Ein Jahr ist es her, dass ich zum ersten Mal in der Masai Mara war. Ich habe anschließend Wochen gebraucht, um alle Eindrücke zu verarbeiten, Fotos zu sichten und zu sortieren und meinen ersten Reisebericht zu schreiben. Und dann fing bereits die Planung für den nächsten Trip an!
Und Sonntag geht’s los! Faulenzen am Diani Beach und eine Woche lang Safari in der Masai Mara!
Bericht und Fotos folgen!
Bleibt alle gesund!
Liebe Grüße Papa Kenia
Teil 203. Feb. 2013
Reisebericht Masai Mara 2012
Nachdem ich gefühlt rund 10000 mal ‚Jambo’, ‚Hakuna Matata’ und ‚pole pole’ gesagt habe, bin ich zurück aus Kenia. Zurück aus einem Land mit freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Zurück aus einem der wenigen Länder, wo sich hervorragend Strandurlaub und Safari kombinieren lassen.
Dieses Mal hatte es mich per Flugsafari eine Woche in die Masai Mara verschlagen. Meinen Aufenthalt hatte ich 'gesplittet'. Drei Übernachtungen waren im Osten des Parks (Oloshaiki-Camp) am Talek River und drei Übernachtungen im Norden (Mara Timbo Camp) am Mara River eingeplant. Die Tiersichtungen waren genial. Aber es ist gar nicht mal die Tierwelt allein, die mich in ihren Bann zieht. Auch ein einzelner Baum im richtigen Tageslicht mitten in der Savanne fasziniert mich. Die Masai Mara kann süchtig machen!
Ich hoffe, dass ich mit meinem Bericht und den Fotos einigen Leuten die Schönheit der Masai Mara rüberbringen kann.
Tag 1
Punkt 7.3o wurde ich vom Strandhotel abgeholt. Eine kurze Fahrt von 10 bis 15 Minuten und wir waren am kleinen Airstrip von Ukunda. Es folgte das übliche Prozedere.
Dann das Warten auf den Abflug. Kurz vor halb neun war es dann so weit. Die Fluggäste wurden aufgerufen und zur Maschine dirigiert. Dieses Mal war der Flieger noch kleiner als bei meinem letzten Trip. Die Maschine war mit 12 Fluggästen voll belegt.
Dann folgte ein ruhiger Flug. Vom Kilimanjaro konnte ich nichts sehen, er war total in Wolken gehüllt. Kurz nach halb elf setzte die Maschine auf dem Olkiombo-Airstrip auf. Schnell noch die ersten Fotos geschossen. Und dann begrüßte mich ein Massai und fragte mich, ob ich ins Oloshaiki-Camp wollte und derjenige sei, den er abholen sollte. Ja klar!
Dann sammelte der Massai noch schnell zwei Engländerinnen ein, die mit mir in der gleichen Maschine waren und auch ins selbe Camp wollten. Die beiden (Mutter und Tochter) kamen von Nairobi mit Zwischenstopp Ukunda.
Wir gingen zum Fahrzeug. Davor wartete ein Pärchen aus Deutschland. Sie hatten die Morgenpirsch unterbrochen und waren mitgekommen um uns abzuholen. Wir fünf machten uns bekannt und die ‚Chemie’ stimmte sofort. Alles nette Menschen. Für die nächsten Stunden bildeten wir also nun eine Fahrgemeinschaft.
Im Auto stellte sich unser Fahrer dann vor: Ich bin Joseph. Man nennt mich auch ‚The crazy Massai’. Crazy war das richtige Wort wie sich im Laufe der nächsten Tage herausstellte. Ich hatte auf Geheiß von Joseph auf dem Beifahrersitz Platz genommen.
Wir setzten uns in Bewegung und durchfuhren den Talek. Die ersten Tiere die wir sahen waren Giraffen. Erster kurzer Fotostopp.
