wir haben uns ungefähr vor einem Jahr um diese Zeit entschlossen, dass Namibia im September 2013 unser nächstes Urlaubsziel werden sollte. Voller Begeisterung und Vorfreude habe ich mich daraufhin in die Vorbereitungen gestürzt. Die Zeit des Planens und Organisierens ist für mich persönlich ein wichtiger Bestandteil des eigentlichen Urlaubs, da Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude ist und der Urlaub selbst meist viel zu schnell vorbei geht. Ihr alle habt mir dabei sehr geholfen, mit vielen wertvollen Ratschlägen, die sich ausnahmslos alle in der Praxis bewährt haben. Als kleines Dankeschön möchte ich euch daher an unserem Reisebericht in Form eines Adventskalenders teilhaben lassen. Ich hoffe, dass ich es zeitlich schaffe, jeden Tag einen weiteren Teil einzustellen und freue mich, wenn ihr fleißig mitlest und kommentiert 🤪
Noch kurz zu „uns“: das sind Marc und Sonja, 33 und 27 Jahre alt, aktuell wohnhaft in der schönen bayerischen Landeshauptstadt. Wir reisen sehr gerne und auch häufig, für uns beide war es jedoch die erste Afrika-Erfahrung.
Ab Morgen geht es dann los mit der Vorstellung unserer Route. Da ich auch mit Bilder posten wenig Erfahrung habe, gibt’s hier schon mal ein Testbild unseres Anflugs auf Windhoek:
Teil 202. Dez. 2013
Hallo ihr Lieben,
heute möchte ich euch erst mal unsere Reiseroute vorstellen, die wir in genau dieser Form vorab (mit tatkräftiger Unterstützung einiger Forumsmitglieder) festgelegt und auch bereits fix gebucht hatten. Im Nachhinein betrachtet war das auch sinnvoll, da einige Unterkünfte ausgebucht waren (vor allem die Lodges) und die Entfernungen zwischen den Übernachtungsmöglichkeiten doch teilweise recht groß sind.
13.09.2013 Flug München – Johannesburg – Windhoek (SAA) 14.09.2013 Windhoek – Hochland Nest (Lodge) 15.09.2013 Hochland Nest – Okonjima (Omboroko Campsite) 16.09.2013 Okonjima 17.09.2013 Okonjima – Onguma (Campsite) 18.09.2013 Onguma – Okaukuejo (Campsite) 19.09.2013 Okaukuejo 20.09.2013 Okaukuejo – Vingerklip Lodge (Lodge) 21.09.2013 Vingerklip Lodge – Sam’s Giardino (Hotel) 22.09.2013 Sam’s Giardino 23.09.2013 Sam’s Giardino – Sesriem (Campsite) 24.09.2013 Sesriem 25.09.2013 Sesriem – Koiimasis (Campsite) 26.09.2013 Koiimasis – Klein Aus Vista (Desert Horse Campsite) 27.09.2013 Klein Aus Vista – Fish River Canon Lodge (Lodge) 28.09.2013 Fish River Canon Lodge 29.09.2013 Fish River Canon Lodge – Bagatelle Kalahari Game Ranch (Campsite) 30.09.2013 Bagatelle Kalahari Game Ranch 01.10.2013 Bagatelle Kalahari Game Ranch – Heinitzburg (Hotel) 02.10.2013 Heinitzburg 03.10.2013 Flug Windhoek – Johannesburg – München (SAA) 04.10.2013 Ankunft München
So, jetzt habt ihr einen ersten groben Überblick, morgen geht’s dann los mit unserer Reise 😄
Teil 303. Dez. 2013
13./14.09.2013
Die Anreise von München nach Windhoek klappte ausgezeichnet. In vielen schlaflosen Nächten hatte ich mir ausgemalt, was alles passieren könnte: verlorenes Gepäck, verpasster Anschlussflug, Transfer trotz Buchung nicht vor Ort 😕 – alles umsonst. Pünktlich um 21:55 Uhr startete die A330 von South African Airways mit uns an Bord Richtung Johannesburg. Während ich nach dem Essen dank „Hangover III“, Oropax und Augenklappe gleich eingeschlafen bin, hat Marc in dieser Nacht kaum ein Auge zugetan. Schlafen im Flieger ist nicht so seins. Mit Rückenwind kamen wir 15 Minuten vor der geplanten Zeit in Johannesburg an, was bei nur einer Stunde geplantem Aufenthalt ein beruhigendes Zeitpolster ist. Und trotz der Tatsache, dass wir an der Passkontrolle bevorzugt behandelt und seitlich vorbei gelassen wurden, waren wir mit die letzten an Bord des Flugzeuges nach Windhoek. Wir mussten sogar einen unserer Handgepäck-Trolleys am Flieger noch abgeben, weil im Passagierraum kein Platz mehr war. Gut, dass da unser Notgepäck für die ersten zwei, drei Tage drin war… 🤨
Um 11:35 Uhr landeten wir in Windhoek, und schon eine Dreiviertelstunde später standen wir mit all unseren Gepäckstücken, den ersten namibischen Dollars im Geldbeutel und einer MTC SIM-Karte im Handy bei unserem Fahrer, der uns zu Stefan und Esme von African Sun Car Hire brachte. Hier nochmal ein herzliches Dankeschön ans Forum für die Immigration-Vordrucke, das hat uns einiges an Wartezeit gespart.
Bereits auf der Fahrt nach Windhoek entdeckten wir am Straßenrand die ersten Paviane und waren natürlich begeistert. Windhoek selbst wirkte am Anfang etwas abweisend auf uns, mit all den Mauern, elektrischen Zäunen und dem Stacheldraht um die Gebäude. Die Fahrzeugübergabe verlief ohne Probleme, alles war so, wie wir es bestellt hatten. Unser Toyota Hilux mit zwei Dachzelten (hier hätten wir nur eins gebraucht, später waren wir aber froh, dass ein zweites dabei war) hatte schon knappe 150 000 Kilometer auf dem Buckel, war aber alles in allem in einem guten Zustand. Etwas planlos und unter mehrfacher Betätigung des Scheibenwischers 🤪 irrten wir durch Windhoek, bis wir endlich die Umgehungsstraße und die C28 gefunden hatten.
Nach einer weiteren Stunde erreichten wir unsere erste Unterkunft, das Hochland Nest. Für die erste Nacht hatten wir uns für ein „richtiges“ Bett entschieden, was auch gut so war – wir waren schon etwas übernächtigt vom Flug und den ganzen neuen Eindrücken. Wir wurden von Simon super freundlich mit einem kühlen Erfrischungsgetränk begrüßt. Unser kleines Chalet, welches aus Lehm und Holz gebaut war und über Felstreppen erreicht wurde, bot einen tollen Ausblick über die Ebene.
Den Nachmittag verbrachten wir faul am Pool und tranken Appletiser – ein toller Ersatz für Apfelschorle Hier hatten wir auch unseren ersten direkten Kontakt mit „wilden“ Tieren: zwei zutrauliche Katzen, von denen eine aussah wie unser Mogli, verfolgten uns bis auf unsere Liegen. Auch beim Abendessen waren sie anwesend – mit mitleiderregendem Blick saßen sie vor der Glastür zum Restaurant und drückten sich die Köpfchen platt, durften aber trotzdem nicht rein
Es gab griechischen Salat, Gamesteak und als Dessert Quitte in Wacholdersoße – sehr lecker, das Fleisch war richtig schön zart und rosig! Vom Essen waren wir allgemein den ganzen Urlaub über mehr als begeistert, aber dazu später mehr. Das Windhoek Lager dagegen hat uns nicht überzeugt – aber in Bayern sind wir da ja auch verwöhnt 😛 Währenddessen tummelten sich am Wasserloch Warzenschweine, eine Herde Zebras und Kuhantilopen (letztere konnten wir nicht zweifelsfrei identifizieren, dazu war es schon zu dunkel). Außer uns waren nur noch zwei weitere Pärchen da, und es gibt allgemein nur sechs Chalets für maximal 16 Personen – alles sehr familiär und gemütlich. Nach dem Essen verzogen wir uns aufs Zimmer, wir waren sehr müde und lagen schnell in den Federn.
