Sambia - Trauerspiel mit Happy End

Reisebericht 53 Antworten · 19,8k Aufrufe · gestartet 19. Okt. 2011 von Kiboko
Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200919. Okt. 2011 · #1
Zambia, the real Africa
Ein Trauerspiel mit Happy-End.

Edit: Dank Corona hatte ich wieder etwas Zeit den Sambia-Reisebericht nach html umzusetzen, Text zu überarbeiten, mit weiteren Bildern zu ergänzen und auf meiner Heimseite hochzuladen.
Der Reisebericht hat 264 Bilder verteilt auf 38 Seiten.
Kafue & South Luangwa - Trauerspiel mit Happy End



Die Büffelszene habe ich wieder in einer separaten Fotoreportage ausgegliedert.
Achtung, diese Bilder sind sehr blutig und nichts für schwache Nerven.
Sie hat 50 Bilder auf 7 Seiten.
Drama am Luangwa



Viel Spaß beim Reinschauen.
Bernd
Edit Ende

5.10. Auf der Rückfahrt von einer Dienstreise haben mich meine Kollegen am Flughafen ausgesetzt.
Ich hatte viel Zeit und eröffnete die Schlange vor dem Schalter der Ethiopian Airlines.
Um 20 Uhr machte dann der Schalter auf. Dank Poolposition hielt ich wenige Minuten später die Bordkarte in der Hand. Nach dem Gewicht der Fototasche wurde nicht gefragt.
Volker war zum Abschied gekommen. Es wurden ein paar letzte Hefeweizen gezischt und dann gab es kein zurück mehr.

Es ging wieder nach Afrika – nach Sambia „the real Africal“

6.10.
In Addis haben sie das Verfahren etwas geändert.
Für den Anschlussflug nach Lusaka wurde man durch einen Umweg eines anderen Gates direkt in den Ausgangsbereich geführt. Damit entfällt der erneute Sicherheitscheck.:)
Nachteilig ist es, dass dort keine „Pipi-Bude“ gibt. Also Beine zusammenklemmen und Zähne zusammenbeißen … 😣

Interessanterweise ging es dann mit der gleichen Maschine weiter über Harare nach Lusaka.
Auf dem Flughafen habe ich noch schnell zwei Bilder gemacht, die B767-300 der Ethiopian Airlines und das Schild „Welcome to Zambia“. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass das Welcome nur für mich, aber nicht für mein Fotogeraffel gilt.
Im Flughafen gab es lange Schlangen zum Ausfüllen des blauen Einreisefragebogens und dann noch längere Schlangen bei der Einwanderbehörde. Der Schalter für „Crews und Diplomaten“ war aber frei. Sollte ich es wagen? Also zum Schalter gelaufen, Pass reingereicht, $50 hintergereicht, Stempel rein und schon war ich offiziell in Sambia. Da kam auch schon das erste Gepäckstück auf dem Fließband angerauscht. Mein Rucksack! 🤩 Wow! Also Rucksack und Fotogeraffel auf den Kofferkuli geladen. Als erster strebte ich zum Ausgang. Leider hatte ich mein Glück aufgebraucht. Der Zollbeamte von „Nothing to Declare“ schickte mich zu „Declare“. 🤨 Hey, ich bin doch nur ein normaler Safari-Tourist, der in den Nationalparks wilde Tiere fotografieren möchte. Ich nehme doch alles wieder mit nach Hause. Der Zollbeamte hatte kein Erbarmen. Ich musste ein Forumblatt ausfüllen mit dem Neuwert meines Fotogeraffels in Zambia? Wie soll ich das wissen? Welchen Neuwert hat eine 5 Jahre alte D200 heute in Zambia? Schreibt man jetzt viel zu wenig auf, wird dann vielleicht die Ausrüstung konfisziert? Also habe ich den geschätzten Gebrauchtwert in Deutschland angegeben ca. 14000 EUR. Inzwischen war um die Zollbeamten eine Riesentraube von Menschen entstanden. Ein Inder hatte Säckeweise Kürbissamen dabei, eine Gruppe Chinesen Kofferweise 90° Stücke und Ventile für Wasserleitungen, eine Europäerin eine Reisetasche voll Zahnbürsten. Unglaublich, was die Leute so alles dabei haben. Endlich war ich an der Reihe. Mit flinken Fingern malträtierte der Zollbeamte seinen Taschenrechner.
Die Zahlen wurden größer und größer und lagen irgendwo zwischen Milliarden und Fantastellionen. Bernd bleib ruhig, dass Quatschgeld ist nicht viel Wert, da sind alle Zahlen groß. Dann kam der Hammer. Für ein Deposit von mehr als 8000 EUR 😮 könnte ich die Kameras nach Sambia einführen. Wenn ich die Kameras wieder ausführe, dann bekomme ich das Geld selbstverständlich zurück- natürlich in Quatschgeld mit entsprechend hohen Umtauschverlusten. Ich habe aber keine 8000 EUR. Soviel Devisen darf man gar nicht nach Sambia einführen! Auch wenn ich das Geld hätte, würde ich es nicht Geld hinterlegen wollen. Ich verlangte nach dem Chef, um eine Lösung zu finden, das geht aber nur wenn ich mein Fotogeraffel und Gepäck hier zurücklasse. Am liebsten wollte ich gleich zurückfliegen, aber mein Flieger war inzwischen wieder auf dem Weg nach Addis. 🙁 Inzwischen war ich der einzige Fluggast in der ganzen Halle und alle Hartnäckigkeit half nix.
Der einzige Weg, die Halle zu verlassen war es, das Fotogeraffel beim Zoll zu lassen. 😵
Es wurde mir versichert, dass sie im Büro gut aufgehoben sind und dort nichts abhanden kommt. Ich musste dann noch einen Zettel mit Seriennummern ausfüllen. Dann habe ich den Kleinkram aus der Fototasche umgeladen und meine Kameras dem Zollbeamten übergeben.
Morgen um 8 Uhr könnte ich im Büro mit dem Chef sprechen und dort alles regeln.
Da der Weiterflug in den Kafue Nationalpark erst am Nachmittag ist, sollte dafür auch genügend Zeit sein.
Welcome to Zambia – the real Africa!!! 😕

