Nachdem wir nun schon zwei Wochen wieder zu Hause sind und ich hier so viele schöne, spannende Reiseberichte gelesen habe, möchte ich unseren Reisebericht ebenfalls hier einstellen.
Ich mache so was zum ersten Mal, also seht mir eventuelle "Anfängerfehler" bitte nach.
Ich wünsche allen viel Spaß 🙂
Ich hatte ja hier einiges von der Freundlichkeit der Menschen in Uganda gelesen und kann dies nur bestätigen. Wir wurden überall so herzlich und liebevoll begrüßt und aufgenommen, ganz viele Menschen fassten uns einfach nur an, sagten „God bless you“ und strahlten. Trotz der absolut schwierigen Lebensverhältnisse war ich beeindruckt von der Lebensfreude und der Kraft dieser Menschen.
Kurz zur Erklärung:
Unser Reiseleiter ist im Bereich Solartechnik tätig und dort sehr erfolgreich. Er hatte 2010 die Idee, in Uganda als soziales Projekt einen Außenstandort im Bereich Solartechnik einzurichten. Dieser kleine Standort ist im Laufe der letzten drei Jahre auf ein Areal von 2 qkm, 15 Häusern, Lagerräumen und Werkstätten angewachsen. Er hatte zur Einweihung des Außenstandortes zu dieser Kundenreise aufgerufen.
Wir waren also eine Reisegruppe von 70 Personen, die sich am Dienstag, 19.11.2013 um 14.30 Uhr auf den Weg zum Flughafen nach Frankfurt machten.
Schon auf der gemeinsamen Zugfahrt konnten wir uns teilweise gegenseitig kennenlernen. Wir waren bunt zusammengewürfelt, der jüngste Reiseteilnehmer war 16 Jahre, die meisten waren um die 50 Jahre und älter.
Der Flug selbst ging erst um 20.15 Uhr. Geflogen sind wir mit Emirates, womit wir wirklich sehr zufrieden waren. Da es mein erster längerer Flug war, konnte ich meine Aufregung kaum unterdrücken.
Ich war daher sehr froh, als es pünktlich und ohne Schwierigkeiten los ging. Der Flug selbst war, bis auf „kleinere“ Wackeleien problemlos, meine gefürchtete Panikatacke stellte sich nicht ein (zumindest nicht auf dem Hinflug).
Trotzdem war ich froh, als wir nach rund 6 Stunden erst einmal in Dubai zwischenlandeten. Dort hatten wir 1,5 Stunden Zeit, danach ging es noch mal 5 Stunden weiter nach Entebbe.
]
Dort lernten wir unsere erste Lektion im „warten“, willkommen in Afrika, lachte unser Reiseleiter.
Obwohl wir als Gruppe angemeldet waren, dauerte es fast 3 Stunden bis wir alle durch die Kontrollen waren. Alle Koffer waren da und das wäre schon das erste „Wunder“, wie uns der Reiseleiter erklärte. Es käme schon öfter mal vor, dass ein Gepäckstück nicht da wäre und bei einer so großen Gruppe hatte er schon fest damit gerechnet. Als wir aus dem Flughafen kamen, erlebten wir unser erstes Gewitter, kurz aber heftig.
Der Bus, der uns abholen sollte war abenteuerlich. Niemand von uns glaubte wirklich, dass er uns alle auf einmal und auch noch unser Gepäck sicher ans Ziel bringen würde. Beim Einpacken der Koffer krochen der Busfahrer und zwei andere Männer in den Laderaum des Busses und versuchten, alle Koffer unterzubringen. Rechts rein, links wieder raus! Am Schluss wurde der Innenraum des Busses mit den restlichen Koffern „vollgestopft“ und wir konnten nur noch staunen.
Der Bus rechts im Bild war unser, auf dem Bild sieht er besser aus als in Wirklichkeit 🙂
Dann ging es auf einem Umweg durch Kampala zu unserem eigentlichen Ziel. (Wir sollten ja sofort so viel vom Land sehen wie möglich, da wir ja „nur“ 7 Tage dort sein würden. Dies zog sich wie ein roter Faden durch unseren gesamten Aufenthalt, immer wurde jede Minute „voll“ genutzt und Zeit zum durchatmen gab es wenig.)