Teil 404. Dez. 2013
15.09.2013
Um 06:41 Uhr sind wir aufgewacht – vom Geräusch unserer klappernden Zähne. Hatten wir am Vortag noch über die Heizdecken im Bett gelacht („Wir sind doch in Afrika!“), suchten wir jetzt schnellstens den Schalter der selbigen und kuschelten uns nochmal tief in die Kissen 😄 Beim Frühstück lernten wir zwei herrliche Gesellen kennen: zahme Erdmännchen, die auf Schinken- und Käsekrümel hofften und von der Belegschaft liebevoll Damon und Useless genannt werden.
Andere Gäste fütterten sie mit einem Schälchen Milch, was zu einer riesigen Sauerei inklusive weißen Erdmännchen-Tapsern auf dem dunklen Holzboden des gesamten Restaurants führte. Die beiden Miezen saßen wieder wild protestierend draußen und beobachteten das Treiben neidisch durch die Glastür.
Leider mussten wir uns aber auch schon wieder verabschieden – hier hätten wir es auch noch einen Tag länger aushalten können. Ein kleiner Klippschliefer „winkte“ uns zum Abschied zu.
Zurück in Windhoek ging es direkt zum Super Spar neben der Maerua Mall. Hier bekommt der Camper alles, was das Herz begehrt – nur Alkohol wird sonntags natürlich nicht verkauft. Zum Glück hat unser Autovermieter als Willkommensgeschenk eine Flasche Weißwein in den Kühlschrank gepackt. Nachdem wir vor dem Supermarkt noch diverse Bettler abwehren mussten, ging es an die Tankstelle (einer der Tankwärter war bewaffnet 🤢 ) und dann auf die B1 Richtung Norden. Wir waren schon ein bisschen erleichtert, als wir Windhoek endlich hinter uns gelassen haben und die Reise richtig losgehen konnte. Die Fahrt auf der geteerten Straße war zwar recht eintönig und ereignislos, doch immer wieder sahen wir Warzenschweine und riesige Termitenhügel am Straßenrand. Etwa 50 Kilometer vor Otjiwarongo bogen wir Richtung Westen ab nach Okonjima, wo wir sehr nett von Simon (scheint ein beliebter Name zu sein) empfangen wurden, der uns auf unsere Campsite Chilala begleitete.
Hier zu campen, ist absolut traumhaft – man hört und sieht keine Menschenseele, die Toilette und die Dusche sind open air mit Aussicht und in der Nähe gibt es einen idyllischen kleinen Pool, den wir die meiste Zeit für uns hatten.
Die Dusche...
...mit Aussicht:
Und...
...die Open-Air-Toilette 😛
Nach einem starken Kaffee und einer erfrischenden Dusche befassten wir uns zunächst mit dem Aufbau des Dachzelts, dann betrachteten wir den Sonnenuntergang ganz romantisch von unserem eigenen View-Point aus (haha, Marc und Romantik 🤪 ).
Zum Abendessen grillte der Grillmeister Oryx-Steak, Süßkartoffeln und Karotten, dazu gab es leckeren südafrikanischen Weißwein. Am Lagerfeuer ließen wir den Abend ausklingen und lagen schon um 21:30 Uhr im Dachzelt.
Teil 505. Dez. 2013
16.09.2013
Die erste Nacht im Dachzelt war nicht wirklich erholsam – die Zeltplanen raschelten im Wind („Hast du das gehört? Ist da was?“) und die Matratze ist kaum dicker als eine Gartenstuhlauflage. Um 06:00 Uhr klingelte der Wecker – leicht gerädert kletterten wir aus dem Zelt in die noch stockfinstere Nacht. Nach einem kurzen Frühstück wurden wir von unserem Guide Peter zum Morning Drive abgeholt (dieser war im Preis für die Campsite bereits inklusive). Wir waren die einzigen Teilnehmer und machten es uns im offenen Safari-Jeep „gemütlich“ – zum Glück hatten wir uns in weiser Voraussicht warm angezogen. Gleich am Anfang erklärte uns Peter, dass das kleine rehartige Tierchen von gestern wohl kein Dik-Dik, sondern ein Steenbok war. Schwer zu unterscheiden, wenn die nicht direkt nebeneinander stehen… Peter hält immer wieder an, um uns Tiere zu zeigen oder uns Informatives zu Pflanzen zu erzählen, wie dem Oryx-Halm, der wohl wegen seiner Ähnlichkeit zu deren Hörnern so heißt und aus dem die Buschmänner unter anderem Seile herstellen. Auch wenn man eine Blutung stillen möchte, hilft der bittere Saft der Pflanze äußerst wirksam. Während der Fahrt steigt langsam die Sonne als roter Feuerball über der Ebene auf – ein wunderschöner Anblick!
Dann erreichen wir unser erstes Ziel, eines der Gepardengehege. Hier befinden sich aktuell drei Männchen und ein Weibchen, die demnächst wieder ausgewildert werden sollen. Es ist ein tolles Erlebnis, diesen Tieren so nahe zu kommen – theoretisch könnte man die Hand ausstrecken und sie streicheln. Haben wir dann aber doch lieber gelassen… Das Weibchen positioniert sich äußerst fotogen auf einem Termitenhügel:
Peter erklärt, dass Geparden eher scheu sind und vor Menschen weglaufen, während Leoparden durchaus imstande sind, uns mit einem Happs den Kopf abzureißen.
Außerhalb des Geheges liest Peter eine Frucht vom Boden auf und holt drei Samenkörner heraus. Wir sollen sie uns unter die Zunge legen und warten, was passiert. Misstrauisch folgen wir seinen Anweisungen – nach kurzer Zeit platzen die Körner mit einem leichten Schnalzen auf. Laut einer alten San-Legende soll das bei demjenigen Partner, dessen Liebe zum anderen größer ist, zuerst passieren. Gut, dass es bei uns fast gleichzeitig geschnalzt hat 😛
Nun verlassen wir die Safe Zone und fahren eine Zeit lang über das Farmgelände. Wir dürfen bei der Fütterung von Wahoo, einem Senior-Leoparden – er ist bereits 15 Jahre alt – zuschauen. Dieser wurde als Baby gefunden und mit der Flasche groß gezogen. Nachdem er drei Jahre bei den Menschen gelebt hatte, gingen jedoch seine Instinkte mit ihm durch und er griff seinen Besitzer an. Da eine Auswilderung nun nicht mehr möglich war, bekam er hier sein eigenes Territorium und wird seitdem zweimal täglich mit großen Fleischbrocken gefüttert.
Zum Schluss zeigte Peter uns noch das Carnivore Care Center, in welchem sich auch die Klinik befindet. Hier erhalten alle Katzen einmal jährlich einen kompletten Check-Up. In einem kleinen Museum gibt es noch viele interessante Infos zu den Tieren und die Arbeit von AfriCat, außerdem Skelette und Felle sowie grausame Fallen, mit denen die Raubtiere von Wilderern gefangen wurden.
Gegen 09:30 Uhr sind wir zurück an unserer Campsite. Meisterkoch Marc bereitet Pfannkuchen zum zweiten Frühstück und repariert die von mir zerbrochene Kaffeekanne fachmännisch mit Panzertape. Sie hält tatsächlich noch drei Wochen durch… Den Nachmittag verbringen wir ganz allein am erfrischenden Pool. Fotos werden gesichert, Reisetagebuch geschrieben und die Klassiker für Namibia-Reisende gelesen: „Hummeldumm“ und das Buch von Henno Martin.
Abends schnüren wir dann unsere Turnschuhe, um den Sonnenuntergang vom Gipfel des Omboroko aus anzuschauen. Der Aufstieg war einfach und die Aussicht von dort oben nach allen Seiten einfach traumhaft.
