Eigentlich wollte ich diesmal keinen Reisebericht schreiben. Nun sitze ich aber in Frankfurt am Flughafen und habe mir gedacht, dass ich in den nächsten Tagen zumindest ein paar Infos, Eindrücke und Fotos mit euch teilen möchte. Vor allem, weil die Rahmenbedingungen meiner Reise etwas anders waren, als bei den Meisten: Als Frau allein im Februar ohne Buchung und fixen Plan...
Namensgebend für den Bericht sind dieser Herr...
...und diese Dame
Der Bericht hätte auch "Welcome to the Lions' Club" heißen können 😎
Nun noch kurz zu den Eckdaten:
30.1. Nachtflug Graz-Frankfurt-Johannesburg 31.1.&1.2. Johannesburg, Melville, Sleepy Gecko Guesthouse (danke Annick für den Tip!) 2.2. Graskop, Valley View Backpackers 3.2. KNP Satara 4.2. KNP Satara 5.2. KNP Pretoriuskop 6.2. KNP Lower Sabie 7.2. KNP Berg-en-Dal 8.-10.2. St. Lucia Wetlands Guesthouse 11.&12.2. Umhlanga Rocks, Cathy's Place 13.2. Nambiti Game Reserve, Ndaka Lodge 14.2. Nachtflug Johannesburg-Frankfurt-Graz
Viel Spaß!
Anmerkung für diejenigen, die den Bericht mit der Sonnenfunktion lesen: Ich habe ein paar Kommentare von mir, wo ich auf Reaktionen der FoMis eingehe, als Teil des Reiseberichtes markiert, weil sie sich auf das Thema Alleinreisende beziehen bzw eine wichtige Ergänzung zum eigentlichen Bericht sind.
Teil 216. Feb. 2014
Kinder, Kinder, ruhig Blut, ich mach ja schon weiter, ihr müsst euch nicht mehr gegenseitig unterhalten 😉 Bin ja schon sehr gespannt auf Kronau...
Nachdem ich erst Fotos sichten und sortieren muss, hier mal nur ein kleiner Prolog, wie es zu der Reise kam.
2013 war ein ziemlich zähes, anstrengendes und einschneidendes Jahr für mich. Worauf ich mich wirklich freute, waren meine freien Wochen gegen Jahresende. Nur konnte ich mich einfach nicht entscheiden, wie, was, wohin. Zu viele andere Sachen schwirrten in meinem Kopf, zu viel Stress und Umwandlung gab es im Job. Ewig hab ich zwischen Afrika und Mexiko hin und her überlegt, hatte schon fixe Pläne, musste sie verwerfen, usw.
Schließlich fiel die späte Entscheidung auf einen Solotrip durch Mexiko. Doch die Sehnsucht nach Afrika ließ mir keine Ruhe. Für mich stand fest, 2014 muss ich wieder ins südliche Afrika. Und dann gab Bruce Springsteen bekannt, durch Südafrika zu touren. Zum ersten Mal. Ich hatte vor Freunden immer erwähnt, sollte der Boss einmal durch RSA touren, wäre ich dabei. Hm, beim Verkaufsstart sicherte ich mir für den 1.2. ein Golden Circle Ticket. Trotzdem war ich mir nicht sicher. Konnte ich zwei Mal in so kurzer Zeit Urlaub nehmen? Wenn ja, würde es kein langer Zeitraum sein können. Und finanziell sind zwei Fernreisen in so knapper Folge ja auch nicht unerheblich. Schließlich setzte sich dann aber doch meine Abenteuer- und Reiselust durch. Also buchte ich in der Nacht des 12.11. meine Flugtickets nach Johannesburg - keine 60 Stunden vor meinem Start Richtung Mexiko... 😉 😎 😗 Über eine Route oder dergleichen machte ich mir natürlich gar keine Gedanken, das würde sich schon ergeben...
Teil 316. Feb. 2014
Ich denke, Johannesburg in Kurzfassung kann ich heute noch nachlegen. Soll ja, wie gesagt, kein ausführlicher tagebuchartiger Bericht werden.
Erst drei Tage vor dem Abflug hab ich mich um einen Mietwagen gekümmert, erst am Tag vorher um die ersten beiden Nächte in Johannesburg. Lief aber alles glatt und ohne Probleme. Erstmals habe ich ein Navi gemietet. Ich boykottiere die Dinger sonst ja, weil ich der Überzeugung bin, dass man mit Orientierungssinn, Straßenkarte und Beschilderung normalerweise gut durchkommt. Hab das auch schon in einigen Ländern praktiziert, zuletzt in Mexiko. Der Gedanke, mich zwei Tage durch den Verkehrsdschungel von Johannesburg schlagen zu müssen, war mir ohne Navi dann aber doch nicht geheuer. Und die Entscheidung war richtig, die Dinger sind schon praktisch.
Das Sleepy Gecko Guesthouse, ein Tipp von Annick - danke nochmal! - erwies sich als gemütliche erste Anlaufstelle. Melville ist total angenehm, ich war tagsüber und nachts auf der Straße unterwegs. Gute Restaurants, coole Bars, nette Menschen, alles bunt durchgemischt. Viel mehr von Jo'Burg hab ich nicht gesehen, CBD nur im Vorbeifahren, einzig touristischer Punkt war das Apartheidmuseum. Dafür hab ich Streetlife und das warme Klima genossen und Einkäufe erledigt. Übernachtung im Sleepy Gecko mit Frühstück übrigens für ZAR 500
Der Samstag stand sowieso im Zeichen des Springsteen-Konzerts. Ich war früh am Gelände, um einen richtig guten Platz zu ergattern. Für mich eine echte Sehenswürdigkeit war das FNB Stadium, der erste Blick darauf war schon richtig klasse und dann aus der Nähe erst recht.
