Offroad-Reisen.comThemenstarter40 Beiträge · seit 201006. März 2012 · #1Mosambik - ein schwieriger Start!
Wie schon an anderer Stelle ausgeführt, gehören wir inzwischen auch zu der nicht unbeträchtlichen Schar von Reisenden, die ihr eigenes Auto in der südafrikanischen Zollunion (RSA, Namibia, Botswana) untergestellt haben, und deshalb jedes Jahr aus Neue "gezwungen" sind, einen der Nachbarstaaten zu besuchen, um die Zolldokumente auszutauschen.
Diesmal sollte es also Mosambik sein, und damit unser 55. Staat, den wir besuchen. Selbstverständlich wollten wir dabei nicht nur unsere Verpflichtungen erfüllen, sondern mit offenem Herzen auch ein neues Land kennen lernen.
Leider waren die Erlebnisse während der Zeit unseres Aufenthaltes sehr zwiespältig.
Da gibt es auf der einen Seite die Menschen, die vorwiegend freundlich und fröhlich sind, da sind die hunderte Kilometer langen, wunderschönen und einsamen Sandstrände, da finden wir eine prachtvolle tropische Vegetation, und vor allem gibt es hier ein wirkliches Afrika mit seiner Buntheit, den Märkten, den Menschenmassen auf den Straßen und dem sonstigen prallen Leben.
Auf der anderen Seite ist da eine mehr als hässliche, gefährliche Hauptstadt (siehe Route 01) und vor allem das nach wie vor existierende, mehr als leidige Problem eines latenten Korruptionsproblems bei den Polizeibehörden. Trotz gegenteiliger Bekundigungen hat sich hier augenscheinlich noch überhaupt nichts geändert.
Auf unserer - nicht allzu langen - Fahrt durch Mosambik passierten wir allein 20 (!) Polizeikontrollen, von denen 2 mit eindeutig korruptem Personal besetzt war (siehe Route 01).
Diese Erscheinungen und vor allem der versuchte Überfall auf uns in der Hauptstadt Maputo sind Tatsachen, die uns in den bisherigen 54 Ländern eben noch nicht passiert sind, und die uns einen unbeschwerten Umgang mit dem Land sehr schwer machen.
Alles Weitere in unserem Reisebericht unter:
http://www.offroad-reisen.com/REISEN/AFRIKA/MOSAMBIK/MB-Menue.htmKlaus Friedl
Nunanani521 Beiträge · seit 201106. März 2012 · #2Schade, dass Ihr so schlechte Erfahrungen gemacht habt.
Bei unserem Besuch wartete aber auch gleich ein paar kilometer nach der Grenze der erste Polizeibeamte, der ein "Geschenk" haben wollte. Das war unser Willkommen, zum Glück hat er sich auch mit einem Kuli zufrieden gegeben.
Maputo haben wir ganz ausgelassen.
Schön waren die strände aber wirklich!
Gruß,
Nunanani
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200806. März 2012 · #3Hallo Friedl,
Ich finde es auch schade dass Ihr so eine negative Erfahrung gemacht habt!B)
Korrupte Polizisten haben wir auch getroffen.....Scheint im Land "IN" zu sein..:S
Maputo haben wir aber nicht als gefährlich empfunden....
Es grüsst
Annick
Montango1'667 Beiträge · seit 201107. März 2012 · #4Hallo Klaus,
schade, dass es für Euch so gelaufen ist und schade auch für das Land.
Ich bin gespannt, welche Erfahrungen wir im Juni machen werden.
In dem Zusammenhang würde mich interesssieren, welche Brücke zerstört war. Kommt man nun nicht mehr nach Giriyondo ?
Grüsse
Montango
Offroad-Reisen.comThemenstarter40 Beiträge · seit 201007. März 2012 · #5Hallo Montango,
welche Brücke genau kann ich leider nicht sagen. Wir haben in Mosambik eine Overlandergruppe getroffen, die vom Krügerpark über Giriyondo nach Mosambik fahren wollten und wieder umdrehen musste, weil wie gesagt eine Brücke zerstört ist, ob in RSA oder MOS haben wir nicht erfahren. Wir haben eine andere zerstörte Brücke im Krügerpark gesehen (auf der Südpiste zwischen Malelane Gate und Crocodile Gate)und mit Erfurcht bestaunen können, welche Naturgewalten da im Januar getobt haben müssen - da fährt so schnell kein Auto mehr!
