Unsere erste Idee, wie wir den Reisebericht nennen könnten, war eigentlich: „Auf den Spuren des Casimodo“ 😎 , da wir viele Infos und Anregungen für unsere Tour aus dem Reisebericht „Katzen und Mäuse unfenced in SA“ entnommen haben. Allerdings wussten wir nicht so genau, ob der Carsten damit einverstanden gewesen wäre 😗 und die beeindruckenden Erlebnisse im KTP gaben schließlich den Ausschlag dafür, dass es eigentlich nur einen Titel geben kann: „Endlich Regen über der Kalahari“
Besonders spannend finden wir im Moment die vielen Berichte über den KTP und wie unterschiedlich man den Park im Abstand von nur 2 oder 3 Wochen erleben kann. Für uns war es der vierte Besuch im Park und es waren zum vierten Mal ganz unterschiedliche Erlebnisse. Der schönste Spruch auf dem Weg zum KTP von Marco war: „Eigentlich müssen wir uns bei der Trockenheit nur ans Wasserloch stellen und warten, die Löwen kommen schon von ganz alleine!“ Doch manchmal kommt alles gaaanz anders als man denkt 🤪
Für alle, die Lust haben mitzureisen, ist hier schon einmal der Reiseverlauf:
Juhu, heute war es endlich wieder soweit, auf geht’s nach Südafrika! Eigentlich hatten wir einen Nonstop-Flug von Frankfurt nach Kapstadt gebucht. Als wir von unserer Botswana/Caprivi-Tour 2012 zurückkamen, gab es eine unangenehme Überraschung: Unser Reisebüro informierte uns, dass aufgrund des Nachtflugverbotes in Frankfurt teilweise Flüge auf andere Flughäfen verlegt wurden. Und natürlich war unser Kapstadt-Nonstop-Flug dabei 😠 Dieser wurde nun von München aus durchgeführt und wir mussten einen Zubringerflug dahin nutzen. Da der Flug nach München bereits um 19 Uhr ging, war es für mich noch etwas stressig, denn morgens musste ich ja noch arbeiten gehen. Ein wenig Bauchschmerzen machten uns auch noch das Schneechaos eine Woche vorher, bei dem viele Inlandsflüge gestrichen wurden und die angekündigten Streiks. Und wir hofften nur, dass wir davon verschont blieben.
Letztendlich waren alle Sorgen unbegründet, denn in Frankfurt ging alles ganz zügig, am Schalter war nichts los, wir durften die Sicherheitskontrolle für die Crew benutzen und wir mussten mit unserem Fotorucksack heute nicht einmal zur Sprengstoffuntersuchung 🤪
Der Flug nach München war ein rasches Auf und Nieder, denn eigentlich war die Fahrt zur Startbahn in Frankfurt und zum Terminal in München gefühlt länger als der gesamte Flug. Auch der Aufenthalt in München verging rasch und schon saßen wir im A340 nach Kapstadt. Schon vor dem Servieren der Getränke fielen uns erstmals die Augen zu und da der Flug sehr ruhig war, schlummerten wir sehr lange. Über Namibia wachten wir so langsam auf und der erste Tag in Afrika konnte beginnen!
So, in der nächsten Fortsetzung geht es dann richtig los in Kapstadt und dann gibt es auch die ersten Bilder!
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 310. Apr. 2013
Mittwoch, 20. März 2013
Kapstadt
Unterkunft: Ansela´s Place Kosten: Appartement, ZAR 1050,- (Ü) Strecke: 121 km
Mit den ersten schönen Ausblicken auf afrikanischen Boden gab es dann Frühstück im Flieger und dann folgte auch schon ein traumhafter Anflug auf Kapstadt. Der Tafelberg lag frei, keinerlei Wölkchen am Himmel.
Wir hatten dann am Flughafen eine Außenparkposition und beim Aussteigen mussten wir uns erst einmal an 25°C und Sonnenschein gewöhnen 😎
Die Passkontrolle verlief zügig, das Gepäck war auch da, wir zogen am Automaten noch schnell Geld und dann ging es an den Schalter von Europcar. Juhu, ein Hilux Doublecab Diesel, das war unser Wunsch, dazu noch mit wenigen Kilometern und tipptopp, alles lief wie am Schnürchen! Noch ein netter Plausch mit dem Mitarbeiter, Autoübergabe, Verstauen des Gepäcks und noch ein kurzer Anruf bei der Vermietung des Appartements, dass wir nun gelandet und auf dem Weg Richtung Kapstadt sind. Nach etlichen Kilometern dann meine Frage an Marco: „ Hast du eigentlich die Papiere von Europcar bekommen?“ Hui... Papiere… neee!!! Die hatten sowohl wir vergessen, als auch der nette Mitarbeiter, weil wir einfach sooo froh waren über den tollen Mietwagen. Na, das ist uns ja noch nie passiert. Glücklicherweise ist der Flughafen nicht so weit von der Stadt entfernt und so beschlossen wir, zuerst unser Appartement zu beziehen und dann noch einmal zum Flughafen zu fahren. Dumm gelaufen, könnte aber schlimmer sein.
Ansela´s Place ist ein Appartement im Zentrum von Kapstadt, welches in einem ArtDeco-Building (Mutual Heights) ist. Da der Eigentümer „von Overseas“ aber selbst gerade da war, bekamen wir eine identische Unterkunft zwei Stockwerke darunter. Wir hatten diese Unterkunft gewählt, da wir dort 2008 unsere ersten Nächte in Südafrika verbrachten. Alles ist sehr stylisch eingerichtet, allerdings fehlte mir dieses Mal das Tageslicht. Dieses Appartement war von den Farben dunkler angelegt, außerdem waren an den Fenstern zum „Lichthof“ noch Jalousien, die man nicht wirklich hochziehen konnte. Vorteil ist der eigene Parkplatz in der Tiefgarage.
Nun ging es wieder zum Airport um die Papiere abzuholen… Im Nachhinein hätten wir sie zwar nicht gebraucht, aber was wäre gewesen, wenn etwas passiert wäre??? Alles ging ratzfatz und so fuhren wir noch zur Head Office des Table Mountain NP, wo wir unsere Wildcard besorgten. Danach ging es direkt zur Gardens Centre Mall zum Einkaufen. Und da stieg Marco zum ersten Mal aus, da man sich bei einem normalen PKW bei einer Einfahrt mit 2 Metern keine Gedanken macht, mit einem Hilux allerdings schon 🤪 Aber es passte! Mittlerweile hatten wir bei der „Hitze“ einen solchen Durst, dass wir bereits im Pick´n´Pay eine ganze Flasche Wasser tranken (und danach natürlich auch bezahlten 🙂 )
Zurück im Appartement verstauten wir unsere Einkäufe und machten uns auf den Weg zum Signal Hill, um den ersten Sonnenuntergang zu schauen. Der Blick über das erleuchtete Kapstadt und die Table Bay war wunderschön!
Auf dem Rückweg erlebten wir noch eine kleine unfreiwillige Kapstadt-Rundfahrt und da wir schon etwas müde waren und keine Lust mehr hatten irgendwo lange Essen zu gehen, holten wir kurzerhand etwas im KFC und nahmen es mit nach Hause 😗
Am morgigen Tag geht es dann zu den süßen Pinguinen am Boulders Beach, ans Kap der Guten Hoffnung und zum Chapman´s Peak Drive.
Bis dahin, liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 411. Apr. 2013
Donnerstag, 21. März 2013
Kapstadt
Unterkunft: Ansela´s Place Kosten: Appartement, ZAR 1050,- (Ü) Strecke: 158 km
Heute Morgen war etwas Ausschlafen angesagt und der Wecker klingelte erst nach 7 Uhr. Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Waterfront, denn wir wollten heute gerne nach Robben Island fahren. Beim ersten Parkhaus schien uns das Parkhaus mit 1,80 m zu niedrig für unseren Hilux (wer weiß es, passt der da rein???) so fuhren wir ein Stückchen weiter ins zweite Parkhaus. Hui, sind das Preise, hier kann man einen ganzen Tag parken und zahlt so viel wie in manchen deutschen Parkhäusern in einer Stunde 🤪
Wir liefen zum Nelson Mandela Gateway und erfuhren, dass es erst wieder für den Nachmittag Tickets nach Robben Island gibt. Kurzerhand kauften wir dann Tickets für den nächsten Tag und entschieden uns, heute ans Kap zu fahren.
Erster Stopp war Boulders Beach mit den niedlichen Pinguinen. Es machte viel Spaß, die kleinen Gesellen zu beobachten.
Nach einer guten Stunde fuhren wir weiter zum Kap. Im Park gab es einen kleinen Bus- /Auto-Auflauf, da am Straßenrand ein Pavian saß 🤩 Am Cape Point fuhren wir mit der Bahn nach oben und liefen zum Leuchtturm, hier war echt der Bär los und wir suchten schnell das Weite. Trotzdem war die Aussicht traumhaft. Den Weg nach unten ging es dann zu Fuß.
Nächstes Ziel war das Kap der Guten Hoffnung, uuups was war denn hier los??? Autos über Autos und Busse 😣 2008 waren wir hier fast ganz alleine. An ein Bild vom Kap-Schild ohne Leute war gar nicht zu denken, dort war eine richtige Invasion und die Leute standen in einer Reihe an, um ein Bildchen zu schießen. Ich machte mir dann den Spaß und fotografierte lieber das ganze Geschehen von der anderen Seite 🤪
Nach ein paar ruhigen Augenblicken auf den Felsen (irgendwie liefen die anderen Leute keine 100m weit und schossen nur ihre obligatorischen Bilder 😗 ) fuhren wir weiter, um dem Trubel zu entfliehen.
