So klein ... und kann schon fliegen!

42 Antworten · 11,1k Aufrufe · gestartet 18. Jan. 2013 von cfm2010
Bilder klein
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Themenstarter326 Beiträge · seit 201118. Jan. 2013 · #1
Das kann ja heiter werden. Meine ersten Gedanken bei der Flugbuchung mit SAA. Aber bevor die Flugmeilen verfallen, was tut man da nicht alles um mal wieder wilde Tiere sehen zu können. 🤪

Und schon waren die alten Erinnerungen an diesen Vogel-Typus wach. Bei einem Business-Trip nach Finnland sagte mein Kollege damals. Ach, "so klein und kann schon fliegen", als wir die Maschine auf dem Rollfeld zu sehen bekamen. Und prompt lahmte der Vogel dann auch auf der Rücktour nach dem Start in Helsinki. Bugfahrwerk wollte einfach nicht einfahren und so sind wir über eine Stunde über Finnland gekreist. Vielleicht auf der Suche nach Beute, oder war nur das Landegewicht zu hoch??? Und dann das Bangen, wird das Fahrwerk auch beim Landen noch halten... (Es hat.)

airplane.jpg


Die zweite Erinnerung war ein Rückflug von Paris nach Deutschland, als unser Flieger fast leer war und der Pilot so richtig Spaß hatte. Gefühlt wollte der sicherlich mal Kampfpilot werden. 😈

Diesmal ist aber glücklicherweise alles gut gegangen und das (Matcho-Modus: an) obwohl wir auf dem Rückflug eine Pilotin hatten. 😉 (Matcho-Modus: aus)

Ach so, wo es hinging wollt ihr noch wissen?
Für fünf (viel zu kurze!) Tage von Kapstadt über Durban in den Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark. Ohne vorweg zuviel zu verraten, wir haben Wildhunde gesehen, einen Büffelangriff überlebt und natürlich gab es Rhinos satt. Und das alles im Grünen bei wunderbar sommerlichen Temperaturen!

Und das Beste waren natürlich die vielen kleinen Exemplare - Tierbaby's bzw. Jungtiere. 🤩

Mehr Details dann am Wochenende. (Vorfreude-Modus: an 😎 )

P.S. Danke an DocHoliday für den genialen Reisebericht, der uns 'verführt' hat die Reise kurzfristig zu buchen.

Vollständiger Reisebericht 'am Stück' (in Arbeit)
Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst da doch nicht lebend wieder raus! Reiseberichte: KTP 2012 | Addo 2012 | Hluhluwe-iMfolozi 2013 | KTP 2013 | Mokala 2013 | Rundreise Südafrika 2013
zuletzt bearbeitet 19. Jan. 2013
1'117 Beiträge · seit 201018. Jan. 2013 · #2
Hallo cfm,

Ich hätte gerade Zeit... und ich finde, das Wochenende fängt genau 😉 jetzt 😛 an... 😗

Neugierige Grüße
Beate
Themenstarter326 Beiträge · seit 201118. Jan. 2013 · #3
@ Beate2:
Immer diese Ungeduld bei den Formis hier... 🤪
Kaum den Koffer ausgepackt... Jetzt geht's doch erstmal an's Sichten der Bilder.
Aber morgen geht es dann definitiv los mit Tag 1. Versprochen! 🤪
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Themenstarter326 Beiträge · seit 201119. Jan. 2013 · #4
Es sind noch Plätze frei - zum Mitreisen und Mitlesen! Oder will hier niemand mit in den Hlhhluwe-iMfolozi Nationalpark in Kwazulu-Natal??? Also den Winterschlaf mal ganz schnell beiseite schieben - Hibernation-Mode: off ! - und los...

Ein Reisebericht-Schreiber will doch schließlich auch motiviert werden. 😗

Die Reise fand übrigens in der vergangenen Woche statt, d.h. Mitte Januar 2013. Ist also fast wie LIVE dabei zu sein.

Heute geht es auch endlich los mit dem Reisebericht.
Beste Grüße aus Kapstadt
cfm
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336 Beiträge · seit 201219. Jan. 2013 · #5
Oooooh...
Auch wir freuen uns sehr und hüpfen auf!!

Besonders weil wir doch in wenigen Wochen selbst dort sind...
"Mädchenmodus": sind denn die kleinen tierbabys dann auch noch klein genug??? Wann ist so die Hauptzeit für tierbabyfotos...?
Ich hoffe, die sind auch im März noch nicht soooo
groß und stark...