Gruß Klaus
christian852 Beiträge · seit 200607. März 2012 · #6Hallo!
Wir wollten evtl. im April dort(Giriyondo) fahren. Ich kann mich gar nicht an eine Brücke errinnern.
Pafuri war ja immer(Wassertechnisch) schwierig, aber Giriyondo nicht.
Hier ein Link zu den Übergängen:
http://www.limpopopn.gov.mz/parkaccess.aspx Hat jemand aktuelle Info?
Gruß Christian
Montango1'667 Beiträge · seit 201107. März 2012 · #7Hallo,
ich habe gerade mal in T4A geschaut. Wenn man von Macia nach Chokwe fährt, muss man nicht über den Limpopo. Bei Massingir über den Dam. Wenn man über Guja fährt , kommt man über die Limpopobrücke.
Wenn Ihr im April fahrt, schaut doch mal nach für uns 😉 Wir fahren erst Mitte Juni dort entlang.
Grüsse
Montango
camelthorn409 Beiträge · seit 200907. März 2012 · #8Hallo Klaus!
Also, das mit dem Ueberfall(versuch) in Maputo habt Ihr gut geloest, nahezu vorbildlich.
Aber beim Thema Polizeikontrollen gibt es offensichtlich Lernbedarf - auch nach ueber 50 bereisten Laendern.
Polizeikontrollen in Mosambik wie auch in anderen Laendern des suedlichen Afrikas haben mit der urspruenglichen Idee einer routinemaessigen Ueberpruefung im Strassenverkehr nur noch wenig gemein. So beschraenkt sich die Kontrolle vielfach auf die Erkundung eventuell transferierbereiter Barschaften im Besitz des von der (oder zur) Strecke gebrachten Reisenden. Diesem kulturell immerhin sehr interessanten Kommunikationsvorgang mit nicht vorhersagbarem Ausgang sollte man sich mit groestmoeglicher Entspanntheit ausliefern und ihr eine sportliche Komponente zuerkennen. Dabei hilft es sicherlich, wie bei einem Casinobesuch vorher eine gewisse Summe an "Spielgeld" zu budgetieren, denn, man kann auch mal verlieren. Ein nicht aufgeraeumter Ruecksitz ist natuerlich ein heftiges Vergehen. Sich da wieder rauszureden kostet natuerlich. Aber nach Moeglichkeit nichts, was fuer die Reise noch vonnoeten sein koennte, wie zum Beispiel die gute Laune, der Humor oder zuviel Geld. Wenn man dann nach der siebten Sperre seine Jetons immer noch nicht ausgegeben hat kann sogar so etwas wie Euphorie aufkommen.
In Frankreich schmeisst man seine Euros den automatisierten Mautstellen in den Trichter, in Oesterreich geht nichts wenn man keine (Vignette) geklebt bekommen hat. In Afrika bekommt man fuer die "Strassenbenutzungsgebuehr" sogar noch was geboten. Quasi eine Lehrstunde ueber alles was wichtig ist im Land: Zeit haben, viel reden, nicht die Fassung verlieren, wichtig sein, freundlich bleiben, Respekt zollen, nach kreativen Einkommensmoeglichkeiten suchen und so weiter.
Also, werter Klaus, gib Mosambik noch ne Chance!
In Ostfriesland heisst es: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.
In Mosambik muesste es vielleicht heissen: Es gibt es keine bestechlichen Polizisten, nur Staatsdiener mit einem bestechend einnehmenden Wesen.
Gruss
Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
christian852 Beiträge · seit 200608. März 2012 · #9Moin, Moin!
Betreff des Übergangs Giriyondo& Wasserprobs habe ich mich informiert. Aktuell ist ja die Zeit der schweren Zyklone, da sind Überschwemmungen quasi normal. Es handelte sich um ein
Gebiet nördlich von Palmeira, verbunden mit einer Sperrung der EN1. Die Sperrung dauerte nur wenige Tage.
