ReisemausThemenstarter1'003 Beiträge · seit 200812. Aug. 2012 · #1Hallo Zusammen,
wir hatten schon verschiedene Diskussionen und würden gerne Eure Meinung dazu hören.
Nachdem es in letzter Zeit einige postings über wIldeTiere in Camps gab, haben wir uns ūberlegt, wie man sich richtig verhält, wenn sich die Tiere selbst zum Abendessen oder Frühstücken einladen?
Ernsthaft, ins Auto sitzen ist klar, aber falls das zu weit weg steht?
Wie ist Eure Erfahrung? Eher ruhig stehen bleiben oder das Tier laut anschreien?
Wir sind gespannt auf Eure Tipps.
Vielen Dank
Doro
Carmen on tour119 Beiträge · seit 201012. Aug. 2012 · #2Hallo Doro
Ich glaube zwar nicht, dass du je in die Situation kommst. Aber trotzdem.
Bei Elefanten und Löwen nicht davon rennen, sonst bist du tot. Wenn dich ein Flusspferd angreift musst du rennen, sonst trampelt es dich platt.
Gruss, Carmen
Reinhard728 Beiträge · seit 200612. Aug. 2012 · #3Hallo Doro,
in Namibia und Südafrika wird dir das nicht passieren, weil die Camps eingezäunt sind. Anders in Botswana: dort sind viele Camps nicht eingezäunt. Man/Frau sollte sich immer gut umschauen und im Zweifelsfall nicht so weit weg vom Auto sein, dass der Rückweg abgeschnitten sein kann. Nicht, dass sich ein Löwe dich als Abendessen ausgewählt hat, aber ein weglaufender Mensch macht ihn neugierig, wie Carmen schon schrieb und er holt dich dann ein, um mal zu schauen, was das für ein seltsames Wesen ist. Solch eine Situation gilt es zu vermeiden.
Löwen interessieren sich in der Regel nicht für Menschen. Wenn sich aber jemand für sie interessant macht, ändert sich das ...
Hier ein kleines Video: NICHT ZUM NACHMACHEN!
http://www.youtube.com/watch?v=e41-TxkzigQGruß
Reinhard
ReisemausThemenstarter1'003 Beiträge · seit 200812. Aug. 2012 · #4Hallo Reinhard,
whow! Gute Nerven! Genau das meine ich, was ist in so einem Fall die beste Reaktion? Wir werden im KTP und Moremi/Chobe nur auf Campingplätzen sein. Beide sind bekannt für regen Tierbesuch, auch Katzen. Der letzte Vorfall mit einem Leopard im Khwai Camp liegt erst 2 Wochen zurück.
Wir haben uns nur überlegt, wie man sich da richtig verhält, falls so ein Tier über die Camp Site läuft?
Bleibt man so ruhig und starr wie der Mann in Deinem Film, oder schreie ich den Löwen oder die Hyäne an, dass sie abhaut? Versuche ich es gar mit der Steinschleuder, wie bei den Affen? Mein Mann meint laut Krach machen wäre effizienter, aber ich habe da meine Zweifel...
Andererseits weiss ich nicht, ob ich die Nerven hätte, einfach still zu sein 🙂
Carmen, danke für den Tipp, wir hatten aber tatsächlich schon Elefanten und Hyänen im Camp, als wir die letzten 2 Jahre unterwegs waren, aber Gott sei Dank noch nie so "Face-to-Face"
Also, alle, die es "überlebt" haben, teilt mir doch bitte Eure "Strategie" mit 🙂
Danke & Gruss
Doro
Reinhard728 Beiträge · seit 200612. Aug. 2012 · #5Hallo Doro,
also ich werde alles tun, damit ich nicht in eine solche Situation komme, wie der Mann in dem Film. Wenn ich ernsthaft damit rechnen müsste, tagsüber unerwünschten und überraschenden Besuch zu erhalten, würde ich möglicherweise nicht dorthin fahren. Soll heißen: ich rechne nicht damit. Nachts (bei Vollmond!) haben wir auch schon mehrere Löwen direkt am Auto gehabt (Notplatz am Tsau Gate, CKGR). Und wir oben im Dachzelt beim "Fernsehen" oder Nahsehen. Aber bitte nicht tagsüber plötzlich neben mir 😮
Dennoch verstehe ich, wenn man sich überlegt: und wenn doch?
