Trinken war, betätigt sie sich als Aushilfskuh und frisst ausgiebig Gras.
Wenige Minuten später ist das Schauspiel vorbei. Die drei trotten langsam hinter die Düne.......
Wir schauen auf die Uhr und erschrecken !
08:08 Uhr... Mit gemütlichem Frühstück ist jetzt nichts mehr, denn um 9:00 Uhr ist Auschecken angesagt. Also hüpfe ich unter die Dusche, während Kerstin Brote schmiert und schon etwas Zeug zusammen räumt. Dank immer besserer Organisation (man versucht ja dazuzulernen) und guter Arbeitsteilung verabschieden wir uns um Punkt 9:00 von Eric.
Immer mehr reift in uns der Plan, einmal für mehrere Tage hierher zu kommen. Am besten 5 oder 7 Tage....
Teil 1115. März 2014
Fahrt von Urikaruus nach Kalahari Tented Camp und Abend im KTC
Vorbei am leeren Dertiende Boorgat geht es in Richtung Veertiende Boorgat, wo wir diese zwei Bilderbuch-Fork-Tailed-Drongos fotografieren.
In Dalkeith ist derzeit nichts los, also geht es weiter nach Craig Lockhart.
Und dort liegen doch tatsächlich zwei Löwenmännchem im Schatten eine Busches. Die beide gehen aber der Löwenlieblingsbeschäftigung nach.
Es wird auch immer heißer ! Also geht’s nach Mata Mata. Heute ist offensichtlich unser Glückstag :-))
Unterwegs hat es beste Polfilterwolken.
Aus dem Forum und dem Getaway haben wir den Tip für den Sitzas Farmstall bekommen, den man zu Fuss erreicht. Die Dame an der Rezeption in Mata Mata schickt uns nett zu den ebenfalls freundlichen Zöllnern in Südafrika und die uns wiederum zu den ebenfalls lächelnden Zöllnern in Namibia schicken. „Sitzas without car ? No Problem you can go!“ Ich frage „There's nothing to do ?“ Breit grinsende Antwort auf der Namibia Seite : „Just look out for the Lions!“ Und schon marschieren wir bei 35 Gradschwitzend nach Namibia , wo das gelbe Häuschen sofort in Sicht kommt.
Große Auswahl hat der kleine Farmstall nicht, aber unser Hauptwunsch erfüllt sich. In der Kühltruhe lagern einige Schätze und so erwerben wir 800 Gramm Gemsbockfilet und eine 800 Gramm Boerewors, leckeres Shortbread und ein kleines Souvenir. Auf dem Rückweg grinsen uns die Grenzer entgegen. Alle sind total gelassen und für Grenzer schon fast beängstigend freundlich. Im Mata Mata Shop füllen wir unsere Vorräte auf. Toastbrot hat es hier leider keines (in Nossob gab es welches).
Und so erreichen wir gegen 12:30 Uhr das Kalahari Tented Camp. Der Ranger ist wie beim letzten Besuch nicht in Sicht und so legt Kerstin unser Permit auf seinen Bürotisch und trägt sich in das Buch ein. Das Honeymoon Tent hatten wir das letzte Mal auch. Es scheint renoviert worden zu sein.
Außer den Bäumen gibt es im Tal wenig Vegetation. Die lange Trockenheit hat hier deutliche Spuren hinterlassen.
Wir machen ein Nickerchen. Danach machen sich all die vermutlich angefütterten Freunde mit uns bekannt. Ein Glanzstar, mehrere White Browed Sparrow Weaver und ein Manguste.
Gegen 18:00 Uhr wollen wir noch einmal nach Graig Lockhart zu den Löwen. Nach wenigen KM sehen wir diese Black Backed Jackals.
Und jetzt erinnern wir uns an den Nachteil von Mata Mata und dem nahen Tented Camp. Auf diese Idee sind natürlich auch fast alle anderen gekommen und das auch noch früher als wir. Am Wasserloch stehen bereits knapp 10 Autos und lauern darauf, dass sie zwei nun noch weiter weg liegenden Löwen zum Trinken kommen. Wir ergattern uns eine halbwegs anständige Position und erfahren nach einer halben Stunde, dass die beiden nun doch keinen Durst mehr haben und lieber nach hinten verschwinden.
