Ugandareise im Juni

21 Antworten · 4'000 Aufrufe · gestartet 11. März 2013 von fermoll
Antworten
Themenstarter42 Beiträge · seit 201311. März 2013 · #1
Ich lese seit einigen Monaten in diesem Forum mit, da ich selbst eine Reise nach Uganda plane.
Bisher war ich mir nicht schlüssig, da ich nach einer Rücken-OP gehbehindert bin.

Motivation für die Reise:
1. Eine Verwandte arbeitet für die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in Gulu als Erzieherin an der St. Josephine Bakhita Nursery and Primary School. Das ist schon einmal abseits der normalen Routen.
2. Als Biologe reizen mich natürlich die Naturschutzgebiete des Landes mit Gorilla u. Schimpansentrekking. Es wäre meine erste Reise nach Afrika, wenn man mal von Madagaskar absieht.

Meine Überlegung:
Fahrt mit Fahrer und Safari-Allrad, da keine Offroad Erfahrung und Alter (68).
Ganz wichtig aber im Gegensatz zu den Reisebeschreibungen. Möglichst wohnen in Community Einrichtiungen. Ich möchte mich nicht wie Kate und William oder Hemmingway auf Großwildjagd fühlen. Zum anderen habe ich den Eindruck, dass man den Menschen so besser helfen kann. Motiviert haben mich Aussagen, dass bei den Menschen die Abgaben der SafariCamps kaum ankommen, sondern irgendwo versickern.

Da mich meine Fahrt auf jeden Fall nach Gulu führen wird, habe ich auch dort einen Anbieter gefunden:
GuluTours

Ich bin für jeden Rat dankbar, da ich keine Erfahrung in Afrika habe.
6'369 Beiträge · seit 201111. März 2013 · #2
Hoi fermoll

und herzlich willkommen hier! 🙂
Uganda als erstes Land in Afrika ist zwar nicht der Normalfall, meines Erachtens mit Driverguide durchaus möglich und süchtig machend!
Hast Du Dich in den Reiseberichten schon schlau gemacht?
Reisebericht-Zusammenfassung
Ansonsten sehe ich da keine Probleme so eine Reise zu machen, vorausgesetzt, Du stellst was zusammen (mehr als 35km/h Durchschnitt würd ich nicht rechnen!!!) inkl. der gewünschten Unterkünfte (Danke für den Link, kann ich gut gebrauchen!!!) und schickst das per Mail an die Reiseveranstalter, sie sollen Dir das offerieren!
Je klarer Du durchgibst was Du willst desto grösser die Chance auf eine Reise ohne Probleme!
Lies Dich mal durch die Reiseberichte und auch durch Butterblume's Homepage (Klick mich, ich bin der Link!) und stell Dir eine Wunschroute zusammen, am besten mit dem Freeware-Programm Garmin Base Camp (Klick mich, ich bin der Link!) und stell dann Deine Fragen!
Viel Spass bei der Vorbereitung!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter42 Beiträge · seit 201311. März 2013 · #3
Hallo Picco

Die Reiseberichte habe ich alle gelesen incl. Willi,dem Superdriver und der Seite Safari in Uganda. Über Umwege habe ich auch daher den Link.
Außerdem warte ich noch auf Rückmeldungen von meiner Großnichte aus Gulu.
zuletzt bearbeitet 11. März 2013
Themenstarter42 Beiträge · seit 201312. März 2013 · #4
Wie ich gestern schon einmal angedeutet habe, arbeitet meinen Großnichte an einer Einrichtung in Gulu, dem Zentrum der Acholi.

Aus dem Bericht von Butterblume entnehme ich, dass das Ziwa Rhino Center von Acholi bewirtschaftet wird, obwohl es im Bantu-Land (Buganda) liegt.
Frage an Butterblume: Wie war das in der Schule? Nach meinen Informationen gibt es nach wie vor Probleme zwischen nilotischen und Bantu-Volksgruppen, die ja auch eine Rolle während der Bürgerkriege gespielt haben.