Ich persönlich würde bei Löwen keinen Lärm machen, denn die kann man nicht verschrecken, glaube ich. Im Blick behalten und langsam rückwärts. Diejenigen, bei denen es nicht klappte, können nicht mehr von der Wirkungslosigkeit berichten. Bei Elefanten soll Lärm helfen. Sie interessieren sich in aller Regel nur fürs Fressen. Also: langsam weggehen. Ich probiers lieber nicht aus. Einzelne Hyänen kann man mit entschlossenem Auftreten vertreiben mit möglichst mehreren Personen. Bei Hippos: schnellstmöglich weg. Paviane sind ganz unterschiedlich. Manche, je nach persönlichem Erfahrungshintergrund, verhalten sich Frauen gegenüber dreister als gegenüber Männern. Grundsätzlich wollen die "nur" an Nahrung. Denen am Khwai CP musste man 2010 nur einen Katapult zeigen und sie vergrößerten die Distanz um 10-20 Meter. Als ich merkte, dass sie nur an die reifen Feigen über uns wollten, habe ich sie dicht herangelassen und es gab eine friedliche und entspannte Koexistenz. Sie haben sich sozusagen mit Wohlverhalten für mein Gewährenlassen bedankt. Aber sie zeigen auch Verhaltensweisen, die man, mit der menschlichen Brille betrachtet, als "undankbar" und "rachsüchtig" bezeichnen würde. Ein Katapult mit entsprechenden Steinen kann im Moremi helfen.
Gruß
Reinhard
WEwernerbauerGast12. Aug. 2012 · #6Hallo Doro, die Experten haben hier und in ähnlichen threads schon alles Wichtige gesagt....bis auf: Für den Fall der Fälle, z. B. so wie im Video, extra Unterwäsche einpacken.
Grüße Werner
GKgkGast12. Aug. 2012 · #7Reinhard schrieb:Hallo Doro,
in Namibia und Südafrika wird dir das nicht passieren, weil die Camps eingezäunt sind.
Gruß
Reinhard
Hallo,
falsche Aussagen sollte man nicht so stehen lassen, denn manche Leute glauben es.....
In Namibia gibt es uneingezäunte Camps!
Gruß
picco6'369 Beiträge · seit 201112. Aug. 2012 · #8Hoi zämä
-Als wir eine Büffelherde im Camp hatten hab ich geschlafen wie ein Baby...das selbst war schon mal nichts was die Büffel störte...;)
Aber dementsprechend hab ich da auch keine Erfahrung mit Büffeln...
Bei Bush-Walk's und Wanderungen wurde uns folgendes gesagt:
-Wenn die Tiere (egal welche) noch weit weg sind sich bemerkbar machen, niemals rennen, ruhig weitergehen und dabei die Richtung so ändern dasss man nicht auf das Tier zugeht.
-Wenn Raubtiere schon so nah sind dass sie uns bemerkt haben und zu uns schauen stehenbleiben und den Tieren (egal ob Löwe, Leo oder Hyäne) in die Augen schauen und dabei nicht für einen Sekundenbruchteil wegschauen, sonst greifen sie an! Dabei ganz langsam rückwärts gehen und sich ruhig verhalten.
Auf meine Frage wie viele denn so schon eine nahe Raubtiersichtung überstanden haben sagte der Guide 'Die Überlebenschance beträgt etwa 50%, wenn mans jedoch anders macht etwa 0%'...
Ich weis (zum Glück) aber nicht ob das so wirklich klappt, aber das entspricht auch dem was mir unser Massai-Führer am Empakai erzählt hat.
Wobei er uns auch noch darüber informierte was man bei einem Leopardenangriff machen soll...
Nämlich sich möglichst in eine Vertiefung legen, Bauch nach unten, Gesicht nach unten, die Arme unter dem Körper (nicht am Genick!) und die Beine auch angezogen unter dem Körper, dazu die Schultern an den Kopf drücken...so kann er nicht den Genickbiss machen und er kann auch nicht eines der Gliedmassen packen und den Menschen wegschleifen...so wurden wir bei der Wanderung durchs Leo-Gebiet instruiert durch unseren Guide...
Obs wahr ist weis ich nicht, irgendwie Logik machts definitiv!
