Es gibt keinen Sprit in Malawi

27 Antworten · 12,5k Aufrufe · gestartet 23. Juni 2011 von camelthorn
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Themenstarter409 Beiträge · seit 200923. Juni 2011 · #1
An alle, die in naechster Zeit beabsichtigen als Selbstfahrer Malawi zu bereisen: Bringt Eurer Benzin/Diesel mit! Seit November letzten Jahres gab es immer wieder Versorgungsengpaesse aufgrund des chronischen Forex Mangels im Land. Anfang des Jahres trat ein Kanister-Tank-Verbots-Gesetz in Kraft. Jerrycan Fuellungen gibt es nur noch mit Sondergenehmigung. Inzwischen sind so gut wie alle Tankstellen trocken. Sobald das Geruecht die Runde macht, eine Tanke soll demnaechst Sprit erhalten, bilden sich kilometerlange Schlangen, die in den letzten Tagen mehrere Hauptstrassen in Blantyre komplett blockierten. 150-200 wartende Autos sind keine Seltenheit mehr. Betuchte Autobesitzer schicken ihr Personal zum Uebernachten in der Warteschlange. Der Schwarzmarkt blueht - aus rostigen Faessern wird fuer das Drei- bis Vierfache des normalen Preises illegal gezapft.
Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Mit besorgtem Gruss

Camelthorn

The Nation (Tageszeitung) vom 22.06.2011:
http://www.nationmw.net/index.php?option=com_content&view=article&id=21583:people-need-fuel-not-lies&catid=4:comment&Itemid=329
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
zuletzt bearbeitet 25. Juni 2011
30 Beiträge · seit 201014. Juli 2011 · #2
Hallo liebe FoMis,
wer war in letzter Zeit in Malawi und weiß, ob es im Moment (Juli 2011) immer noch keinen Diesel in Malawi zu kaufen gibt?
Vielen Dank!
Thomas
Themenstarter409 Beiträge · seit 200914. Juli 2011 · #3
Hallo Thomas,

der aktuelle Krisenstand (heute 14.7.): Es gibt gerade mal wieder Diesel. Das kann sich jedoch jederzeit wieder aendern.
Seit einer Woche ist ein ausnahmsloses Kanistertankverbot in Kraft. Die bisherige Sondergenehmigungsregelung gibt es nicht mehr. Der offizielle Grund: Der Ansturm von kanisterbewehrten Kaeufern an den Tankstellen hat zu einer erhoehten Unfallgefahr gefuehrt. Der wahrscheinliche Grund: Man versucht den bluehenden Schwarzmarkt auszutrocknen.
Derzeit gibt es so gut wie kein Benzin an den Tankstellen. Heute gab es an der einzigen belieferten Tanke in Blantyre eine Schlange von ueber 200 Autos.
Mein Tipp: Umfuellschlauch mitbringen und tanken wo immer moeglich, dann kurz um die Ecke, Kanister abfuellen und wieder vorfahren.
Das Mitfuehren von befuellten Kanistern ist meines Wissens (noch) nicht verboten.
Auf der Strecke zwischen Lilongwe und Dedza bildet die Strasse auf einigen Kilometern die Grenze zu Mosambik. Dort tanken auf der rechten, mosambikanischen Strassenseite Busse und Trucks direkt von Tanklastern. Ist illegal, aber da nicht auf malawischem Gebiet von der hiesigen Polizei nicht zu verhindern.

Gruss

Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
Gast15. Juli 2011 · #4
Gelöscht
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2011
33,1k Beiträge · seit 200615. Juli 2011 · #5
OFF TOPIC
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Hi Sambezi,

ganz klar! die laden ihr Fischerboot auf den bereitstehenden Luxustrailer und fahren damit an die besagte "mosambikanischen Strassenseite" und betanken das Boot dort direkt vom Tanklaster...ein Bild für die Götter 😉

Im Ernst... ist tendenziell ein wenig durchdachtes Verbot.....