Aktuell ist ein neuer Zyklon im anmarsch. Giriyondo ist derzeit jedenfalls offen.
http://www.mozguide.com/index.php/news/164-en1-closed-between-palmeira-as-maciachristian
DTDiana in Cape Town211 Beiträge · seit 201108. März 2012 · #10Also ich kann Camelthorn nur Recht geben und unsere eigene Erfahrung dazu tun:
Wir sind kreuz und quer durch MOZ gefahren, 3 mal bisher und NIE wollte jemand Geld von uns. Maximal fragte man nach Zigaretten oder Cola (und das auch nur an der Grenze zur Unity 1 Brücke in der absoluten Pampa).
Trotz SA Kennzeichen wurden wir meist durchgewunken, wo man uns anhielt, wurde nett geplaudert. Dazu kann ich nur sagen, wies in den Wald hineinruft ....
Wir haben versucht, auch niemandem dazu Anlass zu geben, sind also immer brav nach dem Temposchildern gefahren, es stimmt, oftmals ist am Ortsausgang kein Aufhebschild, mit etwas Mühe erblickt man aber das auf der Gegenfahrbahn vorhandene Anfangsschild.
Grüsse aus Kapstadt
Offroad-Reisen.comThemenstarter40 Beiträge · seit 201008. März 2012 · #11Hallo,
zu den Beiträgen von Camelthorn und Diana gibt es von unserer Seite aus leider doch noch mal deutlichen Diskussionsbedarf:
Camelthorn:
Auch wenn du zweifelsohne versuchst, das Problem von der heiteren, entspannten Seite anzugehen, können wir deine Sichtweise nicht akzeptieren.
Dass wir uns als Touristen immer seltener sorgen- und vor allem kostenfrei durch die verschiedenen Länder bewegen können, ist Fakt und natürlich auch nicht mehr umkehrbar.
Wir wenden uns allerdings entschieden dagegen, Straßengebühren in Österreich, der Schweiz, in Frankreich, aber auch in Botwana, Swaziland, usw. in einen Topf zu werfen mit den Bestechungsforderungen, die wir erlebt haben. Die Straßengebühren sind rechtlich abgesichert und ihr Vorhandensein und die Höhe kann man vorher ermitteln (und wir sind auch gerne bereit, sie zu zahlen).
Also genau das Gegenteil von Bestechung.
Das führt natürlich zur Frage, bei was fängt eigentlich Bestechung an? Bei einer Cola, einem Kugelschreiber, zwei Colas, drei Schachteln Zigaretten...
Bei den von uns zunächst geforderten 50 EUR erübrigt sich natürlich die Frage.
Da wir solche Vorgänge, wie wir sie geschildert haben, in 38 Jahren noch nirgens sonst auf der Welt erlebt haben, haben wir keine Veranlassung, von unserer Sichtweise abzuweichen.
Bestechung ist für uns weder ein lustiger Volkssport, noch traditionelle Folklore, sondern schlicht und einfach kriminell, auch wenn ich spüre, dass jetzt vielleicht wieder ein Aufschrei durch das Forum geht.
Und - lieber Camethorn - wir wollen hierzu auch nichts dazu lernen.
Ob wir dem Land (dessen Bevölkerung es verdient hätte) nochmals eine Chance geben, wird sich zeigen.
Diana:
Schön, dass ihr bisher so unbehelligt durch das Land reisen konntet. Wir wären die letzten, die euch das nicht gönnen.
Leider widerspricht eure Erfahrung den Informationen, die wir sonst noch haben einholen können. Wir haben mit verschiedenen Südafrikanern über das Thema ausführlich gesprochen. Fast alle haben zugestimmt, dass die Abzocke durch korrupte Polizisten nach wie vor ein mächtiges Problem ist, gegen das von Staatsseite aus praktisch nichts gemacht wird.
Südafrikaner, die meist ja zu mehreren reisen, filmen sich nun oft bei Polizeikontrollen, um ggf. Beiweismaterial zu haben.