Die Wartezeit zum Einlass hab ich mir mit diversen Gesprächspartnern vertrieben und drinnen erwischte ich doch tatsächlich einen Platz in der dritten Reihe und das in der Mitte. Wie schon mal in Paris erlebt, kam der Boss etwa eine knappe Stunde nach dem Einlass raus und spielte ein paar Songs für uns Earlybirds. Das war natürlich toll 😎
Das Konzert war super, die Stimmung klasse 😄 irgendwann begann es dann in Strömen zu regnen, aber weder Fans noch Musiker ließen sich davon irgendwas verderben. Die letzten Songs des weit über dreistündigen Konzerts konnten wir dann wieder ohne Dusche genießen 😉 "The River" stand übrigens auch auf der Playlist. Dieser Song, obwohl älter als ich selbst, hat mich vor Jahren zum Springsteen-Fan gemacht. Diesen Song ein Mal live zu hören, war der Hauptbeweggrund, zu meinem ersten Springsteen-Konzert zu gehen. Und mitnamensgebend für diesen Bericht war er schlussendlich auch 😘
Alles in allem ein super Konzertabend, vollgepackt mit Emotionen und Spaß. Ich bin total froh und dankbar, dass ich dabei sein durfte. Und mein Fan- und Mädchenherz schlug aufgrund des persönlichen Kontakts mit Bruce Springsteen & Jake Clemons höher 🤪
Teil 417. Feb. 2014
Hallo Susi! Ja, das Johannesburg-Konzert mitzuerleben war tatsächlich etwas ganz besonderes. Und der Platz in der Mitte der dritten Reihe, naja, dazu muss ich wohl eh nix sagen. Wenn du mal nah genug bist, um den Namen eines Musikers zu rufen, er dich dann anschaut und angrinst, dann weißt du, du bist echt nah dran. Hab sogar eine eigene Verabschiedung von Jake Clemons am Ende des Konzerts bekommen - unvergesslich 😎 Dass die Leute auf der Bühne eine Hammershow abliefern, hast du ja selbst schon mehr als ein Mal erlebt 🙂
Dagmar, es freut mich sehr, dass du mit an Bord bist. Ich werde später wohl noch ein wenig auf das Solo-Reisen eingehen, wenn das gewünscht ist bzw falls dazu Fragen kommen. Hab in den letzten Monaten öfter die Sache mit dem Mut gehört, erst allein durch Mexiko, dann allein durch Südafrika. Hm, ich bin mir nicht sicher. Den größten Mut braucht man, um eine Sache anzugehen. Wenn man sich den Ruck gegeben hat, muss man Dinge einfach nur mal tun und ausprobieren - dann merkt man erst, wieviel man zu leisten im Stande ist. Wäre zumindest die Erfahrung, die ich bisher schon in vielen Bereichen des Lebens gemacht habe. Klar fällt man zwischendurch auf die Nase, aber zu Tode gefürchtet ist auch gestorben. Ich bin da mehr der Typ "Aufstehen, Krone richten, weitergehen" 😉 😉
Und jetzt versuch ich mal, einen weiteren Teil des Berichts nachzulegen...
PS.: Meine Güte Ladies, bei euch beiden rennt ja ein Ticker mit Abflug nach Afrika in den kommenden Tagen. Neid!! - Im positivsten aller Sinne 🙂
Teil 517. Feb. 2014
Nach dem Konzert galt es einen - in Anbetracht der Menschen- und Automassen kurzen - Verkehrsstau auf dem Parkplatz zu überwinden und flugs war ich wieder in Melville. Ein junger Mitarbeiter des Guesthouses, mit dem ich mich vorher schon ausgiebig unterhalten hatte, überredete mich noch auf einen Drink - oder waren es zwei, drei, vier? - in einer der netten Bars gleich die Straße runter. Feste muss man feiern, wie sie fallen. Kleine Anmerkung: immer, wenn ich jung schreibe, meine ich Leute deutlich unter dreißig, so zwischen Ende zwanzig und Mitte dreißig wird dann großzügigst (für mich selbst) mit "in meinem Alter" bezeichnet.
Jedenfalls kam ich ob der nächtlichen Unterhaltung am Sonntag erst kurz vor zehn Uhr aus Johannesburg weg. Unterkunft hatte ich keine, als Tagesziel hatte ich mir Sabie oder Graskop gesetzt. Je weiter ich aus Jo'Burg rauskaum, umso weniger Verkehr gab es und umso größer und klarer wurde der Himmel. Ebendieser ist für mich eines der besten Dinge am südlichen Afrika überhaupt. Big Sky Country einfach, ich liebe das. Und dann, etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Jo'Burg und Middleburg, gab es mal wieder so eine ganz spezielle Situation im Leben...
Kennt ihr das, wenn euch bei einem Moment, so unspektakulär er auch ist, bewusst wird, dass er einfach perfekt ist und wie gut es euch eigentlich geht? In dem Fall war ich gerade flott auf einer super Straße mit wenig Verkehr unterwegs, der Himmel war wunderbar afrikanisch groß, tolle Wolkenformationen am Himmel, aber auch Sonne. Ich knabberte Biltong, hörte Jacaranda FM und die spielten eine Live-Version von - na was wohl? - The River. Da wurde ich schon fast sentimental, so mit fettem Smile im Gesicht und glasigen Augen 😎
Ab Middleburg wurde die Fahrt dann doch etwas anstregend. Eigentlich wollte ich den Long Tom Pass nehmen, vertraute dann aber dem Navi und so wurde das nix. Wobei weniger nervte, dass ich den Pass nicht fahren konnte, sondern dass die Strecke, die das Navi anzeigte, eine Schlaglochpiste äußerste Güte war. Ich dachte ja eigentlich, die R26, die es landschaftlich absolut wert war gefahren zu werden, entlang der Westseite Lesothos wäre hart, aber diese "Straße" war eine echte Katastrophe. Und das noch mit meinem kleinen Gefährt. Uff!
Die Fotos zeigen übrigens bei weitem nicht die schlimmsten Passagen, da konnte ich nämlich unmöglich anhalten. Eigentlich sind sie sogar ziemlich mickrig 🙁 Naja, egal, auch das hab ich erfolgreich und ohne Reifenschaden inter mich gebracht. Ich habe auf diesen etwa 80 Kilometern aber fünf Autos mit Reifenschaden gezählt. Nicht, dass mich das auch nur eine Sekunde gewundert hätte. Die Bypässe, die neben der Straße von LKWs rausgefahren worden sind, waren nämlich eine so gar nicht empfehlenswerte Alternative. Lauter spitze Steine... Ich entschied mich jedenfalls im Laufe der Fahrt in Graskop Station zu machen. Die Strecke über den Robbers Pass fand ich sehr schön.
