Wir sind vor einiger Zeit von unserer Südafrika/Namibia Reise (man muss ja Reise und nicht Urlaub dazu sagen) wieder zurück. Da ich bei der Zusammenstellung ebendieser Reise immer mit großer Begeisterung die Reiseberichte hier gelesen habe, und sie auch sehr hilfreich fand, werde ich mich bemühen, ebenfalls einen Reisebericht einzustellen. Vielleicht hilfts ja dem einen oder anderen bei der Planung oder macht zumindest Spaß beim Lesen…
Zu den groben Eckdaten: Wir waren rund 2 Monate unterwegs und sind von Johannesburg aus einen großen (sehr 12.700km großen) Kreis gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Die Stationen:
Johannesburg – Kimberley – Augrabies Falls – KTP – Sossusvlei – D707 – Fish River Canyon – Cederberge – Kapstadt – Garden Route – Addo Elephant Park – Mountain Zebra National Park – Golden Gate Highlands National Park – Hluhluwe-Imfolozi NP – St.Lucia und Cape Vidal – uMkhuze NP – Krüger NP - Johannesburg
9.Juli und 10. Juli : Flug Wien-Kairo-Johannesburg
Der Flug mit Egypt Airways sollte um gegen 15:00 gehen, tatsächlich hat er aber ca. 2 Stunden Verspätung. Im Grunde ist uns aber egal, ob wir in Wien oder Kairo warten. Pünktlich um 7 am nächsten Morgen kommen wir in Johannesburg an. Es ist sonnig, und deutlich wärmer als wir gedacht hatten und unser Gepäck kommt auch gleich.
Wir stehen eine ganze Weile verloren am Flughafen herum, und überlegen schon, wie wir zu einem ATM kommen. Schließlich sammelt uns dann doch ein Britz-Mitarbeiter auf. Bei Britz selbst heißt es erstmals warten – dann bekommen wir aber doch das Auto gezeigt. Ich fürchte, hier bin dann vor allem ich unglaublich lästig – nachdem der arme Mensch gedacht hat, er hat uns vom Dachzelt bis zum Campinggeschirr alles gezeigt komme ich mit meiner Liste daher und fange an: und eine Axt? und eine Schaufel? Einen neuen Überzug vom Dachzelt? Ein Verlängerungskabel zum Kühlschrank? Und haben wir auch alles um einen Reifen zu wechseln? Wir sind noch nie mit 4-Rad Antrieb gefahren – wie stellt man das um? Und der Wassertank ist auch wirklich voll? Und …? Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben alles bekommen was wir wollten, mussten nichts zusätzlich zahlen, aber vorbereitet sein war schon recht sinnvoll. Hier bekommen wir auch unsere erste Lektion von Südafrikanischer Mentalität: zwei Mitarbeiter haben uns schlussendlich geholfen, ein Schwarzer und ein Weißer. Einer hat sich über unser Trinkgeld gefreute, einer war, ich will nicht sagen beleidigt, dass wir es überhaupt angeboten haben. Das ist uns noch öfters passiert…
Wir packen unsere Koffer in unser riesiges neues Auto, einen Toyota Hilux übrigens. Und mit riesig meine ich: mein Auto passt in den Kofferraum und kann sich dort austoben riesig, und fahren vorsichtig LINKS. Zum Glück schreie ich beim wegfahren laut LINKS (womit ich meinte dass wir bei der Kreuzung nach links müssen und was meine bessere Hälfte eher als „du sollst auf der linke Straßenseite fahren“ interpretierte)
Wir erledigen unseren ersten Einkauf – mittlerweile ist es schon 12:00 - bei Pick & Pays. Es wird schon ein recht voller Einkaufskorb. Dann versuchen wir unerfahrenerweise uns um eine Telefon-Simkarte zu kümmern. Wir brauchen einen Nachweis über eine Südafrikanische Adresse – tja, haben wir nicht. Aber tut es vielleicht aus ein Zettel auf dem wir die Adresse unserer ersten Unterkunft aufgeschrieben haben? Aber natürlich tut es das. Schnell noch Guthaben gekauft und dann ab Richtung Westen.
Hier kam dann die Zeit als wir sehr froh über unser überaus humorvolles Navi waren – Hier war es nämlich richtig nett zu uns und hat uns, mit einiger Mühe, heil aus Johannesburg herausgelotst – wir waren aber zugegebenermaßen auch nicht immer so kooperativ. Ich bin davon überzeugt wir würden heute noch dort im Kreis herumfahren, hätten wir nicht diese Navi gehabt.
Gegen 16:00 kommen wir völlig übermüdet aber im Ganzen in unserem B&B in Stilfontein an. Dann schaffen wir es tatsächlich noch uns aufzuraffen und unsere Koffer einigermaßen sinnvoll um-, das Essen ein- und uns in Bett zu packen.
Ich verspreche für die nächsten Tage mehr
Fotos und weniger Text!!
Teil 210. Okt. 2013
11. Juli: Stilfontein – Kimberley – Mokala National Park
Nachdem wir früh schlafen gegangen sind, stehen wir auch früh wieder auf (ein roter Faden auf unserer Reise – Reise nicht Urlaub) und frühstücken um 7:00. Als die ersten. Auch dass sollte noch häufiger vorkommen. Dann brechen wir nach Kimberley auf. Diesmal fahre das erste mal ich und wische zum Auftakt schnell mal kräftig die Scheiben.
Gegen 12:00 kommen wir in Kimberley an und fahren auf direktem Wege (das Motto war, Kimberley ist bekannt für sein Big Hole also muss es auch angeschrieben sein) zu ebendiesem Big Hole. Es handelt sich um eine ehemalige Diamatenmine und es soll das größte, von Menschen erschaffene Loch dieser Erde sein. Es gibt ein riesiges Besucherzentrum – und als wir ankommen sind wir die einzigen.