Die Straße zum Chapman´s Peak Drive war schon recht spektakulär, doch was war das??? Am Abzweig zur Panoramastraße stand auf einer Anzeigetafel in roten Lettern: CLOSED 😈 Nicht schon wieder, denn bereits 2008 konnten wir hier nicht entlang fahren! Wir bogen trotzdem ab, zum Glück, denn der Chapman´s Peak Drive war offen. Die Panoramastraße und die Landschaft dort sind wirklich toll, aber ich finde, dass es noch spektakulärere Straßen gibt.
Nach einem Stopp „Zuhause in Kapstadt“ fuhren wir abends zur Waterfront. Hier war wieder richtig was los und wir genossen die tolle Atmosphäre. Zum Abendessen wählten wir das Quay Four: Schöne Sicht, leider nicht ganz ruhig, da eine Live-Band spielte und eine Gruppe am Nebentisch schon ordentlich „getankt“ hatte… Essen ging so, mein Fisch war ganz gut, Marcos Burger nicht der Kracher 😣 Nochmal würden wir nicht hingehen.
Nach dem Essen liefen wir zurück zum Parkhaus, fuhren zurück in unsere Unterkunft und fielen wieder hundemüde ins Bett.
Wir freuten uns schon auf den nächsten Tag, denn dann geht es nach Robben Island. Marco hatte das Buch „Der lange Weg zur Freiheit“ von Nelson Mandela schon fertig gelesen, ich war mittendrin… Und deshalb war Robben Island ein absolutes MUSS für uns!
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 512. Apr. 2013
Freitag, 22. März 2013
Kapstadt
Unterkunft: Ansela´s Place Kosten: Appartement, ZAR 1050,- (Ü) Strecke: 38 km
Kurz vor 10 Uhr fuhren wir zur Waterfront, da wir die Robben-Island-Tickets für 11 Uhr gekauft hatten. Dort angekommen, sahen wir schon die ersten Wolken aufziehen und der Tafelberg bekam langsam sein sagenumwobenes Tischtuch.
Um 11 Uhr ging es dann Richtung Robben Island. Zuvor hatte ich gelesen, dass die Überfahrt manchmal recht „holprig“ sein kann, aber es hielt sich in Grenzen. Als wir dann Robben Island betraten, waren wir schon sehr beeindruckt. Nach dem Lesen des Buches von Nelson Mandela waren wir nun wirklich hier!
Zuerst machten wir eine kleine Bustour auf der Insel. Wir hielten an verschiedenen Punkten an, unter anderem am Steinbruch und an der Stelle, von der aus man auf Kapstadt sieht.
Danach folgte eine Führung mit einem Ex-Häftling durch das Gefängnis. Er erzählte sehr ergreifend über das Leben und die Zustände, die er während seiner Haft erlebt hatte. Nun sahen wir auch Nelson Mandelas Einzelzelle und den Gefängnishof, die so oft im Buch beschrieben werden. Es war sehr beeindruckend, aber auch nachdenklich stimmend.
Die Rückfahrt war dann etwas holpriger, doch wir überstanden alles gut. Zurück in Kapstadt erledigten wir noch ein paar Einkäufe und fuhren zum Tafelberg. Die Wolken hatten sich verzogen und der Fahrt mit der Cableway stand nichts mehr im Wege. Die Ernüchterung kam dann am Abzweig: Seilbahn „closed“. Oh nein, aber wir fuhren trotzdem hin und bekamen die Antwort: Zu starker Wind. Aber die Aussicht auf Kapstadt ist trotzdem schön!
So fuhren wir dann, doch etwas enttäuscht, zum Signal Hill. Heute waren wir etwas früher und bekamen sogar noch ganz oben einen Parkplatz. Nach und nach kamen immer mehr Leute, sogar zwei der roten Sightseeing-Busse. Nun war das Verkehrschaos auf dem Parkplatz perfekt. Wieder genossen wir den tollen Sonnenuntergang, hier oben ist wirklich „Sundowner-Place-No.1“!
Nachdem die Sonne untergegangen war, hefteten wir uns gleich an einen der Busse, der uns den Weg durch das Auto-Kuddelmuddel bahnte. Auf dem Weg nach unten noch schnell ein Schnappschuss vom WM-Stadion von 2010.
Zum Abendessen entschieden wir uns wieder für die Waterfront, schlenderten zuvor noch ein wenig umher, besorgten noch Postkarten und Briefmarken und entschlossen uns dann für Mitchell´s Ale House. Hier gibt es zwar keinen Hafenblick, aber das Essen war lecker.
Auf dem Heimweg entdeckten wir ein Plakat, auf dem stand, dass am morgigen Tag im Cape Town Stadium ein WM-Qualifikationsspiel der Bafana Bafana stattfinden würde. Oh Mann, hätten wir das nur früher gewusst 😵
Im Appartement richteten wir noch ein paar Sachen zusammen, Marco brachte schon ein paar Dinge ins Auto, schließlich war morgen um 9 Uhr Schlüsselübergabe, denn dann geht es weiter über den Bain´s Kloff Pass nach Tulbagh ins Schalkenbosch Wine Estate.
Heute war für 9 Uhr die Schlüsselübergabe geplant. Wir brachten schon alle unsere Sachen nach unten ins Auto und waren kurz vor 9 Uhr startbereit. Doch niemand kam zur Schlüsselübergabe. Kurz vor halb zehn riefen wir dann doch mit dem Handy bei der Vermietung an und kurz darauf kam der „Internet-Manager“, übernahm den Schlüssel und wir konnten starten. Nun zum letzten Mal der Anlauf zum Tafelberg. Durch die Häuserschluchten konnten wir bereits erkennen, dass viele Wolken am Berg hingen. Trotzdem fuhren wir noch kurz hoch, am Abzweig dann wieder das Schild „Closed“. Es sollte einfach nicht sein und so haben wir einen Grund, wieder nach Kapstadt zurück zu kehren 🙂
So drehten wir und fuhren in Richtung unseres heutigen Ziels. In Wellington stoppten wir und sorgten im Bottle Store für Vorrat an Alkoholischem. Für mich Savanna und Rotwein, für Marco lieber ein paar Bierchen. Auf der R301 fuhren wir zum Bain´s Kloff Pass. Erst am Abend vor dem Abflug hatte ich auf „Ingrid´s Welt“ über den Pass gelesen. Die Fahrt durch das Gebirge war wunderschön, die Landschaft wirklich toll.
Auf der R46 erreichten wir zügig den Abzweig zum Schalkenbosch Wine Estate und die letzten Kilometer waren dann die erste Gravel-Road für diesen Urlaub. Das Anwesen wurde im 18. Jahrhundert erbaut und liegt richtig idyllisch vor einer Gebirgskette.
Das für uns vorgesehene Cottage, welches gemütlich eingerichtet war, besaß leider nur einen kleinen Kühlschrank und ein winziges Gefrierfach, so dass wir dort nicht alles unterbringen konnten, was wir für die ganzen nächsten Tage eingekauft hatten.
Auf kurzes Nachfragen erhielten wir das andere Cottage, welches einen großen Kühlschrank mit größerem Gefrierfach hatte. Nach 3 Tagen Kapstadt war die Ruhe hier absolut genial, wir chillten ein wenig, beobachteten Vögel und schauten uns ein wenig das Grundstück an.
Am Nachmittag fuhren wir noch nach Tulbagh, um die hübschen Häuser in der Church Street anzuschauen. Um die Stämme vieler Bäume waren wegen des bevorstehenden Osterfestes rote Stoffbahnen gewickelt.
Bevor wir das Feuer zum ersten Braai anzündeten, gab es noch den obligatorischen Sundowner, heute zusammen mit „Sundowner-Hund“ Oscar 🤪 Kurz nach Sonnenuntergang verjagte er dann die Ibisse, die am Teich nach Futter suchten.
Heute gab es leckeres Lamm und Ostrich, außerdem Salat und Kartoffeln. Castle und ein Pinotage vom Weingut durften natürlich nicht fehlen. Und schon wieder ging ein toller Tag zu Ende.
Morgen geht es in den Tankwa Karoo NP, darauf freute ich mich gaaanz besonders. Aufmerksam auf Tankwa Karoo wurden wir durch Carstens und Kerstins Reisebericht 🙂 🙂 🙂
Nach dem Frühstück auf der Terrasse kauften wir noch 2 Flaschen Wein, dann ging es los Richtung Tankwa Karoo und die Straße glich teilweise einer Panoramaroute. In Ceres tankten wir unseren Hilux voll und kauften im Pick´n´Pay noch frisches Brot. Noch einige Kilometer Teerstraße und dann begann endlich die Gravel Road. Gegenverkehr konnte man wegen der Staubfahne schon von weitem erkennen und wir überlegten, welche Tiere wir im Park als erste entdecken würden, wir tippten auf Strauße oder Oryx.
Die Pad war kilometerlang schnurgerade und am Tankwa Padstal legten wir einen Stopp ein. Was für ein cooler Laden! Der Inhaber empfahl uns ein Ginger Ale (Herstellung wird gerade zu Hause auch getestet 😉 ) und seine Frau kochte gerade Lunch. Da es sowieso gerade Mittagszeit war, bestellten wir ein Essen für uns zusammen: Veggie-Omelette, Lamm, Kartoffeln, Nudelsalat und Gemüse gabs!