Zweites Problem: Aus den Reiseberichten entnehme ich, dass Trinkwasserbevorratung eine große Rolle spielt. Bei unseren vielen Reisen in tropische Länder begleitet uns seit Jahren ein Steripen, allerdings mit Prefilter und Nalgene Trinkflasche. Damit kann man Wasser keimfrei machen und zusammen mit dem Prefilter und der Flasche auch aus Flüssen oder Seen entnehmen. Das geht natürlich nicht mit Brack- geschmacklich beeinträchtigtem oder gefärbtem Wasser.
Einen solchen Stift habe ich meiner Nichte geschenkt als sie nach Uganda ging.
Zitat: Und was ich nochmal sagen wollte : Der Wasserfilter ist echt top. Hat bei meinen Freiwilligenkollegen (GIZ) schon einigen Neid hervorgerufen.
Was ich wissen möchte. Gibt es bei Tracking z.B. Gorilla die Möglichkeit, aus Bächen Wasser zu schöpfen, das wasserklar und geschmacklich einwandfrei ist?
Das würde dann solche Wanderungen im wahrsten Sinne des Wortes erleichtern.

Was die Planung angeht. Ich verwende keine Garmin Geräte sondern IBlue Triprecorder zusammen mit Netbook und Iphone und suche nach anderen Möglichkeiten für die Planung und Navigation.
zuletzt bearbeitet 12. März 2013
630 Beiträge · seit 200812. März 2013 · #5
Hallo fermoll,

was mich etwas an Deinem Beitrag verunsichert, ist, dass Du einerseits das Gorillatrekking in´s Auge schließst, aber andererseits sagst:

.
. da ich nach einer Rücken-OP gehbehindert bin
Du verfolgst ja die Reiseberichte der Ugandabesucher. Das Gorillatrekking ist eine wirklich anstrengende Sache!

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
Themenstarter42 Beiträge · seit 201312. März 2013 · #6
Ich werde kein Gorilla Trekking machen, aber in die Gegend fahren.
365 Beiträge · seit 200612. März 2013 · #7
@ fermoll

kannst Du mir sagen ob und wo man diesen Steripen bekommen kann?

Was deine Frage nach dem Wasser während eines Treckings angeht.... nun es kommt zunächst einmal darauf an wo sich die Tiere befinden. Wir haben 2 Treckings (Gorilla) gemacht und sind an keinem Bach oder Flus vorbeigekommen! Andere mussten auf ihrem Weg Flüsse durchqueren.....

Ich persönlich würde mal davon ausgehen, das das Bachwasser im Gorillagebiet klar ist (Bergwald). Geschmacksneutral- keine Ahnung! Ich hätte selber auch keine Bedenken im NOTFALL dort Bachwasser zu trinken....

Aber warum machst Du Dir deshalb einen Kopf? Nehm Dir für das Trecking einen Guide- der trägt dein Wasser und Du gibst ihm einen Job..... wenn Du viel Wasser brauchst, dann nimm halt 2.

Wie Klaus schon geschrieben hat- auf dem Trecking kann Dir alles passieren. Es kann ein gemütlicher walk durch den Busch sein, oder aber in eine richtig anstrengende Expeditionstour ausarten.

Man muss sich darüber im Klaren sein! Aber es lohnt sich.

Wir hatten auf unserer Tour keine Probleme mit der Trinkwasserversorgung. Getrunken haben wir abgepacktes Trinkwasser aus Supermärkten und gekocht haben wir dann teilweise mit Wasser aus örtlichen Brunnen.

-Jörg
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE "Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba One elephant is killed every 15 minutes www.iworry.org
6'369 Beiträge · seit 201112. März 2013 · #8
Hoi fermoll

Ich war ja mit Marina (Butterblume) zusammen in Uganda.
Im Ziwa Rhino Center hat uns ein Angestellter, der zum Volk der Acholi gehört, empfangen, geleitet wird das Center von weissen Südafrikanern.
Von Spannungen zwischen den einheimischen Etnien hab zumindest ich nichts mitbekommen.
Ich denke, nach so langer Zeit der Unterdrückung und des Krieges ist jeder nur noch froh wenn er in Frieden leben kann.

