Reisebericht

Nord-Botswana Oktober 2013 als Selbstfahrer

von Reinhard · begonnen 30. Dez. 2013 · 21 Teile

Teil 130. Dez. 2013
Liebe Leute,
Hier nun, nach mehreren Reisen nach Namibia und Botswana, mein erster Versuch, das aufzuschreiben, von dem ich annehme, dass es für andere von Nutzen sein könnte...
Es soll kein lückenloser Bericht sein, der tagebuchartig die Reise widerspiegelt sondern er soll sich auf Dinge beschränken, die nach meiner Einschätzung für andere wichtig sein können, ergänzt durch den einen oder anderen Gedanken, der mir vor Ort oder auch erst jetzt gekommen ist.
Hier ein Stenogramm:
Mo. 30.09. Windhoek Hotel Uhland
Di 1.10. Ghanzi Thakadu
02. Okt CKGR Piper Pan CKPIP02
03. Okt CKGR Phokoje TAU 03
04. Okt CKGR Kori KOR04
05. Okt CKGR Kori KOR04
06. Okt Dombo Farm
07. Okt Dombo Farm
08. Okt Dombo Farm
09. Okt Maun, Discovery B&B
10. Okt Maun, Discovery B&B
11. Okt Sango Safari Camp
12. Okt Sango Safari Camp
13. Okt Savuti CV5
14. Okt Savuti CV5
15. Okt Linyanti CL2
16. Okt Linyanti CL2
17. Okt Senyati Safari Camp
18. Okt Senyati Safari Camp
19. Okt Mazambala Island Lodge
20. Okt Drotsky's Cabin (Lawdon's Lodge)
21. Okt Drotsky's Cabin (Lawdon's Lodge)
22. Okt Drotsky's Cabin (Lawdon's Lodge)
23. Okt Frans Indongo Lodge
24. Okt Frans Indongo Lodge
25. Okt Windhoek Hotel Uhland
26. Okt Windhoek Hotel Uhland

Selbst geplant, knapp die Hälfte selbst gebucht (die etwas größere Hälfte hat Hans Schoelink nach unseren Vorgaben gebucht) und schließlich selbst gefahren. Der Toyota Hilux von Hubert Hester war ziemlich neu (Bj. 2012) und lief knapp 3500 km unter unserer Obhut tadellos ohne die kleinsten Schwierigkeiten. Er hatte einen aufgeladenen 2,5 l Turbodieselmotor mit 104 kW mit dem wir sehr zufrieden waren. Wir sind nicht ein Mal im Sand stecken geblieben! Verbrauch zwischen Maun und Kasane über Khwai, Savuti und Linyanti: 13,2 l/100 km sonst niedriger. Fünf nagelneue Reifen 245 mm breit, „Mudstar“ aus der chinesischen Premiumproduktion, sehr grobstollig – vielleicht hat’s geholfen überall durchzukommen. Für den Fall der Fälle hatten wir ein gemietetes Sat-Phone dabei, das wir aber nie benötigten. Zur Orientierung in Botswana hatten wir bei Chrigu ein Garmin Nüvi gemietet, das wir bei Carsten Möhle in Windhoek abholten. Und für den medizinischen Notfall sind wir „Patron“ bei Okavango Air Rescue http://www.okavangorescue.com geworden. Sehr zu empfehlen.
Die Reise war eine Mischung aus Camping im Dachzelt (achtmal) und Lodges wo immer es ging. Wir wissen ein anständiges Bett zu schätzen, haben aber auch keine Probleme mit den Bedingungen des Campens.

Ich füge zunächst sukzessive den vorbereiteten Text ein und anschließend einige Fotos, so dass der Text zunächst "ohne" dasteht. Die Fotos lade ich in meine Galerie und hole sie von dort hierher. Ihr müsst sie anklicken, um sie zu vergrößern.
Mal sehen ob es klappt.
Gruß
Reinhard
Teil 230. Dez. 2013
Der zweite Teil folgt sogleich:

Ein Erlebnis will ich hier voranstellen, das für uns sehr eindrucksvoll war und das ich anonymisieren möchte: Eines abends gegen 21 Uhr stoßen drei Personen zum abendlichen Gespräch am Lagerfeuer in einer Lodge nahe einer Stadt hinzu. Es sprudelt auf deutsch nur so aus ihnen heraus: fix und fertig – um 5 Uhr aufgestanden - gerade angekommen – kein Geld mehr – nichts gegessen – das Auto mit den Händen aus dem Sand gebuddelt – 40 Grad – dass die uns auch keine Schaufel mitgegeben haben: Sauerei! – haben nur noch geheult. Die Frage: was denn und wo? wird mit: irgendwas mit „k“ beantwortet. Nach einiger Zeit fällt ihnen noch der Name der Lodge vom Morgen ein, allerdings putzig verdreht. Es sprudelte weiter aus ihnen heraus, die Leute waren ziemlich fertig. Dann die Fähre – die haben uns ja abgezockt! – und gleich danach den Hang und dann stehste vor dem Tor, wo du wieder bezahlen musst - das hätte der uns auch sagen müssen, weil, zurück hätten wir ja noch mal die Fähre zahlen müssen - unser letztes Geld ist drauf gegangen.
Da konnte ich mir zusammenreimen, dass die Gruppe im CKGR gestartet ist, hinter dem Matswere Gate (östlich davon also), an einer Stelle, die ausweislich der Fahrspuren jeder umfahren hat, sich mordsmäßig festgefahren hat, bei Khumaga den Boteti überquert hat und in den Makgadikgadi NP gefahren ist, um schließlich um 9 Uhr abends in der Lodge einzutreffen (nicht Dombo Farm). Eine ziemlich lange Tagesetappe, mit der zumindest die in der Runde anwesenden Fahrtteilnehmer (es gab noch weitere Gruppenmitglieder, die wir erst am nächsten Morgen trafen) völlig überfordert waren, u.a. weil sie völlig unvorbereitet waren. Sie wussten nicht, wo sie waren und was auf sie zukommen würde. Sie haben die Central-Kalahari durchquert und hatten keine Schaufel dabei oder wussten nicht, wo sie waren. Wir waren ziemlich sprachlos und außer sarkastischen Sprüchen fiel mir kaum etwas dazu ein. So etwas ist doch keine Tour in der Geisterbahn, wo nach einigem Erschrecken am Ende alles gut wird! Das kann auch ganz anders enden. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass einige Kundigere zur Gruppe gehörten und die Leute vom Vorabend nur mitgekommen waren. Die „Mitgekommenen“, wie wir sie dann nannten, hatten sich blind den Kennern anvertraut ohne jegliche eigene Peilung. Aber: ist es zuviel erwartet, dass man erkennt, dass es eine besondere Reise ist und man sich tunlichst informiert vorher, was da auf einen zukommt? Sie hatten bei der Wagenübernahme nicht auf eine Schaufel geachtet und gaben dem Verleiher die Schuld. Sie wussten nicht, dass Nationalparke Eintritt kosten. Offenbar tummeln sich einige Reisende in diesen Gegenden, die eine Vorbereitung nicht für nötig erachten. Erstaunlich!
Teil 330. Dez. 2013
Dritter Teil:
30.9. Ankunft in Windhoek mit Air Namibia. Keine Probleme, alles planmäßig. Ich will das mal ausdrücklich anmerken, nachdem hier bevorzugt von Pannen bei AN berichtet wurde. Finde nach wie vor den Direktflug angenehm und fliege bevorzugt mit Linien des Ziellandes. War noch die alte Maschine, der man ansah, dass sie abgegrabbelt war. Auf der Rückreise, die auch völlig problemlos war, hatten wir die neue Maschine: großer Unterschied! Auto übernommen, Navi abgeholt, eingekauft, nachmittags zum Hotel. Abends im Stellenbosch Restaurant gegessen: empfehlenswert.
1.10. Fahrt nach Ghanzi (550 km)
An der Grenze in Mamuno 190 NAM$ gezahlt als Straßengebühr, da wir noch keine Pula hatten (das wären 140 gewesen). Erster Bezug von Pula in Ghanzi ist also völlig problemlos. Am Bankautomaten bei Barclays in Ghanzi lungern etwa 10 San-Kinder herum zwischen und 5 und 13 Jahren alt, die sehr hartnäckig betteln. Wir haben ihnen freundlich aber bestimmt nichts gegeben, weil wir nicht unterstützen möchten, dass Kinder durch Betteln Geld beschaffen und so von der Schule ferngehalten werden. Als wir weiter fuhren, riefen sie uns etwas von Spar zu. Sie wussten genau, dass der nächste Halt der Touris Spar sein würde, so auch bei uns. Als wir aus dem Sparladen heraus kamen, waren sie wieder da. Auch hier gab es von uns nichts. Abends waren wir im Thakadu Bush Camp zur Eingewöhnung an den Busch. Das Camp war uns von der letzten Reise bekannt (2010). Einfach und solide, gern immer wieder. Man kann dort abends à la carte nett essen, rustikales Ambiente.


