Sand im Blut - 3 Wochen mit dem WoMo durch Namibia

32 Antworten · 15,7k Aufrufe · gestartet 29. Juli 2011 von Tukuliri
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Themenstarter45 Beiträge · seit 201029. Juli 2011 · #1
Nun sind wir seit 3 Tagen zurück in Deutschland, aber irgendwie noch nicht wieder ganz angekommen.
Im Kopf sind tausend Bilder und Eindrücke von einer wundervollen, rundum gelungenen Reise!
Weil ich bei der Planung unheimlich viele Tipps und Anregungen aus dem Forum „herausgelesen“ habe, möchte ich zumindest mit einer Kurzfassung unserer Reise etwas zurückgeben. Vielleicht nützt es dem einen oder anderen (neuen) FoMi etwas bei seiner Planung 🙂

Reisezeit und Route: 02. – 25. Juli
2 Nächte Windhoek
2 Nächte Bagatelle Kalahari Game Ranch
2 Nächte Hauchabfontein
1 Nacht Sesriem
1 Nacht Solitaire
1 Nacht Mirabib
3 Nächte Swakopmund
2 Nächte bei Omaruru
1 Nacht Brandberg
1 Nacht Twyfelfontein
1 Nacht Otjitotongwe Cheetah Farm
2 Nächte Okaukuejo
1 Nacht Halali
1 Nacht Onguma
1 Nacht Waterberg
1 Nacht Düsternbrook

Fahrzeug: Wohnmobil Discoverer 4 von Bobo Campers
Nach langem Überlegen haben wir uns für ein WoMo entschieden, weil es uns für uns als Familie (2 Erwachsene,1 elfjähriges Mädchen)im Winter am Praktischsten erschien und wir keine bekennenden Camper sind. Ich gestehe,ich brauche ein (mehr oder weniger) vernünftiges Bett um einigermaßen schlafen zu können 😊
Fazit: Namibia ist auf der „Haupttouristenroute“ mit dem WoMo sehr gut machbar. Für unsere Zwecke war es optimal. Bei einem eventuellen nächsten Urlaub, der dann auch ein wenig abseits der Hauptrouten entlangführen sollte, würden wir aber ein anders Fahrzeug wählen. Schwierig/nervig waren folgende Pads:
die C 14 ab Maltahöhe bis zur Abzweigung nach Mirabib (die Zufahrt Mirabib war dagegen reinste Erholung);
die C 35 von Uis nach Khorixas, sowie die D 2359 zum Brandberg;
die D 2612 nach Twyfelfontein und zum Aabadi Mountain Camp;
der Rhino Drive in Etosha und die D2512 zum Waterberg.
Richtig „abenteuerlich“ für unser Fahrzeug waren zum Schluss der Reise die D 1499 und die Zufahrt zur Farm Düsternbrook. Da es in diesem Jahr so viel Regen gab, mussten wir durch 3 wasserführende Furten 😮


Vor allem die letzte Furt war für ein WoMo noch so gerade eben machbar 😕

Aber Peter Duran (so hieß das Wo Mo) hat uns überall treu und brav hingebracht! Alle anderen Straßen und Pads waren easy.
Pannen: keine, wir brauchten allerdings einen neuen Reifen, weil wir bei der Zufahrt zu einer Farm eine Schraube „mitgenommen“ haben.
Kosten: knapp 2.800 € für 22 Tage inkl. „Superversicherung“ zum Ausschluss des Selbstbehalts

Stationen:
Windhoek
Unterkunft: Hotel Pension Uhland – sehr empfehlenswert
Sehr freundliche und persönliche Betreuung, stadtnah, schönes Zimmer
Kosten: 720 NAD pro Nacht inkl. Frühstück
Aktivitäten: 3-stündige Stadtrundfahrt mit Carsten Möhle – was soll ich sagen? Unbedingt buchen!