Eigene Erfahrungen hab ich mit einer Hyäne in der Massai Mara, die sich von hinten angeschlichen hat und noch etwa einen halben Meter von meinem Ellenbogen, den ich aus dem seitlich offenen Auto hielt, entfernt war. Ich hab das Tier aus den Augenwinkeln bemerkt und vor Schreck angestarrt, worauf die Hyäne rückwärts wegging...
In einem Wald beim Selous bin ich abends nach Sonnenuntergang aus meinem Zelt raus und wurde angeknurrt...gesehen hab ich trotz Stirnlampe nichts...Wochen später hab ich im Fernsehen mal einen Leoparden knurren gehört, es könnte einer gewesen sein...kann aber auch irgend was anderes gewesen sein, ich weis es nicht.
Auf alle Fälle bin ich stehen geblieben, hab mit der Kopflampe ruhig die Gegend abgesucht und nichts gefunden, etwa eine Minute später bin ich dann noch die 50-100m zum Essenstisch durch den Wald gegangen...noch immer mit Puls 180...
Das Warzenschwein das mich in der Massai Mara im eingezäunten Camp angriff war aber schlicht der Meinung dass ich zu nah an ihrem Kleinen sass...obwohl das Kleine zu mir kahm wurde ich attakiert...die Viecher sich verdammt schnell!!!
Ich weis nicht ob Dir das etwas nützt...aber das ist dass was mir gesagt wurde bzw. das was ich selbst erlebt habe...aber alles in Ostafrika...
Oshivambo1'159 Beiträge · seit 200712. Aug. 2012 · #9gk schrieb:Reinhard schrieb:Hallo Doro,
in Namibia und Südafrika wird dir das nicht passieren, weil die Camps eingezäunt sind.
Gruß
Reinhard
Hallo,
falsche Aussagen sollte man nicht so stehen lassen, denn manche Leute glauben es.....
In Namibia gibt es uneingezäunte Camps!
Gruß
Und selbst ein Zaun hilft nicht (immer)!
Siehe: Z.B.:
http://www.az.com.na/umwelt/in-den-vergangenen-wochen-mehrmals-lwen-im-namutoni-rastlager.19426.phpSonnige Grüsse!
Oshivambo
Enda nawa
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
Susa6687 Beiträge · seit 201213. Aug. 2012 · #10Und auch in Südafrika gibt es uneingezäunte Camps.
Mapungubwe, Hluhluwe ( Mpila)....
giraffenmog649 Beiträge · seit 200713. Aug. 2012 · #11picco schrieb:Hoi zämä
-Wenn Raubtiere schon so nah sind dass sie uns bemerkt haben und zu uns schauen stehenbleiben und den Tieren (egal ob Löwe, Leo oder Hyäne) in die Augen schauen und dabei nicht für einen Sekundenbruchteil wegschauen, sonst greifen sie an! Dabei ganz langsam rückwärts gehen und sich ruhig verhalten.
..
In die Augen starren ist bei allen Raubtieren ein Zeichen für droehenden Angriff. Ich würde einem Raubtier nur dann mit Prügel drohen, wenn ich auch in der Lage wäre, diese auszuteilen..........
NIEMLAS! Dem Tier direkt in die Augen sehen!!!! Dann macht man sich nicht nur interessant, sondern zu einem potentiellen Gegener!
Und ansonsten: Nur Beute rennt - also stehen bleiben. Wenn man mal darüber nachdenkt: Weglaufen nutzt eh nichts - die Kerle sind alle schneller als wir...
Und am besten wäre es, wenn man in dieser Situation auch keine Angst hätte - ist natürlich viel leichter gesagt als getan.... Alle Tiere sind Meister im Lesen der Körpersprache. Wenn man einen Elefanten anbrüllt und dabei sich vor Angst fast in die Hosen macht, dann wird er das nicht glauben.
Ich arbeite sehr viel mit Pferden - und die Kerle sehen ganz genau, wenn der Zweibeiner im Zweifelsfalle aus Angst nachgeben würde....
Bluna238 Beiträge · seit 201113. Aug. 2012 · #12Hallo REISEMAUS,
"Wir werden im KTP und Moremi/Chobe nur auf Campingplätzen sein. Beide sind bekannt für regen Tierbesuch, auch Katzen. Der letzte Vorfall mit einem Leopard im Khwai Camp liegt erst 2 Wochen zurück."
