Deutscher auf Harnas von Löwen getötet

27 Antworten · 65,8k Aufrufe · gestartet 31. Mai 2011 von jaw
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Themenstarter2'048 Beiträge · seit 200731. Mai 2011 · #1
Hallo Fomis,
es gibt schlechte Nachrichten von Harnas in der AZ von Heute.
"Löwen fressen Deutschen".

Das klingt alles andere als professionell und passt von meiner bisherigen Meinung von dem Projekt.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
5'479 Beiträge · seit 200901. Juni 2011 · #2
Ich weiß nicht, was Du Harnas in diesem Zusammenhang vorwirfst. Was können die dafür, wenn ein bekloppter oder lebensmüder Mensch einfach in ein Gehege geht.

Machst Du auch der Nationalparkbehörde Vorwürfe, wenn ein Tourist in Etosha den Wagen verlässt und von einem Löwen getötet wird.
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24 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #3
Ich habe immer wieder längere Zeit auf Harnas gearbeitet.

Wenn Touristen, erwachsene Menschen(!!!) nicht den Einweisungen folgen, immer wieder auf eigene Faust handeln, alles besser wissen wollen als das Personal, dann kann man dem Farmbetreiber keinen Vorwurf machen!
Ihr glaubt nicht, was man in dieser Richtung alles erleben kann. 😠
immer wieder finden sich eskimos, die den bewohnern des kongo sagen wollen, was sie zu tun haben.... stanislaw jerzy lec
1'223 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #4
Ich habe, ehrlich gesagt, meine Probleme mit den wie Pilze hochgeschossenen Zuchtanlagen bzw. vereintlichen Asylen für Raubtiere, auch wenn es die Tierschützer, oder solche die es meinen zu sein, glücklich macht.

Eigentlich wird dieses m.E. weniger getan zum Erhalt der Spezies, sondern für den Tourismus um ausreichend Vorführobjekte zu haben.

Noch nie, so lange ich zurückdenken kann, hat es so viele Leoparden, Löwen oder Geparden in freier Wildbahn gegeben wie jetzt. Vor allem in Gegenden, wo sie wenig beheimatet waren. Umgesiedelte und ausgewildete Tiere, womit selbst die Tierparks wie Etoscha "überschwemmt" werden.

Natürlich können viele Farmen ihre Besitzer nicht ernähren, und diese haben umgesattelt auf Gäste- oder Jagdfarmbetrieb, statt dieses zum Nebenerwerb umzugestalten.

M.E. wird das ökologiche Gleichgewicht erheblich gestört, und früher oder später wird man anfangen müssen, marodierende Wildkatzen gezielt zu dezimieren, besonders wenn es Menschenopfer gibt. Dann aber fängt das Geschrei wie in Südafrika an, wenn man dieses durch Jäger gegen Bezahlung tun läßt.

So ganz nebenbei sei gesagt, daß die Löwen den "Besucher" vermutlich nur halb aufgefressen haben, weil sie vorher nicht eine ausreichende Menge Futter bekommen haben.

Ich sehe mal voraus, daß sich solche Fälle in Zukunft häufen werden. Der Besucher weiß nämlich nicht zu unterscheiden zwischen dem Glücksgefühl "hab ich gesehen und fotografiert" und den Auswirkungen des Zurverfügungstellens des Fotoobjektes. Dieses Zurverfügungstellen bringt jedoch das Gleichgewicht der Natur aus der Balance. Auch macht sich keiner Gedanken darüber, wie viel Fleisch allein eine Löwenfamilie pro Jahr zum Überleben benötigt. Irgendwo muß das ja auch her kommen. Von Wildtieren, oder aber aus den Herden der Menschen die daraus ihren Lebensunterhalt bestreiten. Und was, wenn es wieder Trockenheiten gibt, die so sicher kommen werden wie das Amen in der Kirche?
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 01. Juni 2011
24 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #5
Hallo Swakop52, leider ist aus Deinem Profil nicht ersichtlich, wo Du lebst. Sonst könnte man sich Deine absurden Behauptungen vielleicht erklären.

