Samstag, 7.5.2011
"Auf der Suche nach den Wüstenelefanten" oder "Die Hoffnung stirbt zuletzt"
Ich schlafe schlecht, eigentlich möchte ich mein Bett nicht mit unzähligen kleinen Tieren teilen 😠 – ständig juckt es mich, wobei ich weiß, dass dies Einbildung ist (die Bisse der Bettwanzen damals hatten wir überhaupt nicht gespürt, das Gemetzel fand während unseres Tiefschlafes statt und es graust mich heute noch bei dem Gedanken, dass diese Biester ohne mein Wissen auf meinem Gesicht herum spaziert sind! 🤩 )
Okay, das hier sind keine Wanzen – also keine Panik! Ich nutze die Gunst der Stunde und gehe mitten in der Nacht auf die Terrasse. Der Himmel ist sternenklar – die Chance auf gutes Wetter am nächsten Morgen ist also groß!
Draußen mache ich eine ganz neue Erfahrung: ich höre NICHTS! Kurz spiele ich mit dem schrecklichen Gedanken, dass ich über Nacht taub geworden bin! 🤨 Ich schnipse mit den Fingern – uff, ich kann noch hören! Aber es gibt in dieser Einsamkeit wirklich kein einziges Geräusch.... so eine Stille habe ich bewusst noch nie erlebt. Fast unheimlich.....😐
Ich kuschele noch ein bisschen mit meinen Tierchen im Bett 😛 und dann ist es endlich Zeit, aufzustehen. Hmmm, kaltes Wasser beim Zähneputzen.... stimmt, ich habe auch nicht gesehen, dass geheizt wurde. Das bisschen warme Wasser gestern war wohl noch von unseren Vormietern. Egal, ich will eh nicht duschen, also schnell anziehen! Ich bin früh dran und kann noch in Ruhe fotografieren, es wird langsam Tag – das Wetter sieht super aus, wie gut!

Schließlich haben wir heute Großes vor – wir begeben uns auf die Suche nach den Wüstenelefanten!😁 Freudig gespannt finden wir uns alle um 7 Uhr zum Frühstück ein – das aber noch längst nicht fertig ist. Es dauert ewig, bis für alle Toast gemacht ist. Die Aufteilung nach gesundem und ungesundem Frühstück, das ja mit großem Aufwand gestern bestellt werden musste, ist auch nicht wirklich durchschaubar, endlich, als wir uns schon am Toast satt gegessen haben, stehen Schalen mit Obstsalat und Müsli auf dem Tisch und jeder kann zugreifen.
Die ungesund Lebenden bekommen noch Eier, Tomate und Wurst, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, auf ihre Teller. Es gibt eine Diskussion, ob denn nun jeder vom Obst nehmen darf, kurz gibt es leicht giftige, bzw. beleidigte Untertöne – Futterneid! Dabei reicht es am Ende locker für alle....Es wäre einfacher gewesen, das alles auf einen Tisch zu stellen, ohne Bestellung, und fertig... Geschmeckt hat es aber insgesamt sehr gut!:)
Beim Müslimampfen erfahren wir, warum Elke und das Fräulein Tochter völlig zerknautscht aussehen: die beiden haben zusammen in einem Häuschen mit einem richtigen Doppelbett geschlafen (Achim hat das Chalet mit dem 1,40 m breiten Bett bekommen), weil Sabine Angst hatte, in dem nicht verschließbaren Zimmer alleine zu nächtigen.... Wie alt war sie gleich noch mal, 5... oder 10....? 🙄 40 war’s glaub....:P Da ist meine Schwester doch wesentlich tougher..... aber klar, die ist ja auch schon Ü50!
Die beiden Damen waren aber wohl nicht alleine in der Nacht, sondern teilen sich das Chalet mit einem Nagetier – so hatten sie sich das auch nicht vorgestellt! 🤩 Dauerndes Rascheln und Knacken - und als sie nachschauen, woher die Geräusche kommen, grinst sie eine Ratte (ich vermute eines meiner Fotomodelle) aus dem Dachgebälk an 😁 . Das war’s dann mit dem Schlaf! Sie sind sichtlich froh, dass sie diese Nacht überstanden haben! Ich leiste Abbitte an meine Fliegen, die immerhin keinen Ton von sich gegeben haben...
Nun müssen wir auf die Fahrzeuge verteilt werden. Es stehen zwei an der Zahl zur Verfügung, eines ist das "Taxi" von gestern, geschlossen, allerdings mit z.T. fehlenden Seitenscheiben, total verratzten Sitzen, an denen sich Schrauben durch die Polster bohren. Seit gestern Abend auch noch mit Eau de Gasoil parfümiert.... Da bin ich nun wirklich nicht scharf darauf und ich beeile mich, einen Platz in dem offenen Gefährt zu finden. Die anderen denken auch so.