Freuen uns auf Bilder, Geschichten, Tipps und vieles mehr!

Nadja + Marco
Last Minute in den Süden Namibias und KTP: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/286740-last-minute-in-den-sueden-namibias-in-den-ktp.html Der Reisebericht zweier Schildkröten: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/278604-die-hochzeitsreise-zweier-schildkroeten.html Reisebericht Namibia: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/284269-ohrnyx-und-elend-oder-welches-tier-ist-das.html
8'672 Beiträge · seit 201019. Jan. 2013 · #6
cfm2010 schrieb:

Ein Reisebericht-Schreiber will doch schließlich auch motiviert werden. 😗


Beste Grüße aus Kapstadt
cfm
Motiviermodus an 😄 ! Ich hab ja kurz gestutzt, hmmm, der fliegt mal eben so nach Afrika, weil ihn ein Reisebericht motiviert hat - aber nun hat sich das durch deine Grüße aus Kapstadt geklärt! Sonst wäre ich vor Neid über so viel Spontanität, die gelebt und bezahlt werden kann (spontan wäre ich ja auch, aber der Rest.....) sicher ganz grün geworden 🤢 !

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter326 Beiträge · seit 201119. Jan. 2013 · #7
@Nadja+Marco
Wo werdet Ihr übernachten? Im NP oder ausserhalb?
Wir haben die Nächte im Safarizelt 28 im Mpila zugebracht.

Mpila-Safari_Tent.jpg


Gute Lage, sehr junge Hyäne direkt am ersten Abend zu Besuch (leider Kamera nicht griffbereit, nur Taschenlampe) - die hatte aber Pech, denn der Grill war aber schon von uns leer gefuttert 😛 .

Ansonsten schlief eine Nacht ein Warzenschwein unter dem Küchenzelt, das wir Frühaufsteher (zwecks Morningdrive) erstmal wecken mussten! Kann doch nicht sein, dass wir schon unterwegs sind und die Tiere schlafen noch... 😉

Mpila-Safari_Tent-Kueche.jpg


Sonnenaufgang gegen 5:00 Uhr - sprich' Wecker klingelte bereits um 4:30 Uhr 😈

@Bele:
Bitte nicht vor Neid 'ergrünen' 🤢 - die Option hat Beate2 doch schon. 😘
Aber das bezieht sich doch wohl eher auf unsere (ständigen) Löwensichtungen im Addo NP.
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336 Beiträge · seit 201219. Jan. 2013 · #8
Hallo cfm,

wir werden in St Lucia übernachten und Ausflüge in die Umgebung machen. Einen Tag wollen wir MINDESTENS in den Park fahren. Da wir zum Ende unseres Urlaubs in St Lucia sind, entscheiden wir mal spontan, wie viel "Tier" wir noch wünschen, oder ob es auch mal "Strand" sein darf... 😉
Vorher sind wir nämlich im Krüger, Itala, Tembe... Mal schauen, wie das Afrika-Virus uns in Bezug auf die Drives packt... 😄
Ich sehe uns schon täglich in den Hlhhluwe-iMfolozi fahren 🤪

Ich freu mich auf deinen Bericht, lehne mich mit wärmendem Kaffee zurück und träume 😎
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Themenstarter326 Beiträge · seit 201119. Jan. 2013 · #9
Hallo Nadja,
das ist vom Zeitrahmen viel zu kurz! 🤩
Naja, momentan können wir nicht genug von den 'Wilden Tieren' bekommen. Vom Afrikavirus eben voll erwischt. 🤪

Aber zurück zum Park, wenn Ihr nur einen Tag einplant, dann könntet Ihr Euch auf einen Teil konzentrieren, d.h. entweder Hluhluwe oder iMfolozi. Falsch machen könnt Ihr bei beiden nichts. Tiersichtungen sind bekanntermaßen Glücksache.