Zitat: Noch nie, so lange ich zurückdenken kann, hat es so viele Leoparden, Löwen oder Geparden in freier Wildbahn gegeben wie jetzt. Vor allem in Gegenden, wo sie wenig beheimatet waren. Umgesiedelte und ausgewildete Tiere, womit selbst die Tierparks wie Etoscha "überschwemmt" werden.

Schon allein der Gepard gehört zur Liste der bedrohten Arten. Löwen sind in Namibia nur noch nördlich (Etoscha usw.) anzutreffen, ab und zu mal Einwanderer aus Botswana, SA ...
Leoparden gibt es noch Dank ihrer heimlichen Lebensweise...sie werden geschossen.
Alle haben ihren wichtigen Platz in der ökologischen Kette!

Zitat: M.E. wird das ökologiche Gleichgewicht erheblich gestört, und früher oder später wird man anfangen müssen, marodierende Wildkatzen gezielt zu dezimieren, besonders wenn es Menschenopfer gibt. Dann aber fängt das Geschrei wie in Südafrika an, wenn man dieses durch Jäger gegen Bezahlung tun läßt.

Das ökologische Gleichgewicht ist schon lange gestört, und zwar in der Hinsicht, dass DER MENSCH in die Balance der Natur massiv eingegriffen hat und marodierend sind nur Menschen.
Sie gehören gar nicht ins normale Beuteschema der Raubkatzen und nur, wenn kein Ausweichen/weggehen möglich ist, wird es angreifen (macht übrigens auch eine "harmlose" Antilope).
Ich rede jetzt nicht von Fehlprägungen, alten, verletzten Tieren.

Die Jagd mit Sachverstand ist leider unumgänglich, da - oben bereits gesagt - das naturliche Gleichgewicht futsch ist. Die Beutegreifer fehlen, wurde mit Erfolg vom Menschen dezimiert bis ausgerottet.
Die Trophäenjagd allerdings ist Geschmacksache. Ein Löwenfell an der Wand, ein Zebrafell, Kudukopf/Gehörn zeugen m.E. weder von mentaler noch physischer Stärke, eher von Angeberei. Es gibt heutzutage ganz andere Möglichkeiten sich zu beweisen.

Zitat: So ganz nebenbei sei gesagt, daß die Löwen den "Besucher" vermutlich nur halb aufgefressen haben, weil sie vorher nicht eine ausreichende Menge Futter bekommen haben.
So ganz nebenbei zeugt das davon, dass Du noch nie am Ort des Geschehen warst. Die Harnastiere haben eher einige Kilo zuviel auf den Rippen als zuwenig. Die Tiere werden ordnungsgemäß gefüttert, artgerecht, ausreichend.

Einigen Deiner eingangs genannten Argumente hinsichtlich der Zunahme von Gästefarmen mit "Tierbespaßung", sogenannter Tierrettungsprojekte kann ich durchaus folgen. Tiere als Zugmittel für die Gästefarm, grenzt in meinen Augen mitunter schon an Missbrauch. Da gehört mehr und fachkundige Kontrolle.

Allerdings hat dies nichts mit dem Vorfall auf Harnas zu tun. Hier ist ein Menssch unbefugt ins Gehege/Revier der Löwen gegangen. Wenn ein Unbefugter in einer Maschine zu Tode kommt, verurteilst Du dann den Maschinenbauer bzw. -besitzer???

Es wäre besser, sich zuvor genau zu informieren. Aber das ist wohl aufwendiger als schnelles vor- und verurteilen);) .
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zuletzt bearbeitet 01. Juni 2011
5'479 Beiträge · seit 200901. Juni 2011 · #6
kokok schrieb:Hallo Swakop52, leider ist aus Deinem Profil nicht ersichtlich, wo Du lebst. Sonst könnte man sich Deine absurden Behauptungen vielleicht erklären.

Südwester! Das erklärt vielleicht schon einiges.:S
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33,1k Beiträge · seit 200601. Juni 2011 · #7
Hi Kokok,

Swakop52 alias BadBoy kommt aus Namibia... und er weiß in aller Regel - auch wenn die Art nicht jedem passt - wovon er spricht!