Der Besitzer erklärte uns noch kurz den weiteren Weg und fragte uns, welche Tiere wir denn gerne im Park sehen würden. Da wir für alles offen sind, fragten wir zurück, was man denn gut sehen könnte: „Nice Cobras, Puffadders and Scorpions“, war die Antwort. „Die Skorpione könnte man mit einem Stöckchen ein wenig reizen, aber bitte nicht toooo much…“
Nach 23 km kam dann der Abzweig zum Park und es folgte gleich das Schild: „Office 75 km“. Es wurde immer einsamer und von der weiten Ebene fuhren wir in Richtung des Gebirges.
Wir näherten uns immer mehr der Office und dann das erste Tier: Ein stattlicher Kudu-Bulle. Na, da waren wir mit unserem Tipp nicht richtig gelegen. In der Office checkten wir ein, kauften noch Feuerholz und machten uns auf den Weg zu den Elandsberg Cottages. Wir hatten das Cottage ganz am Ende und es war einfach nur traumhaft, so hatte ich mir das vorgestellt!
Nach dem Ausladen des Autos genossen wir die wunderschöne Aussicht und beobachteten Vögel. Einige davon konnten wir sogar bestimmen 🤪 Die „Bienenplage“ wegen des kleinen Pools hielt sich in Grenzen, aber eines störte uns ein kleinwenig: Das surrende Geräusch der Swimming-Pool-Pumpe. Doch als die Sonne unterging, verstummte auch die Pumpe.
Später machte Marco das Feuer, ich richtete in der Küche das Essen zum Braai. Wow, hier gibt es sogar schönes Geschirr, viele Schüsseln, Schälchen und alles was man sonst so braucht. Aus dem Ostrich-Fleisch und einer nicht ganz so gut gewürzten Boerewors machte ich kurzerhand „Ostrich-Boerewors-Burger gefüllt mit Käse“ 🤪 Dazu gab es Kartoffeln, Bohnensalat, Gurken, Tomaten und leckere SA-Avocado.
Wir ließen den Abend mit „Roadbook“ schreiben und „Nelson Mandela“ lesen ruhig ausklingen, genossen die absolute Stille und freuten uns schon darauf, morgen den Park ein wenig zu erkunden.
Heute klingelte der Wecker nicht und wir ließen uns von der aufgehenden Sonne wecken. Nach einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse mit Saft, Spiegelei, Schinken und Brötchen bestimmten wir wieder einmal Vögel, schrieben noch Postkarten und genossen einfach wieder die tolle Aussicht. Erst kurz nach Mittag beschlossen wir aufzubrechen und machten uns fertig, noch kurz was zu trinken eingepackt und los ging es. Und zwar genau bis vor die Tür: Platter Reifen, klasse!!!
Da wir ja nicht gerade in einem Krüger Park - Camp waren (wo wir den letzten platten Reifen hatten…) packten wir zuerst einmal das Werkzeug aus. Der Boden war total uneben und voll mit Steinen. Also erst einmal diese beseitigen und dann… Wagenheber ging nicht, sch… Ich hätte es ja noch einmal probiert, aber Marco war davon überzeugt, ans „Emergency-Radio“ zu laufen, um das Problem zu schildern. Na gut, von mir aus 😕 Nachdem er zurückkam, ein neuer Versuch und siehe da, es funzte 🤪 (O-Ton Marco: „Ich bin zu blöd, um einen Wagenheber zu bedienen“). Der Grund: Marco hatte beim ersten Versuch die Kurbel des Wagenhebers ein kleinwenig verkantet 😗 Die netten Herren, die uns „zur Hilfe eilten“, nahmen aber den Reifen zum Reparieren mit und wir sollten ihn morgen an der Office abholen. Ergebnis dieser kleinen Übung: Nun weiß Marco fürs nächste Mal wie man ans Ersatzrad beim Hilux kommt und dass man die Kurbel am Wagenheber nicht verkanten darf 😗 😣
Auf unsere geplante Tour verzichteten wir aber für heute, da wir ja kein Ersatzrad mehr hatten. Somit legten wir kurzerhand einen „Wasch- und Back-Tag“ ein und erkundeten die nahe Umgebung zu Fuß.
Zwischenzeitlich leistete uns eine Manguste Gesellschaft und später bewunderten wir die Farben des Abendhimmels.
Nun wurde es wieder ruhig, denn die solarbetriebene Pumpe des Swimming Pools ging aus. Um uns war absolute Stille, nicht einmal der Wind wehte. Nach einem leckeren Braai mit Straußenfleisch zogen wir die Stühle ganz nach vorne und genossen die Ruhe, den Mond und den Sternenhimmel. Dann hörten wir leise Geräusche und sahen im Schein der Taschenlampe eine kleine Antilope grasen. Etwas später hörten wir Geräusche aus der anderen Richtung, welche auf ein größeres Tier schließen ließen. Es kam immer näher. In der monderhellten Nacht konnten wir erkennen, dass es ein Red Hardebeest war, das vorbeizog und immer wieder fraß. Irgendwie ist es schon erstaunlich, wie man nach einer gewissen Zeit und einigen Urlauben in Afrika Geräusche zuordnen kann, früher hätte ich wahrscheinlich nicht einmal das größte „Trampeltier“ gehört 🤪
Morgen geht es dann zum 4x4 Leeuberg Trail und auf den Gannaga Pass, dann gibt es auch wieder mehr Bilder!
Heute Morgen blies schon ein heftiger Wind, so dass wir gleich die Asche aus dem Kamin entsorgen mussten, denn sie wehte über den ganzen Esstisch. Die Windböen brachten auch den feinen Sand auf die Terrasse, dennoch frühstückten wir draußen und machten noch Fotos vom Cottage.
Dann ging es los zur Office, um den Reifen abzuholen, der auch gleich wieder montiert wurde. Umgerechnet 3€ kostete der Spaß, das war uns schon fast peinlich. Wir bedankten uns noch mit einem Trinkgeld und dann machten wir uns auf den Weg zum Leeuberg 4x4 Eco Trail.
Auf dem Weg dorthin sahen wir Springböcke und Oryx und direkt am Anfang des Trails eine Gruppe Red Hartebeest. Unterwegs konnten wir noch einen Blick auf das sehr abgelegene Cottage Varschfontein erhaschen, na, das liegt ja wirklich gaaanz weit ab vom Schuss.
In der Trailbeschreibung stand, dass der Trail zwischen Punkt 2 und Punkt 3 sandig sein kann, dass hier aber übelstes Geröllfeld war, stand nicht darin 🤩 Am ersten Viewpoint stoppten wir und in Richtung der Cederberge ging gerade ein Gewitterschauer nieder. Juhu, erster Regen in Afrika! Schnell flüchteten wir ins Auto, da auch bei uns richtig dicke Tropfen runterkamen. Auf dem weiteren Weg zum nächsten Viewpoint schalteten wir erstmals den 4x4 low ein und tuckerten gemütlich den Berg hinauf. Uuuups, direkt hinter der Kuppe sah man nichts mehr und es folgte sogleich eine Kurve 🤩 Der Trail ging weiter über mehrere Kuppen, immer wieder steil hoch und runter. Ich bevorzugte teilweise zu laufen, natürlich nur um Bilder zu machen 😉 Wie bei allen Bildern im Internet sieht man nicht wirklich, wie steil es hier teilweise ist!
Am Punkt 6 hatten wir die höchste Stelle des Trails erreicht und die Aussicht war traumhaft. Sodann hatten wir das Schlimmste hinter uns und auf dem weiteren Weg entdeckten wir Cape Mountain Zebras. Insgesamt stellten wir fest, dass die Tiere hier noch eine sehr hohe Fluchtdistanz haben.
Auf dem Rückweg zur Main Road fuhren wir auf die Gewitterwolken zu, Blitze zuckten immer wieder und in der Ferne gingen Blitze nieder. Auf der Zufahrt zu den Elandsberg Cottages kreuzte eine Schildkröte unseren Weg.
Zurück daheim machten wir ein wenig Mittagspause, bevor wir gegen 16 Uhr zum Gannaga-Pass aufbrachen. Unterwegs gab es Baboons, Sekretäre und wieder eine Schildkröte zu sehen, natürlich auch die üblichen Springböcke. Die Straße windete sich entlang der Berge bis hinauf zum Hochplateau und ein kleinwenig „Sani-Pass-Feeling“ kam dabei schon auf. Bei der Fahrt nach unten legten wir immer wieder Fotostopps ein.
Wieder unten angekommen ging langsam die Sonne hinter den Bergen unter, was für ein schöner letzter Abend hier im Park.
Im Cottage machten wir wieder unser allabendliches Feuer, das wegen des schlechten Holzes aus dem Supermarkt heute total qualmte 😈 Trotzdem wurde das Abendessen irgendwann fertig und wir legten uns etwas früher ins Bett, denn schließlich steht morgen eine lange Fahrt nach Keimoes bevor.