Die Fahrt durch die Hauptstadt war wirklich verrückt. Alle Eindrücke stürmten auf einmal auf uns ein, der Lärm, die Gerüche, die Menschenmassen. Wir waren verblüfft, dass wir tatsächlich keinen einzigen Unfall sahen, so wie da gefahren wurde.
Wir hielten mehrere Male kurz an und waren sofort umringt von Kindern, die uns staunend betrachteten.
Nach über zwei Stunden Fahrt wurde die Straße dann schlechter und wir fuhren eigentlich von einem Schlagloch zum nächsten und das etwa 1 Stunde lang. Es wurde schon langsam dunkel, da waren wir fast da. Das Solarcenter, ist außen von einer Mauer umgeben und oben mit Stacheldraht bestückt. Ein riesiges Eingangstor wurde von Wachmännern geöffnet und wir konnten durchfahren.
Der Anblick der sich uns bot war verrückt. Vorher durch das absolut grüne Niemandsland gefahren, war hier plötzlich ein Innenhof mit 15 kleinen Häuschen und anderen Gebäuden und überall standen Menschen die uns begrüßten, winkten und lachten. Wir waren nun fast 30 Stunden unterwegs und ließen das Gepäck komplett im Bus und trafen uns erst einmal im Versammlungshaus“.
In diesem "Versammlungshaus" nahmen wir immer alle Mahlzeiten ein und trafen uns auch immer abends zum gemütlichen Beisammensitzen. Es lag in der Mitte des Centers und bot Platz für etwa 100 Leute.
Eines der 15 kleinen Häuschen im inneren des Centers. Nächstes Jahr ist ein Ausbildungsprogramm vorgesehen, das etwa 70 jungen Leuten aus Uganda ermöglichen soll, den Beruf des Elektrikers vor Ort zu erlernen. Die Jugendlichen werden dann in den Häusern hier wohnen.
Es gab Getränke und es war ein leckeres Essen für uns zubereitet worden. Leider war der Koch angesichts solcher Menschenmassen einigermaßen fassungslos, obwohl er darauf ja vorbereitet worden war. Aber er bekam es durch Improvisation sehr gut in den Griff.
Abendliches Buffet
Wir wurden dann auf unsere Häuser aufgeteilt und nahmen von der Umgebung vor lauter Müdigkeit kaum noch etwas war.
Jetzt war ich wirklich angekommen in Afrika, freuen verschiebe ich auf morgen gähn
Noch ein kurzer Abstecher ins Bad und dann ging nichts mehr 🙂
Donnerstag, 21.11.2013
Morgens werden wir vom hauseigenen Hahn geweckt, es ist 6.30 Uhr. Wir haben gut und tief geschlafen, wir treffen uns alle zusammen zum Frühstück. Man hat keine Kosten und Mühen gescheut um „den Deutschen“ alles so angenehm wie möglich zu machen. Jeder gibt sich die allergrößte Mühe und wir sind gerührt.
Heute ist die offizielle Einweihung des Solarcenters geplant, gegen 11 Uhr werden die ersten Gäste erwartet, oder vielleicht auch gegen 12 Uhr oder gegen 1 Uhr 🙂
Für uns ist es noch sehr ungewohnt, wie locker man hier mit dem Thema Zeit umgeht. Wir erkunden erst einmal das Center. Die Bananenstauden stehen direkt neben uns, irgendwie kommen wir jetzt erst richtig an.
Wenn wir aus dem Haus traten, hätten wir die Bananen direkt pflücken können 🙂 Einige fanden auch den Weg mit nach Hause und jeder war absolut begeistert vom Geschmack.
Gegen 12 Uhr kommen dann tatsächlich die ersten Gäste, hochrangige Distriktleiter, „Bürgermeister“, „Polizeidistriktchefs“, eine Kindertanzgruppe und plötzlich ist auch eine Schulklasse da, die eigentlich gar nicht geplant war, die aber gerne die Feier verschönern will.
Der Präsident Museveni hatte sich ebenfalls angemeldet, das machte alles sehr spannend, doch kurz vorher hatte er dann doch noch alles abgesagt.
Die Feier begann mit unzähligen Reden, meistens auf Englisch, teilweise übersetzt ins Deutsche oder in die in diesem Abschnitt des Landes gesprochene Sprache. Schade, ich hatte extra zu Hause ein paar Sätze auf Kisuaheli gelernt, leider sprachen sie da einen anderen Dialekt und ich konnte zur Belustigung meines Mannes, mein Wissen nicht anbringen.