Pilgrim's Rest, das ich mir am Nachmittag noch schnell angeschaut habe, hat mich nicht so vom Hocker gerissen. Bin gerade mal zwanzig Minuten durchgelaufen und hab ein paar nette Bilder gemacht.
Afrikanische Gegensätze...
Einer der Jungs, die auf mein Auto "aufpassen" sollten, wollte mich dann vor einer Gruppe Bus-Touris übers Ohr hauen. Haben die Jungs doch glatt nachdem die Autos dort geparkt hatten ein vergilbtes Schild mit "Carwash 60 Rand" aufgestellt und wollten ebensoviel von mir haben. Ich hab nur schallend gelacht, dem Kerl erklärt, dass ich nicht zum ersten Mal hier und nicht irgendein unwissender Touri sei, dem man alles aufs Aug' drücken kann. Ich hatte zum Schluss den Eindruck, dass es ihm fast selber peinlich war. Lag aber wohl eher daran, dass er eine herbe Niederlage vor seinen Kumpels einstecken musste...
Ich war dann schon ziemlich müde - viel geschlafen hatte ich ja bekanntlich nicht -, als ich Graskop erreicht habe. Eingekehrt bin ich im Valley View Backpackers, 200 Rand für das Zimmer mit geteiltem Bad, für eine Nacht absolut ok. Den Abend hab ich mit drei südafrikanischen Mädels aus Johannesburg verbracht, die im Rahmen ihrer Ausbildung für drei Wochen im Community Krankenhaus in Graskop stationiert waren.
Irgendwann im Laufe des Abends begann es heftigst zu schütten und das änderte sich die ganze Nacht über nicht. Keine guten Aussichten für meinen Plan, die Panorama-Route zu erkunden... 🙁 🙁
Noch eine Anmerkung: Ich hab keine Ahnung, wie ich über einen eigentlich so ereignislosen Tag so viel schreiben konnte. Fakt ist, erzählen könnte ich noch viel mehr. Fakt ist aber auch, dass es ab jetzt bildlastiger werden muss. Sonst werd ich spätestens bei den Erlebnissen im Krüger zum Schwammerl...
Teil 618. Feb. 2014
Heute auf dem Plan: Die Panorama-Route! Das geplante Tagesziel: Satara im Krüger Nationalpark.
Die ganze Nacht über hatte es geschüttet ohne Ende und am Morgen war alles grau in grau. Ich hatte ja schon öfter gehört, dass das Wetter an der Panorama-Route gerne mal nicht mitspielt. Irgendwie hatte ich aber doch die Hoffnung, dass es etwas auflockern würde. Ich entschloss mich zu einem späteren Start und einem Frühstück in Graskop. Etwas weiter weg bildete ich mir ein, hellere Stellen in der dicken Nebel- und Wolkendecke zu sehen und als Kind eine bergigen und gerne mal eingenebelten Landes weiß ich ja, dass oft nur ein paar Kilometer/Höhenmeter den Unterschied zwischen grau in grau und strahlendem blau machen können. Also startete ich hoffnungsvoll in Richtung hellere Stellen - bis mein Navi mich in die entgegengesetzte Richtung leite, mitten in den tiefsten Nebel. Verd....!!! 😠 😣
Je höher es in Richtung God's Window ging, desto dichter wurde der Nebel. Teilweise konnte ich mit weniger als 30 kmh fahren. Es ist ja nun mal so: Bevor man die Nebel- bzw Wolkendecke durchbricht, kommt man in die dichteste Schicht. Und genau da lag die Einfahrt zu God's Window. Das war dann wohl der berühmte Satz mit x. Trotzdem fand ich die Umgebung irgendwie cool, hatte was Mystisches und die Vegetation und Felsformationen fand ich faszinierend.
Nachdem ich schon viele tolle Landschaften betrachten durfte und ich mir generell nicht so leicht die Laune verhageln lasse, machte ich mich auf zum nächsten Ziel, den Lisbon Falls. Die fand ich toll. Und das Wetter, naja, die Hoffnung auf Auflockerung und dass es zumindest nicht regnete, machte mir Mut.
Hiermit startet nun ganz offiziell der "Bilder-Porno" zum Tag, dafür werden die Beschreibungen kürzer 😉
Lisbon Falls & Umgebung:
Nächster Halt: Berlin Falls
Bei beiden Fällen gab es kaum Touristen und wenn, dann nur Selbstfahrer. Un bei beiden Fällen gab es ein paar Verkaufsstände. Bei den Berlin Falls erstand ich schönen - und wirklich günstigen - Schmuck für mich und die Daheimgebliebenen. Ein paar Fotos der dazugehörigen Ladies gibt es auch 😉
Teil 718. Feb. 2014
Weiter ging es zu den Bourke's Luck Potholes. Hier war schon deutlich mehr los, dafür kam aber auch die Sonne immer öfter durch. Die Potholes selber fand ich gar nicht mal so spannend. Mag aber auch daran gelegen haben, dass das Wasser echt hoch stand. Insgesamt fand ich die Landschaft aber absolut genial. Bin lange am River 😉 gesessen, zwischen den Felsen herumgeklettert und hab unzählige Fotos gemacht.
Weg unter Wasser
Damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt
Bei den Potholes hab ich echt extrem viel Zeit verbracht und auf der Fahrt zum "mega-prominenten" Aussichtspunkt Three Rondavels bzw Blyde River Canyon nicht nur wirklich ständig die Landschaft genossen, sondern auch jeden kleineren View Point mitgenommen. Die Panorama-Route hat es mir echt angetan, ich würde sie definitiv nochmal machen und sie auch jedem, der plant in diese Region zu fahren und unschlüssig ist, ans Herz legen.
