Reisebericht

Namibia – Auf der Suche nach dem Leopard

von Steelers · begonnen 28. Juli 2011 · 23 Teile

Teil 128. Juli 2011
Hallo liebe Fomis,

nachdem ich hier schon seit längerer Zeit meist nur als Mitleser bin, möchte ich heute damit beginnen euch etwas zurückzugeben und mit meinem Reisebericht beginnen.
Mein Freund Chris und ich waren als absolute Afrika-Neulinge ab Mitte April für 23 Tage in Namibia unterwegs.
Da es mein großer Traum war, einen Leoparden in freier Wildbahn zu sehen, habe ich den Titel des Berichts entsprechend gewählt. Zudem standen auf unserer Reiseroute einige Lodges, welche Großkatzen auf ihrem Gelände haben.
Ich hoffe euch gefällt der Bericht und wünsche euch viel Spaß bei mitfahren.

Grüße
Daniela


Dienstag, 19.04.2011


Der Flug war relativ unspannend. Schlafen konnten wir leider beide sehr wenig, was zum Teil wohl daran lag, dass man sehr wenig Platz hatte, zum Teil aber auch an der Aufregung. Super pünktlich um 4.52 Uhr landen wir in Windhoek. Ich schaue aus dem Fenster und was sehe ich: es ist nass! 🤩
Wie steigen aus dem Flugzeug und betreten zum ersten Mal namibischen Boden. Schnell noch ein Foto unseres Flugzeugs gemacht und dann schlendern wir gemütlich zur Ankunftshalle.

Über die Einreiseformalitäten und die damit verbundenen Wartezeiten haben wir hier im Forum schon einiges gelesen. Also erst mal anstehen. Alles in allem geht es deutlich schneller, als ich es mir vorgestellt habe. Das Gepäck ist noch nicht da und so warten wir eben da noch einen Moment. Nach einigen Minuten kommt dann unser Gepäck. Das ist ja schon mal gut gegangen. Wenn jetzt mit dem bestellten Mietwagen alles in Ordnung ist, kann die Reise losgehen. Der Europcarschalter ist schon besetzt und nach wenigen Minuten Wartezeit hat ein freundlicher Herr Zeit für uns. Schnell die Formulare ausgefüllt, Führerschein und Ausweise kopieren lassen und dann gibt es auch schon den Schlüssel. Man erklärt uns, dass auf dem Parkplatz jemand ist, der uns das Auto erklärt.
Also nichts wie Geld wechseln, eine SIM-Karte kaufen und dann raus zum Auto.
Die beiden Mitarbeiter auf dem Parkplatz sind gerade beide mit anderen Kunden beschäftigt, so dass wir schon mal allein unser Auto inspizieren. Bremsen und Lichter scheinen zu funktionieren. Bei der Inspektion der Reifen fällt uns auf, dass der Reifen hinten rechts schon sehr mitgenommen aussieht. Wir beraten uns kurz, ob wir mit diesem Reifen losfahren sollen oder nicht. Nachdem wir das Auto in den nächsten 23 Tagen doch ganz ordentlich beanspruchen wollen, entscheiden wir uns, nach einem anderen Reifen zu fragen. Als der Mitarbeiter uns das Auto erklärt, sprechen wir ihn darauf an. Er spricht kurz mit seinem Kollegen, der uns erklärt, dass die neuen Reifen im Depot seien. Daraufhin ist er auch schon wieder verschwunden. Keine 5 Minuten später steht er mit einem neuen Reifen neben uns. Schnell wird dieser gewechselt. Da der Reifendruck nicht geprüft wurde, folgen wir schnell zum Depot und auch das wird noch erledigt. Jetzt kann es losgehen. Afrika wir kommen!
Inzwischen ist es 7 Uhr. Wir haben uns entschieden, nicht über die B1 sondern über die C23 und C15 zur Kalahari Anib Lodge zu fahren. Kaum sind wir auf der C23 sehen wir auch schon die ersten Paviane. Jedes Mal wenn wir anhalten rennen diese jedoch davon. 🙁

Lt. Unserer Karte soll es in Dordabis eine Tankstelle geben, diese konnten wir jedoch nicht finden. Also fahren wir weiter auf der C15 Richtung Uhlenhorst. Unsere erste Gravel Pad. Auf der rechten Seite steht ein merkwürdiger Turm, bei dem es sich vermutlich um den Mäuseturm, eine Befestigungsanlage von 1915, handelt.

Auf der Weiterfahrt entpuppt sich einer der Steine auf der Straße als eine kleine Schildkröte.

Sehr weit kommen wir nicht, da wir dann eine große Schildkröte sehen, die unbedingt auch fotografiert werden muss. 🙂

Landschaftlich ist es hier sehr schön.

In Uhlenhorst stoppen wir kurz und kaufen etwas Wasser. Auf der Weiterfahrt sehen wir dann auch unsere ersten Strauße, leider relativ weit weg.
Hier wird gleich mal das neue Fernglas ausprobiert. Gegen 13 Uhr sind wir schon in der Kalahari Anib Lodge angekommen. Nach dem Welcome Drink wird uns die Anlage und unser Zimmer gezeigt. Wir fragen die Dame nach den großen Käfern, welche uns unterwegs schon aufgefallen sind. Sie nimmt einen auf die Hand und meint, die beißen nicht, die stinken nur. 😉 Wir werden unsere „bugs“ im weiteren Reiseverlauf noch öfter treffen. Inzwischen weiß ich auch, dass es sich bei den Bugs um Sattelschrecken handelt.
Um 15.30 Uhr wollen wir den Sundowner Drive mitmachen. Da bis dahin noch etwas Zeit bleibt, werfen wir uns noch kurz in einen der Pools. Dort treffen wir einen anderen deutschen Urlauber, den wir auch noch öfter sehen werden. Im Forum haben wir ja schon gelernt, dass man sich in Namibia immer 2, 3, 4 mal trifft. 😉 Da ist nicht gleich am ersten Tag einen Sonnenbrand bekommen möchte, geht es kurz unter die Dusche und dann noch auf die Terrasse der Lodge um eine Tasse Kaffee zu trinken.

Für den Sundowner stehen 2 Fahrzeuge bereit. Mit uns sind 5 weitere Gäste im Fahrzeug, das zweite Fahrzeug haben wir nach dem Start nicht mehr gesehen.
Als erstes fährt unser Guide zu einem großen Webervogelnest und erzählt uns einiges über die Vögel.

Kurz darauf sehen wir unsere ersten Springböcke, Erdhörnchen, einige Strauße, Rosenpapageien und die ersten Steppenzebras. Ich bin total begeistert, da ich so früh auf unserer Reise noch überhaupt nicht mit Zebras gerechnet habe.

In der Ferne zieht ein Gewitter auf, was dem Himmel eine tolle Färbung verleiht. Vor dieser tollen Kulisse sehen wir auch unsere erste Gnu-Herde. Leider ist es mit fotografieren sehr schwierig. Ein Stück weiter folgt erneut eine Herde Springböcke und dann ist auch der Platz für den Sundowner erreicht.

Der rote Sand allein sieht schon wunderschön aus, in Verbindung mit den aufziehenden Gewitterwolken hat er aber nochmal eine ganz andere Wirkung.

Da das Gewitter auch noch ordentlich Wind aufkommen lässt, machen wir uns wieder auf die Rückfahrt zur Lodge um nicht noch nass zu werden.
Auf dem Weg zum Abendessen stellen wir fest, dass ein recht großer Tisch für ca. 20 Leute gedeckt ist und wir wohl auf unsere erste Hummeldumm-Reisegruppe treffen werden. Es stellt sich heraus, dass es sich um eine deutschsprachige Reisegruppe handelt. Ansonsten stehen nur einige kleinere Tische herum. Die Lodge scheint nicht komplett ausgebucht zu sein.
Zum Abendessen gab es einen sehr leckeren Salat mit Käsesauce, danach eine Süßkartoffelsuppe, zum Hauptgang Oryx Stroganoff mit Reis und Gemüse und zum Dessert Käsekuchen. Das Essen war sehr lecker.
Nach dem Essen hat das Personal noch einige Lieder für die Gäste gesungen. Uns hat das sehr gut gefallen, v.a. weil man bemerkt hat, dass die dabei richtig Spaß hatten.
Da wir im Flugzeug fast nicht geschlafen haben, fallen wir nach dem Essen recht schnell ins Bett.

Flugstrecke: 8.121 km
Gefahrene Strecke: 315 km, davon 110 km Teerstraße und 205 km Gravel
Teil 231. Juli 2011
Vielen Dank für die aufmunternden Worte zu meinem Bericht.

@ Carsten: Es ist schön zu hören, dass es nicht zu viel Text ist. Ich war mir beim Schreiben teilweise etwas unsicher. Reiseberichte lesen ist sooo viel einfacher. 😄


Mittwoch, 20.04.2011:

Der Wecker klingelt um 6.15 Uhr. Beim Frühstück sind wir um 7 Uhr. Das Frühstücksbuffet bietet eine große Auswahl, es gab sogar Nutella. 😁
Los geht’s um 8 Uhr. Zuerst führt uns unser Weg nach Mariental in den Superspar, wo wir uns mit Wasser, Äpfeln und Keksen eindecken. Außerdem werden 4 kg Trockenmais gekauft, womit Chris seinen Bohnensack zum Auflegen des Fotos füllen möchte. 😄
Unser erstes Ziel für heute ist der Köcherbaumwald. Über die B1 kommen wir sehr gut voran und stehen gegen 11.30 Uhr im Köcherbaumwald. Zu unserer Freude sind außer uns nur 2 weitere Touris anwesend. Wir lassen uns ca. 1 Stunde Zeit bei den Köcherbäumen bevor wir uns auf den Weg zum Giants Playground machen.

Im Giants Playground wollen wir den beschilderten Rundweg gehen. Auch hier sind außer uns nur 2 weitere Touris. Inzwischen ist es sehr heiß geworden. Immer tiefer geht es hinein zwischen die aufgetürmten Felsen.

Irgendwann stehen wir recht ratlos in der Landschaft und rätseln, in welche Richtung wir denn nun gehen sollen. Einen Pfeil gab es schon lange nicht mehr, aber der letzte hat in diese Richtung gezeigt. 🤩 Hmm, lieber nochmal zurück. Aber die Richtung stimmt, also geht es weiter. Wenn da nur nichr diese Hitze wäre... 😵 Wir kämpfen uns durch das hohe Gras und tatsächlich können wir kurze Zeit später das Dach unsers Autos erspähen. 😮
Die Fahrt geht weiter nach Keetmanshoop, unsere erste Stadt mir Linksverkehr. 😉 Allerdings wollen wir hier nur schnell tanken und Geld holen. Beide Aktionen haben wir gut überstanden und so wird noch kurz ein Bild vom kaiserlichen Postamt gemacht.

Als wir kurz vor Seeheim angekommen sind müssen wir feststellen, dass die C12 aufgrund der starken Regenfälle noch gesperrt ist. Wir fahren also erst mal bis zum Seeheim Hotel um dort den Weg zu erfragen. An der Bar treffen wir 2 „lustige“ Damen, die wohl selbst ihre besten Kunden sind. Was auch immer die beiden getrunken haben, der erste Drink war das für diesen Tag wohl nicht. Immerhin weisen sie uns den richtigen Weg. 😏
Es geht also die B1 ein Stück zurück und dann über die D545 weiter. Dort haben wir beim Naute Damm unsere erste Wasserdurchfahrt. 😕 Als wir dann anhalten um noch ein paar Fotos zu machen kommt ein Traktor mit Einheimischen.

Die freuen sich total, dass ich ein Bild von ihnen mache und schenken uns ein paar Datteln.
Auf der Weiterfahrt treffen wir ein paar Strauße. Einer davon rennt einige Meter neben unserem Auto her. Als wir anhalten um ihn zu fotografieren, wird ihm das dann aber doch etwas unheimlich und er sucht das Weite. 😐

Auf der Gravel Pad wird man hier ordentlich durchgerüttelt. Die Waschbrettstraße hat nun eine völlig neue Bedeutung für uns. 🤩 Noch bevor wir den Gondwana National Park erreichen, sehen wir unseren ersten Kudu, einen jungen Bullen.

Da er sich beobachtet fühlt, überquert er hinter unserem Auto die Straße und flüchtet. Da es inzwischen schon etwas spät wird, fahren wir weiter zur Canyon Lodge. Auf dem Weg sehen wir noch ein paar Strauße und Springböcke.
In der Canyon Lodge angekommen beziehen wir unser wunderschönes Zimmer. Leider müssen wir feststellen, dass das Licht nicht geht. Also schnell zur Rezeption und mit einem Angestellten zurück zum Zimmer. Zum Glück war es nur eine Sicherung, die aber gut hinter dem Haus versteckt war. 😈
Nach einer erfrischenden Dusche geht es zum Essen. Dort entdecken wir unsere Hummeldumm-Gruppe von der Anib, den Deutschen mit seinen Begleitern, den wir am Pool der Anib getroffen haben und das Pärchen von Giants Playground. Man könnte meinen, Namibia ist ein Dorf. 😄
Als Starter wird warme rote Beete serviert. Anschließend gibt es verschiedene Salate vom Buffet, welche durchweg sehr gut sind. V.a. den Bohnensalat aus dreierlei Bohnen kann ich sehr empfehlen. 🙂 Anschließend gibt es am Buffet Springbock oder Hähnchen mit Gemüse und Kartoffeln oder Reis. Zum Dessert gibt es Malva Pudding und eine Tarte.
Der Salat, ein Großteil des Gemüses, sowie Wurst und Käse werden im Selbstversorgungszentrum produziert. So wird ca. 70% des Bedarfs selbst gedeckt.
Nach einem langen Tag entscheiden wir uns um 22.15 Uhr zur Rückkehr auf unser Zimmer. Dank unserer Taschenlampe können wir es verhindern, einen der unzähligen Bugs zu zertreten. 🙄
Der morgige Tag beginnt früh, da wir für die Fotos des Fish River Canyon das Morgenlicht nutzen wollen.

Gefahrene Strecke: 478 km, davon 318 km Teer und 160 km Gravel
Teil 303. Aug. 2011
Donnerstag, 21.04.2011:

Der Wecker klingelt um 5.45 Uhr.
Schnell wird aus dem Bett gehüpft und erst mal einen Blick aus dem Fenster auf die tolle Landschaft geworfen.

Frühstück gibt es heute um 6.30 Uhr.
Hier gab es eines der besten Früchstücksbuffets auf unserer Reise. Frisch gebackene Brötchen. Selbst hergestellte Wurst und Käse, Tomaten und Gurken aus eigener Herstellung, sowie etwas Obst. Vor allem die frischen Brötchen waren ein Gedicht.
Los geht’s um 7 Uhr.
Auf der Fahrt zum Fish River Canyon wird erst einmal das Frühstück ordentlich durchgeschüttelt. 😵

Zum Glück ist es nicht weit. Schnell wird am Eingang noch das Permit gelöst und dann geht es auch direkt zum Hauptaussichtspunkt. Dieser ist super ausgebaut mit einem schattenspendenden Dach, einigen Infotafeln und sogar Toiletten, sofern diese geöffnet sind, was bei uns nicht der Fall war.
Als wir ankommen ist rein gar nichts los. Herrlich! Es werden also erst einmal einige Fotos gemacht. Nach einiger Zeit kommt der ältere Deutsche mit seinen 3 Begleitern und einem Führer. Gespannt lauschen auch wir einem Teil der Ausführungen über den Canyon.