Übrigens, nur weil der Gepard international bedroht ist, ist Namibia dennoch bei Weitem das Land mit der größten Population von mehr als 2500 Tieren, wovon 80+ % außerhalb der Schutzgebiete leben. Hier ist er also nicht bedroht und die Anzahl der Tiere ist in den letzten 10 Jahren stark steigend!
Löwen kommen v.a. im Norden vor (Kaokoveld, Etosha, Caprivi), aber auch mittlerweile auf doch einigen Wildfarmen (Erindi etc.) sowie in Ostnamibia (Khaudum, aber auch südlich davon). Zahl stark schwankend, v.a. auch wegen der Überpopulation an Tüpfelhyänen.

Aber das alles hat doch nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun. Der Mann scheint selbständig über einen elektrischen Zaun zu den Löwen geklettert zu sein. Soweit man es hieraus beurteilen kann, war es wohl seine Schuld. Warum Harnas es aber anscheinend wohl bisher weitestgehend verheimlicht hat, ist eine andere Frage!

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
24 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #8
Stimmt. Erklärt alles.

Ich kenne nur Namibier - San, Damara, Ovambo, Kavangos, Herero, Himba, Nama, Caprivianer, Rehobother Baster, Buren, Deutsche, Engländer usw. - alles Namibier.

Alles Gute, aber ohne Flinte und Vorurteile!
immer wieder finden sich eskimos, die den bewohnern des kongo sagen wollen, was sie zu tun haben.... stanislaw jerzy lec
3'766 Beiträge · seit 200601. Juni 2011 · #9
travelNAMIBIA schrieb:

Warum Harnas es aber anscheinend wohl bisher weitestgehend verheimlicht hat, ist eine andere Frage!

Sonnige Grüße
Christian
Nun unabhängig davon ob es auf Harnas geschehen ist (könnte auch eine andere Farm sein).

Was bleibt in den Köpfen - auf ***** wurde ein Mensch von Löwen gefressen - und auf diese Werbung möchte man verzichten auch wenn man unmittelbar nichts für den Vorfall kann.


Mich wundert nur ein wenig wie er unbeschadet den 5000Volt (oder wie viel auch immer) Zaun überwinden konnte? Vielleicht mit Solar betrieben 🤩
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 01. Juni 2011
33,1k Beiträge · seit 200601. Juni 2011 · #10
Mich wundert nur ein wenig wie er unbeschadet den 5000Volt Zaun überwinden konnte?
Das habe ich mich auch gefragt. Vielleicht wollte er nur drüber klettern, wusste nicht, dass da Strom drauf ist, hat einen Schlag bekommen und ist ohnmächtiger Weise auf der falschen Seite heruntergefallen?
Alles nur Spekulation...

Aber ich persönlich denke, dass eine kurze Stellungnahme von Harnas über einen negativen Vorfall besser gewesen wäre als diese tröpfchenweise Veröffentlichung die nun stattfindet. Lieber kurz und schmerzlos als so.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
24 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #11
Hi Christian,
nur weil in Namibia noch die größte Gepardenpopulation lebt, ist die keine Rechtfertigung für die Trophäenjagd. Er war einst über ganz Afrika, mit Ausnahme der Waldgebiete, bis Asien verbreitet.
Die erwähnten Tüpfelhyänen sind eben eines der Probleme, entstanden durch das Eingreifen des Menschen in die Natur.

Warum Harnas solange nicht reagierte, weiß ich auch nicht.