Teil 818. Feb. 2014
Nun hieß es weg von der Panorama Route, das Escarpement runter und ab Richtung Krüger. Wenn man sich mal von den Bergen runtergekämpft hat und die schroffen Felsen von unten sieht, das kann auch richtig was... 😎
Da ich mir bei den Viewpoints ordentlich Zeit gelassen hatte, erreichte ich erst gegen 16 Uhr das Orpen Gate. Hier hab ich ganz einfach und schnell zwei Nächte im Camp Satara für mich organisiert, weiterer Verlauf der Reise unklar. Bei SANParks alles kein Problem, ich bin immer wieder fasziniert, welch gute Arbeit hier zumindest auf diesem Gebiet geleistet wird.
Tja, und dann war ich endlich da! Der Krüger Nationalpark! Auf meiner vierten Afrikareise endlich hier. Und was hab ich nicht alles über den Krüger gehört. Voll mit Menschen, bei jeder Löwensichtung zehn andere Autos mit dabei und voller Stau, wenig attraktive Unterkünfte, im Februar sowieso viel zu grün, der Busch viel zu dicht, viel zu viel Regen, lärmende Boks, die alle wachhalten, usw. Aber natürlich auch immense Tiervielfalt, viele Raubtiere, mit Glück die Big5 an einem Tag.
Natürlich hat mich all das nicht ungerührt gelassen. Einen Versuch wagen wollte ich dennoch. Gleich vorab sei hier so viel verraten: Ich kann kaum ausdrücken, wie glücklich ich über meine Entscheidung bin, bei dieser Reise den Krüger besucht zu haben. Ich habe es tatsächlich keine Sekunde bereut. Die Gründe werdet ihr bald verstehen.
Die Fahrt vom Orpen Gate nach Satara musste aufgrund dessen, dass ich nur zwei Stunden dafür Zeit hatte, allerdings eher rasch gehen. Ein paar schöne Tiersichtungen gab es dennoch - und gerade, wenn man endlich wieder auf Pirsch ist, freut man sich noch quasi über jede Antilope, die man sieht. Spektakuläres folgt in Kürze 😎 😉
Ein erstes Highlight war die hohe Zahl an Jungtieren - zwar logisch im Sommer, das tat der Freude aber keinen Abbruch 🙂
Gut gelaunt kam ich im Camp an, der Check-In ging schnell, die Buchung für den Morning Drive ebenso. Mit meinem Zuhause für die kommenden beiden Nächte war ich mehr als zufrieden und so konnte ich meinen ersten Abend und die erste Nacht im Busch in vollsten Zügen genießen 😘 Hätte ich da schon gewusst, was ich am nächsten Tag erleben würde, hätte ich vor Aufregung wohl nur sehr schwer einschlafen können 😎
Teil 919. Feb. 2014
Hallo zusammen!
Susi, du bist auf der richtigen Fährte. Werde versuchen, heute noch den nächsten Teil des Berichts nachzulegen - alleine schon, damit du eine tolle Einstimmung auf deinen Trip hast.
Ein herzliches Willkommen den Neuankömmlingen an Bord. Eben weil dieses alleine als Frau unterwegs sein und dann noch ohne Vorbuchen ungewöhnlich ist, schreibe ich diesen Bericht. Dabei ist mir etwas ganz wichtig zu betonen: Ungeplant im Sinne von Ungebucht heißt keineswegs unvorbereitet. Das ist TOTAL WICHTIG. Niemals würde ich unvorbereitet bzw uninformiert in ein Land reisen, schon gar nicht alleine! Ich bin ein Planungs- und Informationsfreak - kein Wunder, ist ja auch mein Job im richtigen Leben. Je plan- und kalkulierbarer Situationen sind, desto eher kann man es sich leisten, spontan zu sein. So hatte ich natürlich vorab die Wetterlage im Auge, habe mir öfter mal die aktuelle Buchungslage im Krüger angesehen, mir über etwaige Entfernungen und mögliche Tagesetappen/Stationen Gedanken gemacht. Das gehört für mich zum Reisen einfach dazu. Es gibt ja auch sowas wie Vorfreude 😉
Südafrika fand ich in diesem Zusammenhang wenig herausfordernd, ich war ja davor schon drei Mal im südlichen Afrika unterwegs und spreche sehr gut Englisch. Da war Mexiko schon eine ganz andere Liga - und total genial 😎 😄 🤪
Zusammengefasst, alleine und spontan erfordert mM nach definitiv mehr Mitdenken und größere Sensibilität. Und je erfahrener man reisetechnisch ist, desto leichter wird es. Alleine Reisen ist sicher nicht für jeden etwas. Für mich alleine schon aufgrund meiner Persönlichkeit und der derzeitigen Phase meines Lebens jedoch auf alle Fälle. Was nicht heißt, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt Gesellschaft kategorisch ablehnen würde. Aber nur um nicht alleine zu sein in der Begleitung Abstriche machen und dann vor Ort Sachen verpassen - no way! Und noch etwas, das viele Leute vergessen: Alleine verreisen heißt noch lange nicht, nie sozialen Kontakt zu haben. In Südafrika ist das noch eher so, wenn man wie ich einfach stundenlang alleine im Auto pirscht. Aber in Mexiko musste ich mich schon fast wehren, nicht dauernd neue Leute kennenzulernen und mit diesen Zeit zu verbringen 😎
Teil 1021. Feb. 2014
Jej, alle noch dabei 😘 Picco werd ich eh nimma los, egal, wie ich mich aufführe 😛 🤪
Ich nutze mal die Mittagspause um nachzulegen, mal sehen, wie weit ich komme...
Der Morning Drive begann im Dunkeln, bei Nieselwetter und mit einer verhauten Kameraeinstellung. Weiß der Himmel, was mir da passiert ist, ich war wohl einfach noch nicht im Game Drive Day Modus. Hat aber auch nichts ausgemacht, die ersten beiden Stunden waren völlig unaufregend. Hier mal Büffel, da mal Elefanten, dort mal Giraffen, Zebras und Antilopen. Eh alles schön, aber keine wirklich außergewöhnlichen Sichtungen dieser Tierarten.
