Reisebericht

Vienna goes Namibia - Mit 2 Kids 18 Tage unterwegs

von granato75 · begonnen 28. Aug. 2013 · 21 Teile

Teil 128. Aug. 2013
Hallo allerseits!

Gestern mittag sind wir wohlbehalten nach 18 Tagen in Namibia wieder in Wien angekommen.
Es war eine wunderbare Premierentour im Dachzelt-Camper mit zwei Kindern auf der Standard-Runde Windhoek - Sossusvlei - Swakop - Etosha - Windhoek.

Unzählige neue Eindrücke, 70 Gigabyte an Fotos und Videos und jede Menge neue Erfahrungen haben wir mitgebracht.
Und natürlich viel gelernt (z.B. "dreckig" ist ein seeeehr relativer Begriff)
Manches, was wir aus Wien mitgebracht haben, hat aber die Heimat nicht mehr gesehen 😉
Soviel sei vorab schon mal verraten.

Danke an alle, die uns im Vorfeld mit Tipps versorgt haben. Es hat sich echt ausgezahlt und 99% hat auch wunderbar geklappt.

Lasst mich noch ein paar Tage Fotos und Videos sortieren und die Tagebuchaufzeichnungen umformulieren, dann beginne ich natürlich gleich mit dem Bericht inklusive Bildmaterial.

Wir hatten echt alles dabei, Aufenthalt auf der Polizeistation, Werkstattbesuch, jede Menge Tiere, nette Leute, tolle Landschaften und, und, und.

Fasten your Seatbelt.

LG
Peter aus Wien
Teil 201. Sept. 2013
Hallo!
Und auf geht's !

1.Tag: 8. August 2013 : Es geht los
Wien-Windhoek


40 Grad! Genau heute, am 08.August 2013, hat es die höchste Temperatur, die jemals in Wien gemessen wurde.
Und was machen wir? Ins Schwimmbad gehen? In den Garten legen? Oder zähneknirrschend ins klimatisierte Büro fahren? Nein, wir ziehen uns feste Sportschuhe an, lange Jeans und nehmen Westen in die Hand...

Wir, das sind Selina (7), Leonie (9), Claudia (40) und ich, Peter (38) aus Wien.

Aber egal ! Fast ein Jahr Planung, Flüge, Unterkünfte, Mietauto suchen & buchen, Foren & Webseiten durchstöbern, Route planen, Reiseführer lesen, Fernsehdokus schauen, Route planen und wieder umplanen haben ein Ende und es ist soweit.
Wir fliegen nach Afrika! Nach Namibia!

Meine Mutter bringt uns zum Flughafen in Wien, wo wir uns für fast drei Wochen verabschieden.
Wir checken ein und hoffen, die vier Taschen in fast 24 Stunden, 10.000km entfernt, wiederzusehen.
Das Gepäck wird bis Windhoek durchgecheckt, lediglich die Bordkarten für den Flug Johannesburg-Windhoek müssen wir uns noch in Frankfurt am South African-Schalter organisieren.
Wir spazieren noch ein bisschen herum und essen eine Kleinigkeit.

Um 14:15 wird es vor allem für die Kinder das erste Mal richtig spannend!
Sie besteigen erstmals ein Flugzeug für unseren Flug mit der Lufthansa nach Frankfurt.
Die kurze Wartezeit im Tunnel zum Flieger wird angesichts der 40 Grad Außentemperatur und geschätztem 60 Grad im "Finger" zum Flieger zum Martyrium. Dann nehmen wir aber Platz und warten gespannt auf den Start. Die Kinder hält es vor Aufregung kaum auf den Sitzen.
Wir rollen mit kurzer Verspätung zur Startbahn und heben um 15:00 ab.
Der Flug verläuft unspektakulär und wir landen knapp nach 16 Uhr in Frankfurt.

"War ja eh nicht so schlimm!" und "Ich habs mir ärger vorgestellt!" können wir uns von den Mädels anhören.

Wir spazieren zwischen dem Terminal 1A und 1B in Frankfurt hin und her und vertreiben uns fast vier Stunden Wartezeit großteils in einem Kinderspielbereich.
In Anbetracht der Preise bei den Flughafenrestaurants entscheiden wir uns, eine Kleinigkeit bei McDonald's zu essen. Die Kids haben natürlich nichts dagegen und wir wollen vor allem, dass sie nicht hungrig in den Flieger einsteigen.
Wir geben dem Flugzeugmampf keine große Chance auf Akzeptanz durch die Mädels.

Gegen 20 Uhr sind wir am Gate und bekommen die letzten Bordkarten für den Weiterflug nach Windhoek. Am Gate profitieren wird das erste Mal von der Mitreise der Kinder, da wir als Familie mit die Ersten sind, die das Flugzeug besteigen dürfen. An Bord wird gleich das Entertainment-System der SAA von den Kids untersucht und für gut befunden.

Bald nach dem Start um 20:45 wird das Abendessen serviert. Die Stewardessen kommen immer näher und ich höre sie ständig fragen: " Chicken or lamb?" Als sie bei uns sind, fragen sie nicht mehr, sondern leiten ihr Eintreffen mit den Worten "Sorry, I have only got lamb left" ein. Ich wähne mich in "Hummeldumm" hineinversetzt; exakt bei unserer Reihe ist Sense. Und Lamm kann ich echt nicht leiden.
Zum zweiten Mal profitierten wir von den Kindern, da die nette Stewardess, als sie die Kinder sieht, sofort quer durch den Flieger rennt und noch 2x Menü mit Hühnchen bei einem anderen Trolley organisiert. Trotzdem essen Selina und Leo fast nur Beilagen und so haben wir auch noch etwas vom Hühnchen.

Die Kinder schauen noch einen Film und gegen Mitternacht wird das Licht ausgemacht.

Selina schläft rasch, Leonie braucht wie immer eine ganze Weile länger. Claudia und ich hoffen auf zumindest ein paar Stunden Teilzeitschlaf.....
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Unser Premierenflug nach Frankfurt

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Captain Selina - Ready for Take off

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Wo, bitte, geht's hier nach Afrika?
Teil 301. Sept. 2013
Hallo liebe Mitreisenden!

Ich hab zu Beginn meines Reiseberichts ganz vergessen, unsere Tour für die 18 Tage einzustellen.
Wir haben die Route zum Großteil schon zuhause festgelegt und die Unterkünfte und Campsites vorreserviert gehabt.

Wir haben lediglich unterwegs die Übernachtung im Treesleeper-Camp storniert und durch eine Nacht am Waterberg ersetzt, um ein wenig Wegstrecke zu sparen.

Hier die Route und die Übernatchtungsorte:

09.8.2013: Windhoek, Hotel Uhland
10.8.2013: Lake Oanob Resort, Campsite
11.8.2013: Sesriem, Sossus Oasis Campsite
12.8.2013: Solitaire Guest Farm, Camping
13.8.2013: Swakopmund, Alternative Space
14.8.2013: Swakopmund, Alternative Space
15.8.2013: Swakopmund, Alternative Space
16.8.2013: Madia Camp Site
17.8.2013: Kamanjab, Oase Guest House
18.8.2013: Otjitotongwe, Cheetah Farm, Camping
19.8.2013: Etosha, Okaukuejo Campsite
20.8.2013: Etosha, Halali Campsite
21.8.2013: Etosha, Namutoni Campsite
22.8.2013: Waterberg Wilderness, Plateau Campsite
23.8.2013: Erindi, Camp Elephant, Self Catering Chalet
24.8.2013: Erindi, Camp Elephant, Self Catering Chalet
25.8.2013: Düsternbrook Guest Farm, Hippo Chalet
26.8.2013: Rückflug nach Wien

Liebe Grüße, bald geht's weiter.
Peter

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Teil 403. Sept. 2013
2.Tag: 9. August 2013 : Ankunft in Namibia
Windhoek
Hotel Uhland


Selina schläft ca. 5 Stunden. Leonie weniger, vor allem weil sie um 04:30 noch einen Film schauen will, was wir aber nach kurzer Diskussion unterbinden können. Claudia und ich dösen ein paar Stunden, aber von erholsamen Schlaf kann nicht die Rede sein. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Es steht uns einer der ereignisreichsten und längsten Tage unseres Lebens bevor!

Um 5 Uhr wird Licht gemacht und bald darauf gibt es Frühstück. Gegen 7 Uhr beginnt der Landeanflug auf Johannesburg.

Sonnenaufgang über Afrika
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Endlich in Afrika!

Und was sehen wir als Erstes? Dunkle Wolken, Regen und schwarze Menschen mit Wollmützen und Daunenjacken, die unser Flugzeug entladen.
Wir spazieren durch den Transitbereich zum Regionalterminal für den Weiterflug nach Windhoek.
Als wir in den Bus zum Flieger nach Windhoek einsteigen, hat es 5 Grad, Wind und Regen. Selbst bei uns im November würde ich das als Sauwetter bezeichnen.

Egal, was uns in Namibia an Wetter erwartet, es kann nur besser werden!
Der Flug nach Windhoek ist ereignisarm. Kaum sind wir auf Reiseflughöhe, setzen wir schon wieder zur Landung an.

Anflug auf Windhoek
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Wir spazieren um 10:30 bei freundlichem Wetter über die Rollbahn zur Ankunftshalle.

Dort stehen alle Leute aus dem Flieger an den Tischen und füllen die Einreisezettel aus. Um Zeit zu sparen, schnappe ich mir 4 Zettel und wir stellen und in die noch nicht allzu lange Warteschlange.
Während wir vorrücken kritzle ich im Stehen die Daten auf die vier Zettel und kann Einiges nur selbst schwer lesen.
Kurz bevor wir drankommen bin ich fertig und freudig reichen wir die Zettel mit den Pässen der Beamtin. Die hat ihr Lächeln offensichtlich heute nicht zum Dienst mitgenommen, fertigt uns aber relativ rasch ab.

Wir gehen zum Gepäckband und warten gespannt, ob unsere Taschen die komplette Reise mitgemacht haben. Siehe da, nach 5 min. am Band ist unser Gepäck vollständig da. Und wir rollen mit zwei Wägen dem Ausgang entgegen.
Dort empfängt uns Rudolf, der Fahrer von Camping Car Hire. Wir begrüssen einander und merken, dass wir noch auf ein weiteres Pärchen für den Transfer warten müssen.
Na super, hat sich ja echt ausgezahlt, dass wir so schnell waren 😉
Ich nutze die Zeit und hebe 2.000 Rand am ATM ab und kaufe eine MTC Traveller SIM-Karte.

Damit ist meine ToDo Liste am Flughafen schon fertig und in diesem Moment kommt auch das schweizer Pärchen an, die sich mit uns das Shuttle nach Windhoek teilen.

Alle Mann an Bord, Gepäck vollständig da, Bargeld und Telefonkarte besorgt.
PERFEKT! SO KANN ES WEITERGEHEN !!

Am Weg vom Flughafen in die Stadt sehen wir am Straßenrand schon ein paar Paviane und sind natürlich aus dem Häuschen. Kurz darauf ein paar Giraffen. WOW !
Wir kommen bei Camping Car Hire an und werden freundlich begrüßt. Unsere Mitreisenden sollen zuerst den Papierkram machen, während wir das Auto erklärt bekommen danach umgekehrt. Es ist inzwischen genau Mittag.

Der Nissan Double Cab steht auf der Straße genau vor der Eingangstür zum Büro.
Trotz 132.000km sieht der Nissan optisch gut aus, die paar geringen Vorschäden werden schriftlich festgehalten. Wir bekommen das Auto genau erklärt, bis keine Fragen mehr offen sind. Die Kinder und unser Gepäck warten inzwischen im Büro der Autovermietung. Nur meinen Rucksack habe ich bei mir, sicher ist sicher…

Zu guter Letzt will mir Rudolf noch den Auf- und Abbau der Dachzelte zeigen. Als wir das Dachzelt aufklappen und ich die Leiter runterziehe, wird es mir zu blöd und ich stelle den Rucksack auf die hintere Sitzreihe des Autos. Nur wenige Sekunden, nachdem ich das gemacht habe und mich wieder den Zelten widme, höre ich Claudia rufen: „Peter, der Rucksack!“
Ich brauche 1 Sekunde, bis ich mitbekomme, dass jemand vom Wagen wegläuft. Noch eine Sekunde, bis ich mitbekomme, dass dieser jemand unseren Rucksack geschnappt hat und Claudia versucht, hinterherzurennen. Rudolf und mir war durch die Dachzelt-Abdeckhaube die Sicht verstellt, genau in diesem Moment hat der Typ die Türe auf der Gehsteigseite aufgemacht und zugegriffen.

Ich spüre, wie mir augenblicklich das Adrenalin in den Körper einschießt und ich renne los. Obwohl ich jetzt nicht gerade die Statur von Usain Bolt habe, lege ich einen Start wie in einem 100m WM-Finale hin. Ich habe sicher 10 Meter Rückstand auf den Typen. In diesem Moment bin ich völlig im Geparden Modus. Ich Gepard, dort Impala. Tunnelblick.
Ich denke nicht daran, was im Rucksack ist, ob der Typ vielleicht bewaffnet ist oder ob er alleine ist.

Nachzudenken, ob das jetzt klug ist, kann ich in diesem Moment auch gerade nicht. Ich sprinte jedenfalls hinterher und kann sogar ein paar Meter gut machen. Leider nur bis zu dem Moment, als er in ein wartendes Auto springt. Dieses erreiche ich noch, aber nur das Heck und nicht die Tür. Ich kann mich sogar kurz am Auto festhalten. Im Nachhinein muss ich wohl froh sein, dass ich nicht wirklich am Kofferraum Halt finde, sonst wäre ich vermutlich bis Katatura hinten oben gehangen. So kann ich mich nur kurz in Bruce-Willis-Manier am Stufenheck anhalten und lege nach wenigen Metern als Passagier eine astreine Stuntrolle auf den harten Asphalt der Joule Street hin. Als ich mich hochrapple, bekomme ich mit, wie Rudolf in ein Auto springt und dem Auto hinterherrast. Ich sammle meine Sonnenbrille und meinen Wertsachen-Bauchgurt ein, die ich bei meiner Filmeinlage verloren habe.