Teil 303. Feb. 2013
Den Stopp nutzte Joseph um sich mit den beiden Engländerinnen zu unterhalten. Anschließend wandte er sich zu mir und begann mit „Mister….“. Ich unterbrach ihn sofort und sagte ihm, dass er mich beim Vornamen anreden solle. Er könne aber auch ‚Papa Kenia’ oder ‚alter Mann' zu mir sagen, aber bitte nicht 'Mister…'.
Aber bereits nach einer Stunde hatte er einen neuen Namen für mich. Weil ihn das ‚Klck, Klck, Klck’ meiner Kamera faszinierte, hatte ich nach kurzer Zeit den Namen ‚Paparazzi’ weg.
Er fragt mich also: "Schon mal in Kenia gewesen?" "Ja. Mehrfach." "Auch schon mal auf Safari gewesen?" "Jawohl." "Auch schon in der Mara gewesen?" "Letztes Jahr zum ersten Mal." "Und – alle Big Five gesehen?" "Nein. Der Leopard fehlt mir noch." "Na gut, dann machen wir den heute zuerst!" Hää?
Er sprach’s; gab Gas und ca. 15 Minuten später standen wir vor einem Prachtexemplar von Leopard. War das hier doch ein Zoo? Hatte ich die Hinweisschilder 'Zum Leopardengehege' übersehen?
Wie krass war das denn??
Da lag er nun, mein erster Leopard. Wir hielten hier gute 30 Minuten und meine Begleiter und ich genossen den Anblick und unsere Kameras hatten viel zu tun.
Dann fuhren wir weiter. Da lagen im Gebüsch 2 Löwen mit ihrem Riss. Man konnte aber nicht allzu gut erkennen, was da hinter dem dichten Gebüsch so abging. Das Gestrüpp war einfach zu dicht. Für ein paar Fotos hat es aber doch gereicht.
Ich sollte in den nächsten Tagen aber noch einige Löwen zu sehen bekommen, und zwar aus allernächster Nähe.
Dann folgten noch ein paar Büffel, eine Handvoll Zebras, ein Kronenkranich und eine Hyäne.
Teil 403. Feb. 2013
Gegen 13.30 Uhr kamen wir im Oloshaiki Camp an.
Der erste Eindruck - sehr gut! Über eine kleine Holzbrücke, die über den Talek River führt, gelangten wir auf die riesige Plattform des Camps. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und konnten sofort unser Mittagessen bestellen. Gut 15 Minuten später wurde das Essen serviert. Nach dem Essen bleiben wir noch auf einen Drink sitzen und wir hörten uns die Erlebnisse der beiden Deutschen an. Anschließend nahmen Campbedienstete unser Gepäck und brachten uns zu unseren Zelten. Das Camp ist gemütlich und relativ klein. Es besteht aus sechs oder sieben Zelten, die sich rechts und links vom Haupthaus befinden.
Nicht schlecht! Ein riesiges Zelt, ausreichend möbliert, mit Einzelbett sowie einem Doppelbett und abgetrenntem Sanitärbereich. Hier kann man sich wohlfühlen. Alles machte einen sehr ordentlichen und sauberen Eindruck.
Teil 503. Feb. 2013
Bis zum nächsten Gamedrive dauerte es noch gut eine Stunde. Also besorgte ich mir ein Tusker und relaxte bis dahin auf meiner kleinen Veranda.
Kurz nach halb vier trafen wir uns auf der Terrasse vor der Lobby zu einem Kaffee und einigen Plätzchen bevor es wieder über die Holzbrücke auf die andere Seite des Flusses ging. Hier wartete Joseph bereits mit seinem Safarifahrzeug auf uns.
Wir fuhren los. Und Joseph erzählte und erzählte. Er kannte nicht nur jedes Tier mit Vornamen. Er kannte auch zu jedem Tier eine Geschichte. Es machte Spaß ihm zuzuhören.
