So, ich hatte ja versprochen etwas zu schreiben. Los gehts:
Bei unserer Planung im Herbst 2012 für die Reise im März 2013 war mir die Strecke als Verbindung von
Twyfelfontein nach Swakopmund aufgefallen. Mit 2 Autos sollte das kein Problem sein dachte ich.
Also wurde dieser Abschnitt Teil der Reiseplanung. Leider zerschlugen sich die Pläne unserer Freunde
und so machten wir unsere Reise durch Namibia allein. (2 Erw. + 2 Kinder im Hilux).
Die Route blieb aber in der Planung.
Der frühere Weg vorbei an
Twyfelfontein ist gesperrt, so dass man die etwas längere Strecke über
Orgen Pipesnehmen muss. Ob das von Vor- oder Nachteil ist kann ich nicht sagen. Uns passte es in den Plan. Die ganze
Fahrt ist etwa 175 km lang und dauert etwa 10 Stunden.

Wir übernachteten am 28.03.2013 im
AHA-HUAB Camp nahe der C39.

Das Camp ist nicht weit von
Twyfelfontein, so dass wir dort einen Abstecher am Nachmittag machten und dann
einen ruhigen Abend verbrachten. Ein bisschen Internet quälte sich durch den Ather bis zum Camp und
so konnten wir den zu Hause Gebliebenen ein paar Zeilen schreiben.

Am nächsten Morgen starteten wir und fuhren am Abzweig nach
Twyfelfontein gerade aus nach
Organ Pipes.

Man sollte versuchen diese Schlucht am Morgen oder Abend zu besuchen – der Schatten wegen. Wir waren
kurz nach 9:00 da.

Weiter geht‘s vorbei an
Burnt Mountain, was (noch) nichts mit dem
Brandberg zu tun hat

Kurz danach endet die normale Gravel Road und es beginnt der Off-Road-Teil der Strecke.
Spätestens ab hier ist 4x4 Pflicht.

An dieser Stelle hatten sich wohl schon einige festgefahren, was zu tiefen Löchern an der Steigung führte.
Wir fanden ganz links noch einen fahrbaren Weg und mit etwas Schwung waren wir im 2. Versuch oben.

Hier sei bemerkt, dass ich üblicherweise auf bitumierten Straßen fahre und der Hilux mein erstes 4x4 Fahrzeug
war. Also, wer sich das zutraut, der bekommt die Strecke auch hin.

Vorerst bleibt es einfach

Vorbei an einem Verkaufsstand im Nirgendwo

und hin und wieder wird es etwas knifflig. Da der Hilux nach recht unübersichtlich ist, braucht es von
Zeit zu Zeit eine einweisende Hand.

Dann folgt ein klein wenig
Monument Valley Feeling,

bevor dann der (echte)
Brandberg am Horizont erscheint. Das Ganze in der unendlichen Einsamkeit.

Hier sind die Wege in Ordnung, wovon man sich immer wieder mal überzeugen sollte.

Welwitschia Mirabilis findet man immer wieder mal entlang der Fahrbahn.

Bei 20°47,5“S / 14°6,9“O erreicht man dann den Abzweig Richtung
Rhinocamp. Er ist nicht ganz so schwer
zu erkennen wie man meinen könnte – verpassen sollte man ihn aber nicht.
Und dann erreicht man 20°50,1“S / 14°7,6“O – ein kleiner Kegelberg, der sich ca. 80m über die Ebene erhebt.

Der halbstündige Aufstieg in der Hitze wird mit einem grandiosen Ausblick über die Landschaft belohnt.

Wer genau hinschaut, erkennt noch unser Fahrzeug am Fuße des Berges.

Es geht weiter durch die Unendlichkeit des
Damaralandes,

und dann langsam runter ins Tal des
Ugab.

Immer schön langsam und wenn es gar zu holprig wurde, haben wir ein paar Seine so gelegt, dann es die
Reifen auch überstehen.

Gegen 16:00 erreichten wir dann das
Rhinocamp und Ja es war offen. Wer jetzt rechnet merkt,
dass die Strecke bis hier her ca. 7:00 Stunden dauert.

Der Off-Road-Teil ist hier noch nicht vorbei, er dauert wenigstens noch bis zum Abzweig nach
Brandberg
West Mine. Den Abstecher zur verwaisten Mine sollte man machen.

Auf Protest der Familie bin ich nicht bis nach unten gefahren – ein Fehler wie ich heute finde.

Danach hatte das Geholpere ein Ende und für alle Fahrer in der Gegenrichtung findet sich eine makaberer
Hinweis.

Dann ging‘s für uns weiter auf der D2303 etwa 400 Höhenmeter hinunter zum Atlantik.
Am Horizont ist er schon zu sehen.

Unser Ziel war
Mile 108.

Ein riesiger Zeltplatz auf dem keine Seele war.

Dafür pfiff ein ordentlicher Wind und wir machten die Zelte dicht. Der Sonnenuntergang gegen 19:00
entschädigte etwas.

Trotz des Windes war am nächsten Morgen alles noch an seinem Platz.

Wer genau wissen möchte wo welches Bild gemacht wurde, kann in den exif-Daten nachsehen.
Der Track:
GoogleEarthZum Abschluss noch ein Wort.
Die Strecke ist sehr einsam und uns ist bis zum
Rhinocamp kein einziges Fahrzeug entgegen gekommen.
Falls man also mit dem Auto liegen bleibt, ist man erst mal auf sich gestellt. Es gibt zwischen
Ogan Pipes und Mile 108 keinen Handyempfang. Genügend Wasser, Essen und Ersatzräder mithaben,
ist also Pflicht und im Fall der Fälle sollte man sich auf einen langen Fußmarsch einstellen.
Uns ist nichts geschehen – wenigstens nicht auf dieser Strecke

Als Navigation hatten wir ein iPad+ MotionX+OfflineKarten und directU Africa mit. Ein einfaches GPS und
einige wichtige Koordinaten hätten aber auch gereicht.
Für mich war das einer der besten Tage unserer Reise durch Namibia.