Das einzige Highlight war ein riesiger Pavianclan, der für viel Erheiterung, noch mehr Fotos und den größten Verkehrsstau (sechs Autos & unser Safari-Truck), den ich im Krüger gesehen habe, gesorgt hat. Achtung, Fotowelle:
Auf dem Rückweg haben wir uns alle nicht mehr viel erwartet, plötzlich ein Ruf aus der letzten Reihe "Back! Back! Back! Lion!". Also langsam zurück. Es war kein Löwe. Nein, was da versteckt im hohen Gras zu sehen war, war ein Leopard 🙂 Weit weg und gut versteckt, aber hey, ein Leopard 🙂
Wir konnten die Katze etwa zehn Minuten beobachten, dann verzog sie sich endgültig ins dichte Gebüsch. Nach diesem Erfolg waren alle an Bord hochmotiviert, noch etwas Tolles zu entdecken. Und nicht weit von der Stelle, an der der Leopard gespottet wurde, durfte sich die andere Seite des Trucks über einen Sichtungserfolg freuen: Wieder Katzen, leider wieder weit weg und im sehr hohen Gras. Aber: Geparde! Drei! Hurra 🙂
Beide Katzensichtungen wären wohl kaum gelungen, wenn der Safari-Truck nicht so hoch gewesen wäre. Leider waren das die einzigen getupften/gefleckten Katzen, die ich während des Trips zu sehen bekommen habe.
Knapp zehn Kilometer vor dem Camp befanden sich dann noch diese Hyänen direkt neben der Straße. Jackpot! Drei Raubtiersichtungen. Und wie einige von euch ja wissen: Ich mag Hyänen total. Und vor allem die junge ist ja ein echtes Plädoyer für ihre Art 😉
Wäre ich alleine gewesen, wäre ich noch ewig bei den Tieren geblieben. So ist es auch wenig verwunderlich, dass ich - zurück im Camp - das Frühstück ausgelassen habe und gleich wieder ins Auto gesprungen bin, um zu sehen, ob die Geparde und Hyänen noch am Ort der jeweiligen Sichtung waren. Leider Fehlanzeige. Doch was ich auf dieser ungeplanten Ausfahrt erleben sollte, toppt alles bisher erlebte. Das aber im nächsten Teil 😉
Teil 1121. Feb. 2014
So, jetzt geht es weiter. Ich nach dem Morning Drive also volley rein ins Auto und auf der Suche nach Geparden und Hyänen. Nachdem das nicht erfolgreich war, entschloss ich mich zu einem ganz gemütlichen Drive. Es war schon nach neun, aber da es bewölkt war, hab ich mir gute Tiersichtungen ausgerechnet. Und tatsächlich, eine Giraffenfamilie, Büffel so nah wie noch nie in meinem Leben (das war schon sehr besonders für mich, mir haben auch Büffel am längsten auf die Big5 gefehlt. Ich weiß, eher ungewöhnlich), Elefanten, Kudus, Wasserböcke - die Fahrt durch den Krüger war auf diesen paar Kilometern ein echter Genuss. Ich nahm mir viel Zeit und machte viele Fotos. Ein paar davon zeige ich euch jetzt - da müsst ihr durch!
Wenn man an einem Morgen/Vormittag so viele tolle Sichtungen hat, fährt man absolut entspannt durch einen Nationalpark und nimmt quasi alles, was kommt, mit Wohlwollen....
Teil 1221. Feb. 2014
Ich fuhr also ganz gemütlich und VÖLLIG ALLEINE (von wegen crowded Krüger) vor mich hin und sah schon von Weitem ein paar Giraffen. Nun hatte ich mit Giraffensichtungen während meiner bisherigen Reisen schon immer und so auch in meinen ersten paar Stunden im Krüger viel Glück und wollte eigentlich nicht mal stehen bleiben. Aber irgendwie gefiel mir die Konstellation: Drei ausgewachsene Tiere, eine „halbgroße“ Giraffe und ein Kalb. Ich wurde also langsamer und wie der Wagen ausrollte, kam mir irgendwas an der Situation merkwürdig, die Tiere irgendwie unruhig vor. In dem Moment schnellten gleichzeitig drei Löwenköpfe aus dem hohen Gras. Verdammt nah an den Giraffen. Ich bekam einen extremen Adrenalin-Schub und dachte mir „Oh mein Gott, es passiert!“ und versuchte irgendwie eine vernünftige Kameraeinstellung hinzukommen und mein Zittern zu unterdrücken.
Da ging die Jagd auch schon los. Die Löwinnen – insgesamt waren es acht!!! – nahmen sofort das Giraffenkalb ins Visier und ich hatte keine Sekunde die Hoffnung, dass das junge Tier diese Situation überleben könnte. Die Löwinnen hetzten die Giraffen über die Straße, drei von ihnen rissen kurz dahinter wieder im hohen Gras angelangt das Kalb nieder. Die Mutter blieb stehen und versuchte, ihr Junges zu verteidigen. Keine Chance! Während drei Löwinnen auf der Beute lagen, nahmen die fünf anderen die Mutter ins Visier. Die Geräuschkulisse war unglaublich. Unfassbar. Unbeschreiblich. Das Brüllen und Grollen der Löwen, aber auch das Brüllen (!!!) der Giraffe. Von denen hört man aufgrund ihrer Art zu kommunizieren nie einen Mucks. Ich war total fasziniert und konnte es nicht glauben, was sich vor meinen Augen abspielte.
Jene fünf Löwinnen, die sich der Giraffen-Mutter widmeten, attackierten diese. Sie wehrte sich erfolgreich, musste aber die Flucht ergreifen. Das Kalb war zu dem Zeitpunkt wohl bereits tot, verloren war es in jedem Fall. Wie es sich anhört, wenn acht Löwinnen ein eher kleines Beutetier zerreißen, das ist das ein unglaubliches Erlebnis, auch wenn durch das hohe Gras kaum etwas zu sehen war.
Ein paar der Löwinnen ließen dann auch schnell von der Beute ab und überquerten vor mir die Straße zurück auf die andere Seite. Erst jetzt kamen langsam andere Autos zu mir und versuchten, zumindest das Ende des Spektakels mitzuerleben. Ich verbrachte insgesamt wohl etwa eine Stunde bei den Löwen, dann machte ich mich auf den Weg zurück ins Camp. Mein Speicher war voll. Nicht der der Kamera, der im Kopf. Was für ein unbeschreibliches Erlebnis. Ein Kill vor meinen Augen. Am Vormittag. Ohne auch nur ein anderes Auto in meiner Nähe. Damit hätte ich niemals gerechnet. Alleine schon wenn ich darüber schreibe, schlägt mein Herz wie wild. Ihr seid die Ersten, die Fotos in ganzer Größe zu sehen bekommt. Weder sortiert noch bearbeitet, wie gesagt...