Die Letzten beißen die Hunde – unser weitgereistes Ehepaar aus Bayern steigt alleine in den geschlossenen Wagen ein. Ich bin ehrlich gesagt recht froh darüber, denn auf so engem Raum könnte es anstrengend werden, einen Tag lang das Gesülze von Birgit zu ertragen (Herbert schweigt ja meistens, der wäre nicht das Problem, aber die Beiden treten nur im Doppelpack auf).
Und los geht’s! Matze Klein checkt die Lage: Hän die hier Händi-Empfang?
Ja, sie hän, aber erst als wir auf dem höchsten Punkt mit Sichtverbindung zum Funkmast auf dem gegenüberliegenden Berg sind (laut Tulivu und den Angestellten gibt es in der Wäscherei, die etwas höher liegt als die Chalets, sogar immer Empfang). Danach geht’s wieder runter zum Parkplatz (Augen zu und durch, dabei aber doch einen schnellen Blick auf die Sicht ins Tal werfen) 🤩
ein kurzes Hallo zu unserm Bus (er und Tulivu haben heute frei) und dann brettern wir über die uns bereits bekannten Pisten.
Nach ca. 20 Minuten biegen wir rechts ab ins Gelände - cool!😜 Wir machen einen Stopp an einem See,
unser Guide sucht vom Dach des Fahrzeugs die Ebene nach Elefanten ab. Nichts zu sehen.....
Auch die Spurensuche ergibt nichts.
Unsere Tour geht weiter durch wunderschöne Landschaft, das Wetter ist perfekt. Nach jeder Kurve warten wir, dass ein Elefant auftaucht! Aber weit gefehlt – nichts zu sehen. Naja, es ist ja noch früh am Tag, kein Problem.... Achim allerdings schiebt bereits nach 2 Stunden Frust – er ist dafür, die Aktion abzubrechen. Das sei doch alles nur Theater, dieses Spurensuchen, jeder wüsste, dass es keine Elefanten hier gibt. Der Rest der Gruppe kann nur den Kopf schütteln und genießt die Fahrt im offenen Wagen.
Wir sind irgendwo zwischen der C40 und der D2667 unterwegs, ab und zu fahren wir auch ein Stück auf diesen. Immer mal wieder steigt der Tracker aus und "liest" die Spuren
oder sie steigen beide aufs Dach und prüfen die Gegend von oben.
Aussehen tut das ja irgenwie schon klasse, oder?
Irgendwann machen wir einen Stopp an einem Elefantenkratzbaum, dort gibt es auch Elefantendung (laut Achim alles hindrapiert)- aber keinen frischen 🙁 ! Eigentlich ein sehr idyllisches Plätzchen!:)
Mittagspause machen wir auf einem Campground, leider habe ich den Namen vergessen und auf dem Foto ist nur sehr wenig Aussagekräftiges zu lesen. Aber vielleicht erkennt jemand den Platz und klärt mich auf? Er liegt wenn ich mich richtig erinnere an der C40 – ohne Gewähr!
Der Aufenthalt ist sehr interessant für uns Lodge-Reisende – jetzt kann ich mir eher die Beschreibung von Campsites in Euren Beiträgen vorstellen. Man hat ja tatsächlich ein Plätzchen für sich alleine, eine Spüle, eine Toilette, eine Dusche. Unsere Guides prüfen die Sanitäranlagen, bevor sie uns den Platz zur Mittagspause freigeben. Es ist alles sehr sauber, überall sind diese wunderschönen Granithügel – hmmm, da könnte es mir auch gefallen!😁 Es kommen Erinnerungen hoch an früherer Zelturlaube auf Korsika.
Unser Lunchpaket von der Grootberg-Lodge ist gut gefüllt – meine Schwester und ich geben einen Teil an die Guides ab, die sich sehr darüber freuen.
Eher ungewöhnlich sind die vielen Pferde auf dem Campground! Die Erklärung: es sind die Pferde der Grootberg Lodge, die seit kurzem hier untergebracht sind. Warum? Weil auf dem Grootberg Plateau eine Stute mit ihrem Fohlen von einem Löwen gerissen wurde! 🤩 Den Betreibern der Lodge war es zu gefährlich, die Pferde weiter dort unterzustellen, also wurden sie umgesiedelt. Reiten ist also auf der Lodge nicht mehr möglich! Und Wanderungen ohne Guide auch nicht mehr – zu gefährlich! Uhhh, das klingt ja doch spannend!😮
Nach der Pause suchen wir weiter – und fangen an zu halluzinieren: in jedem Granithügel erkennen wir einen Elefantenrücken... der da
nein, der da links unten, hinter dem Strauch, das ist doch einer!