Das Restaurant im Hilltop bietet von der Versorgung her natürlich mehr, den Ausblick von der Terrasse zu genießen ist schon angenehm... Cappuchino war auch gut. 😗

Hilltop-View.jpg


Auch ein Feuer gab es in der Ferne von der Restaurant-Terrasse zu bestaunen.😳
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1'117 Beiträge · seit 201019. Jan. 2013 · #10
cfm2010 schrieb:
@Bele:
Bitte nicht vor Neid 'ergrünen' 🤢 - die Option hat Beate2 doch schon. 😘
Aber das bezieht sich doch wohl eher auf unsere (ständigen) Löwensichtungen im Addo NP.
Hallo Bele, hallo cfm,

also ich teile das Grün werden gerne 😉 . Ich find die Farbe doch nicht sooooo kleidsam im Gesicht. 🙄 Und nicht, dass es vielleicht dauerhaft so bleibt?! 🤨

Wann geht's denn nun los?????? 😗 Die Terrasse ruft!!!
(Bele - ich schick dir ein paar Grad Afrikawärme mit 😁 )

Liebe Grüße
Beate
8'672 Beiträge · seit 201019. Jan. 2013 · #11
Beate2 schrieb: 😗 Die Terrasse ruft!!!
(Bele - ich schick dir ein paar Grad Afrikawärme mit 😁 )

Liebe Grüße
Beate
Haha, Beate, du willst wohl, dass ich das Grün komplett übernehme, oder? Jedesmal wenn ich hier mein wärmendes Notebook vom Schoß nehme und von der Couch aufstehen, fühle ich einen kühlen Lufthauch von irgendwo her.... und setz mich schnell wieder hin 😗 . So wird das nie was mit meiner Ablage und dem Steuerunterlagenrichten. 😵

Also cfm, schreib ruhig weiter, ich sitz hier sonst nur doof rum 🤪

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
336 Beiträge · seit 201219. Jan. 2013 · #12
cfm2010 schrieb:Hallo Nadja,
das ist vom Zeitrahmen viel zu kurz! 🤩


Wir werden das beste draus machen 😊 und profitieren sicher durch deine Erzählungen, um einen Tagesbesuch optimal auszufüllen... 🙂

und nun sind wir, wie Bele, bei diesem Wetter sehr gespannt auf die Fortsetzung... 😗
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1'117 Beiträge · seit 201019. Jan. 2013 · #13
Champagner schrieb:
Haha, Beate, du willst wohl, dass ich das Grün komplett übernehme, oder?
Nee, Bele, wir teilen - Ehrenwort!
Sei doch mal spontan und komm zu uns - wir haben uns mittlerweile nach drinnen verzogen, weil es draußen zu heiss ist...

Und die Wahl zwischen Ablage & Steuerunterlagen oder Reisebericht lesen ist ja eigentlich klar. 😗 Es sei denn, es könnte "Füllstoff" für die Reisekasse vom Finanzamt kommen. Das wäre dann doch ein klitzekleines Argument dafür 😉

Warten wir also, was cfm uns zu bieten hat... 😘

Liebe Grüße
Beate
Themenstarter326 Beiträge · seit 201119. Jan. 2013 · #14
Champagner schrieb:
Ich hab ja kurz gestutzt, hmmm, der fliegt mal eben so nach Afrika, weil ihn ein Reisebericht motiviert hat - aber nun hat sich das durch deine Grüße aus Kapstadt geklärt! Sonst wäre ich vor Neid über so viel Spontanität, die gelebt und bezahlt werden kann (spontan wäre ich ja auch, aber der Rest.....) sicher ganz grün geworden 🤢 !
LG Bele
Hallo Bele,
nun so spontan ist das in Südafrika auch nicht. Immerhin 1.800km von Kapstadt bis in den Park. Wer fährt schon von BERlin 😗 bis nach Moskau mit dem Auto...
Aber die Flugmeilen - die mussten doch weg. 😗

Jetzt geht es aber gleich los mit dem RB. Versprochen!
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8'672 Beiträge · seit 201019. Jan. 2013 · #15
@Beate: nein, ich fürchte das wird wieder so ein Nullsummenspiel mit der Steuer - das was vielleicht rauskommt brauch ich um die Rechnung des Steuerberaters zu bezahlen 😠 Reine Beschäftigungstherapie also... 😈

@cfm: Okay, wenn du Meilen verfliegen musstest....dann versteh ich das natürlich 😗 Oh, es geht gleich weiter? Dann mach ichs mir schon mal gemütlich auf meiner Couch, die ich nur kurz verlassen hatte um mich in die heiße Badewanne zu legen 🙂