Die Kinder entfachten nach den offiziellen Reden ein wahres Feuerwerk an Musik, es war herrlich.
Dann gab es Essen für etwa 150 Leute und es war eine wahnsinnige Leistung für alle dort arbeitenden, wie gut sie das gemeistert haben.
Wir haben noch nie Kinder so viel essen sehen und konnten nur staunen, wie viel in so einen Kindermagen in kürzester Zeit reinpasst.
Wir kamen dann mit den Kindern ins Gespräch, sie waren sehr anhänglich, erzählten uns von ihrem Alltag, was uns sehr beeindruckte. Viele stehen morgens bereits um 3.30 Uhr auf und müssen 2,5 Stunden zur Schule laufen. Abends um 18 Uhr geht es dann wieder den ganzen Weg zurück. Und sie sind dankbar, dass sie lernen dürfen.
Zwei Mädchen fragten mich, ob in unserem Haus denn noch Platz wäre, ihre Eltern wären tot, ob ich sie bitte nicht mitnehmen könnte. Es schnürte mir den Hals zu und ich konnte sie nur ablenken, indem ich Fotos von ihnen machte und versprach, sie ihnen zu schicken. Da hatte ich was angerichtet. 🤩 Sofort war ich von Kindern umringt und jeder wollte unbedingt ein Foto mit mir machen.
Nachher tauschte ich mit ihrem Lehrer die E-Mail Adressen aus und konnte auch gleich meine mitgebrachten Schulsachen mitgeben. Alle waren so dankbar und ich war froh, dass ich alles eingepackt hatte.
Es aber eine absolut fröhliche, lebenslustige Feier und es wurden in Kleingruppen Rundgänge durch das Center angeboten. Besonders die Männer waren daran sehr interessiert, weil die dortigen Solaranlagen erklärt und gezeigt wurden.
Als dann alle Gäste weg waren, ließen wir den Abend ruhig ausklingen und gingen relativ früh ins Bett.
Freitag, 22.11.2013
Heute wollen wir zur Paraa Lodge fahren, von wo dann morgen die Safari starten soll. Um 8 Uhr gab es wieder ein gemeinsames Frühstück. Der Reiseleiter hatte für die ganze Gruppe Autos gemietet, die gegen 9 Uhr eintrafen. Wir wurden also auf die Autos verteilt und konnten gegen 10 Uhr endlich losfahren. Da lernten wir dann gleich noch eine „typische Eigenart“ von dort kennen. Die Autos kommen fast leer an und dann muss erst mal getankt werden.
Also war unser erster Anlaufpunkt eine Tankstelle. Also 70 Leute wieder raus aus den Autos und alle 11 Autos tanken. Da war schnell mal 1 Stunde weg. Wir fielen überall auf, die ersten zwei Autos wurden angeschaut als wir ankamen, die nächsten Autos einfach nur ungläubig angestarrt und ca. ab dem 6. Auto wurde nur noch geschrien und gelacht und alle kamen angerannt. Es war zu lustig, wir fotografierten die Einheimischen und die zückten ihre Handys und fotografierten uns 🙂
Ich vertrieb mir die Zeit mit den versammelten Kindern und meinen mitgebrachten Luftballons 🙂
Nach ca. 1 Stunde stiegen wir alle wieder ein, es dauerte jedoch nicht lange, da waren wir bei der nächsten Tankstelle angekommen und das ganze wiederholte sich.
Insgesamt hatten wir drei Tankstopps und zwischendrin ging unser Auto kaputt. Der Fahrer blieb cool, alles aussteigen, auf die anderen Autos verteilen, schließlich hatten wir für „Uganda Verhältnisse“ in den Autos ja eh zu viel Platz und er fuhr langsam nach Masindi um das Auto irgendwie reparieren zu lassen. (Wie er uns nachher erklärte, wusste er von Anfang an, dass das Auto eigentlich kaputt war. Er ist aber trotzdem damit losgefahren, weil das Auto ja bestellt war…)
Ratloses warten nachdem feststeht, das wir mit diesem Auto erst! einmal nicht weiterfahren konnten. Es dauerte jedoch nicht mal 2 Stunden, da stieß der Fahrer wieder zu uns und erklärte uns stolz, das Auto wäre in Masindi mit "nur" ein paar Hammerschlägen repariert worden 🤩 Na wollen wir das beste hoffen 🙂
Durch die Tankerei und das kaputte Auto hatten wir ziemlich viel Zeit verloren. Der „Zeitplan“ wurde ein „bisschen“ umgelegt und wir fuhren gleich zu den Murchison Falls, obwohl wir eigentlich die Nilfahrt erst geplant hatten. Dort hatten wir etwa 1 Stunde Aufenthalt und waren beeindruckt von der Aussicht und dem Tosen der Wassermassen.
