joeheinzThemenstarter211 Beiträge · seit 200616. Juli 2006 · #1Hallo,
nachdem Mugabe anfängt, seine Landreform wieder rückgängig zu machen, ergo sich die Lage ganz langsam bessert, wollte ich mal nachfragen, wie denn jetzt die Sicherheitslage in Simbabwe ist bzgl. den Victoria Falls.
Ist ein Ein-Tages-Trip ohne allzu großes Risiko machbar? Ist die Fahrt über Sambia und bei der Brücke nach Simbabwe vorzuziehen? Eine kleine Info würde mich freuen.
Grüße
Joe
Savuti479 Beiträge · seit 200616. Juli 2006 · #2Hallo Joeheinz,
wir waren gerade 3 Tage an den Vicfalls in Sambia. Zur Sicherheitslage kann ich nichts sagen, der Grenzübertritt ist aber nach Sambia um einiges preiswerter als nach Zimbabwe, es ist nur zu beachten, daß man sich vom Autovermieter 2 Warndreiecke und einen Feuerlöscher mitgeben läßt, wurde zwar nicht kontrolliert aber nachgefragt hat er schon, ansonsten war das passieren der Grenzen überall im südlichen Afrika als Deutsche total unproblematisch, die "Beamten" wollten sich nur über die Fussballweltmeisterschaft unterhalten. Unterkunft in Livingstone war übrigens die Maramba Lodge Campsite, mit nächtlichem Hippobesuch. Dort haben wir auch den Heliflug und eine dreistündige Bootstour gebucht, lohnt sich Beides sehr. Ich konnte etwas helfen bei der Entscheidung, übrigens ist die Brücke ein Segen, spart viel Zeit und die Straße nach Livingstone ist nun durchgehend gut geteert.
Grüße aus München Gabi
Höflichkeit ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen
Höflichkeit ist auch der Schlüssel zum Wissen.
Niemand wird dann mit seinem Rat geizen.
anddor459 Beiträge · seit 200616. Juli 2006 · #3Hallo joheinz,
schau bei Roland auf der HP (dt800.de)nach, dort ist eigendlich immer die aktuelle Situation hinterlegt. Ich war `Dez. 2004 da letzte mal an den Vic.-Fällen in Zimbabwe und ich muss sagen das ich das nächste mal gerade wegen dem Abgezocke an der Grenze, endweder eine Tagestour von einer Lodge unternehme oder nach Sambia fahre !
Gruß
anddor 😏<br><br>Post geändert von: anddor, am: 17/07/2006 07:19
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200617. Juli 2006 · #4Sind im April / Mai durch Zimbabwe getourt. Es gab eigentlich alles (Spirt / Essen) allerdings in begrenzter Auswahl.
Unsicher auch abseits der großen Touristenströme haben wir uns nie gefühlt. Die Leute waren freundlich.
Dennoch stimmt es schon, daß die Gebühren schon recht hoch waren (Zambia -> Zimbabwe ~160US$) und (Botswana -> Zimbabwe ~50US$).
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200617. Juli 2006 · #5Sind im April / Mai durch Zimbabwe getourt. Es gab eigentlich alles (Spirt / Essen) allerdings in begrenzter Auswahl.
Unsicher auch abseits der großen Touristenströme haben wir uns nie gefühlt. Die Leute waren freundlich.
Dennoch stimmt es schon, daß die Gebühren schon recht hoch waren (Zambia -> Zimbabwe ~160US$) und (Botswana -> Zimbabwe ~50US$).
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200617. Juli 2006 · #6Sind im April / Mai durch Zimbabwe getourt. Es gab eigentlich alles (Spirt / Essen) allerdings in begrenzter Auswahl.
Unsicher auch abseits der großen Touristenströme haben wir uns nie gefühlt. Die Leute waren freundlich.
Dennoch stimmt es schon, daß die Gebühren schon recht hoch waren (Zambia -> Zimbabwe ~160US$) und (Botswana -> Zimbabwe ~50US$).
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Andreas Cierpka2'732 Beiträge · seit 200617. Juli 2006 · #7Sind im April / Mai durch Zimbabwe getourt. Es gab eigentlich alles (Spirt / Essen) allerdings in begrenzter Auswahl.
Unsicher auch abseits der großen Touristenströme haben wir uns nie gefühlt. Die Leute waren freundlich.
Dennoch stimmt es schon, daß die Gebühren schon recht hoch waren (Zambia -> Zimbabwe ~160US$) und (Botswana -> Zimbabwe ~50US$).