Einen besseren Einstieg in den Urlaub kann ich mir kaum vorstellen – witzig, informativ, teilweise abenteuerlich

- Belana schwärmt heute noch von dieser Fahrt – und wir auch!
Die Tour kostete 1000 NAD (für 2 Erwachsene, Belana durfte kostenlos mit).
Essen: Joes Beerhouse – riesig, trotzdem gemütlich. Essen war superlecker und Carsten Möhle hat uns noch 1 Stunde lang mit Infos versorgt, obwohl er noch viel auf dem Zettel hatte – von hier aus nochmal ein dickes Dankeschön!!!!!!!
Für 2 Fleischgerichte, 1x Pommes, 3x Nachtisch und 4 Getränke haben wir 500 NAD bezahlt.
Sardinia – ich bezweifle, dass die Pasta hausgemacht waren. Das Essen und das Eis hinterher waren nur Durchschnitt, der Preis glücklicherweise auch 😉
3 Nudelgerichte und 3 Getränke kosteten zusammen 250 NAD, 3 Waffeln mit je 3 Kugeln Eis rd. 50 NAD
Themenstarter45 Beiträge · seit 201029. Juli 2011 · #2
Bagatelle Kalahari Game Ranch
Schöne Campsite mit eigenem Duschhäuschchen.

Nachts -5 Grad, daher gab es morgens erstmal kein Wasser. Aber wer zieht sich schon bei Minusgraden freiwillig aus 😄

Also lieber erst Frühstücken und eine Wanderung machen.

Kosten: 300 NAD pro Nacht
Cheetah-Feeding inkl. Sundowner: 255 NAD pP – man sieht 3 Geparden ziemlich nah. Das hat natürlich etwas von Zoo, aber diese Tiere sind so wunderschön, da konnten wir nicht nein sagen

Die Campsite und die Tour mussten wir übrigens im Voraus per Kreditkarte bezahlen!
Themenstarter45 Beiträge · seit 201029. Juli 2011 · #4
@Bele: gemach, gemach - ich habe mir gerade die afrikanische Gangart angewöhnt 🙂

Aber nun kommt das nächste Häppchen:
Hauchabfontein
Schöne Campsite unter Bäumen, gemauerter Grillplatz mit Ablage; der Weg zum Duschhäuschen ist abends mit Kerzen beleuchtet.

Auf Wunsch backt Herr Förster Brot (haben wir leider erst bei der Abreise erfahren).
Man kann dort sehr schön wandern, vor allem am Tsauchab River.

In den Felsenpools kann man baden. Mir war es zu kalt, aber unsere Wasserratte Belana hat sich getraut - brrrr.

Die Fahrt zum farmeigenen Köcherbaumwald endete leider abrupt, weil das Fahrzeug liegen blieb.

Der Fußmarsch zurück dauerte 45 Minuten, war aber eine schöne Wanderung.

Der Fahrer Ruben war supernett, er hatte uns auch gleich nach der Ankunft auf den leicht platten Reifen aufmerksam gemacht, diesen ratzfatz gewechselt und uns eine Werkstatt (auf dem Gelände des Tsauchab River Camping) empfohlen. Die Werkstatt kriegt von uns die Note 1 - sehr schnell, super freundlich und günstig (die Reparatur des Reifens kostete 52 NAD). Außerdem sind die Skulpturen aus "Schrott" sehenswert!

Der unfreiwillige Abstecher hatte sich also gelohnt 🙂

Kosten: 315 NAD pro Nacht, Köcherbaumfahrt 200 NAD pP (mussten wir natürlich nicht bezahlen)
63 Beiträge · seit 201130. Juli 2011 · #5
Hallo Tukuliri,

Danke! Sehr informativer Bericht und tolle Bilder, ich freue mich auf mehr!

Grüße
Bimi
51 Beiträge · seit 201130. Juli 2011 · #6
Hallo Tukuliri,
das ist ein schöner, informativer Bericht - danke! Bin sehr gespannt auf die weiteren Stationen!
Liebe Grüße,
Birgit
Themenstarter45 Beiträge · seit 201030. Juli 2011 · #7
@alle: vielen Dank für das Lob!

Hier kommt die nächste Station:
Sesriem – NWR-Camp
Riesige Anlage, gut gebucht, Sanitäranlagen sauber und gepflegt, heiße Dusche kein Problem. Die Campsite hatte Strom- und Wasseranschluss.
Ich hatte Schlimmeres erwartet 🙂, aber die Massen verteilen sich ganz gut.
Wir hatten Campsite 11, mit WoMo kein Problem, bei Campsite 10 blieb ein Dachzeltcamper in der feinsandigen Zufahrt stecken.