Auf dem Rückweg sehen wir Dank weiterer dort bereits haltender Autos noch diese African Wildcat (oder doch eine Hauskatze?).
Bei nunmehr angenehmeren Temperaturen wandern Gemüsepäckchen, Gemsquash und die sehr leckere Boerewors aus Sitzas auf den Grill.
Bei einem Bierchen genießen wir die Rufe der Schakale. Aus allen Richtungen kommen die durchdringenden Schreie der kleinen Tiere. Auch fernes Löwengebrüll und die Rufe von Hyänen sind zu hören. Ein afrikanischer Traum !
Auch der Sternenhimmel zeigt sich uns Heute erstmals in voller Pracht. Der Skorpion und das Kreuz des Südens stehen genau über uns....... und wir gehen erst um 22:20 Uhr sehr zufrieden ins Bett.
Teil 1215. März 2014
Ich habe auf Seite 13 noch ein You Tube Video mit der Löwenbegrüssung eingefügt
Teil 1316. März 2014
08.02.2014 Kalahari Tented Camp Löwen,Löwen,Löwen
Heute wollen wir taktisch geschickt und den 3 Kilometer-Vorteil vor den Mata-Mata's nutzend gleich um 06:00 Uhr auf die Piste. Doch leider übermannt mich nach dem Klingeln des Weckers die Müdigkeit und wir stehen erst um 05:55 Uhr auf. Anfängerfehler ! Mit einer Thermoskanne Kaffee und Shortbread ausgerüstet geht es also erst um 06:20 Uhr auf Gamedrive. Nix Vorteil....
In Sitzas ist..... nichts. In Craig Lockhart ist.... gar nichts.... Also weiter nach Dalkeith, wo wir wie am Bohrloch 13 und 14 noch nie gute Sichtungen hatten und somit auch diesmal keine Hoffnung. Und hier treffen wir alle unsere befreundeten Autos von Gestern wieder. Irgend etwas ganz spektakuläres muss hier im Gange sein.... Langsam fahren wir näher und entdecken mehrere Löwen.
Die ganze Straße vor uns ist voll mit Autos, also stellen wir uns etwas Abseits in Position. Und das sollte die beste Entscheidung des Tages gewesen sein.
Zwei halbstarke Löwen kommen nämlich immer weiter auf uns zu und bieten dann ganz, gaaaanz großes Löwenkino. Die beiden raufen sich aus Spaß.
Die Mutter mischt mit und zeigt Ihnen, was Löwe drauf haben muss...
Klettern auf einen Baum.
Papa kommt vorbei. Er sieht nicht gesund aus....
dann geht es bei den jungen weiter...
.. und wir haben die Pole-Position. Die Baumaction ist fast nur von unserem Standpunkt aus gut zu fotografieren. Die Autos um uns herum rangieren wie die blöden herum und versuchen, sich für weitere Löwenbewegungen gut in Position zu bringen.
Wir sind total gut drauf ! Das Rudel zieht nun hinter uns zwischen den wild rangierenden Autos in die Dünen ab.
Wir stellen uns in den Schatten, essen lecker Shortbread aus Sitzas und trinken in bester Stimmung eine Tasse Kaffe. Inzwischen sind alle Autos weg, dafür nahern sich so langsam am Ende 12 Giraffen und versammeln sich am Wasserloch.
Oben auf der Dünen liegen die Löwen herum. Leider haben sie keine Ambitionen zur Jagd. Und so beobachten wir bestimmt 1 ½ Stunden das Treiben der Giraffen. Leider kommt es nur zur „Fast-Paarung“, die ich mit dem Foto verpasse.
.... noch ein Schakal.....
Unglaublich zufrieden kommen wir zurück ins Camp und schlafen erst einmal 1 ½ Stunden.
Gegen Mittag gibt es Papaya und Müsli und jetzt gegen 14:20 Uhr bin ich endlich wieder mit dem Bericht bei. Mal schauen, was der Abend-Gamedrive bringt.
Teil 1416. März 2014
09.02.2014 Kalahari Tented Camp Ausfahrt aus dem Park
Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker. Mit gekochtem Kaffe und gepacktem Auto geht es um 06:15 Uhr los in den Park. Die ca. 100 KM nach Twee Rivieren werden leider unser letzter Gamedrive werden. Und der sollte es in sich haben !