Glücklichweise hat mein Taxifahrer auf mich gewartet und zum Wayside Guesthouse gebracht. Die Leute im Guesthouse waren sehr freundlich und haben versucht einen Kontakt zu DHL herzustellen, die mir am nächsten Tag beim Zoll helfen könnten.
Essen gab es im Guesthouse nicht. Aber auch im tiefsten Afrika gibt es einen Pizza-Bringdienst und für 57000 Kwacha (sprich Quatscha) gab es eine Pizza Hawaii.

Es folgte eine schlaflose Nacht mit tausenden Fragen. Werde ich meine Kameras je wiedersehen? Macht es überhaupt Sinn in Sambia zu bleiben?
Aber morgen um 8 wird sich hoffentlich alles klären. 😐

In der Nacht, wie in den vorherigen Nächten regnet es. Der Regen ist mehr als 1 Montag zu früh. Das wird die Fotomöglichkeiten in den Nationalparks negativ beeinflussen.

7.10.
Am nächsten Morgen musste ich für die Üernachtung und die Taxitransfers
$160 bezahlen, obwohl sie laut Reisbüro im Preis enthalten sind. 🤨
Immerhin ging die Pizza und die zwei Mosi aus dem Kühlschrank auf Kosten des Hauses.

Mein Flug in den Kafue Nationalpark wurde von 14 Uhr auf 7 Uhr vorverlegt.
Also vor dem Aufstehen einmal quer durch Lusaka zum Flughafen.
Ich war der einzige Passagier, aber der Pilot „Paul“ hat einen festen Zeitplan und kann leider nicht bis 8 Uhr warten. Aber ein paar Minuten Luft hat er und wir sind zusammen zum Zoll gegangen. Dort war ein anderer Beamter für den Vormittagsdienst. Immerhin war meine Fototasche noch da. Der sagte, dass man gegen eine kleine Gebühr von ca. $ 100 die Ein- und Ausfuhr deklarieren kann. Das macht aber der Chef und der kommt nicht vor 8, eher später. Was nun? Wilderness könnte für mich den Bürokratiekram erledigen und das Fotogeraffel dann hinterherschicken. Ich habe bei Wilderness die Quittung für mein Fotogeraffel übergeben. Ein letztes Mal habe ich meine Kameras gestreichelt und dann ging es ohne Kameras in den Buschflieger in den Kafue Nationalpark. Nach einer Zwischenlandung in Busanga auf einen „Feldweg“ bin ich in „Lufupa International“ mit seiner imposanten Schotterpiste angekommen. Per Boot ging es dann in einer Stunde über den Kafue-River zum Lufupa Bush Camp. Das Camp liegt an einer Stromschnelle des Kafue-Rivers. Da die Ufer sehr steil sind, gibt es dort kaum etwas zu sehen. Am Ufer gab es ein paar Impalas, Pukus, einen Elefant im Gebüsch sowie ein paar Hippos. Also habe ich keine tollen Fotomotive verpasst. Es besteht aus 4 Rundhütten mit Platz für maximal 8 Gäste.

Status Kamera: Über Funk wurde angefragt, wie viel Die Kameras Wert sind.

Eine Amerikanerin war der einzige weitere Gast. Mike hat uns dann abends auf einer Pirschfahrt mitgenommen. Nennenswerte Fotomotive wären ein paar schlafende Löwen und eine Gruppe Kudus gewesen. Der Singhabicht, der einen Grautoko in den Fängen hatte, wäre wohl für ein Foto zu schnell gewesen. Somit habe ich nicht wirklich etwas verpasst. Bei der anschließenden Nachtsafari gab es eine hinkende Hyäne und eine Genet zu sehen. Also nix verpasst.

Status Kamera: Wilderness hat mit dem Zoll gesprochen. Für ein Deposit von ca. $450 würde ich die Kameras am nächsten Tag bekommen. Ob ich damit einverstanden bin?
Ja, 450$ sind OK. Kann ich das auch in EUR hinterlegen?

8.10. (Samstag)
Morgens weckt mich Mike. Wilderness reicht meine Zusage nicht. Wilderness kann erst in Lusaka aktiv werden, wenn er das Geld hat. Ich habe ihm 350 EUR gegeben.
Mit dem nächsten Flieger soll dann die Kamera in den Kafue kommen.

Ohne Kameras kann ich den Tag ruhig angehen lassen. Ich bin inzwischen der einzige Gast im Lufupa Bush Camp.