Big Hole
Kimberley
Nach einem Einkauf beim hiesigen Pick & Pay geht es ab in den Mokala National Park. Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde (die Distanzen sahen vorher alle irgendwie kürzer aus). Nach unseren ersten Kilometern auf einer Dirt Road kommen wir am Gate an und kennen uns erstmal nicht aus – da ist niemand. Nur so ein kleines Kasterl, von dem aus wir die Rezeption erreichen, die uns dann auch das Tor öffnen.
Wir fahren also in den Park, nach spätestens 2 Minuten sehen wir unseren ersten Gemsbock, dann links Zebras, eine Manguste, rechts wieder Stachelschweine, links Hartebeest, rechts Gnus… Das ging die ganzen 15min bis zur Rezeption so weiter. Wir wussten gar nicht wo wir hinschauen sollten. Sollte das etwa immer so sein? Naja wir sind ja auch Ersttäter und freuen uns auch über Antilopen.
Von der Rezeption aus fahren wir direkt zu unserem Campingplatz – Es ist ja auch schon 17:00, wird ja schließlich schon dunkel. Auf dem Weg sehen wir Giraffen, unsere ersten, die sich vor die untergehende Sonne positionieren.
Am Campingplatz (Motswedi Camp) grillen wir das erste mal und machen uns daran, das Dachzelt aufzubauen. Jede Campsite hier hat eine eigene Küche und Waschblock. Alle 6 Campsites sind um ein Wasserloch angeordnet und ein winziger Elektrozaun (wen soll der ernsthaft fernhalten, er war vielleicht Kniehoch), trennt das Camp vom Park.
An diesem Abend haben wir auch das erste mal einen richtigen Sternenhimmel gesehen – der reine Wahnsinn. Als es stockdunkel ist, (also um 6) räumen wir noch ein wenig in unserem Kofferraum herum und gehen dann bald schlafen.
Teil 310. Okt. 2013
12. Juli: Mokala National Park
Mit hohen Erwartungen fahren wir am nächsten Tag in der Früh los und sehen nichts. Und damit meine ich nicht, dass wir „nur“ Antilopen und so gesehen haben. Wir haben nichts gesehen, außer den Büschen neben der Straße. Gegen Ende unserer Loop hat der Park doch noch Erbarmen und schickt uns eine Familie StachelWarzenschweine, die langsam auf uns zugrast.
Zurück im Camp essen wir zu Mittag. Gegen 13:00 brechen wir auf und fahren Richtung Norden die Kemeldooring Loop. Diesmal sehen wir einen Haufen Tiere – hauptsächlich Springböcke, Gnus und Gemsbock. Kurz bevor wir ins Camp zurückkehren, sehen wir noch eine Herde Büffel an einem Wasserloch – unsere ersten Big Five. Die Herde zieht in einiger Entfernung an uns vorbei, werden wohl ca. 20 Stück gewesen sein.
(aus mir unerfindlichen Gründen haben wir keine gescheiten Fotos von diesen Büffeln - die Kamera war auch noch neu... Es kommen später noch bessere)
Teil 411. Okt. 2013
13. Juli: Mokala National Park – Augrabies Falls National Park
Heute brechen wir um 7:30 von unserem Camp auf und fahren Richtung Lilydale Gate. Nach ca. 2 Stunden verlassen wir den Park und begeben uns auf eine der längsten Fahrstrecken die wir bei dieser Reise vor uns haben. Aber man kann ja auch Stop & Go Baustellen mit Humor nehmen. Besonders wenn man vergessen hat, wie lange unser Zielpark – Augrabies Falls offen hat. Gegen 16:00 kommen wir in Upington an Hier tanken wir auch unser allererstes mal. Nach rund 900km. Wir waren uns schon fast sicher, dass die Tankanzeige hinüber ist, aber kurz vor Upington hat ist sie dann doch zum Leben erwacht. Nach einigem überaus stressigen suchen geht es noch schnell zum einkaufen und wir sind um 17:30 in Augrabies Falls (das Gate hätte eh noch bis 19:00 Uhr offen gehabt).
Auf der Campsite sind nur noch wenige andere Leute – dafür aber, wie wir später noch feststellen sollten, Baboons.
14.Juli: Augrabies Falls National Park
Heute schlafen wir zur Abwechslung einmal aus. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg und gehen den Dassie Trail. Wir sehen nur wenige andere Leute – auf der Campsite ist ausser uns nur mehr eine Gruppe Deutsche. Den Dassie Trail selbst fand ich eigentlich nett, es war schön zwischendurch wieder einmal die Beine strecken zu können. Er war nicht übermäßig anstrengend, man muss auch keine gewaltingen Höhenmeter überwinden, teilweise kraxelt man ein wenig. Ich habe auch keine Ahnung wie lang wir de facto gebraucht haben. Es war auf alle Fälle lohnenswert, man sieht einige weitere Wasserfälle und kommt bei ziemlich beeindruckenden Aussichtspunkten vorbei.
Nach dem Trail spazieren wir nochmals zu den Fällen selbst. Dort sehen wir auch Dassies, die nicht sofort reissaus nehmen, wenn wir uns nähern.
Am frühen Nachmittag wollen wir uns dann Mittagessen kochen, die Gruppe Deutsche ist derweiln zu einem 4x4 Trail aufgebrochen. Wir denken uns nichts böses und freuen uns sogar noch, dass so viele Baboons am Campingplatz sind und die auch gar nicht so scheu sind. Der Grundgedanke war, dass einer beim Auto bleibt und das Essen bewacht und der andere richtet derweiln zum Kochen her. Ich bewache und denke mir so, es wird doch bestimmt ausreichenm wenn ich mich direkt daneben hinstelle und schon mal die Sachen herausrichte – es reicht nicht aus. Und schon ist ein Packerl Nudeln geschichte. Dieser Affe war höchstens einen halben Meter von mir entfernt und hat sich einen Dreck für meine mehr oder wengier drohenden Gesten interessiert. Die einzige Genugtuung die ich hatte war, dass er, als er unsere Nudeln erbeutet hat, von den anderen verprügelt wurde, die auch ihren Anteil wollten.
