Hallo,
sind die Insassen des blauen Polos durch das sicher traumatische Erlebnis nicht schon genug gestraft? Die haben sicher um Ihr Leben gefürchtet und ganz unverletzt haben sie das wohl auch nicht überstanden. Natürlich haben sie sich nicht richtig verhalten, aber muss jetzt so eine Hetzjagd auf die sein? Pauschale Aussagen wie "Ein Elefant greift nicht grundlos an", finde ich nicht hilfreich. Selbst absoluten Experten z.B. von "Save the Elephants" passieren solche Unfälle, weil die Tiere selbst mit ganz viel Erfahrung nicht immer kalkulierbar sind.
http://ngm.nationalgeographic.com/2008/09/samburu-elephants/nichols-photography (7. Bild)
http://www.youtube.com/watch?v=BqTikG9B7E8Natürlich ist es ungerecht und bitter, dass der Elefant da jetzt sein Leben lassen musste. Nur sind das gelegentliche "Kollateralschäden", die unvermeidbar sind, wenn man einen Nationalpark so betreibt, wie es da gemacht wird. Um so einen großen Park zu unterhalten, braucht man eine Menge an Einnahmen. Für eine Menge an Einnahmen braucht man eine Menge an Touris. Und damit eine Menge an Touris kommt, muss man die Zugangshürden niedrig halten. Deshalb muss niemand einen Grundlehrgang zum Verhalten gegenüber wilden Tieren absolvieren, bevor er in so einen Park einfahren darf. Auch völlig "Unbedarfte" dürfen einfach so in so einen Park fahren. Würde man Lehrgänge oder einen Zwangsguide zur Voraussetzung machen, dann würden Anzahl der Touris und Einnahmen massiv zurück gehen und das wäre für die Tiere im Park letztlich weitaus problematischer als die aktuelle Konstellation inklusive dem Fehlverhalten einzelner Touris.
Natürlich gibt es auch alternative Tourismuskonzepte um solche Schutzgebiete zu finanzieren. Man kann auch auf hochpreisigen Luxustourismus mit sehr geringer Quantität setzen. Nur zum Einen wäre das Geschrei überall groß, wenn die Nacht im Krüger NP zukünftig ab 500 EUR/pppn aufwärts kostet und zum anderen würde es auch nicht funktionieren, wenn alle im Sub-Sahara-Afrika nur noch das Luxussegment bedienen wollen. Es muss auch die "Massentourismusziele" wie Krüger und Etosha geben, wobei Massentourismus im Vergleich zu Malle da eigentlich gar nicht der richtige Begriff ist.
Die hier schon genannte Idee, solche Videos an den Parkeingängen zu zeigen, um die Sensibilität zu erhöhen, finde ich gar nicht schlecht.
Beste Grüße
Guido