Kamera Status: Batterie des Funkgerätes ist Platt. Keine neuen Informationen

Am Nachmittag fahr ich mit Mike gemütlich zum Flughafen Lufupa International, in der Hoffnung dass die Kameras mit dem Nachmittagsflug kommen. Es war aber keine Kamera mitgekommen:

Kamera Status: Ron sagt, das Wilderness is pushing it. Tomorrow I will have my Cameras

Auf dem Flughafen haben wir Charlotte aus Stuttgart abgeholt.
Traurig bin ich zum Lufupa Bush Camp zurückgefahren.
Außer einen Elefanten gab es nur ein paar Kudus, Impalas, Pukus, Warzenschweine und Äffchen zu sehen. Keine wirklich spannenden Fotomotive. Also nix verpasst

Kamera Status: Keine neue Info

9.10. (Sonntag)
Frühpirsch. Durch den Regen der letzten Tage werden die Bäume grün. Die Sichtweite in den Busch wird immer kleiner. Außer ein paar Vögel und ein paar Kuhantilopen gab es keine Fotomotive. Nix verpasst.

Abendpirschfahrt: Außer einer Schlange, die mit einem Affenzahn kurz vor dem Auto die Straße gequert hat, haben wir nix gesehen. Nix verpasst!

Zwei Paare älteren Semesters aus Amerika bevölkern jetzt zusätzlich das Lufupa Bush Camp. Mister America hat eine Superkamera mit einen 35-fach Zoom bis 824 mm. Damit kann er alles fotografieren in bester Qualität fotografieren. Ich wäre selber Schuld, wenn ich mit so schweren Geraffel nach Afrika fahre. Das ist heute mit seiner tollen Kamera nicht mehr nötig.

Kamera Status: Keine neue Info
Ich sage Mike wenn sich am Montagmorgen nix ändert, dann soll meine Reisebüro „Abendsonne“ kontaktiert werden und ich will schnellstmöglich nach Hause. Eine Fotoreise ohne Kamera macht für mich keinen Sinn!

10.10. (Montag)
Meine Zeit im Lufupa Bush Camp ist vorbei. Die interessantesten Fotomotive wäre die Lodge selbst gewesen. Als Fotograf braucht man da nicht hinzufahren.

Morgens geht es früh mit Evans nach Lufupa. Dort treffe ich Ron und Ingrid,
die Manager von Lufupa City. Sie haben eine Mail an Abendsonne geshickt.
Kamera Status: Nix neues, da das Zollbüro erst um 8 Uhr aufmacht. Aber Wilderness ist dran!

Von Lufupa aus ging es mit Florian, Hans-Jörg und Samuel von „Chunting Africa“ nach Musanza. Auf dem Weg haben wir drei Leoparden gesehen, die sich an eine Herde Pukus angeschlichen haben. Statt eine spannende Jagd zu beobachten, wollten die Herren vom Reisebüro aber lieber zu Lodge fahren. Vielleicht war es auch besser so, wer weiß, welche spektakulären Bilder ich gesehen hätte, ohne sie in Speicherkarten schütten zu können.

Mittags sind wir in Musanza angekommen. Das Camp besteht aus 6 Zelten. Es liegt direkt am Lufupa-River und ist ca. 15 km von den Busanga Plains entfernt. Es ist alles eher einfach, hat aber Charme. Das Camp hat mir sehr gut gefallen.

Kamera Status: Kamera ist noch beim Zoll. Es fehlt noch ein „Letter vom Direktor“. Ausserdem wird noch wieder nach dem Wert gefragt.
Ich sage nur noch 10000.

Abends geht es mit dem Guide Evans und Florian auf Pirschfahrt. Beim Sundowner laufen uns Streifengnus und Zebras durch den Sonnenuntergang. Ich hoffe, ich bekomme davon ein paar Bilder.

Kamera Status: Die Kameras sind jetzt durch dem Zoll und lagern jetzt bei Wilderness.
Leider gibt es morgen nur einen Nachmittagsflug. Somit muss ich noch weiter warten.

11.10. (Dienstag)
Eine Schweizer Familie mit einer ähnlichen Fotoausrüstung wird zum Schumba Camp gebracht. Da kann ich mitfahren. Auf dem Weg sehen wir Löwen, Zebras und Büffel. Die Schweizer fotografieren und ich schaue zu.
Das Schumba-Camp ist ein Traum. Das liegt inmitten der Busunga Plains und man hat einen Blick auf den Fluß und eine weite Ebene mit vielen Lechwe Antilopen. Leider können nicht alle Zelte benutzt werden, da unterhalb eines Zeltes eine Löwendame ihre Babys bekommen hat. Das Rudel hat eine Lechwe Antilope geschlagen und der Löwe hat sie dann vom Fluß zum Camp getragen, damit seine Geliebte mit dem Babys nicht verhungert. Aber für diese Szene waren wir schon zu spät. Das war auch gut so. Ohne Kamera hätte ich bei der Szene auch nur das große Heulen bekommen.

Kamera Status: Kamera kommt mit dem Nachmittagsflug nach Busunga und dann mit dem
Hili nach Schumba. Ich brauche also nur noch am Nachmittag wiederzukommen.

Mit großer Vorfreude geht es zum Mittagessen zurück nach Musanza. Tiersichtungen sind aber Mangelware.

Kamera Status: Jetzt sollen meine Kameras nicht zum Schumba Kamp sondern zum Busanga Bush Camp gebracht werden.