Dann hatte man es plötzlich sehr eilig, weil wir die Fähre zur Paraa Lodge erreichen mussten. In einem Höllentempo, ging es auf den Schlaglöcher gesäten Wegen zur Fähre. Um 18.45 Uhr, nachdem wir insgesamt 8,5 Stunden unterwegs waren , kamen wir dort an und konnten gleich übersetzen.
Fähre zur Paraa Lodge, fotografiert am nächsten Tag bei der Heimfahrt
Ein bisschen mulmig war uns beim Anblick der Fähre ja schon, sie sah nicht unbedingt so vertrauenswürdig aus, wenn man bedenkt, was alles drauf geladen werden sollte. Einer unserer Reiseleiter sagte dazu nur: "Die Hände bitte nicht in Wasser hängen lassen, hier gibt große Krokodile, die beißen sich fest, dann ich muss nehmen Machete und trennen Arm ab um Krokodil wieder loß zu werden". 😗 Aha, gut zu wissen 🙂
Wir waren absolut müde und kaputt und da es schon fast ganz dunkel war, konnten wir das „Ankommen“ gar nicht richtig würdigen. Wir bezogen unsere Zimmer und sahen vom Balkon den Pool und irgendwie hatte jeder den gleichen Gedanken: Da will ich rein 🙂
Eigentlich war der Pool schon geschlossen, doch den ca. 40 Muzungus, die da jetzt standen, hatten sie nichts entgegenzusetzen und wir ließen uns ins Wasser gleiten.
Absolut herrlich nach dieser Anfahrt 🙂 Abends konnte ich kein Bild mehr machen, es war stockdunkel, aber am nächsten Tag sah der Pool noch genauso schön aus 🙂
Dann hieß es schnell umziehen und das aufgebaute, absolut super leckere Buffet zu genießen.
Um 22 Uhr fielen wir absolut tot müde, aber mit vielen Eindrücken, in unsere Betten.
Morgen geht es zur Safari, darauf freuen wir uns riesig und sind total gespannt.
Samstag, 23.11.2013
Eigentlich war geplant, um 6 Uhr zu starten und Lunchpakte mitzunehmen. Dieser Plan wurde jedoch „kurzfristig“ geändert (oh wie ich diese Planänderungen liebe), es wurde doch erst gefrühstückt und bis alle in den Autos waren, war es 7.20 Uhr. So ganz toll fanden wir das nicht, wurden dann aber beim Anblick der Tiere ganz aufgeregt.
Unser erster Affe, wahrscheinlich war dieser Affe an diesem Tag das meist fotografierte Tier in diesem Park weil alle Autos von uns anhielten und Fotos von ihm machten 🙂
Wir fuhren unterschiedliche Routen und leider waren wir in einem Auto, das keine Elefanten zu Gesicht bekam. Die anderen erzählten uns nachher von einer großen Elefantenherde mit etwa 40 Tieren und das sie diese längere Zeit direkt neben der Straße beobachtet hätten.
Wir waren da schon etwas neidisch.
Wir sind auch weite Strecken im Park gefahren ohne viele Tiere zu sehen, was mich sehr gewundert hat. Auch Vögel haben wir kaum gesehen. Leider hat auch unser Fahrer den Motor vom Auto nur ein einziges Mal ausgemacht beim anhalten, weil er Angst hatte, das Auto, welches ja am Vortag „kurz“ kaputt war, würde nicht mehr anspringen.
Daher haben fast alle unsere Bilder einen kleinen „Wackelkontakt“, was mir sehr leid getan hat.
Dafür konnten wir sehr viele Giraffen sehen, auch ganz genau vor unserem Auto.