Wir haben trotzdem gekocht, die Küche dort hat zwei Eingänge, die auch überaus regelmäßig patrolliert wurden. Zum Glück haben sie unser Dachzelt ignoriert, im Gegensatz zu den Zelten der anderen Camper.
Aber wir haben daraus gelernt und für den restlichen Urlaub waren wir gewappnet: Wenn irgendwo ein Schild ist (bzw. man an der Rezeption schon gewarnt wird), dass man auf sein Essen aufpassen soll, dann meinen die das auch so.
Teil 512. Okt. 2013
15.Juli: Augrabies Falls National Park – Kalahari Transfrontier National Park
Bis jetzt war unser Navi auch bei den Zeitangaben ziemlich akkurat – und nun behauptet es, dass wir 9 Stunden nach Two Rivers brauchen werden. Wir haben also in aller herrgottsfrühe gefrühstückt, das Zelt abgebaut (ich werde immer besser darin, wenn es in der Früh nur nicht so verdammt kalt währe) und sind zurück nach Upington. Dort haben wir, bei dem uns mittlerweile wohlbekannten Pick & Pay (und dem uns wohlbekannten Parkwächter) eingekauft, haben bei der uns wohlbekannten Tankstelle noch ein letztes mal vor dem Park getankt und sind los zum KTP, den Schildern folgend (das erste haben wir in Upington gesehen). Die Straße ist asphaltiert, und man kommt auch nicht bei weiß Gott was für Kreuzungen vorbei, nichtsdestotrotz passieren wir so alle 50km ein Schild : KTP 200 km.
Nach ca. 1,5 Stunden (wir waren also ziemlich genau zwischen Upington und unserem Ziel) plötzlich in betont ruhigen Tonfall: „Schlag einmal das Benutzerhandbuch auf und schau nach was dieses Warnlicht da bedeutet!“. Wie das Handbuch nach einigem Suchen uns mitteilte, gibt es ein Problem irgedwo in unserem Dieselmotor und es weißt uns an, den nächsten Toyota-Dealer aufzusuchen. Wir beschließen einfach in Two Rivers nachzufragen und fahren etwas weniger fröhlich zum Park.
Nach insgesamt etwa 4,5 Stunden (also die Hälfte von dem was das Navi behauptete – es ist ja auch schon ein wenig betagt) kommen wir beim Gate an. Vorbildlich wie wir sind (und top informiert), erledigen wir auch alles um in Mata-Mata dann nach Namibia ausreisen zu können. Und wir bekommen auch unser Permit-Heftchen.
In Two Rivers werden wir erstmals zur Werkstatt dirigiert, wo man uns überzeugend erklärt, dass wir einen neuen Dieselfilter brauchen. Also alles nicht so tragisch wie befürchtet – es scheint wohl häufiger vorzukommen.
Wir haben noch ca. 1,5 Stunden Zeit bis zum Gateschluss (um 17:00) und fahren noch eine kleine Runde. Und freuen uns dabei wie die Schneekönige dass wir endlich einen Schakal sehen. Wir hatten ja keine Ahnung, dass die hire im KTP nicht so wahnsinnig selten sind.
Die Landschaft gefällt uns hier sehr gut, es ist natürlich wieder etwas völlig anderes als in Augrabies Falls.
16.Juli : KTP
Heute steht im wesentlichen die Fahrt von Two Rivers nach Nossob auf dem Programm. In Two Rivers war es in der Nacht eiskalt, eigentlich normal für die Jahreszeit, aber es war wohl die kälteste Nacht auf unserer Reise. Der Wunsch heute lautet: Eine Katze. Hätten wir vielleicht präziser ausdrücken sollen. Etwa eine Stunde nachdem wir das Camp verlassen haben kreuzt vor uns eine African Wildcat die Straße, posiert kurz im Gebüsch und ist wieder weg. Das wars dann auch schon mit den Katzensichtungen für den restlichen Tag.
Einige Zeit später sehen wir ein Auto parken, wir fragen natürlich was los ist: 3 Geparden liegen unter dem Baum dort hinten…Aber man sieht sie nur, wenn sie geraden den Kopf heben – also wir sahen sie nicht, auch nicht innerhalb der nächsten Stunde intensivsten Baumbewachens.
Etwas frustriert, die letzten Kilometer vor Nossob ein wenig rumpelig, kommen wir am späten Nachmittag in Nossob an. Wir buchen auch gleich eine Sunset-Drive für den nächsten Abend, richten uns auf der Campsite ein und grillen zur Abwechslung einmal nicht - es gibt Pfannenpizza.
Teil 614. Okt. 2013
17. Juli : KTP
Früh am nächsten Morgen fahren wir als eines der ersten Autos aus dem Gate. Nur wenige Kilometer weiter wurden schon drei Löwen gesichtet, wir sehen sie leider nur noch von hinten im Gras verschwinden. Ich muss zugeben, dass die Freuden ein wenig getrübt war – es waren eine menge Autos (für dortige Verhältnisse, nichts im Vergleich zu dem was wir im Krüger erlebt haben), die Löwen waren recht weit weg und noch dazu dabei, noch weiter weg zu gehen. Wir bleiben natürlich trotzdem, bis man sie nicht mehr sieht.
Beim nächsten Wasserloch zeigt sich in einiger Entfernung noch eine African Wildcat. Ansonsten sehen wir im laufe des Tages noch eine die gerade auf ein Wasserloch zuhält – da fahren wir natürlich nochmal zurück. Wir hatten also so 20-30 Gnus die zwei Meter von uns entfern tranken, im Schlamm wühlten und eine Menge Staub aufwirbelten.