Die Hauptattraktionen dieses Nachmittags waren Löwen, Löwen, Löwen. Alle paar hundert Meter lagen die Löwen hier nur so rum. Irre!
Teil 603. Feb. 2013
Auf dem Rückweg ins Camp standen wir plötzlich inmitten einer Büffelherde. Joseph meinte, dass es 400 sein könnten. Es wurde bereits dunkel als wir gegen 18.30 wieder im Camp ankamen. Kurz noch frisch machen und dann gab es um 19 Uhr ein leckeres Abendessen. Anschließend saßen wir noch einige Zeit zusammen und ließen die Ereignisse des Tages Revue passieren. Dann ging es ab ins Bett.
Teil 704. Feb. 2013
Hallo Bele,
vielen Dank für die lobenden Worte. Dann mal ein frohes Schaffen und einen guten Start in die neue Woche!
Hallo Annick,
ich hoffe, dass ich die Erwartungen jetzt nicht zu hoch geschraubt haben. Bitte selbst urteilen!
Hallo Tom,
ja, die Mara die hat was. Mein Neid ist Dir sicher!
Und hier geht’s dann weiter mit
Tag 2
Kurz vor 6 Uhr raus aus den Federn. Ich hatte wie ein Stein geschlafen. Nur hin und wieder wurde ich für ganz wenige Augenblicke durch das Heulen von Hyänen geweckt.
Endlich der erste Morgendrive! Auf der Terrasse des Camps war schon für ein schnelles Frühstück gedeckt. Es gab Plätzchen und Tee bzw. Kaffee.
Unser Driver Joseph war auch schon anwesend und kurz vor halb 7 Uhr ging es über die kleine Brücke über den Talek in den Park. Hier stand das Camp-Fahrzeug bereit.
Der Talek führte wenig Wasser. Kaum vorstellbar, dass zu Regenzeiten selbst die Terrasse schon mal überflutet war. Die kleine Holzbrücke war angeblich auch schon dreimal von Wassermassen weggespült worden.
Ich hatte mich gestern darüber gewundert, dass wir kein Gate passierten. Angeblich liegt das Oloshaiki-Camp außerhalb des Parks. Ich hatte mich zwischenzeitlich eines besseren belehren lassen. Das Camp liegt tatsächlich außerhalb des Nationalparks. Der Talek bildet an dieser Stelle die natürliche Grenze und wenn man über die Holzbrücke gegangen ist, ist man im Park. Es kann alles ganz einfach sein.
Nach gut einer Stunde Fahrt und den üblichen Tiersichtungen fuhr Joseph plötzlich querfeldein.
Ich fragte ihn, ob ‚off road’ denn hier erlaubt sei. 'Nicht für alle' antwortete er, für ihn aber schon. Er hätte eine 'special licence'. Ob das eine selfmade licence war oder ob es stimmte? Ich weiß es nicht.
Und dann kam von Joseph: "Massai is coming. Hakuna Matata. Hakuna Malaria. Good massage. Hold on." Und er lachte herzhaft über seine Sprüche.
Und je länger wir fuhren, desto unruhiger wurde Joseph. Er meinte: "Hier muss irgendwo Malaika sein."
Nach knapp zehn Minuten Fahrt sahen wir ein Safarifahrzeug und parkten uns daneben. Da lagen zwei Geparden im Gras. Mutter und Tochter, wie uns Joseph erklärte. Er grinste über das ganze Gesicht.
Und dann geschah etwas für mich bis dahin Einmaliges, etwas, was ich bislang nur von wenigen Bildern in irgendwelchen Zeitschriften kannte.
Die Gepardin erhob sich, machte einen Katzenbuckel, reckte und streckte sich und kam dann vier oder fünf Meter auf unser Auto zugeschlendert. Dann ein Satz und sie saß oben auf dem Dach unseres Safarijeeps.
Wir waren sprachlos und auch erschrocken. Denn so etwas hatte von uns niemand erwartet und auch noch nicht erlebt.