In der Ferne können wir sogar Giraffen erkennen. Da ich am Folgetag Geburtstag hatte und schon immer ein neugieriger und ungeduldiger Mensch war, fragte ich Marc, wann ich denn endlich mein Geburtstagsgeschenk bekommen würde. Er wurde plötzlich ernst und meinte, er hätte dieses Jahr leider keines für mich, da wir ja schon so viel Geld in den Urlaub investiert hätten… Ungläubig guckte ich ihn an – das konnte ja wohl nicht sein Ernst sein? Während ich noch überlegte, ob ich jetzt lachen oder weinen sollte, fummelte er am Rucksack herum, brachte – tadaaaa – einen wunderschönen Ring zum Vorschein und fragte: „Möchtest du mich heiraten?“
Ist das nicht romantisch? Welche Frau könnte da schon nein sagen 😁 Während hinter uns die Sonne am Horizont versank, flüsterte ich ein „Natürlich!“ und freute mich so sehr, dass mir die Tränen kamen. Das wurde natürlich noch gefeiert, mit einem leckeren Oryx-Steak vom Grill, Wein und einem Lagerfeuer. Gegen 22:00 Uhr fielen wir glücklich, aber erschöpft ins Dachzelt.
Teil 607. Dez. 2013
17.09.2013
Kurz nach 06:00 Uhr quälen wir uns wieder aus den Schlafsäcken, denn nach einer Katzenwäsche und einem kurzen Frühstück holen uns Peter und Martin zu unserem Bushman-Walk ab. Dass die beiden vom Stamm der Bantu und somit keine Buschmänner waren, hat uns wenig gestört, sie haben sich sehr viel Mühe gegeben und uns viele interessante Dinge über das Leben der San erzählt bzw. vorgeführt. Peter erklärte uns zum Beispiel, dass Buschmänner nach Möglichkeit alles, was sie von der Natur nehmen, wiederverwerten und nichts absichtlich zerstören. Straußeneier, die zunächst als Aufbewahrungsgefäße genutzt werden, werden später zu Schmuck verarbeitet; Tiere wie Stachelschweine und Perlhühner werden zwar in Fallen gefangen, aber nur getötet, wenn die San wirklich gerade Fleisch benötigen.
Martin zeigt uns, wie aus Oryx-Halmen Seile geflochten werden, wie die Buschmänner mit einem trockenen Ast und einem Stück Holz Feuer machen und wie ausgeklügelt Stachelschwein- und Vogelfallen funktionieren.
Das war wieder ein sehr schöner Ausflug, doch nun geht unsere Reise weiter gen Norden. Ein letzter Blick auf den Omboroko – wir sind fast schon wehmütig.
Die Fahrt geht zuerst nach Otjiwarongo, wo wir unsere Vorräte auffüllen, und dann über Otavi und Tsumeb nach Onguma, direkt am Osttor des Etosha Nationalparks. Wir nehmen unsere Campsite Duiker in Beschlag und relaxen den Nachmittag über am idyllischen Pool unter Palmen, bei einem Apple- bzw. Grapetiser und neben zwei grasenden Warthogs. Lustig sehen die ja schon aus mit ihrem Irokesen-Haarschnitt und den Vorderbeinchen, die umgeknickt werden müssen, da sie sonst zum Fressen gar nicht auf den Boden kommen würden 😄
Zum Abendessen gibt es Springbok-Filet und gegrilltes Gemüse, dann geht’s ab in die Federn. Leider sind unsere beiden Nachbarn, die relativ spät mit einem großen Overlander ankommen und dann Zelte aufbauen, mit Geschirr klappern und lautstark telefonieren müssen, nicht ganz so ruhebedürftig wie wir, und meine Oropax sind nach dem Flug verschollen 😵 Aber irgendwann übermannt dann auch mich der Schlaf.
Teil 707. Dez. 2013
18.09.2013
Um 06:30 Uhr „klingelt“ der Wecker – irgendein Vogel macht solch einen Radau, dass niemand mehr schlafen kann 😠 Aber wir wollen ja eh los in den Etosha! Also schnell frühstücken, zusammenpacken und ab ins Auto.
Bereits auf dem Weg nach Namutoni, wo wir tanken und das Permit zahlen wollen, entdecken wir direkt am Straßenrand unsere erste Giraffe. Fotogen wirft sie sich in Pose, um dann direkt vor uns die Straße zu überqueren.
Um 08:30 Uhr sind alle Formalitäten erledigt und wir starten Richtung Chudop. Dort stillen Zebras und Perlhühner ihren Durst, und auch ein Schabrackenschakal ist unterwegs. In Kalkheuwel dagegen ist tote Hose, genauso in Okerfontein. Immer wieder sehen wir aber Tiere in der Nähe der Straße, Giraffen und Oryx ziehen umher, Zebraherden kreuzen unseren Weg, Springböckchen grasen im Schatten von Bäumen und Büschen, und Gnus und Kuhantilopen stehen dekorativ vor der schillernden Etosha-Pfanne.
Ein Gelbschnabel-Toko beobachtet uns kritisch von einem Baum aus (Marc hätte ihn zuvor fast überfahren).
Je weiter wir Richtung Westen fahren, umso dürrer erscheint uns die Landschaft, teilweise verbannt, und auch die Tiere lassen sich kaum noch blicken. Aber dort – was ist das? Marc sichtet kreisende Geier, vorsichtig fahren wir heran. Zwei Tüpfelhyänen haben eine Antilope gerissen und verspeisen sie genüsslich direkt neben der Straße. Immer wieder müssen sie innehalten und die Geier vertreiben, die schon auf die Reste lauern.
Hier gucken wir lange zu, doch irgendwann fahren wir weiter und überlassen den anderen das Feld. Nun kommen wir am Etosha Lookout vorbei und machen natürlich einen kleinen Abstecher in die Pfanne – faszinierend, diese endlose Salzwüste. Man fühlt sich ein bisschen wie auf dem Mond.
In Rietfontein erspähen wir dann schon von Weitem eine große Elefantenherde. Manche baden, andere trinken und zwischendrin springen auch ein paar kleine Elefanten herum. Es ist herrlich anzuschauen! Auch sonst ist hier einiges los: eine Giraffe löscht mit gespreizten Vorderbeinen ihren Durst, Springböcke grasen friedlich zwischen Gnus und Zebras.
Hinter Halali fahren wir scheinbar ewig durch karge, leblose, ausgedörrte Landschaft – Marc wird langsam müde, es wird daher Zeit, die Fahrt für heute zu beenden und wir steuern direkt Okaukuejo an. Nur in Nebrowni halten wir noch kurz, da dort gerade Elefanten und eine Straußenherde versammelt sind.
In Okaukuejo checken wir ein, besichtigen unsere Campsite Nr. 32 und sind erst mal leicht schockiert nach den tollen Plätzen der letzten Tage. Hier fühlt man sich wie auf einem Campingplatz in Italien – Stellplatz neben Stellplatz, zwischendrin das Toilettenhäuschen und das Spülhaus. Am Pool auf einer Liege (es gibt davon kaum mehr als 10 Stück für gefühlt hunderte von Leuten) lässt es sich aber vorerst aushalten. Nachdem wir hungrig einen Hamburger vom Kiosk verschlungen haben, wussten wir, dass die Gerüchte über das schlechte Essen hier nicht erfunden waren…
Was uns hier erst so richtig auffällt: überall ist Staub – im Auto, in den Taschen, auf den Küchenutensilien und unseren sonstigen Sachen. Selbst eine erfrischende Dusche hilft dagegen nur kurzzeitig. Zum Abendessen gibt es wieder Springbok, diesmal in der Pfanne gebraten, dazu Kürbis, Süßkartoffeln und Salat. Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Wasserloch, welches nachts beleuchtet ist und eindeutig ein Highlight darstellt – der meiner Meinung nach einzige Grund, warum man hier doch übernachten sollte. Die Stimmung ist faszinierend: mindestens hundert Leute stehen und sitzen dort, bewaffnet mit Kameras und Stativen – und es herrscht absolute Stille. Alle sind wie gebannt vom Geschehen am Wasserloch. Wir setzen uns auf eine Bank und schauen, was geboten ist: nur eine Giraffe steht am Rand, sie scheint unschlüssig, ob es sicher genug ist, um zu trinken. Immer wieder guckt sie sich um.