Wir fahren bei vielen Bauern vorbei,
einmal halten wir direkt in irgendwelchen Schlachtabfällen an, der Gestank ist unbeschreiblich 🤢 ! Unser Guide steigt seelenruhig aus, lässt uns in unserem Unglück alleine und fragt, ob die Anwohner die Wüstenelefanten gesehen haben.
Der eine zeigt in diese, der nächste in die andere Richtung. Vor ein, zwei Tagen sind sie dorthin gezogen. Aha.... also wieder einsteigen und - ENDLICH - weiterfahren. Wir sind am Ersticken! Die Auswertung der Fährten durch unseren Tracker sagt auch nichts anderes – die Spuren sind ein, zwei Tage alt.
Die ganzen Informationen bekommen wir aber immer erst nach Rückfrage – die Herren sind ein bisschen maulfaul. Vielleicht wollen sie uns auch einfach nur keine schlechten Nachrichten übermitteln? Schlau werden wir aus ihrem Palaver auf jeden Fall nicht.
Achim ist sich sicher, dass sich unser Guide gar nicht nach den Elefanten, sondern sich nach dem Ergehen der Kumpels und ihren Familien erkundigt und dabei gleich zu einer großen Familienfeier am Sonntag einlädt. Überhaupt ist er derjenige, der alles negativ sieht: das Ganze ist schlecht organisiert – warum bilden die vielen Bauern mit ihren Handys nicht eine Informationskette?
Mit seinem Genörgel verdirbt er uns den Genuss der schönen Landschaft, das gute Gefühl des Fahrtwindes im Gesicht, die Hoffnung, nach der nächsten Biegung doch noch einen Dickhäuter zu sehen. Witziger ist da Martins Kommentar zu einem Hinweis eines afrikanischen Passanten, der die Elefanten irgendwo gesehen haben will: "Där lüüügd, ich genn mich aus mit Görbersproche, ich schau rägelmäßig "Lie to Me" (ich musste daheim auch erst mal nachschauen, was das ist) 😉 !"
Aber auch diese Erkenntnis hilft uns nicht weiter – unsere Suche wird immer rustikaler, wir verlassen die Pfade und fahren wirklich über Stock und Stein.
Aufpassen muss man auf die Dornbüschen, die ständig ins Wageninnere gepeitscht werden – klarer Vorteil für die Bayern. Dafür bleiben wir aber nicht bei der Ausfahrt aus dem Revier hängen...:P
Irgendwann geben selbst die Guides auf – es sei noch ein weiter Weg nach Hause,
die Suche muss abgebrochen werden. 🙁 Ich kann es irgendwie nicht glauben, dass wir ohne Elefanten zurück fahren, ganz bestimmt taucht genau dann einer auf, wenn wir nicht mehr damit rechnen. Die Hoffnung stirbt zuletzt – wir sehen keinen einzigen!
Wir versuchen es mit Humor zu nehmen und lästern, dass man uns das erst mal nachmachen muss, einen ganzen Tag lang NICHTS zu sehen. Bei der Fotosichtung stelle ich aber später fest, dass das so nicht stimmt. Wir haben doch einige Tiere gesehen, nur waren sie nicht grau und/oder groß genug 😗 :












Was wir außerdem ausgiebig gesehen und genossen haben ist schöne Landschaft, tolles Wetter und eine abenteuerliche Fahrt. Wir sind 5 Stunden durch die Gegend gedüst und hatten zusätzlich 2 Stunden Standzeit, wir waren ca. 140 km an der frischen Luft unterwegs. Diese genauen Daten liefert später die GPS-Aufzeichnung meines Mannes – (ja, ich gebe zu, das ist an diesem Tag recht interessant!) – man kann sehen, dass wir kreuz und quer unterwegs waren, Strecken zum Teil zweimal gefahren sind (da sind die Striche etwas dicker durch die Doppelbelegung), bzw. gekreuzt haben.
Unterwegs verlieren wir oft völlig die Orientierung – auch unsere Guides müssen an einer Stelle umdrehen, weil sie sich verfranst haben.
Natürlich bleibt am Ende eine leise Enttäuschung, aber die meisten von uns können der Sache doch viele positive Seiten abgewinnen. Wer hat denn schon die Chance, an einer solch ausgiebigen, naturnahen Fahrt durch diese einmalige Landschaft teilzunehmen?