Kosten: 312,50 NAD pro Nacht, im Voraus per Kreditkarte zu zahlen.
Permit: 170 NAD pro Tag für 2 Erwachsene und 1 Fahrzeug (Kind ist frei)
In Sesriem trafen wir das erste Mal auf Overlander. Schräg gegenüber hatten sie ihre Campsite. Sie erinnerten mich irgendwie an Ameisen - emsig bauten sie ihre Zelte auf und am nächsten Morgen im Stockdunklen wieder ab. Alle trugen Stirnlampen und wuselten eifrig hin und her. Da waren wir im WoMo klar im Vorteil: deutlich später aufstehen, schnell anziehen, alles verstauen und los. Frühstück gab es dann direkt an der Düne 45 - nachdem wir sie "erklommen" hatten. Da waren die "Ameisen" - eine Gruppe Italiener - schon wieder weg. Die durften zackzack die Düne hoch, ein paar Bilder machen und dann ging es auch schon teilweise im Galopp wieder die Düne runter. Schön, wenn man nicht diesen Zeitdruck hat 😄 So hatten wir den Dünenkamm einen Moment (fast) für uns allein.

Am Spätnachmittag des Vortages sind wir nicht raufgekraxelt. Von "unten" sah es so aus:

Ich grüße an dieser Stelle noch unsere "Dünenbegleitung" Mutter und Tochter mit ihrem versandeten Camper. Sie hatten ein nagelneues WoMo, das so undicht war, dass sie nicht nur Staub, sondern Unmengen vom Sand im Inneren hatten. Nach einer Woche Nerverei sollten sie dann endlich ein Ersatzfahrzeug bekommen - ich hoffe sehr, dass es geklappt hat!!!!
Nach dem Frühstück fuhren wir die letzten Kilometer bis zum 2x4-Parkplatz. Dort stiegen wir in einen "Shuttle" zum Dead Vlei (100 NAD pP). Mittlerweile war es ganz schön heiß geworden und so liefen wir nur zum Vlei und ließen - im Gegensatz zu den meisten anderen Leuten - Dünen Dünen sein 😊 Ich fand es schon im Winter zu heiß und verneige mich vor den FoMis, die im Sommer die Reise machen und die Dünen erklimmen!!!

Zufällig sammelte uns der gleiche Shuttlefahrer wieder auf und düste mit uns noch zum Sossusvlei. Es ging durch schönsten Tiefsand und vor allem Belana genoss die Fahrt. Man soll es ja kaum glauben, Sand und Fahrspuren wohin man auch guckt und dann das:

Nach kurzer, hitziger Diskussion wich dann der andere Fahrer aus!
Im Sossusvlei stand Wasser.

Ein beeindruckender Kontrast zum ausgedörrten Dead Vlei - mir gefiel die unwirtliche Landschaft des Dead Vlei, wo sich Pflanzen mühsam durch den rissigen Boden kämpfen, deutlich besser.
Auf dem Rückweg war es dann soweit: am Dead Vlei stieg ein Teil einer deutschen Reisegruppe zu. Wer den supertollen Reisebericht von Champagner gelesen hat, wird verstehen, warum diese Art Touristen bei uns nur "die Achims" hießen. Ja, ich trage auch Cargohosen (auch zu Hause, da kriegt Frau alles unter und braucht keine Handtasche - ich mag keine Handtaschen 🙂 ), ja ich habe auch Wanderstiefel an, aber ich trage keine Safariblusen, keine Safariwesten und bestimmt keinen Safarihut - und ich bin auch noch deutlich unter Mitte 60 😄 Aber wie heißt es so schön: jeder, wie er's mag und so lassen wir die Achims Achims sein und fahren zum nächsten Ziel (Kapitel folgt später - habe meiner Tochter versprochen, heute ihren Lieblingskuchen zu backen).
8'672 Beiträge · seit 201030. Juli 2011 · #8
Tukuliri schrieb:
aber ich trage keine Safariblusen,
Ahh geehh, host ka Bluserl kaaft in Ofrrriko?? 😛 (Ich könnt dir inzwischen genau sagen, wo überall man die findet 😄 !)

Freu mich schon auf die Fortsetzung - Reiseberichte lesen macht jetzt noch mehr Spaß, nachdem frau weiß, wovon sie liest 😉 !