Nachdem ihr jetzt wisst, was passiert ist, hier ein paar Bilder von dem Vorfall. Ich würde vorschlagen, ihr klickt einfach auf das erste Bild und dann wie durch eine Fotoserie. Ich weiß, es ist arg viel, aber ihr habt mir ja keine Zeit gelassen zu filtern...
Teil 1321. Feb. 2014
Bele, ich verstehe das absolut! Würde man mir diese Story erzählen oder würde ich diese Szene bei einer Doku sehen, ginge es mir wie dir.
Interessanterweise verbinde ich keine einzige auch nur ansatzweise negative Emotion mit diesem Erlebnis. Ich denke, das hat zwei Gründe:
1. In so einem Moment bist du so dermaßen in der Situation, so extrem fokussiert, konzentriert ohne Ende, mit Adrenalin vollgepumpt. Das ist etwas sehr sehr Ursprüngliches. Du bist Teil davon und dein Körper und dein Gehirn lassen nichts zu, was dir den Fokus auf den Moment nehmen und dich damit in Gefahr bringen könnte. Weder Angst noch Mitleid. Da übernehmen einfach die Urinstinkte. Ein so intensives in der Situation sein erlebt man sehr selten, mir ging es zum Beispiel auch bei meinem Zusammentreffen mit dem Weißen Hai so. Da war kein Funken Angst. Nur Faszination und Konzentration.
2. Ich wusste in der Sekunde, als die Jagd begann, dass diese erfolgreich sein würde und dass das Jungtier keine Chance hatte. Lange bevor sich der Gdanke in meinem Gehirn formuliert hatte, wusste ich es. Als hätte ich es schon immer gewusst. Urinstinkt.
Das Drama, das sich danach um die Mutter abgespielt hat, war natürlich unfassbar. Aber auch da lief ich komplett auf Autopilot. Ich weiß also natürlich, dass das eine ganz arge, brutale, schreckliche, usw Szene war. Aber wie gesagt, keine negative Emotion. Einfach nur Natur. Aber wahrscheinlich muss man das echt selbst erlebt haben...
PS.: Ich empfinde genau das Bild, das du gewählt hast, als Plakativstes bzw Emotionalstes der ganzen Reihe.
PPS.: Ich kann jetzt schon versprechen, dass die nächsten Löwensichtungen viel angenehmer werden - und dabei nicht unbedingt viel weniger spektakulär bzw ungewöhnlich.
Teil 1424. Feb. 2014
So, es geht weiter. Hier noch ein paar Aufnahmen von der Rückfahrt nach Satara, wieder mal ein kleiner Fotomarathon, bitte schreit, wenn es euch zu viel wird! Übrigens, ich kann Giraffen auch in lebendig, ich sage ja, ich hab immer viele Sichtungen 😉
Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber irgendwie verliert man auf Game Drives schon mal ziemlich das Zeitgefühl. Vor allem, wenn man sich erst auf den typischen "Rest-Camp-Rhythmus" einstellen muss. So war es auch schon fast 15 Uhr, als ich wieder im Camp angekommen bin. Was man auf den Fotos nicht sieht, ist wie sehr der Himmel in der Zwischenzeit aufgerissen hat, wie sehr die Sonne durchgekommen ist und wie heiß es dementsprechend war. Ich bin im Krüger nur einen einzigen Tag ohne Sonnencreme ausgekommen. Eigentlich insgesamt ab dem Nachmittag an der Panorama Route nur einen Tag ohne Sonnencreme. Es war auch immer traumhaft warm, manchmal sogar etwas zu heiß.
Ich war also ob des Erlebten, des Wetters und der insgesamt über neun Stunden Pirschfahrt - unfassbar, das hab ich mir erst nachträglich ausgerechnet, es war doch erst so früh am Tag - ziemlich k.o. Also was Essen, ein zwei kalte Bier und ein wenig hinlegen. Natürlich bin ich prompt eingeschlafen und hatte gerade mal eineinhalb Stunden bis zur Gateschließung. Also hab ich beschlossen, es gaaaaaaaanz gemütlich anzugehen, Aufregung hatte ich an dem Tag wirklich genug 😉 Und so freute ich mich über die Vegetarier ganz nah an der Straße und die schöne Landschaft. Ja, auch da hat der Krüger viel zu bieten, das wurde mehr in den folgenden Tagen mehr und mehr bewusst.
Besonders schön war eine Elefantenherde im Abendlicht, die sich ganz nah am Camp aufhielt. Hier fanden sich ein paar Autos zu einem gemütlichen Tagesabschluss ein. Zum Sundowner quasi. Romantik pur, Klischee-Afrika, das einem das Herz übergehen lässt.
Zurück im Camp hab ich mir noch schnell ein Eis aus dem Shop organisiert, mich an den Zaun gesetzt und die Elefanten noch so lange beobachtet, bis es schlichtweg zu dunkel war. Ein perfekter Safaritag ging damit zu Ende.
Teil 1524. Feb. 2014
Mittagspause ist, es geht also gleich weiter 🙂
Nach dem tollen ersten echten Safari-Tag im Krüger war ich in jeder Hinsicht tiefenentspannt. Das muss man nach so vielen tollen Sichtungen einfach sein. So ging ich den nächsten Morgen völlig ohne Druck an. Aber natürlich trotzdem sehr früh. Satara ist ja Löwenland und hier nochmal Löwen, das wär schon fein. Erst wurde das frühe Aufstehen aber mit einem tollen Sonnenaufgang direkt an der Ausfahrt des Camps belohnt.