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 1019. Apr. 2013
Mittwoch, 27. März 2013
Tankwa Karoo NP - Keimoes
Unterkunft: The Overlook Kosten: ZAR 550,- (Ü) Strecke: 473 km
Diesen Morgen sollte es früh losgehen, denn schließlich hatten wir eine lange Fahrstrecke vor uns. Im Forum hatten wir kurz vor unserer Reise gelesen, dass auf der Strecke unzählige Baustellen sind und sich die Fahrzeit dadurch erheblich verlängert. Als der Wecker klingelte war es allerdings noch dunkel und wir warteten, bis das erste Tageslicht ins Zimmer kam. Ich lief dann sogleich nach draußen um nachzuschauen, ob heute wirklich alle 4 Reifen am Hilux okay waren und juhu, alles war Bestens!
In den letzten drei Tagen war es oftmals sehr warm im Cottage, denn wir konnten die Fenster wegen den Bienen nur begrenzt öffnen. Heute Morgen, nach ganzen 3 Tagen, hatten wir endlich das Prinzip der Cottage-Belüftung verstanden 😗 Einfach den langen Stock mit Haken nehmen, der neben dem Kamin steht, und die mit Fliegengittern versehenen Luken unterhalb des Daches öffnen… Oh wie peinlich ist das denn 😗 😗 😗 aber besser spät verstanden als nie 🤪 So hätten wir uns 3 „heiße Nächte“ ersparen können 😎
Schweren Herzens machten wir uns auf den Weg nach Keimoes. Die Pad war anfangs sehr schlecht und es schüttelte uns heftig durch, doch der Weg entlang des Gebirges war landschaftlich reizvoll. Kurz vor Calvinia dann die erste Baustelle, ohje… Schnell tanken und Reifendruck wieder erhöhen und weiter ging es. Doch die Fahrt verlief super, denn die Straße war richtig gut und neu gemacht 🙂 nur die Straßenmarkierungen fehlten noch. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass hier vor ein paar Wochen ein kleines „Baustellen-Chaos“ geherrscht haben muss und die Fahrt dann ewig lange dauerte. So waren wir recht früh im „The Overlook“ und packten unsere Sachen aus. Hui, hier war es richtig heiß und schwül! Allerdings waren wir von unserem kleinen Häuschen sehr angetan: Nette Küchenzeile, damit hatte ich gar nicht gerechnet, schönes Bad, Terrasse mit suuuuuper Aussicht und alles war tipptopp sauber!
Im Kalahari Slaghuis holten wir dann unser vorbestelltes Game-Meat ab. Leider war zu der Zeit keine „Game-Saison“ und so gab es nur Springbock. Dennoch nahmen wir für die 7 Nächte KTP 7 Mal Springbock, da es einfach superlecker aussah. Erst im Nachhinein stellte ich fest, welch „außergewöhnliche Varianten“ man davon machen kann, fast jeden Abend anders 🤪
Zurück im B&B zeigte uns Eric noch sein „deutsches Schätzchen“, einen VW-Porsche 914 und erklärte uns den Weg auf den Tierberg. Dort gibt es eine schöne Aussicht auf Keimoes und die Umgebung, allerdings scheinen hier auch einige „Gelage“ stattzufinden, denn Müll und zerbrochene Flaschen liegen überall herum 🙁
Von der Terrasse aus bewunderten wir die sich in der Ferne auftürmenden Gewitterwolken. Immer wieder zuckten Blitze. Anna bereitete unseren Tisch zum Abendessen vor. Zur Vorspeise gab es leckere Mozambique Prawns, die sogar Marco total gut fand! Dann folgte zur Hauptspeise das beste Lamm, das ich jemals gegessen habe 🙂 dazu Rosmarinkartoffeln und zum Abschluss einen leckeren American Cheesecake. Kurz nach dem Abendessen legte das Gewitter dann richtig los und wir mussten alles von draußen schnell in Sicherheit bringen. Wir überdachten kurz unsere momentane Lage: Ein heftiger Gewittersturm mit unbeschreiblichen Blitzen und wir sitzen in einem strohbedeckten Cottage an einem sehr hohen Punkt in Keimoes 🤩 Ach was, es wird schon nichts passieren. Unten an der Straße war kurzzeitig Stromausfall, so dass nur die Blitze den Himmel erhellten. Die Luft war auf der Terrasse nach dem vorbeigezogenen Gewitter richtig frisch.
Morgen fahren wir an die Augrabies Falls, bisher hatten wir das in den vorherigen Urlauben nie geschafft, und abends gab es wieder einen Lightning Storm im „The Overlook“.
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 1121. Apr. 2013
Donnerstag, 28. März 2013
Keimoes
Unterkunft: The Overlook Kosten: ZAR 550,- (Ü) Strecke: 195 km
Heute fuhren wir gegen 9 Uhr zu den Augrabies Falls. Auf den Straßen von Keimoes war die Hölle los, alle Leute schienen ihre Einkäufe für Ostern zu erledigen. Entlang des Oranje konnten wir immer wieder die grüne Landschaft bewundern. Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Parkeingang und durften wieder das obligatorische SAN-Parks-Formular ausfüllen.
Nach dem Anmelden an der Rezeption liefen wir dann zu den Main Falls, unterwegs bekamen wir die ersten süßen Dassies zu Gesicht.
Von den Falls hatte ich mir eigentlich nicht viel erwartet, schließlich waren wir ja schon an den Vic-Falls. Natürlich ist es keinerlei Vergleich, aber ich finde, dass die Augrabies auf alle Fälle einen Besuch wert sind! Wir liefen zu den verschiedenen Aussichtsterrassen und da es schon später Vormittag war, knallte die Sonne ganz schön herunter 😎 Es war so richtig heiß und kein Wölkchen war in Sichtweite.
Danach fuhren wir noch zu den verschiedenen Aussichtspunkten. Tiere gab es in der Mittagshitze nicht viele zu sehen, aber die Landschaft im Park ist schön, wie z.B. am Echo Corner.
Wir beschlossen den Rückweg anzutreten und fuhren zurück zum Oranjekom Viewpoint. Dort erwartete uns eine neu gestaltete Aussichtsplattform mit Überdachung und traumhaftem Blick auf die Oranje-Schlucht. Zudem waren wir hier ganz alleine, keine Menschenseele weit und breit, nur die hübschen Eidechsen leisteten uns Gesellschaft. Der perfekte Platz fürs Mittagspicknick 😁
Letzter Halt war dann der Ararat-Viewpoint und wieder gab es eine tolle Sicht auf den Canyon.
Zurück im Camp kauften wir uns im Shop noch ein Eis – das erste und einzige in diesem Urlaub 🤪 Als wir aus dem Shop kamen, war die Sonne verschwunden und dunkle Gewitterwolken hingen am Himmel. Wir hofften immer, dass auch der KTP endlich seine „verdiente Portion“ an Regen bekommen würde. Wir fuhren zum Gate und weiter nach Kakamas, um uns herum zeigten sich nun überall Wolkentürme. Unterwegs gab es dann an der Tankstelle zum ersten Mal eine Temperaturanzeige: Ohne Sonne immerhin noch 34°C!
In Keimoes wollten wir noch ein paar frische Lebensmittel für den KTP kaufen, schließlich wussten wir nicht recht, ob der Supermarkt am morgigen Karfreitag in Upington auf haben würde. Hier in Keimoes hat er nämlich zu. Glücklicherweise waren die meisten Dinge schon besorgt, denn es herrschte im wahrsten Sinne des Wortes ein seeehr reges Treiben im Ort: Überall Marktstände, Menschen, Autos - der Parkplatz des Spar total überfüllt und im Supermarkt war auch der Bär los 🤩 Irgendwie ist hier in Keimoes alles noch ein wenig „afrikanischer“, als in manch anderem Ort! Marco lief noch schnell in den Bottle Store, auch Drankwinkel genannt 😉 und holte noch etwas „Biernachschub“ 😎
Kaum hatten wir im B&B unsere paar Sachen ausgeladen, legte auch schon das Gewitter los. Wir konnten gerade noch die beiden Stühle etwas ins Trockene ziehen, doch die Tischdecke war schon pitschnass. Das kurze, aber heftige Gewitter zog direkt über uns hinweg und so schnell es gekommen war, so schnell verschwand es auch wieder. Der Wind trocknete die Terrasse und Tischdecke wieder im Nu und so konnten wir sogar später noch draußen unser Abendessen genießen: Leckerer Salat, Smoked Chicken in Sherry-Soße mit Reis und Kuchen mit selbstgemachtem Granatapfelsirup. Ein geniales Essen für den Abschluss in Keimoes und bevor wir ab morgen im KTP wieder alles selbst machen müssen.
Obwohl es hier sehr schön war, freute ich mich riiiiesig auf morgen. Endlich wieder in den KTP, wie schööööön!!!
Heute fiel das Aufstehen nicht schwer, denn die Vorfreude auf den KTP war riesig. Auch das Frühstück fiel weitgehend aus, nur die letzten Bananen mussten dran glauben, denn unser Plan war, in Upington etwas Leckeres in einer Bäckerei zu kaufen. Wir bezahlten noch unsere Rechnung und verabschiedeten uns von Anna und „The Overlook“. Sollten wir wieder in dieser Gegend sein, dann bestimmt hier!!!