Josef lachte nur und sagte stolz: "Das ist Malaika. Meine Katze. Zwei Jahre habe ich bebraucht um sie an mich zu gewöhnen. Wenn jetzt hier die Safarijeeps um sie herumstehen, dann springt sie immer zuerst auf mein Auto. Und ich bin der einzige, dem sie es erlaubt, sie zu streicheln."
Teil 804. Feb. 2013
Zwischenzeitlich waren noch drei oder vier weitere Fahrzeuge eingetroffen. Und trotzdem lag irgendwie eine eigenartige Stille über dem ganzen Szenario. Alle Safariteilnehmer schossen fast andächtig ihre Fotos oder drehten ihre Videos. Da war Gott sei Dank niemand, der lauthals rief oder loslachte.
Und ich war froh in 'relativer' Entfernung vom Beifahrersitz aus meine Fotos machen zu können.
Dieses Schauspiel dauerte vielleicht knapp zehn Minuten. Dann sprang Malaika vom Wagen und trottete mit ihrer Tochter davon.
Total beeindruckt setzten wir unsere Fahrt fort. Alles was jetzt kam, hatte nur noch geringeren Stellenwert.
Obwohl – Löwen sind ja auch nicht zu verachten. Und davon bekamen wir heute Morgen auch jede Menge vor die Linse. Also – Frühstück kann warten.
Teil 904. Feb. 2013
Es war schon nach zehn Uhr als unsere Fahrt dann an einem Hippo-Pool endete. Wir halfen Josef beim Aufbau der Tische und Stühle und ließen uns anschließend das Frühstück schmecken. Wir ließen es langsam angehen und genossen einfach nur den tollen Ausblick auf den Talek und die Hippos.
Nach einer knappen Stunde waren wir wieder abmarschbereit und setzten unsere Fahrt fort.
Teil 1004. Feb. 2013
Gegen 13.15 Uhr kamen wir rechtzeitig zum Mittagessen im Camp an. Dieses Mal hatten die Angestellten für uns alle gemeinsam an einem Tisch gedeckt. Dann hieß es Abschied nehmen von dem deutschen Pärchen. Dieses wurde von einem weiteren Campmitarbeiter zum Airstrip gebracht. Für diese beiden war die Safari zu Ende.
Die beiden Engländerinnen und ich hatten wieder gut eine Stunde 'stressfrei' und relaxten vor unseren Zelten; bevor es nach einem Kaffee um 16 Uhr wieder zum nächsten Drive in den Park ging.
Teil 1104. Feb. 2013
Zu diesem Drive gesellte sich ein jüngeres Pärchen aus Polen. Diese beiden wurden heute Mittag gegen die beiden Deutschen 'ausgetauscht'. In diesem Camp galt also das Rotationsprinzip. Zwei gehen – zwei kommen. Und diese beiden Polen sollten nun für die nächsten 1 1/2 Tage meine Reisebegleiter sein.
Und an diesem Nachmittag sahen wir endlich auch die ersten Elefanten! Und zwar hautnah! Ein Eli stand so nahe neben unserem Wagen, dass er eigentlich nur noch seinen Rüssel ausstrecken brauchte um uns zu berühren.
Teil 1204. Feb. 2013
Und dann wie gehabt: Löwen, Löwen, Löwen!
Nach einem leckeren Abendessen mussten wir uns auch von den beiden Engländerinnen verabschieden. Diese beiden würden wir nicht wiedersehen. Sie hatten für den nächsten Tag eine Ballonfahrt gebucht und mussten bereits 4 Uhr aus den Federn, um dann nach Ballonfahrt und Ballonfahrerfrühstück nach Nairobi zurück zu fliegen.
Teil 1305. Feb. 2013
Tag 3
Wie gehabt: Erste Sprechversuche nach einem Schluck Kaffee auf der Terrasse. Bereits von hier konnten wir die Giraffen am anderen Ufer ausmachen. Die standen fast neben Joseph’s Wagen.