Was das Wasser angeht würd ich genügend kaufen (in Flaschen) und gut ist's!
Dort wo Du wanderst (sofern Du das mit Deinem Leiden kannst) würd ich einem Einheimischen eine Möglichkeit bieten einige Dollar zu verdienen und ihm mein Wasser tragen lassen.
Das hat nichts mit Übermenschen oder besser sein zu tun, da gehts um eine Win-Win-Situation!
Zumindest solange man den Träger respecktvoll behandelt!
Es können sich so auch sehr interessante Gespräche ergeben....

Betreffend Navigation hab ich etwas Erfahrung mit der Iphone-App 'GPS NAVIGATION 2' von SKOBBLER (klick mich, ich bin der Link! :-D) gemacht.
Wenn wir mit T4A auf dem Nüvi nicht weitergekommen sind hab ich mein Iphone mit der Offline-Karte von Uganda zur Hilfe genommen, hat jedesmal gepasst!
In der Zwischenzeit benutze ich das Iphone auch in der Schweiz als Navi...eine echt gute und günstige App!!!
Wenn ich mich recht erinnere um die 12 € inklusive weltweiter Offline-Karten!
Und immer in der aktuellsten Version downloadbar! 🤩
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
3'700 Beiträge · seit 200912. März 2013 · #9
Hallo Fermoll,
Frage an Butterblume: Wie war das in der Schule? Nach meinen Informationen gibt es nach wie vor Probleme zwischen nilotischen und Bantu-Volksgruppen, die ja auch eine Rolle während der Bürgerkriege gespielt haben.
Also in der Schule herrschten keine Bürgerkriegszustände. Im Gegenteil, die Schüler waren die friedlichsten (ABC-) Schützen die wir je in Afrika gesehen haben. 😄

Sende doch einfach mal eine Email an Angie Genade, die Mangerin von Ziwa Rhino. Sie hat die Schule und das Dorf aufgebaut und kann Dir sicherlich mit Hintergrundwissen aushelfen.
Trinkwasserbevorratung
Da wir in Lodges übernachteten, haben wir uns gleich in Entebbe mit mehreren Galonen Trinkwasser eingedeckt und hatten nachher reichlich übrig, denn in allen unseren Unterkünften wurden jeden Tag zwei Halbliterflaschen Trinkwasser für die Gäste auf dem Zimmer/T´Zelt deponiert.

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter42 Beiträge · seit 201312. März 2013 · #10
Steripen Bezugsquelle:

Was das Wasser angeht. Meine Verwandte (Gulu) hat mir z.B. berichtet, dass sie Wasser gekauft und im Nachhinein festgestellt hat, dass das Siegel aufgebrochen war.
Mit dem Steripen kann man Wasser von der Dorfzapfstelle oder aus einem Brunnen verwenden. Man muss nur genügend Akkus dabei haben und ein Ladegerät.
Ich bin schon öfter in Gegenden gewesen, wo man kein Wasser kaufen konnte. Dann geht es z.B. auch ums Zähneputzen oder Obst waschen. Der Steripen hat uns sehr gute Dienste geleistet.

Was das Zusammenleben der Ethnien angeht, sagt Wikipedia anderes. Zum anderen braucht man nur nach Kenia -Wahlen- zu blicken, um andere Eindrücke zu gewinnen. Man braucht aber auch nur auf das ehemalige Juguslawien zu blicken. Die haben auch noch einen anderen Hintergrund.

Zusatz
@ Picco

Vergleiche mal die Uganda Karte von OSM mit GoogleMaps. Da liegen Welten dazwischen. Ich liebe zwar OSM aber Uganda ist ziemlich ärmlich.
zuletzt bearbeitet 12. März 2013
6'369 Beiträge · seit 201112. März 2013 · #11
Hoi fermoll

Wenn man Wasser kaufen geht muss man natürlich die Flaschen anschauen, das ist aber auch in Nepal, in Tansania oder Kenya so.
Wer das nicht macht: selbst schuld!
Ausser in Nepal habe ich jedoch nie aufgebrochene Siegel gefunden, in den afrikanischen Ländern kenn ich's nur vom Hörensagen.