Es gibt wohl auch eine Korruptions-Hotline in Mosambik (Nummer liegt uns leider nicht vor, können wir aber ermitteln) und wenn man im Notfall offen diese anruft, dürfte sich wohl eine nicht rechtmäßige Kontrolle vielleicht schneller erledigen.
Was uns nicht gefällt, Diana, ist dein unterschwelliger Versuch, uns eine gewisse Mitschuld an den Vorgängen zuzuweisen. Wir haben jede Verkehrsregel befolgt, sind das ganze Land nur mit max. 80 gefahren, nach jedem Ort ohne Aufhebungsschild oft 55 bis zum nächsten Ort, usw., und dass wir nach 37 Urlauben allein in Afrika sehr wohl in der Lage sind, im Umgang mit Behördenvertretern durchaus den richtigen Ton zu treffen, solltest du uns glauben, ohne uns ohne Grund vorzuverurteilen.
Klaus Friedl
Montango1'667 Beiträge · seit 201108. März 2012 · #12Hallo Klaus,
ich gebe Dir natürlich hundertprozentig Recht: Korruption sollte man (nach Möglichkeit) nie und nirgends unterstützen. Das Du aber in 38 Jahren so etwas noch nirgendwo erlebt hast, war wohl schieres Glück.
So gibt es z.B. eine nicht legale Stempelgebühr von 1 US$ an Grenzen von Laos oder Kambodscha (da kannst DU sogar zuschauen, wie das Geld anschließend verteilt wird), in Südamerika sollten wir an der Grenze schon 50 US $ für ein Formular bezahlen, dass es eigentlich kostenlos gibt und in Namibia hat uns ein Polizist bei einer Kontrolle ganz offen nach einer "Spende" gefragt.
Bezahlt haben wir fast nie. Camelthorn hat da ja schon gute Tipps gegeben, das Wichtigste ist Zeit haben 🙂
Und wenn man doch einmal zahlen muss, sollte man es mit Fassung tragen und dann tatsächlich als "Straßenbenutzungsgebühr" verbuchen. Wenn man damit nicht leben kann, müßte man viele schöne Länder dieser Welt leider meiden.
Grüsse
Montango
camelthorn409 Beiträge · seit 200912. März 2012 · #13Offroad-Reisen.com schrieb:Hallo,
zu den Beiträgen von Camelthorn und Diana gibt es (...) deutlichen Diskussionsbedarf.
(...)
Und - lieber Camethorn - wir wollen hierzu auch nichts dazu lernen.
Klaus Friedl
Lieber Klaus, wie soll das zusammen gehen, einerseits Diskussionsbedarf anzukuendigen und dann keine Bereitschaft an den Tag zu legen etwas dazu zu lernen?
Gruss
Camelthorn
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carl1'287 Beiträge · seit 200813. März 2012 · #14Hallo Klaus,
erst einmal tut es mir leid, dass Ihr so schlechte Erfahrungen gemacht habt. Gerade Maputo fand ich seinerzeit ein schönes Erlebnis einer großen, durch und durch afrikanischen Stadt.
Ich denke, alle die bisher verschont worden sind, hatten sicher einfach Glück und es kann uns wohl allen passieren, dass wir in problematische Situationen kommen, egal wie wir uns verhalten.
Ich habe allerdings eine ganz praktische Frage. In Eurem Reisebericht (
http://www.offroad-reisen.com/REISEN/AFRIKA/MOSAMBIK/MB-Menue.htm) schreibt Ihr:
Auch ein viertelstündiges Palaver in jede Richtung (zwischen Fordern, Scherzen und Bitten) half uns nichts, da wir nach Herausgabe der aller Papiere (wir wissen nun, das man dies nicht tun sollte) eindeutig in der schlechteren Position waren.
Meine Frage dazu:
Wie soll Eurer Meinung nach die Nicht Herausgabe der Papiere funktionieren, wenn man eindeutig vom Gegenüber zur Herausgabe der Papiere aufgefordert wird?
Vielleicht hat ja auch der eine oder die andere dazu Erfahrungen.