Ich laufe zurück zum Büro des Vermieters. Zuerst versuche ich Claudia und die Kinder zu beruhigen und versichere ihnen, dass ich ok bin. Erst jetzt wird uns klar, was in dem Rucksack war: Laptop, Foto- und Videokamera samt Zubehör. Aber keine Dokumente, Pässe, Kreditkarten oder Bargeld. Schön langsam spüre ich auch meinen linken Arm, auf dem ich am Ellbogen eine handflächengroße Abschürfung habe. Meine Jeans sind auch an mehreren Stellen aufgerissen. Jetzt sehe ich auch noch aus die Bruce in "Stirb langsam 5 ".

Bald darauf ist ein Streifenpolizist vor Ort und wir vereinbaren ein Treffen bei der Polizeistation, wo ich meine Anzeige am Nachmittag machen will. Leider ohne Ergebnis und ziemlich angepisst kommt Rudolf von seiner kurzen Verfolgungsfahrt retour.
Wir fangen uns langsam und gehen hinein um den Papierkram hinter uns zu bringen.
Zuvor wird meine Wunde noch mit Jod versorgt und wir sprayen ein flüssiges Pflaster auf den zartrosa bis dunkelrot glänzenden Ellbogen. In dem Moment muss ich den Kindern zuliebe meine ganze Schauspielkunst aufbringen, um nicht vor Schmerz zu schreien. Mit einem Krampflächeln und feuchten Augen versichere ich den Mädels, dass es nur ein bisschen kitzelt…. 😉

Nach meiner Bruce-Willis-Aktion
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Bettina ist sehr nett aber wir sind nicht wirklich geistig anwesend. Gut, dass ich mir im Vorhinein schon die Vertragsbedingungen durchgelesen habe, denn in unserer Verfassung hätten wir wahrscheinlich sogar die Mitgliedschaft bei Scientology unterschrieben.....

Wir verstauen das Gepäck. Das Auto ist selbst ohne Lebensmittel bis auf den letzten cm³ gefüllt. Wir hoffen, dass es mit den Schlafsäcken in den Dachzelten etwas besser werden wird.
Wir verabschieden uns und starten das Abenteuer Linksverkehr im Geländewagen mit dem noch zu verdauenden Schock des Raubes.

Unser Nissan Double Cab
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Wir zittern uns die gottseidank nur 5 km durch den doch recht dichten Freitags-Nachmittagsverkehr und sind sehr froh, als wir das Hotel Uhland erreichen. Das schwere Eisentor und der Stacheldraht über den Mauern beruhigen uns.
Charmaine von der Rezeption heißt uns Willkommen und zeigt uns unser Zimmer.

Ich bin sehr froh, dass die Polizeistation nicht weit vom Hotel Uhland weg ist. So kann ich zu Fuß hingehen, während Claudia und die Kinder im Hotel bleiben und sich mit den Hunden des Hauses ablenken können. Der geplante Spaziergang im Stadtzentrum hat sich ohnehin schon erledigt.
Bei der Tourist Protection Unit der Polizei Windhoek mache ich meine Anzeige.
Inzwischen hat sich herausgestellt, dass das Kennzeichen des Fluchtautos ein Gefälschtes war.
Der Beamte fragt nochmals, ob ich ok bin, belehrt mich für 15 Minuten, was man alles auf gar keinen Fall machen darf, und beginnt dann die handschriftliche Case-Dokumentation. Nach ca. einer Stunde sind wir fertig und ich kehre ins Hotel zurück.

Für den Abend haben wir in Joe's Beerhouse einen Tisch und ein Taxi bestellt. Als gegen 18 Uhr das Taxi eintrifft, sinkt die Stimmung bei allen deutlich. Eigentlich sind wir viel zu müde und fühlen uns nach den Erlebnissen des Tages in den dunklen Strassen der Stadt nicht wohl. Wir entscheiden uns dann doch zu fahren. Vielleicht ist es ja doch ganz nett und wir kommen auf andere Gedanken.

Im sehr trubeligen Beerhouse angekommen bestellen wir etwas, aber wirklich Appetit haben wir nicht.
Wir alle müssen schon jetzt um 19 Uhr dem sehr langen und ereignisreichen Tag Tribut zollen.
Als besonders angenehm empfinden wir die Atmosphäre eigentlich auch nicht.
Nach einer Stunde bezahlen wir und lassen uns vom Taxi ins Hotel bringen.

Ziemlich erledigt in Joe's Beerhouse
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Nach unserer Rückkehr bin ich immer noch stinksauer. Auf die Typen, die uns so den Anfang des Urlaubs so versaut haben und auch auf mich, dass ich genau im falschen Moment nicht aufmerksam genug war.

Beim Zubettgehen beruhigen wir nochmals die Kinder und auch uns selbst.

Wir geben folgende Parole aus:
Wenn der Verlust von 2 Kameras und 6 Stunden Zeit das Schlimmste ist, was uns in den kommenden 18 Tagen passiert, dann wird das immer noch ein traumhafter Urlaub.

Wir sollten Recht behalten.
Teil 504. Sept. 2013
3.Tag: 10. August 2013 : An in die Wildnis
Windhoek - Lake Oanob Resort (100km Fahrt)
Lake Oanob Resort Campsite C7


Wir frühstücken ausgiebig im Hotel Uhland und checken aus. Heute Vormittag steht der geplante (Lebensmittel) und ungeplante (Kamera, Laptop) Einkauf auf dem Programm. Wir verteilen unsere Wertsachen auf die Body-Belts, verstauen das restliche Gepäck im Aufbewahrungsraum des Hotels und fahren los. Im Auto lassen wollen wir nach dem gestrigen Erlebnis auch im Parkhaus des Einkaufscenters nichts mehr.

Abfahrt zum Einkaufen
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Wir erreichen das nicht weit entfernte Wernhil Einkaufszentrum. Paranoid wie wir sind, kontrollieren wir zwei Mal, ob die Zentralverriegelung auch richtig sperrt (obwohl praktisch nichts im Auto ist).

Der Einkauf wird geplant wie ein Navy-Seals-Kommando-Einsatz. Kamera aussuchen, zurücklegen lassen, Notebook aussuchen, zurücklegen lassen, Lebensmittel besorgen, danach am Retourweg Kamera und Notebook mitnehmen.
Die Devise lautet: Schnell rein – einkaufen – nicht anquatschen lassen – schnell raus – Abfahrt.
Da die Auswahl nicht allzu groß ist, kaufe ich mir eine Sony HX200V mit Tasche und ein Samsung Netbook. Die Kamera hat sogar einen europäischen Stecker, das Notebook einen südafrikanischen; den kann ich aber sicher zuhause austauschen oder mir ein neues Ladegerät besorgen.

Danach zu Pick’n‘Pay für die Lebensmittel-Grundausstattung.

Das Einkaufen mit den Kindern ist sehr anstrengend. Wir sind noch immer nicht 100% fit und fühlen uns im überfüllten Supermarkt nicht wohl. Jeder passt ständig auf den Rücken des anderen auf, obwohl wir natürlich keine Wertsachen in den Taschen haben. Als wir fertig sind, noch schnell beim PEP zwei Decken eingepackt.

Im SWAT-Team-Gänsemarsch zum ATM beim Cymot gegenüber, da wir dort einen Wächter von der anderen Straßenseite erspähen. Geschafft.

Wir fahren zurück ins Hotel, laden die Taschen ein und fahren Richtung Süden. Nachdem der Stadtspaziergang bereits gestern gecancelt wurde, knipsen wir im Vorbeifahren ein paar Fotos von der Christuskirche und dem Reiterdenkmal.

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Durch den länger als geplanten Einkauf ist es schon nach mittag, als wir aus der Stadt Richtung Rehoboth zum Lake Oanob Resort fahren.

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Die Fahrt verläuft problemlos und wir gewöhnen uns an das Links-Fahren. Nach 90 Minuten erreichen wir das Haupttor und wenig später die Rezeption.

Dort angekommen begrüßen uns viele Papageien im Käfig. Die Kids sind begeistert. An der Rezeption erhalten wir den Schlüssel für die Campsite C7.

Nach kurzer Suche finden wir unseren Stellplatz. Wir entdecken ein kleines Bauwerk mit 2 Räumen, welche sich als Klo und Dusche herausstellen. Daneben steht eine überdachte Küchenzeile mit Stromanschluss und Grillplatz. Zum See hin haben wir eine riesige Terrasse mit Esstisch und toller Aussicht.

Anfangs sind wir etwas schockiert, da wir Camping auf diese Art auch in Europa noch nie gemacht haben. Auch die Kids fragen uns, ob da noch irgendwo andere Räume sind oder das jetzt wirklich unsere Unterkunft für heute ist. 😄

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Das Wetter ist freundlich und guter Dinge spazieren wir zum Restaurant am See. Der Wasserstand des Sees ist sichtlich gut 10 m unter Normalniveau.

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Wir bestellen unser erstes Mittagessen gegen 15 Uhr. Einen Finger Food Basket für uns, für Selina eine Pizza und für Leonie Chicken Nuggets mit Pommes. Und prompt haben wir unsere ersten Schwierigkeiten, den Kindern kulinarische Abwechslung schmackhaft zu machen. Die Pizza erinnert nur entfernt an das, was wir unter Pizza verstehen. Eher an Fladenbrot mit einer Dose Gemüse und Sauerrahmsauce drüber. Frustriert nascht Selina bei uns und Leo ein paar Pommes mit und verzichtet auf ihr Essen.

Anschließend meldet Claudia uns für den 4x4 Self-Game-Drive an und wir starten um 16:30 Uhr die kurze Runde. Claudia und die Kinder fürchten sich ein wenig wegen meiner Fahrweise.
Ich versichere allen, dass die Auf- und Abfahrten eigentlich Kinderkram für unser Auto sind und der Allradantreib sowas locker schaffen muss. Mit der Zeit haben wir richtig Spaß an der Achterbahnfahrt. Und wir sehen…. NICHTS. Leicht demotiviert erreichen wir nach 45 Minuten eine Ebene, wo sich offensichtlich alle Tiere des Resort zum gemeinsamen Abendessen eingetroffen haben – dutzende Zebras, Springböcke, Elands, Giraffen, Oryx, Blessböcke und Gnus. YES !

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DAS ist der Moment, an dem zum ersten Mal echtes Afrika-Feeling einsetzt !

Die Kinder bestaunen nahezu sprachlos die Tiere und wir fotografieren, was die Kameras hergeben.
Es dämmert bereits und wir beschließen, zurückzufahren.

Am Stellplatz angekommen, versuchen wir das erste Mal, die Dachzelte aufzustellen. Wir hätten sicher etwas früher zurückkehren sollen, da es inzwischen dunkel ist und es doch etwas Zeit braucht, bis die Zelte fertig sind, vor allem beim ersten Mal.

Wir beschließen „schnell“ Spaghetti zu kochen. Ich hole den Gaskocher heraus und habe noch keine Ahnung, wie lange es dauern kann, einen großen Topf Wasser auf diesem zum Kochen zu bringen. Es dauert eine ganze Weile…...

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Endlich kocht das Wasser und die Nudeln sind so weit. In der Zwischenzeit ist es finster und kalt. Wir haben schon mehrere Schichten angezogen und frieren noch immer – vor allem die Kids. Bis die Spaghetti-Sauce warm ist, sind die Nudeln schon wieder kalt. Ob Camping für uns zu dieser Jahreszeit wirklich eine gute Idee war?

Nach dem Essen will ich noch das neu gekaufte Notebook aufsetzen und ordentlich laden. Da ich einen lokalen Stromstecker habe, kann ich ja nicht im Auto, sondern nur an den Steckdosen der Unterkünfte laden.
Ich packe alles aus, starte das Notebook..... ABER DER STECKER PASST NICHT IN DIE STECKDOSE!!!! NEIN!

Schon wieder fühle ich mich in Hummeldumm hineinversetzt! Das ist doch dieser komische, klobige, dreipolige Stecker!?! Wieso passt der nicht? Hat mir Vollpfosten der Typ im Geschäft irgendeine asiatische Version an Stecker angedreht? Hat sich jetzt aber wirklich alles gegen mich verschworen?
Mir wird klar, dass ich irgendwas basteln werde müssen, sonst war der Notebook-Kauf völlig sinnlos.

Gegen 21 Uhr verkriechen wir uns in die Dachzelte. Leonie mit Claudia, Selina mit mir. Wir sind gespannt, wie die erste Nacht in den Dachzelten verlaufen wird.
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Teil 606. Sept. 2013
4.Tag: 11. August 2013 : Auf Gravel in die Wüste
Lake Oanob Resort - Sesriem (260km Fahrt)
Sossus Oasis Campsite


Unsere erste Nacht im Dachzelt ist überstanden. Nicht unbequem, aber zu kühl. Wir haben die weitere Abkühlung während der Nacht unterschätzt. Leonie und Claudia, unsere beiden Frostbeulen, jammern wegen der Kälte, trotz Skiunterwäsche, Jogginganzug, Schlafsackinletts und den Schlafsäcken, die zwar neu aussehen, aber nicht allzu dick sind.

Claudia hat von allem am meisten gefroren, vor allem, weil sie schon eine Erkältung aus Wien mitgebracht hat. Selina hat wieder mal geschlafen wie ein Murmeltier und von der Kälte der Nacht nichts mitbekommen.

Ich stehe als Erster auf, bewundere die aufgehende Sonne und mache die ersten Fotos mit der neuen Kamera.

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Die Mädels krabbeln aus den Zelten und wir essen ein paar Toastbrotscheiben mit Nutella und Marmelade. Dazu gibt es Kaffee, Tee und Kakao. Wir packen zusammen und machen uns auf den Weg nach Sesrien. Die Wüste ruft !