LG Bele

Edit: 😄 Das ging aber flott 😄
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zuletzt bearbeitet 19. Jan. 2013
Themenstarter326 Beiträge · seit 201119. Jan. 2013 · #16
Tag 1: Sonntag, 13. Januar 2013
Tageskilometer: ca. 1600km in der Luft, ca. 270km per Auto

Der Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark, ca. 2,5 Autostunden nördlich von Durban gelegen, ist der älteste Nationalpark in Südafrika. Auf einer Fläche von 960km² bietet die vielfältige Vegetation Lebensraum für viele Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien. Die „Big Five“, Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard sind ebenso im Park vertreten wie Geparde, Wildhunde und Giraffen und Nyalas. Hluhluwe und Imfolozi wurden 1895 als getrennte Reservoirs gegründet als die Population dieser Tiere durch übermäßige Jagd gefährdet war.

Auf diesen Park sind wir durch persönliche Empfehlung und einen spannenden Reisebericht im Internet aufmerksam geworden. So war das erste Safari-Ziel im neuen Jahr 2013 auch schnell und kurzentschlossen gefunden.

Beim Anflug auf Durban ist das neue, zur Fussball-WM 2010 erbaute Stadion deutlich zu sehen. Die Landung war ebenso ruhig wie der Flug mit SA Express. Freundliches Personal hatte die Reisezeit wie 'im Flug' vergehen lassen.



Vom Flughafen Durban ging es mit einem kleinen SUV-Mietwagen in Richtung Nationalpark. Um die Tiere in Ihrem Lebensraum auch sehr gut sehen zu können ist ein Fahrzeug mit entsprechender Bodenfreiheit sehr hilfreich. Einen grauen Daihatsu Terios hatten wir schnell und unkompliziert übernommen. Die Farbe Metallic-Grau hatte schon gewissen Ähnlichkeit mit Elefanten oder Nashörnern. Aber dazu später mehr. Auf jeden Fall hatten wir kein 'feuerrotes Spielmobil' von der Mietwagenfirma übernehmen müssen. Der Kelch war an uns vorüber gegangen, d.h. die Fahrzeugfarbe schien erstmal zu passen.



Im Fahrzeug dieser Klasse ist alles drin was man so braucht, einzig eine Temperaturanzeige hätte die persönliche Neugier über den jeweiligen Wetterzustand befriedigen können. Aber es fährt auch ohne...

Gen Norden, zwei Autobahnausfahrten nach dem Airport - ca. 15km - befindet sich ein größeres Shopping-Center, wo wir bei Pick'n'Pay unsere Einkäufe für die kommenden fünf Safari-Tage erledigten.

Dumm nur, wenn man an einem Sonntag einkaufen geht. Die Geschäfte haben zwar geöffnet, jedoch wird kein Alkohol verkauft. Toll, das war's dann mit einer Flasche Rotwein am Abend - müssen wir unseren Wein eben doch zu Hause trinken... Eine Woche ohne Wein, ob das mal gut geht.
Nach einer guten Stunde 'shoppen' ging es dann weiter in Richtung der 'Wilden Tiere'.

Unser Ziel war klar, die Autobahn N2 frei, also rauf aufs Gas. Ok, 120km/h sind im Land auf den Nationalstrassen erlaubt und richtiges Rasen geht mit dem Wagen eh nicht. Zumal, wenn der Wagen plötzlich mit Zündaussetzern auf sich aufmerksam macht. Auch zeigte die gelbe Warnlampe der Motorsteuerung ab und an entsprechende Probleme an. Aber der Wagen fuhr, zwar mit Zündaussetzern und blinkender Warnleuchte, aber er fuhr. An ein Umdrehen war nicht zu denken, da wir auf dem Parkplatz der Vermietfirma kein weiteres Auto dieses Typs gesehen hatten und zum Anderen die Zeit nicht ausgereicht hätte um bis spätestens 19 Uhr im Mpila Camp - unserem Reiseziel - einzutreffen. Ergo, Augen zu und durch.

Nach dem Verlassen der N2 biegt man auf die R618 ab. Die Strecke ist eine Zumutung! Scheinbar halten sich die Leute wohl nicht an die Verkehrregeln, weshalb höhergelegte 'Bumps' auf der Strasse aufgebracht wurden. Hier zu bremsen ist hilfreich um das Fahrzeg nicht auseinanderfallen zu lassen. Gut wären jedoch entsprechende Hinweisschilder, die es nur an ausgewählten Stellen gibt. Ansonsten wird man durch Rüttelstreifen zwar aufmerksam gemacht, nur weiss man als Besucher - zumindest beim ersten Mal - nichts von den ca. 10 cm hohen Querstreifen. Wir waren beim ersten Mal selbstredend zu schnell. Maximal 20-30 km/h sind verträglich. 60km/h eher nicht.