Leider kommen die gigantischen Ausmaße des zweitgrößten Canyons der Welt auf den Bildern nicht wirklich zur Geltung. 😠
Nachdem wir ca. 40 Minuten mit kaum Menschen um uns herum am Aussichtspunkt genießen durften, nähert sich der erste Bus mit einer Reisegruppe. Nur wenige Minuten später folgt ein Zweiter. Das ist für uns das Zeichen uns auf den Weg zum nächsten Aussichtspunkt zu machen.
Auf dem Weg dahin wird nochmal gestoppt, um ein paar Bilder vom Canyon zu machen. Wir haben ja erst sooo wenige. 😉
Am zweiten Aussichtspunkt angekommen, schauen wir uns die Stelle an, wo der Abstieg für Wanderungen im Canyon beginnt.

Auch hier werden wieder einige Bilder gemacht und die Stille genossen. 🙂 Nun verfolgt uns aber der erste Reisebus wieder. Die Gruppe des zweiten Reisebusses nähert sich zu Fuß. Da wir schon wieder recht viel Zeit hier verbracht haben, entscheiden wir uns, nochmal ein Stück weiter in die andere Richtung zu fahren. Am nächsten Aussichtspunkt angekommen, sind nur 2 weitere deutsche Touris anzutreffen. Reisebusse verirren sich hierhin nicht.

Chris hat eine Schraube von seiner Sonnenbrille verloren und behauptet, dass das nur an den namibischen Straßenverhältnissen liegen würde. 😄 Wenn wir wieder in der Zivilisation sind, werden wir mal nach einem Optiker Ausschau halten.
Nachdem wir auch am dritten Aussichtspunkt wieder genügend Fotos gemacht haben, diskutieren wir kurz, ob wir noch einen weiteren Aussichtspunkt anfahren wollen. Da es inzwischen aber schon etwas später ist und wir wirklich genug Fotos haben, entscheiden wir uns zur Rückfahrt zur Lodge, wo wir um 13.30 Uhr ankommen. Wir wollen den Pool noch etwas genießen.
Der Weg dahin ist etwas länger, aber jeder Meter lohnt sich, da man dort angekommen einen spektakulären Blick in die Weite hat. Liegen und Sonnenschirme sind vorhanden. Außerdem gibt es einen überdachten Bereich mit Kühlschrank (Selbstbedienung mit Abrechnung an der Rezeption).

Nach etwas Entspannung am Pool, die nur durch einige Bugs unterbrochen wird, welche immer zielstrebig auf einen zukrabbeln, ging es unter die Dusche und dann zum Sundowner Walk auf den Hausberg. Der Walk inkl. Getränk wird kostenlos angeboten. Super! Unser Guide zeigt uns einen Busch, der weit verbreitet ist. Wenn man dessen Zweige abbricht, kommt eine Art Milch heraus, welche giftig ist. Einige Tiere trinken diese Milch, wenn sie kurz vor dem verdursten sind. Daraufhin fällt das Fell aus. Wie der Busch hieß, weiß ich leider nicht mehr. Vielleicht kann ihn ja jemand auf dem nachfolgenden Foto identifizieren. 🙂

Auf der Spitze des Hausberges wird dann der Sonnenuntergang genossen. Chris entdeckt hierbei Savannah Dry, was er wohl noch öfter verkosten wird. 😁

Zum Abendessen gibt es heute zuerst einen Gemüseturm und danach wieder die leckeren Salate. Als Hauptgang entscheide ich mich heute für Kudu mit Gemüse, Süßkartoffeln und Reis. Als Dessert folgt dann noch eine Creme Brulée. Sehr lecker! 😛
Während des Essens stellt sich noch der Trainee Manager vor. Nachdem wir bisher noch keine Klippschliefer gesehen haben, fragen wir ihn, wo wir diese am nächsten Morgen am besten beobachten können. Er meinte, dass zwischen 8 und 9 Uhr dafür eine gute Zeit sei, da diese dann auf den Felsen in der Sonne liegen.
Nach dem Essen entscheiden wir uns, auf der Terrasse noch einen Rock Shandy zu probieren, von dem wir hier schon viel gelesen haben. Allerdings muss ich feststellen, dass der Geschmack des Angostura Bitter überhaupt nicht mit mir kompatibel ist. 🤢
Ich bestelle mir dann doch lieber noch einen Campari Orange.
Um 23 Uhr machen wir uns auf den Weg zu unserem Zimmer. Es wird noch schnell ein Teil des Gepäcks wieder verstaut, da wir Morgen abreisen. Da Klippschliefer aber Langschläfer sind, dürfen wir Morgen früh auch etwas länger schlafen. Die Klippschliefer sind mir jetzt schon sympathisch. 😄

Gefahrene Strecke: 64 km, ausschließlich Gravel Pad
Teil 405. Aug. 2011
Freitag, 22.04.2011:

Der Wecker klingelt heute erst um 6.15 Uhr, so dass wir um 7 Uhr beim Frühstück im Hauptgebäude sind.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg die Klippschliefer zu suchen. Los geht es an der Pferdekoppel vorbei und über die Felsen. Nach einiger Zeit des Kletterns machen wir tatsächlich recht weit oben auf einem der Felsen eine Gruppe Klippschliefer aus.

Wir versuchen noch etwas näher heranzuklettern, um sie besser aufs Bild zu bekommen. Dabei entdecken wir einen weiteren Felsen mit Klippschliefern. Nachdem wir nun fast schon über das halbe Lodgegelänge geklettert sind, kommen wir hinter einer der Hütten heraus. 😗 Von der Terrasse dieser Hütte hat man einen perfekten Blick auf die Klippschliefer, aber ohne klettern wäre das ja langweilig. 😉 Neben uns haben es sich auch wieder einige Bugs auf der Terrasse gemütlich gemacht.

Wir machen uns auf den Rückweg zu unserer Hütte, sammeln unser Gepäck ein und um 9.10 Uhr starten wir nach Aus. Am Canyon Roadhouse legen wir einen Zwischenstopp zum Tanken und fotografieren ein.

Obwohl das Roadhouse nur ca. 20 km von der Canyon Lodge entfernt ist, ist die Landschaft hier schon völlig anders. Wir würden auf jeden Fall wieder die Canyon Lodge bevorzugen. Das Canyon Roadhouse sieht auch ganz nett aus. Landschaftlich kann es aber leider überhaupt nicht mit der Canyon Lodge mithalten, die einfach eine traumhafte Lage hat.
Im gesamten Gondwana Canyon Park können wir viele Tiere beobachten, v.a. Strauße, Springböcke und Oryx-Antilopen. Nachdem wir den Park verlassen haben, kommen wir wieder an die bekannte Wasserdurchfahrt beim Naute Damm. An der Kreuzung zur B1 angekommen machen wir einen Fahrerwechsel und ich versuche mich das erste Mal im Linksverkehr. 😎
Selbst auf der gut geteerten B1 ist fast nichts los, nur ganz selten kommt uns mal ein anderes Auto entgegen. Nach 50 km frage ich mal bei Chris nach, ob es ihm als mein Beifahrer noch gut geht, was er bejaht. 🙂 Wir fahren auf direktem Weg nach Aus zum Tanken und dann zum Eagles Nest, wo wir die nächsten 3 Nächte in absoluter Ruhe genießen wollen.
Nach den Tipps aus dem Forum haben wir vorab um das Eagles View Chalet gebeten, da es wohl das neueste und größte Chalet sein soll. Man schrieb uns, dass dieses bereits reserviert ist, wir aber das Desert Vista bekommen. Auch gut, da fahren schließlich nur noch die Bewohner des Eagles View vorbei. Am Check-In wird uns dann auf einem kleinen Lageplan der Weg zu The Wall gezeigt. Kurze Verwirrung bei mir, dann erkläre ich der Dame, dass wir das Desert Vista bestätigt bekommen haben. Nun ist die Verwirrung bei ihr und sie greift kurz zum Telefon. Das Desert Vista ist belegt, wir bekommen dafür aber das Eagles View. Perfekt! Wir warten noch kurz auf unser vorbestelltes Braii-Paket und machen uns dann auf, die letzten 8 km bis zu unserem Chalet zurückzulegen.
Im Eagles View angekommen bin ich sofort begeistert! Die Aussicht ist herrlich und direkt hinter dem Bett gibt es einen riesigen Felsen, auf den ich auch sofort raufklettern muss. 😗

Das Chalet ist ein Traum. Offener Kamin mit Sitzgelegenheiten, ein bereits gedeckter Tisch, eine Küchenzeile, ein Doppelbett mit wundervoller Aussicht auf die namibische Weite, ein weiteres Bett und ein recht geräumiges Bad. Hier kann man es wunderbar 3 Nächte aushalten!

Man hat uns oft gefragt, was wir 3 Nächte im „Nichts“ wollen, aber wir sind froh, dass wir hier 3 Nächte haben. Wir packen ein paar Sachen aus und machen es uns auf der Terrasse gemütlich. Hinter dem Berg scheint es zu regnen, was uns einen ganz tollen Regenbogen beschert.

Chris heizt das Feuer an.

Wir werfen einen Blick auf unser Braii-Paket. Zur Vorspeise gibt es Sandwiches mit Tomaten, Zwiebeln und Käse. Anschließend leckeren Oryx 😉 mit Folienkartoffeln und Salat. Dazu gibt es noch eine Flasche Wein aus dem tollen Weinregal.

Wie gerne hätte ich so ein Weinregal mit nach Hause genommen. Es erscheint mir aber genauso unpraktisch, wie eine große Holzgiraffe direkt am ersten Tag zu kaufen. 😄
Zum Nachtisch haben wir noch jeweils ein Stück Torte bekommen, welches aber erst mal in den Kühlschrank wandert. Das Essen war einfach zu reichlich und lecker.
Nach dem Essen machen wir es uns nochmal auf der Terrasse gemütlich und genießen die Ruhe und die Aussicht.


Gefahrene Strecke: 311 km, davon 181 km Teerstraße und 130 km Gravel
Teil 508. Aug. 2011
Weiter geht es mit dem nächsten Tag.

Samstag, 23.04.2011:

Wecken steht heute um 5.10 Uhr auf dem Programm.
Was für ein Ausblick vom Bett auf die Weite!

Wir frühstücken gemütlich in unserem Chalet und um 6.10 Uhr starten wir nach Lüderitz. Um 7.45 Uhr startet unsere gebuchte Bootstour mit der Selina nach Halifax.
Kaum sind wir auf der Straße nach Lüderitz, da steht ein Oryx ganz dicht neben der Straße.

Die Waterfront in Lüderitz ist schnell gefunden. Als wir am Bootssteg ankommen scheint die Sonne und das Boot wartet schon. Wir steigen ein und erfahren, dass wir heute die einzigen Gäste sind. Genial! Es geht entlang von Shark Island raus aus der Bucht. Bis jetzt hat es kaum Nebel. An der Spitze angekommen sehen wir viele Kormorane. Auch die ersten Robben tauchen auf und springen durchs Wasser. Delfine sind leider keine zu sehen.

Leider wird der Nebel immer dichter, so dass man nur noch sehr schlecht fotografieren kann. Wir fahren am Angra Pequena vorbei und Richtung Diaz Point. Der Wellengang wird stärker, so dass die Kameras in akuter Gefahr sind. 🙁

Am Diaz Point angekommen ist es so neblig, dass man die Robben auf den Fotos kaum erkennen kann. 😠

Auf dem letzten Stück zur Halifax Island wird der Wellengang nochmal etwas stärker. Neben unzähligen Pinguinen gibt es dort auch einige Flamingos.

Einige der Pinguine schwimmen ganz nah an unserem Boot vorbei.

Auf der Insel steht noch ein altes Haus aus der Zeit, als die Engländer hier Guano abgebaut haben. Einige Pinguine hüpfen die Treppen nach oben und stehen ganz dekorativ in der Tür. 🤪

Unser Guide bietet uns an in ein Schlauchboot umzusteigen und noch etwas näher heranzufahren. Darauf haben wir bei dem Wetter aber beider keine Lust (Wetter und v.a. Seegang 🤢 ). Auf der Rückfahrt nach Lüderitz gibt es noch eine heiße Schokolade zum Aufwärmen.
Zurück in Lüderitz gehen wir noch kurz ein paar Kleinigkeiten einkaufen und Geld holen. Dann geht es zu Lüderitzbucht Safaris und Tours um unsere Bootsfahrt und das Fotopermit für Kolmanskop zu bezahlen. Frau Schelkle hat uns dieses bereits vorab ins Eagles Nest geschickt. Wir bedanken uns bei ihr für ihre tolle Unterstützung und nehmen uns noch eine AZ mit. Anschließend fahren wir noch zum Haus Goerke und zur Felsenkirche.

Da uns in Lüderitz aber zu viel Trubel herrscht, entscheiden wir uns noch zum Diaz Point zu fahren.
Auf der Fahrt sehen wir einen Delfin durchs Wasser springen. Am Diaz Point angekommen ist leider der Nebel kein bisschen besser.

Nach einigen Fotos gönnen wir uns noch einen Kaffee und fahren dann zurück nach Lüderitz zum Tanken.
Nun geht es weiter zu den Wildpferden bei Garub. Unterwegs machen wir schnell noch ein paar Fotos von Kolmanskop. Ich freue mich jetzt schon auf Morgen! 😄
Wir haben uns Biltong gekauft, was wir unterwegs probieren. Ich muss allerdings sagen, dass das nicht unbedingt meine Geschmacksnerven trifft. 🤨 🤢
Kurz nach der Abzweigung von der B 1 steht das erste Wildpferd auf der Wiese.

An der Wasserstelle selbst ist auch nicht viel mehr los. Die haben heute wohl alle schon Feierabend gemacht. 😈


Nachdem wir ca. 1 Stunde bei den Pferden verbracht haben, machen wir uns auf den Weg ins Eagles Nest um unser Braai Paket abzuholen. Für heute haben wir Lamm und Rumpsteak bestellt. Wir trinken in der Lobby noch ein Savannah Dry und machen uns dann auf den Weg zu unserem Chalet.
Zuerst entspannen wir auf unserer Terrasse bevor wir den Grill anheizen. Wir genießen den Sonnenuntergang und werfen unsere Steaks auf den Grill.

Nach dem Essen verbringen wir noch etwas Zeit auf der Terrasse und genießen den tollen Sternenhimmel und die Stille.


Gefahrene Strecke: 289,5 km, davon 228 km Teerstraße
Teil 614. Aug. 2011
Weiter geht es mit dem nächsten Tag. Ich muss euch aber gleich darauf hinweisen, dass ihr heute etwas mehr Bilder ertragen müsst. Kolmanskop hat mich einfach begeistert. 😗


Sonntag, 24.04.2011 (Ostersonntag):

Es ist Ostersonntag und der Wecker klingelt bereits um 4.45 Uhr. Ich finde das überhaupt nicht schlimm, da ich mich auf den heutigen Tag schon seit einem Jahr freue.
Auf nach Kolmanskop! Wir fahren um 5 Uhr los und nur wenige Meter von unserem Chalet entfernt hüpft ein Hase über den Weg. Der Osterhase! 😄
Es ist noch recht dunkel, aber die Fahrt läuft gut. Der Himmel ist klar und wir haben einen schönen Sonnenaufgang. Aber dann, ca. 40 km vor Kolmanskop: Nebel! 🤩 😠
Man sieht keine 50 m weit. Wie soll man da vernünftige Bilder machen?!? Das ist unfair. Seit einem Jahr freue ich mich auf diesen Tag und schöne Bilder im Morgenlicht in der Geisterstadt. 🙁
In Kolmanskop angekommen ist es nur wenig besser. Dann gibt es eben Bilder mit Nebelsuppe. *grummel*

Außer uns sind nur noch 2 weitere Fotografen da. Zuerst gehen wir ins Haus des Ingenieurs.

Ich bin ganz begeistert von den vielen Sandverwehung in den Häusern.

An manchen Stellen kann man Spuren von Schlangen sehen. 😕 In diesen Fällen entscheide ich mich dann doch nicht durch diese Räume zu gehen, sondern einen anderen Weg zu nehmen. 😗
Nachdem wir uns fast eine halbe Stunde beim Ingenieur umgesehen haben, ziehen wir weiter zum Haus des Quartiermeisters.