In Upington fuhren wir zuerst zu „UNSEREM“ Pick´n´Pay und zum ersten Mal fanden wir einen leeren Parkplatz vor 🤨 Jaqueline von unserem B&B hier in Upington hatte uns zwar zuvor geschrieben, dass auch an Karfreitag die Supermärkte geöffnet haben, doch nun waren wir froh, fast alles bereits in Keimoes gekauft zu haben. Gerne hätte ich noch eine leckere Papaya und etwas Gemüse gehabt, was wir gestern nicht ergattern konnten und auch das frische Gebäck zum Frühstück wurde durch ein paar Rusks auf dem Parkplatz ersetzt 😐 Auch egal, schließlich geht es in den KTP, da kann einem nichts umhauen 😎 Nun noch schnell Postkarten aufgeben und was war das??? Der Checkers hatte geöffnet 🤩 Also doch noch Papaya usw. 🤪 Aber das Einkaufen hier am Feiertag war schon etwas gaaanz Besonderes... Da wir mit unseren Rucksäcken nicht beide in den Checkers durften (etwas Schleichwerbung: bei Pick´n´Pay ist das nie ein Problem 😉 ) wartete Marco am Eingang und ich wollte kurz an den Obst-Gemüse-Stand, zur Bäckerei und kurz nach meinem Lieblingssalz schauen, mehr nicht… Alles begann an der Bäckerei, wo die nette Dame das Brot für mich mehrfach und sehr akkurat in eine dünne Folie einhüllte. Leider funktionierte dann das Etikettiergerät für den Preis nicht… Warten war angesagt… Ich wurde schon nervös, denn schließlich steht ja ein ungeduldiger Ehemann am Eingang und wartet. Nach bestimmt 10 Minuten schnell zum Obst-Gemüse-Stand: Wow, hier lagen die leckersten Papayas, die ich je gesehen hatte! Schnell zum Abwiegen, aber was war nun??? Waage kaputt 😈 Ich wollte nicht unhöflich sein und wartete ganz geduldig in der Schlange, bis ich an der Reihe war. So lange sollte es nicht dauern, schließlich waren 3!!! Angestellte mit dem Wiegen von Gemüse und Obst beschäftigt. Als ich dann an der Reihe war streikte die Waage komplett und bei dem bestimmt zehnten Versuch, meine Papaya zu wiegen, sagte ich ganz höflich, dass ich sie doch nicht mehr wolle. Naja, eigentlich hätte ich sie schon gerne gehabt 🙁 Nun noch schnell abgepackten Paprika ausgesucht, den muss man wenigstens nicht wiegen lassen, und noch schnell ans Gewürzregal gespurtet. Lieblingsgewürz nicht da… also gaaaanz schnell an die Kasse. Und welche erwische ich??? Natürlich die, an der nichts geht 😈 Nunja, jetzt ist es eh schon egal… Nach bestimmt seeehr langer Wartezeit von Marco wurde ich begrüßt mit: „Na, hast du den Supermarkt leer gekauft???“ Aber ich hatte lediglich 1 Päckchen Paprika und 2 in Folie eingewickelte Baguettes!!!
Wir warfen noch kurz bei der Post unsere Karten ein, bis heute sind sie allerdings noch nicht angekommen 😐 und fuhren noch am „Upington International Airport“ vorbei. Bei der Buchung des Mietwagens gab es zuvor etwas Probleme, da wir den Mietwagen bis nächsten Samstag wollten und so auch buchten, allerdings sollten wir ihn laut Europcar bereits freitagabends zurückbringen, da die Office samstags geschlossen hat… Nach einigen Anfragen ließen wir alles auf sich beruhen und dachten, wir regeln es vor Ort in Afrika, da ist es bestimmt eh kein Problem. Und so war es dann auch: Alles nur deutsche Bürokratie und „no problem“ in Afrika. Autorückgabe kurz vor dem Flug, schließlich ist ja das Personal von Europcar am Airport, nur wissen es manche deutschen Anbieter und Europcar selbst noch immer nicht, dass „Ihre“ Office schon seit mehr als zwei Jahren auch samstags und sonntags geöffnet hat 🙄
Und nach langem Anlauf nun endlich die Straße zum KTP 🤪 Ganz lange Geraden, auf denen wir zwei B-Klassen mit BB-Kennzeichen bei ihren Geschwindigkeitstests sahen, Dünen, rote Erde, einige Oryx und Springböcke und sogar ein Erdmännchen ließen sich blicken. Viele Leute finden die Strecke einfach nur langweilig, ich genieße sie immer wieder! Und endlich waren wir am Gate zum Park und checkten in Twee Rivieren ein. Das obligatorische Bild darf natürlich nicht fehlen 😉
KTP - wir sind da!!! Nach kurzem Picknick, Tanken, Reifendruck ablassen und dem Holz-Kauf die weiteren obligatorischen Bilder, wie jedes Mal…
An der Tankstelle sprach Marco mit einem Mann, der die Tage zuvor im Park verbrachte. Er erzählte, dass es die letzten beiden Nächte hier auch geregnet hat, aber viele Tiere schon verendet sind. Diese Informationen hatten wir ja auch schon von Hanne, die zuvor im KTP war. So fuhren wir doch etwas betrübt los und bereits am Samevloeiing-Wasserloch sahen wir sehr viele tote Eland-Antilopen. Ohje, so schlimm hatten wir es nicht erwartet und fotografiert habe ich auch nicht. Auf der Dünenstrecke zum Auob-Tal sahen wir auch wieder ein verendetes Eland, dabei hatte ich mich so auf meinen Lieblingspunkt gefreut 😐 und das ist die Stelle, an der man zum ersten Mal auf das Auob-Tal hinunter blicken kann. Beim ersten Blick waren wir erschrocken, denn nach 2011 hätten wir das Tal niemals so trocken erwartet.
Nur vereinzelt sahen wir Tiere, Springböcke, Oryx und Gnus, aber keine großen Herden. Überwiegend waren Geier zu sehen, die wir zuvor im Park niemals so zahlreich zu Gesicht bekamen und ein hübscher Bateleur zeigte sich von seiner besten Seite.
In Kieliekrankie erwartete uns bereits Jacques, der auch bei unserem letzten Aufenthalt hier war. Wir erhielten Unit Nr.4, die wir bisher noch nicht hatten und fühlten uns sofort wohl.
Um 17:30 Uhr brachen wir nochmal zu einem Game Drive auf, leider entdeckten wir nur wenige Tiere.
Kurz vor 19 Uhr waren wir dann auch zurück im Camp und Marco machte das Feuer an. In der Ferne blitzte es schon gewaltig. Nichtsdestotrotz gab es ein leckeres Abendessen und am beleuchteten Wasserloch stillten 4 Spotted Hyaenas ihren Durst. Nach dem Spülen löschten wir das Feuer mit einer Karaffe Wasser, denn es begann ein heftiger Wind zu wehen. Dies hätten wir uns sparen können, denn schon legte das Gewitter richtig los. Zuerst heftige Böen, dann starker Regen. Vom Chalet aus beobachteten wir das ganze Spektakel, bis wir bemerkten, dass an einigen Stellen Wasser in unsere Unterkunft lief. Ich begann mit einem Lappen das Wasser aufzuwischen, Marco machte sich im Bad zu schaffen und räumte unsere Taschen und Rucksäcke irgendwo nach oben. Ich kam kaum hinterher und Marco musste immer wieder die Schüssel ausleeren, mittlerweile lief das Wasser schon fast unter das Bett 😮 Irgendwann kam Marco auf die Idee, die Tür abzudichten und so „opferten“ wir unsere guten Pick´n´Pay-Tüten… mit Erfolg 🙂 Es kam nicht mehr ganz so viel Wasser ins Chalet und mit der Zeit konnten wir das Chalet einigermaßen „trockenlegen“. Nach diesem arbeitsreichen Abend schliefen wir dann auch ganz bald ein.
Morgen geht es dann ins Kalahari Tented Camp, natürlich ins Honeymoon-Tent 😉
Beim heutigen Blick aus dem Fenster sah es recht grau aus, kein blauer Himmel im KTP, so hatten wir es noch nie erlebt. Die Terrasse und der Grill standen vom nächtlichen Gewitter auch noch „unter Wasser“.
Als wir unsere Sachen im Auto verstauten, fing es auch schon wieder an zu regnen. Wer von euch kennt eigentlich SWR3? In der Morning Show fällt häufig beim Thema Wetter der Spruch: „Die Natur braucht den Regen!“ Dies war auch unser Motto 🤪 Jaaa, wir waren froh, dass es in unserem Urlaub regnet, schließlich braucht die Kalahari endlich den Regen!!! Wir verabschiedeten uns noch vom netten Ranger und fuhren im Regenwetter los. In den Senken der Dünen und im Auobtal stand das Wasser teilweise über die komplette Pad. Die Wasserlöcher waren bereits große Seen.
Dafür waren aber auch keinerlei Tiere an den Wasserlöchern anzutreffen, denn Wasser gab es überall! Naja, nochmal so viel zu dem schönen Spruch von Marco zu Beginn des Urlaubs: „Eigentlich müssen wir uns bei der Trockenheit nur ans Wasserloch stellen und warten, die Löwen kommen schon von ganz alleine!“ Trockenheit??? – Wo??? Zwischen den verschiedenen Wasserlöchern sahen wir jedoch immer wieder größere Springbockherden, einige Oryx, Schakale, Gnus und Strauße, die dem Regen trotzten. Auch die vielen Weißrückengeier saßen heute mit eingezogenem Kopf auf den Baumspitzen.
Kurz hinter Rooibrak sahen wir die ersten Giraffen, so weit südlich hatten wir sie noch gar nicht vermutet.
Als wir um halb zwei im KTC ankamen war unser Honeymoon Tent noch nicht fertig. Eigentlich kann man im KTP ja ab 12 Uhr einchecken, aber wir dachten uns noch nichts Böses dabei und fuhren noch ein halbes Stündchen nach Mata Mata. Als wir zurückkamen war alles Bestens, wir bezogen unser Tent und legten einen kleinen Mittagssnack ein.