Kurz nachdem wir das KTC hinter uns gelassen haben, sehen wir am Sitzas Wasserloch einige Autos stehen. Neee ! Hier schon Löwen ? Und wahrhaftig. Weit verteilt finden wir ein Männchen und zwei Weibchen.
Sie liegen ruhig in der aufgehenden Sonne. OK, einige Fotos und dann geht es weiter.
In Craig Lockhart ist nichts, in Dalkeith Heute auch nicht. Nur die Springböcke machen ihren Frühsport.
Wir trinken in Ruhe unsere Tasse Kaffee. Bei der Weiterfahrt sehen wir diese kämpfenden Giraffen.
In der Nähe von Montrose haben sich diese Kudus auf einem Dünenkamm unweit der Pad in Positur gestellt. Leider ist der Himmel Heute bedeckt und nicht gerade gutes Fotolicht.
Kurz nach Batulama stehen drei Autos Mitten auf der Pad. Aus allen ragen riesen Teleobjektive in Richtung eines Gnusrisses, an dem einige Schakale zerren.
Eine einzelne Hyäne steht vollgefressen in einiger Entfernung und starrt die Schakale an.
Sie wird sich in den nächsten 15 Minuten kaum bewegen. Dann geht es weiter.
Kurz vor Auchterlonie haben wir uns geistig eigentlich schon vom Park verabschiedet. Ich cruise mit den erlaubten 50 KM in Richtung Gate, als Kerstin ruft „Breeeems“, was ich auch mit blockierenden Reifen gerade getan habe. Sekundenbruchteile später sehe ich durchs Beifahrerfenster, wie ein prächtiges Löwenmännchen erschrocken aufspringt. Direkt neben dem Auto ! Der Löwe, Kerstin und ich haben uns alle drei erschrocken ! Da der König sich gleich wieder hinlegt, stellen wir uns in Position. Direkt hinter dem ersten Löwenmännchen liegt noch ein zweites. Völlig relaxed und wie hingeflossen.
Ca 4 Meter vor dem stolzen Tier und immer in hintergründiger Alarmbereitschaft beginnt eine private Fotosession. Er putzt sich.... Gähnt...
Schaut uns gelangweilt an....
… während wir überhaupt nicht gelangweilt sind ! Unsere privaten Löwenmännchen ohne rangierende Konkurrenten. Nur das Rauschen des Windes, das die Mähne immer anders aussehen lässt. Zwischendurch knurrt Pascha etwas vor sich hin.
Dann fährt ein Auto an uns vorbei und hält nicht..... Spinnen die ? 5 Minuten später kommt das nächste Auto. Als die auch fast wieder vorbei sind, zeige ich der nett grüßenden Schweizerin, wo die Paschas liegen. Sie brüllt ihren Mann an „A Leeeu!“ Sie ist überglücklich und erzählt uns danach, sie hätten in den letzten Tagen in Grootkolk keine Raubtiere gesehen. Es ist richtig schön, die Freude der beiden mit anzusehen. Erst jetzt bemerken wir, dass die beiden Löwen von der Pad wegen eines kleinen Busches gar nicht zu sehen sind. Etwas später hält noch ein weiteres südafrikanisch Paar, das uns in den letzten Tagen immer freundlich zugewunken hat. Zufrieden und mit euphorischer Stimmung geht es jetzt endgültig in Richtung Gate.
Zwischen den Wasserlöchern Monro und Hoemoed ist dann aber gleich die nächste Pause angesagt.Na ratet Mal ! Ein männlicher Löwe !
Wir sind jetzt fix und fertig.... Das gibt es doch nicht ! Der Löwe schlendert etwas lustlos und weiter entfernt durchs Tal.
Schliesslich bettet er sich vor einem Gebüsch, wirkt aber grundsätzlich unzufrieden. Also noch mehr Löwenphotos.
Nach der Weiterfahrt stoppen wir die nächsten beiden Autos und teilen ihnen die guten Nachrichten mit.
Dann geht es tatsächlich aus dem Park heraus. Luft wieder aufgepumpt, ausgecheckt, Fahrerwechsel und schon sind wir in bester Stimmung auf der Weiterfahrt nach Keimoes.