Wir waren abmarschbereit und gingen wieder über die Holzbrücke zu unserem morgendlichen Ausritt.
Das erste, was und an diesem Morgen außer den Giraffen in die Augen stach, waren zwei Heißluftballons, die im Morgenlicht dahinschwebten. In einem dieser Ballons mussten unsere Engländerinnen sein.
Eine gute Stunde später meinte Joseph: 'Den Spuren nach zu urteilen werden wir gleich Malaika wiedersehen.'
Nach weinigen Minuten Spurensuche parkten wir tatsächlich wieder neben den beiden Geparden. Aber Malaika war nicht gut ‚drauf“. Sie blieb lieber liegen und schmuste mit ihrer Tochter. Trotzdem haben wir diesen Anblick wieder sehr genossen. Für die beiden Polen waren es die ersten Geparden ihres Lebens und sie waren völlig aus dem Häuschen. Und an diesem Morgen genossen wir den Anblick ganz alleine - kein anderes Fahrzeug weit und breit!
Teil 1405. Feb. 2013
Wir fuhren gute 300 Meter weiter und frühstückten unter einem riesigen Kandelaberkaktus.
Nach der ausgiebigen Stärkung und nach Joseph’s Vorträgen über Natur und Tierwelt fuhren wir noch mal zu Malaika.
Und wieder passierte das, was mich am Vortag schon fasziniert hat, was die beiden Polen aber noch nicht kannten.
Malaika erhob sich und mit einem Satz saß sie wieder bei uns oben auf dem Wagen. Und sie nahm alle erdenklichen Fotoposen ein; sodass mir hier (so glaube ich) wirklich gute Aufnahmen gelungen sind. Vielen Dank Malaika! Und heute hangelte sich Joseph vom Fahrersitz aus nach hinten und streichelte Malaika wirklich. Irre! Crazy Massai!
Teil 1505. Feb. 2013
Später stand uns ein weiteres Highlight bevor. Nachdem wir zirka eine halbe Stunde herumgefahren waren, meinte Josef, dass hier irgendwo ein Nashorn sein müsste. Er deutete auf frische Rhinokacke.
"Sollen wir es suchen? Habt ihr Lust?"
Und ob wir Lust hatten. Wir fuhren mehrfach durch Bodensenken, Schlammlöcher und Wassertümpel. Immer im Kreis um ein zirka 200 m langes Areal mit dichtem Strauchbewuchs. Unsere Kreise wurden immer kleiner, dann wieder größer, wir fuhren Achten, wir fuhren wieder in entgegengesetzter Richtung. So sehr wir auch Ausschau hielten - kein Nashorn. Zumindest nicht für uns Beifahrer.
Für Joseph schon. Er stoppte und zeigte auf einen Busch. "Da - Nashorn!"
"Wo?"
"Da!"
Außer Grün sahen wir nichts. Aber Joseph dirigierte unsere Augen auf einen Busch. Und dahinter konnte man wirklich den Kopf eines Nashorns erkennen. Na ja, ein Nashornkopf im Gebüsch ist besser als gar nichts.
Das Nashorn schien aber zu wissen, dass auf den Speicherkarten unserer Kameras noch Platz war und kam aus dem Dickicht hervor! Krass! In voller Größe posierte es vor uns. Es war einfach nur unbeschreiblich toll!
Dieses Schauspiel währte einige Minuten. Dann hatte das Rhino genug vom Posing und verschwand wieder im dichten Gestrüpp.
Überglücklich machten wir uns wieder Richtung Camp auf um nach dem Mittagessen noch ein wenig auszuspannen.
Teil 1605. Feb. 2013
Meine Hose hatte bereits ziemlich gelitten. Also kurz noch einen Waschtag eingelegt. Ein wenig Duschbad auf die Hose; einmal im Waschbecken durchgeknetet und dann auf eine der beiden Liegen vor meinem Zelt zum Trocknen in die Sonne gelegt. Ich legte mich daneben und konnte mal eine gute Stunde Sonne tanken.