Zuvor will ich noch in Rehoboth das Notebook-Stecker-Problem lösen. Ich mache mir keine Hoffnung, heute am Sonntag im kleinen Städtchen einen passenden Adapter zu finden. Gott weiß, was das für ein Stecker aus Hongkong oder sonst wo ist. Irgendeine Werkstatt mit Zangen, Schraubenzieher und Kabelklemmen müsste mir reichen, um den exotische Stecker abzuzwicken und einen echt namibischen Stecker drauf zu fummeln, egal wie.

In Rehoboth entdecke ich nicht gleich eine Werkstadt, aber ein Mini-Geschäft mit dem hoffnungsvollen Schild „China Electronics“. Claudia und die Kinder bleiben als Wächter im von innen versperrten Auto. Als ich aussteige und zum Geschäft stapfe, reden mich ein paar Kids auf der Straße an, ob ich nicht vielleicht einen Dollar übrig habe. Mein sehr genervter und säuerlicher Gesichtsausdruck reicht aus, um das Gespräch zu beenden, bevor es entstehen kann. Wortlos schaue ich Richtung Auto und die Jugendlichen kapieren, dass es klüger ist, jetzt nicht an die Scheiben des Autos zu klopfen, um meine Mädels anzuschnorren.

In dem finsteren Laden begrüßt mich ein mindesten 70 Jahre alter Chinese, dessen Englisch-Wortschatz ganz offensichtlich nach seinem "Hello" auch schon wieder erschöpft ist. Mit dem Stecker in der Hand kann ich verständlich machen, was mein Problem ist. Und siehe da: Er greift unter die Theke, nimmt einen Adapter heraus und murmelt etwas von „Sambia-Plug“. Ich hab also einen sambischen Stecker auf dem Ladegerät des Notebooks! Noch bevor er mir einen Gremlin aus dem Hinterzimmer andrehen kann, bedanke ich mich herzlich, zahle 10 N$ für den Sambia/Namibia-Adapter und kehre euphorisiert zum Auto zurück.

Kurz nach Rehoboth beginnt unsere erste lange Gravelfahrt.

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Wir fahren brav 80 km/h und den Streetshoogte Pass hinauf (dabei aber nicht 80!). Oben genießen wir die herrliche Aussicht.

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In Solitaire halten wir kurz bei Moose McGregor und probieren verschiedene Kuchensorten, die alle lecker schmecken.

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Übrigens ist Solitaire meiner Meinung nach inzwischen kein Geheimtipp mehr. Am Parkplatz stehen mindesten 20 Autos, teilweise auch Busse. Der Anbau an die Bäckerei ist voll und Scharen an Touris fotografieren die Autowracks, die Erdhörnchen und die Kakteen. In der Bäckerei wird man abgefertigt wie bei McDonalds.

Wir fahren weiter Richtung Sesriem, wo wir um 15 Uhr eintreffen.

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Wir besorgen uns das Permit für den Park für heute und morgen. Obwohl ich explizit danach frage, bekomme ich das Permit nicht für 24 Stunden, sondern nur für den heutigen und den morgigen Tag. Der wenig motivierte Beamte gibt mir zu verstehen, dass 24 Stunden nur für die Campinggäste der NWR-Campsite erhältlich ist.

Wir fahren in den Park zur Elim-Düne, die wir an diesem Nachmittag für eine Stunde ganz für uns alleine haben.

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Danach machen wir noch eine kurze Wanderung durch den Sesriem Canyon.

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Wieder aus dem Park draußen, bestellen wir für morgen 7 Uhr Früh einen Frühstückskorb in der Sossusvlei Lodge und melden uns auf der Sossus Oasis Campsite an. Auch diese bezeichnet sich als Luxus-Campsite, sieht aber auf den ersten Blick noch karger aus als die Campsite am Lake Oanob. Aber tatsächlich haben wir eine betonierte ebene Fläche, Open-Air Dusche, Klo und Spüle, Warmwasser, eine schöne Feuerstelle, Strom und Lampen. Also Camper-Luxus pur 😉

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Mit zitternder Hand greife ich nach dem Notebook und meinem heute morgen erstandenen Sambia/Namibia-Stromadapter.
Ich fahre den Laptop hoch und stecke Alles ineinander. ES PASST! Den Freudentränen nahe richte ich Windows ein und will mit dem Reisetagebuch beginnen. Da natürlich kein Office drauf ist, kritzle ich ein paar Notizen in das Windows-Notepad, wobei das Schreiben mit deutscher Spracheinstellung auf einer englischen Tastatur auch nicht frei von Tücken ist und für herrlich komische Wortkreationen sorgt.
Aber was soll's, irgendwie funktioniert's. Wer auf Perfektion Wert legt, sollte ohnehin nie Camping Urlaub in Afrika machen. 🙂

Diesmal mache ich rechtzeitig Feuer und wir grillen Fleisch und Würstchen.
Alles schmeckt herrlich. Hunger ist eben doch der beste Koch.

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Der Aufbau der Dachzelte gelingt deutlich flotter als gestern. Inzwischen hat es geschätzt noch 10 Grad und kühler Wind kommt auf. Wir ziehen alle Schichten an, die wir aufbieten können und sind früher als gestern in den Zelten. Immerhin heißt es morgen früh aufstehen.
Teil 708. Sept. 2013
5.Tag: 12. August 2013 : Die höchsten Dünen der Welt
Sesriem - Solitaire (220km Fahrt)
Solitaire Guest Farm, Dachzelt


Die Nacht ist windig und sehr kalt. Gegen 4 Uhr bemerke ich auf der Innenseite des Zeltes die kondensierende Feuchtigkeit. Egal, durchbeißen! Die Mädels haben die Skiunterwäsche und Hauben an.

Aufstehen um 6:15 bei Sonnenaufgang. Früher wollen und können wir eh nicht in den Park hinein. Bei den ersten Sonnenstrahlen lese ich 2 Grad vom Thermometer ab und bemerke die Eisschicht am Auto.

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Wir starten den Wagen, drehen die Heizung auf und setzen die halb schlafenden Kinder wie sie sind ins Auto.
Bei immerhin schon kuscheligen 3 Grad klappe ich mit klammen Händen die Dachzelte zusammen und erfreue mich am angenehmen Gefühl der Aluleitern auf meiner Haut. Meine Handschuhe sind zwar im Reisegepäck aber natürlich ganz unten in der schon verstauten Tasche und ich hab keine Lust auf Suchen in dieser Kälte. Also Augen zu und durch.

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Recht flott haben wir alles zusammen und holen uns den Frühstückskorb in der Sossusvlei Lodge ab. Das Monster an Korb können wir noch irgendwie zwischen die Taschen pressen. Die heißen Kannen mit Kaffee und Wasser kommen zu Claudias Füßen.

Wir fahren in den Park. Während der Fahrt wird es innen (Autoheizung) und aussen (Sonne) Minute um Minute wärmer. Die Kinder ziehen sich am Rücksitz um. Die Morgensonne taucht die Dünen entlang der Straße in ein herrliches Rot.

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Wir erreichen den 4x4 Parkplatz.

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Mein großer Moment naht. Die halbe Reisevorbereitung drehte sich um die Frage „Mit welchem Auto und wie komme ich auf eigene Faust bis ans Ende des Sossusvlei?“ Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit.

Step 1: Luftablassen
Step 2: 4x4L einlegen
Step 3: maximal 35 km/h und NIE stehenbleiben

Los geht’s!

Trotz unseres hohen Gewichts spielt sich das Auto beim Durchfahren des Sandes. Obwohl wir fast in der Kolonne fahren, kann ich es vermeiden, unterwegs stehenbleiben zu müssen.

Zwischen dem Dead-Vlei Parkplatz und dem Parkplatz am Ende entdecken wir eine einsame Picknickbank, die wir für unser Wüstenfrühstück nutzen. Herrlich! Kaffee, Tee, Obst- Wurst- und Käseteller, Joghurt, Müsli, Cornflakes. Nicht einmal ansatzweise schaffen wir die mitgegebene Menge. Obwohl viele Autos unterwegs sind, sind wir völlig ungestört und genießen die Ruhe der Wüste bei schon angenehmen Temperaturen.

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Wir spazieren eine Runde durch das Sossusvlei. Kurz darauf fahren wir zum Dead Vlei Parkplatz.

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Wir wandern zum Dead Vlei und schießen wunderschöne Bilder. Trotz der Kargheit der Landschaft gefällt es auch den Kindern sehr gut. Die Temperatur steigt immer mehr und der Weg zurück im tiefen Sand wird vor allem für Selina schon anstrengend.

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Die Rückfahrt im Sand macht sehr viel Spaß.Ich fahre selten weniger als 30 km/h um ja nicht steckenzubleiben. Wahrscheinlich völlig unnötig, aber das Gerumpel und Gehupfe verzückt vor allem die zweite Reihe unseres Autos.

Am Parkplatz werden die Reifen wieder voll aufgepumpt. Geschafft! Die Sonderprüfung im Sossusvlei wurde erfolgreich abgelegt! Der Nissi und ich; eine verschmolzene Einheit im Kampf gegen die Elemente !
Mitleidig und mit mildem Lächeln beobachten wir Scharen an Leuten, die zwar wie wir mit Monster Hiluxen und Nissans am Parkplatz stehenbleiben, sich aber dann dort in die dicht gefüllten Shuttles drängen. Weicheier!

Am Parkausgang genehmigen wir uns ein Eis und ich besorge für morgen ein Permit für den nördlichen Teil des Parks. Ich habe vor, weniger die Hauptrouten Richtung Swakopmund zu nehmen, sondern auch Seitenstraßen und den Welwitscha Drive auf der Fahrt nach Swakop abzufahren. An einer Temperaturanzeige sehen wir 38 Grad im Schatten. 36 Grad Differenz in 5 Stunden ist schon was.

Wir lassen das Auto volltanken und stellen erfreut fest, dass der Wagen für die bisherigen 500km nur 70 Liter Benzin verbraucht hat. Na prima, so durstig ist er ja gar nicht !

Wir fahren los zur Solitaire Guest Farm, unserer heutigen Unterkunft. Nach einer guten Stunde sind wir dort und werden nett empfangen. Die Campsite ist 200m vom Haupthaus entfernt und wir haben ein neues, gemauertes WC und Duschhäuschen, natürlich open air exklusiv für uns.

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Ich hab noch gar nicht die Zelte aufgestellt, da haben sich die Kinder schon mit den Hunden angefreundet und jedem einen Namen verpasst. Außerdem entdecken sie Pfaue, Kaninchen, Truthähne und zwei Oryxe im Gehege. Wie wir erfahren, haben sich die zahmen Erdmännchen und der Springbock leider vor kurzem ein neues Zuhause gesucht.

Da wir wieder mit frischen Temperaturen rechnen, verzichten wir auf Selbstversorgung und melden uns für das Abendessen an. Der Speiseraum ist sehr nett eingerichtet. Es gibt Suppen, Salate und Spinattörtchen als Vorspeise und als Hauptspeise Kudu Stroganoff und Oryx-Steaks. Selina bleibt bei den Beilagen, Leonie traut sich sogar den Oryx zu kosten und findet es lecker.

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Nach dem Essen gibt es eine kleine Gesangs-Performance der Küchenkräfte.
Ganz nett und bemüht, aber für das Supertalent wird es wohl nie reichen 😉

Richtig schmerzhaft wird es erst, als ich eine bekannte Melodie unseres Landsmanns Josef Haydn zu erkennen glaube. Tatsächlich: Die deutsche Bundeshymne mit Klicksprachentext wir in den Raum geschmettert. „FOR OUR GERMAN FRIENDS!“ Großer Applaus und Gelächter der germanischen Reisegruppe nebenan. Fassungslosigkeit und Verwunderung bei unserem Ösi-Tisch und den Franzosen nebenan.
Gerade will ich nach der der wörtlichen Übersetzung des Textes fragen, da verabschieden sich die Damen wieder in die Küche. Hätte mich brennend interessiert, was genau inhaltlich zum Besten gegeben wurde 😉

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Wir spazieren zum Auto zurück. Heute Abend ist es deutlich milder als gestern und auch kaum Wind. Das Abendprogramm verläuft immer entspannter und wird schön langsam zum Ritual.
Jeder weiß inzwischen großteils, was wie wann zu tun ist und auch die Kinder machen immer mehr mit. Wir sind zufrieden mit uns und der Welt und krabbeln die Leitern zu den Zelten hinauf.

Endlich sind wir so richtig im Urlaub angekommen.
Teil 809. Sept. 2013
6.Tag: 13. August 2013 : Fahrt an die Küste
Solitaire - Swakopmund (300km Fahrt)
Alternative Space B&B


Wir schlafen alle sehr gut und lange. Claudias Verkühlung ist so gut wie abgeklungen. Wir beide sitzen bei fast 10 Grad am Morgen in der Sonne. Die Kinder lassen wir bis 8 ausschlafen. Die anderen Gäste und Reisegruppen sind schon aufgebrochen, als wir frühstücken gehen.

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Beim Verstauen der Taschen merke ich, dass das Schloss des Canopys sich nicht mehr versperren lässt. Ich tippe auf ein Sandproblem und versuche es durch Pusten sowie ein paar Tropfen Fahrradöl zu lösen. Aber nichts hilft. Da werden wir wohl in Swakopmund eine Werkstatt aufsuchen müssen. Der Gedanke, die restliche Tour ohne versperrbares Canopy zu absolvieren, wird genauso schnell wieder verworfen, wie er entstanden ist.

Um uns die Zeit auf der langen Fahrt zu vertreiben, hören wir das Hummeldumm-Hörbuch. Auch die Kinder finden es lustig, vor allem, weil sie ja schon einen Bezug zu den genannten Orten haben.

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Wir überqueren den Tropic of Capricorn und machen das Pflichtfoto. Obwohl ich den Mädels versuche zu erklären, was das jetzt genau bedeutet, hält sich die Ehrfurcht beim weiblichen Teil unserer Reisegruppe in Grenzen.

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Beim Kuiseb Canyon sitzt plötzlich ein Pavian mitten auf der Straße und blockiert den Gegenverkehr. Er will einfach nicht einsehen, warum jetzt ausgerechnet er Platz machen soll. Nach mehreren Minuten lässt er dann doch das andere Auto passieren und auch wir setzen die Fahrt fort.