Was das Zusammenleben der Etnien angeht kann ich nur von dem sprechen was ich letzten Herbst in Uganda erlebt habe, Wiki hab ich kurz überflogen...was genau hast Du da denn gelesen?
Vieleicht bin ich ja zu schnell drübergehuscht...
Zumindest ist der Vergleich mit den Wahlen in Kenya und erst recht der Vergleich mit dem ehemaligen Jugoslawien meines Erachtens extrem weit hergeholt und hat in der von mir dort erlebten Realität keinerlei Berechtigung.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
3'700 Beiträge · seit 200912. März 2013 · #12
Was das Zusammenleben der Ethnien angeht, sagt Wikipedia anderes. Zum anderen braucht man nur nach Kenia -Wahlen- zu blicken,
Kenia ist nicht Uganda!!! Du kannst nicht ganz Afrika in einen Topf werfen. Fahr hin, rede mit den Menschen und mache Dir dann ein Bild.
Möglichst wohnen in Community Einrichtiungen. Ich möchte mich nicht wie Kate und William oder Hemmingway auf Großwildjagd fühlen. Zum anderen habe ich den Eindruck, dass man den Menschen so besser helfen kann.
Was glaubst Du denn, wie vielen Einheimischen eine gute, hochpreise Safarilodge, die wegen ihres Services von den Reisebüros gut gebucht wird, dauerhafte Arbeitsplätze und ein regelmäßiges Einkommen bietet? Frage mal Francis von Ziwa Rhino, ob er lieber ein eigenes Community Camp (mit unregelmäßigem Einkommen) hätte, oder die Festanstellung bei Ziwa!
Eine gut gemanagte Safarilodge bietet sehr vielen einheimischen Familien ein regelmäßiges, nachhaltiges Einkommen. Sehr oft sorgen die Owner auch für die Schulbildung der Kinder ihrer Angestellten und ebenso für die Gesundheitsvorsorge. Nicht jeder Einheimische hat automatisch auch das Talent und das Kleingeld sich und sein Business international erfolgreich zu vermarkten.

Einen guten Einblick in Gesellschaft, Politik und Ethnologie Ugandas kann Dir Stefan Kluge (Fort Portal) geben. Er ist mit einer farbigen Ugandaerin verheiratet und hat mehrere Jahre im Norden (Karamojong) gelebt und mit geholfen die Gegend zu befrieden. Wobei sich die Konflikte dort eher um Rinderdiebstahl und Wassermangel drehten. Ist übrigens in Kenia gerade auch recht aktuell zwischen den Orma und Pokomo in der Tana River Region.

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
6'369 Beiträge · seit 201112. März 2013 · #13
fermoll schrieb:Zusatz
@ Picco

Vergleiche mal die Uganda Karte von OSM mit GoogleMaps. Da liegen Welten dazwischen. Ich liebe zwar OSM aber Uganda ist ziemlich ärmlich.
Einen Beitrag abzuändern nachdem jemand geantwortet hat ist nicht so optimal, es ist Zufall das ich das gesehen habe, zukünftig besser einen neuen Beitrag schreiben. 😉

Du hast nach einer App fürs Iphone gesucht, ich habe Dir eine vorgeschlagen, mit der ich gute Erfahrungen in Uganda gemacht habe...nicht mehr, nicht weniger.
Kann schon sein dass es bessere gibt, ich kenn sie nicht und ich hab auch nicht die Zeit das zuvergleichen.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter42 Beiträge · seit 201312. März 2013 · #14
Hallo Butterblume