Damit gibt es keine Möglichkeit die Löwen in Schumba zu fotografieren. John, unser Guide, füährt uns auf den schnellsten Weg zum Busunga Bush Camp. Auf dem weg sehen wir immerhin ein Gnu und ein paar Paviane in sehr großer Entfernung. Im Busanga Bush Camp angekommen, gibt es aber keine Kamera für mich. Niemand wusste, dass sie auf dem Busange Air Strip ausgeladen werden sollte. Die ist jetzt bis nach Lufupa weitergeflogen.
Meine Gefühlslage war jetzt so, als wenn Heiligabend Bescherung ist. Alle kriegen ein Geschenk nur ich nicht. Ich bin wütend, unglaublich enttäuscht und total traurig. Auch das Winhoek Lager an der Bar kann da nicht wirklich helfen.
Beim Sundowner haben wir einen prächtigen Löwen im Sonnenuntergang. Ich beiße vor Wut in den Vordersitz und schütte ein paar Mosi in mich rein!

Auf der anschließenden Nachtpirschfahrt gibt es ein Oribi und eine Genet zu sehen, sonst nix!
Bei der Ankunft in Musanza sind alle im Camp traurig, dass es mit den Kameras nicht geklappt hat. Aber sie haben eine Überraschung für mich …
… Ron hat meine Kameras von Lufupa nach Musanza gebracht.

Ich bin überglücklich. Jetzt kann der Urlaub losgehen.
Evi, der Manager und John der Guide beschließen für meinen letzten Tag das Maximum rauszuholen.

12.10.
Schon mit der ersten Dämmerung geht es auf Pirschfahrt. Am Rand der Busanga Plains geht die Sonne auf. Ich mache vom Sonnenaufgang 450 Aufnahmen! Daraus soll eine Filmsequenz entstehen.
Im besten Morgenlicht sehen wir den Sohn von Big John. Der Chef des Löwenrudels im östlichen Busanga Plains. Majestätisch schreitet ehr durch die Plains und wir begleiten ihn ein Stück. Es gibt dann noch Pferdeantilopen, Zebras, Streifengnus und Lechwe Antilopen zu sehen. Dazu nach Kraniche und weitere Vögel.
Abends geht es auf Bootsfahrt auf dem Lufupa-River. Hier gibt es neben Hippos und Krokodilen in erster Line viele Vögel zu sehen. Ich lassen den ganzen Frust der letzten Tage raus. Ich stelle die Kameras auf „Feuerstoß“ und schieße auf jeden tieffliegenden Vogel. Nach einer Stunde kann ich kaum noch die schwere Kamera halten.
Dann steigen wir ins Auto um. Vom Sonnenuntergang mache ich dann 700 Aufnahmen,
um wenig später vom aufgehenden Vollmond noch mal 400 Bilder zu machen.
Auf der Nachtpirschfahrt sehen wir drei Leoparden. Ein Weibchen mit Nachwuchs und ein Männchen. Dabei gelingen Aufnahmen von poppenden Leoparden.

13.10.
Zum Sonnenaufgang gibt es für mich noch eine halbstündige private Bootssafari auf dem Lufupa River. Dann geht es zum Lufupa International Airport. Paul fliegt uns dann nach Lusaka aus. Dort kann ich mich dann bei Wilderness für ihre Unterstützung bedanken und wenig später geht es mit Proflight nach Mfuwe.
Am frühen Nachmittag bin ich im Nkwali Camp. Das Camp ist ein Traum. Es hat 6 Häuser. Die sind zum Luwanga-River hin offen, so dass ich vom Bett aus auf dem Fluß und die Tiere schauen können.
Die Pirschfahrt beginnt am Camp. Der Ponton zum Übersetzen über den Luangwa ist aber nicht in Betrieb. Dafür wird durch den Fluß gefahren. Während der Nachtpirsch treffen wir auf eine Gruppe Hyänen mit Nachwuchs. Auf dem Rückweg wird der Landcruiser im Flussbett geparkt und mit dem Boot übergesetzt.

14.10.
Morgens habe ich eine Private Pirschfahrt mit Viktor. Alle anderen Gäste sind Mitarbeiter von Reisebüros und auf Lodgetour. Wieder geht es durch den Fluß in den Nationalpark. Die Anzahl der Motive hält sich auch in Grenzen, aber dann treffen wir an einer Quelle auf einen Büffel. Dieser sitze im Schlamm fest und kann sich nicht mehr bewegen. Die Hyänen haben den Büffel bereits vor uns gefunden. Sie knabbern bereits am Hinterteil. Bei jedem Biss schreit der Büffel erbärmlich. Die Köpfe der Hyänen sind Blutgetränkt. Der abgebissene Schwanz wird von einen Marabu gefunden und im Ganzen runtergeschluckt. Leider ist der Marabuhals kürzer als der Ochsenschwanz und die Borsten schauen noch aus dem Schnabel. Also wieder rausgewürgt und noch mal geschluckt. Passt immer noch nicht. Dann klaut sich ein anderer Marabu den Büffelschwanz, hat aber auch keinen längeren Hals. Währendessen sind die Hyänen immer tiefer in den Büffel vorgedrungen. Sie ziehen die Gedärme raus. Der Büffel schreit ohrenbetäubend, die Muskeln zucken, der Kopf dreht sich und doch kann er nichts dagegen machen. Nach über einer Stunde ziehen die Hyänen lebenswichtige Organe raus und das schreien des Büffels verstummt.
Es versammeln sich immer mehr Geier. Die kommen aber nur an den Büffel ran, wenn sich die Hyänen kurzzeitig zurückziehen. Aber dann kommt die nächste Hyäne am Büffel, verjagd die Geier und man hört die Knochen knacken.

Irgendwie mag mir das anschließende Mittagessen nicht so richtig zu schmecken.