Plötzlich poltert aus der Dunkelheit ein Nashorn heran, es stapft ein paar Meter weiter, um ebenfalls zu trinken. Und dann kommen plötzlich von links etwa 20-30 Elefanten aus der Ebene, Bullen, Kühe und Jungtiere – und mit ihnen noch ca. 10 weitere Giraffen. Der ganze Aufmarsch geschieht in völliger Stille – ein Wunder bei scheinbar so schwerfälligen Tieren. Das sorgt für Gänsehaut! Kurz darauf kommen noch zwei Nashörner, ein Schakal und eine Ente (?!?) dazu.
Und schließlich – wir können unser Glück kaum fassen – kommt auch noch der König der Tiere zum Trinken.
Alle anderen halten respektvoll Abstand, die Nashörner gönnen sich ein Bad. Einige Zeit später verschwindet der Löwe, auch die Elefanten sind weg und die Giraffen machen sich auf den Weg, wohin auch immer. Wir packen langsam zusammen, als noch ein Elefantenbulle auftaucht – er kommt allein zum Trinken. Schon den ganzen Abend ist es schwül, es blitzt und donnert, und als wir vor unserem Zelt noch ein Glas Wein trinken wollen, regnet es sogar ein paar Tropfen. Es windet stürmisch, als wir schließlich im Dachzelt verschwinden. Wir haben uns nun die zweite Matratze aus dem anderen Dachzelt geholt, so schläft sich’s zumindest ein bisschen weicher.
Teil 808. Dez. 2013
19.09.2013
Gegen halb sieben stehen wir auf (ganz von selbst, ohne Wecker – wir passen uns langsam an den namibischen Zyklus an 😄 ), frühstücken und machen uns auf zu den Wasserlöchern um Okaukuejo. In Gemsbokvlakte sind viele Zebras, Oryx und Springböcke unterwegs und trinken in der Morgensonne. Ein paar Meter weiter weidet eine Herde Kudus, und Impalas stromern zwischen niedrigen Büschen umher.
In Olifantsbad bietet sich ein ähnliches Bild – doch was ist das? Auf der gegenüberliegenden Seite scheinen sich mehrere Fahrzeuge zu sammeln.
Neugierig fahren wir hin und siehe da: ein Löwe mit prächtiger Mähne liegt zusammen mit seinem Weibchen im hohen Gras. Erst dreht er uns den Rücken zu, doch dann stehen die beiden tatsächlich auf und marschieren träge in den Schatten, wo sie sich erneut, kaum mehr sichtbar, hinlegen.
In Aus sind riesige Herden von Kuhantilopen, Springböcken und Oryx am Wasserloch. Wir beschließen, die gleiche Strecke zurück zu fahren und sehen neben vielen anderen Antilopenarten zwei kämpfende Kuhantilopen. Die wirbeln ganz schön Staub auf hier 😉
In Nebrowni ist auch einiges los: zusätzlich zu den „üblichen Verdächtigen“ sind viele Strauße und auch drei Löwinnen am Wasserloch. Die Damen betreiben ein paar halbherzige Jagdversuche, verziehen sich aber bald. War ihnen wohl einfach zu heiß um die Mittagszeit.
Von so viel Sichtungsglück beflügelt, wollen wir Richtung Norden weiterfahren. Wolfsnes ist leider trocken, aber in Okondeka scheint dafür die halbe Savanne versammelt zu sein. Und wieder liegt ein prächtiger Löwe im hohen Gras – die Weibchen dösen ein paar Meter weiter unter einem Baum. Ein herrlicher Tag!
Kurz bevor wir wieder Okaukuejo erreichen, quert ein einsamer Elefantenbulle vor uns die Straße – wir fragen uns, ob er wohl zu der Herde gehört, die wir am vergangenen Abend im Camp gesehen haben?
Den Nachmittag verbringen wir wieder mit lesen und Reisetagebuch schreiben am Pool. Marc ordnet vorbeilaufende Touristen den Figuren aus „Hummeldumm“ zu – wir amüsieren uns köstlich 🤪 Später waschen wir uns den Staub ab und essen lecker gebratenes Rumpsteak mit Röstzwiebeln und Tomatensalat zu Abend. Ein süßes kleines Erdhörnchen besucht uns:
Am Wasserloch gönnen wir uns ein Fläschchen Vino, ansonsten ist hier im Vergleich zum Vortag aber eher wenig los. Die Giraffen sind sehr scheu und trauen sich kaum ans Wasser, in sehr weiter Ferne sehen wir eine Löwin vorbei laufen (sie ist eigentlich nur durchs Kameraobjektiv sichtbar) und später kommt noch unser einsamer Bulle zum Trinken.
Als wir gerade zusammen packen, bekommt er Gesellschaft von einer ebenfalls einsamen Elefantenkuh – wie romantisch 😘 Um 21:30 Uhr liegen wir, diesmal mit Oropax wegen dem anhaltenden Wind, im Dachzelt.
Teil 909. Dez. 2013
20.09.2013
Noch vor Sonnenaufgang weckt uns heute: Hyänengeschrei 🤩 Zum Frühstück gibt es leckere Pfannkuchen, wir haben ja Zeit, heute ist Fahrtag.
Dann brechen wir unsere Zelte ab und verlassen den Etosha Park. Es hat uns letztendlich, trotz der weniger schönen Campsite, sehr gut gefallen, zwei volle Tage im Park waren für uns aber auch ausreichend. Das selber Fahren und ständige Ausschau halten nach Tieren ist doch auf die Dauer zumindest für den Fahrer sehr anstrengend.
Nun machen wir uns auf den Weg zur Vingerklip Lodge. Kurz hinter Outjo kommen wir an einer Baustelle vorbei, wo ein junger Mann am Stopp-/ Go-Schild seinen Dienst verrichtet. Während wir kurz warten müssen, bis die Fahrbahn frei ist, unterhalten wir uns mit ihm und schenken ihm beim Weiterfahren einen Apfel. Leider fällt uns erst einige Kilometer weiter auf, dass er sich sicher auch über eine Flasche Wasser gefreut hätte, bei der Hitze und ohne Schatten 😕
Schon vor 12:00 Uhr erreichen wir unser heutiges Ziel und beziehen nach einer herzlichen Begrüßung unser Häuschen Nr. 9A.
Wir sind jetzt schon total begeistert – die Lodge ist total liebevoll angelegt, über mehrere Ebenen am Hang von einer der Ugab-Terrassen. Die Aussicht ist von überall der absolute Hammer und sämtliche Angestellte sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ingrid, die die Lodge seit 18 Jahren führt, hat hier ein echtes Hideaway geschaffen. Da es gegen Mittag noch recht kühl ist, spazieren wir direkt zur Fingerklippe, von der aus man einen noch besseren 360°-Überblick über das ganze Tal hat.
Wieder zurück, entstauben wir so gut es geht unser Gepäck und sichern Fotos, dann gibt’s lecker Bananenkuchen und Kaffee. Den Nachmittag verbringen wir am Pool und freuen uns, dass wir einen solchen Luxus genießen dürfen.
Am frühen Abend machen wir uns an den kurzen Aufstieg, unter anderem über eine halsbrecherische Eisentreppe, zum Eagle’s Nest, wo wir mit einigen wenigen anderen Gästen zusammen unser Abendessen einnehmen werden. Die Aussicht von dort oben ist schlicht und einfach traumhaft. Wir spazieren ein wenig herum und machen es uns dann mit einem Windhoek Draught zum Sundowner auf der Aussichtsplattform gemütlich. Bald stellen wir fest, dass das Eagle’s Nest an diesem Abend vollkommen in deutscher Hand zu sein schein, und unterhalten uns angeregt über die bisherigen Erlebnisse und den weiteren Reiseverlauf. So angeregt, dass wir fast den Sonnenuntergang verpasst hätten…
Im Anschluss gibt es lecker Abendessen – Kudu-Steak, Lamm, Oryx-Boerewors und diverse Beilagen, alles sehr lecker zubereitet. Die ganze Atmosphäre dort oben ist einfach toll, das sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man mal vor Ort ist (außer man hat Höhenangst…).
