Noch ein Selbstfahrer Reisebericht

18 Antworten · 10,7k Aufrufe · gestartet 08. Okt. 2010 von Cheesy
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Themenstarter24 Beiträge · seit 201008. Okt. 2010 · #1
Hallo liebe Forumsfreunde,

da ich im Vorfeld unserer Namibia-Reise so viele nützliche Informationen hier im Forum aufsaugen konnte und die Mitglieder mich stets schnell und hilfsbereit mit Tips versorgt haben, möchte ich auch einen kleinen Reisebericht von unserer Seite zum Besten geben ( auch wenn er sich vermutlicht nur wenig von den Erlebnissen vieler Selbstfahrer zuvor) unterscheidet.
Ich poste jetzt einfach mal die ersten paar Tage. Falls das Ganze allgemein als zu langatmig empfunden wird, lasst es mich wissen, dann werde ich den rest prägnanter schildern.

Liebe Grüße

Jürgen

Reisebericht Namibia 2010

09.09.2010 Tag 1 - Frankfurt - Windhoek

Der Tag beginnt – wie sollte es auch anders sein – für meine Frau Miriam und mich mit ein wenig Herzklopfen, denn schließlich bricht man ja nicht jeden Tag zu seiner Hochzeitsreise auf. Und wenn es dann noch auf einen anderen Erdteil, den „schwarzen Kontinent“ Afrika geht, liegt eine besondere Art von Spannung und Vorfreude in der Luft. Da wir bis zum Vorabend beide noch arbeiten mussten, passt es ganz gut, dass der Air Namibia Flug nach Windhoek erst abends in Frankfurt abfliegt. So können wir den Vormittag noch mit Packen und Vorbereiten verbringen. Die Auswahl der Kleidung ist diesmal recht anspruchsvoll, denn die Aussagen betreffs der Temperaturschwankungen in Namibia lassen einem von der Badehose bis zur Daunenjacke alles ins Kalkül ziehen. Ein Schock ereilt mich, weil ich meinen internationalen Führerschein nicht mehr finden kann, Was sagt das Namibia-Forum ? Geteilte Meinung, aber da ich eh keine Zeit mehr habe, müssen wir das Risiko eingehen und ohne ihn fahren.
Gegen Mittag besteigen wir den Zug nach Frankfurt, der uns – oh Wunder – ohne Verspätung zum größten deutschen Flughafen bringt. Der Luxus in der 1.Klasse ( nur 20 € teurer ) lullt mich so ein, dass ich beim Umsteigen das Nackenhörnchen im Abteil vergesse und Miriam in aller Eile nochmal zurückmuss, um es gerade noch vor der Abfahrt wiederzubekommen.
Am Flughafen in Frankfurt haben wir – mit Blindheit geschlagen – zwar leichte Probleme den Check-In-Schalter zu finden, aber dann klappen die Abfertigung, der Security Check und das Boarden perfekt. Aber oh Graus – wir haben im Airbus A 340 einen Looser Platz erwischt. In der 4er-Reihe die beiden mittleren Sitze direkt unter einem bei jeder Bewegung des Flugzeugs klappernden Monitor. Zum Glück gelingt es uns nach dem Start noch auf die einzigen beiden freien nebeneinanderliegenden Plätze umzusiedeln. Als wir uns umsehen, denken wir erstmals an das Hummeldum-Kultbuch und stellen fest, dass der Durchschnittsalter der Passagiere ca 65 Jahre beträgt, die durchschnittliche Haarfarbe zwischen blondgefärbt und silbergrau liegt und die Kleidung vorwiegend aus Zip-up-Wanderhosen und khakifarbene Outdoor-Westen besteht.