Gruß
Reinhard
Teil 430. Dez. 2013
Die Vierte:

2.10. Fahrt zur Piper Pan im Central Kalahari Game Reserve (CKGR) über Xade (243 km)
Hatten wir 2010 noch versucht, über das damals neue Tsau Gate in das CKGR zu gelangen (und waren wegen heftiger Buschbrände zur Umkehr gezwungen) sind wir diesmal über Xade gefahren. Bis kurz vor New Xade ist es eine breite Kalkschotterpiste, die gut zu befahren ist.



Unmittelbar vor New Xade macht der Weg einen scharfen recht-links-Schlenker und Schluss ist es mit dem Vorankommen. Die Piste ist tiefsandig, nur noch so breit wie das Auto und zuguterletzt sind die ersten Kilometer auch noch Baustelle. Man will dort wohl den tiefen Sand durch Schotter ersetzen, der dort haufenweise im Wege liegt. Man drückt sich links oder recht daran vorbei, im 1. oder 2. Gang, 4H. Nach ein paar km endet die Baustelle und der bewährte Tiefsand versucht den Fahrensmann aufzuhalten. Das mehr oder weniger 70 km weit bis nach Xade.



Dort kurz einchecken. Unmittelbar vor uns, zu unserer Überraschung, nachdem wir stundenlang niemanden gesehen hatten, ein junges holländisches Paar, das noch eine Rolle spielen wird. Wir lassen uns mit der Weiterfahrt Zeit, da wir nicht im Konvoi fahren wollen. Noch ein bisschen Gucken, noch ein paar Fotos. Es geht nach Norden, wiederum 70 km bis zur Piper Pan CKPIP02. 500 Meter nach Xade schlägt der Tiefsand richtig zu. Wir wissen nicht, ob es links oder rechts weiter geht, zögern etwas, das Navi überlegt noch und der Wagen kommt im 2. Gang würgend zum Stehen. Nicht hier stecken bleiben, in Sichtweite des Gates, denke ich. 4L rein und weiter geht’s, wenige Meter weiter kann man auch regulär halten und auf 4H zurück gehen.



Nach wenigen km im 2. Gang taucht für mich unvermittelt ein Wagen direkt hinter uns auf. Ich fühle mich bedrängt. Die Piste ist sehr schmal, links und rechts Büsche, häufig von der gusseisernen Art. Also Geduld. Ist aber trotzdem nervig, weil ich nicht nur die Fahrspur im Auge behalten muss, sondern auch links oder rechts nach Ausweichmöglichkeiten suche. Schließlich geht es und wir springen rechts auf die „Bankette“. Die beiden jungen Holländer sausen vorbei, kurz die Hand hebend. Ruhe kehrt ein. Wir fahren Stunde um Stunde nach Norden...
Kurzer Exkurs: Ich würde zukünftig immer das Tsau Gate empfehlen, um in das CKGR zu kommen. Dort ist es viel einfacher zu fahren und viel kürzer.
Wieder zurück: In der langen Zeit des Fahrens kommt mir in Erinnerung der thread im Forum, wo nach dem Umgang mit „Campsite-Besetzern“ gefragt wurde. Überwiegend war die Auffassung, dass besonders im CKGR wenig Bereitschaft Bestand, überraschende Mitnutzer aufzunehmen, weil hier der Eindruck der großen Einsamkeit ganz wesentlich ist. Ausnahmen waren natürlich Pannen, Notfälle und dergleichen. Was ist, wenn die beiden jetzt auf CKPIP02 stehen ...? Ich entscheide mich für den Fall der Fälle zu einem freundlichen aber klaren „nein“, auch wenn es unsere netten Nachbarn betrifft und ich die Fussball-bedingte Rivalität mit den Oranjes nicht fördern möchte (ich bin als Beinahe-Kieler ohnehin eher Handballfan und dass Niederländer Handball spielen können, habe ich noch nie gehört; insofern: kein Gegner)
Es taucht das deutliche Schild „CKPIP02“ auf und weißt nach rechts. Nach rund 2 km sind wir am Platz, und es haben sich dort bereits gemütlich gemacht unsere beiden netten Nachbarn. Ich fahre gleich mitten auf den Platz, steige aus und mach netten small talk. Die Beiden kommen schon vom Khutse-Reserve aus dem Süden – du meine Güte! Schließlich meine freundliche Frage: do you have a reservation for this place? Antwort: Yes! Meine Antwort: so did we! Er will seine gleich mal rausholen. Bevor er sie hat ist seine Frage: this is place No.1? No it’s No. 2 Auf dem Nüvi kann ich ihm zeigen, das No. 1 nur noch 3,7 km entfernt ist. Ah ja, ach so. Letzter Versuch: would you mind, if ...? Antwort (jetzt kommt’s drauf an): Yes (I would mind). Ok, no problem we go to No. 1. Sie guckt etwas schmal und sagt gar nichts. Vielleicht ärgert sie sich über mich und findet mich störrisch und rechthaberisch. Vielleicht ärgert sie sich aber auch über ihren Freund (wir haben doch gar keine Reservierung für diesen Platz! Und du sagst noch: Da kommt schon keiner – und wenn?). Ich hoffe, ich habe das deutsch-niederländische Verhältnis damit nicht belastet. Beim nächsten Fußball-Länderspiel dürft ihr auch wieder gewinnen.
Tagsüber ca. 32 Grad (wir haben ein kleines digitales Thermometer dabei). Zum Sonnenuntergang wird es schnell erträglicher, gegen morgen sogar recht kühl, so ca. 10-12 Grad. In der Nacht in der Ferne Löwen gehört.
Die Piper Pan-Plätze kosten, da privatisiert (Big Foot) etwa 18 € pro Person (nur Camping fee), die folgenden, da noch beim DWNP, nur 2,50 €. Ein Unterschied zwischen den Plätzen war nicht festzustellen: Plumpsklo („long-drop“) und Eimer-Dusche jeweils hinter getrennten Sichtblenden. Sauber waren sie alle. Um unsere Unterhaltung bemühten sich vor allem mehrere Pied Crows (Schildraben), die schwarzen mit dem weißen Schild. Sie gaben immer wieder Sprechübungen zu besten. Einer übte immer das „A“. Klang aber sehr amerikanisch.