Nach dem Dessert gibt es noch ein Lagerfeuer, mit Amarula und super Stimmung mit den anderen Gästen. Irgendwann verabschieden wir uns dann und kommen zum Glück unbeschadet in unserem wunderbaren Chalet an. Einige Zeit später rüttelt jemand an unserer Chalet-Tür und versucht, einen Schlüssel ins Schloss zu stecken – eines der Pärchen, die mit uns im Eagle’s Nest oben waren, hat anscheinend noch ein paar Bierchen mehr zu sich genommen und die Zimmer verwechselt 😄
Teil 1011. Dez. 2013
21.09.2013
Der Wecker weckt uns gegen 07:00 Uhr. Wir frühstücken in der Lodge, bringen uns dank WLAN auf den aktuellsten Stand und verabschieden uns dann wehmütig von der Lodge und all den netten Leuten, die wir hier kennenlernen durften. Auch hier hätten wir es durchaus noch eine Nacht länger ausgehalten. Unsere Fahrt führt uns über Uis auf Schotterpisten zunächst an die Küste, wo wir noch einen Abstecher nach Norden zu Cape Cross machen.
Das Permit gibt es direkt vor Ort – leider hat der arme Kerl im Büro nur 100N$-Scheine als Wechselgeld – toll bei ungeraden Preisen (170 N$). Die süßen Zwergpelzrobben sind in ihrer Menge beeindruckend und echt sehenswert – sie sind auch bereits weithin an ihrem Duft erkennbar 🤢
Während wir uns Swakopmund nähern, kommen wir an einem der legendären Schiffswracks vorbei, die hier vor der Küste gestrandet sind und einfach sich selbst überlassen wurden.
Gegen 16:30 Uhr erreichen wir „Sam’s Giardino“. Sam erklärt uns, wo wir was finden können und wir machen uns noch kurz auf ins Städtchen, um Geld zu holen, bevor es dunkel wird. Es ist für unsere Begriffe für einen Samstagabend recht wenig los auf den Straßen.
Wir verschaffen uns noch einen kurzen Überblick, machen uns dann aber auf den Rückweg, da wir uns für Sam’s Weinverkostung vor (!!!) dem Dinner angemeldet haben. Zu uns gesellt sich noch ein älteres Schweizer Ehepaar, mit dem wir uns den ganzen Abend über sehr nett unterhalten. Sam erklärt kurz etwas Theorie, lässt uns dann Duftproben bestimmen (oder eher erraten) und schließlich gibt’s zwei Weißweine und fünf Rotweine aus Südafrika. Sehr lecker und kurzweilig für Weinliebhaber!
Im Anschluss gibt es ein Fünf-Gänge-Menü, das von Sam’s Mädls in der Küche hervorragend zubereitet wird. Sam setzt sich zu uns und erzählt ein wenig von seinem Leben in Namibia, für das er vor rund 15 Jahren seine Zelte in der Schweiz abgebrochen hat. Auch Beethoven, sein 50 kg schwerer Berner Sennenhund, leistet uns Gesellschaft. Sam’s Giardino ist eine tolle, authentische Unterkunft – hier gefällt es uns sehr gut! Nach einer weiteren Flasche Wein fallen wir todmüde ins Bett.
Teil 1111. Dez. 2013
22.09.2013
Leider habe ich mir wohl irgendwo eine Magenverstimmung eingefangen 🤢 – die halbe Nacht und den Vormittag verbringe ich möglichst nahe der Toilette, Marc macht sich also leider allein auf zur Living-Desert-Tour mit Chris. Dieser und seine beiden Mitarbeiter Douglas und Ansgar fahren jeweils einen Jeep, zusammen geht es ca. 30 Minuten in die Wüste.
Chris erklärt zunächst etwas über die Zusammenhänge der Nahrungskette und die Entstehung von Sanddünen, dann geht es los mit der Suche nach den „Little Five“. Während Douglas und Ansgar nach Spuren im Sand suchen, gräbt Chris die Tierchen aus.
Als erstes findet er das hier (sieht meiner Meinung nach aus wie ein riesiger Wurm - ich war aber leider nicht dabei und Marc hat sich die Namen nicht gemerkt, also falls mich jemand aufklären kann, bitte gerne 😐 ): Nachtrag: Das ist ein Skink, eine Eidechse ohne Beinchen (danke, Topobär!).
Anschließend entdeckt er eine Dancing White Lady und ein Chamäleon, das gefüttert und dabei natürlich von allen fotografiert wird.
Nun zeigt sich auch noch das fast durchscheinende Palmato-Gecko, und am Ende kann sich auch die Sidewinder nicht vor ihm verstecken.
Anhand eines Magneten demonstriert Chris, wie eisenhaltig der Sand hier in der Wüste tatsächlich ist. Dies kann man auch gut am Farbspiel der Dünen erkennen.
Zum Abschluss gibt es noch eine Fahrt über die Dünen mit Stopps an diversen Aussichtspunkten.
Insgesamt eine interessante und lohnenswerte Tour, jedoch mit über 20 Teilnehmern eigentlich eine zu große Gruppe.
Ich liege derweil mit Magenkrämpfen im Bett, erst gegen Abend wird es dank Marcs Pflege, Tabletten und heißem Tee etwas besser. Wir fahren noch vor an den Strand, spazieren auf die Jetty und essen im „The Tug“ zu Abend – Marc mehr, ich eher weniger 🤨
Dann fallen wir direkt ins Bett, den fehlenden Schlaf der vorigen Nacht nachholen.
Teil 1212. Dez. 2013
23.09.2013
Wir stehen früh auf und frühstücken pünktlich um 07:00 Uhr, schließlich haben wir wieder einen langen Fahrtag vor uns. Dann verabschieden wir uns von Sam, auch hier hat es uns sehr gut gefallen. Wir stocken noch unsere Vorräte im Spar auf, tanken voll und lassen für die Schotterpiste nach Sossusvlei etwas Luft aus den Reifen. Die Strecke bis zum Kuiseb-Pass ist recht eintönig, dann wird es zwar landschaftlich wieder reizvoller, die Straße wird jedoch bis Solitaire zum Waschbrett – unangenehm!
An der Tankstelle gönnen wir uns zwei Stück vom „world’s famoust apple pie“ 🤩 – köstlich, und die kleinen Vögelchen freuen sich scharenweise über die Brösel.
Gegen 15:00 Uhr kommen wir ins Sesriem an, belegen unsere Campsite Nr. 22 und holen gleich das Permit für die nächsten beiden Tage sowie Feuerholz fürs Braai. Dann legen wir uns etwas an den Pool, das Reisetagebuch will ja auch aktualisiert werden. Viel haben wir ja nicht erwartet von dieser Unterkunft, aber die Stellplätze, eingegrenzt mit niedrigen Steinmauern und jeder mit einem großen, schattenspenden Baum in der Mitte, sind ganz nett anzusehen.
Alles andere, wie z.B. die Toilettenhäuschen oder der Poolbereich wirkt dagegen eher verwahrlost. Niemand kümmert sich um die kaputte Klospülung, vom Sonnenschirm am Pool ist nur noch das Gestänge übrig, vier der sechs Holzliegen waren gebrochen. Schade, hier könnte man echt mehr draus machen.
Am Abend bewundern wir den herrlichen Sonnenuntergang direkt von unserer Campsite aus, danach gibt’s gegrilltes Rindersteak mit Gemüse und einem Gläschen Wein.