Zwischenzeitlich kämpfte sich auch die Sonne immer mal wieder ein bisschen durch, ab und zu gab es blaue Stellen am Himmel und eine Yellow Mongoose kam zu Besuch. Erst gegen 17 Uhr brachen wir nochmals zu einem Game Drive auf. Immer wieder sahen wir die üblichen Verdächtigen, doch am Himmel verschwand die Sonne immer mehr hinter dunklen Wolken.
Heute Abend war an Grillen nicht zu denken, zum ersten Mal im KTP! Zu usselig war das Wetter draußen. So kochte ich lieber im Küchenzelt ein Reis-Bohnen-Springbock-Bobotje, bei 7 Tagen Springbock muss man ja schließlich auch abwechseln 😉
Nach dem Abwasch war es auch schon Zeit fürs Bett, in dem sich unlängst schon der bayern schorsch nebst bayern schorschine zur Ruhe gebettet hatten 😗 Allerdings bemerkten wir, ganz im Gegensatz zum letzten Mal, dass es ganz erheblich knarrte 🤩 Jedoch wiegte uns das leichte Brasseln des Regens in den Schlaf.
Es regnete die ganze Nacht und irgendwann wurde ich wach und hörte es tropfen. So, Taschenlampe an und Kontrolle. Ohje, überall Pfützen 🤨 Meine Reisetasche, die ich leichtsinnigerweise auf den Boden gestellt hatte, stand schon im Wasser und auch auf Marcos Tasche tropfte es von der Zeltplane. Die Bettdecke, die mit einem Zipfel auf dem Boden hing, begann sich von unten mit Wasser vollzusaugen 😵 Mitten in der Nacht versorgten wir alles so gut es ging und verstauten all unsere Sachen an Plätzen, die einigermaßen trocken waren. Glücklicherweise tropfte es nicht auf das Bett, und so war das laut bayern schorsch „durchg´flackte“ Honeymoon-Bett unsere einzige trockene Insel 😄
Am nächsten Tag wurde es noch nasser, aber mehr dazu in der Fortsetzung...
Wir waren wieder früh wach, geschlafen hatten wir die Nacht über ja eh nicht richtig. Zuerst wurden noch die nass-triefenden Bettvorleger ins Freie gebracht, der Regen konnte ihnen jetzt auch nichts mehr anhaben.
Dann machten wir „Osterfrühstück“ in unserem Küchenzelt. Juhu, hier war es noch trocken, das ist auch mal angenehm, dafür war es jedoch heute Morgen sehr kühl. So brachen wir schnell zu einem Game Drive auf, nicht um wegen der Hitze die Klimaanlage anzumachen, wir brauchten die Heizung 😗 Außerdem mussten ein paar nasse Dinge getrocknet werden, und das funktionierte nur mit einer Wäscheleine im Auto 🤪
Auf der Pad waren große Wasserlachen und im Auob-Tal stand durchgängig Wasser. Zuerst sahen wir im Regen nur Springböcke und wie gestern saßen in vielen Baumkronen „begossene“ Weißrückengeier. Die Straße zum Dalkeith-Wasserloch sah sehr schlecht aus, deshalb nahmen wir die Dünenstraße, drehten jedoch kurze Zeit später, da auch diese immer übler wurde. Eine weise Entscheidung…
Es begann immer heftiger zu regnen und an der linken Seite bildeten sich von den Dünenhängen alle paar Meter regelrecht „Flüsse“, die sich ihren Weg über die Pad ins Auob-Tal suchten. Der Sand von den Hängen wurde heruntergespült, blieb fächerartig auf der Pad liegen und aus dem einstigen Wellblech wurde eine „Berg- und Tal-Bahn“. Teilweise stand das Wasser nun über mehrere hundert Meter auf der Pad. Wir waren sooo froh über unseren Hilux, mit einem normalen Auto wäre kein Durchkommen mehr gewesen.
Kurz vor dem Camp stand eine betröppelte Gnu-Herde im Regen und auch die Springböcke hielten nach besserem Wetter Ausschau.
Zurück in unserem Camp bekamen wir fast die Tür zum Tent nicht mehr auf. Durch die Feuchtigkeit war das ganze Holz total verzogen. Im Inneren stand wieder jede Menge Wasser, aber wir hatten zumindest eine neue, trockene Zudecke bekommen 🙂 Wir beseitigten einen Teil des Wassers, so gut es eben möglich war und mussten uns jetzt eine Strategie überlegen, wie wir das Wasser draußen halten konnten. Löcher in den Holzboden bohren wäre sicherlich eine gute Alternative gewesen, aber wer hat schon eine Bohrmaschine dabei? Also den Ursachen den Kampf ansagen 😈 Da das meiste Wasser an den Fliegengitterfenstern ins Zelt lief, kam mal wieder die „Tüten-Variante“ in Betracht: Mülltüten aufschneiden, mit unserer allseits geliebten Alaska-Angelschnur an den Ösen befestigen und irgendwie das Wasser durch die Fliegengitter nach außen leiten 😕 Hört sich wahrscheinlich recht schräg an, aber einen Großteil des Wasser brachten wir so wirklich ins Freie 😄
Gegen 16 Uhr hörte es doch wirklich auf zu regnen und es zeigte sich ein kleines Stückchen blauer Himmel. Ich war mir sicher: Die Natur braucht keinen Regen mehr und ich auch nicht 🤪 Die Wolken rissen weiter auf, heute Morgen hätte ich nicht im Traum daran zu denken gewagt, und so wollten wir doch noch eine kleine Runde fahren.
Bei der Flussquerung in der Nähe des KTC bahnte sich der Auob seinen Weg über die Pad, denn das Tal hatte sich durchgehend mit Wasser gefüllt.
Nun kam auch noch ein wenig die Sonne zum Vorschein, Wahnsinn. Das Sitzas-Wasserloch lag nun mitten im „Fluss“, wir stoppten immer wieder für Fotos. Hätten wir es nicht mit eigenen Augen gesehen, könnten wir nicht glauben, dass der Auob wirklich wie ein richtiger Fluss durch die Kalahari fließt, unglaublich!
Im Abendsonnenlicht kamen einige Giraffen zum Trinken an eine Wasserlache und liefen zum Auob. Auch sie schienen über den Fluss in der Kalahari zu staunen.
Ein Schakal schleppte seine Beute über das Wasser und zwei Springböcke gaben noch eine Rauf-Einlage.
Auf dem Rückweg stoppten wir an der Flussquerung, es war unglaublich, das Wasser floss unter unserem Auto durch 🤩
Auch ohne irgendwelche Löwensichtungen war das heute ein sooo unbeschreiblicher Tag, den wir so schnell nicht vergessen und wohl auch nicht mehr so erleben werden.
Im Tent richteten wir Abendessen, heute gab es Springbock-Variante Nr.3: Springbock mit Erdnusskruste und Gewürzreis mit Rosinen, dazu Salat. Während des Essens prasselte es schon wieder leicht aufs Dach und gerade als wir rüber in unser anderes Zelt gehen wollten, fing es richtig an zu regnen! Ohje, wieder eine nasse Nacht??? Aber unsere „Wasserschutzkonstruktion“ schien zu funktionieren 🤪
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 1503. Mai 2013
Hallo ihr Lieben,
hier ist noch ein kleines Video von unserem Regentag im KTP. Es soll einfach nur eine kurze Impression sein, denn ich bin jetzt nicht gerade die begnadete Filmerin, auf der Pad war an ein Ruhighalten der Kamera kaum zu denken und auch eine wirklich richtige Videokamera besitzen wir nicht, aufgenommen haben wir es mit einer kleinen Canon IXUS. Trotzdem viel Spaß beim Anschauen!
Heute Morgen lag das ganze Auobtal im Nebel. Nach dem Duschen ging langsam die Sonne auf, der Nebel waberte im Tal und oben war blauer Himmel zu sehen. Diese Szenerie ist schwer zu beschreiben, man muss es gesehen haben. Doch wo war das ganze Wasser hin, das sich am gestrigen Tag angesammelt hatte??? Es war komplett verschwunden und das Wasserloch war wieder als solches zu erkennen.
Wir packten unsere Sachen zusammen und machten noch schnell ein paar Fotos vom Zelt mit blauem Himmel 😎 In zwei Tagen würden wir wieder hierher kommen, bis dahin wird auch hoffentlich das Innere des Zeltes wieder getrocknet sein 🙄
Wir fuhren noch schnell nach Mata Mata um den Reifendruck prüfen zu lassen, doch der Kompressor war kaputt: „Sorry, man kann nur Luft ablassen!“ Nun gut, that´s Africa! An der Flussquerung, an der gestern Abend das Wasser unter unserem Auto durchgeflossen war, stand das Wasser nur noch auf einer Seite wie ein See, die andere Seite war fast leer und nur noch ein kleines Rinnsal zu erkennen. Auch die Wasserlöcher, die gestern nicht mehr auszumachen waren, lagen wieder frei im Tal.
Insgesamt war die Pad in schlechtem Zustand, überall stand in den Senken Wasser, zwar nicht mehr so viel wie gestern, aber wir kamen nur recht langsam voran. Kurz hinter Dalkeith beobachteten wir unsere erste Wildcat und kurz danach hob ein Adler wunderschön von einem Baum ab.