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Ich will die angeblich langweilige Fahrt auf der Hauptroute über den Vogelfederberg vermeiden und die permitpflichtigen Straßen durch den Namib-Naukluft-Park fahren und dann von Osten kommend am Weg nach Swakopmund noch den Weltwitscha Drive abfahren. Wir verpassen allerdings eine Abzweigung nach Norden und bleiben zu lange auf der Durchgangsstraße Richtung Walvis Bay. Umdrehen wollen wir auch nicht mehr, also doch über den Vogelfederberg und über Walvis Bay.

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Auf der Fahrt bemerke ich, dass die Tankanzeige rasch nach unten geht.
In Sesriem haben wir doch vollgetankt?.
Da haben wir 70 Liter nach 500km getankt und jetzt fahren wir 300 km und die Tankuhr geht rapide nach unten !?!?! Wie das?

Ich bin mir sicher, dass wir entweder ein Leck im Tank haben oder die Anzeige defekt ist.
Nur gut, dass wir auf der Hauptstraße unterwegs sind und nicht auf eine D-Straße abseits.

Jetzt bloß noch bis Walvis Bay kommen!

20 km vor der Stadt geht die Tankanzeige auf Reserve. Schweißperlen auf der Stirn !
Aber wir schaffen es...

In Walvis Bay tanken wir bei einer Shell-Tankstelle. Bei 80l schnappt der Stutzen ab und der Tankwart fragt, „Double Tank?“. Verwundert bejahe ich und er presst Schluck um Schluck noch weitere 40 l in den Tank.
Ich rechne herum und kann mir einfach nicht erklären, wie ich 120l auf 400km hab verfahren können. Vorher 500km fahren und 70l tanken. Leck sehe ich auch keines. Wie kann das sein?
Da dämmert es mir:
Der Tankwart in Sesriem hat den Zusatztank nicht aufgefüllt! Dafür war er viel zu schnell fertig.

Insgesamt 190l für 900km macht Sinn und zeigt, dass die Freude über den geringen Spritverbraucht verfrüht war. „Voll“ beim Tank ist also auch wie vieles andere als relativ zu betrachten.

Erleichtert fahren wir nach Swakopmund und rufen von unterwegs bei unserem Autovermieter an, um zu fragen, wo wir das Problem mit dem kaputten Schloss in beheben lassen können.

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Wir sollen einfach die erste Werkstatt der mitgegebenen Liste nehmen, unser Besuch für morgen wird inzwischen dort angekündigt.

In Swakopmund finden wir rasch unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte, das Alternative Space. Dort werden wir von Sibylle und Frenus herzlich begrüßt. Auch unsere Bekannten aus Wien mit ihren zwei Töchtern, die sich bereits in der vierten Woche ihrer Tour befinden, sind schon eingetroffen. Das riesige Familienzimmer mit der freistehenden Badewanne ist super gemütlich. Das Doppelbett hat sogar eine Heizdecke, für die Kinderbetten sind Wärmeflaschen vorbereitet.

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Es ist recht frisch und windig und wir haben keine Lust, zum Essen in die Stadt aufzubrechen. Wir beschließen, im Innenhof ein paar Würstchen zu grillen.

Am Abend spielen die Kinder mit den Nintendos und wir nutzen das Gratis WLAN um ein paar emails und Fotos nach Hause zu schicken.

Nach dem sehr entspannenden Abend kuscheln wir uns in die warmen Decken.

Drei Tage in den Zelten haben schon gereicht, um echte Betten so richtig zu genießen.
Teil 910. Sept. 2013
7.Tag: 14. August 2013 : Living Desert Tour
Swakopmund
Alternative Space B&B

Nach einer sehr erhohlsamen und gemütlichen Nacht kommen wir nur schwer aus den kuscheligen Betten. Wir stärken uns am reichlich gedeckten Frühstückstisch.

Überpünktlich werden wir um 8 Uhr von Andrew, einem Fahrer von Tommy Collard’s Living Desert Tour in einem nagelneuen Landrover Discovery abgeholt. Wir sind gespannt, ob die durchwegs positiven Meinungen zu Tommy Tour gerechtfertigt sind.

Vor der Stadteinfahrt treffen wir die anderen beiden Fahrzeuge, Tommys alten Landrover mit 9 Sitzen und noch ein Fahrzeug mit 6 Personen an Bord.
Nach der Begrüßung und ein paar einleitenden Worten von Tommy setzen wir uns in Bewegung. Wir vier verbleiben in Andrews Auto, welches im Vergleich zu den anderen Autos fast schon dekadent bequem ist.

Nacheinander entdecken wir den Bau einer Weißspinne, ein Baby- und ein erwachsenes Wüstenchamäleon, eine Namib Sand Snake, einen Wüstengecko, eine Wüsteneidechse und als Highlight am Schluß noch eine Zwergpuffotter (=Sidewinder Snake). Immer mit sehr lustigen zweisprachigen Erklärungen.
Zwischendurch immer wieder Achterbahnfahrten über die Dünen. Die Kinder, die zu Beginn noch nicht ganz ausgeschlafen waren, jubeln während der Fahrt.

Die gut vier Stunden vergehen wie im Flug und es kommt keine Sekunde Langeweile auf.
Die Tour bestätigt sich als echtes Highlight der Reise und als ein Muss, speziell wenn man mit Kindern erstmals durch das Land fährt.

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Gegen 14 Uhr sind wir wieder im Hotel und lassen die Kinder im Hotel ausspannen.

Claudia und ich fahren zur Werkstatt um das Schloss des Canopys zu reparieren.
Als wir eintreffen, wird mir verständlich gemacht, dass der Chef gerade nicht da ist und so versuche ich das Problem den Mechanikern zu erklären. Es dauert ein Weilchen.
Das Schloss lässt sich schon schließen - „Yes it‘s working, I see“ - aber nicht absperren.
Was hab ich von einem Schloss, welches einschnappt und ein Aufspringen verhindert, aber von jedermann zu öffnen ist?
Als das Problem nach ein paar Minuten erkannt wird, wird rund um das Heck unseres Autos ein Arbeitskreis gebildet.

Jeweils drei Projektgruppenmitglieder in wechselnder Besetzung sehen sich das Schloss an. Eine halbe Stunde wird probiert, geschraubt, geklopft und gepustet.
Schließlich trifft der Chef der Werkstatt ein und plötzlich kommt Bewegung in die Sache. Das Schloss wird als Ganzes abgeschraubt, der äußere Teil sogar abgesägt. Der Chef persönlich fährt weg und besorgt ein baugleiches Schloss in der Stadt.

In der Zwischenzeit drücke ich mein seit der Abfahrt defektes zweites Zeltlicht einem anderen, gerade nicht unter extremen Stress stehenden Kollegen in die Hand, welcher sich der Sache annimmt.
Insgesamt verbringen wir 90 min in der Werkstatt. Aber dann fahren wir mit einem funkelnden Schloss und einem zweiten Zeltlicht vom Hof.

Die Lady von der Werkstatt notiert sich das Kennzeichen und den Kilometerstand des Fahrzeugs.
Die weitere Abwicklung erfolgt direkt mit Camping Car Hire. Sehr bequem und professionell.
Wir verteilen Trinkgeld und verabschieden uns.

Am Abend gehen wir auf Empfehlung von Sibylle mit der zweiten Wiener Familie in eine Pizzeria (Secret Garden) in der Stadt. Alles schmeckt sehr gut und auch Selina vergisst ihr Pizza-Fiasko vom Lake Oanob.

Im Hotel werden die Kinder etwas früher in die Falle geschickt, damit ihnen morgen das Aufstehen leichter als heute fällt. Auch morgen werden wir wieder um 8 Uhr abgeholt, diesmal für die Delfintour.
Teil 1011. Sept. 2013
8.Tag: 15. August 2013 : Ocean Adventures
Swakopmund
Alternative Space B&B


Der Morgen verläuft wie gestern.
Wieder werden wir um 8 Uhr abgeholt, dieses Mal von Ocean Adventures für die Robben- und Delfin-Tour in Walvis Bay.
Treffpunkt mit den anderen Teilnehmern und Bezahlung ist wie schon gestern bei der Stadteinfahrt.Danach geht’s im Kleinbus nach Walvis Bay.

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Die einzelnen Gruppen besteigen nacheinander im Akkord die Boote. Kleinere und auch sehr Große. Wir fahren gegen 9 Uhr mit einem mittelgroßen Katamaran und circa 30 Personen an Bord los.
Das Boot von Ocean Adventures ist groß genug, dass sich die Leute verteilen können und nicht auf die Zehen steigen, aber noch immer übersichtlich. Ich finde für uns genau optimal.
Wir fahren Richtung Pelican Point und bald kommt schon die erste Robbe an Bord.
Immer an unsere Seite sind natürlich viele Möwen, aber auch Pelikane und Kormorane.

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Beim Pelican Point angekommen sehen wir Unmengen an Robben, die uns mit ihrem Geschrei an Schafe erinnern. Auch eine Gruppe von Flamingos sehen wir etwas weiter entfernt am Strand.

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Bald darauf sehen wir endlich Delfine. Zunächst scharz-weiße Heaviside-Delfine, danach auch große Tümmler.

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Auf der Rückfahrt werden Austern und kleine Häppchen mit Sekt serviert. In weiser Voraussicht haben wir für die Kinder beim Frühstück leere Brötchen mitgenommen, die sie jetzt hungrig verputzen.

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Schließlich kommt noch eine Pelikan-Dame zu Besuch und auch eine jungen Robbe, die sich bereitwillig mit den Kindern fotografieren lässt.

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Gegen 14 Uhr sind wir wieder im Hotel in Swakopmund.
In einem großen Plastiksack bekommen wir unsere gestern abgegebene Wäsche retour.
60N$ für einen großen Sack gewaschener und frisch gebügelter Wäsche sind ein echtes Schnäppchen und lassen die Augen von Claudia leuchten.

Claudia genießt ein Bad in der schönen freistehenden Badewanne unseres Zimmers.
Auch die Kids werden in die Badewanne verfrachtet, bevor wir ab morgen wieder geringere hygienische Ansprüche stellen.

Danach lassen wir die Kinder in Ruhe, wir wollen inzwischen einen Spaziergang am Strand und durch die Stadt machen.
Wir stellen unser Auto beim Museum ab und fotografieren die Flamingos bei der Mündung des Swakop-Flusses.

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Wir gehen durch die Stadt zurück zum Auto und besuchen den Holzschnitzer-Markt. Dabei machen wir den Fehler, stehen zu bleiben und Interesse zu bekunden. Schon werden wir von den Verkäufern bestürmt und jeder preist seine Waren als die Schönsten und Besten an. Ich kann das echt nicht leiden, da man eigentlich nicht wirklich in Ruhe schauen und überlegen kann. Um überhaupt weiterzukommen, kaufen wir total überteuerte Nüsse mit unseren gravierten Namen und kehren zum Auto zurück.

Wir füllen beim Spar unsere Essensvorräte für die nächsten Tage auf und heben auch gleich Geld beim ATM ab. Für das Fleisch suchen wir eine einheimische Fleischerei auf, wo wir frische Oryx-Steaks besorgen.

Heute Abend haben wir keinen großen Hunger, somit gibt es nur paar Frankfurter zum Abendessen.

Wir packen die Taschen für morgen und bezahlen. Danach plaudern wir noch mit Sibylle am gemütlichen Kamin.

Morgen geht es wieder auf Pad. Sonst gewöhnen wir noch zu sehr an die Bequemlichkeiten einer festen Unterkunft 😉
Teil 1112. Sept. 2013
9.Tag: 16. August 2013 : Ins Damaraland
Swakopmund - Damaraland (270km Fahrt)
Madisa Campsite Dachzelt

Wir schlafen uns heute so richtig aus.
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Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Frenus und Sibylle. In der Stadt kaufen wir noch frisches Schwarzbrot und Gebäck bei einer deutschen Bäckerei ein. Dann geht es Richtung Norden aus der Stadt raus.

Unser heutiges Ziel ist die Madisa Camp Site, die ungefähr eine Fahrstunde von Twyfelfontein entfernt im Damaraland liegt.

Bereits gestern haben wir entschieden, dass wir uns den Umweg nach Cape Cross ersparen wollen. Es sind doch zwei zusätzliche Fahrstunden und Robben haben wir gestern mehr als genug gesehen.

Die ersten 90 Minuten Fahrt sind sehr langweilig. Einziges Highlight sind unsere ersten Erdmännchen, die wir aus großer Entfernung von der Straße aus erkennen. Für brauchbare Fotos muss der Maximalzoom herhalten. Kaum nähern wir uns, verschwindet die ganze Sippe unter der Erde.

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Weder die Fahrt entlang der Küste nach Henties Bay noch die Strecke nach Uis bieten landschaftliche Schönheiten. Speziell die Strecke von der Küste Richtung Brandberg schlägt an Kargheit alles, was wir bisher in Namibia gesehen haben.

Soweit das Auge reicht..NICHTS…außer Himmel und Staub. Kein Grashalm, kein Strauch, nicht einmal Steine, die größer als eine Faust sind.

Gut, dass wir zum Zeitvertreib wieder Hummeldumm hören.

Gegen mittag sind wir in UIS und tanken voll. Hier nimmt der Tankwart die Bitte „Full“ sehr wörtlich und rüttelt und schüttelt minutenlang am Auto herum, um auch wirklich noch den letzten Tropfen in die beiden Tanks zu pressen.

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Nach Uis entscheiden wir uns, weiter über D-Straßen anstelle der C-Straße nach Norden zu fahren.

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Bei der einzigen Kreuzung auf 40 km Fahrt zwischen der D2319 und D2612 biegen wir falsch ab und auf eine abendteuerliche Farmzufahrt ein. Als wir die Farm erreichen bemerken wir unseren Fehler und werden von den sehr hilfsbereiten Farmarbeitern zurück auf den richtigen Weg gelotst.