Nur für Achim ist das alles verlorene Zeit – wir sollten Elefanten sehen, haben es aber nicht – also ist das Ganze ein Flop! Sein ständiges unterschwelliges oder auch hörbares Kritisieren und Nörgeln nervt uns alle, wir tauschen manche vielsagende Blicke untereinander aus. Als wir aussteigen kann ich hören, wie die Tochter der Mutter zuraunt: "au Mann, dr Vadder mal wieder – wenn mir des alles gsagt hädded, dann hädded mer von ihm was zu höra griegt...." Aha, sie haben also auch einen kritischen Blick auf ihren Achim. 😉
Allerdings sollte ich drei Tage später erfahren müssen, dass Blut dicker ist als Wasser....😊
"Auf der Suche nach den Wüstenelefanten" oder "Die Hoffnung stirbt zuletzt"
Ich schlafe schlecht, eigentlich möchte ich mein Bett nicht mit unzähligen kleinen Tieren teilen 😠 – ständig juckt es mich, wobei ich weiß, dass dies Einbildung ist (die Bisse der Bettwanzen damals hatten wir überhaupt nicht gespürt, das Gemetzel fand während unseres Tiefschlafes statt und es graust mich heute noch bei dem Gedanken, dass diese Biester ohne mein Wissen auf meinem Gesicht herum spaziert sind! 🤩 )
Okay, das hier sind keine Wanzen – also keine Panik! Ich nutze die Gunst der Stunde und gehe mitten in der Nacht auf die Terrasse. Der Himmel ist sternenklar – die Chance auf gutes Wetter am nächsten Morgen ist also groß!
Draußen mache ich eine ganz neue Erfahrung: ich höre NICHTS! Kurz spiele ich mit dem schrecklichen Gedanken, dass ich über Nacht taub geworden bin! 🤨 Ich schnipse mit den Fingern – uff, ich kann noch hören! Aber es gibt in dieser Einsamkeit wirklich kein einziges Geräusch.... so eine Stille habe ich bewusst noch nie erlebt. Fast unheimlich.....😐
Ich kuschele noch ein bisschen mit meinen Tierchen im Bett 😛 und dann ist es endlich Zeit, aufzustehen. Hmmm, kaltes Wasser beim Zähneputzen.... stimmt, ich habe auch nicht gesehen, dass geheizt wurde. Das bisschen warme Wasser gestern war wohl noch von unseren Vormietern. Egal, ich will eh nicht duschen, also schnell anziehen! Ich bin früh dran und kann noch in Ruhe fotografieren, es wird langsam Tag – das Wetter sieht super aus, wie gut!
Die ungesund Lebenden bekommen noch Eier, Tomate und Wurst, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, auf ihre Teller. Es gibt eine Diskussion, ob denn nun jeder vom Obst nehmen darf, kurz gibt es leicht giftige, bzw. beleidigte Untertöne – Futterneid! Dabei reicht es am Ende locker für alle....Es wäre einfacher gewesen, das alles auf einen Tisch zu stellen, ohne Bestellung, und fertig... Geschmeckt hat es aber insgesamt sehr gut!:)
Beim Müslimampfen erfahren wir, warum Elke und das Fräulein Tochter völlig zerknautscht aussehen: die beiden haben zusammen in einem Häuschen mit einem richtigen Doppelbett geschlafen (Achim hat das Chalet mit dem 1,40 m breiten Bett bekommen), weil Sabine Angst hatte, in dem nicht verschließbaren Zimmer alleine zu nächtigen.... Wie alt war sie gleich noch mal, 5... oder 10....? 🙄 40 war’s glaub....:P Da ist meine Schwester doch wesentlich tougher..... aber klar, die ist ja auch schon Ü50!
Die beiden Damen waren aber wohl nicht alleine in der Nacht, sondern teilen sich das Chalet mit einem Nagetier – so hatten sie sich das auch nicht vorgestellt! 🤩 Dauerndes Rascheln und Knacken - und als sie nachschauen, woher die Geräusche kommen, grinst sie eine Ratte (ich vermute eines meiner Fotomodelle) aus dem Dachgebälk an 😁 . Das war’s dann mit dem Schlaf! Sie sind sichtlich froh, dass sie diese Nacht überstanden haben! Ich leiste Abbitte an meine Fliegen, die immerhin keinen Ton von sich gegeben haben...