Als nächstes inspizieren wir das Lehrerhaus, eines der wenigen Gebäude in die man nicht mehr hinein darf, da es schon teilweise eingestürzt ist.

Danach gehen wir zum Haus des Architekten, welches mir besonders gut gefallen hat. Sand bis zur Hälfte der Türen. Genial. Teilweise kann man nur kriechend von einem in den anderen Raum kommen.

Auf dem Weg sind die Schienen noch gut erkennbar, auf denen früher der komplette Transport nach und von Kolmanskop stattgefunden hat.

Das Haus des Buchhalters ist teilweise nicht mehr ganz so gut erhalten. Innen fehlen in einigen Räumen schon die Bodendielen. Allerdings wird hier gerade renoviert. Im oberen Stockwerk kann man daher nicht alle Räume betreten.

Das letzte Haus auf dieser Seite ist das Haus des Direktors. Dieses ist bereits vollständig renoviert. Allerdings hat es uns dadurch auch am wenigsten gefallen. Die Räume wurden lieblos einfarbig gestrichen, die Böden und Fenster erneuert. Kein einziges Sandkorn irgendwo zu sehen... Leider fehlt dem ganzen so der Charme.

Das Badezimmer war noch der mit Abstand schönste Raum.
Inzwischen ist es 9.30 Uhr und wir machen uns auf den Weg zurück zum Parkplatz. Im Auto nehmen wir ein schnelles Frühstück ein und sind dann pünktlich um 10 Uhr zur Führung in der Turnhalle. Es herrscht ein großer Andrang. Die Gruppen werden nach englisch und deutsch geteilt. Zu unserer großen Freude sind nun kaum noch Leute in der Turnhalle. Wir erkennen die 4 Deutschen vom Sundowner Walk in der Canyon Lodge wieder.
Die Führung wird von einem älteren Herrn gemacht, dessen Vorfahren noch in Kolmanskop gearbeitet haben. Wir gehen zum Laden, dem Haus des Ladenbesitzers und der Eisfabrik.

Dort wird uns erklärt, wie das Eis damals hergestellt wurde. Auch den Kühlraum der Schlachterei dürfen wir besichtigen. Unser Führer erzählt, dass vor 2 Jahren ein Deutscher, der inzwischen über 90 Jahre alt ist, hier war, der dort früher gearbeitet hat und sich nun alles nochmal ansehen wollte. Dieser hat ihnen auch erklärt, wie sie früher dort gearbeitet haben.
Zum Abschluss der Führung gehen wir noch in die Kegelbahn.

Während der Führung ist doch tatsächlich noch die Sonne hinter diesem ganzen Nebel herausgekommen! Wir ziehen wieder los, diesmal in die andere Richtung. Wir schauen uns einen Wohnblock an und gehen dann in das Haus des Arztes. Bei der Führung haben wir gehört, dass hier besonders oft Schlangen gesehen werden. Na prima. 😵 Das Haus des Arztes ist sehr schön. Es gibt wieder richtig hohe Sandberge. Auf einem der Sandberge sieht es so aus, als ob sich da kürzlich eine Schlange entlang geschlängelt hat. Da nehme ich doch lieber die Türe zum Nebenzimmer.

Die Schlangen haben mich verschont und so geht es weiter zum Krankenhaus.

Auch hier gibt es einfach wunderschöne Sandberge in den Räumen. Teilweise liegen darauf noch Überreste der Krankenhausbetten.

Als wir das Krankenhaus verlassen kommen wir an einigen einfachen Unterkünften der Arbeiter vorbei.

Dann wird noch schnell das bekannte Kolmanskop-Schild fotografiert.

Außerdem werden vom Haus des Ingenieurs und des Lehrers noch ein paar Außenaufnahmen mit blauem Himmel gemacht. 🙂


Zu guter Letzt schauen wir uns nochmal in Ruhe das Casino und die Turnhalle an. Dort ist eine Ausstellung mit Fotos aus der damaligen Zeit zu sehen. Das fanden wir sehr interessant.

Die Führung war echt super. Wir können diese unbedingt empfehlen!

Gegen 13 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Lüderitz zum Tanken und dann geht es zurück nach Aus. Unterwegs sehen wir eine große Straußenherde direkt an der Bahnlinie. Wir machen nochmal einen Abstecher nach Garub zu den Wildpferden. Die haben heute noch keinen Feierabend und sind sehr zahlreich anwesend. Schnell werden nochmal 100 Bilder gemacht. 😄


Dann geht es zurück ins Eagles View. An der Rezeption wird noch schnell das Braii-Paket und das Frühstück abgeholt und 2 Savannah Dry mitgenommen.
Im Chalet angekommen wird erst mal Kaffee gekocht und der leckere Kuchen vom Dessert verspeist. Dabei besucht uns ein Erdhörnchen auf der Terrasse. Ohne Scheu kommt es recht nah heran. Der Kuchen schmeckt auch ihm ganz ausgezeichnet.

Nach Kaffee und Kuchen geht es unter die Dusche und dann wird der Naturföhn genutzt. Der Grill wird angefeuert und wir genießen den Blick von unserer Terrasse. Dann kommt der Oryx auf den Grill. Sehr lecker. 😛 Nach dem Essen setzen wir uns direkt ans Feuer und machen ein tolles Lagerfeuer.

Gefahrene Strecke: 260 km, davon 230 km Teerstraße und 30 km Gravel Pad
Teil 716. Aug. 2011
Ich freue mich sehr über jeden Mitleser, da macht das Schreiben gleich noch mehr Spaß.

@ Nadine: Ich hoffe, du schreibst nach deiner Reise auch einen Reisebericht. 😉


Montag, 25.04.2011:

Heute wird ausgeschlafen, denn der Wecker klingelt erst um 6 Uhr. 🤪 Da ich vorher schon wach bin, genieße ich den Ausblick direkt vom Bett. Wir frühstücken auf der Terrasse und beobachten dabei einige Pferde. Leider müssen wir dieses herrliche Fleckchen Erde heute verlassen. Um 7.20 Uhr geht es los. Erst einmal tanken in Aus und dann ab nach Sossusvlei. Die D707 ist als eine der schönsten Strecken bekannt und so freuen wir uns auf eine tolle Fahrt.
Nach wenigen Kilometern verlassen wir die B4 und biegen auf die C13 Richtung Helmeringshausen ein. Schon bald sehen wir einen Strauß neben der Straße.



Auch uns begeistert die D707 und wir halten immer wieder an um einige Fotos zu machen.



Wir sehen eine große Herde Oryxe, welche wir ausgiebig beobachten.



Die D707 ist landschaftlich wunderschön, für die Reifen aber teilweise ziemlich anstrengend. Auf dem Weg gab es einige Viehgatter, welche jedoch meist geöffnet waren.
In Betta angekommen machen wir einen Abstecher nach Duwisib. Wir machen einige Fotos des in dieser Landschaft unwirklich wirkenden Schlosses und anschließend ein kleines Picknick unter einem Baum.



Dann geht es zurück nach Betta zum Tanken und weiter Richtung Sossusvlei. Im Namib Rand Nature Reserve gibt es endlich wieder Tiere.



Je näher man an Sossusvlei kommt, desto größer werden die Herden. Strauße, Oryxe und Springböcke in riesigen Gruppen und dazu eine beeindruckende Landschaft.



In der Lodge angekommen sind wir erst einmal schockiert über die Touristenmassen. 🤩 Nach 3 Tagen Einsamkeit in Aus grenzt das hier an einen Kulturschock. Leider sind die Zelte sehr nah beieinander. Wir hatten ein Zelt in einer der hinteren Reihen mit Blick auf die anderen Zelte. Die Zelte in der ersten Reihe haben einen deutlich schöneren Ausblick. Zu allem Unglück wohnen im Nachbarzelt lärmende Italiener, die zu einer Reisegruppe zu gehören scheinen, denn so viele Leute können gar nicht in einem Zelt wohnen. 😉

Innen sind die Zelte sehr ansprechend und großzügig.



Wir hatten von zu Hause aus bereits mit dem Adventure Center der Lodge Kontakt aufgenommen, da wir gerne einen Cesna-Rundflug über die Namib machen wollen. Da der Preis für 2 Personen sehr teuer ist, hoffen wir, dass 2-3 weitere Mitflieger gefunden werden. Leider hat das Adventure Center bisher noch keine Buchung für einen Flug am nächsten Tag. 🙁
Wir spazieren etwas am Pool entlang, holen uns einen Kaffee und schauen uns noch etwas in der schön gestalteten Anlage um.



Als wir zurück in unserem Zelt sind haben wir eine Nachricht des Adventure Centers. Für Morgen gibt es 3 Personen, die die Route 2 gebucht haben. Das ist zwar nicht unsere präferierte Route, aber auf jeden Fall besser als den doppelten Preis zu bezahlen.
Vor dem Essen springen wir noch unter die Dusche. Leider gibt es nur kaltes Wasser. 😵 Bei einer Lodge dieser Preisklasse hatte ich etwas anderes erwartet. Immerhin sind wir jetzt wieder fit. 😄

Wir schlendern zur Rezeption und bestellen uns ein Breakfast Basket für den nächsten Tag, da wir bereits bei Toröffnung nach Sossusvlei fahren wollen. Über das Breakfast Basket haben wir hier schon so manches gelesen und sind schon ganz gespannt. 😁

Beim Abendessen wird uns ein Tisch in einer der hinteren Reihen zugeteilt. Einen Tisch in der vorderen Reihe bekommt man nach Aussage des Kellners nur mit Reservierung. Also reservieren wir uns gleich einen Tisch für Morgen in der vorderen Reihe.
Wir bestellen uns eine Flasche Wasser und einen Sossusvlei Cabernet Sauvignon. Dann geht es ans Salatbuffet. Die Salate sind durchweg nicht besonders toll. Am Buffet des Hauptgangs gibt es 9 verschiedene Sorten Wildfleisch zur Auswahl, sowie Schwein, Huhn, Rind und Fisch. Das Gewünschte wird dann ganz frisch gegrillt. Bei so viel Auswahl fällt es mir etwas schwer mich zu entscheiden. Ich nehme Zebra und Impala, Chris entscheidet sich für Springbock und Gnu. Toll dass man sich hier einmal durch die Wildnis futtern kann. 😄 Geschmacklich war jedes der Wildtiere ausgezeichnet. Auch der Wein war sehr gut. Die Auswahl am Buffet war einzigartig.
Um 22.15 Uhr zieht es uns zurück in unser Zelt. Morgen geht es früh los...

Gefahrene Strecke: 395 km, davon 381 km Gravel Pad und 14 km Teerstraße
Teil 818. Aug. 2011
Nun habe ich den Bericht für den nächsten Tag fertig, alle Bilder zusammengesucht und muss mit Schrecken feststellen, dass es noch deutlich mehr Bilder als in Kolmanskop geworden sind. 😗 Sorry for that!


Dienstag, 26.04.2011

Um 5.15 Uhr klingelt der Wecker. Wir machen uns startklar und holen unser Breakfast Basket an der Rezeption. Chris stellt fest, dass es sich anfühlt, als ob es Frühstück für 20 Leute enthält. Die Ausmaße sind auch eher die eines Koffers. 😄 Um 5.51 Uhr stehen wir in der Schlange vor dem Tor und trinken Schwarztee.
Um 6.15 Uhr wird endlich das Main Gate geöffnet. In der Karawane geht es die 60 km bis zum 2 x 4 Parkplatz, vorbei an den ersten impossanten Dünen.



Unterwegs sehen wir zuerst einen Schakal ganz nah an der Straße, dann eine Herde Gnus (cool), unzählige Springböcke und ein paar Strauße. Leider ist Chris der Meinung, dass wir keine Zeit zum Fotografieren haben und so fahren wir weiter. Nach einer knappen Stunde ist die Düne 45 erreicht. Hier ist schon mächtig was los.



Wir fahren erst mal weiter zum 2 x 4 Parkplatz. Obwohl wir mit dem Daihatsu Terios einen kleinen 4 x 4 haben, entscheiden wir uns den Shuttle zu nehmen, da wir unserem „Kleinen“ den Tiefsand nicht so ganz zutrauen.



Am 4 x 4 Parkplatz angekommen beginnen wir unsere Wanderung ins Dead Vlei. Durch den Sand zu laufen ist selbst am Morgen ein wenig anstrengend. Im Dead Vlei angekommen werden erst mal fleißig Bilder gemacht.



Dann geht es hoch auf die Düne. Der seitliche Aufstieg ist sehr schwer. Auf halbem Weg dreht sich Chris zu mir um und meint, dass es bestimmt weniger anstrengend ist, wenn ich in seinen Fußspuren gehe. Was denkt der denn, was ich schon die ganze Zeit mache? 😄
Am Kamm der Düne angekommen ist der Aufstieg wesentlich leichter. Auf der linken Seite der Düne hat man einen Blick auf ein wassergefülltes Vlei.



An der Spitze angekommen setzen wir uns erst mal in den Sand und genießen den Blick ins Dead Vlei. Das Herunterspringen von der Düne geht in Sekunden und macht einen riesigen Spaß!



Wir machen uns auf den Rückweg zum Parkplatz und bestaunen auf dem Weg dahin das gelbe Blütenmeer mitten in der Wüste.



Dann lassen wir uns zum Sossusvlei fahren. Im Sossusvlei angekommen offenbart sich uns ein herrlicher Blick auf ein mit Wasser gefülltes Vlei. Wir sind das erste Mal in Namibia und erleben gleich so etwas Außergewöhnliches. Rund um das Vlei hat es wunderschöne Blumen.



Wir treffen die vier Deutschen von der Canyon Lodge und Kolmanskop wieder und erfahren, dass es eine gute Entscheidung war mit dem 4 x 4 Shuttle zu fahren. Die anderen sind mit ihrem Terios nämlich im Sand stecken geblieben.
Wir machen uns auf den Weg die nächste Düne hinauf um von oben einen besseren Blick auf das mit Wasser gefüllte Sossusvlei zu haben.
Die Sonne brennt, die Hitze steigert sich. Chris ist nicht zu bremsen. Er stapft unermüdlich die Düne hinauf auf der Jagd nach einem noch besseren Foto. Das ist nun wirklich zu viel des Guten. Mir reicht es! Ich streike und lasse mich in den Sand fallen!



Chris hat dann doch noch ein Einsehen mit mir und erklärt sich zum Umkehren bereit. Ich habe erst mal damit zu tun, mein Naturpeeling wieder loszuwerden. 😄
Wir nehmen den Shuttle zum 2 x 4 Parkplatz und fahren zur Düne 45. Dort schnappen wir unser Breakfast Basket, setzen uns auf einen Baumstamm im Schatten und genießen unser Lunch in völliger Einsamkeit. Unser Breakfast Basket enthält einen ganzen Korb voll Brot, eine Platte Wurst und Käse, Butter, Marmelade, Müsli, Joghurt, Obstsalat und Saft.



Auf dem Weg zum Sesriem Canyon steht eine Herde Springböcke mitten auf der Straße.



Am Canyon angekommen bewundern wir den totalen Gegensatz zu den Dünen. Wir steigen in den Canyon hinab und sehen uns ein wenig um. Der Canyon hat im Moment nur noch an wenigen Stellen Wasser.