Gruß
Reinhard
Teil 530. Dez. 2013
Die Fünfte:

3.10. Fahrt zur Phokoje Pan TAU03
Kurz nach 7 aufgestanden, da es schnell warm wird. Wenige hundert Meter nach Abfahrt sehen wir, dass die Piper Pan direkt hinter dem nächsten Dünenrücken liegt: platt und weitgehend kahl aber mit vielen Tieren: Oryx, Gnu, Strauß, Kudu (!, die hier?), Kiebitze, Perlhühner, Borstenhörnchen. Fester Untergrund, gut zu fahren, aber gelegentlich Löcher. Wenn ich das gestern gewusst hätte ... wäre ich vermutlich dennoch nicht hierher gefahren. Die vielen Stunden bis zur Piper Pan-Campsite reichten mir eigentlich. So schauen wir uns die vielen Vierbeiner eben heute morgen an.



Blick auf die Piper Pan von Süden



Ein Kronen-Kiebitz.



Ein Borstenhörnchen in der weiten Einsamkeit der Piper Pan.

Nach 57 km sind wir an der Phokoje Pan, Camp Site TAU 03. Hartnäckig verfolgen uns dort Fliegen und nerven uns.



Abends den Grill angeworfen, der aber eher zur Abschreckung geeignete Ergebnisse brachte: wir werden keine Fans der Boerewors mehr und das schön anzusehende Stück Botswana Beef, in das ich große Hoffnungen gesetzt hatte, hätte auch als Schuhsohle dienen können. Schön zu hören die Barking Geckos, es will mir aber nicht gelingen einen zu fotografieren. Entweder sie sehen einen oder sie bemerken Erderschütterungen und tauchen in jedem Fall ab. Um mich herum ist für einige Meter stets Gecko-freie Zone.

Gruß
Reinhard
Teil 631. Dez. 2013
Hallo Gunnar,
das ist doch ganz einfach: dann fährst du eben zweimal. Einmal im letzten November und dann noch im nächsten November. 🤨
Dann ist Bele auch wieder zufrieden.

Hier die nächste Folge:

4.10. Fahrt zur Kori Pan KOR04 87 km
Stellenweise geht es durch betonhart getrocknete zerfahrene Schlammstellen, die etwas Aufmerksamkeit erfordern. Dann tatsächlich Gegenverkehr. 3 Leute. Wir unterhalten uns kurz und stellen erstaunt fest, dass wir beide die kommende Nacht für KOR04 gebucht haben. Sie fahren noch etwas herum und wir zum Platz. Nach einiger Zeit kommen die drei auch zum Platz. Die drei sind: ein in Botswana lebender Südafrikaner, der als Guide einer Österreicherin mit ihrem italienischen Mann einige Tage das Land zeigt. Wir tauschen unsere Buchungen aus. Tatsächlich eine Doppelbuchung des DWNP. Sie verkaufen glatt zweimal denselben Platz. Der Guide hatte schon über Sat Phone bei der DWNP-Zentrale angerufen, hatte aber nichts erreichen können. Wir verständigen uns darauf, dass wir beide hier bleiben. Sie fahren spät nachmittags noch zur Sunday Pan weil dort Löwen gesichtet worden sein sollen. Wir haben es nicht so mit der „Jagd“ nach Großkatzen, sondern erfreuen uns an dem reichen Kleintierleben, das der Platz bereit hält. Löwen werden schon noch kommen. In der Dämmerung inspiziert ein Honey Badger den gesamten Platz. Ich steh respektvoll auf der Zeltleiter, meine Frau ist noch in der Dusche (was muss sie auch so spät duschen: „Noch da bleiben! Ich sag Bescheid, wenn du kommen kannst.“) Sehr geschäftig das Tier. Sieht aus wie: „Aus dem Weg! Ich hab hier was zu tun“.

5.10. ein weiterer Tag auf KOR04
Die Nachbarn fahren schon vor hell werden ab. Um 9 Uhr schon 26 Grad.

ha561b47.jpg


Wir legen einen Ruhetag ein, nachdem wir in den vergangenen Tagen täglich zum Teil lange Strecken gefahren sind. Zum Frühstück erscheinen alle Kleinvögel, weil sie wissen, dass da etwas abfällt für sie. Wir widerstehen lange. Zum Schluss gibt’s dann doch Krümel.

h3676a44.jpg



hfcbb722.jpg



Der Mahaliweber faucht laut die Rotbraunen Sperlinge zur Seite (Great Sparrow), was wir mehrmals beobachten. Die hübschen Mahaliweber, die auch White-browed Sparrow-Weaver heißen, sind die Rüpel des Platzes.
Als für uns neu gesellte sich eine Akaziendrossel (Groundscraper thrush; Psophocichla litsitsirupa) dazu.

h06001a0.jpg
Teil 701. Jan. 2014
Und hier die nächste Folge:

6.10. Fahrt zur Dombo Farm 229 km
Um 8:15 fahren wir ab. Um 10 Uhr sind wir am Matswere Gate.


h613c354.jpg



Direkt am Gate trinken mehrere Kudus an einem Wasserloch, 5 Meter neben dem Gebäude (das ist doch alles hier viel zu trocken für euch, liebe Kudus!). Es ist niemand da, wir tragen uns in das Ausgangsbuch ein. Als wir gerade losfahren kommt doch jemand.