.... bei all den Löwen habe ich diese hier vergessen 😕
Kurz nach 17:00 Uhr versuchen wir unser Glück erneut und nach dem tollen Morgen ganz ohne „Erfolgsdruck“. Ganz schnell checken wir Sitzas, Graig Lockart und dann Dalkeith. Da an den ersten drei Wasserlöchern keine anderen Autos unterwegs waren, haben wir schon so eine Vorahnung. Aber wir sind ja auch extra etwas früher los. Da der Loop an Dalkeith genauso wie am 13. und 14. Bohrloch sehr wellblechig ist, geht es über die Hauptpad. 5 Autos sind schon da (Tendenz steigend) und die zwei halbstarken Löwen.
Sie trotten über die Freifläche am Wasserloch.
Dann wird kurz gebalgt.
Und dann das Solarpanel gecheckt.
Direkt vor uns geht es über die Pad...
Einige Meter den Hang hoch.
Und dann ganz hoch zu den Erwachsenen.
Die Weiterfahrt zum 14ten Bohrloch bringt danach wie bei uns üblich keinen Erfolg. Auf der Rückfahrt ins KTC gibt es noch Fotos von diesem Lilac Breasted Roller...
… und von diesem Raubvogel mit unbekanntem Riss.
Kurz vor dem Camp taucht die Sonne die roten Kalahridünen in eindrucksvolles Licht.
Beim Grillen wird es Heute spannend. 800 Gramm selbst eingelegtes Gemsbockfilet (kleinere Portionen gab es nicht) wollen gegrillt werde.
Dazu Restgemüsepäckchen und ein Gemsquash mit Knobibutter.
Teil 1621. März 2014
Vom KTP über Upington nach Vergelegen und Augrabies
Die Fahrt nach Upington verläuft ereignislos. Ich schlafe fast eine Stunde im Auto. In Upington dann schnell noch an den Geldautomaten, bevor es durch ewige Weinplantagen die letzten 70 KM in Richtung Augrabies zum Vergelegen Guesthouse geht.
Dort werden wir gegen 15.00 Uhr ausgesprochen nett empfangen. Vergelegen haben wir von Ingrid (Ingrids Welt) abgekupfert, da kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Es wird auch diesmal wieder so sein.
Nachdem wir unser schönes Zimmer bezogen haben, geht es gleich weiter in den 40 KM entfernt liegenden Augrabies Falls NP. Viele Einheimische versorgen sich wie üblich am Samstag mit Lebensmitteln und Unmengen an Alkohol.
Am Gate weist uns der Angestellte mehrfach auf die Gate-Time hin. Hohe Strafen würde es geben ! Well, die werden wir sicher nicht zahlen müssen ! Also erreichen wir gegen 16:00 Uhr die Rezeption. Auf dem Weg zu den Fällen macht uns die Hitze sehr zu schaffen. 36 Grad, keinen Schatten und Windstille.. Hui !
Die Fälle sind beeindruckend, aber uns ist es einfach zu heiß. Den anderen Besuchern geht es offensichtlich auch so.
Also fahren wir noch die uns schon bekannte Runde zu den Aussichtspunkten im Park, nachdem wir uns kurz die Bilder von vergangenen Hochwassern ansgeschaut haben.
Nach der langen Fahrt knipsen wir dort einige Fotos und machen uns Gedanken, wie es vor zwei Wochen wohl bei 45 Gard im KTP gewesen sein muss !?!?
Bei der Rückfahrt entdecken wir noch diese netten Velvet Monkeys.
Schon um 17:30 Uhr passieren wir den strengen Torwächter. „ I aaam veeery haaapy for yooou!“ sagt er gönnerhaft.
In Vergelegen ruhen wir etwas, gegen 20:00 Uhr geht es frisch geduscht zum Dinner im schönen Innenhof.
Das Personal ist ausgesprochen höflich. Ich nehme T-Bone mit Pfeffersoße, Kerstin ein Filet mit Knobisoße. Dazu einen leckeren Shiraz und ein Dessert zum Teilen hinterher. Ein Pudding mit Schokosoße.