Auch die Oryx schienen sich wieder über den strahlend blauen Himmel zu freuen.
Dann ging es auf die Querspange über die Dünen. Die sonst meist ausgetrockneten Pfannen waren gefüllt mit Wasser und bei Moravet hielten sich viele Oryx auf.
Ab da wurde die Piste ganz übel. Die Pad war total aufgeweicht, überall waren Schlammstellen und tiefe Spurrillen. An ein zügiges Fahren war überhaupt nicht zu denken. Dafür hatte es viele Tiere hier in die Dünen gezogen und wo wir in früheren Urlauben nur wenige Tiere sahen, gab es jetzt große Herden Oryx, Gnus und Red Hardebeest.
In Dikbaardskolk machten wir unseren obligatorischen Picknick-Stopp und kurz darauf gab es auch schon die erste heftige Wasserdurchfahrt im Nossob-Tal.
Wer das Nossob-Tal kennt, kann sich vielleicht vorstellen wie hoch das Wasser hier steht, nämlich bis oben an den Rand der Pad 🤩 Nach weiteren Wasserdurchfahrten setzten sich zwei Damen mit ihrem Audi Q5 hinter uns und ließen uns quasi als „Tester“ vorausfahren. Das war an einigen Stellen auch echt gut so, denn es gab immer wieder tiefe Spurrillen, in die wir hineinrutschten, da man sie nicht sehen konnte und teilweise stand unser Hilux deswegen bedenklich schief. So konnten die Beiden mit ihrem Q5 dann immer die andere Seite der Pad wählen, in der Hoffnung, besser durchzukommen. Marco war total fasziniert, wie Südafrikaner mit „deutschen Statussymbolen“ einfach durch die tiefsten Matschlöcher fuhren. Als wir in Nossob ankamen, waren wir alle erleichtert und die Beiden bedankten sich herzlich bei uns. Später stellte sich dann heraus, dass wir zwei benachbarte Chalets hatten. Eigentlich wollten wir heute bis nach Gharagab fahren und hatten erst ein paar Tage vor unserem Start in den Urlaub auf Nossob umgebucht, glücklicherweise. Bis hierher hatten wir heute sage und schreibe sieben Stunden gebraucht, wir wären bei den Straßenverhältnissen niemals bis nach Gharagab gekommen.
Bereits 2009 waren wir für eine Nacht in Nossob, damals dachten wir, dass wir nicht mehr in diesem Camp übernachten würden. Da wir uns diesmal allerdings auf die Chalets eingestellt hatten, waren wir nicht enttäuscht. Es ist eben alles zweckmäßig, aber wir waren ja wegen dem Wasserloch und den vielen Nossob-Löwen hier 😉
Am späten Nachmittag und nach dem Abendessen (Springbock in Knoblauch eingelegt, Süßkartoffeln und Bohnen-Paprika-Salat) gingen wir jeweils zum Hide, aber von Tieren war keine Spur 🙁 Lediglich ein Springhare flitzte vorbei und in der Ferne sahen wir Augen leuchten. Naja, morgen würde es sicherlich besser werden…
Da heute ein anstrengender Tag war und um 22.30 Uhr eh das Licht ausgeht, schlummerten wir schnell ein.
Um 5 Uhr klingelte der Wecker, schließlich wollten wir früh morgens zum Hide. Fertig machen und los ging es. Der Sonnenaufgang war wunderschön, allerdings waren, wie gestern Abend, keinerlei Tiere zu sehen.
So fuhren wir bald los Richtung Norden und am Aussichtspunkt kurz hinter Nossob legten wir ein „Bananen-Keks-Frühstück“ ein.
Immer wieder stand die Pad über mehrere hundert Meter unter Wasser und am Cubitje Quap-Wasserloch kam gerade ein Schakal zum Trinken vorbei. Auf der Pad entdeckten wir Cheetah-Spuren, doch keinerlei Katzen waren zu sehen.
Kurz vor 10 Uhr waren wir von unserem Drive zurück in Nossob, orderten im Shop noch ein Brot und liefen zum Hide… wieder nichts 🙁 Wochenlang schaute ich jeden Tag vor unserem Urlaub auf die Web-Cam, immer war etwas los, und jetzt????? Nichts!!!!! Ja, der Regen über der Kalahari hält eben auch die Tiere von den Wasserlöchern fern… Deshalb gibt es nur ein Bild von unserem Chalet.
Kurz nach Mittag kam eine kleine Katze vorbei, sie lief den Baum hinauf und legte sich auf unser Sonnendach. Als wir durch die Ritzen nach oben schauten, brummte sie ordentlich! Könnte es auch eine Wildcat gewesen sein? Na, wenn schon keine großen Katzen, dann wenigstens eine niedliche kleine Katze 🤪
Kurz nach 16 Uhr starteten wir erneut zu einem Game-Drive. Dieses Mal entschieden wir uns für den Marie se draai-Loop. Im Tal sahen wir zuerst eine Gruppe Strauße und wieder einmal unzählige Singhabichte. Am Wasserloch selbst war tote Hose. Dafür freuten wir uns über die hübschen Red Hardebeest.
Und plötzlich kam der Grund, warum wir bisher die ganze Zeit keine Löwen gesehen hatten… In meinem Leichtsinn erwähnte ich schon zuhause, dass ich lieber einmal Kudus im KTP sehen würde, als einen Löwen, denn das blieb uns bei den letzten 3 Aufenthalten hier im Park verwehrt. Und da standen sie dann auch: Eine kleine Gruppe Kudus mit stattlichem Bullen!!!
Langsam mussten wir wieder zurück Richtung Nossob fahren. Irgendwie wirkte das Tal nach dem Regen der letzten Tage ein bisschen grüner und das Gras begann ein wenig zu sprießen.
Im Camp holte Marco unser bestelltes und frisch gebackenes Brot ab. Vor und nach dem abendlichen Braai liefen wir wieder zum Hide.
Heute hatten wir die größte „Ausbeute“ an Tieren: 3 Schakale 😄 Naja, eigentlich hatte ich es mir schon ein wenig anders vorgestellt, aber „Wildlife“ kann man eben nicht einfach so bestellen wie man möchte und das ist auch gut so. Der aufkommende Wind sorgte dafür, dass es recht frisch war und so schafften wir es, schon vor dem Abschalten des Generators im Bett zu liegen. Wir waren schon ganz gespannt, ob die Pad morgen Richtung Süden immer noch so mies sein würde, oder ob es morgen ein besseres Durchkommen geben würde...
Während ich am frühen Morgen noch im Bad war, lief Marco, bewaffnet mit der Kamera, ein wenig durchs Camp. Ein kleines Mädchen machte ihn auf eine Eule im Baum aufmerksam, ich bekam sie leider nicht zu Gesicht.
Kurz vor 9 Uhr brachen wir auf und trafen noch Marius, der in unseren vorherigen Urlauben Ranger in Urikaruus war und unterhielten uns noch kurz mit ihm. Noch schnell tanken und Luftdruck prüfen und schon verließen wir Nossob.
Von den unzähligen Wasserlachen auf der Pad Richtung Dikbaardskolk waren glücklicherweise nur noch wenige da, man sah aber die tiefen Ausfahrungen, in die wir auf der Hinfahrt immer wieder hineingerutscht waren. Teilweise war die Erde schon komplett ausgetrocknet.
Wieder ein kurzer Stopp in Dikbaardskolk und dann ging es zurück auf die Querspange zum Auob-Tal. Das Teilstück bis Moravet war komplett abgetrocknet und im Vergleich zum Montag problemlos zu befahren.
Der absolute Knaller war wieder Moravet. Die Pan war noch total gefüllt mit Wasser und es hielten sich viele Oryx, Strauße und Reiher auf.
Kurz vor dem Auob-Tal kam uns dann der Grader entgegen.
Am Kamqua-Rastplatz machten wir Picknick und gut gestärkt fuhren wir weiter Richtung KTC. Sekretäre betrieben Federpflege, Gnu-Mütter sorgten sich um ihre Jungen und Springböcke zeigten, warum sie den Namen verdienen.
Gegen halb vier erreichten wir das KTC. Juhu, das Honeymoon-Tent war wieder komplett trocken 😎
Wir räumten alles aus dem Hilux und machten „Bestandsaufnahme“, nun war wieder Ordnung auf der Ladefläche. Wir genossen noch ein wenig die Aussicht von der Terrasse und gegen 17 Uhr brachen wir erneut zu einem Game-Drive auf. Springböcke flitzten verrückt herum, Schakale suchten sich den Weg dazwischen und auf den Bäumen saßen immer wieder Weißrückengeier. Sitzas war nun wieder ein ganz normales Wasserloch im trockenen Tal.
Zurück auf unserer Terrasse genehmigten wir uns einen Sundowner und beobachteten dabei Springböcke und Weißrückengeier. Ein kleiner Springhase kam aus seinem Bau hervor und hüpfte vergnügt vor dem Chalet herum. Während ich das Essen richtete, machte Marco Feuer. Es war zwar ein wenig windig, aber keinerlei Vergleich zu unseren letzten Tagen hier im KTC, schließlich regnete es wenigstens nicht 🤪 Heute gab es das vorletzte Springbockfilet mit Folienkartoffeln, Bohnen in Tomaten-Mango-Soße und Gurken-Avocado-Salat. Nach dem Abwasch verstauten wir unsere Sachen „maussicher“ im Kühlschrank, denn letztes Mal zerfetzte ein so nettes Tierchen unsere ganze Küchenrolle 🤩
Morgen kommt nun schon unser letzter Tag im KTP, wie schnell die Zeit vergeht. Und wir hatten doch wirklich zum Abschluss noch eine tolle Tiersichtung...