h8c04385.jpg



Nach einigen Kilometern sieht man, dass die Landschaft total überweidet ist. Je näher wir Rakops kommen, desto schlimmer wird es. Rinder stehen in glühender Hitze in „rasierter“ Vegetation. Es ist nichts mehr da, Ergebnis des für dieses sehr trockene Jahr zu hohen Rinderbestandes. Ein Rind liegt, gerade noch so lebend, in der Sonne am Wegesrand, ein jammervolles Bild.
Über Motopi zur Dombo Farm, wo wir gegen 14:30 eintreffen und von Heike herzlich empfangen werden.


hc5c9c66.jpg



Unser Haus.
Uli ist mit Marco und Kathy unterwegs. Abends beim Essen gleich meinen ersten Leoparden (am Wasserloch) gesehen (hallo Bele, da ist er: mein erster Leopard! Nachdem ich bei früheren Reisen mehrere nur beinahe gesehen habe).

h52b6afa.jpg


Fast alle Leopardenfotos sind leider trotz ISO 1600 bei 300 mm Brennweite wegen der Belichtungszeiten zwischen ½ und 1/8 sec verwackelt.
Die „Buckligen“ treiben ihn dann aber auf den Baum, wo er lange bleibt. Sehr schön! Hyänen und ein Leopard! Es ist doch immer erfreulich, wenn (sehr hohe) Erwartungen erfüllt werden!
Ein schönes neues Jahr wünscht allen,
Reinhard
Teil 804. Jan. 2014
Der 7. Oktober

7.10. Auf der Dombo Farm
Relaxen und es sich gut gehen lassen. Apfelkuchen und Tee am Nachmittag! Man gönnt sich ja sonst nichts. Nach vier Tagen in der Central Kalahari ist das erlaubt.


h9a2ae7a.jpg



Abends fahren wir mit Uli und Kathy und Marco einige Kilometer durch’s Gelände zu einem Hide und Uli hängt Fleisch in den Baum vor dem Hide.


hc3cc4d0.jpg



Kurz bevor wir am Hide sind lümmeln sich die drei halberwachsenen Hyänen mit den Namen Marina, Jochen und Sabine auf dem Weg und sind ganz verblüfft, dass wir erscheinen.


h66f17ce.jpg






Uli setzt uns am Hide ab und fährt das Auto noch etwas weg, damit der erhoffte Leopard keinen Anstoß daran nimmt. Wir warten still wie die Hühner auf der Stange im Hide, lautlos. Immer mal wieder erscheinen die Hyänen.

he2e039f.jpg

h1bd996f.jpg



h8ff386b.jpg



Dann kehrt Ruhe ein. Nichts passiert. Dann: Eine schaut ... um die Ecke, mir direkt in’s Gesicht, einen halben Meter vor mir. Nur der Maschendrahtzaun dazwischen. Irgendwie nur neugierig: seid ihr noch da? Was macht ihr da? Ich puste ihr/ihm leicht in die Nase. Keine Regung. Ja, wir sind noch da. Dann wird’s wieder ruhig. Nach etwa einer weiteren Stunde leises Räuspern. Wollen wir noch warten oder wieder zurück? Wir wollen zurück. Ok, Uli will das Auto holen und kommt gleich wieder in das Hide. Marina, Jochen und Sabine liegen hinter dem Hide und dösen. Wir sitzen 2-3 Stunden im Hide und warten, dass ein Leopard kommt und die Dreiergang wartet, dass wir wieder rauskommen und sich was tut. Uli scheucht sie weg und holt das Auto (ich hätte nicht drei Hyänen wegscheuchen mögen 😵 ). Sie gucken etwas enttäuscht als wir mit dem Auto wegfahren und laufen etwas nebenher mit.
Teil 905. Jan. 2014
8.10. Ausflug in den Makgadikgadi NP am Boteti
Uli fährt mit uns über Motopi nach Khumaga zu der tollen Fähre, die ich bislang nur von Fotos kannte. Tolles Gefährt.


Uli fährt rauf und gleich ganz nach vorne, damit das Heck wieder hoch kommt.

h68769ce.jpg


Heck und Bug sind eigentlich identisch. Anderswo nennt man so etwas Roll-on Roll-off-Fähre. Gibt’s auch auf der Ostsee zwischen Fehmarn und Lolland, nur größer als bei Khumaga. Geht schneller, weil man nicht wenden muss.


hf373229.jpg



Der Fährmann hat gut zu tun, denn es gibt keinen Anleger und keine Möglichkeit zum Festmachen. Die Strömung dreht die Fähre, bevor sie endlich freikommt. Jetzt schlägt die Stunde des asthmatischen Außenborders, der sich redlich müht. Drüben geht’s die steile Rampe wieder runter in’s Wasser. Wir fahren zum Gate und danach auf der Ostseite des Boteti stromaufwärts. Die Ausblicke hinterlassen den Eindruck einer paradiesischen Oase. Viel Wasser, verzweigte Arme und viel Grün.
h3e8944e.jpg

h587738b.jpg



h0c6b7e6.jpg



h21a94f8.jpg


Ein Sattelstorch. Das mit dem roten Fleck waren nicht wir, das gehört so.

he87bb0c.jpg



Badende Elefanten, äsende Kudus, eine Geier-Badeanstalt mit gut hundert Weißrückengeiern und einige Lappet-faced Vultures (Ohrengeier, weltweit gefährdet nach der IUCN) sowie ein Bateleur. Schließlich haben wir (genauer gesagt: Uli) auch noch Wildhunde entdeckt, die sich mit dicken Bäuchen zu nicht viel Aktivitäten hinreißen ließen.


hb8f488f.jpg



ha3758a9.jpg


Dazwischen ein Picknick oben am Hang mit Blick auf den Boteti: „Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngongberge ...“ (Out of Africa). Wunderschön. Zurück wieder mit der Khumagafähre.
Schönes Abendessen mit „Nature-TV“. Insgesamt eine sehr schöne Unterkunft, prima Essen und vor allem zwei Gastgeber, die sich im positiven Sinne den Gästen intensiv zuwenden. Gerne wieder.
Teil 1008. Jan. 2014
9.10. Fahrt nach Maun.
Nach dem entspannten Frühstück geht’ s nach Maun. Nach zwei Stunden sind wir dort. Nach dem Einkaufen, Tanken und Geld holen geht’s zur Discovery Bed & Breakfast von Marije und René Allemekinders. Beide sehr freundlich und aufmerksam.

h104ba81.jpg


Das war unser Häuschen im Discovery B&B ca. 14 km östlich von Maun
Wir haben hier zwei Nächte eingeplant, für den Fall, dass irgendetwas zu klären ist. Dann hätte man einen ganzen Tag in Maun. War nun zwar nicht nötig, aber etwas Entschleunigung ist immer gut. Abends essen wir in der Island Safari Lodge, die wir vom letzten Mal kennen. Draußen auf der Terrasse am Thamalakane: wunderbar, sehr nette Bedienung, das Essen (Chicken Curry): na ja, hatte noch deutlich Verbesserungspotential nach oben, sehr freundlich ausgedrückt 😣 .