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
66 Beiträge · seit 200929. Juli 2011 · #6
Bin eben am bereisen des Landes. Zwischen Lilongwe und Mzuzu gab es kein Benzin und kein Diesel ausser auf dem Schwarzmarkt für ca. 3.30 Euro / Liter. In Nkhata gab es Benzin im Überfluss. Hier unten bei Senga Bay gibt es ebenfalls Benzin und Diesel.

Auf alle Fälle: wo immer es etwas gibt, sofort auffüllen.

Von den Unruhen bekommt man als Reisender nichts mit, ausser man Fährt in eine Demo rein, im Moment ist es ruhig.

Bezüglich Kanister-Verbot: wer von Zambia einreist darf nur Blechkanister mitnehmen. In Chipata, Zambia, verweigerten 2 Tankstellen das Auffüllen von Plastik-Kanister, eine dritte füllte jedoch auf.
Peter
1999 SA, Nam, Bot, Zim| seither 743 Tage in Süd- und Ostafrika unterwegs |
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2011
88 Beiträge · seit 200731. Juli 2011 · #7
Hallo Peter

Vielen Dank für die wertvolle Information.
Wir hoffen, dass sich die Treibstoff-Situation in zwei Monaten (wenn wir dort sein werden) entspannt hat.
Falls du noch weitere konkrete Erfahrungen machst, so sind wir dir natürlich sehr dankbar.

Zusatzfrage meinerseits:
Sind die Nachttemperaturen in diesen Tagen tatsächlich so tief (in Lilongwe zwischen 7 und 10 Grad) wie es www.wetter.ch seit vielen Tagen wahr haben will?

Gruss von Girwal
4'451 Beiträge · seit 200831. Juli 2011 · #8
Hallo Girwal,
in der ARD "Weltspiegel "um 19.20 am 31.07.2011 war ein Bericht über Malawi. 😉 ich hoffe, das es da wenn Du dort bist nicht so zugeht. 🙁 Vielleicht kannst Du Dir das nochmals anschauen.
Liebe Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
88 Beiträge · seit 200731. Juli 2011 · #9
Hallo Cécile
Soeben habe ich den von dir erwähnten Beitrag im "Weltspiegel" angesehen.
Der gibt echt zu denken, wenn man berücksichtigt, wer letztlich für die Not der eigenen Bevölkerung verantwortlich ist. Leider ist es in mehreren - um nicht zu sagen fast allen - afrikanischen Ländern Realität, dass sich die Staatoberhäupter und hohe Beamte schamlos bereichern und dabei keinerlei Rücksicht nehmen auf die eigene Bevölkerung oder die Grundideen der Geberländer.
Da verspreche ich mir - auch wenn es nur ein kleiner Tropfen auf einen heissen Stein ist - eine kleine Befriedigung von wenigen Notleidenden und eine grosse Befriedigung von uns selbst, wenn wir (statt zuviel eigene Klamotten und Luxus) eine schwere Tasche voll "Lebenswichtiges oder Nützliches" nach Malawi bringen.
Hast du dazu noch gute Ideen (neben Kleidern, Schuhe, Taschenmessern) was in Malawi (und ev. Sambia) im Moment am ehesten gebraucht wird?

Gruss von Girwal
Gast01. Aug. 2011 · #10
Hi,

wer den Bericht verpasst hat:

http://mediathek.daserste.de/suche/7807814_malawi--ein-vorzeigestaat-wird-zum-problemfall?clipSearchFilter=allClips&s=malawi&datumBis=&sendung=&datumVon=

ja und Decken nicht vergessen und ein Brot im Shop mehr kaufen und man kann bei Gelegenheit jemanden eine Freude bereiten - Handtücher sind auch willkommen aber was schreibe ich - eigentlich freuen sich die Menschen über alle Alltagsdinge.