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200617. Juli 2006 · #8Ja, außerdem spürt man in der touristischen Stadt Vic Falls, die zudem noch näher an Sambia, als an Harare leigt eigentlich nichts von "der Situation" in Simbabwe. Ich weiß nicht, wovor du Angst hast und wie du dir die Sache vorstellst, aber ich kann dir sagen: Man sollte immer auf sich aufpassen auch wenn man (oder gerade weil man) in einem dicken Auto sitzt.
YOYoshikawaGast17. Juli 2006 · #9Moin zusammen,
zunächst einmal ist zu sagen, dass die Landreform mitnichten rückgängig gemacht wird. Im Gegenteil werden zurzeit in vielen Gebieten Zimbabwes die letzten verbliebenen Farmen von ZANU-PF-Offiziellen übernommen. Worauf sich Joeheinz wahrscheinlich bezieht, ist die Ankündigung von 99-Jahre-Pachtverträgen. Alle, die sich daraufhin um solche Pachtverträge bemühten, waren bisher erfolglos.
Aussagen zu Regierungsvorhaben kann man kaum im ersten Ansatz für voll nehmen, da erst abzuwarten bleibt, ob die Aussagen vielleicht einem politisch Stärkeren nicht so ganz passen, denn dann kommt ganz schnell das Gegenteil dabei heraus. Es sieht so aus, als sei der Nachfolgekampf fast schon ausgerufen. Die einzelnen ZANU-PF-Parteigranden bringen sich jedenfalls bereits in Stellung.
Wirtschaftlich ist das Land komplett ruiniert. Bei einer offiziellen Inflationsrate von knapp 1.200 % ist das produzierende Gewerbe nahezu in allen Bereichen zu einem kompletten Stillstand gekommen. Für die höchste nominelle Banknote von 100.000 Zim$ bekommt man keinen Laib Brot. Das in Massen gedruckte Geld wird nur noch einseitig bedruckt, weil Farbe und Papier sonst mehr kosteten, als der aufgedruckte Betrag.
Das Bildungs- und Gesundheitswesen ist zerstört, die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen liegt bei 38 Jahren gegenüber knapp 60 Jahren in den 80er-Jahren. Geschätzte drei Millionen Zimbabwer leben außerhalb des Landes, ein Großteil davon in Südafrika und Botswana, dabei die dortige Arbeitsmarktsituation verschlechternd.
Ebenfalls nimmt in den Grenzgebieten Zimbabwes zu den beiden genannten Ländern die Kriminalität durch gut organisierte und bewaffnete Banden zu, deren Ursprung nicht wenige im zimbabwischen Sicherheitsapparat sehen, da Mugabe kaum noch Mittel hat, Militär, Geheimdienst und Polizei ruhig zu stellen.
Ohne die Lieferung von Strom und Sprit auf Kredit durch Südafrika, mit dem es auch auf der Geheimdienstebene eine enge Zusammenarbeit gibt, wäre das Regime nicht überlebensfähig.
Nun mag ein jeder für sich selbst entscheiden, ob hunderttausende Hungernde, ein Sicherheitsapparat, der nicht mehr ausreichend bezahlt wird und sich zunehmend andere Einnahmen erschließen muss, erratische Treibstoffversorgung und ein zusätzlicher Koffer für die lokale Währung vielleicht nicht gerade ein Traumziel des Tourismus beschreiben.
Gruß, Michael
http://www.zimbabwesituation.com/ WWwww.dt800.de221 Beiträge · seit 200620. Juli 2006 · #10Ich will mal kurz meine Meinung kundtun.
Wie woanders nachzulesen hält man die Sicherheitslage für verbessert. Da dieses gerade mit den bekanntgewordenen Überfällen um Bulawayo zusammenviel, kann ich dieser Meinung wenig abgewinnen. Möglicherweise stehen für diese Meinung andere Interessen im Vordergrund. Da will und kann ich nicht weiter drauf eingehen.
Dabei muss man aber zudem noch wissen, das nur die wenigsten negativen Meldungen bei uns landen. Ich stehe dazu, es sollte abgewartet werden und nicht über Vic Falls in das Land eingefahren werden. Wer richtige Touren im Land machen will, der geht ein sehr hohes Risiko ein. Ganz abgesehen, davon, dass es auch kaum Nahrungsmittel und Sprit gibt.