10.10. Maun
Wir halten uns etwas in Maun auf, bezahlen den Park-Eintritt für Moremi (nur Durchfahrt) und Chobe, essen Lunch im Nando und später im Bon Arrivée. Letzte Nacht im Discovery B&B. Wir waren das erste Mal hier und können Discovery B&B sehr empfehlen. Wie der Name sagt, gibt es nur Frühstück, kein Dinner.

11.10. Sango Safari Camp
Wir fahren früh los, um noch den Nachmittag bei Sango zu haben. Unterwegs Vet.-Control, aber reinbringen darf man anscheinend alles, aber nicht raus aus Ngamiland. Wir haben uns für die Fahrt durch Moremi entschieden weil wir die Piste kennen und weil sie noch weniger Probleme bereitet als die etwas östlich gelegene Zufahrt. Hinter dem Moremi South Gate geht es nicht mehr gerade nach Norden (wie die Karte und das Navi glauben, beides T4A) sondern parallel westlich davon schlängelt sich eine neue Piste durch den Busch.


hb667484.jpg


Die neue Piste vom Moremi South Gate zum North Gate in der südlichen Hälfte. Die nördliche Hälfte hat die alte Streckenführung.
Wir verfolgen immer gebannt ob sie auch wirklich nach Norden führt. Das tut sie, obwohl es manchmal weit nach Westen geht aber auch immer wieder zurück führt. Irgendwo in der Mitte zwischen South Gate und Khwai Gate vereinen sich die Pisten. Tatsächlich: Richtung Süden, von hier aus gesehen, ist sie durch dichten Dornbusch seit längerem nicht mehr zugänglich. Am Khwai North Gate checken wir wieder aus und fahren über die Brücke, nicht ohne einen Blick rechts zurück auf unseren Platz von 2010 zu werfen, der direkt am Wasser liegt.


hbee7a92.jpg


Die direkt nördlich von Khwai-Village liegende neue Betonbrücke. 2010 war hier noch eine Furt. Der - missglückte - Versuch, diese Furt zu betonieren, führte zu tiefen Ausspülungen südlich der Brücke und rund einem halben Meter hohen Absatz mitten in der Fahrbahn, der zudem häufig unter Wasser lag und der die Straße unpassierbar machte.
Die Zufahrt zum Sango Camp ist direkt hinter dem Dorf aber nicht leicht zu finden, weil es so viele Wege nach rechts gibt und keiner hat ein Schild. Khwai Village macht einen verödeten Eindruck, vielleicht liegt’s an der mittäglichen Hitze. Elefanten haben manches verwüstet. Irgendwie geht es dann doch und wir treffen Mittags bei 38 Grad im Sango Safari Camp ein. Dies war unsere bei weitem teuerste Unterkunft und Beles Schilderungen haben unsere Erwartungen in’s Unermessliche wachsen lassen. Beim Preis muss man allerdings in Betracht ziehen, dass wirklich alles eingeschlossen ist, auch die Getränke und alle Gamedrives.
Warmer Empfang mit kühlem Getränk. Eine ziemlich kleine Frau schnappt sich trotz Warnung unseren schwersten Koffer (23,5 kg sagte Air Namibia) und trägt ihn auf dem Kopf zu unserer Hütte Nr. 2. Donnerwetter! War mir irgendwie unangenehm. Nach der Einführung (Chef ist gerade unterwegs) in die Campsitten ist Dusche und Ausruhen angesagt.


h2f48eb6.jpg


Das Hauptzelt früh morgens 6 Uhr


hb526f08.jpg

4 der 8 Zelte. Wir hatten Nr. 2, also das zweite von rechts.

Dann kommt Face, der Camp-Manager zu uns und bietet einen Lunch an, falls wir noch nichts zu essen hatten, was wir gern annehmen: eine Lasagne, die für 6 gereicht hätte. Unser Guide stellt sich vor, es ist Mike, der vor kurzem von einer Lodge in Kasane zur Aushilfe gekommen ist, weil zwecks Schulung von den „regulären“ Guides nur noch Ace hier ist. Nach dem Tee geht es gegen 4 Uhr los bis 7 Uhr zusammen mit zwei sehr angenehmen Amerikanern aus Los Angeles. Sehr viel gesehen, besonders erwähnenswert vielleicht eine in heftige Rangkämpfe verstrickte Zebragruppe, die alles um sich vergaßen und bissen, traten und ausschlugen. Mehr als einmal klatschten die Hinterhufe einem Rivalen auf den Körper, dass einem ganz schwummerig wurde vom Zusehen. Voll mit Adrenalin ließ der sich aber nicht beeindrucken und keilte mit gleicher Wucht zurück.

h46b65d4.jpg



h3dc287c.jpg



he3b45c0.jpg



Besonders waren auch die Klunker-Kraniche (Wattled Crane), von denen es nur noch 4-5000 erwachsene Individuen weltweit gibt (Schwerpunkt Okavangodelta) und der deshalb von der IUCN als gefährdet eingestuft wird.
Eine gelungene Tour mit unserem Guide Mike, der freundlich. zurückhaltend und sehr kenntnisreich ist.
Teil 1110. Jan. 2014
12. 10. Sango Safari Camp
Wecken um 5:30 Uhr durch Mike. 19 Grad. 6:30 Abfahrt. Nach langem Suchen im Moremi Game Reserve – Mike wollte gern Löwen zeigen – haben wir sie gefunden.

he22b3b3.jpg


Zunächst ein Männchen, das durch seine schüttere Mähne den Eindruck fortgeschrittenen Alters machte.

h57ace8b.jpg


Dann kam einer mit einer Prachtmähne (Konflikt?), der aber wohl dessen Bruder war.

h9115494.jpg


Dazu 4 ausgewachsene Weibchen. Mike berichtete, dass diese Gruppe gestern Abend oder Nacht eine wilde Prügelei mit einem anderen Löwentrupp hatte und das merkte man allen an.

h33782de.jpg


Der große Pascha humpelte, einer Löwin war die innere Kralle eingerissen, die auch etwas blutete, andere hatten blutige Kratzer am Kopf und alle waren total fertig. Rechts neben uns waren hohe Bäume, die gegen 7:30 noch lange Schatten warfen. Als dieser Schatten kürzer würden mühte man sich hoch und schleppte sich zu unserem Auto und legte sich in unseren Schatten.

h325c79b.jpg


hf07e2f1.jpg

Es war immer dasselbe Weibchen, das das Männchen foppte. Das war mal ein Biss in's Hinterteil, mal ein Klapps auf dasselbe. Er wollte aber nicht und wirkte nur genervt, guckte und wollte wohl sagen: kannst du nicht mal aufhören?
h4bd8ae1.jpg


Der Pascha verkehrt herum. Als sie von ihm abließ fiel er einfach um und weil er gerade so in der Bewegung war auch gleich auf den Rücken.Oh, tat das gut.

h90b6c53.jpg


hc83bb8c.jpg



h49934d3.jpg



hb614a34.jpg


Die Löwin steht auf und kommt zu uns

h27b7abd.jpg


Und noch etwas dichter
hd296a78.jpg


Und lässt sich nieder. Im Vordergrund mein Knie.