Die weitere Fahrt nach Norden ist landschaftlich etwas schöner aber ereignislos.

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Wir erreichen die Abzweigung zur Madisa Campsite kurz vor 15 Uhr. Wir haben uns diese Campsite ausgesucht, da sie sehr schön sein soll und man mit etwas Glück auch Besuch von Wüstenelefanten erhoffen kann. Bei der Anmeldung wird uns gleich einmal diese Hoffnung genommen. Wegen der großen Trockenheit sind die Elefanten weiter gezogen und ganz sicher nicht mehr in der Gegend.

Die Campsite liegt wunderschön zwischen Felsen und einem ausgetrockneten Flussbett.
Uns wird alles erklärt, z.B. dass der Stromgenerator für Licht und Akku-Laden nur zwischen 17:30 und 20:00 eingeschaltet ist. Für Warmwasser müssen wir selbst den Donkey anfeuern.

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Wir haben ein privates, über Holzstufen erreichbares, Bade- und WC-Häuschen, wieder open air. Sehr urig aber total in Ordnung. Auch die Anrichte und die Grillstelle sind sehr in Ordnung.

Einzig Unmengen an Fliegen sind störend.
Wir bekommen ein Bündel an Feuerholz und machen einen Spaziergang in der Gegend.

Wir sehen Klippschliefer und allgegenwärtige Elefantenspuren an den Bäumen und im Sand. Sichtlich aber keine frischen Hinterlassenschaften der Dickhäuter. ;-(

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Beim Spaziergang treffen wir die anderen Gäste der Campsite, zwei Frauen mit Kind aus Südafrika. Wir plaudern kurz mit ihnen, danach sehen wir aber weder sie noch sonst jemand anderen bis zu unserer Abreise wieder.

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Während ich Holz zerkleinere, lasse ich die Mädels alleine Feuer machen. Ganz stolz schaffen sie es mit den großen Zündhölzern das Zundermaterial zum Brennen zu bringen.
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Wir grillen unsere Oryx-Steaks aus Swakopmund für uns, für die Kinder gibt es wieder mal Würstchen. Trotz der Abgeschiedenheit gefällt allen die Platz sehr gut. Je länger wir in Namibia sind, desto mehr genießen wir die Stille der Landschaft und die Tatsache derart ungestört zu sein. Die Kinder sind schon um 8 in den Zelten. Wir sitzen noch eine Weile am Lagerfeuer und testen den Nightshot-Modus der neuen Kamera.

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Gegen 21 Uhr klettern auch wir in die Zelte. Selina schläft schon wieder. In der Nacht ist für ein paar Minuten einiges an Geschrei und Radau in der Umgebung zu hören.

Mein Entdeckerdrang ist nicht groß genug, um der Sache auf den Grund zu gehen. Vielleicht finde ich ja morgen heraus, was das war…
Teil 1216. Sept. 2013
10.Tag: 17 August 2013 : Felsgravuren und Naturvölker
Damaraland - Kamanjab (300km Fahrt)
Oase Guest House Familienzimmer


Ich werde um 6 Uhr mit der aufgehenden Sonne wach. Selina schläft noch tief und fest und lässt sich auch nicht davon stören, dass ich mich im Zelt anziehe.

Ich mache einen Morgenspaziergang und bemerke gleich, wer in der Nacht Lärm gemacht hat.

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Eine Pavian-Familie bewohnt die Felsen inmitten der Campsite. Die ganze Familie spaziert gemütlich 50m von mir entfernt über den Weg, wahrscheinlich am Weg zur Morgentoilette.
Nur gut, dass wir trotz der Abgeschiedenheit des Platzes wieder alles bis auf den Tisch und den Stühlen im Auto verstaut haben.

Leonie schläft von allen wieder am längsten, bis 8 Uhr. Erst als schon alle mit dem Frühstück fertig sind, lässt sie sich blicken. Während Madame ausgiebig frühstückt und sich kämmt, packen wir andere drei die Taschen und die Zelte zusammen.

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Unser erster Programmpunkt heute sind die Felsgravuren von Twyfelfontein, dem einzigen Weltkulturerbe Namibias. Es ist schon knapp 9 Uhr, als wir losfahren.

Gegen 10 Uhr sind wir beim Visitor Center in Twyfelfontein.

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Wir vier und eine Gruppe Franzosen bekommen Rodney als Guide zugeteilt.
Entgegen mancher Berichte und Erfahrungen ist Rodney sehr nett, motiviert und erzählt jede Menge Wissenswertes über die Zeichnungen. Er plaudern auch über die Kinder und wir erfahren, dass er selbst zwei Jungs, circa im Alter unserer Mädels hat.

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Die Wanderung auf der Hauptroute dauert etwa eine Stunde, für die Kinder genau richtig lange. Auch sie bestaunen die jahrtausende alten Zeichnungen und Gravuren. Länger wäre sicher für sie langweilig und auch anstrengend geworden. Inzwischen steht die Sonne schon sehr hoch und es wird richtig heiß. Wir verabschieden uns von Rodney und geben gerne ein paar Dollar Trinkgeld.

Nach einem kurzen Fotostopp bei den Organ Pipes besuchen wir das Living Museum der Damara. Es liegt direkt an der Kreuzung der Hauptstraße und der Abzweigung nach Twyfelfontein.

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Es ist augenscheinlich, dass das Museum ausschließlich für touristische Zwecke existiert. Zu gut sprechen alle Englisch und auch unsere Heimat Österreich ist unseren Gastgebern ein Begriff.

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Das kümmert natürlich die Kinder wenig und wir bekommen Einiges zu sehen.

Unter anderem werden die Wirkung von Heilkräutern, Feuermachen, Schmuckherstellung und traditionelle Spiele der Damara anschaulich erklärt und gezeigt. Beim Basteln mit Straußeneierschalen dürfen die Mädels auch selbst Hand anlegen und stolz ein Stück mitnehmen. Zum Abschluss noch eine Gesangs- und Tanzeinlage aller Anwesenden. Wir kaufen 2 Schmuckketten und nehmen die restliche Strecke in Angriff.

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Wir entscheiden uns über den Grootbergpass und nicht über Khorixas nach Kamanjab zu fahren.

Den größten Teil der heutigen Strecke fährt Claudia. Und endlich haben wir unsere schon sehnlichst herbeigesehnten ersten Wasserdurchfahrten auf der Strecke Richtung Palmwag, die natürlich promt auf Film gebannt werden.

In Palmwag wollen wir Geld abheben und tanken, aber als wir sehen, dass die Stadt hinter dem Veterinärzaun liegt, drehen wir um. Wir haben keine Lust auf Durchsuchen des Autos und Abgeben unserer Fleischvorräte und fahren weiter Richtung Kamanjab über den Grootbergpass.

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Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Fahrt. Wir sehen unser erstes Impala, 2 Kudu-Damen und sogar eine Herde Bergzebras. Eine Fuchsmanguste kreuzt die Straße, leider zu schnell um sie auf Foto zu bannen. 20kmvor Kamanjab das tierische Highlight des Tages. Eine Gruppe von Giraffen links, rechts und auf der Straße. Wir beobachten sie eine Weile und können ein paar schöne Fotos machen. Erst als wir ihnen näher kommen, steigen sie gemütlich über den Weidezaun und ziehen ab.

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Endlich Kamanjab. Es ist schon 17 Uhr als wir im Oase Guest House eintreffen, aber wenigstens müssen wir heute keine Zelte aufbauen und auch nicht selbst kochen.

Beim Entladen bemerken wir, dass wir heute vergessen haben, die Staubklappe seitlich zu öffnen.

200km Schotter- und Sandpiste haben sich im Canopy verewigt. Jetzt wissen wir, was WIRKLICH dreckig und staubig ist und dass die Staubklappe tatsächlich einen Sinn hat.

Claudia verbringt 15 Minuten min mit dem Abkehren der Schuhe und Taschen.

Die Eintritte des Tages und die Souvenirs haben meine Bargeldvorräte rascher als erwartet schrumpfen lassen. Ich brauche einen ATM.

Doch leider erfahre ich, dass es in der Stadt keinen ATM, sondern nur eine Bank gibt. Diese hat heute schon zu und morgen, Sonntag natürlich auch.

Der nächste ATM ist in Outjo, die Kleinigkeit von 150km entfernt.
Na super !

Für das Oase Guest House und die Tour morgen habe ich Voucher, aber für die Cheetah Farm und Tour brauche ich mehr Bargeld, als ich noch habe. Ganz zu schweigen von Einkäufen bei den Himbas.

Meine Hoffnung ist, dass wir hier im Hotel morgen beim Bezahlen des Abendessens etwas mehr von der Kreditkarte abbuchen lassen können, und wir dafür ein paar hundert Dollar Cash zurück bekommen. Sicher nicht im Sinn des Erfinders, aber hey, THIS IS AFRICA !!!

Zum Abendessen bekommen wir zunächst Knoblauchsuppe, Claudia isst Schnecken und ich stuffed Game (ich tippe auf Oryx mit Schafskäse gefüllt). Die Kinder bestellen Hühnerschnitzel.

Diesmal haben wir kein Familienzimmer, sondern zwei Doppelzimmer nebeneinander.
Wie im Dachzelt schläft Selina bei mir im Doppelbett. Claudia und Leonie sind im anderen Zimmer. Ich schreibe noch ein bisschen Tagebuch und nutze das WLAN bei der Rezeption für ein paar elektronische Grüße in die Heimat.
Teil 1318. Sept. 2013
11.Tag: 18 August 2013 : Himbas und Gepardenfarm
Kamanjab - Otjitotongwe (40km Fahrt)
Cheetah Farm Campsite


Ich stehe um 6:15 auf. Meine übliche Zeit hier in Afrika, wenn wir um 22 Uhr am Vortag im Bett sind. Aber auch die Mädels wecken wir vor 7 Uhr. Für heute Morgen 8 Uhr haben wir schon von Wien aus einen Ausflug zu den Himbas bei Kamanjab gebucht.

Es gibt scrammbled eggs mit Würstchen zum Frühstück. Die Kinder bleiben bei Cornflakes, die wir mit den eigenen Cerealien aus unserem Vorrat aufpeppen.
Wir erhofft, kann ich das Abendesse von gestern mit der Kreditkarte bezahlen und lasse noch 1000 N$ zusätzlich abbuchen, um meinen Bargeldbestand wieder ausreichend aufzufüllen.

Wir bekommen den Weg zum Himbadorf erklärt und brechen ein bisschen verspätet gegen 8 Uhr auf.

Als wir 15 Minuten später beim beschriebenen Treffpunkt auftauchen sehen wir niemanden. Wir befürchten, dass wir zu spät eingetroffen sind und fahren ein Stück weiter. Erst kurz darauf, läuft uns jemand winkend hinterher und gibt uns zu verstehen, dass er unser Guide für den heutigen Morgen ist.

Wir parken unser Auto vor dem Schulgebäude, geben unsere Tour-Voucher ab und machen uns auf den Weg. Es ist immer noch niemand außer uns eingetroffen, somit kommen wir in den Genuss einer Exklusivtour im Dorf. Darauf angesprochen, ob es immer so ruhig ist, meint unser Guide, dass wir einfach sehr früh dran sind. In zwei Stunden erwartet er 2 volle Busse. Somit also gut, dass wir uns für die 8 Uhr Tour und gegen die 10 Uhr Tour entschlossen haben.

Zu Beginn werden uns die wichtigsten Grußformeln beigebracht. Ausführlich wird uns das Leben der größtenteils Frauen und Kinder im Dorf erklärt.

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Die Kinder sind beeindruckt aber auch ein klein wenig verunsichert. Der Unterschied zum touristischen Living Museum der Damara ist offensichtlich. Und sie verstehen schon, dass die Menschen, die wir sehen auch tatsächlich hier in diesen Hütten und so leben.

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Wir sehen auch, wie mit Rauch und Kräutern die Kleidung gereinigt wird und wie die rote Hautfarbe hergestellt wird. Im Anschluss an den Rundgang erstehen wir noch ein paar Souvenirs auf dem Dorfplatz.

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Beim Retourweg zum Auto sehen wir schon die beiden Busse, aus denen sich gerade dutzende an Weißsocken-Sandalenträgern herausschälen 😉

Wir verabschieden uns von unserem Führer, der sich leicht seufzend der Reisegruppe zuwendet, die gerade auf Deutsch Kontakt mit ein paar Fußball spielenden Kindern aufzunehmen versucht.

Kurz nach 10 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Cheetah Farm Otjitotongwe, die nur ein paar Minuten entfernt ist. Auf der Zufahrt dürfen die Kinder erstmals Farmtore auf- und zumachen, was sie natürlich ganz stolz machen. Auf unserer bisherigen Fahrt haben wir noch kein Tor öffnen müssen. Mein Eindruck ist, dass kürzlich zumindest auf den Hauptrouten viele Tore durch Viehroste ersetzt wurden.

Nach ein paar Kilometern sind wir bei der Farm. Als wir am Zaun warten, kommen schon die ersten Geparden um uns zu begrüßen – SCHLUCK !

Wir bekommen den Weg zu unserer Campsite erklärt und sind kurz darauf auch dort

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Noch nicht einmal 11 Uhr und wir sind schon am Platz. Rekord !

Bis zur Fütterungstour für die wir um 15 Uhr abgeholt werden sollen, haben wir jede Menge Zeit und so genießen wir den Pool, die Ruhe und die Wärme. Die Kinder trauen sich sogar ins Wasser, der uns aber wie immer zu kalt ist.

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Wir machen uns ein paar Brote zu Mittag und erfreuen uns an mehreren Tokos und Perlhühnern, die sich um die Brotkrümel streiten. Ganz in der Nähe spaziert ein Dik-Dik über den Platz.