Und jetzt gleich mal eine ernstgemeinte Vorwarnung: Wer Löwenfotos öd findet, macht diesen Beitrag jetzt sofort zu. Etwa fünf Kilometer vom Camp entfernt sah ich drei Autos am Straßenrand stehen. Was denn da sei: Löwen! Ich hab im ersten Moment nix gesehen, hatte aber nicht ein Sekunde das Bedürfnis, irgendwie zu drängeln. Löwen im Morgenlicht an Straße und das nach den Sichtungen am Vortag. Bitte, da konnte ich ganz leicht geduldig sein. Zwei Autos fuhren dann auch tatsächlich weiter, weil sie wohl glaubten, die Löwen würden nur noch inaktiv rumlungern - totale Fehlanzeige. Den Landi-Fahrer mit fettem Objektiv und mich hat es gefreut - wir hatten das Löwenrudel, in dem einige Halbstarke auszumachen waren, ganz für uns. Und jetzt echt, wen Löwenfotos nerven: Ausschalten!!! Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit der Löwenbande - ich glaube, es waren insgesamt acht, auf beiden Seiten der Straße verteilt. Sie wechselten aber auch schön hin und her. Später gesellte sich noch EIN (!!!) weiteres Auto zu uns. Ein deutsches Pärchen, das ich am Abend vorher kennengelernt habe. Es war ihr erster Südafrika-Urlaub, ihr erster ganzen Tag im Krüger. Als die Löwen auf ihren Polo zugekommen sind und diesen umzingelt haben, waren sie dann schon etwas überrascht 😉
Also bitte, "Bilder-Porno" ab!
Der erste Blick, das erste Bild 😘
Vor allem die halbstarken Löwenmänner erwiesen sich als äußerst unterhaltsam
Teil 1624. Feb. 2014
Bilder von der Löwenbande Teil 2 😎
Der Chef hat sich von hinten angeschlichen, ich hab ihn erst im letzten Moment gesehen 🙂
Lieblingsfoto!!!!!! 😘 😘 😘 Hab mit dem iPad sogar ein Selfie mit der Mieze gemacht 😉
Der Chef beim Abgang
Nach etwa einer Stunde beschloss der Löwenpapa den Abgang der Bande. Damit war diese geniale Sichtung beendet. Es war toll, vor allem die Halbstarken waren unheimlich verspielt und neugierig. Ich hoffe für diejenigen, die unter der Kill-Sichtung gelitten haben, war diesmal was Positives dabei 🙂
Teil 1726. Okt. 2014
Ok ihr Lieben. Totaaaaaal unfassbar viel zu spät geht es weiter. Aber nachdem ich in zwei Wochen wieder im Flieger nach Afrika sitze, muss ich jetzt einfach fertig machen 😉
Zum Einstieg versuche ich mich mal auf das zu besinnen, was ich anfangs eigentlich angekündigt habe: KEINEN tagebuchartigen Bericht zu machen, eher Fotos herzeigen (ok, darin war ich bis jetzt auch schon gut) und zwischendurch mal ein paar Tipps und Anekdoten raushauen (ja, das war bisher auch nicht schlecht, aber viel zu viel).
Ich drücke jetzt mal auf die „Vorspul-Taste“: Ich habe auch nach der Löwensichtung die Gegend rund um Satara vollstens genossen. Mein nächster Wunschstopp wäre Lower Sabie gewesen, aber da war keine Unterkunft für zwei Nächte in Folge frei. Also entschied ich mich für zwei Nächte Pretoriuskop. Nachträglich betrachtet ein Fehler, weil ich auf der Fahrt von Satara so viele Umwege gefahren bin, dass ich völlig erschlagen in Pretoriuskop angekommen bin. Ich hätte doch Skukuza nehmen sollen, dass ich nur für eine Pause aufgesucht habe und dass mir trotz seiner Größe durchaus positiv in Erinnerung geblieben ist, vor allem der Blick auf den Fluss.
Hier mal ein paar tierische Bilder zwischendurch:
Höhepunkt war übrigens eine Elefantenfamilie auf der Straße, nicht weit vor Skukuza. Vor allem das Kalb hat es mir angetan 😘
In Pretoriuskop angekommen, bezog ich rasch meinen Bungalow. Was mir gleich aufgefallen ist, waren die Fledermausspuren. Aber ich dachte mir, die fliegen Nachts eh raus, die stören mich nicht. Hm, war dann doch etwas anders, die Kollegen haben mich doch immer wieder wach gehalten. Wie genau ihnen das gelungen ist, bekommt ihr vielleicht in Kronau bei einem persönlichen Gespräch erzählt. Das will ich nicht schreiben, dazu müsst ihr meine Mimik sehen 😉 Im Camp selbst sind übrigens die Perlhühner los. Das fand ich sehr charmant.
Die Sichtungen rund um Pretoriuskop waren ziemlich mau. Das lag aber daran, dass die Gegend sehr buschig und hügelig ist und ich dafür einfach zu wenig Zeit hatte. Irgendwie wurde ich mit dem Camp nicht richtig warm und fragte am Morgen im Office dezent an, ob denn der View-Bungalow in Lower Sabie, der mir in Satara offeriert worden war, noch frei war. Die Antwort war ja und so war mich klar – ich muss wieder down to the river 🙂
Immerhin hab ich am Morgen mein erstes Rhino im Krüger gesehen und damit die Big5 komplettiert. Foto ist nicht zum Herzeigen, viel zu viel Gemüse im. Aber hier trotzdem ein paar Bilder vom Weg nach LS, wo ich noch vor Mittag angekommen bin. Alles ganz tiefenentspannt und immer noch dankbar, für die vielen großartigen Sichtungen, die schöne Landschaft und die zwischendruch immer wieder scheinende Sonne 🙂
Teil 1826. Okt. 2014
Bei der Rezeption meldete ich mich an, der Bungi war aber noch nicht fertig. Kein Problem, eine Stunde Mittagspause mit gegrillter Boerewors am Fluss (leider war das Restaurant wegen Bauarbeiten geschlossen), bisserl im Schatten ruhen und dann wieder raus auf Pad. Ich tuckerte gemächlich gen Süden und nahm dann einen Loop. Und wie schon so oft in den Tagen im Krüger fragte ich mich, wo denn eigentlich die „crowds“ geblieben sind. Abseits der Hauptstraßen hab ich fast nie ein anderes Auto gesehen. Ich fuhr also fröhlich dahin und hatte die eine oder andere nette Sichtung 🙂 Jaaaaaa, ich kann mich tatsächlich auch am 1000. Impala noch freuen.