Gegen 15:00 sind wir zurück in Nossob und essen noch was bevor wir zu dem Sunset-Drive aufbrechen. Wir haben im Laufe der Zeit einige (genau 6) Sunset oder Night Drives gemacht – dieser hier hat mir mit Abstand am besten gefallen. Weniger von den Tiersichtungen her, die waren fast immer ok, und das kann man ja auch nicht beeinflussen. Vielmehr war unser Guide einfach nett und hat sich auch spührbar ausgekannt.
Außer uns waren nur noch 7 Südafrikaner im Jeep. Die erste Frage war: „Hat heute irgendjemand Löwen gesehen?“ Die haben sich um das Camp herum und sonst auch in den letzten Tagen ziemlich rar gemacht. Die ersten 1.5 Stunden ist es noch relativ hell, unser Guide erzählt über Oryx, Reiher, Springbok und Strauße. Wir sehen sogar Kudus – ok, wir beide waren nicht so enthusiastisch was die Kudus anbelangt. Als dann die Spots eingeschaltet werden (eines auf jeder Seite) finden wir zunächst einige weitere African Wildcats, Jackale und (als mein Highlight) eine braune Hyäne. Außerdem noch eine Gruppe Honigdachse, die mit einigen Jackalen um irgendetwas, was von irgendjemandem ausgegraben wurde, streiten. Des weiteren noch Bat Eared Foxes und Cape Foxes.
Wir kommen gegen 20:00 wieder zurück und beschließen, noch ein wenig in den Hide zu schauen. Außer uns ist nur noch ein älteres Paar da. Wir haben uns für vielleicht 3 Minuten hingesetzt als in einiger Entfernung ein Tier auftaucht – ich denke mir nichts böses: wahrscheinlich ein Jackal, aber ein großer Jackal – und komisch geformt! Eine Löwin!!! Nein zwei Löwinnen. Und ein Pascha kommt auch noch dazu. Wir können unser Glück kaum fassen – drei Löwen und das so nah. Sie kommen natürlich um zu trinken. Nach höchstens 5 Minunten sind die drei wieder weg.
Es kann heute also nicht mehr besser werden, und somit gehen wir schlafen. Als wir gerade den Hide verlassen fragt uns jemand, ob er denn was verpasst hätte – ja, drei Löwen, vor fünf Minuten. Ich glaube ich habe selten jemanden gesehen, der sich so geärgert hat (hätte ich auch).
Teil 714. Okt. 2013
18.Juli : KTP
Frühmorgens brechen wir, wie immer ohne Frühstück, vom Camp auf. Nach wenigen Kilometern bremst das Auto, das ein Stück vor uns fahrt, eine Hand zeigt uns rechts im Gebüsch etwas an, sie beschleunigen aber und fahren weiter – wahrscheinlich ein Oryx/Springbok/Jackal? Nein! Eine Löwin! Ganz nah an der Straße (ich weiß bis heute nicht warum die weitergefahren sind…).
Sie läuft ohne große Eile an unserem Auto vorbei und legt sich ein Stück weiter weg hinter einen Sandhaufen, sodass nur noch Kopf und Ohren zu sehen sind. Mittlerweile haben sich auch schon einige andere Autos gesammelt – die meisten haben wohl dann nur den Kopf gesehen. Nach einer Weile beschließen wir, weiterzufahren. Wir wollen heute Richtung Norden. Wir versuchen bei dem Picknickplatz eine längere Pause zu machen – der Wind spielt aber nicht mit und so sehr mag ich Sand mit Reis auch wieder nicht. Wir treffen dort eine Gruppe Südafrikaner, die fast ein Rudel von 8 Löwen bei einem Wasserloch gesehen hätten – sie haben die Löwen noch dabei beobachtet, wie sie vom Wasserloch weg im Gebüsch verschwunden sind. Gegen 13:00 stellen wir fest, dass wir nicht weiter nach Norden wollen und drehen um (nachdem wir bei dem Rastplatz den Fahrer gewechselt haben). Versteht mich nicht falsch, die Landschaft gefällt mir gut und ich mag auch Orys, Gnus und Hartebeest, aber ich bereue mittlerweile bitter, dass wir uns bei der Löwin am Morgen nicht häuslich eingerichtet haben.
Dementsprechend ist das Tempo nun etwas flotter (statt den üblichen rund 20km/h), und just als wir um eine Kurve biegen sitzen vor uns 3 Geparden auf der Straße: Vollbremsung, Geparden stehen auf (und sind ein wenig genervt dass wir da sind, überfahren haben wir sie nicht, es waren bestimmt noch so 10-20 Meter). Man erkennt ganz gut, dass es eine Mutter und ihre zwei halbwüchsigen Jungen sind. Zwei von ihnen spazieren gemütlich neben der Straße zu einem kleinen Busch – und sind weg. Der dritte hatte noch ein wichtiges Geschäft zu erledigen und hat sich dann noch kurz neben den Busch gesetzt, gemaunzt und sich dann schließlich auch hineingelegt.
Im rechten Busch liegen 3 Geparden!
Wir wussten, dass sie dort drinnen liegen – das hat aber nichts daran geändert, dass wir, trotz einer Stunde warten und oftmaligen vor und zurückfahren nichts, aber auch absolut gar nichts mehr von ihnen gesehen haben – hier fragt man sich dann an wie vielen Geparden man schon in kurzer Entfernung vorbeigefahren ist…
Da wir ja bis 17:00 wieder im Camp sein müssen brechen wir schweren Herzens wieder auf. Auf den letzten 10 Kilometern vor Nossob sehen wir einen Camper entgegenkommen, sie halten ganz kurz und fahren dann aber schnell weiter, das Auto hinter ihnen hält noch immer – ja, bestimmt eine Antilope/Jackal/Vogel. Aber: Ein Löwe, ein Männchen, direkt neben der Straße. Und nur wir und noch ein kleines anderes Auto. Er erhebt sich, um seinen tonnenförmigen Bauch anders zu positionieren und beginnt sich in aller Ruhe die blutigen Pfoten zu putzen.