Schließlich waren wir umgeben von 6 Löwen, die immer dichter rückten, weil der Schatten immer schmaler wurde. Als Mike nach über einer Stunde den Motor anließ, guckte man verwirrt und verärgert auf und bewegte sich unter großen Anstrengungen, zumindest sah es so aus, ein bis zwei Meter zur Seite, so dass wir uns der Umzingelung entwinden konnten.
Die Lion-Session war herausragend! Großes Kino! Bele, Deine Empfehlung war gerechtfertigt.

Später sahen wir einen älteren Elefantenbullen dicht am Weg, der besenstieldicke Sträucher abbrach und wegknusperte. Es krachte und splitterte. Muss lecker gewesen sein, so ähnlich wie Salzstangen nur ohne Salz.
Teil 1210. Jan. 2014
Hallo Bele,
ich kann also Entwarnung geben, Sango war kein Reinfall, sondern das Gegenteil. War eine prima Empfehlung von dir.
Wir standen ziemlich genau eine Stunde dort von 7:17 bis 8:16 (sagen die Fotodaten) und ich habe über 150 Löwenfotos gemacht. Darunter waren auch solche Detailaufnahmen:

h8d6d2d9.jpg


Tatze von unten
oder

ha61cc39.jpg


Tatze von oben

h2bacd99.jpg


Das sind keine Zoofotos, sondern freie Löwen, die zu uns gekommen sind. Fantastisch!
Die Löwen waren zu jeder Zeit völlig entspannt und wir nach einer gewissen Gewöhnung allmählich auch. Es war wirklich sehr dicht

hcad0c27.jpg


und sie kamen mit den kürzer werdenden Schatten immer dichter an unser Auto. Wir waren einfach nur ein Gegenstand für sie.

Am Nachmittag haben wir noch eine Mokoro-Tour auf dem Khwai gemacht, bei der Ruhe und Naturgenuss im Vordergrund standen. Am Ufer immer wieder Warthogs, Giraffen, Lechwes, und einzelne Hippos, auf die unser Poler natürlich ein besonderes Auge hatte. Eine Rast am Ufer krönte diesen schönen Ausflug, obwohl es für uns ganz nichts zu rasten gab, weil wir sowieso die ganze Zeit bequem im Mokoro saßen.
Gruß
Reinhard
Teil 1312. Jan. 2014
13.10. Sango und Fahrt nach Savuti


Auch an diesem Sonntag war wieder 5:30 Wecken angesagt. Diesmal ging es mit Mike in das Concession Gebiet. Am Khwai entlang viele Hippos gesehen, eines davon mit einer derben Wunde

hd017e8d.jpg


und schließlich sogar Wildhunde.

h89d753d.jpg


Dazwischen lief uns noch als Besonderheit (so betrachte ich ihn mal) ein Ground Hornbill über den Weg, der von BirdLife International als weltweit gefährdet eingestuft wird.

hf75dec9.jpg


Mike krachte einmal versehentlich in ein Erdferkelloch was uns kurzfristig in eine erdnahe Umlaufbahn katapultierte mit einer Landung zwar noch innerhalb des Autos aber etwas entfernt vom Startplatz. Fotos gibt es leider nicht. Mike war es total peinlich und er entschuldigte sich immer wieder. Schäden gab es weder an Mensch noch Maschine.

Fazit: wir haben es genossen: Die Unterkunft, das Essen und drei Gamedrives, eine Mokoro-Tour und last but not least Mike, unseren Guide.

Mittags nach dem Essen dann weiter nach Savuti. Auf Empfehlung des Officers am Mababe Gate über die Marsh Road, die zunächst auch prima war.

h92f4340.jpg


Dann querte sie die Mababe Depression und war, kurz bevor sie austrocknete, heftig zerfahren worden. Das feine Ton/Lehm-Gemisch war betonhart und kaum befahrbar. Wir haben schließlich gewendet, sind einen Teil zurück gefahren und dann rauf zur Sandridge Road.

h2cc0f7b.jpg


Die war, wie erwartet, sehr sandig bis Savuti. Mit etwas Aufmerksamkeit sind wir gut durchgekommen.

Gruß
Reinhard
Teil 1413. Jan. 2014
14. und 15.10. Savuti (CV5) und Weiterfahrt nach Linyanti.


Savuti hat uns, nun schon beim zweiten Besuch, noch weniger gefallen als beim ersten Mal 2010. Sehr heiß

h1cde23e.jpg


(etwas über 40 Grad. Gut, dafür kann Savuti nichts und überraschend ist es auch nicht), sehr dreckiger Sand, ich nehme an, von der Holzkohle tausender Lagerfeuer. So schwarz waren meine Füße (in Sandalen) selten. Und der Sand ist gespickt mit fiesen kleinen, losen Dornen von denen ich mehrere aus meinen Füßen gepult habe. Ich habe wieder feste Schuhe angezogen. Der Ablutionblock ist derart aufgeheizt und auch nach Sonnenuntergang ohne Lüftung (die Tür bleibt geschlossen - verständlich wegen der Tiere, aber eine andere Lüftung gibt es nicht), dass trotz „kalter“ Dusche bei Sonnenuntergang noch beim Abtrocknen erneut der Schweiß ausbricht.

hfc53159.jpg


Außer Tockos, einer Fuchs-Manguste und einen, uns umkreisenden, Elefanten haben wir kaum Tiere gesehen.

hcd920d8.jpg


Eine Kap-Turteltaube. Kennt jeder, ruft immer "work-harrrrder"
Herumgefahren sind wir nicht. Ich schätze es nicht, auf’s Geratewohl durch die Gegend zu brummen, zumal wir an den Fahrttagen genügend herumfahren. Wenn man mal einen guten Guide (Dombo-Uli (Entschuldigung Uli!) und Sango-Mike) hatte, ist man da verwöhnt. Auf dem Platz CV5 aber sitzt man im Gebüsch.

h4386332.jpg

Ein Hörnchen, das unser Auto von unten erkundete.
Gehört haben wir auch keine Tiere, dafür aber ständig den Diesel-Generator für eine oder mehrere der Lodges, auch und besonders nachts. Der Savuti-Channel ist nur noch ein Rinnsal. Die zwei Übernachtungen zu dem hohen Preis hätten wir anders einplanen können.