Gruß Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2011
Themenstarter45 Beiträge · seit 201030. Juli 2011 · #9
Ahh geehh, host ka Bluserl kaaft in Ofrrriko?? (Ich könnt dir inzwischen genau sagen, wo überall man die findet !)
Ich gestehe, dass ich mir in Swakopmund eine Cargoshorts gekauft habe - ich dachte, ich käme im namibischen "Winter" (kann man bei 30 Grad überhaupt von Winter sprechen???) mit nur einer kurzen Hose aus 😊

Gruß

Ulli
Themenstarter45 Beiträge · seit 201030. Juli 2011 · #10
Solitaire Guestfarm
Schöne Campsites mit eigenem Duschhäuschen, aber relativ dicht beieinander

Auf der Farm laufen 5 zahme Hunde herum (wir haben sie nur beim Haupthaus gesehen), 1 Springbock (Bocki) und eine Oryx-Antilope mit nur einem abgebrochenen Horn (Maxi). Bocki mag teilweise Frauen nicht. Bei mir war sie lieb, die Amerikanerinnen gegenüber mochte sie nicht, „attackierte“ sie und musste mit sanfter Gewalt vertrieben werden. Allerdings hatten die Mädels der Truppe Bocki vorher auch mit Chips gefüttert - selber schuld 😛 Abends legte sich Bocki neben unserem WoMo in den Sand und schlummerte und wurde ihrem Ruf gerecht („Bocki liebt Camper“).

Maxi war erst zutraulich, griff dann aber den rot-weißen (glücklicherweise unbesetzten) Campingstuhl unserer Tochter an und galoppierte dann rund um unser WoMo. Sie war vorher schon etwas angriffslustig und verfolgte uns in den offenen Vorraum des Duschhäuschens. Vor Schreck sprangen wir hinter die Türen der Dusche bzw. des WCs – es muss ein Bild für die Götter gewesen sein - 3 Camper auf der Flucht vor wilden Tieren 😄

Auf der Farm leben auf einem Extra-Gelände seit ein paar Wochen ein paar Geparden, die langsam ausgewildert werden sollen. Es besteht die Möglichkeit, zusammen mit einem Biologen in das Gehege zu gehen und die Geparden mit Hilfe von Peilsendern zu suchen und sich ihnen zu nähern. Anfassen kann man sie nicht und O-Ton „man sollte seinen natürlichen Fluchtreflex im Griff haben und die Ruhe bewahren“. Das habe ich weder mir noch meiner Tochter zugetraut und es lieber gelassen 😵
Putzig waren die Erdmännchen, die wir leider nur hier gesehen haben.


Kosten: 275 NAD pro Nacht

Anmerkung zu Solitaire:

Der Ort, wenn man dann dieses Nest überhaupt so nennen kann, ist schon etwas Besonderes und eine Pause lohnt.

Angesichts der Lobeshymnen waren wir allerdings von dem "berühmten" Apfelkuchen von Moose enttäuscht! Eine ziemlich trockene, bröselige Angelegenheit 🙁 Wir bekamen 2 Reststücke ("Der neue Kuchen braucht noch 1 Stunde im Ofen") und nahmen dann noch 1 Stück Blaubeerstrudel. Nachdem wir aufgegessen hatten (was keinesfalls 1 Stunde dauerte) war dann wie durch Geisterhand frischer, warmer Kuchen da 😈 (3 Stücke Kuchen, 2 Kaffee und ein Brot kostetetn 85 NAD.)

Das Mehrkornbrot war dafür umso leckerer und Moose und sein Shop sind originell.


Was wir aber richtig schlimm fanden war das Kamelreiten, das in Solitaire angeboten wird. Die Tiere taten uns echt leid. Schade, dass es so viele Touristen unterstützen. 😠
Themenstarter45 Beiträge · seit 201030. Juli 2011 · #11
Und weiter geht's mit
Mirabib
Wunderschöne, einsame Campsites ohne jeglichen Comfort (nur Plumpsklo vorhanden).

Wir hatten Glück und standen ganz allein dort. Absolut empfehlenswert für alle, die mal mitten in der Natur stehen und absolute Stille genießen wollen!