Wir können unser Glück kaum fassen. Er lässt sich von den zwei Autos nicht stören und nach etwa 20 Minuten (obwohl wir so nahe am Camp sind kommen keine weiteren Autos dazu) steht er auf, überquert hinter uns die Straße und schlägt sich ins Gebüsch. Wir fahren noch kurz in der Gegend auf und ab, da wir den Riss hier in der Nähe erwarten – aber leider das Gelände nicht gut einsehbar, es ist hier eine höhere Sandwelle neben der Straße.
Euphorisch fahren wir zurück nach Nossob, wo wir eine halbe Stunde vor Gateschluss eintreffen. Morgen geht es leider weiter nach Mata-Mata. Abends setzen wir uns noch eine Stunde in den Hide, aber außer dem gelegentlichen Jackal ist nichts zu sehen.
Teil 815. Okt. 2013
19.Juli : KTP
Wie immer brechen wir in ganz in der Früh auf, diesmal nach Süden Richtung Mata Mata. Man verlässt hier nach einiger Zeit das Nossob-Flusstal und fähr über rote Sanddünen nach Westen. Landschaftlich ist es wahnsinnig schön, Tiere sehen wir aber nicht mehr viele.
Gegen Mittag sichten wir links von uns zwei Giraffen, wir halten an und schauen sie uns an, während es immer mehr werden. Schlussendlich befinden sich links ca. 20 und auf der Düne gegenüber nochmal 15 Giraffen.
Später, vielleicht 15 Kilometer vor Mata Mata sehen wir einige Autos auf der Straße stehen. Und rechts unter einem Baum im Schatten liegen 4 Geparden und ein Jackal. Wir beobachten sie eine Weile, sie erheben sich und spazieren in Richtung einer Springbokherde, die wir wenige Minuten vorher gesehen haben.
Wir (und die anderen Autos) fahren parallel zu ihnen auf der Straße und als sie hinter einigen Dünen verschwinden parken wir (und die anderen Autos) bei den Springböcken. Leider tun uns die Geparden nicht den Gefallen zu jagen und tauchen nicht mehr auf.
In Mata Mata erfahren wir, dass der Grenzposten morgens um 8:00 öffnet und nach dem Grilllen gehen wir bald schlafen
Teil 917. Okt. 2013
20.Juli : KTP – Bagatelle Ranch
Pünktlich um 8:00 stehen wir an der Grenze und zu unserer Überraschung sind die drei Grenzbeamten auch einsatzbereit und soger sehr freundlich. Als einziges die Formulare sind nicht wirklich für Rundreisenfahrer gedacht.
Auf einer Gravel Road geht es jetzt Richtung Westen nach Mariental. Man kann sich auf dem Weg dorthin nur schwer verfahren, aber die Straßenkarte, die wir bei Britz/Maui mitbekommen haben erweist sich doch als beruhigend. Weniger beruhigend war da eher, dass auf der Karte auch explizit eingezeichnet war, wo es welche Tankstelle gibt.
In Mariental wollten wir ursprünglich einkaufen und unseren Dieselfilter wechseln – tja für ersteres war ich zu feige, es war mir schon am Parkplatz sehr unheimlich dass plötzlich 10 Leute um unser Auto herumstanden und bettelten. Und bei letzterem hatten wir einfach pech, da am Samstag der Toyota-Dealer mit Werkstatt geschlossen hatte. Gegen 12:30 checkten wir bei der Bagatelle-Ranch ein. Da mein Geburtstag in wenigen Tagen war hatten wir uns für eine feste Unterkunft entschieden. Wir wurden sogar auf ein Strohbale-Charlet upgegradet. Hier essen wir noch eine Kleinigkeit zu Mittag und buchen dann für den Abend das Cheeta-feeding und den Sundowner. Der Ranchbesitzer erzählt uns, dass sie seit 2 oder 3 Wochen nun eigene Pferde haben und auch Ausritte anbieten - da bin ich natürlich sofort dabei, mein Freund streikt, was sehr nett von ihm ist.
Aussicht von unserm Zimmer
Nach meinem Ausritt sitzen wir noch eine Zeitlang in der Lodge und wundern uns ganz schön, warum die Gepardenfütterung noch nicht anfängt - naja Afrika halt, da macht die Stunde Verspätung auch nichts, dachten wir uns. Am nächsten Tag in der Früh sind wir dann draufgekommen, dass wir zwei Tocker vergessen haben, dass Namibia und Südafrika in verschiedenen Zeitzonen sind und wir natürlich die Zeit nicht umgestellt haben.
Wenig später dann treffen wir, und noch einige weitere Gäste, auf die drei Geparden. Es sind drei Männchen, alle ca. 9 Jahre alt und sie lassen sich von uns Touristen nicht übermäßig stören. Normalerweise mag ich solche „Wildtiere zum steicheln“ Geschichten nicht besonders, aber ich fand es ganz in Ordnung. Die Geparden hatten die Möglichkeit sich zurückzuziehen, und dass man Waisen nicht mehr auswildern kann, ist mir auch klar.
Geparden-Fütterung
Anschließend gibt es noch einen Sundowner auf den Dünen, mit Chips und Getränken.
Sundowner
Wir haben das Abendessen dazugebucht (zu dem wir wieder viel zu früh waren), es gab Springbok-Carpaccio, als Hauptgang Kudu-Steak und als Nachtisch flüssigen Schokokuchen.