Gruß
zuletzt bearbeitet 01. Aug. 2011
4'451 Beiträge · seit 200801. Aug. 2011 · #11
Hallo Girwal,
so wie ich das gestern gesehen habe , fehlt es da , wie Sambezi schon schreibt, an Allem. 🙁 Egal was man da den Einzeln aber dann auch persönliche gibt, da hilft man direkt.:) Das mit dem nicht vorhandenen Diesel , das würde mir eher zu denken geben.;) Kommt wieder gesund zurück und berichtet mal wie es war.
Taschenmesser , da werden dann die Fluggesellschaften hier in deutschland beim scannen der Koffer schon tätig werden. 😠
Liebe grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 01. Aug. 2011
Gast01. Aug. 2011 · #12
ja, fällt mir gerade ein, anstelle der Taschenmesser wäre es besser, wenn Du kleine Taschenlampen mitnimmst (und einige Batterien) vielleicht findest Du welche mit LED, die sind sparsamer im Stromberbrauch, denn oft fehlt das Geld für Batterien.....
5 Beiträge · seit 201001. Aug. 2011 · #13
Hallo Ihr,
wir sind demnächst dort für 3 Wochen auf einer vorgebuchten Selbstfahrerreise. Das Thema mit dem Treibstoff ist ja leider nicht gerade neu. Laut Agentur (dort unten) sollte das eigentlich schon Anfang Juli nicht mehr ein Problem sein. Nun ja....Der Bericht im Weltspiegel macht ja ebenfalls nicht so viel Mut. Schade, dass wir vorgebucht haben. Das macht unsere Reise natürlich sehr unflexibel und wir wollten eigentlich nicht unsere Zeit mit der Suche nach Diesel vergeuden.
Und nun meine Frage:
Wisst Ihr ob die Lodges für quasi "Notfälle" Treibstoff haben für die Gäste?

Danke.

PS: T-Shirts, Käppis und Taschenlampen (LEDs) haben wir schon parat.
Grüße Rainer
Gast01. Aug. 2011 · #14
Hi,

wir waren im Oktober dort und die Treibstoffkrise sollte lt. Energiebehörde in Lilongwe im November vorbei sein. Durch die Kürzung der Gelder wird wohl eher eine Verschärfung eintreten.... leider.

Geh davon aus, dass Du keinen Sprit in den Lodges bekommst. Da noch viele ihren Strom mit Generatoren erzeugen und sie selber Sprit holen wenn es gerade welchen gibt, gehe ich davon aus, dass Du Dich nicht versorgen kannst - zumindest ist das meine persönliche Einschätzung.

Da Du vorgebucht hast - frag unbedingt vorher die Lodges an, ob sie Dir im Falle des Falles helfen können.

Gruß
5 Beiträge · seit 201001. Aug. 2011 · #15
Vielen Dank. So eine Antwort hatte ich erwartet...Wir werden mal schauen was wir für Antworten aus Malawi erhalten.
Nochmals danke für die schnelle Antwort.
Ich werde ggfs. Antworten, die ich erhalte, hier einstellen.
Grüße
Grüße Rainer
66 Beiträge · seit 200908. Aug. 2011 · #16
Wir wollten am 26.7. von Lilongwe nach Nyika, bekamen aber kein Benzin und bei Mzuzu ging es langsam aus, also fuhren wir an die Küste. Bei Nkhata erhielten wir genügend Benzin. Danach die ganze Küste kein Benzin bis Balaka (nähe Liwonde) und anschliessend genügend Benzin bis heute 8.8. im Süden von Malawi.

Mit Diesel scheint es schwieriger zu sein. Bei Blantyre stehen sie sogar über Nacht an für den nächsten Tanklaster, teilweise über 1 km und besonders bizarr erscheint es, wenn selbst ein Tanklaster in der Kolonne steht ..

Nach meinen Infos: diese Woche Benzin, nächste Woche Diesel ... ist wie eine Lotterie, wir hatten bisher fast immer Glück. Es soll Facebook-Seiten geben, welche tagesaktuell sagen, wo es Benzin und/oder Diesel gibt, habe diese Links aber nicht.

Zudem: die nächste landesweite Demo ist auf den 17.8. angesetzt. Die gestellten Forderungen dürfte die Regierung wohl bis dahin nicht erfüllen, daher erwarte ich ungemütliche Tage und werde vorher ausreisen.