Vic Falls ist wohl als Touri-Einnahme ungefährdet, deshalb auch machbar und relativ sicher.
Sambia ist völlig unproblematisch, zwar sind die Grenzübergangspreise auch gestiegen, aber Sicherheitsprobleme bestehen nur so wie in jeder afrikanischen Stadt.
Zudem ist die Zufahrt auf der neuen Brücke und Strasse fast wie auf unseren Autobahnen.
Gruss
Roland www.dt800.de<br><br>Post geändert von: www.dt800.de, am: 20/07/2006 21:38
IVIvonne82 Beiträge · seit 200621. Juli 2006 · #11Wir haben vor 3 Wochen 2 Tage in Vic Falls (Zim) verbracht. An der Grenze haben wir 30 USD fürs Visum bezahlt, sonst sind keine Gebühren angefallen. In Vic Falls gab es - für uns sehr überraschend- fast die beste touristische Infrastruktur aller Städte in Namibia/Botswana, die wir kennengelernt haben (zB digitale Fotos auf CD-Brennen). Wir haben mit Dachzelt auf der municipial Campsite übernachtet, sehr nett, sehr freundlich und haben alles in allem nur gute Erfahrungen gemacht (bzw von anderen auch nichts gegenteiliges gehört).
Gruss, Ivonne
jenssc100 Beiträge · seit 200621. Juli 2006 · #12.....es muß jeder selber wissen aber mit jedem Cent den man nach ZIM schafft , unterstützt man doch diese Politik . Oder ?
Ich werde , bis auf weiteres , nicht in dieses Land einreisen !
Gruß Jens
WWwww.dt800.de221 Beiträge · seit 200621. Juli 2006 · #13... überwiegend fahren ja Selbstfahrer nach Zim und für die gelten die nachfolgenden Preise. Da geht mit 30 USD nichts.
Gruss
Roland, www.dt800.de
Visum: 30 USD pro Person
KFZ-Versicherung 50 USD
1. BORDER FEES FOR MOTORISTS VISITING ZIMBABWE:-
Substantial amounts have to be paid in forex by visiting motorists in 2006, especially with regard
to Carbon Tax. It appeared originally that the Carbon Tax fees announced for visitors were
annual fees, but these have since been confirmed as payable for a 30 day period only.
Carbon Tax: (berichtigt)
Bis zu 1500 ccm: 6 US$ für 30 Tage
1501-2000 ccm: 11 US$ für 30 Tage
2001-3000 ccm: 15 US$ für 30 Tage
über 3001 ccm: 30 US$ für 30 Tage
Road Access Toll: Rand 60 or Pula 50 (US$10)
In addition, SA visitors also have to pay:
Beitbridge Toll: Rand 50
2. NEW BEITBRIDGE TOLL FEES:- for Zimbabwean vehicles
Motorcycles Z$325 000,00
Light Vehicle Z$650 000,00
Heavy Vehicle Z$1 840 000,00
3. ROAD ACCESS FEE AT BORDERS:-
Paid on entry only into Zimbabwe
Light Vehicle Z$300 000,00
Heavy Vehicle Z$600 000,00
4. INTER-CITY TOLLS:-
The implementation of these tolls has been delayed until 1st April 2006.
Construction of toll gates at designated points on the National road
network is reportedly already under way. Some known toll-gate locations are:-
147km peg on the Gweru-Byo Rd
47km, 176km, and 343km pegs on Byo-Vic Falls Rd (on the road to Hwange!)
Fees to be charged are unknown but foreign motorists will no doubt be
expected to pay in forex.
5. CARBON TAX LEVY ON FUEL IMPORTS:-
Private individuals importing fuel are being required to pay Z$1000 / litre Carbon Tax levy, plus
any other duties liable.
6. CURRENCY ALLOWANCE:-
Representations have been made to the Ministry of Finance by the AAZ regarding the ludicrous
situation whereby local residents are only permitted to export Z$300 000 in cash but are
required to pay toll fees on their return amounting to as much as Z$2,5m (in the case of a heavy
vehicle).
AUTOMOBILE ASSOCIATION OF ZIMBABWE
Victoria Falls Eintritt: 20 USD pP, Kinder bis 11 J. 10 USD
IVIvonne82 Beiträge · seit 200621. Juli 2006 · #14Zur Diskussion, ob man mit einem ZIM-Besuch nur die Politik, sondern nicht doch auch die Bevölkerung unterstützt, möchte ich gar nichts sagen, nur: wir waren als Selbstfahrer unterwegs, und es hat exakt 30 USD pro Person gekostet.