D.h., still war es erst als die Fliegen weg waren. Wenn jegliches Hintergrundgeräusch fehlt, merkt man erst wie laut die Biester sind 😈
Kosten: 80 NAD pro Nacht + Permit 90 NAD (Kind ist frei) - haben wir in Sesriem gebucht und bezahlt.
Wie weiter oben beschrieben, war die Zufahrt (rd. 30 km ab dem Abzweig an der C14) im Gegensatz zur C14 die reinste Erholung! Der Weg führt durch das wogende Gras, ab und zu sieht man ein paar Tiere (Oryx, Strauße und weit entfernt Zebras) und langsam sieht man den Mirabib Hill größer werden - wunderschön!
Themenstarter45 Beiträge · seit 201030. Juli 2011 · #12
So, für heute kommt das letzte Häppchen:

Swakopmund Teil 1

Unterkunft: Alte Brücke Resort – komfortable Stellplätze auf Rasen mit gemauertem Duschhäuschen; für die Stadt ideal, nach Mirabib aber ein kleiner Kulturschock, da wir auf einmal von anderen Campern "umzingelt" waren 🙂



Kosten: 330 NAD pro Nacht
Extra: wir haben beim Laundry-Service unsere Wäsche waschen lassen. Man bekommt sie gewaschen, getrocknet und perfekt gebügelt in Folie zurück, pro Kg Wäsche kostet der Service 30 NAD - das war's mir wert, denn so musste ich meine Zeit nicht in einer Laundry verbringen, sondern konnte mich amüsieren gehen 😗

Ich weiß, dass die Meinungen über Swakopmund sehr auseinander gehen. Vorher habe ich gedacht „Oh Gott, eine deutsche Kleinstadt mitten in Afrika? Das kann nur furchtbar sein!“. Aber ich muss meine Meinung revidieren – auch wenn Swakopmund tatsächlich sehr deutsch daher kommt, hat uns dieses Städtchen doch sehr gut gefallen.



Und ich muss zugeben, dass es sehr schön war, sich mal wieder an einen gedeckten Tisch zu setzen und zu genießen ohne dass man vorher in der Küche bzw. am Grill stehen muss. 😉 Außerdem gestehe ich, dass meine Tochter und ich ein Shoppinggen besitzen und gerne mal durch die Geschäfte „schnökern“. 😊 Und wir waren mit weniger als 20 kg Gepäck pro Nase hergeflogen – das schrie nach Einkauf 😄 Aber hauptsächlich haben wir die Zeit in Swakopmund mit 2 Ausflügen verbracht (mehr dazu in Teil 2).

Essen: Vor dem Essen genossen wir einen Sundowner an der Mole.

Vor dem Sonnenuntergang waren diese Bänke menschenleer,

aber pünktlich zum Sundowner füllten sie sich, vor allem mit zum Teil sehr betagten Rentnern. Da viele von ihnen einen Krückstock oder Gehwagen dabei hatten, frage ich mich noch heute, woher sie kamen und wie sie es so schnell geschafft haben 😉
Am ersten und am letzten Abend haben wir im Lighthouse Pub & Restaurant gegessen, weil unserer Tochter die Pizza so gut geschmeckt hat. Es gab diese gerade als Winter-Special zum halben Preis. Nach Winter war uns nun gar nicht, denn dank des Ostwindes hatten wir 3 Tage lang Sonnenschein und knapp 30 Grad tagsüber. So haben wir uns dann auch an einem Nachmittag einen Eisbecher (pro Nase um 25 NAD) in Raiths Gourmet Gelateria gegönnt - mmmmmh 😎

Im Lighthouse Pub haben wir Erwachsenen Fisch bzw. Fleisch gegessen – alles sehr lecker und dazu supernette Kellnerinnen. Dazu eine Flasche Wein, 1x Sprite und für jeden einen Nachtisch (ich empfehle „Don Pedro“ – Vanilleeis mit Amarula, cremig gerührt und durch einen Stohhalm zu trinken – wenn ich nur dran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen 🤩 ). Wir haben pro Abend 580 NAD bezahlt. Das Taxi zurück zum Campingplatz schlug mit 30 NAD zu Buche.

Am 2. Abend waren wir in der Kupferpfanne essen. Auch hier hat es wunderbar geschmeckt (Kudumedaillons unter der Walnusshaube – ein Traum!) und der Service war ebenfalls super. 2 Suppen, 2 Fleischgerichte, 1 Kinderessen + Getränke kosteten 550 NAD. Die Kupferpfanne ist schon sehr urig mit all den Sammlerstücken an den Wänden. An dem Abend waren sehr viele Familien da. Trotzdem hat uns das etwas „lässigere“ Ambiente im Lighthouse Pub besser gefallen!