Europäische Sonnengrüße zurück,
kokok
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33,1k Beiträge · seit 200601. Juni 2011 · #12
OFF TOPIC
---------

Hi Kokok,

das Thema Trophäenjagd hast Du aufgebracht... was das mit dem vorliegenden Fall zu tun hat war mir eh nicht so ganz klar?! Abgesehen davon hat eine Dezimierung von Tieren durch Jagd nicht unbedingt was mit der absoluten Zahl von Tieren zu tun.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast01. Juni 2011 · #13
kokok schrieb:
Warum Harnas solange nicht reagierte, weiß ich auch nicht.
Zitat aus dem besagten Artikel in der AZ:


„Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Familie des Verstorbenen unseres Wissens zufolge noch nicht informiert worden; aus diesem Grunde hat uns die Polizei gebeten, zu dem Vorfall keine Erklärung herauszugeben“, so die Mitteilung des Managements der Harnas Wildlife Foundation auf AZ-Nachfrage."

lg
WoMa
33,1k Beiträge · seit 200601. Juni 2011 · #14
Hi WoMa,

hatte ich schlichtweg überlesen! Danke für die Klarstellung! Frage mich nur weiterhin, warum dann das MET so überrascht ist, dass sie davon noch nichts wissen. Denn an diese muss die Polizei solche Informationen weitergeben.

Sonnige Grüße
Christian
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24 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #15
nicht ich, die Trophäenjagd kam so ins Spiel:

Zitat des Südwesters:
marodierende Wildkatzen gezielt zu dezimieren, besonders wenn es Menschenopfer gibt. Dann aber fängt das Geschrei wie in Südafrika an, wenn man dieses durch Jäger gegen Bezahlung tun läßt.
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2'721 Beiträge · seit 200601. Juni 2011 · #16
Crazy Zebra schrieb:
.....
Mich wundert nur ein wenig wie er unbeschadet den 5000Volt (oder wie viel auch immer) Zaun überwinden konnte? Vielleicht mit Solar betrieben 🤩
Ja, das möchte ich auch gerne wissen.
Bazi
zuletzt bearbeitet 01. Juni 2011
324 Beiträge · seit 200801. Juni 2011 · #17
Hallo,

sehr merkwürdige Geschichte.

Also ein Löwengehege liegt bzw. lag immer ziemlich dicht am Campingplatz. Man konnte da schon ohne größere Probleme hin, ohne dass jemand etwas gemerkt hätte.

Soweit ich mich erinnere sind die stromführenden Drähte nur innen und eher im unteren Bereich mit etwas Abstand vom eigentlichen Maschendraht angebracht. Also von außen hoch klettern und reinspringen müsste also gehen. Die Spannung/Strom ist aber ziemlich heftig. Bei einer Tour ist mal ein Löwe aus Versehen dran gekommen. Ihn hatte es richtig zurückgeschleudert und er war dann ziemlich benommen, also kein normaler Weidezaun.

Mich erinnert die Sache irgendwie an die "Tochterfarm" bei Windhoek. Ich bekomme von dort immer Mails mit der Aufforderung für die Tiere oder sonst etwas zu spenden. Das letzte mal sollte man dafür spenden, dass eine Frau (?) eine Nacht in einem Käfig oder nur auf der Ladefläche (? "protected only by the bars on the back of a LandRover") im Gehege mit drei Löwen verbringen kann. Das fand ich schon etwas seltsam.

Viele Grüße

Ronald
1'223 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #18
Topobär schrieb:
kokok schrieb:Hallo Swakop52, leider ist aus Deinem Profil nicht ersichtlich, wo Du lebst. Sonst könnte man sich Deine absurden Behauptungen vielleicht erklären.

Südwester! Das erklärt vielleicht schon einiges.:S
Lieber Topobär,
ich danke dem lieben Gott täglich auf Knien, als Südwester geboren und dort aufgewachsen zu sein, und nicht als Jerry.
Wenn die Südwester so schlimm sind wie Du in Deinen Seitenhieben immer wieder zu erkennen gibst, dann hast Du doch die persönliche Freiheit, Dich durch Deine Abwesenheit vor ihnen zu schützen.
Ich muß mich fragen, warum es immer wieder persönliche Angriffe geben muß, und wenn man dann reagiert, will der Moderator einen sofort hinauswerfen.
Aber den Gefallen tue ich Dir dieses Mal nicht.😃


@ Koko
Es gleitet zwar etwas ab vom Hauptthema, jedoch zu Deinen Fragen/ Deiner Meinung:

Ich rede von einer Zeitspanne von 30-40 Jahren. In der Natur ist es vermessen, in geringen Zeiträumen zu reden.