Trotz der schlechten Strasse haben wir gegen 17:00 Uhr den Parkeingang, das Nyalazi Gate an der R618, wohlbehalten erreicht. Der erforderliche Papierkram war schnell erledigt und für die 20km zum Mpila Camp sollten zwei Stunden doch ausreichen. Aber es war wie jedes Mal, wenn wir wieder einen Nationalpark besuchen. Die Zeit mit der Beobachtung der Tiere vergeht viel zu schnell, so daß man sich sputen muß um überhaupt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10km/h zu schaffen.



Impalas mit vielen Jungtieren standen am Wegesrand in der untergehenden Abendsonne, eine Gruppe von sieben Wildhunden kam uns entgegen und zwei Hyänen folgten den Wildhunden. Klar, dass man da die Zeit vergisst!



Auf die Wildhunde bin ich das erste Mal so richtig durch die Harnas-Serie in der ARD aufmerksam geworden. Auch zwei der von uns hier gesichteten Wildhunde trugen Halsbänder mit einem Sender. Wenn ich recht informiert bin, dann soll es nur noch 600 Tiere weltweit geben. Was für ein Glück gleich in der ersten Stunde im Park so überrascht zu werden.







Leider haben wir die Tiere nur dieses eine Mal während unseres Aufenthalts im Park zu Gesicht bekommen. Dafür jedoch umso länger. Nachdem sich drei der Tiere an unserem Fahrzeug vorbei getraut hatten, es waren wohl die ranghöheren Leittiere, hatte der Nachwuchs damit wohl Probleme und verzog sich ins Gras neben der Strasse. Vielleicht wollten sie aber auch nur für die Kamera posieren!? Jedenfalls war genügend Zeit um viele Fotos auf die Speicherkarte zu bannen! Aber schaut selbst wie die Tiere aussehen. Beeindruckend, Wildhunde am ersten Abend und dann gleich ein ganzes Rudel und die hatten sehr viel Geduld mit uns...







Eine der beiden Hyänen soll hier natürlich auch noch gezeigt werden. Bei der zweiten hat das Licht der untergehenden Abendsonne leider nicht mehr für ein brauchbares Foto gereicht.



Kurz vor 19 Uhr sind wir dann doch noch rechtzeitig im Mpila Camp angekommen. Pünktlich angekommen und dann die Rezeption geschlossen! 🤩 Upps!
Für die Übernachtungsgäste schließt diese bereits um 18 Uhr, aber man kann an der Tafel die Zuordnung Unterkunft/Name ablesen. Das Safari-Zelt Nummer 28 war unseres für die kommenden vier Nächte. Das Zelt selbst hat eine gute Lage mitten im Busch. Jedoch ohne Ausblick, aber wer braucht den schon, wenn man doch meistens auf Gamedrive unterwegs ist.

Ausreichend Platz gibt es vor dem Zelt zum Grillen, das Zelt bietet den Übernachtungsgästen einen vollständigen Moskitoschutz mit eigenem Moskitonetz pro Bett. Insgesamt war das Safari-Zelt sehr gut gepflegt und wird von uns gern weiter empfohlen.



Kurz orientiert, bevor das Tageslicht ganz verschwindet und schon war der Grill angeworfen. Eine Taschenlampe ist ein unbedingtes Muss, zumal es auch hier Wildtiere unterschiedlichster Kaliber gibt. Zwar existiert ein Zaun um das gesamte Camp, damit Elefanten nicht durch's Camp laufen, aber kleinere Tiere wie Warzenschweine, Impalas oder auch Hyänen haben 'freien Eintritt'.

Die ausgesuchte Boerewors war lecker und dank Grillanzünder hatte die Grillkohle auch schnell die richtige Temperatur erreicht, so daß dem ersten Abendessen unter dem Sternenzelt in Kwazulu-Natal nichts im Wege stand.