Und noch einige Nachtaufnahmen:
Teil 1021. Okt. 2013
21.Juli : Bagatelle Ranch – Sossusvlei
Nach einem sehr leckeren und ausführlichen Frühstück brechen wir nach Sossusvlei auf. Auf der C19 fahren wir über den Zarishoogte-Pass, wo wir feststelllen: wenn plötzlich 5 Schilder auf einem Haufen stehen, dann heißt das, dass Schrittgeschwindigkeit zu schnell ist und die Straße gerne mal steil abfällt. Kurz nach dem Pass kommen wir dann in eine für mich weniger angenehme Situation- wir sehen ein Auto das (vielleicht? Ich weiß es nicht) einen Unfall hatte. Es ist auf dem Dach gelegen und es sind einige Leute drum herumgestanden die uns auch zum stehenbleiben veranlassen wollten. Mir war das ziemlich unheimlich, und mir wurde auch zu Hause eingebleut, auf keinen Fall bei einem Unfall stehenzubleiben, also sind wir auch weiter.
Gegen 14:30 kommen wir an und besorgen uns erst einmal usere Permit für die weiteren zwei Tage sowie unsere Campsite. Die haben wir über NWR gebucht, und wir sehen auch sofort den Vorteil. Es gibt zwei Gates, ein inneres und ein äußers. Die Campsite von NWR liegt zwischen den beiden, und so kann man morgens rund eine Stunde früher in den Park fahren. Im Shop besorgen wir noch ein paar Kleinigkeiten und dann fahren wir zu den Dünen hinein.
Nach rund 45 Kilometeren kommen wir bei der Dune 45 an.
Dune 45
Außer uns sind nur wenige Leute da, und so wandern wir den Dünenkamm hinauf. Es ist ziemlich windig, mittlerweile rückt auch der Sonnenuntergang immer näher. Eine Gruppe Deutsche hat offenbar beschlossen, auf der Düne ein Picknick zu machen - naja, ein wenig sandig vielleicht.
Sonneuntergang auf der Dune 45
Ich laufe auf der Seite der Düne hinunter, und nach ein paar weiteren Fotos geht es zurück zum Gate, schließlich schließt es um 18:30 und es ist schon fast stockdunkel. Wir beschließen, im Camp-Restaurant zu Abend zu essen und gehen zeitig schlafen. Immerhin wollen wir am nächsten Morgen um 5:30 am Gate sein.
Teil 1122. Okt. 2013
22.Juli : Sossusvlei
Pünktlich zur Gateöffnung fahren wir um 5:30 als erstes Auto in den Park. Da hier doch ein paar Oryx und Sprinböcke herumlaufen, fahren wir nicht so rasant wie andere und werden recht bald von einem dieser großen Busse überholt. In einer Autokolonne kommen wir wieder bei der Dune 45 an, von wo aus wir den Sonnenaufgang beobachten.
Dann geht es weiter, zunächst zu einem kurzen Frühstück am 2x4 Parkplatz und dann auf dem 4x4-trail durch den Sand zum Vlei.
In der Nacht war es ja noch ziemlich kalt, hier wird es mit der Zeit immer wärmer. Wir beschließen, uns den Aufstieg auf die Big Mama zu sparen und fahren gegen Mittag wieder zurück.
Dann machen wir einen kurzen Abstecher zum Sesriem Canyon.
Abschließend fahren wir noch zur Elim Dune. Die ist relativ nahe am Campingplatz und bewachsen. Dort verbringen wir diesmal den Sonnenuntergang.
Diese Eule saß in dem Baum von unsere Campsite
Teil 1224. Okt. 2013
23.Juli : Sossusvlei - D707 (Koiimasis)
Heute, an meinem Geburtstag, lassen wir es etwas gemütlicher angehen und fahren „erst“ um 6:00 zu Elim-Düne. Dort sind wir völlig allein, was ich wesentlich netter finde als dort in der Kolonne die Dune 45 hinaufzuhetzen.
Nach einem kurzen Frühstück brechen wir in Richtung D707 auf. Die Straße dorthin führt uns durch einen Park (Namtib Rand Park) und wir sehen immer wieder Zebras, Springböcke und Oryx. Die Landschaft finde ich hier auch ziemlich schön – gelbes Gras vor den roten Dünen im Hintergrund.
Gegen Mittag kommen wir in Koiimasis an und können auch unsere Campsite beziehen.
Wir erstehen auch gleich noch Oryx-Steaks fürs Abendessen. Ich erfahre auch, dass das mit dem Reiten hier nicht klappt. Und als zweite Geburtstagsüberraschung: auf der exklusiven Campsite mit seinen 4 Campingplätzen richtet sich ein 30-köpfige Reisegruppe ein.
Meine Laune erreicht mittlerweile einen absoluten Tiefpunkt. Wir beschließen zu flüchten und gehen den 5 Kilomenter langen Wanderweg der Ranch. Den finde ich, ehrlich gesagt auch ziemlich enttäuschend – wenn man einen Weg mit einem durchschnittlichen Kleinwagen befahren kann, finde ich nicht, dass man ihn als Wanderweg bezeichnen sollte.
Bei dem Aussichtspunkt machen wir es uns für einen Weile gemütlich und lesen, während sich eine Gruppe von rund 15 Dassies langsam an uns heranpirscht. Natürlich kommen aber bald ein paar Mitglieder der Reisegruppe vorbei, und die Dassies sind weg.
Etwas frustriert grillen wir am Abend noch – am Campingplatz selbst ist nichts auszusetzen und die Steaks waren sehr lecker. Leider ist es in der Nacht recht windig, so dass wir nicht wirklich viel erholsamen Schlaf finden.
Teil 1324. Okt. 2013
24.Juli : Ranch Koiimasis
Wir haben für heute einen Pausentag geplant und frühstücken gemütlich. Die Reisegruppe ist zum Glück ab 10:00 Uhr weg und wir haben den Campingplatz fast für uns. Wir kommen auch endlich einmal zum Waschen.
Gegen Mittag schauen wir noch kurz zum Hauptgebäude – es sollen heute Pferde kastriert werden, aber bis wir dort sind ist alles schon vorbei. Stattdessen können wir eine Gruppe von etwa 10 Erdmännchen beobachten, die an den Wurzeln der Sträucher nach Insekten graben. Es sind auch einige Jungtiere dabei.