Wir hatten an allen 3 Abenden nicht reserviert und haben jeweils problemlos einen Tisch bekommen (zweimal standen wir um Punkt 18 Uhr "auf der Matte" und einmal kamen wir um 19.30 Uhr an) - zu späterer Stunde waren beide Restaurants gut gefüllt. Vor allem im Lighthouse saßen auch größere Gruppen.
521 Beiträge · seit 201131. Juli 2011 · #13
Einen sehr schönen, unterhaltsamen und informativen Bericht schreibst Du! Vielen Dank!

Wer träumt nach einem Aufenthalt im südlichen Afrika nicht von Dom Pedro Kahlua? Der ist wirklich ganz schön gut...

Ach, da freue ich mich auch shcon gleich wieder auf unsere nächste Reise!

Freue mich auf Deine nächsten Berichte!
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
Themenstarter45 Beiträge · seit 201031. Juli 2011 · #14
@Nunanani: Danke für das Lob! Da macht das Schreiben gleich noch mehr Spaß 🙂

Swakopmund - Teil 2

Folgende Ausflüge haben wir in Swakopmund gemacht:

Wüstentour mit Tommy – einfach nur empfehlenswert!
Auf Wunsch wird man bei der Unterkunft abgeholt. Für die fast 6-stündige Tour (inkl. kalter Getränke in unbegrenzter Menge, Nüsschen und Schokoriegel) haben wir 1425 NAD bezahlt (dank des 5%-Rabattgutscheins von Bwana Tucke Tucke).

Tommy gestaltet die Tour sehr unterhaltsam und geht vor allem auf die Kinder ein. Wir waren mit zwei Fahrzeugen unterwegs. Tommy fuhr mit 9 Südafrikanern vor und wir folgten mit 8 Personen mit Francois. Es wird sehr häufig gestoppt, Tommy und Fancois suchen nach Tieren und Tommy erklärt dann alles.

In unserem Auto saßen nur Deutsche und Österreicher und so wurde die Tour auf Afrikaans und Deutsch durchgeführt. Beide Fahrer sind wirklich mit Herzblut dabei und Tommy merkt man an, wie viel Spaß es ihm macht, seinen Gästen die Wüste und seine Bewohner nahe zu bringen. Die Südafrikaner und die Deutschen folgten ihnen gerne und mit Begeisterung. Die Familie aus Österreich (vermutlich Zufall, ich denke solche Leute gibt es in jedem Land) war "gespalten" - Vater und Mutter in vollstem Achim-Outfit 🙂, Tochter (ca. 14) modisch up to date und mit iPod im Ohr. Vater war nur mit seiner Kamera und den unterschiedlichen Objektiven beschäftigt, Mutter war zunächst motiviert und stellte ziemlich viele Fragen ("wohnt die Schlange immer hier oder auch mal woanders?"), das Interesse erlahmte aber ziemlich schnell - vielleicht lag es an der Hitze 😉 Die Tochter bequemte sich irgendwann kaum noch aus dem Auto ("ach, jetzt suchen die schon wieder Tiere - das ist öde, ich bleib lieber hier") - einfach nur peinlich 😠 Hoffentlich wird meine Tochter in der Pubertät nicht so desinteressiert 😮 Obwohl, ein Interesse hatte das Mädel - sie sprach unaufhörlich von der Quad-Tour am Tag vorher. Ne, schon klar, deshalb fährt man ja auch nach Namibia, damit man mal schön durch die Dünen heizen kann 😛
Während unserer Tour suchte Tommy zunächst vergeblich nach einer Sidewinder. Unermüdlich sahen er und Francois unter (fast) jeden Strauch. Schließlich fragte Tommy, ob alle pünktlich zurück sein müssen oder ob wir noch Zeit hätten. Ja, hatten wir und so wurde die Suche ausgedehnt. Zwischendurch war aber Sport angesagt: Dünen runterrennen und wieder raufkraxeln - vor allem den Kindern (bis auf eine)- aber auch mir - machte das tierisch Spaß 😁

Zum guten Schluss wurde Tommy endlich fündig und präsentierte uns eine Sidewinder. Nachdem Belana hörte, dass ein vierjähriges Mädchen aus Namibia nach dem Biss einer Sidewinder langsam erblindet war, hielt sie respektvollen Abstand.

Nachdem Belana hörte, dass ein vierjähriges Mädchen aus Namibia nach dem Biss einer Sidewinder langsam erblindet war, hielt sie respektvollen Abstand.