Bereits um 21:00 Uhr liegen wir im Zelt, am nächsten Morgen soll es ja sehr früh los gehen 🙄
Teil 1313. Dez. 2013
24.09.2013
Um 05:00 Uhr klingelt der Wecker, schlummern ist heute nicht drin 🙄 Schnell packen wir das Dachzelt zusammen, trinken noch einen heißen Kaffee und los geht’s. Am Parktor sind wir die Vierten in der Schlange, pünktlich um 05:50 Uhr wird es geöffnet. Statt der vorgeschriebenen 60 km/h fährt man mit knapp 100 km/h durch die noch stockfinstere Nacht, entsprechend fallen wir etwas zurück. Als das erste Tageslicht langsam am Horizont sichtbar wird, biegen die drei Fahrzeuge vor uns zur Düne 45 ab. Wir aber wollen weiter ins Sossusvlei.
Am 2x4 Parkplatz schalten wir um in den Allrad-Modus und Marc manövriert uns geschickt die letzten fünf Kilometer nach hinten. So ganz kennen wir uns nicht aus und Beschilderung gibt es auch keine – wir fahren also so weit wie möglich und steigen einfach die nächstbeste Düne hoch. Der Aufstieg im Sand ist wie erwartet recht anstrengend, die Aussicht auf die langsam von der Sonne Stück für Stück erhellten Dünen mit ihrem Farbspiel in sämtlichen Rottönen dagegen ist einfach nur traumhaft.
Oben (oder das, was wir als „oben“ definieren 😉 ) setzen wir uns in den Sand und genießen den Blick übers Sossusvlei. Wir sind noch allein, am Fuß der Düne hat sich aber eben eine Gruppe an den Aufstieg gemacht.
Wir rutschen an der steilen Dünenseite nach unten, gießen den Sand aus unseren Schuhen und machen uns auf den Rückweg zum Auto. Nun laufen wir ins Dead Vlei und bewundern die abgestorbenen, jahrhundertealten Baumstämme in der Salzpfanne, die tolle (und teilweise auch alberne 🤪 ) Fotomotive abgeben.
Busseweise werden jetzt die Touristen abgeladen, bald wird es uns zu voll und wir machen uns gemütlich auf den Rückweg. Gegen 10:00 Uhr sind wir wieder an der Campsite und wollen uns ein wenig an den Pool legen – das frühe Aufstehen hat uns doch ein wenig geschlaucht. Leider ist die Sprinkleranlage noch in Betrieb – sie gießt aber nicht nur den Rasen, sondern auch die Liegen, den Pool, die Mauern etc. 😵 Marc „überlistet“ die Anlage jedoch, so dass zumindest zwei Liegen im Schatten trocken bleiben. Wir dösen erst mal ein paar Stündchen vor uns hin. Mittags holt Marc eine kleine Brotzeit aus dem Auto – die Luft scheint hier so trocken zu sein, dass das Brot auf dem Weg von der Campsite zum Pool quasi getoastet wird. Gegen Abend holen wir uns im Shop der NWR einige Postkarten, die wir auch gleich bei einem kühlen Apple-/ Grapetiser beschriften. Am Abend zieht ein Gewitter auf, kurzzeitig fallen sogar dicke Regentropfen - aber so richtig will es nicht los brechen.
Zu Essen gibt es heute gegrillte Boerewors und ein Gläschen Wein (das zweite wurde leider zerbrochen… 😐 ). Dann liegen wir auch schon im Dachzelt, schließlich müssen wir morgen wieder früh raus.
Teil 1414. Dez. 2013
25.09.2013
Die Nacht ist bescheiden. Es windet extrem, aus unterschiedlichen Richtungen, dann hört es kurzzeitig wieder ganz auf. Zwei Oryxe stapfen lautstark durch unsere Campsite, zupfen Blätter vom Baum und stoßen ständig an die metallenen Mülleimer. Alles in allem sind wir wenig erholt, als um 05:00 Uhr der Wecker klingelt. Dazu kommt, dass um 05:57 Uhr (um 06:00 Uhr sollten wir abgeholt werden) unsere Ballonfahrt wegen des Wetters vom Veranstalter abgesagt wird 😈 Wir sind also viel zu früh wach, schlafen geht nicht mehr, da ja alles schon abgebaut und eingepackt ist, und ein Ausflug zu Düne 45 lohnt sich wegen des komplett verhangenen Himmels auch nicht mehr.
Wir warten also, bis das Main Gate öffnet und machen uns direkt auf den Weg zur Ranch Koiimasis, einer Straußenfarm in den Tirasbergen. Dieser Oryx läuft mit etwa 60 km/h auf der D707 eine Weile neben unserem Auto her:
Wir sind natürlich auch dort viel zu früh und setzen uns zur Überbrückung der Zeit in die Laube zum Lesen und Reisetagebuch schreiben, eine streichelbedürftige Katze leistet uns Gesellschaft. Bevor wir unsere sehr schön zwischen großen roten Felsblöcken gelegene Campsite Nr. 2 beziehen, lassen wir uns noch Feuerholz und frisches Oryx-Fleisch fürs Braai geben.
Straußenfleisch ist leider nicht vorrätig, da es aufgrund der Dürre ein schlechter Jahrgang war und kaum Junge gegeben hat. Wir vespern ein wenig und sichten Fotos, dann ermuntere ich Marc, mit mir den 5 km langen Walking Trail übers Farmgelände zu laufen.
Wir spazieren an der Auffangstation für sämtliche Vogelarten vorbei, auch Schakale sind in einem separaten Käfig untergebracht. Dann laufen wir an roten Felsformationen entlang bis zu einem wunderbaren Aussichtspunkt auf die Tirasberge und -täler.
Am Ende sagt sogar die Sonne noch kurz „hallo“. Nach einer erfrischenden Dusche im schönen Duschhäuschen machen wir uns an die Vorbereitungen fürs Abendbrot.
Das Oryx-Fleisch schmeckt zusammen mit den gewürzten Süßkartoffeln und Röstzwiebeln hervorragend. Nach einem Glas Wein geht’s ab in die Heia, wir sind todmüde.
Teil 1515. Dez. 2013
26.09.2013
Diese Nacht war endlich mal wieder erholsam, daher schlafen wir heute aus. Um 08:00 Uhr weckt mich Marc, es gibt Frühstück – lecker Pfannekuchen 🤩 Leider ist der Himmel noch immer bedeckt – das haben wir so aber nicht bestellt. Langsam und gemütlich packen wir zusammen und verlassen gegen 09:30 Uhr die Farm.
Zurück auf der D707 lässt es plötzlich einen Schlag – die Halterung des Dachträgers für unser Dachzelt ist gebrochen! Mit einem Zurrgurt macht Marc die Halterung notdürftig fest, vorsichtig fahren wir weiter. In Aus halten wir an der Tankstelle – hier können wir alles erledigen, was geplant ist: Geld holen, tanken, Postkarten einwerfen, unsere Vorräte aufstocken. Und Andreas, ein netter junger Schwarzer, schweißt uns sogar auf die Schnelle unsere Halterung. Währenddessen lasse ich mir eine Makalani-Nuss mit meinem Namen schnitzen.
Und wie es der Zufall so will, treffen wir dort, an einer kleinen Tankstelle mitten in der Pampa, zwei Arbeitskollegen – so klein ist die Welt 🤪 Wir unterhalten uns kurz über unsere entgegengesetzt verlaufenden Routen (die beiden kommen aus dem Süden) und fahren dann weiter nach Klein Aus Vista. Dort fragen wir vorsichtshalber, ob nicht doch ein Eagle’s View Chalet frei wäre (ist es natürlich nicht, alles ausgebucht) und belegen dann unsere Campsite Nr. 7. Marc beginnt sogleich, uns Spaghetti mit Tomatensoße zu kochen. Sie gelingen leider nicht ganz, das wegen des Winds das Wasser einfach nicht kochen will. Satt werden wir trotzdem, und gegen 15:00 Uhr brechen wir noch auf zum 10,8 km langen Schutztruppentrail. Wir tragen uns ins Wanderbüchlein am Startpunkt ein und los geht’s über rotes Granitgestein zunächst bis zum Viewpoint, von dem man einen tollen Ausblick über die Umgebung von Aus hat.
Dann geht es weiter, hinab in die Geisterschlucht, wo wir das von Kugeln durchlöcherte Autowrack aus den 30er Jahren begutachten, welches angeblich Diamantenräubern gehörte, die dort gestellt wurden und deren Geister seitdem in der Schlucht spuken.