Meine Verwandte arbeitet seit fast einem Jahr in Gulu an der St. Josephine Bakhita Nursery and Primary School. Sie ist sehr viel im Land herumgekommen und hat mit Einheimischen intensiven Kontakt gehabt. Vor allem hat sie aktuelle Informationen von ihren GIZ Kollegen.
Wenn man Wikipedia glauben darf, war einer der Gründe für den 20 jährigen Bürgerkrieg der Gegensatz der Bantu und der Niloten:
"Während der britischen Kolonialherrschaft über Uganda konzentrierte sich die Industrialisierung auf den Süden des Landes, während der Norden mit dem Gebiet der Acholi relativ wenig Beachtung empfing. Die Acholi machten aber einen Großteil der Angehörigen des Militärs aus. Der wachsende Gegensatz führte zu einem Staatsstreich der Acholi unter General Tito Okello. Dieser wurde aber von der National Resistance Army unter dem heutigen Präsidenten Yoweri Museveni niedergeschlagen. Die Mehrheit der Parlamentarier aus Acholiland sind Mitglieder der Opposition"
(Quelle des Zitats)
Das Grundproblem vor allem der Länder Afrikas ist nach wie vor die willkürliche Grenzziehung durch die ehemaligen Kolonialherren ohne Berücksichtigung der Ethnien.

@ Picco
Bitte um Entschuldigung für das Ändern des Beitrags. Ich beschäftige mich seit ca.2001, also fast von Beginn an mit GPS- Navigation. Vergleiche also mal die beiden Karten, z. B. Masindi und zoome mal.
Wenn es nichts besseres für das Iphone geben sollte, werde ich auf Skobbler zurückgreifen. Da ich aber ein Netbook mitführen werde und einen GPS-Tracker, werde ich auch auf anderes Kartenmaterial zurückgreifen können, das allerdings nicht routingfähig sein wird. Ich verwende OZI-Explorer.
zuletzt bearbeitet 12. März 2013
3'700 Beiträge · seit 200912. März 2013 · #15
Hallo Fermoll,
Ich bin für jeden Rat dankbar, da ich keine Erfahrung in Afrika habe.
Das Grundproblem vor allem der Länder Afrikas ist nach wie vor
Vielen Dank auf Deine ausführlichen Belehrungen. Dann weißt Du ja Bescheid! Wenn Du Interesse hast, sende ich Dir gerne Bücher-Links, die sich unter anderem mit der Geschichte und den Problemen diverser afrikanischer Länder südlich der Sahara beschäftigen.

Ich fühle mich leider nicht kompetent zu bestimmen, was das Grundproblem aller afrikanischen Länder ist. Ebenso wenig wie ich bestimmen kann, was das Grundproblem Europas ist…

Meine Meinungsbildung ist dazu noch nicht abgeschlossen.

Wir haben jedoch aktuell in dem von uns bereisten Gebiet keine ethnologischen Spannungen bemerkt. Aber vermutlich sind wir nicht sensibel genug…

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter42 Beiträge · seit 201312. März 2013 · #16
Hallo Marina

Ich bin zwar noch nicht in Afrika gewesen, doch halte ich es wie auf allen meinen Reisen (zwischen 50 - 60 Länder) so, dass ich mich umfassend informiere.
Das gilt insbesondere auch zu politischen Themen. Die Problematik zwischen den Ethnien in den Ländern, deren Grenzen willkürlich durch die ehemaligen Kolonialherren gezogen wurden, ist doch nicht von mir erfunden worden. Der 20 jährige Bürgerkrieg in Uganda hat nicht zuletzt ethnische Ursachen. Der ist noch nicht lange beendet.
Mein erster Informant ist meine Verwandte in Gulu. Die ist auf ihre Tätigkeit durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vorbereitet worden. Sie ist im letzten Jahr sehr viel im Land herum gekommen und hat viele Kontakte zu anderen Freiwilligen des GIZ.