Danke und Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
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"I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
Offroad-Reisen.comThemenstarter40 Beiträge · seit 201013. März 2012 · #15Hallo Carl,
wir können hier nur die Tipps der Südafrikaner weitergeben, die sich im Umgang mit den korrupten Polizisten anscheinend mehr trauen:
Viele geben die Pässe nicht mehr aus der Hand, sondern halten sie aufgeschlagen von innen an die (geschlossene) Seitenscheibe, nach dem Motto " nur schauen, nicht anfassen".
Diese Vorgehensweise wäre uns allerdings zu riskant.
Gruß Klaus
carl1'287 Beiträge · seit 200813. März 2012 · #16Hallo Klaus,
danke für die Antwort. Ich persönlich denke ja auch, dass ein solch abwehrendes Verhalten eher kontraproduktiv ist und sicher nicht zu einem guten Klima zwischen dem Touristen und dem Polizisten beiträgt.
Schade ist dann eben auch, dass die so behandelten Polizisten ggf. ihren Frust über diese Abweisung am nächsten Touristen auslassen, ohne dass sich dieser irgendeiner Schuld bewusst ist.
Gruß
Carl
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WEwernerbauerGast13. März 2012 · #17@Neppen, Abzocken, Korruption, Mobben etc.
Ich bin kein Weltenbummler wie viele hier, möchte aber trotzdem (oder deswegen) etwas dazu sagen. Vorweg: Ich verstehe Jederfrau/Manns Frust über Nepp, Belästigung etc., ich ärger mich auch, lasse mir aber nichts vermiesen, so lange es im Rahmen liegt. Ich persönlich hatte bisher Glück und bin meistens Nepp oder Schikane mit Schmäh und Geduld ausgekommen. Ist aber sicherlich auch eine Frage der Häufigkeit derartiger Reisen; je öfter, desto wahrscheinlicher, dass es einem erwischt. Ich habe bisher nur ein Mal geschmiert, vor Jahren in Beitbridge und zwar freiwillig; das war es absolut wert, sonst wäre ich dort einige Tage gestanden. Verbucht man bei uns unter „Beratungshonorar“. Mich nervt aber manchmal die unterschwellige Wehleidigkeit im Umgang mit diesem Thema. Hin und wieder klingt durch, dass es „Uns“ zusteht, auch die entlegensten (und auch ärmsten) Gegenden der Welt, angenehm und problemlos zu bereisen und nichts soll diese Idylle stören, so als wäre das quasi ein Menschrecht. Die Weltenbummler haben halt auch ein „Berufsrisiko“ zu tragen, so wie die daheim Gebliebenen und es ist immer geringer als das der dort Lebenden. Damit meine ich nicht gerade speziell diesen Thread und bitte nicht darauf eingehen, wenn es nicht so gemeint ist; ich wollte das bloß loswerden.
Ich finde, dass es uns Touristen in diesen Ländern diesbezüglich unvergleichlich besser geht als den Einheimischen, vor allem auch betr. Sicherheit. Ich finde das Neppen etc. auch schlimm und es hat über die Jahre zugenommen, es ist aber nicht wirklich so neu und auch nicht auf Afrika oder andere vergleichbare Länder beschränkt, z.B.:
1978 hat mich im damaligen Jugoslawien eine Verkehrstreife mit einer lächerlichen Begründung abgestraft. Nach Kontrolle meines Passes (mit leider eingetragenem Titel) wurde das Ganze dann richtig teuer. Da half es auch nicht, dass der Klassenfeind eine alte Rostlaube fuhr. Ein paar Jahre später habe ich dort einen Unfall ohne Personenschaden verursacht, mit großem Schaden an meinem Auto und einen kleinen an einem jugoslawischen LKW. Ich musste an der Unfallstelle meinen Pass abgeben und habe diesen erst einige Tage später, nach der Gerichtsverhandlung, Verurteilung und Bezahlen der Strafe und der Polizeieinsatzkosten wieder zurück bekommen, wobei der ganze Vorgang von den jugoslawischen Behörden aber absolut korrekt, höflich und ohne Schikanen abgehandelt wurde.