Am 15. sind wir dann nach Linyanti (CL2) weitergefahren. Die Strecke ist sehr sandig, wir sind aber gut durchgekommen. Meist 2. Gang 4H, gelegentlich 1. Gang 4H. Manchmal gabeln sich die Fahrspuren und man hat keine Zeit, sich deren Qualität anzusehen, weil Anhalten problematisch werden kann. Wir hatten mehrfach Glück mit der Wahl der linken Spur (Savuti Richtung Linyanti). Dort, wo die aus dem Sand ragenden gebleichten Gebeine früherer Fomis missglückte Kämpfe mit dem Tiefsand verraten (oder waren es doch nur Knüppel? Keine Ahnung, nur schnell weiter. Diese Frage muss auf ewig offen bleiben) heißt es, besonders aufzupassen. Wenn der Sand so tief ist, dass die Fahrspur des Vorgängers nur noch zu einem V wird, kann es kritisch werden. Ggfs. den 1. Gang einlegen (nicht anhalten dabei, sondern mit Bedacht aber bestimmt den 1. Gang einlegen) und mit 2000 U/min in 4H durch. So ging’s immer.

h6f2613e.jpg

Das Office von SKL in Linyanti.
Abends hatten wir für eine halbe Stunde das erste heftige Gewitter. Wir verbrachten es im Zelt, das tatsächlich dicht blieb.

Schöne Grüße,
Reinhard

Nächste Folge: Linyanti at it's best.
Teil 1516. Jan. 2014
Liebe Leute,
in Linyanti haben wir einen der schönsten Tage unserer Reise erlebt. Man sitzt oben am Hang und schaut was da so kommt. Immer was los auf der Bühne.

16.10. Linyanti

Linyanti war ein Paradies! Dass man dort kaum herumfahren kann, stört mich wie gesagt wenig. Wir haben dem Tag an unserem Platz gesessen und wurden prächtig unterhalten. Stundenlang plantschten und fraßen Elefanten im Röhricht direkt vor uns und besuchten uns gelegentlich.

h9351422.jpg


h68cc35d.jpg


Ebenso kamen einige Kudus. Dieser schmucke junge Bursche hielt sich lange (zusammen mit seiner Freundin) dicht bei uns auf. Da wir brav auf unseren Stühlen saßen und nur mit dem Baumschatten mitwanderten wurden wir wohl als ungefährlich angesehen.

hf585f3a.jpg


hffe1181.jpg

Bennett's Woodpecker schaut um die Ecke


h54cdcf5.jpg



Sehr viele verschiedene Vögel gab es dort wie bereits vor drei Jahren. Hadedah, Glanzstare, Crested Barbet, Oxpecker, verschiedene Bülbüls, Hartlaub’s Babbler, Bennett’s Woodpecker.

he98b85b.jpg



h285dbcd.jpg

Der Crested Barbet (Hauben-Bartvogel) machte auf uns den Eindruck eines unerschrockenen kleinen Raufbolds. Er nahm gern direkt von den Fingern Rusk-Krümel und biss auch gern mal in den Finger. Wenn man den Krümel nicht losließ zerrte er daran, man hätte ihn mitsamt Krümel hochheben können.

Ein Waran, mehrere Giraffen und immer wieder Elefanten. Sehr störend war, dass einige Offizielle zweimal direkt vor uns mit einem Luftpropellerboot lang brummten mit einem Mordslärm. Die Elefanten stürmten in höchster Aufregung aus dem Wasser zu uns auf den Hang 🤩 Nach einer Viertelstunde kehrte wieder Ruhe ein. Nachts haben wir dicht bei uns Hippos gehört. Auf einmal krachte es laut zehn Meter neben uns. 3 große Elefanten brachen sich dicke Äste ab von einem umgebrochenen großen Baum. Wir betrachteten im Mondlicht mit etwas mulmigem Gefühl die Szenerie. 😵 Bei uns brachen sie glücklicherweise nichts ab.


hb8f0525.jpg

Ein wunderbarer Tag ging zu Ende.
Teil 1626. Jan. 2014
Heute, 26. Januar: strahlender Sonnenschein, minus 10 Grad 🤪
Am 17.10. 2013 hatten wir anderes Wetter:
Abschied vom Paradies, Fahrt nach Kasane und Senyati.

Linyanti war wirklich toll. Ich bin sicher, jeder weitere Tag hätte ebensolche Erlebnisse geboten. Aber Senyati war gebucht und auf ging’s. Unser Nüvi kürzte den Weg entlang der sandigen Cutline Richtung Kachikau mit einer schmalen Piste quer durch den Busch ab. Ich hatte den Eindruck, dass hier jede Woche maximal einer durchkommt. Diese Piste schien weniger benutzt zu sein als alle im CKGR. Bisher hatte alles so gut geklappt … wenn wir hier liegen bleiben … 😕
Aber plötzlich waren wir wieder auf der breiten, roten Sand-Hauptpiste und konnten ab Kachikau erstmals die 2010 noch im Bau befindliche Asphaltstraße befahren.


h503106d.jpg



h6ba8f11.jpg


Die Transitroad zwischen Ngoma und Kasane


h2eab7c3.jpg


Auf dem kurzen Straßenstück zwischen Kazungula und Senyati begegnetet uns plötzlich internationaler Fernverkehr.

Um 14:30 waren wir am Senyati Camp. Unsere Buchung hatte man offenbar vergessen und es dauerte einige Zeit des Suchens und Blätterns, bis eine Bedienstete schließlich entschied: wir sollen in Chalet No. 2. Was etliche schon wissen aber wir bis dato nicht: der Blick auf die Elefantensuhle und das Wasserloch ist allerbest. Vielleicht zehn Meter vor der Terrasse gibt’s eigentlich immer einen großen Elefanten-Auflauf, gelegentlich mit aufgeregtem Trompeten. Grandios.

h197b256.jpg



h1459e49.jpg


h8b49431.jpg


hc86de0a.jpg


hcb8fa5e.jpg


h25e3740.jpg



h124909e.jpg


hde48aff.jpg




Einen schönen Rest-Sonntag wünscht
Reinhard
Teil 1731. Jan. 2014
Es ist Freitag Abend und es geht weiter:

18.10. Senyati

Ich muss gestehen, trotz der vielen Lobeshymnen auf Senyati und deren Eigner bleibt bei uns der Eindruck etwas zwiegespalten.
Einerseits ist die Lage von Chalet No. 2 toll. Direkt vor dem Gebäude unentwegt "Nature-TV".
Andererseits macht die Unterkunft einen verbesserungsfähigen Eindruck. Es sind drei große Räume hintereinander: vorne Essen und Kochen, gazebespannte Fenster, schön luftig.