Ich hätte stundenlang stehen bleiben und sie einfach beobachten können. Einigen kam es aber schon komisch vor, als ich dann das ca. 30. Bild von ihnen schossen, sie waren der Meinung, nun haben wir ja jetzt Giraffen gesehen, warum halten wir denn schon wieder an, aber das war uns dann auch egal. Wir mussten um jeden Stopp kämpfen und irgendwann setzen wir uns einfach durch und wurden auch etwas nachdrücklicher wenn wir „Stopp“ riefen. Es war, als hätte unser Fahrer Geld dafür bekommen, nicht anzuhalten. Er hatte es immer eilig.
Ich denke das hier ist ein Uganda-Kob
Laut unserem Fahrer sahen wir zwar keine Elefanten und keine Löwen, dafür aber einen seltenen Streifenschakal. Na also!
Streifenschakal
Einige Herden von Kaffernbüffeln konnten wir beobachten, einige Affen, Warzenschweine, und Kronenkraniche. Aber es war wie hier im Forum ja auch schon teilweise beschrieben wurde, es waren nicht so viele Tiere wie wir gedacht hatten.
Büffel mit Freund 🙂
Zwei Kronenkraniche - beide stark beleidigt, warum auch immer 😉
Leider weiß ich nicht, was für Tiere das hier waren, vielleicht kann da jemand helfen
Ausflug von Familie Warzenschwein
Uups, den hätten wir jetzt fast mitgenommen, unser Fahrer meinte wohl, er würde uns aus dem Weg gehen, tja falsch gedacht
Das kleine hätte ich gerne mitgenommen, hätte nur die Autotür aufmachen müssen, es lag so schön da 🙂 Leider hat unser Fahrer nicht lange genug angehalten

Hier wieder zwei Bilder wo ich leider nicht weiß, welche Tiere zu sehen sind.
Der mit den Affen "kämpft" könnte ein Marabu sein?
Viel zu schnell ging die Zeit rum und nach etwa 4 Stunden ging es schon wieder zurück in die Paraa Lodge. Wir wären gerne noch wesentlich länger dort geblieben, aber unser straffer Zeitplan ließ das nicht zu.
Nach dem Mittagessen war dann die Nilfahrt an der Reihe, die eigentlich für gestern geplant gewesen war. Daher mussten wir die Safari verkürzen.
Die Fahrt auf dem Nil empfand ich als eines der schönsten Erlebnisse unserer Reise. Wir sahen dort am Ufer dann doch noch Elefanten und waren wieder etwas versöhnt das wir ihnen im Park nicht begegnet waren.
Ich mache so was zum ersten Mal, also seht mir eventuelle "Anfängerfehler" bitte nach.
Ich wünsche allen viel Spaß 🙂
Ich hatte ja hier einiges von der Freundlichkeit der Menschen in Uganda gelesen und kann dies nur bestätigen. Wir wurden überall so herzlich und liebevoll begrüßt und aufgenommen, ganz viele Menschen fassten uns einfach nur an, sagten „God bless you“ und strahlten. Trotz der absolut schwierigen Lebensverhältnisse war ich beeindruckt von der Lebensfreude und der Kraft dieser Menschen.
Kurz zur Erklärung:
Unser Reiseleiter ist im Bereich Solartechnik tätig und dort sehr erfolgreich. Er hatte 2010 die Idee, in Uganda als soziales Projekt einen Außenstandort im Bereich Solartechnik einzurichten. Dieser kleine Standort ist im Laufe der letzten drei Jahre auf ein Areal von 2 qkm, 15 Häusern, Lagerräumen und Werkstätten angewachsen. Er hatte zur Einweihung des Außenstandortes zu dieser Kundenreise aufgerufen.
Wir waren also eine Reisegruppe von 70 Personen, die sich am Dienstag, 19.11.2013 um 14.30 Uhr auf den Weg zum Flughafen nach Frankfurt machten.
Schon auf der gemeinsamen Zugfahrt konnten wir uns teilweise gegenseitig kennenlernen. Wir waren bunt zusammengewürfelt, der jüngste Reiseteilnehmer war 16 Jahre, die meisten waren um die 50 Jahre und älter.
Der Flug selbst ging erst um 20.15 Uhr. Geflogen sind wir mit Emirates, womit wir wirklich sehr zufrieden waren. Da es mein erster längerer Flug war, konnte ich meine Aufregung kaum unterdrücken.