Um 13.15 Uhr entscheiden wir uns zur Rückkehr zur Lodge, da wir um 14 Uhr im Adventure Center sein sollen, wo wir zum Rundflug abgeholt werden.
In der Lodge angekommen geht es noch schnell unter die kalte Dusche. Um 14 Uhr stehen wir dann im Adventure Center. Um 14.15 Uhr holt uns unser Pilot dort ab. Die anderen 3 Teilnehmer des Flugs sind Italiener aus der Reisegruppe, welche zum Teil neben uns wohnt. Naja, vielleicht sind die während des Flugs ja nicht ganz so laut. 😉

Das war unser Pilot samt Flugzeug:



Wir fragen einen der beiden Piloten, von wo aus man am besten fotografieren kann. Er empfiehlt die rechte Seite. Also sitzt Chris neben dem Piloten und ich hinter ihm. Der Start ist eine sehr holprige Angelegenheit, aber total spaßig. 😎 Von oben hat man einen genialen Ausblick auf die Namib. Erst von hier aus kann man erahnen, wie riesig diese ist.
Zuerst fliegen wir über den Sesriem Canyon. Von hier oben sieht man, wie lang dieser ist.



Dann geht es vorbei an Düne 45 weiter Richtung Dead Vlei und Sossusvlei.



Richtung Küste wird es ein bisschen dunstiger, so dass es schwierig ist, vernünftige Fotos zu machen. Dennoch machen wir unzählige davon. 😗



An der Küste fliegen wir ein Stück Richtung Norden entlang der „Langen Wand“.



Als es wieder landeinwärts geht, sehen wir eine Herde Strauße und Oryxe, welche aber von hier oben unmöglich zu fotografieren sind. 😵
Dann geht es zur Elim Düne – welche war denn das jetzt?!? Von oben ist die Namib ein riesiger Sandkasten, dessen Ausmaße man von unten gar nicht erahnen kann. Wie man hier die einzelnen Dünen unterscheiden soll, bleibt mir ein Rätsel. 🤪
Unsere Lodge von oben muss natürlich auch noch fotografiert werden.



Als wir gelandet sind wartet bereits der Rest der italienischen Reisegruppe. Die werden den gleichen Rundflug machen wie wir. So haben wir noch die Gelegenheit den Start anzuschauen, bevor es zurück zur Lodge geht.



In der Lodge angekommen, steigen wir noch schnell mal auf den Turm.



Zum Abendessen mache ich heute eine Fleischdiät und verzichte auf die nicht so besonders tollen Salate. Die anderen wohlschmeckenden Beilagen will ich aber auch nicht verachten. 😉 Zuerst müssen wir aber einen Tisch bekommen. Man weißt uns denselben Tisch wie am Vorabend zu. Dass wir einen Tisch in der vorderen Reihe reserviert haben weiß hier niemand mehr und wir bringen die Angestellten damit auch total aus ihrem Konzept. Etwas unzufrieden setzen wir uns also an den Tisch. Nach 10 Minuten hat man es aber wohl doch geschafft, einen Tisch mit Ausblick für uns zu finden und so werden wir gebeten umzuziehen. Das hat sich gelohnt, da man doch tatsächlich im Halbdunkel zwei Springböcke ans Wasserloch schleichen sieht. Wir probieren Zebra, Gnu, Kuhantilope und Strauß. Es war eine sehr gute Entscheidung heute eine Fleischdiät zu machen. 🙂
Gegen 22 Uhr ziehen wir zu unserem Zelt um noch zu packen, da es Morgen weiter nach Swakopmund geht.

Gefahrene Strecke: 130 km, ausschließlich Teerstraße
Teil 923. Aug. 2011
Bei so einer tollen Vertretung konnte ich ja beruhigt übers Wochenende wegfahren. 😁

Heute gibt es aber auch schon den nächsten Tag. Viel Spaß beim weiterlesen!


Mittwoch, 27.04.2011

Der Wecker klingelt um 6 Uhr. Wir packen unsere restlichen Sachen zusammen und gehen um 6.45 Uhr zum Frühstück. Generell hat uns die Lodge eigentlich recht gut gefallen, wenn man vom Massentourismus absieht. Allerdings stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis aus unserer Sicht überhaupt nicht. Beim nächsten mal würden wir entweder im Park übernachten oder das zur Lodge gehörende Desert Camp nehmen, bei dem man zum Essen auch in die Lodge kommen kann.
Um 7.45 Uhr später starten wir. Zuerst geht es zum NWR-Büro um ein Permit für den Kuiseb Canyon zu kaufen, danach zur Tankstelle. An der ersten gibt es kein Benzin, nur noch Diesel. Also nochmal durchs Tor und an die Tankstelle. Hier gibt es Benzin. 😄
Auf dem Weg nach Solitaire sehen wir zuerst eine Herde Strauße



und dann ganz nah ein Streifengnu. Wir genießen es mal wieder, dass wir alleine unterwegs sind und verbringen eine halbe Stunde damit, das Gnu zu beobachten. Das zahlt sich aus, denn das Gnu kommt immer näher heran, läuft dann einige Meter in der Mitte der Straße entlang und spaziert dann auf der anderen Straßenseite weiter.



Dank Chris ist es sicher das meistfotografierteste Gnu der Welt. 😄
Weiter geht es nach Solitaire um den berüchtigten Apfelkuchen mitzunehmen.
🙂



Auf der Weiterfahrt sehen wir zuerst eine große Herde Springböcke neben der Straße und kurz darauf eine Straußen-Mama mit Kind. Leider sind die beiden zu schreckhaften und entfernen sich von der Straße als wir anhalten.
Etwas später erspähe ich ein Zebra auf dem Bergkamm, das sich aber leider dazu entschließt auf der anderen Seite des Berges hinunterzurennen. Leider noch bevor wir anhalten können um ein Foto zu machen. 😠
Am Gramadula View Point wird unser 4 x 4 getestet. Mit Erfolg. 😁 Oben angekommen genießen wir die Aussicht und verspeisen unseren Apfelkuchen, der wirklich sehr lecker ist. Der überdachet Aussichtspunkt mitten im nirgendwo wirkt irgendwie surreal.



Weiter geht es zum Kuiseb Pass, welcher sehr schön ist. Nach dem vielen Regen in den vergangenen Wochen führt der Kuiseb relativ viel Wasser. Allerdings gibt es hier zur Abwechslung tatsächlich mal eine richtige Brücke. 🤪



Als nächstes fahren wir zum Kuiseb Canyon, der in unseren Reiseführern empfohlen wurde. Wir finden den Canyon recht unspektakulär. Wir fahren zu beiden View Points und besichtigen auch die Stelle, an der man in den Canyon klettern kann, wo Henno Martin und Hermann Korn sich während dem zweiten Weltkriegs versteckt haben.



Auf dem Rückweg zur Straße sehen wir eine Herde Zebras. Leider sind diese relativ weit weg und durch das Hitzeflimmern lassen sie sich kaum fotografieren. Auch ein ganz kleines Zebra ist dabei. Wir beobachten die Herde eine Weile ehe wir weiterfahren.



Weiter geht es durch viel Nichts. Rechts und links nur Grasbüschel und manchmal noch nicht mal das. Ein Berg in der Ferne ist da schon fast eine Sensation. 🙂



Kurz vor Walvis Bay wird es dann wieder sandig. Einige Kilometer vor Swakopmund ist der Dampfer Kolmanskop auf Grund gelaufen. Wir halten an um ein paar Fotos des Wracks zu machen.



Auf dem Weg nach Swakopmund halten wir kurz am Strand. Was für Wellen... Es ist ziemlich windig.



Im Orange House angekommen stehen wir nicht auf der Gästeliste, was aber kein Problem ist, da noch Zimmer frei sind. Das Zimmer ist sehr groß. Neben einem Doppelbett gibt es noch einen kleinen Tisch mit 2 Sesseln. Das Bad ist ebenfalls riesig.



Wir genießen eine Dusche mit warmem Wasser und reservieren uns für den Abend einen Tisch im Hansa Hotel. Dann geht es nochmal los in den Super Spar, zum Tanken und zum Geld holen.
Wir finden noch einen Optiker, dem Chris in seinem besten Englisch erklärt, dass er an seiner Sonnenbrille eine Schraube verloren hat und fragt, ob er evtl. eine passende Schraube hat. Der Optiker antwortete in bestem Deutsch: „Ja, ich glaub ich hab so eine da.“ 😗
Wir schauen uns etwas verdutzt an und wissen nun, warum Swakop auch als südlichstes deutsches Seebad bezeichnet wird. 🤪
Wir fahren nochmal an den Strand, spazieren ein paar Meter und setzen uns dann auf eine Bank. Eine halbe Stunde genießen wir den Blick aufs Meer ehe wir wieder zu unserer Unterkunft fahren.
Um 19 Uhr sind wir im Hansa Hotel. Es herrscht eine Atmosphäre wie vor 100 Jahren. Ich komme mir ein bisschen vor wie auf der Titanic. Leider habe ich keinen Foto dabei. 😠 Der Service ist ausgezeichnet. Als Gruß des Hauses gibt es eine leckere Krabbensuppe. Zur Vorspeise bestellen wir uns grünen Swakopmunder Spargel mit Tomaten und etwas das aussieht wie Schupfnudeln. Chris bestellt Springbock mit Rotwein-Sauerkirschsoße, ich nehme Impala mit Apfelspalten und grünen Bohnen. Leider ist mir etwas schlecht, so dass ich kaum etwas esse. Schade um das schöne Impala.
Wir gehen zurück ins Orange House und ich lege mich mit einer Tasse Tee ins Bett. Ich muss schnell wieder fit werden, denn Morgen soll ich aufs Boot... 🤢

Gefahrene Strecke: 390 km, davon 79 km Teerstraße und 311 km Gravel Pad
Teil 1024. Aug. 2011
Donnerstag, 28.04.2011

Da es im Orange House erst ab 7 Uhr Frühstück gibt, können wir bis 6.15 Uhr ausschlafen. Da wir erst um 8.45 Uhr in Walvis Bay bei Mola Mola sein müssen, ist das aber kein Problem. Die Tour haben wir bereits von Deutschland aus gebucht, so dass wir nur noch ins Büro müssen um zu bezahlen. Im Hafen sehen wir schon viele Pelikane.



Auf dem Katamaran bekommen wir einen schönen Platz ganz vorne links. Außer uns sind noch ca. 15 weitere Personen auf dem Katamaran. So eine große Gruppe waren wir bisher noch bei keinem Ausflug. Es hat aber genügend Platz für alle. Kaum geht es los, da schwimmen schon die ersten Robben neben dem Katamaran her. Eine der Robben springt auf den Katamaran und bekommt ein paar Fische.



Wir haben unbeschreibliches Glück und sehen große Tümmler. Sie sind ganz nah! Die großen Tümmler sind gerade auf der Jagd! Sie schießen pfeilschnell durchs Wasser um gemeinsam Fische zu jagen. Diese springen dabei auch aus dem Wasser. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis. 😮 Laut unserem Guide wurden die großen Tümmler seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen und wir haben das Glück sie beim Jagen beobachten zu dürfen.



Unser Guide erzählt uns einiges über die Austernfarmen in Namibia, was sehr interessant ist.
Wir fahren weiter zum Pelican Point, wo wir sehr viele Robben sehen, die übermütig durchs Wasser springen.



Als wir aus der Lagune hinaus aufs offene Meer fahren werden die Wellen größer, es ist aber kein Vergleich zu den Wellen unserer Bootstour in Lüderitz. Dennoch springt der Katamaran ganz ordentlich über die Wellen. 🤢
Wir sehen noch einige Benguela-Delfine, die einen weißen Streifen auf der Seite haben.



Wir bekommen erst einmal einen „Namibian Coffee“ um unser Glück mit den Delfinen zu begießen. Danach machen wir einen Zwischenstopp um die Gäste der Sandwich Harbour Tour abzusetzen. Für uns wird das Buffet angerichtet. Neben Champagner und Austern gibt es auch diverse Häppchen wie Brötchen, gefüllte Röllchen, Fleisch- und Fischbällchen, sowie Dessert. Wir probieren die Austern und ich muss feststellen, dass die recht lecker sind. Das Ganze wird dann noch mit einem weiteren Gläschen Champagner ergänzt, das wir vorne auf dem Katamaran genießen.
Nachdem vorhin bei den großen Tümmlern doch einiges los und wir daher anderen Booten Platz gemacht haben entscheidet unser Guide, dass wir nochmal zu der Stelle zurückfahren und schauen ob die Delfine noch dort sind. Eigentlich wäre es Zeit zur Rückkehr gewesen, wir sind jedoch alle sehr begeistert nochmal einen Abstecher zu den Delfinen zu machen. Tatsächlich sind die auch noch dort und wir können sie in Ruhe (ohne andere Boote) beobachten.



Nach 3 Gläschen Champagner kann man auch an Land wieder ganz ordentlich laufen. 😗 Am Parkplatz werden und geschnitzte Nüsse für 150 NAD angeboten?! Nein, Danke. Da es in Walvis Bay nicht wirklich etwas zu sehen gibt fahren wir zurück nach Swakopmund.
Wir parken unser Auto am Hansa Hotel und machen einen Spaziergang durch die Stadt.



Zuerst schauen wir uns die alte Post und die Kirche an. Dann geht es weiter zum alten Bahnhof, was heute das Swakopmund Hotel ist. Wir werfen einen Blick in das luxuriöse Hotel bevor wir zum alten Amtsgericht gehen.



Anschließend gehen wir am Schwimmbad und am Museum vorbei zum Leuchtturm, bei dem wir uns in den gemütlichen Garten setzen und Eis essen.
Gut gestärkt gehen wir zum kaiserlichen Bezirksamt und zum Marinedenkmal. Auf dem großen Platz davor gibt es unzählige Händler, die ihre Waren an die Touristen loswerden wollen.



Wir gehen zur Jetty und schauen uns noch kurz „The Tug“ an, wo wir für heute Abend einen Tisch reserviert haben.



Auf dem Rückweg zum Auto gehen wir noch zum Woermann Haus und finden in einer der Gassen eine große Buchhandlung, in der es auch viele deutsche Bücher gibt. Chris kauft spontan ein Vogel- und ein Säugetierbestimmungsbuch auf Deutsch.



Dann fahren wir zum Orange House zurück. Nach einer Dusche fahren wir zum Abendessen ins Tug. Leider haben wir keinen Tisch am Fenster bekommen. Wir bestellen einen sehr leckeren Fisch. Nach dem Essen gehen wir noch ein paar Schritet zur nächtlichen Jetty, bevor wir zurück ins Orange House fahren.


Gefahrene Strecke: 70 km; ausschließlich Teerstraße
Teil 1125. Aug. 2011
Weiter geht es mit dem nächsten Teil. Auch heute sind es wieder einige Bilder, allerdings ist an der Menge der Robben-Bilder Chris schuld. 🙂

Freitag, 29.04.2011

Der Wecker klingelt heute erst um 6.15 Uhr. Um 7 Uhr sind wir beim Frühstück und um 7.45 Uhr verlassen wir das Orange House. Die Unterkunft hat uns sehr gut gefallen. Die Zimmer waren sauber und großzügig, v.a. das Badezimmer war riesig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war sehr gut. Wir können diese Unterkunft uneingeschränkt weiterempfehlen.
Am Geldautomaten beim Super Spar wollen wir noch kurz Geld holen. Es stellt sich heraus, dass der erste Automat kein Geld mehr hat und der Zweite nicht funktioniert. Wir finden eine andere Bank samt Wachmann und holen Geld. Dann geht es raus aus Swakopmund Richtung Cape Cross.
Unser erster Stopp ist am Wrack der „Zeila of Hangana“. Das Schiff ist am 25.08.2008 vor der namibischen Küste auf Grund gelaufen. Der ausrangierte Fischtrawler war auf dem Weg nach Indien als das Schleppseil riss. Da eine Bergung des Wracks zu teuer ist, hat man entschieden das Wrack als Touristenattraktion an der Küste liegen zu lassen.



Da lt. unseren Reiseführern Cape Cross erst um 10 Uhr öffnet, haben wir uns ausreichend Zeit gelassen. Die Fahrt entlang der Salzstraße ist recht eintönig. Links und rechts der Straße ist meist nichts als grober Sand.