Hier möchte ich Dir mal einen Vergleich nennen aus einem der ehemals tollsten Naturschutzgebiete Afrikas, der Etoschapfanne, wo der massive Eingriff des Menschen heute ganz besonders heftig nachzuvollziehen ist.

Bis zur Unabhängigkeit gab es nur geringe Migration von Wild von Außerhalb in den Park. Es gab nahezu keine Eingriffe seit Deklaration als Naturschutzgebiet in 1904.
Ich gehe davon aus, daß dieses noch die ursprüngliche Wildpopulation war, von einigen Ausnahmen und Arten abgesehen (z.B. Nyala).

In den 1970er Jahren lebten wir 7 Jahre in Tsumeb, und wir waren an nahezu jedem freien Wochenende während der Öffnungszeiten in der Etoschapfanne. Es gab Ruhezeiten von November bis März, bei denen das Wild nicht gestört werden durfte zum Austragen des Nachwuchses.

Es gab Löwen bei Leeubron, Okauquejo, einmal einen Alleingänger bei Halali, eine Familie bei Springbokfontein, und einmal trafen wir bei einem Fußmarsch durch die östliche Etoschapfanne in der Nähe von Drie Palms eine Löwenfamilie an; Dr. Flip Stander war damals noch Hauptnaturschutzbeamter und begleitete uns. Der Originalbestand an Löwen war recht klein, einen Leoparden sahen wir in all den Jahren ein einziges Mal. Und das bei bestimmt 50 Besuchen!

Das besagt, bezogen auf heute, daß der Katzenbestand entweder überproportional zugenommen hat, oder aber der Mensch da massiv eingegriffen hat.

Aufgrund der fehlenden Ruhezeiten, und hier ging es nur um erhöhte Geldeinnahmen für den Staat, haben sich die Wildtiere durch die ganzjährige Beschau an den Menschen und ihre Autos gewöhnt, und die Wildtiere sind zahm geworden wie im Zoo.
Was ist da noch "natürlich", wenn man heute ein 85mm Objektiv benötigt für Bilder, wo damals ein 300mm Objektiv kaum reichte ?
Heute trifft man bei fast jedem Besuch Löwen und häufig Leoparden. Das ist für mich nicht mehr die ursprüngliche Etoschapfanne, sondern nur noch ein Zoo.

Alles war "früher" nicht besser, aber solch negativen Entwicklungen sollte man nicht mit heutigen Theorien begegnen wollen, besonders wenn man den ursprünglichen Zustand nicht kennt bzw. gekannt hat. Mir tut es jedenfalls weh, den heutigen "Zoo" Etosha in diesem Zustand zu sehen. Wer es jedoch nicht anders kennt, wird den Unterschied nicht erkennen können.
Die Freude gönne ich jedem, auch Dir!
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 01. Juni 2011
6'152 Beiträge · seit 200601. Juni 2011 · #19
Hallo,

habs auch sofort gelesen in der AZ - frage mich aber - warum andere hier
einfach urteilen- wartet doch erst mal ab - was am Ende steht.
Man kann doch nicht einfach jemand in die Pfanne hauen - nur weils persönlich
nicht passt 😉
Tragisch ist es auf alle Fälle - egal wer schuld hat.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
1'223 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #20
Hanne,
niemand hat hier über Schuldzuweisungen gesprochen. Ohne weitere Informationen ist das gar nicht möglich.
Wie derjenige da hineingelangt ist wird sich vermutlich nie feststellen lassen, aber wenn es Elektrozäune gibt und er trotzdem "drinnen" war, dann wird er es wohl selbst getan haben.

Es ist oft schon frappierend, wie Menschen sich umzubringen versuchen. Das Schlimmste, was sie ihren Mitmenschen antun, ist nicht darüber nachzudenken, daß jemand ihre Reste wegräumen muß, z.B. auch jene, die sich vor einen Zug werfen. Tragisch ist so etwas immer!

In der Diskussion ging es eigentlich über das System der Raubtierasyle und Raubtierzucht.
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