Natürlich war es nun schon richtig dunkel geworden, so daß wir die Geräusche im Unterholz nicht so richtig deuten konnten. Dank Taschenlampe war der Verursacher aber schnell gefunden. Eine sehr junge Hyäne kam am Zelt bzw. Grill vorbei. Aber die Wurst hatten wir bereits gegessen. Da war wohl jemand zu spät dran...
Das Beleuchten mit der Taschenlampe hat das Tier wohl nachhaltig (ich liebe dieses Wort!) verschreckt, denn sie kam auch an den folgenden Abenden nicht wieder vorbei. Auch hier war die Kamera nicht griffbereit, deshalb auch von dieser Hyäne kein Foto...

Strom gibt es von 5-22 Uhr, für die Nachtstunden standen zwei Petroleumlampen zur Verfügung. Das seperate Küchenzelt ist gegen den (ungebetenen) Besuch durch Baboons dreifach gesichert, selbst die Küchenschränke und der Kühlschrank haben Riegel zum Schutz vor den 'Wilddieben'...



Alles in Allem war unser Zelt sehr sauber gepflegt. Zwar keine 5 Sterne, aber für das Leben im Busch als Selbstversorger ideal eingerichtet und das zu einem unschlagbaren Preis von R 770,- pro Nacht und Zelt.

Bei den typisch nächtlichen Geräuschen Afrikas war man schnell im Reich der Träume angekommen. Und da gab es dann Elefanten, Giraffen, Nashörner, Büffel, einem Wasserwaran und Geparden zu sehen. Aber dazu in den Berichten der nächsten Tage mehr...
Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst da doch nicht lebend wieder raus! Reiseberichte: KTP 2012 | Addo 2012 | Hluhluwe-iMfolozi 2013 | KTP 2013 | Mokala 2013 | Rundreise Südafrika 2013
zuletzt bearbeitet 19. Jan. 2013
8'672 Beiträge · seit 201019. Jan. 2013 · #17
Das find ich jetzt aber lustig, dass dir das Wort "nachhaltig" auch so gut gefällt - gell, das hat was.... 😎 !

Tolle Fotos gleich mal zum Start - da freu ich mich doch glatt auf die Fortsetzung 🙂 Allerdings mach ich mir ein bisschen Sorgen um euer Auto 😐

Gruß Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter326 Beiträge · seit 201119. Jan. 2013 · #18
Hallo Bele,

habe schnell noch das Auto vom DocHoliday mal so zum Anschauen eingefügt. 😗
Genau so eines hatten wir auch. Nur das Nummernschild war anders. 🤪

Also dass mit dem Auto war so'ne Sache. Aber wir sind ja wieder gut zurück - nur deshalb der RB heute hier 😉
Mal sehen, dass ich morgen Tag 2 schaffe...

Beste Grüße
cfm
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Themenstarter326 Beiträge · seit 201120. Jan. 2013 · #19
Tag 2: iMfolozi Park
Tageskilometer ca. 50km

Die Nacht war sehr, sehr zeitig zu Ende. Tiere schauen, bedeutet wohl immer früh aufstehen... Es sei denn man besucht einen Zoo. Und im iMfolozi geht die Sonne auch noch eine Stunde zeitiger auf als in Kapstadt. Nun denn, ein paar Leckerlies eingepackt - der Kaffee wurde mir von meiner besseren Hälfte um die Uhrzeit glatt verweigert... und ab zum Auto.

Ich hatte ja die leise Hoffnung, das die Warnleuchte vielleicht auch kaputt gegangen wäre, Fehlanzeige. Ein schönes, sattes Gelb begrüßte uns an diesem Morgen. Und zwar permanent! Für eine Höchstgeschwindigkeit von 40 oder besser 10km/h im Durchschnitt sollte es doch hoffentlich reichen!
Da musste unser kleiner Grauer dann durch, denn schließlich wollten wir auf unseren Selbstfahrer-Gamedrive nicht verzichten.

Kurz nach 5:00 Uhr waren wir über das Camp-Tor hinaus und wieder über den grünen Farbton im Park sehr beeindruckt. Sonne satt bei den vorhergesagten bis zu 30°C für diesen Tag. Nicht schlecht für Mitte Januar, d.h. nicht zu heiß....!!



Elefanten soll es hier ja auch geben - Überall stehen Warnungen vor der Wildheit der Elefanten hier. Im Addo waren die doch sehr relaxed!?

Am gegenüberliegenden Berghang war dann auch schon eine Herde zu sehen.