Was ist dort vorgefallen? Wir sind seit 2 Monaten zurück. Auch da gab es einen -unglimpflichen- Zwischenfall auf der Khwai-Site mit einem Leoparden, weil einige Leute meinten, sie müßten bis spät in den Abend noch draußen sitzen. Da war das Geschrei und Gefauche groß. Zum glück ist niochts passiert.
LG
Sven
Seber136 Beiträge · seit 201113. Aug. 2012 · #13Hallo.
Ich möchte mich einmal mit einer Frage in dieses Thema einmischen.Ich suche ein Bild, welches aber zum Thema passt.
Es gibt hier ein Foto, auf dem ein Mann nachts im Bild auf einer campsite ist und ihn im Hintergrund mehrere Löwen "umzingelt" haben.
Leider bin ich zu blöd es zu finden. Ich weiss auch, daß schon einmal jemand geschrieben hat, wie man über google zu diesem Foto kommt.
Aber auch dort bin ich heute morgen zu dumm.
Bedanke mich schon für hilfreiche Antworten.
Einen schönen Tag,
Seber
Sille449 Beiträge · seit 201013. Aug. 2012 · #14
ReisemausThemenstarter1'003 Beiträge · seit 200813. Aug. 2012 · #15Hallo an alle,
vielen Dank für all die interessanten Antworten, die ich erhalten habe.
Hallo Werner, den Satz extra Unterwasche ist ein guter Tipp, falls man den dann noch braucht.;)
Reinhard, vielen Dank für die guten Vorschlägen bei den verschiedenen Tieren. Hört sich sehr vernünftig an. Wusste nicht, dass Elefanten keinen Lärm mögen. Auch bei den Affen haben wir mit der Steinschleuder gute Erfahrungen gemacht. Einmal zeigen und sie waren schon weg. Wir mussten nicht mal schießen (sehr zum Leidwesen unseres Sohnes, der hat sich schon aufs Schießen gefreut:P )
Bei den Katzen ist das so eine Sache...Anstarren oder nicht? Wir waren in Uganda beim Gorillatrecking und da wurde auch davor gewarnt die Tiere anzustarren, sehen sie als Drohung. Aber vielleicht empfinden Löwen da anders? Picco scheint wohl andere Erfahrung gemacht zu haben. Ich hoffe ich muss es nicht ausprobieren!
Sven, bisher ist soviel ich weiss, bis auf den Vorfall mit dem kleinen Jungen am Khwai Camp, nichts vorgefallen.
Siehe hier. Aber der Leopard treibz sich da wohl noch rum.
http://www.namibia-forum.ch/forum/20-camping/243687-khwai-north-campsite--news.htmlVom KTP in Rooiputs habe ich einen Bericht gelesen, dass die Löwen sich 50m von der Camp Site niedergelegt haben und da stundenlang gelegen sind. Auch in Xaxanaxa ist letztes Jahr ein am Tag ein ganzes Rudel durchs Camp laufen (2 Tage bevor wir da waren, leider - oder Gott sei Dank?) und da haben wir uns gefragt, wie verhalte ich mich, wenn dir auf dem Weg aus der Dusche ein Löwen begegnet?
Ich würde auch den Rückzug antreten. Giraffenmog, ich werde an Dich denken und keine Angst zeigen (wenn ich keinen Herzschlag bekomme)!
Also wie gesagt, herzlichen Dank und falls sonst noch jemand von seinen Begegnungen berichten
möchte, nur her damit!
Gruss
Doro
Miss Ellie1'723 Beiträge · seit 200913. Aug. 2012 · #16hallo ...
das mit den tief in die augen schauen baby halte ich fuer schlichten selbstmord ... In die Augen schauen heisst fuer fast alle tier, HUNDE EINGESCHLOSSEN, bedrohung und Angriff... Nur "vertrauenspersonen" koennen und sollten zum beispiel einem grossen hund in die augen schauen weil sonst kann es leicht passieren, je nach temperament, dass man denselben am hals hat... und soweit ich informiert bin gilt selbiges auch fuer Raubtiere...
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
picco6'369 Beiträge · seit 201113. Aug. 2012 · #17Hoi zämä
Ich weis nur was uns zwei unabhängige Guides gesagt haben, zu anderen Zeiten, an anderen Orten, beide das Selbe...
Aus Erfahrung weis ich's nur bei der Hyäne, da hab ich's aber weder bewusst noch absichtlich gemacht, aber gewirkt hat es.