Ich war daher sehr froh, als es pünktlich und ohne Schwierigkeiten los ging. Der Flug selbst war, bis auf „kleinere“ Wackeleien problemlos, meine gefürchtete Panikatacke stellte sich nicht ein (zumindest nicht auf dem Hinflug).
Trotzdem war ich froh, als wir nach rund 6 Stunden erst einmal in Dubai zwischenlandeten. Dort hatten wir 1,5 Stunden Zeit, danach ging es noch mal 5 Stunden weiter nach Entebbe.
Dort lernten wir unsere erste Lektion im „warten“, willkommen in Afrika, lachte unser Reiseleiter.
Obwohl wir als Gruppe angemeldet waren, dauerte es fast 3 Stunden bis wir alle durch die Kontrollen waren. Alle Koffer waren da und das wäre schon das erste „Wunder“, wie uns der Reiseleiter erklärte. Es käme schon öfter mal vor, dass ein Gepäckstück nicht da wäre und bei einer so großen Gruppe hatte er schon fest damit gerechnet. Als wir aus dem Flughafen kamen, erlebten wir unser erstes Gewitter, kurz aber heftig.
Der Bus, der uns abholen sollte war abenteuerlich. Niemand von uns glaubte wirklich, dass er uns alle auf einmal und auch noch unser Gepäck sicher ans Ziel bringen würde. Beim Einpacken der Koffer krochen der Busfahrer und zwei andere Männer in den Laderaum des Busses und versuchten, alle Koffer unterzubringen. Rechts rein, links wieder raus! Am Schluss wurde der Innenraum des Busses mit den restlichen Koffern „vollgestopft“ und wir konnten nur noch staunen.
Dann ging es auf einem Umweg durch Kampala zu unserem eigentlichen Ziel. (Wir sollten ja sofort so viel vom Land sehen wie möglich, da wir ja „nur“ 7 Tage dort sein würden. Dies zog sich wie ein roter Faden durch unseren gesamten Aufenthalt, immer wurde jede Minute „voll“ genutzt und Zeit zum durchatmen gab es wenig.)
Die Fahrt durch die Hauptstadt war wirklich verrückt. Alle Eindrücke stürmten auf einmal auf uns ein, der Lärm, die Gerüche, die Menschenmassen. Wir waren verblüfft, dass wir tatsächlich keinen einzigen Unfall sahen, so wie da gefahren wurde.
Der Anblick der sich uns bot war verrückt. Vorher durch das absolut grüne Niemandsland gefahren, war hier plötzlich ein Innenhof mit 15 kleinen Häuschen und anderen Gebäuden und überall standen Menschen die uns begrüßten, winkten und lachten. Wir waren nun fast 30 Stunden unterwegs und ließen das Gepäck komplett im Bus und trafen uns erst einmal im Versammlungshaus“.
Es gab Getränke und es war ein leckeres Essen für uns zubereitet worden. Leider war der Koch angesichts solcher Menschenmassen einigermaßen fassungslos, obwohl er darauf ja vorbereitet worden war. Aber er bekam es durch Improvisation sehr gut in den Griff.
Wir wurden dann auf unsere Häuser aufgeteilt und nahmen von der Umgebung vor lauter Müdigkeit kaum noch etwas war.
Jetzt war ich wirklich angekommen in Afrika, freuen verschiebe ich auf morgen gähn
Noch ein kurzer Abstecher ins Bad und dann ging nichts mehr 🙂
Morgens werden wir vom hauseigenen Hahn geweckt, es ist 6.30 Uhr. Wir haben gut und tief geschlafen, wir treffen uns alle zusammen zum Frühstück. Man hat keine Kosten und Mühen gescheut um „den Deutschen“ alles so angenehm wie möglich zu machen. Jeder gibt sich die allergrößte Mühe und wir sind gerührt.
Heute ist die offizielle Einweihung des Solarcenters geplant, gegen 11 Uhr werden die ersten Gäste erwartet, oder vielleicht auch gegen 12 Uhr oder gegen 1 Uhr 🙂
Für uns ist es noch sehr ungewohnt, wie locker man hier mit dem Thema Zeit umgeht. Wir erkunden erst einmal das Center. Die Bananenstauden stehen direkt neben uns, irgendwie kommen wir jetzt erst richtig an.