Gruss
Ivonne
anddor459 Beiträge · seit 200621. Juli 2006 · #15Ivonne schrieb:Zur Diskussion, ob man mit einem ZIM-Besuch nur die Politik, sondern nicht doch auch die Bevölkerung unterstützt, möchte ich gar nichts sagen, nur: wir waren als Selbstfahrer unterwegs, und es hat exakt 30 USD pro Person gekostet.
Gruss
Ivonne
Hallo Ivonne,
seit Ihr zu Fuss über die Brücke ?
Gruß
anddor 🙄
IVIvonne82 Beiträge · seit 200621. Juli 2006 · #16Ja, sind wir - aber nach Sambia...;)
Mag sein, dass der Zöllner vergessen hat, irgendwas abzukassieren vor lauter Fussball-WM-Smalltalk, aber ich schwöre: so wars!
YOYoshikawaGast21. Juli 2006 · #17Moin zusammen,
ich habe hier den Link zu einem Artikel gesetzt, der beschreibt, wie die "Landreform" nach und nach die gesamte Wirtschaft Zimbabwes zerstört hat. Der Fokus des Autors liegt hierbei nicht auf der meistens im Vordergrund stehenden Tatsache, dass die Enteigneten Weiße waren, sondern darauf, welche desaströsen wirtschaftlichen Folgen die Missachtung des Eigentumsrechts in der heutigen Wirtschaftswelt haben.
http://www.zimbabwesituation.com/jul21b_2006.html#Z19Das Verstörende an diesem Artikel ist die Vorstellung, diesen Effekt möglicherweise bald auch in anderen Ländern des südlichen Afrikas erleben zu können.
http://www.zimbabwesituation.com/jul20_2006.html#Z11Gruß, Michael
joeheinzThemenstarter211 Beiträge · seit 200625. Juli 2006 · #18Hallo Yoshikawa,
ich beziehe mich mit meiner Frage der "verbesserten Situation" auf einen Artikel im Focus des Monats Mai. Dort war zu diesem Problem der Landreform ein zusammenfassender Artikel geschrieben worden, welcher auf die Vergangenheit und die Gegenwart in Zim einging - um dann auf das Thema zu leiten, daß Mugabe es plane, die Landreform "wieder rückgängig zu machen".
Darüber hinaus war auf der Seite noch ein Interview mit einem direkt betroffenen "weißen" Farmer abgedruckt, welcher seine Farm anno 2002 verlor und nun tatsächlich eine neue Pacht bekommt. Der Farmer beschrieb die aufkeimende Hoffnung unter den vertriebenen Farmern und zeigte sich optimistisch.
Da der Focus an sich seriös ist und mit dem Farmer ein direkt Betroffener sprach habe ich dies zu der "verbesserten Situation" gemacht.
Ich will mich nicht an der politischen Diskussion beteiligen, dafür kenne ich mich zu wenig aus. Wenn mir allerdings Reiseprofis wie dt800 eher davon abraten, über Zim zu fahren, halte ich mich daran.
Grüße
Joe
Nach 14 Tage...
YOYoshikawaGast25. Juli 2006 · #19Hallo Joeheinz,
mit deutschen Medien kann man hinsichtlich der Situation Zimbabwes nicht auf dem Laufenden bleiben. Selbst die BBC berichtet nur sporadisch und dann mit dem Schwerpunkt auf den weißen Farmern. Zimbabwe ist ganz klar unterhalb des Wahrnehmungshorizonts des Weltinteresses. Wenn man über die von mir des Öfteren zitierte Site die Entwicklung über die letzten Jahre beobachtet, so sieht man eine sich ständig verschlimmernde Situation.
1993 und 1997 sind wir durch ein wunderschönes Land gereist und haben einige der schönsten Momente unseres Lebens erlebt. Es zerreißt einem das Herz, wenn man sieht, wie ein Tyrann innerhalb kürzester Zeit aus einem in vieler Hinsicht blühenden Land eine wohl kaum mehr zu rettende Ruine gemacht hat. Besonders bedrohlich empfinde ich die nicht mehr auszuschließenden Wirkungen auf Namibia und Südafrika.
Gruß, Michael
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200625. Juli 2006 · #20. . . diese Seite Michael, von wem ist die denn ?
Ich meine wer postet da ? das sieht mir alles sehr selektiv aus. . . 😐