Der Brüller auf dieser Tour war aber eindeutig das hier:

Sorry, das Bild ist schlecht 😊
Mitten in der Wüste hat Tommy eine Toilette mit allem drum und dran (Wasserspülung, Waschbecken, Seife und Handtücher) hingestellt. 🤪 Nach etwas der Hälfte der Tour wird hier eine Pause eingelegt (dann gibt es auch die Nüsschen und die Schokoriegel).

Bootstour mit Pelican Tours ab/bis Walvis Bay – siehe Teil 3
zuletzt bearbeitet 31. Juli 2011
Themenstarter45 Beiträge · seit 201006. Aug. 2011 · #15
So, nachdem nun die erste Woche bei der Arbeit hinter mir liegt, geht es nun doch mal weiter 😉

Bootstour mit Pelican Tours ab/bis Walvis Bay

Auch diese Tour (Dauer ca. 3,5 Stunden) ist empfehlenswert. Die "Kapitänin" stoppte immer mal wieder und gab eine Menge Erläuterungen (nur auf Englisch). Beim ersten Stopp kam ein Seelöwe an Bord, der so begeistert von den Fischhäppchen war, dass er gar nicht mehr zurück ins Wasser wollte. Ganz schön schlau, warum selber Fische jagen, wenn sie einem stattdessen mundgerecht zugeworfen werden 😉

Nachdem wir einen Moment bei der Austernernte zugesehen hatten

ging es dann zum nächsten Stopp am Pelican Point, wo eine große Kolonie Pelzrobben zu Hause ist.

Die Geräuschkulisse erinnerte an eine Herde blökender Schafe 😄

Nachdem unsere Kapitänin ordentlich Gas gegeben hatte, kamen endlich Delfine in Sicht. Diesen wunderschönen Tieren könnte ich stundenlang zusehen! Sie umkreisten das Boot, tauchten, sprangen und waren schwer zu fotografieren 🙁
Aber Stefan sind doch ein paar super Aufnahmen gelungen, z.B. dieses Foto.


Wir hatten auch das Glück, zwei Wale zu entdecken. In ihrer Nähe sind immer nur ein paar Boote zeitgleich zugelassen und jedem Boot steht auch nur ein begrenzter Zeitraum (ich meine es waren 10 Minuten) zur Verfügung. Leider halten sich nicht alle Boote dran, es gibt auch schon einige "Cowboys", die sich vordrängeln, damit die Touristen ihres Bootes die Nase vorn haben 😠

Dann ging es leider auch schon zurück zum Hafen. Unterwegs gab es dann noch die angekündigte Snackpause mit Austern,
🤢
Sekt (für meinen Geschmack zu lieblich), weitere kalte Getränke und zum Glück auch leckeren Snacks wie Teigtaschen mit Hack, Frühlingsröllchen, belegten Broten usw. 😁
Nachdem wir wieder angelegt hatten lernten wir noch das „Baby“ unseres „Stewards“ Ben kennen – einen 10 Monate alten Pelikan, den wir auch steicheln durften. Für Belana natürlich ein Highlight der Tour 🙂

Kosten: mit Bwana Tucke Tucke-Gutschein 1235 NAD
zuletzt bearbeitet 06. Aug. 2011
109 Beiträge · seit 201006. Aug. 2011 · #16
Dein schöner Bericht weckt viele Erinnerungen. Bitte weiter 🙂

Arnd und Sabine
Themenstarter45 Beiträge · seit 201006. Aug. 2011 · #17
Omaruru –Namib Gästefarm Onduruquea

Schöne Campsite unter Bäumen mit Strom- und Wasseranschluss, 1 sehr gepflegtes Duschhäuschen für alle 5 Sites. Beim Haupthaus gibt es einen Pool und schöne Sitzmöglichkeiten. Die Farm hat in der Nähe der Lodgeunterkünfte ein beleuchtetes Wasserloch für abendliche Beobachtungen.

Kosten: 225 NAD pro Nacht



Dinner: 170 NAD pP (Buffet), Getränke extra
Wir haben an einem Abend dort gegessen - super lecker (gegrillte Oryxsteaks, Oryxkeule aus dem Sonnenofen, hausgemachte Nudeln, Gemüseplatte, Salate und ein köstlicher Nachtisch). Je nach Anzahl der Gäste wird in einer großen Runde oder wie bei uns in 2 Räumen (mit offenem, großen Durchgang) gegessen. Die Sibolds sind sehr aufmerksame Gastgeber. Da wir nicht mit ihnen an einem Tisch saßen und im Extraraum von der Unterhaltung "abgeschnitten" waren, kam Herr Sibold nach dem Essen an unseren Tisch und hat sich lange mit uns unterhalten. Wir haben eine Menge über ihn und das Leben auf einer (Gäste-)Farm erfahren.