Die Nachmittagspirschfahrt Richtung Puku Ridge. Sundowner nähe Presidential Ldoge. Leider fototechnisch nicht so ergiebig. Die Hyänen knabbern immer noch am toten Büffel.

15.10.
Morgens wieder eine Privatsafari. Diesmal entlang der Luangwa Richtung Norden und zu den Lagunen. Viele Vögel.

Abends werden wir durch eine große Elefantenherde aufgehalten. Somit schaffen wir es für den Sundowner nur bis zum Luangwa. Fast bei Dunkelheit wird dann der Fluß durchfahren und im Nationalpark eine Nachtpirschfahrt unternommen. Fototechnisch wenig ergiebig.

16.10.
Morgens Fahrt erst zur Puku Ridge und dann am Fluß entlang zu den Lagunen. Am Gate wieder raus. Viele Vögel, aber kein großes Highlight.

Nachtsafari. Viele Elefanten an Wasserlöchern an der Hauptstrasse. Zum Sunset an der Brücke zum Maingate. Kurze Runde am Maingate und dann wieder zurück zur Nkwali. Bei der Nachtsafari gibt Sambia noch ma Alles: zwei Gabelracken, Weißschwanzmanguste, Buschbaby, 2x Grysbock, 2x Genet, Civet und drei Honigdachse.
17.10.
Um 07:30 ging es wieder zum Flieger nach Mfuwe. Flug nach Lusaka. Dort habe ich dann ein paar Stunden im Wilderness Büro auf die Chefin gewartet. Die hat mir dann das restliche Geld, eingetauschte Kwatschas, Umtauschbescheinigung, Kosten für die temporäre Einfuhr meines Fotogeraffels, Kosten für eine Agentur (Büro das für die Ein- und Ausfuhr hilfreich ist), Kosten für Lagerrung der Kamera beim Zoll gegeben. Dann hat mich jemand von der Agentur zum Zoll gebracht. Dort wurden Kamera und Papiere (Carnet?) vom Agenten vorgelegt, gestempelt und ich durfte meine Kameras mit nach Hause nehmen.
Dann ging es in den Flieger und ich war durchaus glücklich, als er endlich abhob.
Leider hatte ich noch keine Bordkarte für den LH Flug von Addis nach Frankfurt.
Aber auch das ließ sich durch geduldiges Schlangestehen in Addis beheben.

18.10.
Nach einer grauenvollen Nacht mit drei Kleinstkindern auf benachbarten Sitzen und Sitzreihen bin ich um 05:17 in Frankfurt aufgeschlagen.

Fazit:
Die Menschen in Sambia sind sehr warmherzig und sehr freundlich. Alle haben mir irgendwie helfen wollen. Die Guides sind alle sehr gut ausgebildet und haben einen guten Job gemacht.

Den Kafue Nationalpark muss man nicht unbedingt gesehen haben.
Das Lufupa Bush Camp liegt sehr ungünstig und bietet nur wenig für Fotografen.
Musanza liegt an der Schnittstelle zwischen Bush und Bulanga Plains. Der Weg zu den Plains ist aber noch relativ weit, z.B. zum Sonnenaufgang bereits dort zu sein. Sehr schön sind die Bootstouren auf dem Lufupa
Besser geeignet ist das Busanga Bush Camp und am besten ist Schumba.

South Luangwa ist deutlich ergiebiger für Fotografen. Nkawali ist sehr schön. Leider liegt es auf der falschen Seite vom Luangwa Fluss. Wenn man morgens mit dem Boot übersetzt, ist man noch relativ schnell im Park. Wenn man aber den Umweg über den Ponton/Furt oder Brücke nimmt, dann verliert man in den Morgenstunden viel kostbare Zeit. Es dauert auch viel zu lange, bis endlich losgefahren wird. Es müssen noch Taschen mit Getränken, für Sundowner oder Frühstück gepackt werden. Auch Sundowner und Frühstückspause bei bestem Licht nehmen wieder viel Zeit in Anspruch. Als Fotograf, der die Zeit optimal nutzen möchte, ist eine Lodge, wie Nkwali, nur geeignet, wenn man mit privatem Auto unterwegs ist. Dann braucht man auf den Lodgeablauf und andere Gäste keine Rücksicht zu nehmen.

Ich habe mich sehr über die Unterstützung von Wilderness gefreut, dass ich dann doch noch die Kameras bekommen habe. Andererseits bleibt da aber auch ein Beigeschmack. Der Informationsfluss und die Kommunikation sind aber deutlich verbesserungsfähig.

Nach meinen Erlebnissen mit dem Sambischen Zoll würde ich nicht wieder nach Sambia fahren.
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2020
983 Beiträge · seit 201119. Okt. 2011 · #2
Hallo Bernd,
danke für den Bericht!
Das mit der Kamera war ja Streß pur. Da geht der Erholungswert gleich nach unten. 😈
Zoll und Afrika ist ohnehin so eine Sache. Wir hatten Mal in SA wegen ein paar Medikamenten Schwierigkeiten und meine ollen Latschen, die in einer Folie verpackt waren, wurden für neu erklärt und ab 200 Rand Neuwert wäre Zoll fällig ...
Beste Grüße
Ralf
Beste Grüße rhh64
2'772 Beiträge · seit 200619. Okt. 2011 · #3
Hallo Bernd,

oh Mann, ausgerechnet Dir muss so etwas passieren! Bürokratenwillkür gibt es leider überall.
Schaurig finde ich Dein Erlebnis mit dem armen Büffel. Die Natur kann grausam sein, da sieht mans mal wieder.