Und nein, Lodges haben selbst kein Benzin / Diesel und müssen selbst schauen, dass sie über die Runden kommen.

Gruss
Peter
1999 SA, Nam, Bot, Zim| seither 743 Tage in Süd- und Ostafrika unterwegs |
273 Beiträge · seit 200909. Aug. 2011 · #17
Wir waren letzte Woche in Malawi,
es gab Benzin in Karonga, Mzuzu,
dann nichts bis Lilongwe.

Dazwischen gab es Diesel in Senga, nichts in Salima.

In Lilongwe standen Schlangen an manchen Tanken, wir hatten noch genug
um das Land zu verlassen und mussten somit nicht warten.

Am nächsten Morgen gab es in Lilongwe Benzin und Diesel als ob nie was gewesen wäre.

In Blantyre gab es keine Engpässe.

Es gibt sehr viele zusätzliche Road Blocks, alleine 7 ofder 8 von der Grenze bis Karonga, im Grenzgebiet zu Moz in Richtung Tete auch. Wir wurden überall durchgewunken.

Wir empfangen die Gelassenheit der Menschen in den Autoschlangen als enorm,
solch ein Spritengpass in Nairobi oder Daressalam, das gäbe Mord und Totschlag,
Drängeln, Schreien, Streiten mindestens.

Die Malawer, mit denen wir sprachen hatten die Hoffnung, dass es ruhig bleibt
und bessser wird, da war von der Demo allerdings noch keine Rede.

Viele Grüße,

Hans
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
235 Beiträge · seit 200901. Jan. 2012 · #18
Hallo FoMis
Weiss vielleicht jemand ob sich an den Versorgungsengpässen von Diesel etwas geändert hat?
LG Christina
Themenstarter409 Beiträge · seit 200913. Jan. 2012 · #19
hallo christina,

hier ein kurzes update zum Thema.
Als ich den Thread begann, meinte ich, die Spritsituation in Malawi sei katastrophal. Aus heutiger Sicht waren es die "good old days" als es wenigstens noch ab und zu Treibstoff gab. Inzwischen hat sich die Lage extrem verschaerft. Die Strassen sind merklich leerer, an den Zapfsaeulen der Tankstellen bilden sich Spinnweben. Die Tankwarte wurden zum grossen Teil entlassen. BP wurde verstaatlicht und heisst jetzt landesweit PUMA. Viele Autobesitzer parken ihre Fahrzeuge einfach in einer toten Schlange. Sollte irgendwann doch mal wieder Diesel ankommen, steht man wenigstens schon mal vorne und hat Aussichten betankt zu werden - und sei es nur mit den rationierten 20 Litern pro Auto.
Wenn die Visagebuehren in Mosambik nicht so horrend waeren, wuerden wir alle paar Wochen mit einem kanistergefuellten Auto rueberfahren zum volltanken. So bleibt oft nur der Schwarzmarkt. Da der Preis fuer Petroleum nur ein Drittel des Dieselpreises betraegt (und ueberall erhaeltlich ist), wird das kostbare Gut gerne mit dem Lampentreibstoff gepanscht, was binnen weniger Kilometer zu einem Motorschaden fuehrt.
Eine Aenderung der Versorgungslage ist nicht in Sicht. Die Geruechte ueber eine bevorstehende Schliessung der Shoprite Supermaerkte und dem Rueckzug des GAME Kaufhauses aus Malawi tragen nicht unbedingt zur Aufhellung der allgemeinen Stimmung bei...

Aber das Wetter ist schoen und der See ist wahrscheinlich schoen warm - leider kommt man nicht hin.

Gruss

Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
1'182 Beiträge · seit 200614. Jan. 2012 · #20
Hallo Camelthorn,

warum seid Ihr seinerzeit eigentlich nach Malawi gegangen? Wenn es nicht zu persönlich ist, würden mich Eure Gründe sehr interessieren.

Gruß,
Bernd
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