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Erst nach Mittag trifft noch eine zweite Familie ein und wir nutzen die noch immer ausreichende Zeit zum Wäsche waschen, solange es noch sonnig und heiß ist.
Wie erhofft, ist die Wäsche auch innerhalb 1 Stunde trocken und wir sind optimistisch, bis zum Rückflug keine Wäsche mehr waschen zu müssen.
Den überbewerteten Unsinn mit dem täglichen Wechsel der Unterwäsche haben wir uns inzwischen ohnehin schon abgewöhnt 😉

Nach und nach werden auch die anderen Stellplätze bezogen und kurz vor 15 Uhr werden wir im offenen Pickup abgeholt. Außer uns noch 10 Personen, die sich auf die Ladefläche und den Anhänger verteilen.
Wir fahren zum Hauptgebäude, wo wir vom Wagen absteigen und durch das Tor hineingehen. Sogleich sind wir von 4 Geparden umzingelt, die uns am Weg zum Haus begleiten.

Obwohl sie schnurren und schmusen wie Kätzchen flößen sie durchaus Respekt ein. Hinter dem Haus werden die vier gestreichelt und gefüttert.
Einige von ihnen nutzen die Tatsache, dass wir heute erstmals kurze Hosen anhaben und lecken mit ihren Sandpapier-Zungen unsere käseweißen Beine ab. Vor allem für Claudia ganz schön schmerzhaft. 😉

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Selina platzt fast vor Stolz, als sie die Tiere am Kopf krault und wir jede Menge Fotos zum Beweis für die Klassenkameraden machen. Leonie ist wie meistens ein wenig vorsichtiger, traut sich aber dann auch in die Nähe der Katzen.

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Danach geht’s wieder auf den Pickup und wir fahren zur Fütterung der nicht ganz so zahmen Geparden. Heute gibt’s Giraffe für die Gruppe. In hohem Bogen werden die Fleischstücke zugeworfen und ermöglichen tolle Foto- und Filmaufnahmen.

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Nach der Runde werden wir wieder auf unsere Campsite gebracht. Wir fragen nach Feuerholz zum Grillen, welches aber leider gerade aus ist. Wir dürfen uns aber gerne in der Umgebung selbst Holz suchen. Während Claudia Wäsche sortiert und den Tisch vorbereitet, gehe ich mit den Kids und der Axt in der Hand Holz sammeln. Als wir die Würstchen und Hähnchenteile aus dem Kühlschrank holen, tauchen 10 Meter entfernt hinter dem Zaun 2 Geparden auf, die wohl das Fleisch gewittert haben. Leider sind sie weg, bevor wir sie auf Foto oder Film verewigen können.

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Heute ist es spürbar milder. Wir haben zwar diesmal kein Licht und keinen Strom am Platz, trotzdem ist es ein sehr entspannender Abend. Die Kinder spielen in den Zelten und wir schreiben Tagebuch und sichten die Fotos der letzten Tage. Ein paar Gläser Rotwein dürfen es heute auch einmal sein, bevor wir uns in die inzwischen lieb gewonnenen Zelte zu den Kindern zurückziehen.
Teil 1419. Sept. 2013
12.Tag: 19 August 2013 : Auf nach Etosha
Otjitotongwe - Okaukuejo (300km Fahrt)
Camp Site Okaukuejo Dachzelt


Wieder eine angenehme und milde Nacht. Sicher über 10 Grad beim Aufstehen. Wie so oft gibt’s zum Frühstück Coco Pops, Nutellatoast und Kakao und Kaffee.

Die Toastkrümel finden bei unseren gefiederten Freunden reißenden Absatz. Viele Tokos, Perhühner und andere Vögel umringen unseren Frühstückstisch. Ein Toko frisst sogar aus der Hand. Die Tokos sind inzwischen unsere Lieblingsvögel geworden.

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Um ca. 9:00 Uhr geht es dann los Richtung Etosha. Wir machen einen Einkaufs- und Tank-Stopp in Outjo. Auch ATMs gibt es genügend, die wir die letzten beiden Tage so vermisst haben. Diesmal hebe ich gleich 3x 2000 N$ ab und mit einem dicken Packen an Scheinen fahren wir los zum Park.

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Die Landschaft verändert sich. Der Sand wird röter und auch die Bäume wirken bunt, wie bei uns im Oktober.

Kurz nach 13:00 Uhr erreichen wir die Einfahrt zum Nationalpark. Da es erst Mittag ist, beschließen wir schon auf dem Weg nach Okaukuejo eine Runde zu fahren.

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Wir fahren verschiedene Wasserlöcher (Olifantsbad, Aus und Ondongab) ab und entdecken hier schon die ersten Impalas, Strauße, Giraffen, Zebras, Warzenschweine usw. Unseren ersten Elefanten sehen wir bei Nebrowni kurz vor Okaukuejo. Großer Jubel im Auto!

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Wir kommen im Camp an und beim Anmelden erfahren wir bereits über SMS, dass unsere Bekannten aus Wien schon da sind und zwei Stellplätze nebeneinander reserviert haben

Einladend sieht er ja nicht gerade aus, unser heutiger Stellplatz. Eine staubige Fläche mit Feuerstelle, ein Wasserhahn und einer Stromsäule, das war‘s.

Wir marschieren zum Wasserloch und sehen dort weitere Elefanten, Zebras und ein paar Giraffen, welche natürlich ausgiebig fotografiert werden.

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Minutenlanges Kräftemessen (Rüsseldrücken) zweier Jungbullen:

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Auch ganz eindeutig ein Bulle 😉 :
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Wir entscheiden uns zusammen mit unseren Nachbarn zu grillen. Kaum ist das Essen am Tisch, dämmert es schon und die ersten Schakale laufen über den Campingplatz.

Nach dem Essen gehen wir nochmals zum Wasserloch und hoffen auf weitere Tiersichtungen. Viel los ist aber nicht und die Kinder gehen alleine zurück zum Stellplatz und spielen wieder mal Nintendo.

Aber auch wir bleiben nicht mehr lange und kehren zum Auto zurück. Inzwischen sind schon richtig viele Schakale unterwegs. Die sind natürlich harmlos, obwohl im Dunkeln die herumhuschenden Schatten auch ein wenig gespenstisch wirken

Oben im Zelt hören wir bald lauten Radau. Claudia und Leonie bemerken, dass die Schakal bereits einige Mülltonnen umgeworfen haben und sich über den Inhalt hermachen. So ziemlich alle Mülleimer in der Umgebung liegen und der Inhalt ist über mehrere Stellplätze verteilt.

Leonie bekommt es wieder einmal mit der Angst zu tun. Als Claudia ihr erklärt, dass Schakale unmöglich Leitern hochsteigen können ist sie aber ausreichend beruhigt. Wir sind uns einig, dass wir auf diesem Campingplatz mit unserem Dachzelt auf jeden Fall im Vorteil gegenüber Bodenzelt-Bewohnern sind.

Recht spät schaue ich nochmal zum Wasserloch. Tatsächlich sehe ich dort zwei Nashörner.

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Die stehen aber relativ regungslos für 30 Minuten still in der Gegend rum. Irgendwann wird es dann auch zu langweilig und ich ziehe mich ins Zelt zurück.
Teil 1520. Sept. 2013
13.Tag: 20 August 2013 : Pirschfahrt nach Halali
Okaukuejo - Halali (70km Fahrt)
Camp Site Halali Dachzelt


Heute ist es beim Aufstehen wieder ein wenig frisch. Sicher deutlich unter 10 Grad. Ich bin wieder als erster wach und mache ein paar Fotos vom Gelände und vom Sonnenaufgang vom Aussichtsturm aus.

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Wir schauen zum Wasserloch. Beim Plaudern mit einem offensichtlich sehr erfahrenen Etosha-Besucher bekommen wir den Tipp, ruhig am Vormittag hier noch in Okaukuejo zu bleiben. Weder Richtung Westen noch in der Umgebung gibt es Wasserlöcher mit mehr Tieren. Das ist immer so und bei der Dürre heuer noch viel mehr.. Natürlich befolgen wir den Rat und bleiben den Vormittag über noch im Camp und am Wasserloch. Es zahlt sich erst gegen mittag aus, in Richtung Halali zu fahren, wo wir heute schlafen werden.

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Tatsächlich bekommen wir heute Morgen großes Kino am Wasserloch geboten. Herden von Zebras, Kudus, Springböcken, Oryxe, Gnus und Giraffen finden sich ein. Warzenschweine und Schakal natürlich auch. Größere Raubtiere aber leider noch nicht.

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Wir verabschieden uns von unseren Bekannten und fahren kurz vor mittag nach Osten. Bei Nebrowni wieder einen Elefanten, danach einige versickerte Wasserlöcher. Bei Homob sehen wir einige Autos am Straßenrand deren Insassen alle in Richtung eines weit entfernten Baumes schauen.
Über Zeichensprache wird uns signalisiert, dass dort Löwen sind. Tatsächlich können wir mit Ferngläsern und Maximalzoom am Fotoapparat ein Weibchen und ein Männchen im Schatten erkennen.

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Natürlich fotografieren wir, in Anbetracht der Distanz und der Lichtverhältnisse geling das aber nur bedingt. Wir fahren weiter und ich äußere den Wunsch, neben einzelnen Elefanten jetzt auch mal gerne eine Herde mit Muttertieren und Kälbern sehen zu wollen.

Bei Rietfontein werden unsere kühnsten Träume wahr. Schon am Weg hin sehen wir eine 20-köpfige Elefanten-Familie, deren Leitkuh die Herde und auch uns zum Wasserloch führt. Dort wird einmal ausgiebig getrunken und gebadet. Eine weitere große Gruppe trifft ein. Und auch eine kleine Gruppe mit Jungbullen. Fasziniert beobachten wir die Interaktionen der einzelnen Tiere aus den verschiedenen Gruppen. Ich hätte nie gedacht, dass unsere Kinder die Geduld aufbringen, so lange einfach nur Tieren zuzusehen.

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Hochbeglückt treffen wir gegen 14 Uhr in Halali ein und melden uns an. Wir suchen uns einen Stellplatz aus und essen eine Kleinigkeit im Restaurant. Die Campsite ist zwar auch basic, aber netter angelegt und weniger staubig als Okaukuejo. Unser Hunger nach Tiersichtungen ist für heute gedeckt und wir relaxen einige Zeit am Pool.

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Wieder am Platz bauen Claudia und ich die Zelte auf und richten für das Abendessen her. Mir fällt ein, dass ich irgendwo im Gepäck ja noch die PMR-Funkgeräte habe und gebe eines den Kindern. Damit ausgerüstet trauen sie sich sogar alleine zum Wasserloch zu marschieren, während wir aufbauen und kochen.

Heute gibt’s einmal kein Grillen, sondern Spaghetti. Im Gegensatz zum Desaster am Lake Oanob, sind wir schon so geübt im Umgang mit den Töpfen, dass wir es schaffen, gleichzeitig heiße Spaghetti und eine heiße Nudelsauce mit einer einzigen Mikroflamme zu servieren. Yes!

Anschließend ziehen sich die Kinder in die Zelte zurück und wir Erwachsenen machen uns auf den Weg zum beleuchteten Wasserloch. Auch jetzt sind wir über die Funkgeräte in Kontakt. Obwohl es inzwischen stockfinster ist und nur eine kleine Leuchte im Zelt ist, macht den Kindern das Alleinebleiben überhaupt nichts aus. Zuhause reicht schon das Nichtvorhandensein des Nachtlichts für eine Panikattacke.

Am Wasserloch sehen wir wieder eine Elefantenfamilie mit Jungtieren.

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Anschließend kommen noch 5 Spitzmaulnashörner dazu. Auch einige Tüpfelhyänen und ein Buschhase schauen vorbei.

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Die Felsen rund um das Wasserloch geben noch eine Weile die gespeicherte Wärme des Tages ab und so halten wir es verhältnismäßig lange aus. Erst gegen 22 Uhr machen wir uns auf den Weg und legen uns gemeinsam mit den Kindern schlafen.
Teil 1622. Sept. 2013
14. Tag: 21 August 2013 : Pirschfahrt nach Namutoni
Halali - Namutoni (80km Fahrt)
Camp Site Namutoni


Heute ist Claudia als erste wach und spaziert zum Wasserloch, wo sich aber gerade nicht viel tut.
Wieder beim Auto bemerkt sie, dass unser Reifen hinten links offensichtlich wenig Luft hat.

Ich messe nach und sehe, dass der Reifen nur mehr 1 Bar Luftdruck hat. Ich werfe unseren Kompressor an und pumpe ihn wieder auf über 2 Bar auf. Bis zur Abfahrt merken wir aber nichts von einem neuerlichen Druckverlust und entscheiden uns einmal den Reifen zu beobachten und nicht zu tauschen.

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Ohne Hektik und ob unserer Routine dennoch recht flott packen wir unsere 7 Sachen und machen uns auf den Weg Richtung Namutoni, unserem heutigen Ziel. Bei Springbockfontein sehen wir unsere erste Herde Kuhantilopen.

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Kurz darauf liegt ein langer Ast auf der Straße. Als ich daran vorbeifahre richtet sich der „Ast“ auf, macht kehrt und verschwindet im Gestrüpp. Leider können wir kein Foto mehr machen. Keine Ahnung, welche Schlange das gewesen sein könnte. Mindestens 2 Meter lang, ich meine grün/oliv/braun.

Wir fahren weiter Richtung Okerfontein, wo wir hunderten von Zebras begegnen. Als wir Warnschreie hören und die Herde nicht weit von uns entfernt in vollem Tempo davonsprintet, hoffen wir vielleicht Zeuge einer Jagd zu werden. Aber die Hektik legt sich und wir setzen die Fahrt fort.

Kurz vor Okerfontein überqueren 10 Meter vor uns 3 riesige Elefantenbullen die Straße. Wir bleiben stehen und halten den Atem an. Ganz gemächlich trotten die Giganten an uns vorbei – ohne uns eines Blickes zu würdigen. Beeindruckend.

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Wir kommen gegen 14 Uhr in Namutoni an und essen eine Kleinigkeit im Restaurant im Fort.

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Von den drei Campsites in Etosha hat Namutoni sicher die gemütlichsten Stellplätze. Durchgehend Rasen und auch Steintische als Sitzgelegenheiten. Allerdings kann man sich das Wasserloch getrost schenken. Weder bei Tageslicht noch am Abend sehen wir irgendein Tier.