Beobachtungsfahrt mit Sundowner: Der Preis richtet sich nach der Größe der Gruppe, wir haben für alle zusammen 325 NAD bezahlt. Mit uns fuhren noch 3 englische Gäste, die Hobby-Ornithologen waren. Herr Sibold musste anfangs quasi bei jedem Vogel halten. Nachdem wohl einige besondere Vögel entdeckt wurden, zückte der Mann (im vollen Achim-Ornat, etwas skurril, aber sehr nett) ein Diktiergerät und listete alle Sichtungen auf 😉. Danach freuten sie sich aber genau wie wir über die weiteren Tiersichtungen (Giraffen, Strauße, Kudus, Warzenschweine, Gnus und ein Löffelhund).


Weitere Aktivitäten: Man kann auf der Farm sehr schöne Wanderungen unternehmen. Julia Sibold hat 5 Wanderwege erarbeitet, markiert und auf einer Karte vermerkt. Von einer kleinen Tour (1 Km) bis zu einer großen (9,5 Km) ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wir haben die Nashornkäfer-Tour gemacht (8,6 Km).


Diese Wanderung ist sehr abwechslungsreich und man bekommt mit Glück auch etliche Tiere zu Gesicht (Klippschliefer, Kudus, Strauße, Gnus, diverse Vögel usw.).



Highlight war aber eindeutig die etwa 2,5 m lange, armdicke Schlange, die Stefan entdeckt hat. Belana und ich warfen nur einen kurzen Blick darauf und traten dann den geordneten Rückzug an 🤩



Für alle, die den Farmaufenthalt (auch) zum Relaxen nutzen wollen, bietet Julia Sibold Massagen, Personal Training u.a. an.

Wir können diese Gästefarm nur empfehlen. Man wird sehr herzlich und persönlich betreut – hier muss man sich einfach wohlfühlen.


Omaruru - die Stadt ist klein, aber oho



Hier kann man wunderschönes Kunsthandwerk kaufen. Wir waren bei Tikoloshe, dort gibt es Holzschnitzkunst vom Feinsten. Von klein bis riesengroß und eher „naturbelassen“ – hier ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei. Die Schnitzer arbeiten mit Wurzeln und Stämmen und jedes Stück ist einmalig und handsigniert. Es werden aber auch aus anderen Landesteilen und Ländern (ich sage nur Massai 😉 ) Stücke angekauft und angeboten.


Aber auch NAWA NAWA Art ist sehr zu empfehlen. Dort haben meine Tochter und ich Schmuck gekauft. Es werden aber auch andere schöne Dinge aus Metall oder alten Getränkedosen angeboten.

Den Süßschnäbeln kann ich nur die Dörgeloh Schokoladenfabrik ans Herz legen. Für 15 NAD pP kann man ein Tasting machen und alle Schokoladen probieren. Hier wird Schokolade noch handgemacht und ist superlecker. Es gibt mehrere Sorten mit Alkohol und noch mehr ohne (z.B. Erdnussbutter, Erdbeerjoghurt, Haselnuss, Kaffeebohne, Mintcrisp, Crunchy, Caramel usw.). Auf Grund der Aussentemperaturen empfiehlt es sich, nur etwas auf Vorrat zu kaufen, wenn man eine Kühlmöglichkeit hat. Wer also mit einem normalen Pkw herumreist und keine Kühlbox dabei hat, muss schnell essen 😁



Wir haben für 30 Pralinen und das Tasting 95 NAD bezahlt.
Themenstarter45 Beiträge · seit 201006. Aug. 2011 · #18
Hallo Arnd,

danke für das Lob, das ich gerne zurück gebe. Denn Euren Bericht habe ich vor dem Urlaub zur Einstimmung verschlungen 🙂

Viele Grüße

Ulli
273 Beiträge · seit 200906. Aug. 2011 · #19
Gut, dass ihr den Rückzug angetreten habt,
das sieht nach einer Puffotter aus.

Viele Grüße,

Hans
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.