Die Straße in Richtung KTP und in Richtung Poffadder sind für ausgewiesene Testfahrzeuge mit bis zu 250 KM erlaubt ! In Augrabies standen in Tarnfarben lackierte BMW's im Hinterhof. Unterwegs kam uns irgendein spektakulärer BMW Supersportwagen entgegen, den wir noch nie gesehen haben.
Nach dem Essen unterhalten wir uns noch länger mit dem weißen Aushilfskellner. Am Ende sagt er uns, er habe eine Farm nebenan und wenn wir wieder hierher zurückkämen, sollten wir ihn auf der Farm besuchen. Ein sehr schöner Platz, dieses Vergelegen Guesthouse. Zufrieden gehen wir ins gemütliche Bett. Dank Klimaanlage ereilt uns schnell der Schlaf.
Kerstin schläft bis 8. Da ich bereits um 06:30 Uhr wach bin, nutze ich die WLAN-Verbindung um Nachrichten zu lesen.
Gegen 08:15 Uhr geht es dann zum Frühstück im schattigen Innenhof. Es ist schön ruhig, wir sind alleine und das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Eine Gruppe italienischer Männer macht Kaspereien.
Nach dem Frühstück beobachten wir noch eine gute Stunde die Vogelwelt am Teich.
Die zwei schwarzen Schwäne sind zutraulich und lassen sich vom Rasensprenger bespritzen. Dann trinken sie das Wasser von Ihrem Federkleid.
Teil 1723. März 2014
09.02.2014 Vergelegen nach Calvinia
So jetzt wird es aber Zeit ! Gute 400 KM sind Heute zu bewältigen. In Keimoes wird noch getankt...
...und dann geht es auf die öde Strecke in Richtung Calvinia. Zuerst noch durch die Weingegend...
..dann die letzten Ausläufer der Kalahari und dann nur noch durch absolut ödes Land.
Ohne Raserei fahren wir auf den 400 KM eine ¾ Stunde im Vergleich zum T4A heraus.
Völlig entspannt kommen wir in Calvinia an.
Am Hantam Huis rufen wir die Tel.-Nr. an der Tür an. Nach 3 Minuten kommt eine Dame, die uns in die Dorphuis Accomodation führt. Sie ist um die Ecke.
Hantam Huis besteht aus mehreren historischen Unterkünften im Ort. Alles ist mit Antiquitäten eingerichtet. Da in unserem Himmelbett bereits Ameisen eingezogen sind, ziehen wir in das andere Schlafzimmer um.
Den Rest des Nachmittags verbringen wir im ruhigen Garten unter dem großen, schattenspendenden Baum mit Lesen, Tagebuch schreiben und Bilder aussortieren.
Gegen 19:15 Uhr geht es mit dem Auto um die Ecke ins Haupthaus. Allerlei alte Gegenstände und ein historischer Kaufladen bieten hier die Kulisse des Restaurantes. Ein Ehepaar ist bereits da, welches mir bekannt vorkommt. Es sind die zwei, die sich im KTP so sehr über die Löwen gefreut haben. Es stellt sich heraus, dass Regula und Sammy nach Somerset West ausgewanderte Schweizer sind. Wir unterhalten uns den ganzen Abend prächtig. Es gibt Pilzrahmsuppe, eine riesige Portion Bobotie und dazu einen Diemersfontein Pinotage.
Nach dem Dinner verbringen wir noch eine unterhaltsame Zeit in der benachbarten Unterkunft der beiden. Sie sind echt in Ordnung, irgendwie sind wir auf einer Wellenlänge. Sie erzählen von ihrem zufriedenen Leben in Somerset.
Gegen 23:00 Uhr verabschieden wir uns herzlich und wollen uns zum Frühstück wiedertreffen.
Leider wird die Nacht etwas unruhig. Ich schnarche angeblich, was natürlich nicht stimmen kann ;-.))
Gegen 08:40 Uhr erreichen wir das Haupthaus zum Breakfast.
Es ist Ok und wir unterhalten uns wieder prächtig mit den Schweizern aus Somerset West.
Dann heißt es Abschied nehmen. Wir gehen nebenan ins Slaghuis, wo wir interessiert beobachtet werden.