Durch Zufall entdecken wir auf den gegenüberliegenden Felsen noch vier Klippspringer.
Gegen Abend und nach einer missglückten Tomatensuppe wandern wir noch ein Stück in den Canyon hinter der Campsite hinein.
Teil 1425. Okt. 2013
25.Juli : Ranch Koiimasis – Aus
Gegen 9:30 brechen wir auf und fahren den Rest der D707 in Richtung Aus.
Campsite Koiimasis
Dort angekommen unternehmen wir, nachdem wir unseren Campingplatz bezogen und ein Abendessen-Paket bestellt haben, eine kleine Wanderung.
Wanderung bei Aus
Anschließend fahren wir noch nach Garub zu den Wildpferden. Außer uns sind nur wenige Leute da, die sind aber scheinbar mit einer Art Geo-Caching beschäftigt. Es sind wirklich viele Wildpferde hier – ich schätze so einige hundert werden es schon gewesen sein. Sie haben ihr Wasserloch auch tapfer gegen eine Gruppe Strauße verteidigt.
Bei der Rezeption übernehmen wir anschließend unser Braai-Paket und grillen am Abend. Auf der Campsite gibe es keinen Strom. Es ist auch nicht mehr so kalt wie noch vor einigen Tagen und der Sternenhimmel ist wohl einer der beeindruckensten der ganzen Reise.
Teil 1525. Okt. 2013
26.Juli : Aus – Keetmanshoop – Fish River Canyon
Da die Geschichte mit unserem immer noch nicht gewechselten Dieselfilter wirklich langsam beendet gehört, beschließen wir einen Umweg über Keetmanshoop zu fahren und ihn dort tauschen zu lassen. Die Straße zwischen Aus und Keetmanshoop ist asphaltiert, und so sind wir nach etwa 2 Stunden dort. Bei einer Tankstelle erfragen wir den Weg zu einer Werkstatt, und das Wechseln des Filters ist innerhalb einer halben Stunde erledigt. Diesmal schaffen wir es sogar, bei dem Pick & Pay um etwa 90€ einzukaufen, obwohl uns die Leute wieder bei allen möglichen Sachen „helfen“.
Am frühen Nachmittag sind wir beim Canon Roadhouse – wo wir einen Campingplatz vorreserviert haben. War jetzt nicht sooo notwendig – obwohl der Campingplatz wohl etwa 50 Plätze hat (und zwei Waschhäuser), waren wir beinahe die einzigen (und hatten ein eigenes Waschhaus mit 8 Duschen und 10 WCs).
Wir fahren zum Canyon. Vorher entrichen wir in Hobas noch eine Gebür von 170N$. Beim Viewpoint sind wir wiederum beinahe die einzigen. Wir spazieren ein Stück den Canyonrand entlang.
Hinunter kann man nur im Rahmen einer 5?-tägigen geführten Wandertour. Wir gehen den Rand entlang bis zum Anfangspunkt dieser Tour.
Anschließend fahren wir noch ein Stück die andere Richtung entlang auf den 4x4 Trail.
Teil 1628. Okt. 2013
27.Juli : Fish River Canyon – Cederberge
Heute ist ein reiner Fahrtag und außerdem beginnt jetzt auch der Teil der Reise, wo wir, abgesehen vom Krüger NP, nichts mehr vorausgebucht haben. Wir machen uns gegen 8:00 Uhr auf Richtung Süden. Das Ziel ist: schau ma mal wie weit wir kommen, Cederberge wären praktisch.
zu beginn noch ein paar Mountain Zebras
Die Fahrt geht über einige endlos gerade Namibische Straßen, ich glaube der Rekord den wir gezählt haben waren so 35 Kilometer ohne auch nur ein einziges mal eine Kurve zu fahren.
Gegen Mittag kommen wir bei der Grenze an, sie wurde gerade umgebaut, also hat es ein wenig gedauert bis wir alles gefunden haben. Diesmal wird auch unser Kofferraum kontrolliert, so ein bisschen. Wir sollten ihn halt aufsperren, ein Grenzbeamter hat einen kurzen Blick hineingeworfen und dann war er auch schon wieder zu.
Wir fahren über Springbok weiter gen Süden. Für die Wildblumenblüte sind wir ein paar Wochen zu früh aber es zeigen sich schon einige Vorboten. Direkt nach der Grenze hat es auch begonnen, zu Regnen - hatten wir jetzt schon lange nicht mehr.
Da wir ganz gut vorankommen rufen wir beim Sanddrif Resort an, ob sie noch was frei haben, und ob es ok ist, dass wir gegen 6, halb 7 vorbeikommen. Gegen 17:30 sind wir in Clanwilliam und guter Dinge. Die restliche Fahrt ging dann, bei einsetzender Dunkelheit, strömenden Regen und über teilweise schon ziemlich rutschige Dirt-Roads bis zu dem Weingut, das wir uns ausgesucht hatten.
Brücke über den Olifants River
Nachdem wir in den Bergen sind, und es über Nacht gern mal friert, außerdem auch noch immer schüttet, beziehen wir eine kleine Hütte, die voll mit Küche und allem drum und dran ausgestattet ist. Mit Kamin und Heizkörper wird es auch langsam warm.
Teil 1729. Okt. 2013
28.Juli : Cederberge (Wolfberg Cracks und Arch)
Das Wetter ist heute etwas besser als gestern (sprich: es regnet nicht), sodass wir uns um gegen 10:00 eine Permit für die Wanderung zum Wolfberg Arch durch die Wolfberg Cracks besorgen. Die Idee ist, zuerst zu den Cracks zu gehen und dann zu schauen, ob das Wetter einigermaßen hält. Zunächst fahren wir noch mit dem Auto über eine 4x4 Piste bis zu einem kleinen Parkplatz. Von dort aus beginnen wir den Aufstieg von ca. 600 Höhenmetern zu den Cracks. Dabei hat man eine wunderschöne Aussicht über die Cederberge.