Vieleicht lassen sich Hunde, die den Menschen im Gegensatz zu den wilden Tieren ja gewohnt sind und meist ums Kräfteverhältnis wissen, nicht direkt vergleichen.
Ich würde einem Löwen, der 5m oder weniger von mir entfernt ist wohl auch eher nicht in die Augen schauen können, aber grundsätzlich sind wir gross, haben wie sonst nebst den Affen nur die Raubtiere auch die Augen vorn (=Vorsicht, gefährlich) und wir stehen nicht auf dem Speiseplan der Raubtiere.
In Ostafrika kommen noch teilweise schlechte Erfahrungen mit z.B. Massai-Kriegern dazu, die meist für die Löwen sehr schmerzhaft enden.
Auch Raubtiere gehen einem Kampf in dem sie Angst haben müssen, verletzt zu werden, möglichst aus dem Weg.
Versteht mich nicht falsch, ich übernehme keinerlei Verantwortung für Unfälle, aber ich sage Euch was mir von Leuten, die täglich mit der Wildniss zu tun haben, gesagt wurde.
Nicht mehr, nicht weniger.
Metallliesel87 Beiträge · seit 201213. Aug. 2012 · #18Seber schrieb:
Es gibt hier ein Foto, auf dem ein Mann nachts im Bild auf einer campsite ist und ihn im Hintergrund mehrere Löwen "umzingelt" haben.
Hallo Seber,
meinst Du das hier?
http://www.ascocarhire.com/campingequipment_E.htm(ziemlich in der Mitte der Seite)
Metallliesel
Fotos und Reisebericht Südafrika:
www.detailaufnahme.de WEwernerbauerGast13. Aug. 2012 · #19@Etikette bei Begegnungen mit Löwen
Über richtiges Verhalten wurde schon viel gesagt und ich will hier noch beitragen, wie man sich dabei stilvoll korrekt verhält. Beobachtet an der 3rd Bridge:
Direkt neben dem Campingplatz hatte sich ein Löwenrudel mit ganz kleinen Jungen niedergelassen, richtige Kätzchen. Das Rudel ist dann später über die Brücke auf die andere Seite abgewandert und die Löwenmama ist mit den Kleinen in dem Gestrüpp zwischen Piste und der Brücke zurückgeblieben. In den folgenden Tagen hat die Löwin mehrmals die Brücke am Abend überquert, vermutlich um zum Rudel und zur Jagd aufzuschließen. Sie hat nicht gut ausgeschaut und war dabei durch die Menschen an der Brücke sehr verunsichert und irritiert und die Guides haben dafür gesorgt, die Brücke und unmittelbare Umgebung freizumachen bzw. die Löwin hinüber zu lassen. An einem Abend tauchte die Löwin auf der Brücke auf, als meine Frau und mehrere andere Personen noch drauf waren. Alle gingen sofort in voller Montur über die Seite ins Wasser bzw. auch unter die Brücke, nur einer nicht: Er hat sich zuerst AUSGEZOGEN UND JEDES KLEIDUNGSSTÜCK ORDENTLICH AUF DER BRÜCKE ABGELEGT, erst dann ist er auch ins Wasser und die Löwin könnte rüber.
Wer macht so etwas, wer verhält sich so? Lässt die Löwin warten und legt seine Kleidung ordentlich ab. JederFrau würde natürlich sofort vermuten, dass derartiges Verhalten nur very britischer correctness und coolness entspringen kann, aber nein, der Mann war SCHWEIZER. Hat uns Ösis damals auch nicht verwundert, denn „die Schweizer“ waren für uns immer schon der Inbegriff an Ordentlichkeit, ich sage nur Stichwort „Schweizermacher“. Chapeau an die Schweizer Kollegen, war echt beeindruckend,das wollte ich hier auch noch gesagt haben, ist ja schließlich ein Schweizer-Forum und jetzt gehe ich auf Tauchstation.
Grüße Werner
PS: Das war dann unsere letzte Sichtung dieser Löwin, danach ist sie nicht mehr gekommen, weil (laut Guide) die Jungen von Hyänen im Gestrüpp aufgespürt und getötet worden waren.
giraffenmog649 Beiträge · seit 200714. Aug. 2012 · #20Ich habe hier auch noch ein Fundstück aus einem anderem Forum zum Thema "So bitte nicht!"
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/fav/public/1/display/18469200