Im Hintergund einer langen, historisch wirkenden Fleischtheke türmen sich Schaf- und Lammteile. Das Hantam Lamb sei das beste der Welt. Also lasse ich mir 4 Lammkoteletts zerhacken und Vakuumieren, 4 Chili/Käseknacker werden ausgewählt und ein langes Stück Boerewors. Das Ganze kostet so gut wie nix. Dann noch zum Sparmarkt, wo uns eine Omi auf Deutsch anspricht. Sie hat vor vielen Jahren einmal in Nürnberg gearbeitet und ist eine ganz liebe. Gegenüber im vom letzten Urlaub bekannten Bottleshop wandern Savannah, Windhoek und etwas Wein (Auswahl nicht groß) in unser Auto. Dann geht Kerstin noch in den Klamottenladen nebenan. Ich werde von den Verkäuferinnen unterhalten, während Kerstin hinten mit einer älteren Dame redet.
Teil 1824. März 2014
10.02.2014 Calvinia nach Tankwa Karoo / Elandsberg
Dann geht es endlich auf Pad. Nur 100 KM sind es bis nach Elandsberg. Die Strecke ist landschaftlich reizvoll. Am Bloukraans Pass werden einige Photos geschossen, ehe es hinunter in die Ebene geht.
An einer T-Kreuzung geht es nach links in Richtung Tankwa Karoo NP. Und genau an dieser Kreuzung treffen wir die beiden netten Schweizer wieder. Das ist ja ein Ding ! Allerdings haben sie das Paulshoek Cottage gemietet, das am ganz anderen Ende des Parks liegt.
Die Pad war bis hierhin ganz gut, die nächsten Kilometer bis zum Parkeingang sind dann nicht mehr ganz so rüttelfrei zu fahren.
Die Pad im Park an sich ist dann wieder besser zu fahren. Auch hier muss es zwischendurch stärker geregnet haben. Am Roodewerf Office bekommen wir die Schlüssel für das Family Cottage, in dem wir auch beim letzten Besuch gewohnt haben..
Dann geht es wieder zurück nach Elandsberg.
Alles ist wie beim letzten Mal, nur eine kleine Truppe Bauarbeiter will noch Heu und Sand wegräumen.
Die Lehmhäuser haben im Dezember bei einem Starkregensturm Schaden genommen. Die Sachen sind schnell eingeräumt.
Dann beobachten wir bei einer Tasse Kaffee die Vögel am Pool.
Elandsberg ist ein toller Platz der Ruhe und Erholung.
Zum Dinner gibt es leckere Boerewors aus Clavinia, griechischen Salat und Gemsquash mit Knobibutter.
Da es fast Vollmond hat, ist der Sternenhimmel leider nicht ganz so berauschend, wie beim letzten Mal. Im Schlafzimmer ist es recht warm. Wegen der Schlangen und Scorpione sollen die Fenster geschlossen bleiben.
Teil 1925. März 2014
10. und 12.02.2014 Tankwa Karoo / Elandsberg
Wie fast immer bin ich lange vor Kerstin wach, koche Kaffee, genieße die Stille und erledige dann den Abwasch. Dann hängen wir so bis ca. 10:00 Uhr herum, bis auf einmal Andreas und Radoika vor uns stehen. Wir natürlich ungewaschen und im Schlafanzug. Die beiden sind bereits einen Loop gefahren und haben auf dem Gannaga Pass gefrühstückt. Paulshoek gefällt ihnen leider gar nicht. So wollen sie bereits Heute nach Paternoster aufbrechen. Wir unterhalten uns noch einige Zeit, bis die beiden weiterfahren. Also gibt es ein spätes Frühstück und genug Zeit zum Relaxen, bis es gegen 16:00 Uhr zu einer kleinen Runde in den Park geht. Wir wollen zu einem Wasserloch und dann eine kleine 4x4 Strecke zurück zur Hauptpad nehmen.
Das erste Stück kennen wir bereits vom letzten Besuch. Es geht in eine weite Wüstenebene hinein. Eindrucksvolle Weite, das lieben wir.
Am Wasserloch stehen sogar einige Zebras, Elands, Oryxe, Red Hardebeest und Springböcke.
Nett anzuschauen und wir sind dazu noch ganz alleine.