Und dann, ganz plötzlich, wie ich da vor mich rumtuckere und mich schon wundere, warum sich gerade auf diesem Loop die Impalas verstecken, tauchen blitzschnell und ganz kurz zwei Löwinnen auf dem Weg auf und verschwinden wieder. Zwei verwackelte Bilder und eine Menge Gebüsch-Fotos sind die Ausbeute dieser kurzen Begegnung. Ich hab zwar versucht, die Tiere im Blick zu behalten, aber das war zwecklos.
Hätte ich den Tagen davor nicht so tolle Sichtungen gehabt, hätte ich mich wohl geärgert. In dem Moment empfand ich es aber einfach nur klasse, dass es mir überhaupt passiert ist. Ich war einfach total dankbar und im Reinen mit mir, dem Busch und der Welt und freute mich über die restliche Tierwelt. Ich machte zurück auf den Weg ins Camp, um meinen Bungi zu beziehen und genoss den Ausblick von der Terrasse auf den Fluss und gegenüber badende Büffel. Später wollte ich nochmal nach den Löwen suchen. Ob ich sie gefunden habe, erfahrt ihr im nächsten Teil 😉
Anmerkung am Rande: ich schreibe schon wieder Tagebuch 😎 😗
Teil 1926. Okt. 2014
Nachdem ich so lange nichts von mir habe hören lasse, lege ich auch gleich noch den angekündigten nächsten Teil nach. Mir war klar, ich würde den großen Loop, an dem ich die Löwinnen entdeckt habe, nicht mehr schaffen, wollte ich auch den Loop nehmen, der auf der anderen Seite der Brücke nahe des Camps wartete. Also fuhr ich nur ein Stück nach Süden, um die Krokodile, die auf der Sandbank des Sabie lagen, zu fotografieren (Ich bin übrigens so gar kein Birder, aber im südlichen Afrika kann ich nicht widerstehen).
Der Weg nach Süden war jedenfalls ein Glücksfall, lief mir doch kurz danach dieser kleine Freund hier über den Weg.
Ein Chamäleon!! Ich war außer mir vor Freude 🙂 Nun also weiter über die Brücke nah am Rest Camp. Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass mir der Krüger gar nicht überfüllt vorkam. Wo ich aber jedenfalls immer Autos gesehen habe, war auf dieser Brücke, die man vom Camp aus sieht. Auf dieser ist quasi immer Verkehr. Zwei Autos überquerte die Brücke vor mir, zwei kamen mir entgegen. Klar, es war kurz fünf, beste Game Drive Zeit, quasi das gesamte Camp draußen auf Pirsch. Ich ließ die Autos passieren, weil ich ein Hippo fotografieren wollte und wartete ein paar Minuten ab. Gaaaaaaaaanz langsam rollte ich über die Brücke, ein Mal kurz den Sabie für mich alleine.
Dann der Anstieg auf der nächsten Seite. Wie gesagt, kurz vor fünf, beste Game Drive Zeit. Ich fahre also langsam nach oben und kann einfach nicht glauben, was ich da sehe. Genau genommen kann ich nicht glauben, wer mir da entgegen kommt. Eine einzelne Löwin. Schneller Schritt nach vorne, ohne zu hetzen, scheinbar mit einem klaren Ziel vor Augen. Ich war mir sicher, gleich würde ich eine Autokolonne erblicken, so nah am Camp, um diese Zeit. Aber da war... Nichts! Nicht ein einziges Auto. Nur die Katze und ich. Ich konnte es nicht fassen. Machte Fotos. Sie ging an mir vorbei, ich drehte das Auto um, macht noch zwei, drei Fotos, fuhr an ihrer Seite entlang und filmte sie. Das Tier entschlossen, aber ruhig. Richtung Fluss. Down to the river. Ich dachte, sie würde zum Trinken gehen, aber wir überquerten gemeinsam die Brücke. Und noch immer: Kein Auto. Von der Terrasse meines Bungalows aus hätte ich die Löwin beobachten können. Meine Sicht nun aus dem Auto: Vorne Katze, dann Fluss, im Hintergrund das Camp. Einfach verrückt. Am Ende der Brücke beschleunigte sie den Schritt und schlug ich in die Büsche. Was für ein Erlebnis! Ich war richtig high. Sprachlos. Dankbar. Glücklich. 🙂
Teil 2026. Okt. 2014
Da stand ich nun also - down at the river - absolut high vom gerade Erlebten. Noch einige Zeit bis zum Torschluss. Hm, ok, fahren wir halt nochmal über die Brücke, biegen wir links ab, fahren einfach die Pad entlang und sehen was kommt. Den ganzen Loop zu fahren, hätte Stress bedeutet. Und Stress hatte ich wahrlich gar keinen mehr 🙂 Also dann abgebogen auf die Gravel Pad, vielleicht drei Kilometer gefahren, stehen zwei Autos am Straßenrand. Ich hatte es ja schon im Gefühl, dass diese Löwin nicht nur einsam umherzieht... Und tatsächlich, gut getarnt im Busch liegt das ganze Rudel. Langsam wird mir mein Löwen-Sichtungsglück unheimlich. Ich bin mir sicher: Wenn ich das nächste Mal nach Afrika fliege, sehe ich keinen einzigen Löwen. Nun, bald werde ich es wissen.
Zum Fotografieren war die Sichtung übrigens nicht so toll (Licht, Wetter, Busch), zum Beobachten der Tiere und der Interaktion zwischen ihnen aber genial. Ein paar Aufnahmen hab ich natürlich trotzdem gemacht 🙂
Die Letzte Zeit bis Gate-Schluss verbrachte ich dann noch am Wasserloch nahe des Camps, wo sich jede Menge Fahrzeuge zu einem Sundowner versammelt haben.
Ganz klassisch sollte ich jetzt wohl sowas wie „ein ereignisreicher Tag ging damit entspannt, still und leise zu Ende“ schreiben. Stimmt aber nicht, mehr dazu im nächsten Teil 🙂