In Cape Cross angekommen besagt das Schild am Eingang, dass bereits ab 8 Uhr geöffnet ist. 😠
Wir kaufen unser Permit und fahren bis zur Robbenkolonie. Beim Öffnen der Autotüre wird man beinahe vom Gestank erschlagen. 🤢
Nun gut, 100.000 Pelzrobben verbreiten eben einen ziemlichen Gestank. Ich hoffe, ich gewöhne mich daran, denn Chris ist hier nicht so schnell wegzubekommen. Die Anzahl der Robben ist beeindruckend. Man weiß überhaupt nicht, was man zuerst fotografieren soll.



Nach einer halben Stunde hat man sich auch fast an den Gestank gewöhnt. 🤨 Nach knapp einer Stunde kann ich Chris dazu bewegen widerwillig die Weiterfahrt anzutreten.
Wir halten noch kurz an der Straße um einige der Salzsteine anzuschauen.
Dann fahren wir zurück bis kurz vor Henties Bay und biegen dort auf die C35 Richtung Uis ab. Die nun kommende Strecke ist alles andere als abwechslungsreich. Kilometerlang kommt links nichts und rechts ebenfalls nichts. Da kann man noch nicht einmal ein Bild machen. 😐
Nach ca. 30 km erscheint auf der linken Seite ein flacher Hügel – welch eine Sensation. Dann gibt es plötzlich ein paar Grashalme und schon gibt es wieder einige Springböcke. Nach weiteren 30 km tauchen am Horizont ein paar Berge auf.



Kurz vor Uis kommen wir an ein schönes Trockenflussbett mit viel Sand. Wir legen einen kurzen Zwischenstopp zum Tanken ein.
Nach Uis wird die Landschaft völlig anders. Es gibt wieder Bäume, Sträucher und viel Gras. Zudem hat man einen tollen Blick auf den Brandberg. Hier müsste es Tiere ohne Ende geben, aber leider erspähen wir keine. Als ich dann doch mal einen Vogel entdecke verjagt Chris ihn mit seinem rieseigen Teleobjektiv, bevor wir ihn näher betrachten können. 😐
Die Landschaft ist nun sehr schön und abwechslungsreich. Und v.a. auch unglaublich grün. Gräser so weit das Auge reicht. Ab und zu kreuzen ein paar Rinder oder Ziegen die Straße. Autos sind keine zu sehen.



Je näher wir Twyfelfontein kommen umso bergiger wird die Landschaft.



Ca. 30 km vor Twyfelfontein kommen uns plötzlich jede Menge Autos entgegen. Erst sieht man 3 Stunden keines und dann 10 Stück in 10 Minuten... Hoffentlich ist da nicht überall die Hölle los. 😮
In der Lodge angekommen wird das Zimmer bezogen und dann geht es mit dem Foto wieder los. Auf dem Weg zum Zimmer haben wir überall Eidechsen und Felsratten gesehen.



Die Echsen mit dem gelben Kopf sind die Weibchen, die mit dem orangenen Kopf die Männchen.
Die Felsratten finden wir auch sehr süß.



Das Restaurant ist sehr nett und nicht zu groß. Wir haben einen sehr schönen Tisch am „Fenster“, das aus einem Netz gegen Insekten besteht. Das Buffet bietet eine große Auswahl und ist sehr gut. Hier sehen wir auch unseren ersten Eland auf unserer Reise. 😄



Nach dem Essen gehen wir zur Bar um noch ein Savannah zu trinken. Ein Gewitter zieht auf und bringt einigen Regen mit sich. Da wir auf dem Weg zu unserem Zimmer nicht nass werden wollen, bestellen wir noch ein Savannah und blicken hinaus in das Gewitter. Das ein oder andere Savannah später hat der Regen dann aufgehört und wir können zurück in unser Zimmer. Die Bar war aber wirklich auch urgemütlich. 😗
Da wir nur eine Übernachtung gebucht haben, müssen wir Morgen schon wieder weiter, nicht jedoch ohne bei der Lodge einen Ausflug zu den Felsmalereien und –gravuren, den Orgelpfeifen und dem verbrannten Berg gebucht zu haben. Erste Gravuren gibt es schon auf dem Gelände der Lodge.



Vor unserer Reise haben wir sehr unterschiedliche Bewertungen zu dieser Lodge gelesen. Wir sind jedoch sehr positiv überrascht. Die Zimmer sind rustikal und einfach gehalten, bieten aber ausreichend Platz und haben einen Ventilator. Für uns war das völlig ausreichend.



Das Gelände und das Hauptgebäude waren sehr schon angelegt und in die Landschaft integriert.



Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut. Wir würden wieder hier übernachten.


Gefahrene Strecke: 436 km, davon 178 km Salzstraße und 258 km Gravel Pad
Teil 1228. Aug. 2011
Samstag, 30.04.2011

Heute ist Samstag und wir können bis 6.45 Uhr ausschlafen. Um 7.30 Uhr sind wir beim Frühstück und um 8 Uhr startet unsere Morning Excursion zu den Felsmalereien und –gravuren, den Orgelpfeifen und dem verbrannten Berg.
Vor der Abfahrt treffen wir noch auf die uns schon bekannte Hummeldumm-Gruppe aus Italien. Sie wollen die Felsmalereien besichtigen und dann direkt bis in den Etosha fahren. Wir werden sie also nicht mehr sehen.
In einem riesigen Unimog nur für uns beide und unseren Guide werden wir zu den Felsmalereien gefahren.



Unser Guide geht mit uns den „Dancing Kudu Trail“. Zuerst sehen wir Gravuren runder Kreise. Mit deren Hilfe haben sich Schamanen in Trance versetzt und dann in die Felsen geritzt was sie gesehen haben.



Etwas weiter sehen wir eine Pumpe und die ursprüngliche Quelle. Twyfelfontein bedeutet Zweifel an der Quelle. Ein Farmer kaufte dieses Stück Land und entdeckte die Quelle, die aber nur 7 Liter Wasser am Tag gibt. Das reicht nicht um die Familie und die Tiere der Farm zu versorgen. Der Farmer zweifelte, dass die Quelle noch lange fließen würde, was ihr diesen Namen einbrachte. Der Farmer verkaufte das Land wieder an die Regierung, die dieses in das Damara Homeland integrierte.



Bei den nächsten Felsgravuren sehen wir Giraffen. Die Leute dachten damals, dass Giraffen Regen bringen, da sie mit ihrem Kopf in die Wolken stoßen können. Ich finde diese Vorstellung süß. 😗



Die Felsgravuren wurden mit Quarzstein gefertigt, da dieser härter ist als der Fels.
Wir gehen weiter bis zu einer Bushman-Höhle. Dort wurden Reste von Straußeneiern und Tierknochen gefunden. Straußeneier waren damals wertvoll, da diese auch als Wasserbehälter dienten.



Neben der Höhle gibt es sogar einen versteinerten Pferdekopf. 🤪



Die Farbe für die Felsmalereien stammte aus Tierblut, Straußeneiern und einer giftigen Pflanze, welche eine weiße Milch abgibt.
Natürlich schauen wir uns auch die Felsgravur des tanzenden Kudus an, nach dem dieser Trail benannt ist.



Wir klettern noch etwas weiter nach oben und stehen am bekannten Wave Rock.



Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht auf das Tal.



Auf dem Rückweg schauen wir uns noch ein paar Buschmannmalereien an.



Nach dem Abstieg fahren wir zu den Orgelpfeifen, die durch vulkanische Aktivitäten entstanden sind. Ich hatte mir die Orgelpfeifen etwas größer und beeindruckender vorgestellt...



Anschließend geht es weiter zum verbrannten Berg. Asche und verschiedene heiße Gesteine wurden durch vulkanische Aktivität nach oben geschleudert, weswegen der Berg schwarz ist.



Unserer Meinung nach lohnen sich weder die Orgelpfeifen noch der verbrannte Berg wirklich. Durch die unmittelbare Nähe zu Twyfelfontein kann man einen Abstecher machen, einen größeren Umweg würden wir hierfür aber nicht fahren.
Wir kehren zurück zur Lodge, checken aus und fahren um 11.45 Uhr weiter Richtung Grootberg. Unterwegs sehen wir einen Waran direkt neben der Straße.



Etwas weiter sehen wir einen Esel mit einem Jungtier.



Zudem sehen wir wieder die üblichen Strauße.



Auf dem Weg nach Grootberg müssen wir viele Trockenflussbette durchfahren, welche gerade teilweise Wasser führen. Wir legen einen Stopp in Palmwag ein, da man uns erzählt hat, dass die Chancen Wüstenelefanten zu sehen hier im Moment besser ist als in Grootberg. Wir wollen uns daher bei der Lodge nach den angebotenen Aktivitäten erkundigen. Dafür müssen wir erst einmal den Kontrollposten passieren. Nach einem kurzen Stopp in der Lodge beschließen wir noch etwas im Palmwag Konzessionsgebiet umherzufahren um Giraffen zu suchen. 😁 Auf jedem Hügel halten wir an und suchen die Landschaft mit dem Fernglas ab. Endlich habe ich eine erspäht! Sie steht leider sehr weit weg und ist zwischen den Bäumen gut getarnt. Trotz ihrer Größe ist so eine Giraffe nicht unbedingt einfach zu finden. Wir fahren durch einen Fluss und parken unser Auto. Zuerst spazieren wir ein Stück am Fluss entlang und erklimmen dann einen Hügel, in der Hoffnung etwas näher an die Giraffe heranzukommen. Als wir die Giraffe nicht sehen klettern wir auf einen weiteren Hügel. Hier ist auch nichts von der Giraffe zu sehen. Schweren Herzens entscheiden wir uns umzukehren, da wir noch vor Einbruch der Dunkelheit in Grootberg sein wollen.
Wir tanken noch und passieren dann erneut den Kontrollposten.



In Grootberg angekommen laden wir unser Auto aus und lassen uns von einem Fahrzeug der Lodge auf den Berg bringen. Den Weg zur Lodge hätte unser „Kleiner“ (Terios) nicht geschafft. Der Weg ist doch recht abenteuerlich.



Von der Lodge aus hat man eine geniale Aussicht auf das Klip River Valley.
Es zieht mal wieder ein Gewitter auf. Auf dem Weg zu unserem Zimmer fallen die ersten Tropfen. In unserem Zimmer angekommen sind wir sofort begeistert. Wir haben eine geniale Aussicht von der Terrasse, dem Bett und sogar von der Dusche!



Zum Abendessen gibt es eine Blätterteigtasche mit Spinat und Pilzen, Schweinefleisch mit Reis und Gemüse und zum Dessert einen Schokoladencrêpe mit Amarula.
Für Morgen hatten wir ursprünglich ein Rhino Tracking vorgebucht. Da wir am anderen Tag ein Elephant Tracking machen wollten, die Elefanten aber heute gesehen wurden, schmeißen wir auf Rat unseres morgigen Guides den Plan einfach um und suchen Morgen die Elefanten.


Gefahrene Strecke: 157 km Gravel Pad
Teil 1331. Aug. 2011
Hallo Ute,

vielen Dank für das Angebot. Ich denke, dass wir in den 23 Tagen in Namibia aber selbst genug Bilder gemacht haben. 🤩
Sollte doch noch was fehlen, weiß ich ja jetzt, an wen ich mich wenden kann. 😉

Grüße Daniela



Jetzt geht es aber auch weiter mit dem Reisebericht.


Sonntag, 1.05.2011

Der Wecker klingelt heute um 6.15 Uhr, damit wir pünktlich um 7 Uhr beim Frühstück sind. Unser Elephant Tracking startet um 7.30 Uhr. Mit unserem Guide Immes und unserem Tracker Niklas werden wir heute nach den Wüstenelefanten suchen. Zu unserer Freude haben wir mal wieder ein Privattracking für uns. 😁
Wir fahren ca. 40 km weg von der Lodge. Links ist das Kaokoveld, rechts das Damaraland. Die Suche beginnt. Einen Toko haben wir schon mal gefunden. 🙂



Um 9 Uhr setzen wir unseren Tracker aus. Er soll auf den Berg und auf der anderen Seite wieder herunter, da hier die Elefanten kürzlich gesehen wurden. Wir fahren in der Zwischenzeit um den Berg herum und suchen nach Spuren. Dann warten wir auf unseren Tracker. Leider ist der Funk ausgefallen. Uns bleibt nichts anderes übrig als zu warten. Wir fahren ein Stück den Weg zurück. Hmm, wir haben unseren Tracker verloren und der Funk ist tot. Wir fahren wieder zurück zum vereinbarten Treffpunkt. Unser Guide spricht mit einem Einheimischen, aber auch er hat unseren Tracker nicht gesehen. Wir fahren wieder weiter und suchen den Tracker. Kein Tracker, keine Wüstenelefanten. 🙁
Game ist hier auch nicht zu sehen. Nur ein einsamer Esel steht in der Nähe einer Hütte von Einheimischen.



Die Suche geht weiter. Dann suchen wir eben alleine. Unser Guide befragt Einheimische und die haben tatsächlich heute schon Elefanten gesehen! Schnell zurück in die beschriebene Richtung. Anhalten. Unser Guide klettert aufs Dach. Von den Elefanten ist nichts zu sehen. Also weiter, Unser Guide klettert nochmal aufs Dach. Vielleicht war da auf der anderen Seite am Berghang ein Elefant. Er ist sich aber nicht ganz sicher.
Plötzlich springt unser Tracker aus dem Busch. Was für ein Zufall! Es folgt ein großer Redefluss auf Damara. Niklas hat Elefanten gesehen und ist ihnen ein Stück gefolgt. Wir fahren in die von ihm beschriebene Richtung in ein Trockenflussbett und parken das Auto.



Unser Tracker geht wieder los. Wir warten. Da der Funk immer noch tot ist, beschließen wir ihm zu folgen. Kurz darauf kehrt unser Tracker um. Hier ist nichts. Also zurück zum Auto und ein Stück weiter das Trockenflussbett entlangfahren.
Erneut parken wir unser Auto. Im Flussbett finden wir Elefantendung. Der ist noch ganz frisch! Schnell ein Foto gemacht! Man kann sich auch über Scheiße freuen. 🤪 Immerhin suchen wir nun schon seit 5 Stunden nach Elefanten.



Unser Tracker zieht mit uns im Schlepptau wieder los. Die Elefanten sind hinter dem Berg, allerdings steht der Wind schlecht. Also außen rum über Stock und über Stein. Das ist bei den Temperaturen harte Arbeit, aber der Elefant ruft. Also weiter auf den Berg hinauf. Unser Tracker winkt hektisch. Schneller, da ist ein Elefant, aber die Windrichtung ist immer noch schlecht. Wir haben den Berg erklommen und da ist er! Was für ein Anblick! Ein junger Bulle! Er folgt einer Herde Kühe. Leider hat er uns bemerkt und verschwindet in den Bäumen.



Laut unserem Tracker sind hinter dem nächsten Hügel die Elefantenkühe. Also runter vom Fels und weiter geht’s. Zügig wird der nächste Berg erklommen. Unser Tracker steigt auf einige Felsen und signalisiert uns zu folgen. Also schnell auf die Felsen geklettert. Von hier sieht man die ganze Herde! Es sind ca. 20 Tiere, darunter auch einige Jungtiere. Wow!