Sogar die Sonne kommt gegen Abend noch raus und taucht die Umgebung in ein geheimnisvolles Licht. Nach drei Stunden sind wir wieder an der Campsite.
Wir stellen eine kleine Schale mit Wasser auf, die auch gleich gut besucht ist 😄
Später grillen wir Rindersteak mit Röstzwiebeln, als Beilage gibt es Folienkartoffeln. Ein herrlicher Sternenhimmel spannt sich über uns, entsprechend kalt wird es jedoch auch. Wir schlafen mit Jacke und Mütze.
Teil 1616. Dez. 2013
27.09.2013
Am Morgen haben sich alle Wolken verzogen, es herrscht wieder herrlichstes Afrika-Wetter. Wir frühstücken, packen unsere Siebensachen und machen uns auf den Weg nach Kolmanskop, der alten deutschen Diamantensiedlung, die seit 1956 eine Geisterstadt ist.
Um 09:30 Uhr schließen wir uns der Führung an – der englischen, da die deutschsprachige total überlaufen ist. Wir erfahren Interessantes über die Entwicklung von Kolmanskop, das damalige Leben in der Wüste und den Diamantenrausch.
Anschließend besichtigen wir auf eigene Faust noch das alte Hospital (gruselig…) und ein paar andere Gebäude, die von der Wüste langsam aber sicher zurück erobert werden.
Bevor wir weiterfahren, gibt es noch Kaffee und Kuchen im ehemaligen Kasino.
Auf der Strecke von Lüderitz nach Seeheim kommt uns plötzlich ein Fahrzeug auf unserer Spur entgegen – wir blinken auf, doch es weicht nicht aus. Wir bemerken, dass es sich um ein Polizeifahrzeug handelt und vermuten, dass man unser fehlendes Nummernschild vorne bemängelt, welches wir bereits irgendwo im Etosha verloren haben 😕 Aber nein, wir werden gebeten, links ran zu fahren, da ein Schwertransport unterwegs ist und die gesamte Straßenbreite benötigt… 🙄
Gegen 15:30 Uhr erreichen wir die Canon Lodge, werden freundlich begrüßt und in unser Felschalet Nr. 30 gebracht. Das ist richtig schön, vor allem das Bad!
Die ganze Anlage gefällt uns richtig gut. Wir sonnen uns noch ein wenig am Pool, auch wenn es ganz schön windig ist.
Das Abendessen im Restaurant mit offenem Kamin ist richtig lecker – es gibt Buffet, wir essen Springbokfilet und kleine Kürbisse mit Zimtsauce, auch der Möhren-Maracuja-Salat schmeckt hervorragend.
Marc entdeckt Rock-Shandy für sich, ich finde, der Geschmack erinnert eher an Hustensaft 🤢 Am Nebentisch sitzen drei deutsche Reisende, die die Kellnerin mit den Worten „He, Lady – it’s empty, fill it up!“ dazu auffordern, ihnen neues Bier zu bringen – es ist fremdschämen angesagt 😈 Dann treffen wir noch das schweizer Ehepaar wieder, dass wir bei Sam in Swakopmund kennen gelernt haben. Wir wechseln noch ein paar Abschiedsworte – unsere Routen überschneiden sich leider nicht mehr. Toll, was für nette Leute man hier kennen lernt. Im Bett sichten wir noch die Bilder der letzten Tage und schlummern dann schnell ein.
Teil 1717. Dez. 2013
28.09.2013
Heute Morgen ist es schweinekalt. Wir packen uns bereits vor dem Frühstück warm ein, da um 08:30 Uhr unser Morning Drive in den Fish River Canyon startet. Das Frühstückbuffet ist lecker, wir brauchen nur einen dritten Stuhl am Tisch – Kitty, eine der Hauskatzen, macht es sich auf Marcs Platz bequem, kaum dass dieser aufgestanden ist 😄
Mit 40 Minuten Verspätung starten wir dann im offenen Jeep mit Valentino und einem weiteren Pärchen Richtung Canyon. Bis wir dort angekommen sind, sind wir fast erfroren – der Fahrtwind ist eiskalt, trotz zusätzlicher Decken, die wir bekommen. Der Canyon selbst ist beeindruckend. Wir fahren erst den Hauptaussichtspunkt an, dann den Hikers Point, von wo aus wir zum Main Point zurück laufen. Mit Helga und Ulrich unterhalten wir uns gut und geben den beiden ein paar Tipps für die Weiterreise – sie haben den Großteil ihres Urlaubs noch vor sich, die Glücklichen 😕
Nach der nicht mehr ganz so frostigen Rückfahrt essen wir zusammen auf der Terrasse zu Mittag. Später zieht es Marc und mich an den Pool, wo wir wiederum ein Pärchen treffen, das wir schon auf Koiimasis kennen gelernt haben. Sie reisen nun weiter Richtung Kapstadt. Wir brutzeln in der heißen Sonne – die Temperaturunterschiede eines einzigen Tages sind unglaublich. Am späten Nachmittag nehmen wir einen Aperitif auf der Terrasse, um 18:00 Uhr schließen wir uns zusammen mit vier weiteren Touris dem Sundowner Walk auf den Hügel hinter dem Haus an. Die Aussicht dort oben ist wunderbar, man unterhält sich bei einem Savannah Dry und amüsiert sich über die heute Mittag angekommene schwäbische Reisegruppe. Der Sonnenuntergang ist wieder herrlich romantisch.
Leicht betüdelt machen wir uns an den Abstieg, es geht direkt zum Dinner. Am Buffet gibt es Oryx und, wegen der Reisegruppe, Spätzle und Krautsalat 🤩 Schmeckt aber alles sehr gut. Kitty ist natürlich auch wieder da und lässt sich ausgiebig streicheln – bis ein Teilnehmer der Reisegruppe, die am Tisch neben uns sitzt, uns bittet, dies zu unterlassen. Er würde von den umherfliegenden Haaren einen Asthmaanfall bekommen und müsste sonst das Restaurant verlassen. Na gut, wenn’s ihm dann besser geht… Bei einer leckeren Flasche Wein philosophieren wir noch längere Zeit über die bevorstehende Hochzeit und machen uns dann schließlich auf zu unserem Chalet. Leider ist eine der Stufen tiefer als gedacht und ich knicke mit dem linken Knöchel um. Aua, das tut weh! Ich muss mich erst mal kurz setzen – nein, am Alkohol lag's sicher nicht... 😗 Mit Marc als Stütze hinke ich zurück zu unserem Häuschen (natürlich dem letzten in der Reihe).
Teil 1818. Dez. 2013
29.09.2013
Nachts wache ich auf – vor Schmerzen! 😵 Mein Knöchel ist geschwollen, und erst mit zwei Ibuprofen wird es erträglich. Marc malt sich geistig schon sämtliche Szenarien aus, wie er mich zu einem Arzt oder Krankenhaus bringen kann, wir unseren Urlaub abbrechen etc. Dann schaltet er auch noch die Heizung ein, es wird immer wärmer, eine Mücke schwirrt um meinen Kopf und im Reetdach pfeift fröhlich ein Vogel – ratet mal, wer schläft und wer wach liegt… 😈 Irgendwann bin ich so genervt, dass ich ihn aufwecke – er kümmert sich fix um alle Probleme, und ich kann doch noch ein paar Stunden ruhig schlafen. 😎 Beim Aufstehen geht es dem Knöchel zum Glück wieder besser, ich kann immerhin auftreten. Wir packen zusammen, verabschieden uns von Helga und Ulrich, die Richtung Aus weiterreisen und frühstücken mit der schwäbischen Busreise. Hr. Asthma hat sich vorsichtshalber gaaaaaanz weit von uns weg gesetzt 😗 Gut so, denn Kitty holt sich natürlich auch ihre Abschieds-Streicheleinheiten.