Danke für Deinen Bericht....

Bis bald mal wieder... vielleicht bei Samberger im Februar?

LG Barbara
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
3'700 Beiträge · seit 200919. Okt. 2011 · #4
Hallo Kibiko,

mein aufrichtiges Mitgefühl! Ich wäre geplatzt vor lauter Wut und Ungeduld. 😈

Da grenzt es an ein Wunder, dass Du trotzdem noch so einen informativen und interessanten Bericht schreiben konntest.

Herzlichen Dank dafür und Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
8'054 Beiträge · seit 200819. Okt. 2011 · #5
Hallo Bernd,

Das war echt Pech!!!B)

Ich kann verstehen wie Du dich gefühlt hast...😖

Schön dass Du trotzdem über deine Reise berichtest!:)

Liebe Grüsse
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
754 Beiträge · seit 201020. Okt. 2011 · #6
Hallo Bernd,

am Anfang Deines Berichtes hatte ich ständig das Gefühl Deinen Albtraum live
mitzuerleben. Ich wäre ohne Kamera genauso traurig wie Du es warst.
Ich habe immer eine Spiegelreflex, eine Kompaktkamera und eine "Spielzeugkamera"
für meine Frau dabei um ja nicht in die Situation zu kommen tolle "Tieraction" zu
erleben und dann keinen Auslöser drücken zu können.
Sambia ist auch noch auf meiner Agenda, im Moment für 2013, nächstes Jahr hat sich
bei mir schon Zimbabwe "vorgedrängelt".
Dein Bericht war also sehr aufschlussreich für mich.
Danke
Walter
Zambia Juni 2018 Botswana April 2017 Mixed Emotions Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015 Botswana im Frühjahr 2014 Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari Zimbabwe im Frühjahr 2012 Botswana im Frühjahr 2011
Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200920. Okt. 2011 · #7
Hallo Ralf, Annick, Barbara, Marina und Walter,
vielen Dank für Eure Anteilnahme.

Ich sehe es inzwischen positiv.
Endlich ein Land, was ich aus meiner Traumzielwunschliste streichen kann.
Liuwa Plains, Kasanka, Bengweulu, weitere Gebiete im South Luangwa,
North Luangwa standen alle noch bei mir auf der Wunschliste.
Das kann ich jetzt locker mal streichen.

In den letzten 5 Tagen habe ich dann noch locker 12800 Auslösungen geschafft,
wobei da einige Sonnen/Mond-auf/untergang-Sequenzen dabei sind,
aus denen ich gerne Zeitrafferfilmchen machen möchte.
Einige Bilder werden dann voraussichtlich wieder im Nikon Forum landen.

Aber erst einmal fehlen noch die beiden letzten Tage von der
Tansaniareise vom August (Link in der Signatur).

Der Countdown für meine nächste Afrikareise läuft auch schon.
Somit schaue ich nach vorne und der Schmerz hält sich in Grenzen.

Ob ich zum Samberger im Februar kommen kann, ist nicht sicher.
Die Terminlage kann ich noch nicht überblicken.

Viele Grüße
Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
931 Beiträge · seit 200620. Okt. 2011 · #8
Hallo Bernd,

das Probleme mit dem Zoll oder anderen Behörden nerven steht außer Frage. Ich wäre genauso ärgerlich wie du!

Aber deswegen ein ganzes Land mal locker von der Liste streichen? Fliegst du wirklich durch die Welt und beurteilst die Qualität deiner Reise nach der Anzahl der Auslösungen? Das kann doch wirklich nicht alles sein, oder?

Und zu dem Zollproblem: grundsätzlich kann dir das natürlich überall passieren - auch bei der Wiedereinreise in die BRD. Deswegen haben Profis meistens auch die entsprechenden Zolldokumente dabei (Carnet oder wenigstens INF-3). Vielleicht als Anregung für die nächste Reise..

Gruß

Ulli
0
zuletzt bearbeitet 20. Okt. 2011
Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200920. Okt. 2011 · #9
Hallo Ulli,


für mich ist das Fotografieren ein elementarer Bestandteil des Reisens.
Meine Reiseerinnerungen liegen in den Bildern. Die ersten Urlaubshälfte
ist bei mir schon weitgehend aus der Erinngerung entschwunden.

Ich bewerte nicht ein Land nach der Anzahl der Auslösungen.
Mehr als 100-150 Bilder pro Reise kann man auch kaum einen
Zuschauer zumuten.
Die hohe Zahl der Auslösungen ist einerseits aus Bildsequenzen entstanden.
Ich habe von Sonnenauf- bzw. Untergängen per Timer alle zwei Sekunden ein
Bild gemacht. Daraus entsteht dann eine Zeitrafferfilm für die Diashow.
Ich habe auch gefühlte 1000 Bilder als Mitzieher von flitzenden Impalas gemacht, um die Dynamik durch Wischeffekte darzustellen.
Die Trefferrate ist da viel geringer, als z.B. bei Autos.

Ich werde mir jetzt noch eine kleine, wasserdichte, stoßfeste Kompaktknipse
zulegen, die ins Hauptgepäck wandert.

Bisher hatte ich nie Probleme beim Zoll gehabt, weder in D noch anderswo.
Deshalb habe ich auch auf den "Papierkram" verzichtet.
Das muss ich in Zukunft überdenken.
Wobei das mit Carnet durchaus hakelig sein kann.
Mir ist es schon in Hannover Flughafen passiert, dass ein Carnet wegen
des hohen Wertes nicht von einen "kleinen" Beamten abgestempelt
werden konnte.