Wir machen es uns auf dem Felsen bequem, staunen und machen einige Fotos. Nach einer knappen halben Stunde meinen Immes und Niklas, dass wir wieder zum Auto müssen. Schade. Ich hätte hier noch stundenlang sitzen können.
Wir machen uns auf den Rückweg zum Auto. Inzwischen ist es fast 15 Uhr. Wir nehmen ein etwas verspätetes Lunch im Flussbett ein. Aber wer braucht denn ein Lunch, wenn er Elefanten sehen kann?!? Aber unser Tracker hat es sich verdient. Ich möchte gar nicht so genau wissen, wie viele Kilometer er in dieser Hitze in den Bergen herumgeklettert ist.
Wir fahren zurück zur Lodge und das Gewitter sitzt uns schon wieder im Nacken. Man hat uns ja immer erzählt Namibia sei ein trockenes Land, aber in den letzten Tagen bemerken wir davon wenig. So viel Regen hatten wir in den letzten Wochen vor unserer Abreise aus Deutschland nicht. 🙂
Wir stürmen schnell in unser Chalet um vor dem Gewitter noch eine Erfrischung im Pool zu nehmen. Jetzt heißt es schnell sein. Es ist schon sehr windig und die Wolken kommen schnell näher. Also rein in den Pool. Kurz auf die Liege zum Trocknen, dann fallen schon die ersten Tropfen. Wir gehen zurück auf unsere Terrasse.



Von hier kann man ganz toll die Klippschliefer beobachten. Es ist eine richtige Großfamilie mit ca. 20 Tieren, darunter sehr viele Jungtiere.



Der letzte erinnert mich doch sehr an Sid aus Ice Age 🤪
Nach einer erfrischenden Dusche geht es zum Abendessen. Es gibt eine Suppe, danach Eland mit Rosmarinkartoffeln und Gemüse und anschließend noch ein Dessert. Das Essen war in Ordnung, aber nichts Besonderes. Da es der erste Eland auf unserer Reise ist, wird er direkt einmal fotografiert. 😄



Nach dem Essen singen die Angestellten noch ein paar afrikanische Volkslieder.



In der Nacht gibt es sehr starken Regen und Gewitter. Dank des riesigen Fensters vor unserem Bett haben wir einen direkten Ausblick auf die Gewitterwolken. Ich hoffe, dass der Regen bald aufhört, da Morgen früh um 6 Uhr unser Rhino Tracking startet.
Teil 1401. Sept. 2011
Nachdem mein Intenet und ich nun wieder Freunde sind, gibt es jetzt den nächsten Teil des Reiseberichts.


Montag, 2.05.2011

Heute klingelt der Wecker bereits um 4.45 Uhr. Um 5.30 Uhr gibt es Frühstück und um 6 Uhr geht es los. Ab ins Klip River Valley und Rhinos suchen.
Die Vorzeichen stehen schlecht. Durch das Gewitter und den heftigen Regen wird es sehr schwer werden Tracks zu finden. Von den Tracks der letzten Nacht wird wohl nichts mehr übrig sein. Aber wir hoffen noch. 😕
Heute haben wir ein Privattracking für uns zwei mit einem Guide und zwei Trackern.
Bei der Fahrt vom Berg der Lodge herunter haben wir einen tollen Blick auf den Sonnenaufgang.



Schon nach wenigen Kilometern verlassen wir die Gravel Road und bewegen uns von nun an über sehr steinige „Straßen“, falls man das überhaupt so nennen kann. 🤩
Es geht hinein ins Klip River Valley. Nach kurzer Zeit sehen wir unsere ersten Impalas. Leider sind die so schnell weg, dass wir kein Bild machen können. Die Wege sind wunderschön. Der Fluss wird ständig gekreuzt oder man fährt direkt das Flussbett entlang.



Wir sehen einen tollen Kudubullen. Sehr imposant.



Etwas weiter folgen 2 junge Kuduweibchen.



Es wird weitergeholpert. Unsere Tracker Niklas und Lazarus entdecken ein Steinböckchen.



Als nächstes riechen wir zuerst einen starken Verwesungsgeruch und sehen dann einen toten Kudu am Weg liegen. Er hatte Tollwut.
Wir holpern weiter, können aber leider keine Tracks sehen. Es geht ständig bergauf und bergab. Von der Lodge aus sieht das gar nicht so hügelig aus.



Wir fahren zu der Stelle, wo die Rhinos zuletzt vor 3 Tagen gesehen wurden. Unsere beiden Tracker ziehen zu Fuß los. Leider gibt es keine frischen Spuren. Also über den nächsten Hügel und Ausschau gehalten. Leider ist nur die Spur eines Kudu zu sehen. Also fahren wir wieder ein Stück weiter. Die Tracker ziehen zu Fuß los. Wir warten. Mit dem Fernglas halten wir Ausschau nach Giraffen oder gerne auch anderen Tieren, wenn schon von den Rhinos nichts zu sehen ist. Auf einem Hügel sehen wir eine Herde Zebras und einen Oryx.



Dann melden sich unsere Tracker per Funk, welcher heute zur Abwechslung mal geht. 😉 Leider haben sie keine Tracks gefunden. Sie sind dem Trockenflussbett einige Kilometer gefolgt, haben aber überhaupt nichts gefunden. Wir sammeln sie wieder ein und fahren zur Reviergrenze der Rhinos in der Hoffnung entlang dieser etwas zu finden. Entdeckt wird leider nur die Spur eines Zebras, aber die Suche geht weiter. Nachdem nichts gefunden wird legen wir eine Lunchpause ein.
Anschließend fahren wir bis zu einer Stelle, an der die Rhinos auch schon öfter gesehen wurden, aber auch hier gibt es überhaupt keine Spuren. Unsere Hoffnung schwindet. In der Mittagshitze sind nun überhaupt keine Tiere mehr zu sehen. 😵
Wir fahren zurück zur Kuduspur und von dort tiefer in das Tal hinein. Dabei legen wir einige größere Strecken direkt im fließenden Klip River zurück. Die Landschaft ist wunderschön, aber leider gibt es weder Tiere noch Spuren.



Wir fahren immer tiefer in das Tal hinein, bis uns der Fluss bremst. Wir müssen ihn überqueren, aber er ist hier sehr tief. Unsere Tracker werfen Steine ins Wasser und unser Guide schafft es ganz in den Fluss.



Nur wenige Meter von uns entfernt liegt eine kleine Puffotter im Wasser.



Das gegenüberliegende Ufer ist so steil, dass unser Guide dort nicht mehr herauskommt. Also alle wieder einsteigen und umkehren. Inzwischen sind alle ziemlich hoffnungslos. Wir fahren wieder Richtung Lodge. Dann entscheiden sich unsere Tracker es nochmal in einem Tal zu versuchen. Ganz ohne Spur ist das leider ein sehr schwieriges Unterfangen. Die beiden verschwinden im Busch und wir warten im Auto. Lange Zeit vergeht, dann melden sie sich per Funk. Keine Spur von einem Rhino, aber eine Herde Giraffen. Wir sollen einige Kilometer den Fluss entlangfahren. Die Giraffen haben die Tracker gewittert und werden vermutlich wenden und über den Bergkamm laufen. Wir fahren ein Stück und parken. Unser Guide macht sich auf den Weg zum Kamm um zu schauen, an welcher Stelle die Giraffen diesen überqueren werden. Während er sich noch nach oben kämpft tauchen einige hundert Meter entfernt die ersten Köpfe auf. Wahnsinn! Immer mehr Giraffen erscheinen am Kamm, insgesamt 11 Stück.



Leider haben die Giraffen uns sofort bemerkt. Sie bleiben wie angewurzelt stehen und blicken zu uns. Dann entscheiden sie sich zur Flucht auf der uns abgewandten Seite des Hügels. Dennoch war das ein toller Anblick. Wir erklimmen den Kamm, aber von den Giraffen ist nichts mehr zu sehen.
Wir machen uns auf den Rückweg zur Lodge. Im Fluss wird noch schnell angehalten, um das Kühlwasser aufzufüllen, da wir das Fahrzeug doch sehr belastet haben.



Kurz vor der Lodge sehen wir dann nochmal einige Kudus.



Zurück in der Lodge wird wieder eine Erfrischung im Pool genommen und die Aussicht über das Klip River Valley genossen.



Wir kommen mit einem Schweizer Ehepaar ins Gespräch, welches gerade vom Etosha kommt.
Da das übliche Gewitter heute beschlossen hat etwas später zu kommen, genießen wir von unserer Terrasse noch die Aussicht ins Tal.
Zum Abendessen gibt es Salat mit geräuchertem Lachs, Hähnchen mit Reis und glasiertem Gemüse und zweierlei Schokoladenmousse. Das Essen war an allen 3 Tagen ausgezeichnet, wenn auch nichts Besonderes.
Wir setzen uns noch etwas mit den beiden aus der Schweiz zusammen, die uns die Karte vom Etosha zeigen und erzählen, was sie alles gesehen haben.
Um 22 Uhr fallen wir dann erschöpft ins Bett, aber zur Abwechslung ist Morgen mal ausschlafen angesagt.





Da die Grootberg Lodge hier im Forum in der letzten Zeit sehr kontrovers diskutiert wird, möchte ich hier noch unser Fazit zur Lodge anmerken:

Uns hat die Lodge sehr gut gefallen. Die Lage ist einfach genial. Das Personal ist immer sehr bemüht, den Gästen jeden Wunsch zu erfüllen. Dass beispielsweise das Personal im Restaurant nicht ganz so gut ausgebildet ist wie in anderen Lodges machen sie durch ihren Einsatz und die ausgesprochene Freundlichkeit wett.
Die Trackings sind im Vergleich zu „normalen“ Game Drives sicher recht teuer. Wenn man aber bedenkt, dass man für diesen Preis einen Guide und je nach Tracking 1-2 Tracker bekommt, welche einen den kompletten Tag begleiten, so ist dieser Preis unserer Meinung nach durchaus gerechtfertigt. Unser Guide hat uns auch schon vor dem Rhino Tracking gesagt, dass es nach dem starken Gewitterregen sehr schwer werden wird, überhaupt Rhinos zu sehen. Wir fanden es sehr fair und ehrlich, dass er uns das schon beim Frühstück gesagt hat und uns die Entscheidung überlies, ob wir das Tracking dennoch machen.
Am Tag unserer Abreise wollten wir noch das Himba-Dorf auf der Farm Gelbingen besichtigen (übrigens ein Tipp aus dem Forum von Gerd – Danke dafür). Arno hat von Grootberg aus für uns dort angerufen und alles mit der Farm geklärt und uns angemeldet, da es auf der Lodge keinen Handyempfang gab. Für mich ein toller Service.
Die Unterkünfte sind sehr schön in die Landschaft integriert und haben durchaus einen guten Eindruck gemacht. Der Pool bietet wohl einen der schönsten Ausblicke in Namibia.



Wir würden diese Lodge auf jeden Fall wieder buchen.
Teil 1504. Sept. 2011
Dienstag, 3.05.2011

Heute wird bis 6.45 Uhr ausgeschlafen. Um 7.30 Uhr sind wir beim Frühstück. Schnell noch ein paar Fotos gemacht und dann ins Taxi zurück zu unserem Auto. Unser Auto ist wunderbar sauber, es fragt sich nur wie lange. 😎
Wir nehmen unseren Tracker Niklas mit nach Kamanjab. Die Fahrt dahin geht schnell. Da links und rechts der Straße nur Farmland ist, gibt es leider nicht viel zu sehen. In Kamanjab angekommen verabschieden wir uns von Niklas, tanken und machen uns auf den Weg zur Farm Gelbingen. Aufgrund der Regenfälle der letzten Tage ist der Weg voller Wasser.



Dort angekommen besichtigen wir das Himba-Dorf, welches nur 100m von der Farm entfernt ist.



Da wir uns relativ blöd vorkommen die Leute zu beobachten, sind wir recht schnell wieder zurück an der Farm. Dort trinken wir noch etwas und unterhalten uns mit der Besitzerin der Farm und einem älteren Ehepaar.
Danach machen wir uns auf den Weg zur Kavita Lion Lodge.
An dieser Stelle geht ein ganz großes Dankeschön an Gerd, der mir diese Lodge empfohlen hat!
In der Kavita Lion angekommen springen wir erst einmal in den Pool und relaxen dann gemütlich im Schatten.



Um 15 Uhr gibt es Kaffee und leckeren Kuchen und danach geht es auf zum Game Drive. Wir haben wieder eine Privattour für uns zwei. Wir sehen eine tolle Giraffenherde direkt neben dem Weg.



Außerdem finden wir Spuren eines Rhino. Hey, so nahe waren wir dem bei unserem Tracking gestern nicht. 😏 Leider verlieren sich die Spuren bald, ohne dass das Rhino zu sehen war. Dafür sehen wir aber Oryxe, Springböcke, Steinböckchen, Perlhühner, Gnus und Warzenschweine.



Beim Abendessen sitzen wir in gemütlicher Runde mit einer namibischen Familie aus Swakopmund und den Guides, sowie einer jungen Deutschen, die dort die Gäste betreut. Für uns ist das eine tolle Gelegenheit mehr über das Leben der Einheimischen, die Natur und das Löwenprojekt der Lodge zu erfahren. Da sich der Abend sehr gemütlich entwickelt trinken wir Mädels noch das ein oder andere Gläschen Wein und die Jungs Whiskey. Irgendwie vergeht dabei die Zeit wie im Flug und es ist kurz vor Mitternacht. Aber wir müssen Morgen ja erst um 5.30 Uhr aufstehen. 🤪


Gefahrene Strecke: ca. 160 km
Teil 1611. Sept. 2011
Sorry, für die lange Wartezeit auf den nächsten Tag des Reiseberichts. Ich war einige Tage auf Geschäftsreise und kam daher nicht zum Schreiben. Nun geht es aber endlich weiter.


Mittwoch, 4.05.2011

Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr. Um 6 Uhr gibt es in der Lapa einen Kaffee und um 6.30 Uhr geht es los. Zuerst besuchen wir mit unserem Guide Franco das Education Center der Afri-Leo Foundation. Franco erklärt uns sehr ausführlich was sie machen, warum sie das machen und wie die Arbeit mit den Farmern ist. Die Ausführungen dauern ca. 45 Minuten und sind sehr interessant. Man spürt sehr deutlich, dass Franco in seiner Arbeit völlig aufgeht und welch eine Begeisterung er dafür mitbringt.
Nach dem Besuch des Education Centers geht es zu den Löwen. Man sitzt vor einer Klappe, die geöffnet wird, damit man ohne Gitter fotografieren kann. Bis vor einer Woche gab es auf der Kavita Lion 3 Löwen und 2 Löwinnen, aber eine der Löwinnen ist letzte Woche gestorben. Alle 4 Löwen sind am Fressen als wir kommen. Die meisten hört man nur. Nur das Weibchen ist unter einem Baum zumindest teilweise zu sehen. Als erstes kommt das Weibchen hervor um zu trinken.



Sie geht etwas nach hinten und eines der Männchen kommt nach vorne zum Trinken. Danach gehen beide ins Gebüsch. Einer der Löwen kommt jedoch gleich wieder hervor. Von rechts kommt ein anderes Männchen.



Dann kommt der Chef von links. Ein prächtiger Kerl. Er geht zum Wasser und kommt anschließend ganz nah an uns heran. Er steht ca. 2 m von uns entfernt. Es sieht so aus, als ob er uns direkt ansieht. Ich bin nur noch am Staunen statt am Fotografieren.
Nach und nach verschwinden alle Löwen wieder im Gebüsch und wir fahren zurück zur Lodge zum Frühstück.
Uns hat es in der Kavita Lion Lodge sehr gut gefallen. Die Atmosphäre hatte etwas sehr familiäres. Beim Essen mit den anderen Gästen und den Guides an einem Tisch zu sitzen fanden wir sehr schön. Das Essen war gut und wir haben uns zu jeder Zeit gut umsorgt gefühlt. Von dieser Lodge waren wir sehr positiv überrascht und wären gerne noch eine weitere Nacht geblieben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir wiederkommen und dann für mind. 2 Nächte. 🙂
Wir checken aus und auf geht es in den Etosha!
Die Fahrt dahin geht recht zügig, da es wenig zu sehen gibt, für das man anhalten müsste. Wir stoppen nur einmal, als eine Herde Giraffen erscheint. Sie überqueren die Straße und springen über den Zaun auf der anderen Straßenseite. Ein erstaunlicher Anblick.
Um 11.30 Uhr sind wir am Anderson Gate. Ab jetzt wird 3,5 Tage der Etosha unsicher gemacht.