Der Nachmittagsgamedrive verlief im üblichen Rahmen – neben den üblichen Verdächtigen einige Elefanten und Löwen.
Teil 1705. Feb. 2013
Dann folgte bereits die letzte Nacht in diesem Camp.
Teil 1806. Feb. 2013
Tag 4
Obwohl die Tiersichtungen der letzten Tag allesamt mehr oder weniger spektakulär waren, so hatte ich doch den Eindruck: die Masai Mara ist 'leer". Es waren nur wenige Elefanten, wenige Giraffen, wenige Zebras, die ich in den letzten Tagen gesehen hatte.
Also - was soll dieser Tag noch bringen? Viel kann da nicht mehr kommen!
Falsch gedacht.
Zunächst begannen wir den Tag wieder mit dem, was wir inzwischen bis zur Perfektion beherrschten: Löwen sammeln.
Teil 1906. Feb. 2013
Und dann bekam Joseph einen Funkspruch.
Er ließ den Motor an, wendete und fuhr los. Und wieder kam sein: "Massai is coming. Hakuna Matata. Hakuna Malaria. Good massage. Hold on."
Und dann gab er Gas. War das der Fahrlehrer von Schumi und Vettel? So bescheuert ist Joseph noch nie gefahren. Wir durchfuhren Wasserstellen und Schlammlöcher. Nachdem wir gut zehn Minuten durchgerüttelt- und geschüttelt waren; ich zweimal mit dem Kopf unter das Dach geknallt war, konnten wir in der Ferne schon drei oder vier Safarifahrzeuge stehen sehen. Da muss ja dann wohl etwas Spektakulären zu sehen sein!
Und so war es! Ein Leopard lag im Gebüsch. Und definitiv nicht mein Leo vom ersten Tag. Denn dieser war jünger und kleiner. Er lag im Gestrüpp und schielte auf eine Herde Impalas.
Plötzlich schoss er aus dem Gebüsch hervor und kam direkt auf unser Auto zugerannt. Ich war so perplex, dass ich die Kamera gar nicht mehr richtig anlegen konnte. (Trotzdem ist mir hier ein Glücksschuss gelungen!). Dann tauchte der Leopard unter unserem Auto ab, kam an der anderen Seite wieder zum Vorschein und schoss Richtung Impalaherde. Die Jagd blieb aber erfolglos.
Teil 2006. Feb. 2013
Gegen 10 Uhr kamen wir wieder im Camp an. Dann ein letztes Frühstück. Auschecken. Verabschieden. Die beiden Polen wurden zum Airstrip gebracht.
Und mir stand ein Campwechsel bevor.......
Zwischenzeitlich war Gideon aufgetaucht. Mein Driver für die nächsten Tage. Gideon kannte ich vom letzten Jahr. Er erkannte mich auch wieder. Umso herzlicher war die Begrüßung.
Ich nahm mit meinem ganzen Fotogeraffel hinten im Wagen Platz und wir machten uns Richtung Mara Timbo Camp auf den Weg. Wir kamen auf unserer Fahrt an einigen Massaihütten und an kleinen Vierherden vorbei. Ich glaube, dass wir uns außerhalb des Parks bewegten. Aber ich hatte keine Orientierung mehr.
Nach gut einer Stunde Fahrt änderte sich das Landschaftsbild von relativ karg und öde wieder auf grün und saftig. Und der Strauch- und Baumbestand wurde auch wieder üppiger. Auf unserem Weg kamen wir an einem Hippopool vorbei, wo wir einen kurzen Fotostopp einlegten. Gideon meinte, dass hier ca. 70 Flusspferde dicht gedrängt im Wasser lägen.
Kurze Zeit darauf beobachteten wir noch eine kleine Elefantenherde, die zum Fluss runter ging und ihren Durst stillte.