Wieder stellten wir den Wecker sehr früh, schließlich wollten wir unseren letzten kompletten Tag im KTP in vollen Zügen genießen. Allerdings waren wir beide so müde, dass wir nochmals einschliefen und erst um halb sieben wieder wach wurden. So starteten wir erst gegen halb acht zu unserem Morgen-Game-Drive.
Ziel war das Dalkeith-Wasserloch, an dem wir einfach 2 Stunden stehen blieben und das rege Treiben beobachteten. Schakale stillten ihren Durst und immer wieder landeten Sandgrouses.
Erdhörnchen flitzten durch die Gegend, waren manchmal noch totaaal müde oder hatten sich einfach nur lieb 🤪
Und der junge Goshawk schaute ebenfalls dem ganzen Geschehen zu.
Ach, eine nette Straußenfamilie kam auch noch vorbei, und eines der Tiere musste sich noch erleichtern 🤩
Die Zeit verging wie im Fluge, auch ohne Katzen war immer etwas geboten. Die Chance, noch irgendwelche Katzen im Park zu sehen, hatten wir eh schon aufgegeben, denn schließlich war heute unser letzter Tag. Naja, zuhause haben wir ja jeden Tag zwei nette Kätzchen, also halb so schlimm 😗 So fuhren wir wieder langsam zurück ins Camp und machten Brunch. Den Mittag verbrachten wir auf der Terrasse, die Fuchsmanguste kam uns wieder besuchen, Geier flogen am Himmel und manch einer schwebte über uns hinweg wie ein A380 im Landeanflug auf FRA 😄
Um halb fünf dann der letzte Evening-Game-Drive. Vom KTC hat man ja nicht viele Möglichkeiten, deshalb wieder Richtung Süden 😉 Als wir gerade kurze Zeit stoppten, kam uns ein Fahrzeug entgegen und die Frau erzählte uns von 3 Geparden, die etwa 10 km entfernt seien. Wir merkten uns den Kilometerstand und fuhren los. Einem Pärchen erzählten wir dann auch von diesen tollen Infos. Kurz vor dem Erreichen der 10 km sahen wir viele Geier und dachten an einen Riss.
Leider war von den Geparden keine Spur. Wir drehten noch einmal um, aber die Geparden waren wohl schon über alle Berge. Nunja, wir hatten ja auch schon öfter mal Glück mit Katzen-Sichtungen und ruckizucki waren sie außer Sichtweite, als andere Autos kamen. So drehten wir erneut und entschlossen uns, noch ein Stückchen weiter Richtung Dalkeith zu fahren. Kurze Zeit später kam uns wieder das Pärchen entgegen und signalisierte uns, dass sie keine Cheetahs gesehen hatten. Als wir nach einigen Kilometern um eine Kurve kamen, standen dort 5 Autos. Hui, da konnten doch nur die Geparden sein 🤩 Und tatsächlich!!! Da lagen in einiger Entfernung wirklich 3 Cheetahs!!!
Da wir als letztes Autos ankamen, hatten wir nicht die Pole-Position, was sich später aber als Glückslos herausstellte 😎 Die anderen Autos hatten freieren Blick aufs Tal, wohl mit der Hoffnung, dass die Geparden jagen werden, da in einiger Entfernung ein Springbock graste. Wir hatten nur den Blick durch die Bäume 🤨 Der Springbock lief dann gemütlich auf der anderen Seite das Tal entlang, die Gepardin peilte ihn immer wieder an, blieb aber ruhig liegen. Auch bei den 3 vorbeiziehenden Oryx zeigten die Geparden kein Interesse.
Kurze Zeit später kam ein weiterer Springbock das Tal hoch und dann ging alles sehr schnell. Die Gepardin startete den Angriff direkt vor unseren Augen.
Sie hatte keinen Erfolg und stoppte den Angriff schon nach ein paar Sekunden. Kurze Zeit später zogen sie auf der anderen Talseite die Dünen hoch und irgendwo her tauchte dann noch ein weiterer kleiner Gepard auf. Wahrscheinlich also die Gepardenmutter mit ihren drei Jungen. Oben legten sie sich nieder und waren damit wieder fast unsichtbar.
Total überwältigt fuhren wir dann zurück ins Camp und genossen unseren letzten Sundowner im KTP – Savanna und Bier 🤪
Dann richteten wir die Dinge zusammen, die wir nicht mit nach Hause nehmen konnten – unser Ranger war ein dankbarer Abnehmer für alles, was wir noch übrig hatten. Ein letztes Mal wurde das Braai-Feuer angezündet und das letzte Springbockfilet wanderte auf den Grill, dazu gab es selbst gebackenes Zwiebelbrot, Kürbis und Salat. Nach dem Abwasch setzten wir uns noch auf die Terrasse und schauten den Sternenhimmel, hach ist das immer wunderschön!
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 2028. Mai 2013
Freitag, 5. April 2013
KTP - Upington
Unterkunft: A la Fugue Guesthouse Kosten: ZAR 780,- (ÜF) Strecke: 400 km
Heute war Abschied vom KTP und schweren Herzens verließen wir gegen 8 Uhr das Honeymoon Tent.
Dies war nun unser „letzter Morning-Drive“. Springböcke begrüßten uns, auf den Bäumen sahen wir wieder unzählige Weißrückengeier und bei Dalkeith einen hübschen Tawny Eagle.
Einige Gnus zogen im Tal, Oryx waren auch wieder da und eine Giraffenfamilie zeigte sich von ihrer schönsten Seite.
Kurz hinter Monro huschte dann zum Abschied noch Familie Erdmann über die Pad. Neben der Pad hielten sie Ausschau, gerade so lange, um einige Fotos zu schießen.
Dann die letzten Bilder vom Auob-Tal, wir kommen bestimmt wieder 😉
Etwas wehmütig erreichten wir Twee Rivieren. Wir tankten, erhöhten den Reifendruck und machten, wie am ersten Tag im KTP, „Picknick unterm Palmendach“. Dann ging es an die Rezeption, wo wir uns den Stempel abholten, der endgültig das Ende unseres KTP-Besuches bedeutete 🙁
Auf der Teerstraße benutzte Marco seit Tagen mal wieder den 4. und 5. Gang, wie flott doch so ein Hilux fahren kann 🤪 Die Fahrt über die Dünen fand ich wieder richtig schön, würde mir am liebsten mal eine Düne kaufen 😄 oder auch zwei oder drei davon 😗 An der Goera Pan legten wir einen kurzen Stopp ein. Sie war ganz mit Wasser gefüllt und schimmerte ein wenig violett.
Am „International Airport Upington“ 🤪 stoppten wir kurz um die Abflugzeit zu checken und fuhren dann weiter zum B&B.
Zum dritten Mal wählten wir das A la Fugue Guesthouse, denn es hat uns die beiden letzten Male richtig gut dort gefallen. Jacqueline begrüßte uns herzlich und das „Drumherum“ war auch wieder toll.
Leider erhielten wir nicht das Zimmer wie die letzten beiden Male und waren daher etwas enttäuscht. Marcos erste Feststellung war, dass man in diesem Bad nicht umfallen kann. Es war so klein, dass man sich darin nicht umdrehen konnte. Über Deko (Mädchensache 😉 ) lässt sich ja gewissermaßen streiten, aber es war wirklich so gar nicht unser Geschmack. In dem Moment war ich schon so enttäuscht, dass ich nicht mal Bilder machen wollte… Mag es nicht schlecht machen, denn es war alles sauber und ordentlich, aber nicht DAS AMBIENTE für den letzten Abend.
Gegen 17 Uhr fuhren wir nochmal in „unseren Pick´n´Pay“, kauften Marcos Pfefferminzkekse 😎 und meine leckeren Gewürze 😗 um sie mit nach Deutschland zu nehmen, hier in Deutschland gibt es ja schließlich nichts soooo leckeres…
Wir stoppten kurz im B&B, ich machte „Dusche ohne Haare“, denn das Wasser war total spärlich. Selbst mit kurzen Haaren „no-go“. Marco unterhielt sich mit Jaqueline, die erzählte, wie weit das Wasser bei den Fluten 2011 stand und auch jetzt war der wunderschöne Pool im Garten von den Gewittern in Mitleidenschaft gezogen worden. Im trockenen Afrika kann man sich diese Ausmaße an Wassermengen gar nicht vorstellen.
Für unser letztes Dinner und mein Geburtstagsessen hatten wir ja lange überlegt, wohin wir gehen sollten. Ich entschied mich wieder fürs Bilo´s! Hier hatten wir 2008 unseren ersten wirklichen Abend in Südafrika außerhalb Kapstadts verbracht, die Niederlage beim EM-Finale gegen Spanien erlebt und dann wieder 2009 den ersten Abend vor dem KTP erlebt. Nun, 2013, saßen wir wieder draußen unter dem Himmel Afrikas. Ich bestellte mir Fisch, Marco einen Burger, und nach viel Braaaaiiii ist das wirklich wieder suuuuuper!
Letzter Abend in Südafrika, ich las noch ein wenig im Buch von Nelson Mandela „Der lange Weg zur Freiheit“. Was für ein schöner Geburtstag für mich…