Bereits auf den ersten Kilometern im Park sehen wir auf beiden Seiten der Straße recht viele Tiere. Zuerst Giraffen, dann rote Kuhantilopen. Die haben wir bisher noch nicht gesehen.



Es folgen Schwarzgesichtimpalas, die man diesmal sogar fotografieren kann 😁 , Springböcke, ein Kronenkiebitz, eine Gackeltrappe, einen Gleitaar, Oryxe und Gnus.



Wir checken in Okaukuejo ein. Der erste Eindruck ist sehr gut. Die Anlage ist zwar sehr groß, es verteilt sich aber doch recht gut. Unser Bush Chalet ist sehr geräumig und schön. Im Vorraum gibt es sogar einen Kühlschrank, den wir schnell mit unseren Wasservorräten befüllen. Dann fahren wir gleich wieder los. Schließlich will ich endlich meinen Leoparden finden!
Wir haben für den heutigen Nachmittag eine Route über Gaseb zur Gemsbokvlakte ausgewählt. An einer Stelle der Straße liegen einige Steine im Weg, allerdings nicht über die gesamte Straße. Wir diskutieren kurz, ob die Straße gesperrt ist. Naja, wir fahren (später stellen wir fest, dass die Straße doch gesperrt war – uups 😗 ). Auf der linken Seite sehen wir in der Ferne ein großes Tier. Schnell das Fernglas geschnappt und geschaut. Ein Spitzmaulnashorn! Leider sehr weit weg, aber was für ein Glück gleich am ersten Tag! Wir beobachten es eine Zeit lang, wie es am Waldrand entlangläuft.



Das ist leider noch das beste Bild. Noch nicht mal das große Tele konnte hier mehr tun. 😵
Wir fahren ein Stück weiter und nach nur 10 Minuten liegen auf der rechten Seite 3 Löwen im Gras! Wahnsinn! Jeder hatte uns gesagt, dass es zu dieser Jahreszeit nach dem vielen Regen sehr, sehr schwer sein wird, Löwen im hohen Gras zu sehen und da liegen sie nun. Wir bleiben gut 30 Minuten ehe wir weiterfahren.



Vor uns läuft ein Schakal über die Straße.



Auf der weiteren Fahrt sehen wir noch eine Riesentrappe und einen Singhabicht.



Danach folgen einige Zebras, Springböcke und Oryxe. Es ist eine sehr schöne Strecke mit vielen Tieren. Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung diese Route zu nehmen. Der Straßenzustand war auch recht gut, so dass wir nicht ganz verstanden haben, warum diese Straße gesperrt ist.
Ein Stück weiter sehen wir ein Spitzmaulnahhorn mit Jungtier! Leider entfernen sich die beiden ins Dickicht und sind schon nach ein paar Minuten nicht mehr zu sehen.



Wir fahren weiter und sehen eine Gruppe Erdhörnchen.



Danach folgt noch ein Schakal und eine Gruppe Steppenzebras, sowie Gnus und Oryxe. Außerdem sehen wir noch sehr viele Vögel.



Wir fahren ca. 20 Minuten vor Schießung des Tores wieder nach Okaukuejo. Dort gehen wir in unser wirklich sehr schönes Chalet und erfrischen uns erst einmal unter der Dusche.



Danach geht es zum Essen, welches lange nicht so schlecht war wie es immer beschrieben wird. Es gab diverse Salate, Krebsfleisch und Fischstäbchen am Vorspeisenbuffet. Für den Hauptgang entscheide ich mich für Gemsbok, Kartoffeln, Reis und Brokkoli und zum Dessert gibt es etwas Eis und Obstsalat.
Danach gehen wir zum Wasserloch. Wir sitzen ca. 2 Stunden am Wasserloch aber es passiert so rein gar nichts. Das einzige Tier was sich blicken lässt ist eine Maus die sich direkt neben mir auf die Bank setzt. 🙂 Also gehen wir zurück zu unserem Chalet und ins Bett.


Gefahrene Strecke: 343 km
Teil 1714. Sept. 2011
Danke für die aufmunternden Worte. Bei so viel positivem Zuspruch weiß ich wenigstens, warum ich den Bericht schreibe, obwohl es doch sooo viel einfacher ist andere Berichte zu lesen. 😉


Donnerstag, 5.05.2011:

Der Wecker klingelt um 5 Uhr und um 5.30 Uhr sitzen wir bereits am Frühstück. Eigentlich hatten wir gedacht, dass um diese Zeit viel los ist, weil die meisten doch bei Toröffnung in den Park wollen. Allerdings sind zur wenige Tische besetzt.
Um 6.11 Uhr stehen wir am Gate. Heute geht es erst einmal in den Westteil. Anfänglich sehen wir nur das „Standard“ Game:



Zuerst fahren wir das Wasserloch Wolfsnes an, wo aber leider gar nichts los ist. Daher fahren wir weiter nach Okondeka. Leider ist auch an diesem Wasserloch nicht mehr los, weshalb es weiter nach Leeubronn geht. Auch dieses Wasserloch finden wir leer vor. Die Straße zum Adamax-Wasserloch ist gesperrt, weshalb wir direkt Richtung Märchenwald fahren. An dieser Strecke haben wir das Glück 2 Löwen bei der Paarung zu beobachten.



Wir beobachten das Liebesspiel der beiden gut 30 Minuten ehe wir uns doch zur Weiterfahrt entschließen. Wieder einmal sind wir froh zu zweit mit dem Auto unterwegs zu sein und so lange an einem Ort verweilen zu können wie es uns gefällt.
Wir sind nur ein kurzes Stück gefahren als wir eine riesige Springbockherde sehen. Auch hier wird natürlich angehalten und etwas verweilt. Dann spaziert ein Sekretär vorbei.



Auf dem Weg Richtung Märchenwald sehen wir nun unzählige Zebras. Auch diese werden ausführlich bewundert, wobei nun ständig irgendwelche Busse und Fahrzeuge des Camps vorbeifahren.



Wir legen einen Zwischenstopp am Toilettenplatz ein, wo sich auch schon ein großer Reisebus und 4 Safarifahrzeuge tummeln. Und was die hier Toiletten nennen möchte ich lieber nicht weiter ausführen... Nicht unbedingt empfehlenswert. Ich werde Morgen jedenfalls weniger Kaffee trinken.
Die Fahrt geht weiter zum Märchenwald und wir sehen Zebras, Zebras und nochmal Zebras. Dazwischen gibt es noch ein paar Strauße, Springböcke, Gnus, eine Gabelracke und Zebras. 🤪



Wir fahren bis zum Wasserloch Grünewald, aber hier ist nichts los. Also geht es wieder zurück zu den Zebras.



Wir sehen erneut einige Strauße und machen noch ein paar Landschaftsbilder.



Dann sehen wir erneut Löwen. Diesmal sind es 4 Stück, wobei es eine Mutter mit 3 Halbstarken zu sein scheint.
Diese Löwes sehen wir nahe der Stelle, an der wir heute Morgen schon Löwen beobachten konnten. Wir nehmen uns ungefähr 20 Minuten Zeit die Löwen anzuschauen, die allerdings nur faul im Gras liegen.



Als wir ein Stück weiterfahren stellen wir fest, dass die rolligen Löwen auch noch da und schwer beschäftigt sind. Wir schauen einige Minuten zu und lassen sie dann alleine. Auf dem Rückweg nach Okaukuejo sehen wir noch eine große Herde Springböcke.
In Okaukuejo wird ein kurzer Stopp eingelegt um die Toilette zu besuchen, den Night Drive zu buchen und ein Eis zu kaufen.
Es geht weiter Richtung Nebrowni, wo wir unterwegs noch ein paar Oryxe sehen. In Newbroni ist dann doch tatsächlich ein Gnu am Wasserloch! Allerdings weit weg vom Wasser. Aber immerhin. 😉
Wir fahren weiter nach Kapupuhedi. Unterwegs sehen wir ein paar balzende Strauße.



Am Wasserloch Kapupuhedi angekommen haben wir eine gute Aussicht auf die Etosha Pan und lümmelnde Oryxe am Rande der Pan. Sonst rührt sich auch hier nichts. Also geht es weiter nach Ondongab. Unterwegs sehen wir eine schöne Gabelracke.



Das Wasserloch ist wie gewöhnlich leer.



Wir entscheiden uns über Aus nach Olifantsbad zu fahren, in der Hoffnung endlich Elefanten im Etosha zu sehen. Die Straße ist gesperrt. Kurzes zögern. Egal, gestern ging es auch. Also Augen zu und durch. 😵 Nach ein paar Minuten sehen wir ein Auto im Rückspiegel, dann noch eins. Beide überholen uns. Es ist schon eine recht üble Strecke. Nach einiger Zeit kommen die beiden Autos die uns überholt haben zurück. Auf der Straße sind immer schlimmere Wasserlöcher. Aber Chris ist überzeugt so nach Olifantsbad zu kommen, da er unbedingt Elefanten sehen will. Ich wäre schon lange umgekehrt, aber auf mich hört ja keiner. 😗 Also weiter. Irgendwann ist es aber soweit, dass sogar Chris daran zweifelt, dass wir durch das Wasser und den Schlamm auf der Straße durchkommen. Hmm. Kurz das Handy gecheckt - kein Empfang. Also dann doch lieber umkehren. Chris jammert, dass wir doch schon sooo nah dran sind. Jedenfalls kehren wir um und fahren dann eben nach Homob. Dort angekommen gibt es zumindest einen Baum voller Geier.



Es sind Ohrengeier und Weißrückengeier oder Kapgeier. Da es schon recht spät ist machen wir uns auf den Rückweg nach Okaukuejo. Dabei sehen wir noch diverse Vögel, Orxye, Zebras und natürlich Springböcke.




Wir gehen schnell unter die Dusche und dann zum Essen. Heute gibt es zur Vorspeise neben diversen Salaten auch einen riesigen Fisch am Stück. Zum Hauptgang gibt es Kudu, Reis, Kartoffeln und Blumenkohl.
Um 19 Uhr geht es los zum Night Drive. Zu sehen gibt es leider nicht so besonders viel. Wir sehen einen Fleckenuhu, eine Falbkatze, einen Löffelhund, eine Schwarzfußkatze, einen Kapfuchs, einen Buschhasen, Oryxe und Springböcke. Das einzig spannende war kurz vor dem Ende eine Herde Schakale, die kurz zuvor einen Springbock gerissen hatten.
Zurück im Camp werden die Bilder gesichert und die Route für die Fahrt Morgen nach Halali geplant. Kurz vor Mitternacht ist dann auch grob gepackt und wir gehen ins Bett.


Gefahrene Strecke: 211 km
Teil 1819. Sept. 2011
Freitag, 6.05.2011

Der Wecker klingelt um 5 Uhr, so dass wir um 5.30 Uhr am Frühstück sitzen. Das Gate öffnet wieder um 6.11 Uhr. Auf geht es! Heute fahren wir von Okaukuejo nach Halali. Nach einigem hin und her haben wir uns entschieden wieder den vermutlich „verbotenen“ Weg über Gaseb nach Gemsbokvlakte zu fahren, da wir dort am ersten Tag so viele Tiere gesehen haben.
Zuerst sehen wir wieder unsere alten Bekannten die Springböcke und eine Riesentrappe.



Leider hat sich diese Route heute nicht gelohnt, da hier nicht besonders viel los ist. Immerhin taucht dann noch ein großer Kudubulle auf.



Auf einem Baum am Wegrand haben wir dann noch einen Gabarhabicht fotografiert.
Ein Stück weiter sehen wir eine Herde Springböcke, wobei die meisten noch ein wenig ruhen.



Auf dem Weg nach Olifantsbad finden wir dann immerhin schon mal Spuren von Elefanten. Es liegen Dung und abgebrochene Äste auf dem Boden. Beides sieht nicht ganz so alt aus. *Hoffnung*
Sehr fotogen stehen einige Schwarzgesichtimpalas im Gebüsch und auf der Straße.



In einem Baum sehen wir einen Gabarhabicht, der bei der Jagd erfolgreich war und nun seine Beute genüsslich verspeist.



Ein Stück weiter sehen wir dann noch einen prächtigen Kudubullen.



Etwas weiter sehen wir noch einen Impala am Wegrand, sowie Elefantendung auf dem Weg. Auch liegen immer wieder abgebrochene, aber noch recht frische Äste auf dem Weg. Das sieht doch sehr danach aus, als ob hier kürzlich Elefanten waren.
Wir beobachten einen brünftigen Impala der seinen Rivalen vertreibt und immer wieder ruft.
Am Wasserloch in Olifantsbad angekommen ist außer einem Kuhreiher nichts zu sehen. Das wäre ja auch zu schön gewesen. 🙁



Nach einigen Minuten kommt ein Safarifahrzeug und wir befragen den Guide, der aber auch keine Elefanten gesehen hat. Er denkt, dass die Elefanten nach Süden Richtung Anderson Gate gegangen sind, aber die Straße ist gesperrt. Letzte Nacht waren aber vermutlich Elefanten hier am Wasserloch. 😵
Wir fahren weiter nach Sueda. Bis dorthin ist nichts zu sehen, aber von Sueda und Salvadora haben wir einen tollen Blick auf die Etosha Pan.



Da von Tieren weit und breit nichts zu sehen ist fahren wir zurück zur „Hauptstraße“ nach Halali. Dort angekommen sehen wir 2 weibliche Löwen direkt neben der Straße. Beide laufen durchs hohe Gras. Eine der Löwinnen überquert die Straße 2 m vor uns. Wow!



Sie läuft neben der Straße und dann ein wenig Richtung Busch, kommt aber dann doch wieder zurück auf die Straße. Die Zeit vergeht wie im Flug. Nach weit über einer halben Stunde reißen wir uns von dem Schauspiel los.
Wir fahren zum Wasserloch Rietfontein, aber hier ist wie erwartet nichts los. Von hier aus machen wir uns auf den Rhino Drive nach Halali. Hier herrscht dichtes Buschwerk, Tiere können wir leider keine erspähen. Nach einer Kurve steht ganz plötzlich eine Giraffe mitten auf der Straße. Wie schön! Sie bleibt ca. 10 Minuten stehen und schaut uns an. Dann verschwindet sie im Busch.
Kurz bevor wir Halali erreichen sehen wir eine Herde mit 6 Giraffen, bei denen auch ein Jungtier dabei ist. Hier gefällt es uns!



Wir checken in Halali ein und machen uns gleich wieder auf den Weg durch die Helio Hills. Ich summe fröhlich „Bye, bye Helio Hills“ nach einem Lied von Sunrise Avenue vor mich hin (nur dass es bei denen die Hollywood Hills sind 🙂 ).
Dann sitzt mitten auf der Straße ein Chamäleon.



Etwas weiter sehen wir eine große Herde Impalas mit einigen Jungtieren. Danach sehen wir 3 weibliche Kudus im Dickicht stehen.



Wir fahren nun den Eland Drive, in der Hoffnung diesen zu sehen. Leider sehen wir auch hier keinen. Nur ein männliches Steinböckchen steht im Buschwerk.



Außerdem sehen wir einen Grautoko, nicht nur den sonst üblichen Gelbschnabeltoko.



Weiter geht es. Nein. Halt! Da bewegt sich ein Schwanz im Gras! Ein Löwenpaar liegt nur 5 Meter vom Weg entfernt im Gras. Da bleiben wir doch noch etwas. 😄



20 Minuten vergehen. Wir sollten weiter, damit wir rechtzeitig wieder in Halali ankommen. Am Wasserloch Goas machen wir einen Zwischenstopp, aber hier gibt es nur ein paar Nilgänse.