Gegen 12 Uhr kommen dann tatsächlich die ersten Gäste, hochrangige Distriktleiter, „Bürgermeister“, „Polizeidistriktchefs“, eine Kindertanzgruppe und plötzlich ist auch eine Schulklasse da, die eigentlich gar nicht geplant war, die aber gerne die Feier verschönern will.
Die Feier begann mit unzähligen Reden, meistens auf Englisch, teilweise übersetzt ins Deutsche oder in die in diesem Abschnitt des Landes gesprochene Sprache. Schade, ich hatte extra zu Hause ein paar Sätze auf Kisuaheli gelernt, leider sprachen sie da einen anderen Dialekt und ich konnte zur Belustigung meines Mannes, mein Wissen nicht anbringen.
Die Kinder entfachten nach den offiziellen Reden ein wahres Feuerwerk an Musik, es war herrlich.
Dann gab es Essen für etwa 150 Leute und es war eine wahnsinnige Leistung für alle dort arbeitenden, wie gut sie das gemeistert haben.
Wir haben noch nie Kinder so viel essen sehen und konnten nur staunen, wie viel in so einen Kindermagen in kürzester Zeit reinpasst.
Wir kamen dann mit den Kindern ins Gespräch, sie waren sehr anhänglich, erzählten uns von ihrem Alltag, was uns sehr beeindruckte. Viele stehen morgens bereits um 3.30 Uhr auf und müssen 2,5 Stunden zur Schule laufen. Abends um 18 Uhr geht es dann wieder den ganzen Weg zurück. Und sie sind dankbar, dass sie lernen dürfen.
Zwei Mädchen fragten mich, ob in unserem Haus denn noch Platz wäre, ihre Eltern wären tot, ob ich sie bitte nicht mitnehmen könnte. Es schnürte mir den Hals zu und ich konnte sie nur ablenken, indem ich Fotos von ihnen machte und versprach, sie ihnen zu schicken. Da hatte ich was angerichtet. 🤩 Sofort war ich von Kindern umringt und jeder wollte unbedingt ein Foto mit mir machen.
Es aber eine absolut fröhliche, lebenslustige Feier und es wurden in Kleingruppen Rundgänge durch das Center angeboten. Besonders die Männer waren daran sehr interessiert, weil die dortigen Solaranlagen erklärt und gezeigt wurden.
Als dann alle Gäste weg waren, ließen wir den Abend ruhig ausklingen und gingen relativ früh ins Bett.
Freitag, 22.11.2013
Heute wollen wir zur Paraa Lodge fahren, von wo dann morgen die Safari starten soll. Um 8 Uhr gab es wieder ein gemeinsames Frühstück. Der Reiseleiter hatte für die ganze Gruppe Autos gemietet, die gegen 9 Uhr eintrafen. Wir wurden also auf die Autos verteilt und konnten gegen 10 Uhr endlich losfahren. Da lernten wir dann gleich noch eine „typische Eigenart“ von dort kennen. Die Autos kommen fast leer an und dann muss erst mal getankt werden.
Also war unser erster Anlaufpunkt eine Tankstelle. Also 70 Leute wieder raus aus den Autos und alle 11 Autos tanken. Da war schnell mal 1 Stunde weg. Wir fielen überall auf, die ersten zwei Autos wurden angeschaut als wir ankamen, die nächsten Autos einfach nur ungläubig angestarrt und ca. ab dem 6. Auto wurde nur noch geschrien und gelacht und alle kamen angerannt. Es war zu lustig, wir fotografierten die Einheimischen und die zückten ihre Handys und fotografierten uns 🙂
Ich vertrieb mir die Zeit mit den versammelten Kindern und meinen mitgebrachten Luftballons 🙂
Insgesamt hatten wir drei Tankstopps und zwischendrin ging unser Auto kaputt. Der Fahrer blieb cool, alles aussteigen, auf die anderen Autos verteilen, schließlich hatten wir für „Uganda Verhältnisse“ in den Autos ja eh zu viel Platz und er fuhr langsam nach Masindi um das Auto irgendwie reparieren zu lassen. (Wie er uns nachher erklärte, wusste er von Anfang an, dass das Auto eigentlich kaputt war. Er ist aber trotzdem damit losgefahren, weil das Auto ja bestellt war…)
Durch die Tankerei und das kaputte Auto hatten wir ziemlich viel Zeit verloren. Der „Zeitplan“ wurde ein „bisschen“ umgelegt und wir fuhren gleich zu den Murchison Falls, obwohl wir eigentlich die Nilfahrt erst geplant hatten. Dort hatten wir etwa 1 Stunde Aufenthalt und waren beeindruckt von der Aussicht und dem Tosen der Wassermassen.