Nun müssen wir auf die Fahrzeuge verteilt werden. Es stehen zwei an der Zahl zur Verfügung, eines ist das "Taxi" von gestern, geschlossen, allerdings mit z.T. fehlenden Seitenscheiben, total verratzten Sitzen, an denen sich Schrauben durch die Polster bohren. Seit gestern Abend auch noch mit Eau de Gasoil parfümiert.... Da bin ich nun wirklich nicht scharf darauf und ich beeile mich, einen Platz in dem offenen Gefährt zu finden. Die anderen denken auch so.
Die Letzten beißen die Hunde – unser weitgereistes Ehepaar aus Bayern steigt alleine in den geschlossenen Wagen ein. Ich bin ehrlich gesagt recht froh darüber, denn auf so engem Raum könnte es anstrengend werden, einen Tag lang das Gesülze von Birgit zu ertragen (Herbert schweigt ja meistens, der wäre nicht das Problem, aber die Beiden treten nur im Doppelpack auf).
Und los geht’s! Matze Klein checkt die Lage: Hän die hier Händi-Empfang?
Irgendwann machen wir einen Stopp an einem Elefantenkratzbaum, dort gibt es auch Elefantendung (laut Achim alles hindrapiert)- aber keinen frischen 🙁 ! Eigentlich ein sehr idyllisches Plätzchen!:)
Eher ungewöhnlich sind die vielen Pferde auf dem Campground! Die Erklärung: es sind die Pferde der Grootberg Lodge, die seit kurzem hier untergebracht sind. Warum? Weil auf dem Grootberg Plateau eine Stute mit ihrem Fohlen von einem Löwen gerissen wurde! 🤩 Den Betreibern der Lodge war es zu gefährlich, die Pferde weiter dort unterzustellen, also wurden sie umgesiedelt. Reiten ist also auf der Lodge nicht mehr möglich! Und Wanderungen ohne Guide auch nicht mehr – zu gefährlich! Uhhh, das klingt ja doch spannend!😮
Nach der Pause suchen wir weiter – und fangen an zu halluzinieren: in jedem Granithügel erkennen wir einen Elefantenrücken... der da
Achim ist sich sicher, dass sich unser Guide gar nicht nach den Elefanten, sondern sich nach dem Ergehen der Kumpels und ihren Familien erkundigt und dabei gleich zu einer großen Familienfeier am Sonntag einlädt. Überhaupt ist er derjenige, der alles negativ sieht: das Ganze ist schlecht organisiert – warum bilden die vielen Bauern mit ihren Handys nicht eine Informationskette?
Mit seinem Genörgel verdirbt er uns den Genuss der schönen Landschaft, das gute Gefühl des Fahrtwindes im Gesicht, die Hoffnung, nach der nächsten Biegung doch noch einen Dickhäuter zu sehen. Witziger ist da Martins Kommentar zu einem Hinweis eines afrikanischen Passanten, der die Elefanten irgendwo gesehen haben will: "Där lüüügd, ich genn mich aus mit Görbersproche, ich schau rägelmäßig "Lie to Me" (ich musste daheim auch erst mal nachschauen, was das ist) 😉 !"
Aber auch diese Erkenntnis hilft uns nicht weiter – unsere Suche wird immer rustikaler, wir verlassen die Pfade und fahren wirklich über Stock und Stein.
Wir versuchen es mit Humor zu nehmen und lästern, dass man uns das erst mal nachmachen muss, einen ganzen Tag lang NICHTS zu sehen. Bei der Fotosichtung stelle ich aber später fest, dass das so nicht stimmt. Wir haben doch einige Tiere gesehen, nur waren sie nicht grau und/oder groß genug 😗 :

Natürlich bleibt am Ende eine leise Enttäuschung, aber die meisten von uns können der Sache doch viele positive Seiten abgewinnen. Wer hat denn schon die Chance, an einer solch ausgiebigen, naturnahen Fahrt durch diese einmalige Landschaft teilzunehmen?
Nur für Achim ist das alles verlorene Zeit – wir sollten Elefanten sehen, haben es aber nicht – also ist das Ganze ein Flop! Sein ständiges unterschwelliges oder auch hörbares Kritisieren und Nörgeln nervt uns alle, wir tauschen manche vielsagende Blicke untereinander aus. Als wir aussteigen kann ich hören, wie die Tochter der Mutter zuraunt: "au Mann, dr Vadder mal wieder – wenn mir des alles gsagt hädded, dann hädded mer von ihm was zu höra griegt...." Aha, sie haben also auch einen kritischen Blick auf ihren Achim. 😉
Allerdings sollte ich drei Tage später erfahren müssen, dass Blut dicker ist als Wasser....😊