Meine Idee der Übernachtung bei Communities beruht auf einem Beitrag im Forum, dass die Abgaben der Lodges selten bei der Bevölkerung ankommen, sondern in der Bürokratie versickern. Ich möchte dann mal gerne wissen, was ein Angestellter einer Lodge verdient, wenn ich lese, dass 2003 der Anteil der Menschen mit einem Tageseinkommen < 1US$ bei über 80% lag.
Wenn ich jedoch in einer Banda einer Community übernachte, kommt der gesamte Betrag der Bevölkerung zugute. Wenn ich die Informationen der Pearls of Uganda richtig gelesen habe, sind es oft Mitarbeiter von Lodges oder Guides der UWA, die solche Initiativen gründen.
541 Beiträge · seit 200712. März 2013 · #17
fermoll schrieb:Hallo Butterblume

Meine Verwandte arbeitet seit fast einem Jahr in Gulu an der St. Josephine Bakhita Nursery and Primary School. Sie ist sehr viel im Land herumgekommen und hat mit Einheimischen intensiven Kontakt gehabt. Vor allem hat sie aktuelle Informationen von ihren GIZ Kollegen.
Wenn man Wikipedia glauben darf, war einer der Gründe für den 20 jährigen Bürgerkrieg der Gegensatz der Bantu und der Niloten:
"Während der britischen Kolonialherrschaft über Uganda konzentrierte sich die Industrialisierung auf den Süden des Landes, während der Norden mit dem Gebiet der Acholi relativ wenig Beachtung empfing. Die Acholi machten aber einen Großteil der Angehörigen des Militärs aus. Der wachsende Gegensatz führte zu einem Staatsstreich der Acholi unter General Tito Okello. Dieser wurde aber von der National Resistance Army unter dem heutigen Präsidenten Yoweri Museveni niedergeschlagen. Die Mehrheit der Parlamentarier aus Acholiland sind Mitglieder der Opposition"
(Quelle des Zitats)
Das Grundproblem vor allem der Länder Afrikas ist nach wie vor die willkürliche Grenzziehung durch die ehemaligen Kolonialherren ohne Berücksichtigung der Ethnien.

@
hallo Fermoll,

ich bin jetzt auch ein wenig verwundert, was den ganzen Post angeht. Du stellst Fragen und Leute, die vor Ort waren antworten Dir aufgrund ihrer Erfahrungen. Soweit so gut. Aber dann werden die Ratgeber mit ihren persönlichen Erfahrungen durch Wikipedia Einträge "belehrt".

Ich habe im Vorfeld auch Literatur über den Bürgerkrieg gelesen. Aber auch meine Erfahrung deckt sich mit allen anderen: es war nichts zu spühren von den damaligen Unruhen und auch Kony hat sich aus Uganda zurückgezogen. Dass es eine Opposition gegen den regierenden Präsidenten gibt, ist durchaus normal. Dass sie ethisch begründet sein mag, tut der Sache keinen Abbruch - solange alles friedlich verläuft.

Wenn Du Dich sicherer fühlst, dann prüfe eben das Wasser aus dem Supermarkt mit deinem Steripen... wir haben, wie alle anderen, nur das Siegel gecheckt und alles war okay. Wir waren auch in eher abgelegenen Ecken und konnten immer Wasser kaufen und haben uns auch immer für Norfälle eingedeckt.

Wenn Du das Wasser aus den Dorfbrunnen vorziehst, dann bleibt das auch Dir überlassen. Eventuell musst Du Dir die Frage gefallen lassen, warum ein "reicher" Europäer mit Guide das Wasser der Dorfbewohner anzapft und - obwohl er sich das Supermarktwasser leisten kann - sich am Gemeinschaftsbrunnen bedient. Aber Du wirst sicher Deine Gründe haben.

Aucvh mit den Bandas der Community irrst Du Dich: gerade das Geld geht an den District und fließt zumeist in die Taschen der ranghöchsten Distriktbeamten. Auch hier kann ich nur persönliche Quellen angeben - aber ich hab mich sehr viel mit den Leuten unterhalten.

Mir haben die persönlichen Erfahrungen anderer Reisender immer weiter geholfen, als Infos zusammen zu googlen und umfassende Informatione wirst du nie bekommen.