Ein bisschen mulmig war uns beim Anblick der Fähre ja schon, sie sah nicht unbedingt so vertrauenswürdig aus, wenn man bedenkt, was alles drauf geladen werden sollte. Einer unserer Reiseleiter sagte dazu nur: "Die Hände bitte nicht in Wasser hängen lassen, hier gibt große Krokodile, die beißen sich fest, dann ich muss nehmen Machete und trennen Arm ab um Krokodil wieder loß zu werden". 😗 Aha, gut zu wissen 🙂
Wir waren absolut müde und kaputt und da es schon fast ganz dunkel war, konnten wir das „Ankommen“ gar nicht richtig würdigen. Wir bezogen unsere Zimmer und sahen vom Balkon den Pool und irgendwie hatte jeder den gleichen Gedanken: Da will ich rein 🙂
Eigentlich war der Pool schon geschlossen, doch den ca. 40 Muzungus, die da jetzt standen, hatten sie nichts entgegenzusetzen und wir ließen uns ins Wasser gleiten.
Dann hieß es schnell umziehen und das aufgebaute, absolut super leckere Buffet zu genießen.
Um 22 Uhr fielen wir absolut tot müde, aber mit vielen Eindrücken, in unsere Betten.
Morgen geht es zur Safari, darauf freuen wir uns riesig und sind total gespannt.
Samstag, 23.11.2013
Eigentlich war geplant, um 6 Uhr zu starten und Lunchpakte mitzunehmen. Dieser Plan wurde jedoch „kurzfristig“ geändert (oh wie ich diese Planänderungen liebe), es wurde doch erst gefrühstückt und bis alle in den Autos waren, war es 7.20 Uhr. So ganz toll fanden wir das nicht, wurden dann aber beim Anblick der Tiere ganz aufgeregt.
Unser erster Affe, wahrscheinlich war dieser Affe an diesem Tag das meist fotografierte Tier in diesem Park weil alle Autos von uns anhielten und Fotos von ihm machten 🙂
Wir waren da schon etwas neidisch.
Wir sind auch weite Strecken im Park gefahren ohne viele Tiere zu sehen, was mich sehr gewundert hat. Auch Vögel haben wir kaum gesehen. Leider hat auch unser Fahrer den Motor vom Auto nur ein einziges Mal ausgemacht beim anhalten, weil er Angst hatte, das Auto, welches ja am Vortag „kurz“ kaputt war, würde nicht mehr anspringen.
Daher haben fast alle unsere Bilder einen kleinen „Wackelkontakt“, was mir sehr leid getan hat.
Dafür konnten wir sehr viele Giraffen sehen, auch ganz genau vor unserem Auto.
Laut unserem Fahrer sahen wir zwar keine Elefanten und keine Löwen, dafür aber einen seltenen Streifenschakal. Na also!
Einige Herden von Kaffernbüffeln konnten wir beobachten, einige Affen, Warzenschweine, und Kronenkraniche. Aber es war wie hier im Forum ja auch schon teilweise beschrieben wurde, es waren nicht so viele Tiere wie wir gedacht hatten.
Der mit den Affen "kämpft" könnte ein Marabu sein?
Viel zu schnell ging die Zeit rum und nach etwa 4 Stunden ging es schon wieder zurück in die Paraa Lodge. Wir wären gerne noch wesentlich länger dort geblieben, aber unser straffer Zeitplan ließ das nicht zu.
Nach dem Mittagessen war dann die Nilfahrt an der Reihe, die eigentlich für gestern geplant gewesen war. Daher mussten wir die Safari verkürzen.
Die Fahrt auf dem Nil empfand ich als eines der schönsten Erlebnisse unserer Reise. Wir sahen dort am Ufer dann doch noch Elefanten und waren wieder etwas versöhnt das wir ihnen im Park nicht begegnet waren.