Eine kleine Runde wollen wir dann noch fahren. Da auch hier in Namutoni die Campsites nicht reserviert werden können, besetzen wir unseren Stellplatz mit unserem Tisch und den Stühlen um bei unserer Rückkehr nicht einen neuen Platz suchen zu müssen. Ich checke den Reifendruck links hinten. Ein bisschen ist er runtergegangen, aber noch locker im grünen Bereich.

Wir fahren Richtung Dik-Dik-Drive und entdecken recht bald das erste von vielen Dik-Diks.

Kurz darauf sehen wir am Rand ein Tour-Auto stehen. Über die übliche Zeichensprache und Lippenlesen bekommen wir mit, dass 50m entfernt im Gebüsch ein Leopard liegt. Die Sicht ist eingeschränkt und so klettere ich verbotenerweise vom Inneren des Wagens auf das Dachzelt. Dort gelingen mir tatsächlich ein paar gute Fotos. Mit den Ferngläsern gelingt es dann auch den Mädels vom Auto aus den Leo zu entdecken.

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In den nächsten Minuten bleiben immer mehr Autos stehen. Darunter auch ein offizielles inklusive Ranger, der mich ermahnt schleunigst wieder zur Gänze im Inneren des Autos zu verschwinden.

Inzwischen hat dann aber auch der Leo vom Auflauf genug und macht sich davon.

Am Rückweg zum Camp machen wir noch einen kurzen Stopp bei Klein Namutoni, wo wir eine Tüpfelhyäne vor die Linse bekommen. Es dämmert aber schon und wir kehren zurück ins Camp.

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Da wir heute wieder mal spät und auch warm Mittagessen hatten, machen wir uns nur ein paar belegte Brötchen zum Abendessen. Mit Einbruch der Dunkelheit setzt im Schilfgürtel rund um den Campingplatz ein unglaublich lautes Krötenkonzert ein. Teilweise ist es so laut, dass man schon richtig laut miteinander reden muss um sich zu verstehen.

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Als wir in die Zelte verschwinden, nimmt die Lautstärke zum Glück ein wenig ab und die schon bereit liegenden Oropax bleiben in ihrer Verpackung. Trotz des immer noch beträchtlichen Lärmpegels dauert es nicht lange bis wir alle schlafen.
Teil 1723. Sept. 2013
15. Tag: 22 August 2013 : Zum Waterberg
Namutoni - Waterberg (322km Fahrt)
Plateau Camp Site Waterberg Wilderness


Heute gibt’s die erste Änderung von unserer ursprünglich geplanten Route. Wir hatten im Vorfeld geplant , von Namutoni in das Treesleeper Camp bei Tsintsabis zu fahren. Dort hätten wir dann gecampt und mit den San-Leuten einen Bush-Walk gemacht.

Allerdings hätten wir dann am darauf folgenden Tag eine sehr lange Fahrt bis Erindi.
Der Durst nach Tiersichtungen ist bei uns für das Erste gestillt und Himbas und Damaras haben wir ja auf der Reise auch schon besucht.
Wir entscheiden uns einstimmig Etosha am Vormittag zu verlassen und uns Richtung Süden zu bewegen und dann spontan zu entscheiden. Der Reifen, der mich seit gestern beschäftigt, hat über Nacht wieder etwas Luft verloren. Ich pumpe ihn wieder voll auf.

Nach einer Stunde Fahrt wollen wir in Tsumeb Brötchen und Obst kaufen. Die Bäckerei auf der Hauptstraße entpuppt sich aber eher als Pizzeria. Als die Kinder das „überzuckern“ haben wir keine andere Wahl, als um 10:45 eine Pizza zu bestellen und heute zur Abwechslung früher mittag zu essen.

Wir füllen unsere Vorräte dann im Anschluss bei Pick’n’Pay auf. Inzwischen haben wir uns entschieden zum Waterberg zu fahren. Telefonisch erfahren wir, dass die Waterberg Wilderness Campsite noch freie Plätze hat.

Wir fahren Richtung Grootfontein und machen einen Stopp beim Hoba-Meteoriten.

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Gegen 14 Uhr sind wir am Waterberg. Eine ziemlich sandige und wellige Zufahrt führt uns zum Camp. Diese würde ich auf keinen Fall mit einem „normalen“ Auto bewältigen wollen.

Wir bekommen einen Platz auf der Plateau Campsite. Obwohl die Campsite keinen Strom hat, ist esder gepflegteste Platz, den wir bisher auf der Reise gehabt haben.
Alles ist geputzt und sauber, ein moderner Bade und WC-Bereich nur für uns ca. 30m entfernt. Sogar der Sand unseres Platzes ist begradigt und sichtlich heute gerecht worden. Feuerholz gibt es gratis dazu. Ein Bündel schon vorbereitet am Platz. Mehr kann man sich selbst holen.
Die anderen Campsite sind gerade so in Sichtweite, aber deutlich außerhalb der Hörweite. Einfach sehr nett und empfehlenswert.


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Wir spazieren zu Rezeption und fragen nach familienfreundlichen Wanderwegen.
Uns wird der Missionary Path ans Herz gelegt, der angeblich nur 1,5km lang ist.
Die Kinder fragen, ob es hier gefährliche Tiere gibt. Ich will sie beruhigen und sage, dass es hier in der Nähe sicher keine Raubtiere, sondern nur Antilopen oder Ähnliches gibt.
Freundlicherweise korrigiert mich die Dame von der Rezeption und teilt uns mit, dass es im ganzen Gebiet schon geschätzte 50 Leoparden geben soll. Aha! ..... Soviel zur Beruhigung.

Abgebrüht wie wir inzwischen geworden sind, machen wir uns trotzdem auf den Weg, Leoparden gelten ja als nachtaktiv.

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Es geht viel bergauf und bergab und ich denke, dass die 1,5 km deutlich untertrieben sind.
So dauert es gut 90 Minuten, bis wir wieder zurück am Stellplatz sind. Tiere haben wir keine gesehen, trotzdem war die Wanderung nett und abwechslungsreich und hat die Kinder in keiner Weise gelangweilt.

Während ich das Feuer anzünde (natürlich früh genug!), die Zelte und das Equipment aufbaue, springen die Kinder in den Pool.

Wir grillen ein paar Würstchen und frisches Game Meat aus Tsumeb. Keine Ahnung, welches „Game“ wir heute gekauft haben, aber es schmeckt köstlich. Inzwischen bin ich auch schon geübt darin, das Grillgut auf dem offenen Feuer so hinzubekommen, dass es weder zu schnell fertig ist noch zu lange dauert.

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Mit Stirnlampen ausgerüstet spielen wir mit den Kindern am Tisch ein Kartenspiel. Plötzlich hören wir alle ein Rascheln im Gebüsch neben dem Essplatz. Obwohl es nur ein paar Meter entfernt und deutlich zu hören ist, können wir wegen der Dunkelheit und dem dichten Strauch nicht erkennen, was das Geräusch verursacht. Kurz rutscht uns das Herz in die Hose. Wie war das nochmal mit den nachtaktiven Leoparden?

Das Geräusch bewegt sich langsam von uns weg, somit bin ich mir schon relativ sicher, dass es sich um keinen Leo handeln kann. Ich schnappe mir eine Taschenlampe und begebe mich todesmutig ins Unterholz. Nach ein paar Schritten können wir ein Stachelschwein erkennen.

Sofort wird der Fotoapparat aus dem Auto geholt, aber inzwischen ist das Stachelschwein weiter gewandert. Mit Crocs an den Füßen, Taschenlampe und Fotoapparat in der Hand gehe ich hinterher. Foto gelingt mir leider keines, aber ich bemerke schmerzhaft, dass ich 1) mich zwischen mehreren Weißdornakazien aufhalte und dass 2) Crocs kein wirklicher Schutz gegen die Dornen am Boden sind.- Autsch!

Wir setzen unser Spiel fort, werden aber kurz darauf von einer 15cm Heuschrecke im wahrsten Sinn des Wortes er“schreckt“. Zielsicher fliegt/springt sie in die Chipspackung, die offen am Tisch liegt.

Bald darauf ziehen wir uns in die Zelte zurück. Während der Nacht hört und sieht Claudia aus dem Fenster des Dachzeltes nochmals das Stachelschwein, als es unsere Campsite nach Essensresten absucht. Leider gelingt es Claudia nicht, mich über die zwischen uns liegenden Kinder zu wecken und von mir den Fotoapparat zu organisieren. Somit bleibt das Stachelschwein-Treffen undokumentiert – Seufz!
Teil 1824. Sept. 2013
16. Tag: 23 August 2013 : Fahrt nach Erindi
Waterberg - Erindi Game Reserve (250km Fahrt)
Camp Elephant Chalet Nr.12


Am Morgen wird uns so richtig bewusst, dass wir schon unsere letzte Nacht in den Zelten verbracht haben. Leicht wehmütig klappen wir die Dachzelte ein letztes Mal zusammen. So ordentlich wie noch nie zuvor übrigens. Eigentlich schade, jetzt nach 2 Wochen haben wir jeden Handgriff verinnerlicht, alles geht ruck-zuck, und schon bald geht es wieder nach Hause.

Auch die Kids sind schon richtige Camping-Profis. Sensationellerweise schaffen sie es heute erstmals ohne unsere Hilfe sich zu waschen, zu kämmen, umzuziehen und Zähneputzen zu gehen. In der Zwischenzeit pumpe ich wieder einmal Luft in den Reifen, der wieder

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Na gut, besser spät als nie denken wir uns, und tatsächlich sind wir 90 Minuten nach dem Aufwachen und einem ausgiebigen Frühstück abfahrbereit.

Unser heutiges Ziel ist die Erindi Game Reserve, ein riesiges privates Wildreservat mitten in Namibia. Lange Zeit war die preislich sehr gehobene Old Traders Lodge die einzige Unterkunft im Gebiet.

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Im Dezember 2012 hat allerdings das Camp Elephant geöffnet. Dieses bietet neben einem klassischen Campingplatz auch Selbstversorger-Chalets rund um ein Wasserloch an und ist erschwinglich.
Erst heuer im März habe ich von dieser Möglichkeit erfahren und die bereits fertig geplanten Schlusstage unserer Tour nochmals umgebaut.

Wir fahren vom Waterberg in Richtung Otjiwarongo, wo wir ein letztes Mal vernünftig einkaufen und tanken wollen. Wir erspähen plötzlich direkt am Straßenrand der B1 eine riesige Eidechse! Eindeutig ein Felsenwaran. Trotz Vollbremsung und griffbereitem Fotoapparat schaffen wir es nicht, ein Foto zu machen. Zu schnell haut die Echse ins Gebüsch ab. Ich gehe wieder mutig mit dem Fotoapparat ein paar Schritte hinterher, kehre ab bald wieder erfolglos zurück.

Wir tanken in Otjiwarongo und fahren zum Einkaufszentrum. Es ist Freitag nachmittag und eine Menge los. Beim ATM sind ungefähr 50 Personen angestellt, na super. Beim Geldautomaten im Innenbereich des Superspars aber glücklicherweise niemand. Dort hebe ich ein letztes Mal Geld ab und genieße die große Auswahl des Spars, der alle bisherigen Supermärke in den Schatten stellt. Claudia und die Kinder warten inzwischen im Auto. Nach wie vor vermeiden wir es, das volle Auto mit unseren Sachen unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Carwatcher hin – Carwatcher her.

Ich verstaue die Einkäufe im Auto und Claudia organisiert mit den Kindern eine Kleinigkeit zu Essen und Eis von Wimpy. Fast mittag ist es ohnehin schon.
Ab Kalkfeld fahren wir auf der D2414 und biegen zur Farm mit den Dinosaurierspuren ein. Dort ist nicht viel los. Ein kurzer Spaziergang kommt uns aber nicht ungelegen und so verbringen wir insgesamt eine halbe Stunde auf dem Gelände mit den versteinerten Abdrücken.

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Bald darauf erreichen wir das Nordwestliche Einfahrstor der Erindi Game Reserve. Wir passieren es und sind 30 Minuten später beim Camp Elephant.

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Die moderne und sehr gepflegte Anlage gefällt allen auf Anhieb. Der Check-In geht rasch. Die Auswahl im Shop ist vollkommen ausreichend und die Preise ok.

Wir fahren zu unserem Chalet Nr. 12. Ein schmuckes kleines Häuschen mit Terasse und ca. 50 Meter vom Wasserloch entfernt.
Als wir das Haus durch die große Terrassentüre betreten, leuchten ihre Augen der ganzen Familie wie sonst nur zu Weihnachten!

Ein eigenes Kinderzimmer! Ein extra Eltern-Schlafzimmer! Ein Wohnzimmer mit Tisch. Eine Couch! Ein Flachbildfernsehen, sogar mit Disney-Channel. Die Kids sind ganz aus dem Häuschen.

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Claudia erfreut sich an der vollausgestatteten Küche, dem Bad und der Sauberkeit im allgemeinen 😉
Mir fällt gleich auf, dass in jedem Zimmer mindestens drei Steckdosen mit jeweils lokalen und europäischen Steckern vorhanden sind. Das heißt, wir können alle Geräte gleichzeitig ohne Adapter aufladen ! YES !

Wir sind den Freudentränen nahe…

Von unserer Terrasse aus sehen wir das Wasserloch mit 3 ausgewachsenen und einem zwei Monate alten Baby Hippo, die allesamt in der Nachmittagssonne dösen. Kurzum: Ein Traum!

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Wir räumen das Auto komplett aus, entstauben die Taschen und die Jacken, und sortieren ein letztes Mal unser Gepäck. Einiges an Ausrüstung und Kleidung werden wir wohl die letzten drei Tag nicht mehr brauchen. Danach genießt jeder das geschmackvoll gemauerte Bad.

Hier auf Erindi werden Game Drives zu unschlagbar günstigen 150 N$ (=12 EUR) pro Person angeboten. Es gibt jeweils einen Morning- und einen Nachmittags-Game Drive.