hcb72cca.jpg


Der mittlere Raum ist der Schlafraum mit verglasten Fenstern, die man zwar öffnen kann aber eben ohne Gaze, d.h. kein Mückenschutz, auch kein Moskitonetz am Bett; am Ende als dritter Raum, der nur durch etwa 2 m hohe Wände getrennt ist, das Bad und WC, soweit alles ok.
Im Schlafraum gab es ein Klimagerät, das aber nicht funktionierte. Die Giebelwand des Bades wird in den Stunden vor Sonnenuntergang enorm aufgeheizt und heizt auch gleich den Schlafraum. Unser misslungener Versuch einer angenehmen Temperierung des Schlafraums sah dann so aus: Glasfenster geschlossen wegen der Mücken (trotzdem hatte ich ungefähr rund 20 neue Stiche am Morgen), Glastür zur Küche weit geöffnet und dort alle Fenster geöffnet, aber Gaze geschlossen. Fazit: Mücken und Bullenhitze.
Entweder hatten wir zuvor Zelte, die nachts abkühlen und dennoch Gazefenster haben oder Aircondition oder Gaze-gesicherte, weit zu öffnende Fenster. Hier nichts dergleichen. Von den Betreibern hat sich während der drei Tage niemand blicken lassen und das Büro war eigentlich immer unbesetzt, jedenfalls wenn wir anwesend waren. Schade.
Die Elefanten-Schau war trotzdem prima:


h197b256_2014-01-31.jpg



h66e1a58.jpg


In Kasane haben wir das kleine Biodiversity Centre am westlichen Ortsrand besucht. Ein rührender und meines Erachtens unterstützenswerter Versuch Schlangen und Vögel, gelegentlich Säugetiere den Touristen in kleinen und großen Käfigen zu zeigen - mit Erläuterung und Führung. Die meisten Tiere wurden aufgegriffen oder verletzt eingeliefert. Wer möchte, kann auch eine Python auf den Arm nehmen.
Schöne Grüße,
Reinhard
Teil 1802. Feb. 2014
Liebe Leute,
nach einem letzten schönen Abend auf Senyati

hd74896f.jpg

ging es am nächsten Morgen weiter.

19.10. Fahrt zur Mazambala Island Lodge am Kwando


Keine besonderen Vorkommnisse. Freundliche Grenzabfertigung an der Ngoma Bridge und ebensolche Aufnahme an der Lodge, die nur eine geringe Belegung hatte.

ha7dbe36.jpg


Waren das zweite Mal dort: immer empfehlenswert.
Tollen Bootsausflug am Nachmittag gemacht.

hc94355c.jpg



h92ff4a4.jpg

Ein Lappenkiebitz


hd61d6c3.jpg


und sein häufigerer Verwandter, der Waffenkiebitz (Blacksmith Plover)


h3eaed6d.jpg


Eine Lechwe im flotten Lauf dicht an uns vorbei
Viele Krokodile gesehen, Hippos und die Krönung: eine Kolonie Karmin- oder Scharlachspinte mit mehreren hundert Tieren an einem kleinen Steilufer.

h1b17d4d.jpg


h680dda6.jpg


Für einen kleinen Zwischenstopp haben wir viel gesehen und einen angenehmen Aufenthalt gehabt.
Schöne Grüße,
Reinhard
Teil 1906. Feb. 2014
20.10. Fahrt zu Drotsky’s Cabins am Panhandle


Wieder zurück nach Botswana (so sammelt man Visa im Pass!).

Wir erwarteten eine in Ehren ergraute, mit deutlich Patina versehene Drotsky’s Cabin am Panhandle und bekamen eine noble, erst drei Jahre alte, in einen großzügigen Park mit Pool eingebundene Lawdon’s Lodge (Benannt nach Lawrence und Donovan, den Söhnen des Eigentümers). Überraschung! Das wohl beste Haus unserer Reise.

h2dbd49f.jpg

Ansicht von der Gartenseite


h62b1667.jpg


Ich habe ja ein Faible für aufwändige hölzerne Dachkonstruktionen! Hier das Haupthaus.


h9ac4f67.jpg


Sehr großzügige, einzeln stehende Cabins aus Holz mit allem Comfort.

h8e6af2d.jpg


Blick von unserer Terrasse in den Park.

h40e43f7.jpg


und so sah es drinnen aus.
Sehr gutes Essen im riesigen, eindrucksvollen Haupthaus. Drei Übernachtungen dort.
Wir haben uns auch Drotsky's Cabin selbst angesehen, die etwa 2-300 Meter flussabwärts liegen und nur noch in Ausnahmefällen belegt werden.
Gruß
Reinhard
Teil 2008. Feb. 2014
So, liebe Leute, es geht weiter.

21.10. Fahrt zu den Tsodilo Hills


Problemlose Anfahrt. Wegen der Hitze fuhren wir früh und waren kurz nach 9 Uhr am Ziel. Mit Führung sind wir den einfachen Rhino-Trail gegangen, der aber auch mit etwas Kletterei verbunden war. Für uns Schleswig-Holsteiner eine echte Herausforderung und das bei über 30 Grad. Es lohnt sich, das UNESCO-Weltkulturerbe anzusehen und erläutert zu bekommen. Kein Ort der Welt hat eine größere Zahl an Felsmalereien. An den Felsen gibt es etwa 4500 bis zu 10.000 Jahre alte Zeichnungen der San, von denen einige !Kung hier noch leben. Auch für die hier lebenden Hambukushu, die auch die Führungen machen, hat der Ort immer noch eine besondere mystische Bedeutung. Es sind aber nach eigenem Verständnis weder die Bilder der !Kung noch der Hambukushu.


h86a1120.jpg


Am Parkplatz gibt ein Museum (oder umgekehrt). Dort warten auch die Guides, die einen begleiten und informieren.


h801ea34.jpg


hc1f2a9e.jpg


h7b3bd1b.jpg


Oben auf dem Female Hill. Es wurde schnell sehr heiß. Dort sind auch Reste einer sehr alten Siedlung zu sehen.


h8501254.jpg

Auch das gab's am Fuße der Felsen zu sehen: Baumritzungen, bis zu 28 Jahre alt 😐
Nachmittags wieder in der Lawdon’s Lodge relaxen.

h0a64b52.jpg


Ein White fronted Bee-eater

22.10. Nochmal relaxen!

Da der Rasen immer gesprengt wird, gibt es viele Singvögel im Park: u.a. Stelzen, Nektarvögel, Shrikes (Würger), Violet-backed Starling, dazu Grey Louries, Drongos, Tauben.
Fazit: eine sehr komfortable, tolle Unterkunft in einer in wunderbaren parkartigen Landschaft, sehr freundliches Personal.

Herzliche Grüße,
Reinhard

Zur Diskussion mit allen 73 Beiträgen