Wir fahren entlang der Helio Hills zurück Richtung Halali. Am Weg parkt ein Auto. 2 m neben der Straße liegen Löwen im Dickicht! Ich weiß nicht, ob wir die gesehen hätten, wenn da nicht schon ein Auto gestanden hätte.
Es ist ein Rudel mit 2 Männchen und 5 Weibchen. 1 Weibchen kommt auf die Straße, gefolgt von einem Männchen.



Danach folgt noch ein Weibchen. Und dann noch eines. Bis auf das zweite Männchen kommen alle auf die Straße. Teilweise stehen oder liegen sie nur 1-2 m neben den Autos. Oh ja, das Gate schließt gleich. 😠 Wir fragen uns, was eigentlich passiert, wenn man zu spät kommt und das Gate geschlossen ist? Das Gate schließt um 17.40 Uhr, wir fahren um 17.41 Uhr von den Löwen weg. Weit ist es nicht mehr. Das Gate ist gerade so noch offen, aber sie wollen es gerade schließen. Das war knapp! Schnell noch tanken und dann unter die Dusche.
Zum Abendessen gibt es heute diverse Salate, Garnelen und überbackene Muscheln, danach Kudu, Mischgemüse, Kartoffeln und Reis.
Wir spazieren zum Wasserloch. Das darf doch nicht wahr sein! Kaum sind wir dort kommen 4 Spitzmaulnashörner! Wir haben natürlich keinen Foto dabei. 🙁 2 der Männchen fangen an sich zu streiten. Nach einiger Zeit trollt sich eines der Männchen ins Dickicht. Etwas später kommt es wieder. Ich bin total fasziniert! Die 4 Nashörner halten sich recht lange im Bereich des Wasserlochs auf. Dann gehen sie. Es passiert lange Zeit nichts. Dann gehen wir.

Heute hatten wir echt riesiges Glück mit den Tiersichtungen! Vor allem die vielen Löwen haben uns total begeistert. 🙂
Zum perfekten Glück fehlt jetzt nur noch der Leopard... Man ist ja nicht anspruchsvoll. 🤪


Gefahrene Strecke: 224 km
Teil 1922. Sept. 2011
Samstag, 7.05. 2011

Heute bricht der letzte Tag im Etosha an. 🙁
Mein Motto ist immer noch: „Auf der Suche nach dem Leopard“, da wir bisher in dieser Hinsicht leider erfolglos waren. Chris will unbedingt noch Elefanten sehen. Diese scheinen im Moment Mangelware im Etosha zu sein.
Der Wecker klingelt kurz vor 5 Uhr. Um 5.30 Uhr sitzen wir beim Frühstück und pünktlich um 6.11 Uhr zur Gateöffnung verlassen wir Halali.
Es geht wieder durch die Helio Hills, da sich mein Traum vom Leoparden in freier Wildbahn noch nicht erfüllt hat und ich der Meinung bin, dass dort bestes Leopardenterrain ist. Leider haben wir hier keinen Leoparden gefunden. Aber ich habe ja noch den ganzen Tag. *hoffe*
Wir machen uns auf den Weg zum Etosha Lookout. Auf der Fahrt in diese Richtung sehen wir für uns frisch aussehende Elefantenspuren!



Die dazugehörigen Elefanten sind aber trotz mehrmaligem hin- und herfahren nirgends zu sehen. Stattdessen sehen wir unterwegs einige Giraffen und balzende Tokos.



Der Etosha Lookout steht unter Wasser, was ein schönes Bild abgibt. Leider ist der Weg nicht befahrbar.



In der wassergefüllten Etosha Pan kann man ein paar Flamingos sehen. Wir machen einige Bilder und fahren dann Richtung Springbokfontein. Kurz nach der Kreuzung vom Lookout auf die Hauptstraße huscht eine kleine Katze über die Straße. Was war das? 🤩 Eine kleine Katze mit großen Füßen. Noch ganz struppig und gepunktet. Schnell anhalten und an die Stelle wo die kleine Katze verschwunden ist. Wir suchen das Gras ab. Da sind Ohren! Ich bin ganz aufgeregt. Dann taucht ein Gesicht auf. *omg* Entweder ein Gepard oder ein Leopard. Als sie aufsieht sieht man eindeutig den Leopard! Ich kann es gar nicht recht glauben. Vor lauter Aufregung dauert es viel zu lange, bis Chris endlich den Foto von der Rückbank holt. 😮 Bis er ein Foto macht eilt die Leopardin auch leider schon davon. Ich kann mein Glück kaum fassen. Ein Leopard im Etosha! Für den Rest des Tages bin ich überglücklich! 🤪



Wir fahren weiter. In Springbokfontein sehen wir einige Impalas. Zwar nicht trinkend, aber immerhin in der Nähe des Wasserlochs. Perlhühner gibt es auch einige und eines davon trinkt sogar. 😄 Der Impalabock muss seine Herde gegen 3 Konkurrenten verteidigen und es kommt zu einem kleinen Kampf mit viel Gebrüll.



Nach einiger Zeit der Beobachtung fahren wir weiter nach Ngobib. Uns kommt ein Auto entgegen und hält an. Wir fragen ob sie Elefanten gesehen haben. Leider nein, aber hier muss ein Spitzmaulnashorn sein, welches sie suchen. Also Augen aufhalten. Wir fahren weiter. Und tatsächlich, in der Ferne am „Waldrand“ lässt sich ein Nashorn ausmachen. Warum sind die eigentlich immer sooo weit weg? Da kann man leider kein Foto machen.
Wir fahren weiter Richtung Kalkheuwel und sehen einen Rotschnabeltoko. Am Wasserloch sehen wir einige Impalas. Es folgt das gleiche Spiel wie in Springbockfontein. Ein Männchen muss seine Herde Weibchen gegen die Rivalen verteidigen.



Auf dem weiteren Weg nach Koinachas sehen wir Giraffen. Sie sind ganz nah und es sind sehr viere Tiere.



Auch einige Strauße sind ganz nah am Weg.



Am Wasserloch Koinachas steht eine Giraffe direkt auf der Straße, das Wasserloch selbst ist leider wie immer verwaist.



Als wir nach Namutoni weiterfahren stehen 2 Giraffen direkt an der Straße und trinken aus einer Pfütze. Kein Wunder ist an den Wasserlöchern nichts los, wenn die Tiere aus den unzähligen Pfützen trinken. 😕



Wir beobachten die Giraffen eine Weile. Irgendwann machen sie sich auf den Weg in den Busch.



Auf den letzten Metern nach Namutoni gibt es entlang der Straße viele Tiere. Von hier hat man einen ganz tollen Blick auf die Etosha Pan.



Wir sehnen Gnus, Oryxe, Springböcke, Zebras, Giraffen, Geier, Schakale und Löwen. Zwei Löwinnen liegen unter strengem Blick eines Oryx neben der Straße.



In Namutoni angekommen Fragen wir, wo wir Chancen auf Elefanten haben, da wir nach gut 3 Tagen immer noch keine Elefanten gesehen haben. Man erzählt uns, dass diese im Norden sind und wir es in Tsumcor versuchen sollen. Wir machen noch schnell ein Foto von Namutoni und den Zebramangusten.



Dann geht es auf in den Norden. An der Fischers Pan können wir mit dem Fernglas von weitem einen Elefanten erahnen. Es gibt viel Standard-Game und Zebras und Giraffen zu sehen. Irgendwie muss man doch näher an den Elefanten herankommen. Los geht die Jagd. Wir fahren Richtung Aroe, sehen aber leider keinen Elefanten 😣 , aber zumindest ein männliches Warzenschwein.



Also kehren wir um und fahren Richtung Tsumcor. Unterwegs sehen wir einige Kudus. In Tsumcor angekommen ist das Wasserloch leer. Von Elefanten ist außer ihren Hinterlassenschaften nichts zu sehen.
Wir beschließen umzukehren und Richtung Otavi zu fahren. Da auch hier so gar nichts zu sehen ist fahren wir weiter nach Chudop. Dort angekommen trauen wir unseren Augen kaum. Nach 3,5 Tagen im Etosha haben wir doch noch ein Wasserloch mit verschiedenen Tieren gefunden! 😁



Es gibt Impalas, Gnus, Zebras und Giraffen. Und einige der Tiere trinken doch tatsächlich.



Wir verweilen lange und beobachten das Treiben am Wasserloch. Ich bin vor allem von der trinkenden Giraffe total fasziniert! Leider müssen wir heute noch aus dem Park fahren und das Gate schließt um 17.40 Uhr. 🙁
Um 17.20 Uhr reißen wir uns vom Wasserloch los und düsen schnell zum Lindequist Gate. Kurz bevor wir das Gate erreichen sehen wir noch eine Tüpfelhyäne auf der Straße stehen. Warum muss man so schöne und seltene Tiere dann sehen, wenn man doch gar keine Zeit mehr hat. 😣



Gerade noch rechtzeitig kommen wir am Gate an. Wir haben für heute Nacht ein Zimmer im Onguma Bush Camp gebucht, was nur 9 km vom Gate entfernt ist.
An der Einfahrt teilt man uns mit, dass das Bush Camp im Moment renoviert wird und wir daher auf das Fort umgebucht wurden. Da wir beim Check-In noch kurz warten müssen genießen wir die Aussicht von der Terrasse.
In unserem Fort angekommen sind wir gleich total begeistert! Das ist wirklich Luxus pur.
Wir werden eindringlich gewarnt, unbedingt mit dem Auto die wenigen Meter bis zum Restaurant zu fahren, da es viele frei lebende Raubtiere gibt. Das klingt ein wenig nach Abenteuer. 😉
Vor dem Abendessen kommt der Koch persönlich an den Tisch und erklärt einem das heutige Menu. Beim Hauptgang kann man sich zwischen 2 Sorten Fleisch entscheiden. Wir bekommen eine Gemüsesuppe, Rindercarpaccio, sehr lecker gegrilltes Lamm mit Kartoffelbrei und grünen Bohnen und als Dessert Mousse au Chocolat.
Nachdem wir zu unserem Fort zurückgefahren sind gehen wir noch etwas auf unsere Terrasse, wo wir es uns in den bequemen Liegen gemütlich machen. Diese Liegen sind so bequem, dass ich darin einschlafe. 🙂


Gefahrene Strecke: 217 km
Teil 2027. Sept. 2011
Sonntag, 8.05.2011

In Onguma The Fort ist es so schön, dass wir die Lodge noch etwas genießen wollen und ein bisschen später fahren. Heute sind es nur ca. 350 km Teerstraße. Der Wecker klingelt also erst um 7 Uhr und wir genießen erst einmal die tolle Aussicht direkt vom Bett aus.



Auch ein Bild von unserem kleine Fort darf natürlich nicht fehlen.



Nachdem wir wieder alles eingepackt haben sind wir um 8.30 Uhr beim Frühstück. Danach geht es noch kurz auf den Turm um von oben ein paar Bilder zu machen. Um 9 Uhr verlassen wir dieses tolle Fleckchen Erde.



Als wir gerade losfahren sehen wir noch einen Geier (vermutlich ein Weißrückengeier).



Die restliche Fahrt ist recht unspannend. Nach einiger Zeit wird die Landschaft etwas bergiger, da aber zu beiden Seiten der Straße nur Busch ist, gibt es leider kein Fotomotiv ab.
Gegen 12 Uhr sind wir am Tor zu Okonjima angekommen. Nun haben wir noch 24 km Farmland vor uns, dann bin ich endlich in meiner ersehnten Lodge mit den Leoparden im Lodgegebiet. Schnell werden noch die Schilder mit den Geparden, Leoparden und Wildhunden fotografiert.



Nach der Einfahrt ins Farmland sehen wir auf der linken Seite Paviane in einem Baum. Ein Stück weiter sehen wir rechts in ca. 1-2 m Entfernung zur Straße 4 Wildhunde im Gras liegen. Wow! Die sind doch so selten. Ich habe gehört, dass es weltweit nur noch ungefähr 3000 Wildhunde gibt. Und hier liegen sie unbekümmert im Gras.



Dann dauert der Weg zur Rezeption eben etwas länger. 🙂 In der Lodge werden wir sehr freundlich empfangen und zu unserem Zimmer geführt. Man erklärt uns, dass wir hier völlig sicher sind, da es direkt um die Lodge keine Raubtiere gibt. Wir haben einen View Room gebucht, der wirklich sehr schön ist. Überall stehen bunte Giraffen und die Aussicht ist einfach genial.



Das Zimmer ist riesig. Es gibt 2 große Betten. Im Bad befinden sich 2 Waschbecken und sogar ein Kühlschrank.
Einziger Wehmutstropfen ist, dass heute kein Guide mehr frei ist, um mit uns ein Leopard Tracking zu machen. Wir werden uns daher einer Gruppe zum Cheetah Welfare anschließen.
Zuerst gehen wir zurück in den Garten der Lodge, wo wir einige Fotos von verschiedenen Vögeln machen.



Wir trinken im Garten gemütlich Kaffee, essen ein Stück Kuchen und starten dann um 15.30 Uhr zum Cheetah Welfare. In einem relativ großen Gehege sind einige Geparden untergebracht, wovon einer mit einem Funkhalsband ausgestattet ist. Diesen können wir auch orten und finden. Allerdings laufen die Geparden immer wieder weg. Die haben heute wohl einfach keine Lust fotografiert zu werden. 😕



Irgendwie funktioniert das Funkhalsband heute nicht richtig. Die Geparden verschwinden immer wieder im dichten Busch und wir geben auf. Dann machen wir eben einen normalen Game Drive. Den Sundowner nehmen wir an einem Platz mit einer genialen Aussicht ein.



Beim Game Drive sehen wir noch Zebras, Impalas, eine Giraffenfamilie mit Jungtier und viele andere Tiere. Lt. unserem Guide ist das Giraffenbaby noch ganz neu. 😉 Er denkt, dass es erst 3-5 Tage alt ist.



Als wir zurück in der Lodge sind nehmen wir eine Dusche und machen uns frisch fürs Abendessen.
Auf dem Weg zum Restaurant brüllt plötzlich ein Löwe. Es klingt, als ob er hinter dem nächsten Busch steht!?! Ähm... Wir schauen uns etwas verwirrt an. Da der Weg zum Restaurant kürzer ist als zurück zum Zimmer entscheiden wir uns für diesen. 🤩 Allerdings sind wir doch etwas irritiert, hat es doch heute Nachmittag geheißen, dass es hier keine Raubtiere gibt.
Im Restaurant klärt sich dann auf, dass es zwar Löwen waren, diese aber in einem Käfig sind. Die Tiere wurden auf einer Farm angeschossen und werden hier nun wieder aufgepäppelt.
Beim Abendessen sitzen wir mit einem Französischen Ehepaar und unserem Guide Sidney am Tisch. Es gibt Salat mit überbackener Tomate und Ananas, danach Eland mit Kartoffeln, Karotten und Zucchini und zum Dessert Schokoladenkuchen mit Vanilleeis und Malvapudding.



Nach dem Essen machen wir noch einen kurzen Walk zu einem Unterstand, an dem man an den meisten Tagen Stachelschweine oder Honigdachse beobachten kann, da sie dort die Küchenabfälle für die Tiere auslegen. Wir sitzen eine halbe Stunde dort, aber außer ein paar Fischen im Wasser ist kein Tier zu sehen. Zumindest wenn man die Moskitos nicht mitzählt... 😠 Also machen wir uns auf den Rückweg zur Lodge.
Morgen früh werden wir endlich das Leopard Tracking machen! 😁
Als wir ins Bett gehen können wir den Löwen noch die ganze Nacht durch brüllen hören.


Gefahrene Strecke: 355 km, davon 322 km Teerstraße und 33 km Gravel Pad

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