Für heute sind wir schon zu spät dran, also buche ich für morgen alle beiden Fahrten. Immerhin liegen einige Stunden dazwischen, in denen wir uns erholen können. Mit unseren Dachzelten war es uns bisher nicht möglich, wirklich zeitig am Morgen auf Pirschfahrt zu gehen.
Abendliche Fahrten in der Dunkelheit gehen ohnehin nicht. Beides wird dann morgen möglich sein.

An unserem drittletzten Abend hier in Namibia geht es ans Eingemachte. Also vielleicht nicht ganz ans Eingemachte, sondern ans Konservierte 😉 Einige Lebensmittel führen wir seit dem ersten Einkauf durch Namibia spazieren. Wir kombinieren die verbliebenen Spaghettis, angefangene Nudelsaucen und Dosenravioli um unsere Lebensmittelvorräte zu reduzieren.

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Nach dem Abendessen schauen die Kinder fern und wir sitzen auf der Terrasse bis kurz nach acht Uhr. Dann wird es wieder recht frisch und wir springen freudestrahlend jeder in sein eigenes Daunenbett!

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Teil 1925. Sept. 2013
17. Tag: 24 August 2013 : Hochzeitstag auf Erindi
2x Game Drives auf Erindi
Camp Elephant Chalet Nr. 12


Heute ist unser 11ter Hochzeitstag. Wir stehen schon um 6 Uhr auf, da die Abfahrtszeit für den Morning Game Drive 6:30 ist.

Die Kinder stehen brav auf und ich packe 4 belegte Brötchen und Getränke für unterwegs in den Rucksack. Insgesamt sind wir 10 Personen im Wagen und Olaf, der Guide fährt pünktlich los.

Obwohl die Sonne bereits aufgegangen ist, ist es saukalt (4 Grad). Wir haben alles an, was wir dabei haben und verwenden die Decken im Landrover, aber die erste halbe Stunde schneidet uns der Fahrtwind fest ins Gesicht. Nur langsam erwärmt die Sonne die Luft. Nach einer weiteren halben Stunde wir es erträglich und wir beginnen die Fahrt zu genießen. Vor allem ich genieße es geradezu, trotz Fahrt die Landschaft beobachten zu können, ohne auf die Straße achten zu müssen.

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Neben unseren alten Bekannten Oryx, Zebras (Steppen und Bergzebras), Kudus, Giraffen, Impalas, Springböcken und Warzenschweinen sehen wir auch ein paar Dik-Diks und Steinböckchen.

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Zum ersten Mal überhaupt sehen wir Ohrengeier, Krokodile, Wasserböcke und Klippspringer.

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Ganz kurz sehen wir auch einen Honigdachs, der sich aber bei unserem Anblick so schnell aus dem Staub macht, dass wir ihn nicht knipsen können.

Bei einer Stelle entdeckt Olaf drei Singhabichte, die gemeinsame Jagt auf ein paar Perlhühner machen. Einer der drei versucht vom Boden aus die Hühner aus einem Gebüsch zu treiben. Zwei andere lauern ein Stück entfernt auf einem Baum auf den richtigen Moment zum Zuschlagen. Fast eine halbe Stunde sehen wir zu, dann müssen wir uns aber auf den Rückweg machen.

Mit 30 Minuten Verspätung sind wir wieder gegen 10 Uhr bei der Rezeption.

Leider haben wir auch bei dieser Fahrt nicht wie erhofft Löwen oder andere Raubkatzen gesehen.

Ich frage nach, ob es einen Sinn hat, die Self-Drive Runde zu fahren um Löwen zu sehen. Olaf gibt mir zu verstehen, dass die Chance auf Katzensichtungen entlang der Self-Drive-Route äußerst gering ist. Also setzen wir unsere ganze Hoffnung in die abendliche Pirschfahrt.

Den restlichen Vormittag und den frühen Nachmittag faulenzen wir im Chalet. Zu Mittag gibt Tomatensuppe und Nudelsalat für uns. Da wir ja eine ordentliche Küche benutzen können, habe ich den Kindern Palatschinken versprochen. Alle Zutaten besorgen wir im Farmstall.

Die Zubereitung in der zu kleinen unbeschichteten Metallpfanne erweist sich allerdings als deutlich schwieriger als erwartet. Nach ein paar angebrannten Exemplaren ist das Ergebnis aber zumindest essbar und die Mädels freuen sich über die Abwechslung.

Claudia liest im Chalet und ich besuche mit den Damen den Spielplatz und den Pool.

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Der Nachmittagsdrive beginnt um 15:30. Diesmal besteigen wir einen großen Lastwagen zusammen mit ca. 20 weiteren Personen. 3 junge Burschen sind unsere Fahrer bzw. Guides.

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Mit an Bord ist auch eine Studentengruppe, die das Wochenende offensichtlich hier im Camp verbringt. Da auf den Erindi Game Drives keine Verpflegung angeboten wird, ist jeder Gast aufgefordert, Getränke und Essen selbst mitzubringen. Dieser nett gemeinte Hinweis wird allerdings von der Gruppe großzügig ausgelegt und mehrere randvolle Kühlboxen mit Bier werden in den Truck verfrachtet. Büffel sind die einzigen Tiere der Big Five, die man auf Erindi nicht sehen kann. Der Guide erklärt uns, dass deshalb „Buffalo“ das Codewort für „Pinkelpause“ ist.

Bedingt durch die umfangreiche Aufnahme von Bier hören wir öfter als uns lieb ist dieses Codewort. Am Anfang finden wir die Gruppe noch relativ amüsant, mit der Zeit und steigendem Lärmpegel nerven die Herrschaften aber gehörig.

Wenigstens verhalten sie sich bei Tieren in der Nähe ganz ordentlich. Wir fahren auf das Gelände und zum Wasserloch der Old Traders Lodge. Die Premierensichtungen des Nachmittages zusammengefasst: Breitmaulnashörner, Marabus und eine braune Hyäne.
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BUFFALO!

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Nach zwei von geplanten drei Stunden Fahrt hören unsere Guides am Funk von Löwensichtungen. Allerdings am anderen Ende von Erindi.
Alle sind ganz wild darauf endlich Löwen vor die Kamera zu bekommen. Uns wird eine „Ferrari-Safari“ quer durch den Park und auch eine eventuelle Verspätung angekündigt. Aber alle sind einverstanden.

BUFFALO!

Meine erste Befürchtung, dass wir aufgrund der Größe des Trucks hauptsächlich auf den Hauptstraßen unterwegs sind, stellt sich als unbegründet heraus. Um zu den versprochenen Löwen zu gelangen, fährt unser Fahrer teilweise sogar querfeldein. Das Problem ist dabei nur, dass immer wieder Äste, teilweise mit heftigen Dornen und mit ordentlich Tempo durch die offenen Seitenteile über unsere Köpfe peitschen.

Auf den Ruf „Attention Branch!“ nehmen alle im Truck die Flugzeug-Notlandeposition ein.

Wer nicht aufpasst, und einmal bei 20 km/h einen Weißdornakazienast gewischt bekommt, denkt spätestens beim nächsten Mal eher daran in Deckung zu gehen. Action und Abenteuer pur!

BUFFALO!

Genau bei Sonnenuntergang sehen wir ein imposantes Löwenmännchen, zunächst noch schlafend, wirft es sich bald in Pose. Als wir wieder losfahren, ist es schon stockfinster und eigentlich schon die geplante Ankunftszeit vergangen.

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Auf der Hauptstraße hören wir von einer weiteren Sichtung eines Löwenweibchens. Wir machen Kehrt, fahren zu einem Damm und können im Rotlicht eine einzelne Löwin erkennen und fotografieren. Inzwischen ist es 19:30 und empfindlich kalt. Die Decken im Bus finden reißenden Absatz. Ganz kalt wird uns aber eh nicht, immerhin gehen wir immer noch regelmäßig in Deckung vor den Ästen. Schön langsam beschleicht uns das Gefühl, dass unsere Guides selber nicht ganz genau wissen, wo wir sind.

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BUFFALO!

Diesmal wird der Ruf aber ignoriert, weil wir angeblich nicht mehr weit vom Camp weg sind. Großes Gemaule bei den Kommilitonen. Aber die Guides merken, dass alle anderen, vor allem die mit Kindern jetzt schon echt gerne wieder zurück wären. Kurz vorm Camp entdecken die Jungs im Dunkeln ein Erdferkel. Wir halten – fotografieren –
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und plötzlich ist alles finster. Der LKW ist abgestorben und macht keinen Mucks mehr.

Frustration und aufkommende Panik bei den Familien hinter uns, Zufriedenheit ob der sich nun nicht mehr verschiebbaren Pinkelpause bei die Studenten.

Wir finden die ganze Szenerie nur noch lustig und sehen uns schon den letzten Kilometer zu Fuß zurückgehen. Am LKW rührt sich gar nichts und die Guides versuchen, jemanden per Funk im Camp zu erreichen.

Aber da machen die Studenten-Jungs einiges gut:
Als sie ausgebuffalot haben, schieben alle gemeinsam den Riesen-Truck an. Nach ein paar Metern springt er tatsächlich unter großem Jubel an.

Genau um 20 Uhr, also 90 Minuten später als geplant, sind wir wieder im Camp.
Ich bin mir sicher, dass es morgen einige Beschwerden geben wird. Vor allem die älteren Teilnehmer und die andere Familie mit Kindern haben schon lange vor der Rückkehr ihrem Unmut Luft gemacht.

Wir nehmen es wie meistens mit Humor. Immerhin haben wir 4 1/2 Stunden Action Game Drive für 150 N$ bekommen. Und die Kinder hatten auch ihren Spaß.
Außerdem haben die drei Jungs ihr Bestes gegeben und für die Mitfahrer können sie ja nichts.

Wir kehren zum Haus zurück und lassen auf der Terrasse den ereignisreichen Tag Revue passieren.

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Es war sicher der außergewöhnlichste und ungewöhnlichste Hochzeitstag, den wir bisher erlebt haben.
Teil 2026. Sept. 2013
18. Tag: 25 August 2013 : Cats Unlimited
Erindi - Düsternbrook (150km)
Hippo Chalet Düsternbrook


Wir schlafen uns heute aus und packen in aller Ruhe unsere Taschen und pumpen unser Sorgenkind links hinten ganz auf. Inzwischen gehört diese Tätigkeit schon zur morgendlichen Routine.

Kurz vor 10 Uhr kaufen wir noch Souvenirs und die letzten Lebensmittel im Shop ein. Wir bekommen alles, was wir für den letzten Tag brauchen, somit müssen wir nicht mehr in Okahandja einkaufen gehen. Selbst im Reiseführer steht, dass man in und um Okahandja Vorsichtig sein soll. Ein wenig übervorsichtig sind wir ja noch immer, also ist uns das sehr recht, dass wir nicht mehr in eine Stadt müssen.

Heute fahren wir nicht allzu weit. Knapp 150km bis zur Guest Farm Düsternbrook, wo wir das Hippo Chalet und die Cats Unlimited Tour reserviert haben.

Nach einem kurzen Tankstopp in Okahandja biegen wir von der B1 in die Zufahrt zur Guest Farm ein. Da wir dabei das Gelände einer Hühnerfarm kreuzen, müssen wir uns 2x bei den Ein- und Ausfahrtstoren des Geländes registrieren.

Die Zufahrt zu Düsternbrook ist unterhaltsam. Insgesamt haben wir 3 kleine Wasserdurchfahrten. Das sind mehr, als wir bisher auf unserer ganzen Reise insgesamt hinter uns haben.

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Wir melden uns bei der Rezeption an und treffen wieder unsere Bekannten aus Wien. Die haben die Nacht vor uns im Hippo Chalet verbracht und gerade ausgecheckt. Gemeinsam warten wir bei einer kleinen Erfrischung auf den Beginn der Cats Tour um 14 Uhr.

Die etwa 20 Gäste verteilen sich auf 3 Fahrzeuge und wir fahren zum Gepardengehege. Dort werden drei Geparden vom Auto aus gefüttert.
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Danach fahren wir zum Leoparden Areal. Der Fahrer verteilt Fleischstücke vom Auto aus auf einem tiefen Ast, den Rest wirft er vom Auto aus dem Leoparden-Männchen zu. Bessere Aufnahmen von einem Leoparden kann man wohl kaum machen als hier bei dieser Tour.

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Fazit Cats Unlimited Tour: Der Preis von 280 N$ pro Person für knapp 45 Minuten Fahrt zu drei Geparden und einem Leoparden ist schon stolz. Insbesonders im direkten Vergleich zu 150 N$ auf Erindi für 4 Stunden und 200 N$ auf der Cheetah Farm, dort aber inklusive Übernachtung. Für alle, die sonst keine Raubkatzen zu sehen bekommen lohnt es sich wahrscheinlich, wer schon Geparden auf seiner Tour hatte wie wir, muss sich wohl überlegen, ob die Leopardenfotos das Geld Wert sind.

Nach unserer Rückkehr bekommen wir die Schlüssel für das Hippo Chalet am Andreas Damm. Nach 15 Minuten Fahrt kommen wir dort an. Das kleine Holzhäuschen ist einfach aber nett eingerichtet und wir entspannen und lesen auf der Terrasse.
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Vier Hippos dösen 100 Meter entfernt am Rand des kleinen Tümpels. Auch hier merken die Auswirkungen der Trockenzeit. Vom großen See, den wir auf Fotos gesehen haben, ist nicht mehr viel übrig. Von der Terasse aus können wir ein paar Pferde, verschiedene Wasservögel und auch einen Seeadler beobachten, der ab und zu seine Kreise zieht.

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Gegen 16 Uhr kommt der Game Drive der Farm vorbei. Die Hippos werden mit Heu gefüttert und die anderen Gäste der Farm schauen neidig auf unser einsames Chalet 😉

Wir richten die Kleidung für den morgigen Flug her und grillen ein letztes Mal.

Obwohl ich alles andere als ein geübter Fotograf bin gelingen mir ein paar nette Sternenaufnahmen mit dem Nachtmodus der Kamera. Unsere letzte Nacht in Afrika liegt vor uns....

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