Meine frühere polnische Nachbarin hat mir öfters erzählt, wie sie die slowakischen und polnischen Polizisten „erwischt“ hat, die von ihr (weil mit österreichischem Kennzeichen unterwegs) Strafmandate wegen phantasievoller Übertretungen kassieren wollten (ohne Quittung versteht sich) und dann aus allen Wolken fielen, wenn diese sie auf Polnisch abgekanzelt hat.
Und noch eines, weil die österreichische Autobahnmaut genannt wurde. Als diese eingeführt wurde, haben die Kärntner Hoteliers und Gastronomen (überhaupt die dreistesten Raubritter der Nation) gejammert, dass nun die deutschen Gäste wegen der Maut wegbleiben würden. In der anschließenden öffentlichen Debatte erschien im „Profil“ folgender Leserbrief über das Image von Urlaub in Kärnten: Der Schreiber hatte sich beim Kellner beschwert, dass das große Bier 80 ATS (!!) kosten sollte, Seeterrasse und Bergblick hin oder her. Reaktion des Kellners: OK, geben sie mir halt 50.
Wie lange soll ich noch fortsetzen und wer kennt das nicht alles? Täglich erfahren wir hier einen echten Korruptionsskandal nach den anderen. Da regt mich persönlich der Versuch eines nicht oder unterbezahlten afrikanischen Polizisten, auch von der Globalisierung zu profitieren, vergleichsweise wenig auf. Sehr wohl tun das aber die dortigen korrupten Eliten, die mit mindestens 10 % des BIPs überall mitschneiden, ohne etwas dafür zu leisten. Ist bei uns aber kein Aufreger, fällt hier unter normale „Akquisitionskosten“ und sichert Arbeitsplätze. Irgendwo muss das Geld für die nächste Fernreise ja herkommen.
Grüße Werner
DTDiana in Cape Town211 Beiträge · seit 201113. März 2012 · #18" Auf der anderen Seite ist da eine mehr als hässliche, gefährliche Hauptstadt (siehe Route 01) und vor allem das nach wie vor existierende, mehr als leidige Problem eines latenten Korruptionsproblems bei den Polizeibehörden. Trotz gegenteiliger Bekundigungen hat sich hier augenscheinlich noch überhaupt nichts geändert."
So, du warst also vorher schon X mal in MOZ und hast das persönlich festgestellt?
Ich lebe seit langem in SA und bin zudem bisher mehrfach intensiv durch MOZ gereist, u. a. entlang der EN 1 bis Unity 1 und durchs Land bis Unity 2.
Du warst dagegen nur wenige km im Land.
Die Südafrikaner mit denen wir sprachen und sprechen, erzählen uns etwas völlig anderes.
"Was uns nicht gefällt, Diana, ist dein unterschwelliger Versuch, uns eine gewisse Mitschuld an den Vorgängen zuzuweisen."
Wer hat hier wen vorverurteilt? Mit welcher Einstellung seid ihr ins Land gefahren?
Carmen on tour119 Beiträge · seit 201014. März 2012 · #19Zu Neppen, Abzocken fällt mir noch ein...
Wenn ich in Basel den Rhein entlang spaziere sind dort viele Schwarze unterwegs. Sie dealen mit Kokain, in ganz kleinen Mengen, damit sie sagen können, es sei für Eigenbedarf wenn die Polizei sie anhält. Der Polizei ist dieses Katz und Maus Spiel zu mühsam. Viel einträglicher ist es Parkbussen zu verteilen. Wer in Basel nur ein paar Minuten falsch parkiert, kann sicher sein, einen Einzahlungsschein über 40 bis 80 CHF an der Windschutzscheibe zu haben 🙁
Besos Carmen
Serengeti354 Beiträge · seit 201014. März 2012 · #20Und was lernen wir aus diesem Thread?
Derjenige, der kritisch anmerkt hat bestimmt selbst "Dreck am Stecken" und muss sich für seine Ansichten rechtfertigen, denn bestimmt war er selbst derjenige, der sich falsch verhalten hat.
War blöderweise nur Keiner dabei, der es mitbekommen hat. Ist aber auch egal.😗
("Du hättest doch wissen müssen...., Warum überhaupt dort hin gefahren...., Korruption gibts überall..., wie man in den Wald hineinruft... etc.)
🤪
Serengeti