Giraffen und Zebras waren ebenfalls schon kurz nach dem Camp in Sichtweite.





Unsere persönliche Elefantenherde gab es dann bereits nach ca. sieben Kilometern, kurz hinter Kreuzung 12 in Richtung Bekapanzi Pan. Da sind wir ja nicht weit gekommen. 🙂







Herrlich, den Tieren bei ihrem morgendlichen Treiben zuzuschauen. Wie sich die Youngsters um die Babies kümmern usw. Das waren bestimmt 30 Minuten, wenn nicht mehr, die wir die Elefantenherde beobachten konnten. Schließlich war unsere Straße ja blockiert. Und unser kleiner Grauer war doch eben sehr 'Klein' im Vergleich!



Zwei Bullen haben sich anschließend zu der Herde hinzugesellt, bevor alle im Busch verschwunden sind und die Pad wieder frei war.



Als nächstes Ziel haben wir uns den Sontuli-Loop auserkoren, der nur als Einbahnstrasse zu befahren ist - von Kreuzung 15 an in Richtung Norden! Die Strecke kann zwar auch mit einem PKW befahren werden, aber bei den vom Regen ausgewaschenen Rillen ist ein geländegängiges Fahrzeug doch die besser Wahl.

Hier gab es endlich mal wieder einen Dung Beetle mit einer Riesenkugel von 10-12cm Durchmesser in Aktion zu sehen. Üblich sind Kugeln mit ca. 5 cm. Das Weibchen obenauf wurde gleich mit transportiert. Muss doch wie Karussellfahren für die Dame des Hauses sein...



Und endlich, am Wegesrand standen zwei Nashörner unter den schattigen Bäumen und waren am Grasen. Die schiere Größe ist einfach phänomenal.





Impalas gab's auch.





Das Jugendcamp war eröffnet...



Anschließend ging es dann gegen 11 Uhr wieder zurück ins Camp, mit den vielen Eindrücken im Gepäck bzw. in der Fotokamera. Dort wurden wir von einer Impalaherde und einer Warzenschweinfamilie, die sich direkt neben den Cottages nieder gelassen hatten, begrüßt.

Ein Zebra war besonders clever, kennt man sonst gar nicht, und hat sich den schattigen Standplatz unter dem Dach von einem Cottage gesichert. Manche Leute binden Ihre Pferde vor der Haustür an, diese Cottagebewohner ein Zebra. Nun, ein Jeder nach seinem Geschmack...



Übrigens auch Trinkwasser hatten wir am Vortag bei PnP eingekauft, zum Trinken UND zum Kochen.
1. Es gibt kein Trinkwasser im Camp - wie wir erfahren durften (entsprechende Schilder in der Küche) und
2. der Kaffee schmeckt einfach besser, wenn sich jemand findet der welchen aufbrüht. 🙂.

Danach eine Mütze Schlaf nachgeholt bevor es schon um 15 Uhr wieder zum abendlichen Gamedrive losging. Mag ein wenig zeitig gewesen sein, aber was soll man bei Sonnenschein im Zelt sitzen. Schließlich wollen wir Tiere sehen. Unsere Ungeduld wurde auch umgehend belohnt, mit zwei Nashörnern am ersten Wasserloch in Richtung Mpafa Hide.

An einem weiteren Wasserloch gab es eine Impalaherde, gemeinsam mit ein paar Zebras und drei Warzenschenweinfamilien. Das müssen so um die 11-12 Tiere gewesen sein. Jedenfalls putzig anzuschauen, die erwachsenen Warzenschweine mit je zwei Kleinen.



Insgesamt gesehen kann man den Januar als Reisezeit sehr empfehlen, zumal die Tier-Kiddies besonders zahlreich unterwegs sind.



Warzenschweinjunge

Am nächsten Wasserloch gab es ein monströses Rhino, badend im Wasser.



Die Tiere sind doch sehr schreckhaft, denn als ein anderes Fahrzeug vorbeikam ist es sofort aufgestanden und von der Strasse weggetrabt. Es scheint nicht so recht zu wissen, ob jemand kommt um zu fotografieren oder vielleicht sein Horn absägen will. 🙁

Auch die gefiederte Fraktion kommt im Park nicht zu kurz.