Nach einigen Minuten geht es über eine zum Teil holprige, aber nicht schwer zu fahrende Pad an interessant blühenden Sukkulenten vorbei durch die Wüste.
Immer wieder fliegen Vögel um uns herum auf. Die kleinen Federviecher mögen sich aber nicht so gerne fotografieren lassen.
Die Einsamkeit und die Weite der Landschaft...... wir werden nur sehr schwer wieder darauf verzichten können....
Nach der Rückkehr bekommen wir dann Besuch von Jaffles und Allesverloren. Die beiden sind gerade aus Kapstadt angekommen und noch am Anfang Ihrer Reise. Bei einem Gin Tonic wird erstes Afrikalatein ausgetauscht. Irgendwie passt es mit Claudia und Thomas aus unser Sicht gleich sehr gut. Da die beiden gerade erst angekommen sind und sie sich noch nicht installiert haben, verabreden wir für Morgen ein Treffen zum High Afternoon Tea und Braaien ganz in Ruhe jeder für sich. Wie schon gestern winken wir den Bauarbeitern nebenan zu und sie euphorisch zurück.
Wir genießen die schöne Abendstimmung, das Braaien und die Ruhe und den Sternenhimmel.
Den Morgen lassen wir nach einer wiederum warmen Nacht ruhig angehen. Unser Plan sofort zum Gannaga Pass zu fahren, wird wegen ausgeprägter Trägheit sofort wieder fallen gelassen. Also wird das Vorhaben erst gegen 11:00 Uhr gestartet.
Der Pass ist auch bei der zweiten Auffahrt nicht weniger spektakulär.
Neben mir wird es bald seeehr ruhig 😉
Oben geniessen wir erst einmal die Aussicht in Richtung der Cederberge, bevor es die engePad wieder bergab geht.
Nach ca. 1 ½ Stunden sitzen wir wieder in Elandsberg und machen es uns mopsig.
Dann stellt sich die Frage : „Um wieviel Uhr ist eigentlich High Afternoon? 3 oder 4 ?“ Wir entscheiden uns für die Mitte, Claudia und Thomas waren sich genauso unsicher. Wir unterhalten uns prächtig und stellen fest, dass die beiden überhaupt nicht dieses manchmal typische „und ich habe alles noch viel meeehr und tooooller als ihr gesehen Gen haben“.
Die Zeit vergeht wie im Flug.
Kurzerhand wird ein unkomplizierter Menue-Schlachtplan ausgetüftelt, dann treffen wir uns bei uns zum Braai.
Das Feuerchen lodert und die untergehende Sonne bemalt die Berge in dunklem rot.
Gegrillt werden Lammkoteletts, Rinderfilets und Käse-Chili-Würste. Dazu Folienkartoffeln mit Creme, Knobibutter und ein Grüner Salat mit Mango und Avocados. Thomas bekommt das Filet auf den Punkt hin. Da habe ich mich bisher nicht rangetraut. Warum eigentlich nicht ?
Relativ spät trennen sich nach einem sehr gelungenen Abend unsere Wege. Claudia und Thomas fahren morgen weiter nach Keimoes, während es bei uns nach Muratie geht. Der Himmel ist inzwischen etwas bedeckt, am Horizont blitzt es. Die schöne Zeit geht viel zu schnell vorbei.
So, unser letztes Selfcatering Frühstück steht an. Mango, Toast und lecker Kaffee wandern in unsere Mägen, dann heißt es Sachen packen und Abschied nehmen von Elandsberg. Als wir kurz vor 10:00 ins Auto steigen, kommen Claudia und Thomas noch einmal zum erneuten Abschied nehmen.
An der T-Kreuzung an der Camp-Ausfahrt trennen sich endgültig unsere Wege.
Schade, gerne wären wir auch nach links abgebogen und hätten mit den beiden noch den einen oder anderen Braii-Abend verbingen wollen.
Aber Jaffles und Allesverloren und Franzicke : „Nach Urikaruus = vor Urikaruus, oder ? ;-))
Teil 2029. März 2014
13.02.2014 Tankwa Karoo nach Muratie
Die Pad in Richtung Ceres ist unerwartet gut. Der Grader ist hier gerade durchgekommen und wir sind das erste Auto hinter ihm. So bleibt das die ersten ca. 70 KM bis zum Tankwa Padstal.