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
8'672 Beiträge · seit 201020. Okt. 2011 · #11
Hallo Bernd,

vielen Dank für deinen Bericht - aber über den musste ich erstmal eine Nacht schlafen....

Mich hat weniger dein Pech mit der Fotoausrüstung (auch wenn es mir für dich leidgetan hat und ich mich an deiner Stelle auch öfters in den Hintern hätte beißen können) als die Geschichte mit dem Büffel beschäftigt. Wie muss ich mir das vorstellen? Bleibt man da solange stehen, bis das Leiden vorüber ist? Schaut man die ganze Zeit zu und fotografiert das noch?

Mir ist schon klar, dass dies die Natur ist, aber ich, also ich persönlich, würde, wenn ich könnte, weiterfahren, wenn ich schon nicht helfen kann, bzw. soll.

Das soll kein Vorwurf sein, sondern ich hoffe jetzt einfach für mich, dass ich niemals bei einem solchen Game Drive dabei sein werde, und dann eventuell von der Meinung der anderen abhängig bin, ob zugeschaut oder weitergefahren wird. Mich hätte das ziemlich fertig gemacht....:(

Trotzdem danke nochmal für deinen trotz deines Pechs amüsanten und unterhaltsamen Berichts (den Büffelteil blend ich aus 😉 )

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200920. Okt. 2011 · #12
Hallo Bele,

wie soll man helfen?
Lasso um das Horn werfen und mit dem Jeep rausziehen?
Gnadenschuß?
Die Guides sind unbewaffnet.
Nur die Ranger dürfen Waffen tragen.
Tierarzt rufen, der die abgebissenen Teile wieder annäht?

Ich habe darüber mit Joe Pope (die Frau von Robin Pope) gesprochen.
Sie hat auch schon gesehen, wie 10 Büffel im Schlamm steckengeblieben
sind. Dann kamen die Löwen und sind von Rücken zu Rücken gesprungen
und haben bei den lebenden Löwen nur die Filets rausgefressen ...
... auch da wäre ein Gnadenschuß für die Tiere richtig gewesen.
Aber wo soll man dann die Grenze ziehen?
So hart, wie es ist. Das ist die Natur und wir sind in einen Nationalpark nur
die Beobachter. Unser Tun und Handeln sollte darf dort auf die
Natur keinen Einfluß haben.

Ich war mit Victor, meinem Guide alleine im Auto.
Wir waren das einzige Auto am Platz. Victor hat auch keine Nachricht
an die anderen Autos gefunkt.
Somit waren wir gut eine Stunde allein am Platz.
Erst als der Büffel tot war, sind weitere Autos gekommen.
Die haben aber nur kurz angehalten, ein paar Bilder geknipst und
dann weiter zur nächsten Szene gefahren. Otto-Normal-Touristen eben.

Victor und mich hat die Szene sehr berührt.
Auch der Guide hatte so etwas vorher noch nicht gesehen.
Ich habe versucht, diese Szene und das ganze drumherum
fotografisch umzusetzen. Dabei sind in kurzer Zeit eine große Anzahl
von Bildern entstanden, z.B. anfliegende Geier, streitende Geier,
streitende Marabus, Hyänene die die Geier vertreiben.
Zwischedurch kam noch eine Elefantenherde zum trinken vorbei.
Dabei war es besonders spannend, ob die Elefanten den Büffel
helfen wollen - laut Victor kommt so etwas vor. Die Elefanten
spürten sofort, dass etwas nicht stimmt und haben grossen Abstand
gehalten. Sind aber nach dem Trinken wieder verschwunden.

Welche Tiere wollen die meisste Afrikreisenden sehen?
Löwen! Löwen und nochmal Löwen, dann Leoparde, Geparde, Wild Dogs ...
... also die Raubtiere.
Und die ernähren sich nicht von Whiskas oder Frolic.
Die Raubtiere suchen sich möglichst leichte Opfer,
weil auch für sie die Jagd gefährlich ist und tödlich enden kann.
Das sind die alten, blöden und kranken Tiere. Wenn kranke Tiere
erlegt werden, bevor sie die ganze Herde anstecken können, ist
das sogar wichtig für das Überleben der Herde.
Hyänen und Wildhunde haben nicht die Möglichkeit den gejagden Tieren
"kurz und schmerzlos" die Kehle durchzubeißen. Da wird
bei der Jagd der Bauch aufgeschlitzt oder Beine ausgerissen.
Die Natur ist unglaublich grausam.

Ich weiss noch nicht, ob und welche Bilder ich von der Büffelszene zeige
werde.
Auf jeden Fall werde ich vorher warnen, so dass jeder die Augen verschliessen
und weiterklicken kann.

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
8'672 Beiträge · seit 201020. Okt. 2011 · #13
Hallo Bernd,

dem Ton deines posts entnehme ich, dass du mich doch falsch verstanden hast. Es sollte kein Vorwurf sein.

Und - ganz wichtig - mir ist völlig klar, dass man da nicht helfen kann, die Idee wäre mir gar nicht gekommen. Ich wollte tatsächlich wissen, wie man sich da bei einem Game Drive verhält. Da du alleine warst, konntest du das ja für dich entscheiden - von daher erfahre ich jetzt auch nicht, wie eine Gruppe (oft sind ja doch mehrere Leute, die sich nicht kennen, im Wagen) dies dann handhabt.