Grüßle
Anja
Intelligent people discuss ideas. Fools discuss how people should behave. (Paulo Coelho)
zuletzt bearbeitet 12. März 2013
931 Beiträge · seit 200612. März 2013 · #18
fermoll schrieb:

Meine Idee der Übernachtung bei Communities beruht auf einem Beitrag im Forum, dass die Abgaben der Lodges selten bei der Bevölkerung ankommen, sondern in der Bürokratie versickern. Ich möchte dann mal gerne wissen, was ein Angestellter einer Lodge verdient, wenn ich lese, dass 2003 der Anteil der Menschen mit einem Tageseinkommen < 1US$ bei über 80% lag.
Wenn ich jedoch in einer Banda einer Community übernachte, kommt der gesamte Betrag der Bevölkerung zugute. Wenn ich die Informationen der Pearls of Uganda richtig gelesen habe, sind es oft Mitarbeiter von Lodges oder Guides der UWA, die solche Initiativen gründen.
Hallo Ferdi,

in Uganda verdient ein Arbeiter / Angestellter auf einer Lodge ca. 60 US - 100 US$ pro Monat. Das statistische Durchschnittseinkommen pro Monat ist aber sicher niedriger, da die wenigsten überhaupt eine geregelte Vollzeitarbeitsstelle haben. Wenn angestellt arbeiten die meisten als Tagelöhner.

Was vom Umsatz einer Lodge in Uganda in die Bürokratie geht vermag ich nicht zu sagen. Es dürfte aber nicht den Löwenanteil ausmachen. Der geht mit Sicherheit in die Taschen der Lodgebetreiber. Zumindest die Großen kalkulieren mit nur 5-7 Jahren von der Eröffnung bis zum ROI...

Deinen Optimismus in Bezug auf Community Camps würde ich gerne teilen. Aber ersten gibt es nicht so viele davon und wenn dann hat der lokale Chief auch immer eine offene Tasche.

Gruß

Ulli
0
Themenstarter42 Beiträge · seit 201312. März 2013 · #19
Zum Thema Ethnologische Konflikte in Uganda und Acholi:
Spätfolgen eines Bürgerkrieges
Ist noch gar nicht so lange her.
6'369 Beiträge · seit 201113. März 2013 · #20
Hoi Ferdi

Ich glaube, jedem Uganda-Reisenden hier ist die Geschichte Ugandas bekannt, Du brauchst mich/uns nicht zu informieren, ich/wir haben uns schon informiert und ich/wir haben Erfahrung im Land.
Offensichtlich gibts da grosse Unterschiede in der persönlichen Gewichtung von Informationsquellen...
Meine/Unsere Infos stammen von vor Ort, von dort lebenden Acholi genauso wie von anderen dort lebenden Menschen, schwarz wie weiss, NGO- oder UN-Mitarbeiter wie auch Privatleute..
Deine bisher gezeigten Infos stammen direkt oder indirekt von Hilfsorganisationen und Wikipedia.
Auch ich hatte bevor ich das erste Mal in Afrika war vor allem Infos von NGO's/Hilfsorganisationen sowie von einem Freund, der damals bei der UN für die Entminung von Somalia zuständig war.
Die Infos von NGO's haben immer schlimmer getönt als das was er, der ja in Afrika lebte und die schlimmstmöglichen Zustände kannte, erzählt und teilweise mit Fotos belegt hat.
Und da waren einige Fotos dabei die man nicht ohne Vorwarnung zeigen darf...
Damals hab ich mir mal überlegt weshalb diese Diskrepanz ist und ich bin zum Schluss gekommen dass NGO's darauf angewiesen sind die Situation eher ungut darzustellen, da sonst Fragen nach der Sinnhaftigkeit auftreten...

Langer Rede kurzer Sinn: Vergiss Deine Infos nicht, aber warte mit der Wertung bis Du da warst und bilde Dir Deine eigene Meinung.

Ich hab mir meine gebildet, und ich bezweifle stark dass meine Quellen weiter weg von der Wahrheit sind als Deine...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)