Heute ist Mr. Freaks Bruder da. Er ruht in guter Hippie Art in sich selbst und schüttelt den Kopf, weil nach uns noch 3 weitere Autos anhalten. Heeey that's tooo much work !
Er zündet sich eine Pfeife an und setzt sich zu uns, während seine Frau sich um die Gäste kümmert. Nach einer kalten Coke light verabschieden wir uns in Richtung Ceres.
Die Einfahrt in den grünen Kessel der Plantagen ist wieder eindrucksvoll. Nach hunderten Kilometern Wüste ein willkommener Anblick.
Nachdem Ceres durchfahren ist, geht es den Mitchell's Pass hinunter.
Im Anschluss führt uns der Rest des Weges durch endlose Rebengebiete...und Baustellen....
...bis wir schließlich kurz vor Stellenbosch auf die Zufahrt nach Muratie und Delheim abbiegen.
Wie erwartet liegt Muratie etwas Abseits des Trubels in Mitten der hügeligen Weinberge, in denen einer unserer Lieblingsweine wächst. Der Muratie Ansela van de Caab. Muratie selbst besteht aus einigen historischen Häusern, die sehr stimmungsvoll und ruhig unter alten Eichen und Palmen liegen.
Eine nette Angestellte zeigt uns das gebuchte Cottage, von dem wir echt begeistert sind. Es ist im Hintergrund zu sehen.
Es ist riesengroß, historisch eingerichtet, es gibt sogar W-LAN und es liegt direkt an dem relativ neu eröffneten Restaurant.
Das stört uns überhaupt nicht, denn es gibt dort nur Frühstück und Lunch. Da deutlich Platz in unseren Mägen ist, bestellen wir bei den sehr freundlichen Bedienungen eine Käse-Wurstplatte (eine für uns zwei reicht) und jeweils ein Glas Wein. Bester Stimmung genießen wir die Ruhe und das köstliche Essen.
Immer mal wieder kommt ein Wagen mit frisch gelesenen Trauben vorbei.
Gegen 5 schliesst dann das Restaurant und es kehrt Ruhe ein. Das ist das Schöne hier. Es gibt nur unser Cottage, von den Besitzern und Arbeitern bekommen wir Abend gar nichts mehr mit.
Im übrigen hatten wir sehr, sehr große Mühe, noch einen Tisch in einem annehmbaren Restaurant zu finden. Kerstin hat erst beim ca. zehnten Versuch Glück. Und so buchen wir auch gleich die Tische für den Rest der Reise. Morgen war gerade noch so ein Tisch auf dem Weingut Dornier zu ergattern. Übermorgen in Franschhoek wird das Grand Provence gebucht und am letzten Abend haben wir bereits von zu Hause aus das Bon Vivant gebucht.
Dann geht es los zu einer kleinen Weinbergrunde. Vor schöner Bergkulisse und im Licht der abendlichen Sonne genießen wir die Ruhe und die schönen Ausblicke in Richtung Tafelberg und auf die reifen Trauben.
Kurz vor dem Cottage und kurz nach diesem Bild passiert es dann !
Auf dem sehr rutschigen Untergrund (bröseliger Kies auf festgebackener Erde) rutsch Kerstin aus, verdreht sich ganz blöd den Fuss und meint sofort : „Bänderdehnung, schnell zum Cottage zurück, bevor er anschwillt!“ So ein Mist, das gibt’s doch nicht, oder ? Kerstin hadert mit ihrem Schicksal, während wir den Knöchel mit den wenig vorhandenen Mitteln kühlen. Sie ist sich nicht ganz sicher, ob es mit dem Restaurant klappt. Schließlich möchte sie es aber doch versuchen. Und so schafft sie es irgendwie bis zum reservierten Tisch im Restaurant La Pineta . Sie darf den Fuss dort hochlegen und wir essen sehr, sehr leckere Steaks. Meines wird mit Cognac flambiert.
Das Restaurant liegt etwas außerhalb von Stellenbosch. Auf dem Weg dorthin passieren wir die Mediclinic, die wir morgen besuchen werden (nicht das erste Mal). Dank Schmerzmittel und Kühlung übersteht Kerstin die Nacht einigermaßen.