Ich ganz persönlich könnte da nicht zuschauen, mir tuts aber auch schon leid, wenn ich aus Versehen einen Käfer oder so zertrampelt habe - und komischerweise wird das von Jahr zu Jahr schlimmer. Früher war ich zwar schon auch ein bisschen, aber nicht ganz so zart besaitet....;) Und daher hat mich diese Geschichte, die du so hautnah miterlebt hast, eben sehr beschäftigt.

Mal schaun, ob ich bei den Fotos hinschauen kann - ich werde dann berichten 🙂

Gruß Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 20. Okt. 2011
1'309 Beiträge · seit 200920. Okt. 2011 · #14
Hallo Bernd,

das ist ja ein Mist mit der Kamera. Ich habe in Zambia auch schon wegen einer Kamera (besser gesagt wegen einem Bild, das nicht ich geschossen habe) einen Nachmittag auf der Polizeistation verbracht. Ich hoffe, dass du dich trotzdem mit Zambia versöhnen kannst!
Die Situation mit dem Büffel ist sicher schwierig und macht traurig. Da ist ein Fotograf wie du sicher in der ebenso schwierigen Situation wie ein Fotojournalist, der eine grausame Szene dokumentiert.
Da muss, denke ich, jeder für sich allein entscheiden, wie er damit umgeht.

Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
273 Beiträge · seit 200920. Okt. 2011 · #15
Ich werde mir jetzt noch eine kleine, wasserdichte, stoßfeste Kompaktknipse
zulegen, die ins Hauptgepäck wandert.
Genau die Idee kam mir auch als ich das las.

Anfangs reisten wir immer mit viel zu viel Zeugs und mit Ground Tent war das Auto dann doch recht voll. Einzig in Sambia wurden wir verdächtigt, einem Business nachzugehen, weiul wir zwei Kabelrollen a 10 m im Wagen hatten.

LG

Hans
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
6'152 Beiträge · seit 200621. Okt. 2011 · #16
Hallo Bernd,

das glaube war ein Trauerspiel für Dich --sehe Dein Gesicht direkt
vor mir --traurig-traurig -gottseidank ist in Afrika vieles möglich - so auch
Weihnachten im Oktober in Sambia. 🙂
Danke für den schnellen Reisebericht -- war interessant über Land und Leute
was zu erfahren, freu mich auch schon die Bilder zu sehen.
Ein sonniges Wochenende wünscht Dir
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200921. Okt. 2011 · #17
Champagner schrieb:dem Ton deines posts entnehme ich, dass du mich doch falsch verstanden hast. Es sollte kein Vorwurf sein.

Mal schaun, ob ich bei den Fotos hinschauen kann - ich werde dann berichten 🙂
In diesen Forum muss man mit jedem Wort sehr sorgfältig umgehen.
Da wird man schnell als sensationsgeiler, blutrünstiger Voyeur
in die Ecke gestellt.

Als Naturfotograf habe ich eine Tragödie dokumentiert, die zwar nicht
alltäglich ist, aber ein Teil der Natur ist.

Ich habe mir gestern die Bilder der Büffelszene durchgeklickt.
Einige Bilder sind "harmlos" andere sind so "heftig" 🤢,
dass man sie lieber mit leeren Magen anschaut.
Gans klar FSK ab 18.
Interessant ist ein Schnappschuss von einer Familie,
Papa mit Knipskiste, Mama schaut interessiert zu und
auf dem Schuoß sitz jeweils ein Kleinkind von ca. 2 Jahren ...

QDummiYummi
Ich werde nicht auf die hochwertige Fotoausrüstung verzichten.
Die Kompaktknipse wird die Viertkamera.

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
8'672 Beiträge · seit 201021. Okt. 2011 · #18
Kiboko schrieb:

In diesen Forum muss man mit jedem Wort sehr sorgfältig umgehen.
Da wird man schnell als sensationsgeiler, blutrünstiger Voyeur
in die Ecke gestellt.

Gans klar FSK ab 18.

Gruss Bernd
Tut mir leid Bernd - so war es natürlich überhaupt nicht gemeint - ich hoffe, das ist jetzt ein für allemal geklärt!

Die 18 hab ich vor kurzem (oder längerem 😊 ?) geknackt - also mal schaun....

Gruß Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200921. Okt. 2011 · #19
Champagner schrieb:
[Tut mir leid Bernd - so war es natürlich überhaupt nicht gemeint - ich hoffe, das ist jetzt ein für allemal geklärt![/quote]

Bele, das war nicht gegen Dich gerichtet.
Ich habe Dich schon richtig verstanden.
Aber im Forum lesen noch ein paar mehr Leute mit ...

... ich werde von den Bildern eine separate Diashow machen.
Wer die Bilder nicht sehen möchte/kann/darf/will wird
vorher gewarnt und hat die Gelegenheit den Raum zu verlassen.

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
zuletzt bearbeitet 21. Okt. 2011
273 Beiträge · seit 200922. Okt. 2011 · #20
QDummiYummi
Ich werde nicht auf die hochwertige Fotoausrüstung verzichten.
Die Kompaktknipse wird die Viertkamera.
Ich sicher auch nicht, über den Daumen hab ich sicher auch 6 - 7000 € dabei
ohne die Digicam und die Läppis.
Aber so was Kleines hatt ich eh schon im Hinterkopf,
auch ab und an ganz praktisch in der afrikanischen Zivilisation,
auf Märkten, in Städten.

LG

Hans
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.