Es sind zwei, man kann beide durchqueren, die rechte ist interessanter aber auch schwieriger. In unserem Fall ist die rechte, wegen der Regenfälle gestern, geflutet, also nehmen wir die leichtere linke. Sie erfordert auch ein wenig kletterei.
Gegen 12:30 sind wir oben am Plateau. Von dort aus geht man noch ca. 1.5 Stunden bis zur Arch - da das Wetter nicht so schlecht aussieht (sprich: es regnet immer noch nicht) machen wir uns auf.
Wolfberg Arch von weitem
etwas näher
Tadaa!
Bei der Arch angekommen wollten wir ursprünglich rasten, essen und Fotos machen, aber das Wetter macht uns dann doch einen Strich durch die Rechnung - es regnet zwar nicht, dafür fängt es an zu schneien und Nebel zieht auf. Der Rückweg wird dadurch ziemlich mühsam, da uns die Orientierungspunkte fehlen. Nichtsdestotrotz kommen wir, nach einigen ungewollten Abkürzungen, heil zu den Cracks zurück, und siehe da – es hört auf zu schneien und beim Abstieg zeigt sich sogar noch die Sonne ein wenig.
Dann regnet es allerdings auch schon wieder, was aber völlig egal ist – wir sind eh schon nass und der Untergrund auch. Gegen 15: 45, also deutlich schneller als die prognostizierten 8 Stunden, kommen wir wieder zu unserem Auto. Wir melden uns auch bei der Farm zurück – was scheinbar aber ungewöhnlich ist. Zum Abendessen verputzen wir noch riesige Berge von Nudeln mit Tomatensauce.
Teil 1830. Okt. 2013
29.Juli : Cederberge – Citrusdal – West Coast National Park
Heute haben wir strahlenden Sonnenschein. Obwohl es auch immer noch ziemlich kalt ist.
Nach dem Frühstück checken wir aus und fahren zur Stadsaal Cave. Am Parkplatz folgen wir einem der drei Pfeile, der uns zu der Höhle führen soll und kommen nach etwa 10 Minuten prompt zum Parkplatz zurück. Ohne Höhle. Zum Glück sind wir die einzigen Besucher... Der nächste Pfeil bringt uns dann aber doch hin. Von dort aus versuchen wir die im Wanderbuch beschriebenen San-Zeichnungen zu finden – ohne Erfolg. Mit der Orientierung haben wirs scheinbar heute nicht so.
Eine kurze Autofahrt entfernt finden wir dann doch noch Rock-Paintings.
Gegen 12:30 fahren wir weiter Richtung Algeria, um die Cederberge zu verlassen.
Tja, dachten wir, an der kleinen Brücke, die wir noch vor 2 Tagen überquert haben, ist Hochwasser.
Also fahren wir fröhlich parallel zur N7 auf einer Schlaglochpiste bis Citrusdal, vorbei an verschiedentsten Zitronen und Orangenplantagen. In Citrusdal kommen wir doch noch auf unsere heiß ersehnte Schnellstraße, sodass wir gegen 16:30 beim West Coast National Park ankommen.
Fahrt zum West Coast NP
In diesem gibt es keinen Campingplatz, und wir haben auch bei der Hinfahrt keinen in der Nähe gesehen. Wir beziehen also eines der Dune-Charlets.
Hier sollte ich vielleicht auch einmal den Titel des Berichts erklären: Wir hatten uns so ein Buch gekauft, in dem verschiedene Parks und Nature Reserves in Südafrika aufgeführt sind. Unter anderem auch mit detaillierten Beschreibungen, welche Tiere es zu sehen gibt. Das begann dann meist so harmlos a la : Kudus, Eland, Blesbok, Steinböckchen... und Caracals. Und das bei beinahe jedem Park.
Teil 1930. Okt. 2013
30.Juli : West Coast National Park – Kapstadt
Morgens, nach einem gemütlichen Frühstück, fahren wir zunächst Richtung Norden bis zur Atlantikküste. Im Park sieht man schon die ersten Vorboten der bevorstehenden Flower-Season, wir sind so ca. 2-3 Wochen zu früh dran. In der Lagune sehen wir die ersten Möwen und Flamingos.
Wir fahren bis zur Tsaarsbank, wo man sich direkt am Strand befindet und die Kormorane und Oystercatcher beobachten kann.
Anschließend besuchen wir noch die beiden Bird-Hides beim Geelbek Visitor's Center.
Im dortigen Restaurant essen wir eine Kleinigkeit und fahren dann nach Kapstadt.
Den ganzen Tag über hatten wir strahlenden Sonneschein und der Tafelberg zeigt sich auch von seiner besten Seite. Gegen 16:30 kommen wir bei unsere Unterkunft an.
Nachdem wir den Vormittag mit Frühstücken und einigen organisatorischen Finessen verbrachten, spazieren wir zur V&A Waterfront. Es sind etwa 20 Minuten Fußweg, der uns auch an dem für die Fußball-WM gebauten Stadion vorbeiführt. Dort angekommen schnappen wir uns (gerade noch) die Fähre nach Robben Island – wir und sehr viele andere Touristen. Das Wetter ist wieder absolut traumhaft, keine Wolke trübt den Himmel. Auf Robben Island werden wir in einen Bus verfrachtet und so zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten gefahren.
Steinbruch
Den Abschluss bildet eine Führung eines ehemaligen Häftlings durch den Hochsicherheitstrackt des Gefängnisses, in dem auch Nelson Mandela untergebracht war.
Um 14:30 sind wir wieder zurück bei der Waterfront und essen eine Kleinigkeit bei einer Bäckerei (die sogar ziemlich gutes dunkles Roggenbrot hat). Wir spazieren noch in der Gegend herum - zum Arts & Crafts Center und zum Food Court. Gegen 20:00 fahren wir zurück zu unserem Bed&Breakfast (mit dem Taxi).