Mäusebussard



Three-banded Plover

Danach ging es weiter mit einem Giraffenbullen direkt auf der Pad, und da war es wieder das Jurassic Park-Feeling. Selbst wenn ich mich jetzt wiederhole: Wie aus einer anderen Welt.



Am Mpafa Hide war direkt am Eingang ein schwarzer, leicht gekringelter 'Stock' zu sehen. Der wurde mit der Zeit nur immer kürzer... Keine Ahnung welcher Art die Schlange war. Das kostete aber auf jeden Fall Überwindung danach überhaupt weiter zu gehen um in den Unterstand zu kommen. Zum Glück war die Schlange ihrer Wege gezogen.
Am sogenannten 'Wasserfall' war nichts los. Nicht mal Wasser... Also zurück zum Auto und den Fussweg von vielleicht 100 Metern jetzt mit anderen Augen gesehen. Gibt es doch noch mehr Schlangen hier? Auf jeden Fall bekamen wir keine weitere zu Gesicht.

Noch kurz ein paar hundert Meter in Richtung Abzweig 25 weiter gefahren. Dort saß ein Baboon-Familie in einem Baum mit ihren Kleinen. Auch hübsch, wenn alle Affen bei 3 auf den Bäumen sind...



Auf dem Rückweg kamen wir an unserer heutigen "Nachmittagsgiraffe" erneut vorbei. Das Fotografieren und Bestaunen dauerte dann doch etwas länger, so daß wir erst kurz vor 19 Uhr wieder im Camp waren. Dort begrüßten uns wieder die Impalaherde und eine Nyalaherde gab's als Zugabe noch obendrauf. Ein White-necked Raven war, zumindest in der Größenklasse, die letzte Sichtung für heute.





Handyempfang ist im Mpila Camp übrigens vorhanden, so daß man sogar im Internet surfen konnte. Langsam zwar, aber Ok für die Umgebung.

Nachdem die gelbe Warnleuchte den ganzen Tag fleißig ihren Dienst verrichtet hatte, war ein Anruf bei der Autovermietung fällig. Also die zentrale Notrufnummer gewählt und auch gleich einen dienstbeflissenen Mitarbeiter erreicht. Mit dem Begriff "Schlu-Schluwie" - Nationalpark konnte der junge Mann beim besten Willen nichts anfangen, so dass er in seiner Verzweifelung nach dem nächstgelegenen, größeren Ort fragte. Cleverer Bursche. Danach wurde ich mit der dortigen Vermietstation in Richards Bay verbunden.

Einen Termin zum Tauschen für den kommenden Mittag war schnell vereinbart, und zwar an dem Haupteingang zum Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark an der R618! Das wird noch ein kleine Rolle spielen...

Das Straussensteak vom Grill war auch ohne Besuch einer Hyäne sehr lecker!

Während wir im Dunkeln gegessen hatten, war eine Spinne sehr fleißig. Diese hatte begonnen ihr Netz direkt vor unserem Zelt zu spannen.
Es war zwar bislang nur ein Faden zu sehen, der jedoch fest wie Angelschnur. Der Faden war an der Holzbrüstung festgemacht und so stabil, dass er nur mit Hilfe eines Küchenmessers - in Ermangelung einer Kreissäge 🙂 - zu durchtrennen war. Dazu musste man den Faden direkt auf dem Holz bearbeiten und durchschneiden. Ok, schließlich soll ja die Beute darin halten...

Genug Erlebnisse für diesen ersten vollen Tag im iMfolozi. Moskitonetz aufgespannt und wieder von den Tieren im Park geträumt.
Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst da doch nicht lebend wieder raus! Reiseberichte: KTP 2012 | Addo 2012 | Hluhluwe-iMfolozi 2013 | KTP 2013 | Mokala 2013 | Rundreise Südafrika 2013
zuletzt bearbeitet 20. Jan. 2013
336 Beiträge · seit 201220. Jan. 2013 · #20
Was für tolle Bilder 🤩

Und die Landschaft sieht so herrlich aus... Toll! Toll! Toll!

Freu mich auf die Fortsetzung 😎
Last Minute in den Süden Namibias und KTP: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/286740-last-minute-in-den-sueden-namibias-in-den-ktp.html Der Reisebericht zweier Schildkröten: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/278604-die-hochzeitsreise-zweier-schildkroeten.html Reisebericht Namibia: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/284269-ohrnyx-und-elend-oder-welches-tier-ist-das.html