Nun sind wir wieder auf Pad - noch ein kleiner Zwischenstopp am Canon Roadhouse:
...und schon gehts wieder weiter. Wir nehmen die D608 Richtung Keetmanshoop, eine schöne Strecke durch die kleinen Karrasberge, die wie eine Achterbahn immer hoch und runter geht.
Kurz nach Keetmanshoop biegen wir zu den Köcherbäumen ab, holen uns ein Permit und laufen ein wenig durch den „Wald“. Die Bäume sind ganz nett anzuschauen, die Klippschliefer zwischen den Felsen gefallen uns aber noch besser 😄
Weiter geht’s auf der B1 Richtung Mariental. Der Super Spar, wo wir letzte Einkäufe tätigen wollen, hat aber leider geschlossen – Mist, es ist ja Sonntagnachmittag. Das vergisst man im Urlaub irgendwie. Also ab an die Tankstelle an der B1, zumindest Wasser brauchen wir dringend. Hier scheint halb Mariental versammelt zu sein: Kinder spielen auf den Grünflächen, Erwachsene unterhalten sich in Gruppen auf dem Parkplatz. Wir kaufen ein wenig ein und machen dann noch einen Abstecher zu Wimpy’s – dem namibischen Pendant zu McDonalds. Merke: wer im Lokal essen möchte, sollte nicht an der Theke bestellen (wie wir das getan haben), sondern sich setzen – hier ist die Auswahl an Speisen sehr viel größer (und ansprechender) 🙄
50 km später sind wir auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch angekommen. Vor dem Gebäude begrüßt uns ein zahmer Springbok – mit Stücken eines Gartenschlauchs über den Hörnern.
Wir melden uns für den Sundowner Drive inkl. Gepardenfütterung am nächsten Tag an und nehmen dann unsere schöne Campsite Nr. 3 mitten in den roten Kalahari-Dünen in Beschlag.
Marc putzt schon mal das Auto, ich schreibe Reisetagebuch. Später machen wir uns auf den Weg zur Lodge, wo wir Dinner gebucht haben. Wir trinken noch einen Gin Tonic vor dem Kamin, ich bin total begeistert von der stilvollen Einrichtung hier.
Um 19:30 Uhr werden wir zu Tisch gebeten, neben einer Flasche Sauvignon Blanc gibt es Game-Carpaccio, Springbok-Steak und Schokotörtchen. Skunky, der zahme Springbok, lässt sich mit Keksen füttern und zwischendurch flitzt „Garfield“, ein dicker und flauschiger Kater, vorbei (eigentlich heißt er Rusty, aber Garfield ist viel passender 🤪 ).
Nach dem Hauptgang werden Buschmänner angekündigt, die einen Regentanz aufführen. Touristisch oder nicht, es macht Spaß, ihnen zuzusehen und der Rhythmus ist ansteckend. Wir buchen auch für den morgigen Abend Dinner und machen uns mit Stirnlampe auf den Rückweg zu unserer Campsite.
Teil 1919. Dez. 2013
30.09.2013
Heute schlafen wir lange – erst gegen 09:00 Uhr klettern wir aus dem Dachzelt. Unser allzeit gegenwärtiger Freund, der Wind, ist auch wieder da, aber es ist schon angenehm warm. Wir frühstücken gemütlich in der Sonne und genießen das süße Nichts-Tun. Am späten Vormittag machen wir uns auf den Weg zur Lodge, um ein wenig am Pool zu entspannen.
Skunky weidet um uns herum und trinkt aus dem Pool. Später essen wir einen leichten Salat, dann geht es auch schon los zum Game Drive.
Pedro fährt uns und einige andere Gäste über das Gelände der Farm in den roten Kalahari-Dünen. Als erstes stoppen wir an einem riesigen Webervogelnest - der Baum sieht aus, als würde er in absehbarer Zeit unter der Last zusammenbrechen...
Wir sehen die unterschiedlichsten Antilopenarten, Vögel und Erdhörnchen. Lange fahren wir die Dünen auf und ab, bis Pedro findet, was er sucht: eine kleine Gruppe Giraffen, die auf dem Gelände lebt. Fotogen posieren sie im abendlichen Sonnenlicht vor dem kräftigen Rot der Dünen und dem strahlenden Blau des Himmels.
Nach der Rundfahrt geht es weiter zum Gepardengehege – hier leben drei Tiere, die als kleine Waisen gefunden wurden und seitdem hier beheimatet sind.
Sie werden einmal täglich gefüttert, vor den Augen und Linsen vieler begeisterter Touristen. Wir dürfen am Ende sogar aussteigen und die Geparden ganz nah betrachten, während diese an ihren Springbok-Keulen nagen.
Zum Abschluss geht es noch zum Sundowner hoch auf eine der Dünen, wo wir bei einem Gin Tonic den letzten Sonnenuntergang in „freier Wildnis“ genießen.
Wir haben wieder das Dinner in der Lodge gebucht, gegessen wird heute draußen, da es wesentlich wärmer ist als am Vortag. Alles ist mit kleinen Lichtern geschmückt, der Service ist sehr freundlich und das Essen wieder superlecker. Am Ende machen wir uns mit Stirnlampe unter einem gigantischen Sternenhimmel auf den Rückweg zu unserer Campsite.
Teil 2020. Dez. 2013
01.10.2013
Ein letztes Mal werden wir von den Lauten der Steppe geweckt – Vogelgezwitscher und Grillenzirpen. Wir duschen und frühstücken ein letztes Mal an unserem windschiefen Alutisch. Skunky macht netterweise noch einen Abschiedsbesuch an unserer Campsite.
Wir räumen das Auto auf und packen so, dass wir später nur noch die Koffer raus nehmen müssen. Als Andenken holen wir noch eines der schönen Salatbestecke aus dem Curio-Shop, dann verlassen wir Bagatelle. Es hat uns sehr gut gefallen, auch hierher werden wir wahrscheinlich wieder kommen.
Die Fahrt nach Windhoek auf der B1 vergeht schnell, beim Tropic of Capricorn legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Wir fahren noch kurz zu Spar, um neue Weingläser zu kaufen (eines ging ja auf der Reise zu Bruch) und wollen das Auto noch waschen lassen. Dies ist hier ein wahres Erlebnis: eine Waschkabine, davor eine lange Schlange, aber alle Autos sind leer. Wenn ein Auto fertig ist, muss erst der Besitzer des nächsten Wagens gefunden werden, damit er einfahren kann 🙄 Auf unsere Frage, wie lange das hier ungefähr dauern kann, werden wir – sehr zur Freude der anderen Wartenden – ganz nach vorne gebeten und direkt drangenommen 😄 So blitzblank geschrubbt macht unser Toyota eine sehr gute Figur bei der Rückgabe, alles verläuft problemlos. Stefan organisiert uns noch die Fahrt zur Heinitzburg, und somit sind wir an unserer letzten Destination dieses Urlaubs angekommen.
Unser Zimmer ist echt klasse, wir legen uns direkt an den Pool und essen Apfelstrudel, den man so lecker bei uns in Bayern nur selten bekommt 😛
Abends haben wir einen Tisch im hoteleigenen Restaurant „Leo’s at the Castle“ reserviert – mit Leo ist hier übrigens nicht der hauseigene rote Kater gemeint, der eigentlich eine Katze ist und schon seit über 10 Jahren zum Inventar gehört, sondern der Sohn der Besitzerin.
Das Essen, der Wein, der Service – absolute Spitze! Ich habe Austern bestellt, Kudu und als Dessert die Strawberry Surprise.
Marc hatte erst Pigeon (wir dachten, es wäre Wachtel, aber nein – Täubchen 🤩 ), dann ein Duett aus Oryx und Springbok. Was wir gar nicht bemerkten und uns peinlicherweise erst hinterher auffiel: wir hatten unsere Hauptgerichte vertauscht. Meins war auf jeden Fall hervorragend 🤪 Auch das Dessert war nicht ganz richtig – statt der Strawberry kam die Chocolate Surprise. Aber das war jetzt auch nicht soooo schlimm 😄 Gut gesättigt und sehr zufrieden lassen wir uns anschließend in die Federn fallen.