10.09. - Tag 2 Windhoek

9 zwar schlafarme aber erträgliche Stunden später landen wir in Windhoek. Dass Air Namibia die schlaftrunkenen Passagiere mit bayrischer Volksmusik aus dem Flugzeug verabschiedet, mutet schon komödiantisch an.
Bald schon erhalten wir erste Einblicke in die afrikanische Mentalität. Die Zollkontrolle erfolgt mit geruhsamer Gelassenheit, was lange Schlangen zur Folge hat. Der Bankomat ist außer Betrieb und der Wechselschalter gibt nicht mehr als einen Mini-Betrag heraus.
Mir graut aufgrund diverser Erfahrungsberichte und des fehlenden internationalen Führerscheins schon ein wenig vor der Mietwagenübernahme bei Hertz. Auch hier geht es schleppend voran, weil der Bedienstete auch gleich noch selber die Autos auftanken muss. Der nationale Scheckkarten-Führerschein wird anstandslos akzeptiert. Statt des von uns gebuchten Daihatsu Terios werden wir gleich um 2 Klassen kostenlos upgegradet auf einen Toyota-Hillux. Ich frohlocke innerlich, aber nur solange bis Miriam die Ausmaße dieses Gerätes sieht und sich kategorisch weigert, mit so einem Ungetüm zu fahren. Da mir auch die Reifen sehr angegriffen erscheinen, wackle ich zurück zum Schalter, wo man mir erklärt, dass leider keine anderen Autos mehr verfügbar sind. Zum Glück ist gerade ein anderes deutsches Pärchen an der Reihe, das mehr Gepäck hat und so können wir das Auto einfach mit denen tauschen. Wir erhalten deren KIA SPORTAGE, der genau die richtige Größe hat und auch sehr gut in Schuss ist.
Etwas vorsichtig ob des ungewohnten Linksverkehrs tasten wir uns die 50 km nach Windhoek hinein. Ohne größere Schwierigkeiten finden wir das SAFARI COURT HOTEL, unser erstes Domizil. Ein relativ großer Kasten, in dem nicht nur massenhaft deutsche Touris sondern auch Teilnehmer einheimicher Businesstagungen zu finden sind. Aber alles sehr sauber und gepflegt mit einer schönen Poolanlage. Ideal um sich vom Flug zu akklimatisieren.
Ein kostenlos Shuttle bringt uns in die Innenstadt und zurück. Wir lernen Windhoek als eine eher beschauliche Metropole kennen, die zwar gute Shopping-Möglichkeiten bietet, aber touristisch nicht viel Sehenswertes zu bieten hat. Wir absolvieren das Pflicht-Programm mit Christuskirche, Reiterstandbild und Tintenpalast, wobei eine Baustelle das Fotografieren ein wenig behindert. Natürlich bummeln wir die Independence Avenue auf und ab, versorgen uns in der Luisenapotheke mit dem Insektenschutz „Perfect Sleep“ ( alles Forum-Tipps) und werden von der freundlichen Apothekerin und ihrem Security-Typ vor diversen Nepper-Tricks und Taschendieben gewarnt. In der Fußgängerzone trinken wir einen Kaffee und werfen einen ersten Blick auf die an zahlreichen Straßenständen angebotene Souvenirvielfalt. Vom Shuttle wieder zurück ins Hotel gebracht, verweilen wir noch ein wenig am Pool und suchen dabei die sonnigen Stellen, denn die Stadt macht ihrem Namen „windige Ecke“ durchaus alle Ehre, so dass es nicht allzu warm ist. Im Hotel gibt es zwei Restaurants und ein Steakhouse ( das allerdings eher ein Burger-House ist). In einem der Restaurants essen wir an einem preisgünstigen Buffet lecker zu abend und gehen früh ins Bett, um für den nächsten Tag gerüstet zu sein.


11.09. - Tag 3 Windhoek - Keetmanshoop

Endlich geht’s los. Ruckzuck sind wir auf der B1, die uns nach Süden führt. Zur Eingewöhnung erst mal ein reiner Asphalt-Abschnitt. Kurz hinter Windhoek die erste Tierbegegnung in Form herumlungernder Paviane. Werden nicht fotografiert, da vermeintlich noch oft zu sehen ( grobe Fehleinschätzung). Die 400 km lange meist schnurgerade Strecke über Rehoboth und Mariental bis Keetmannshoop ist landschaftlich kein Reißer, aber die Vorfreude lässt kaum Langeweile aufkommen. Erstaunlich wie viele Picknickplätze es in Namibia zu geben scheint. In Keetmannshoop wollen wir uns erst mal ein wenig versorgen. Das Städtchen wirkt am Samstag nachmittag ziemlich verödet, abgesehen von einigen herumlungernden Jugendlichen. Der allgegenwärtige Security-Officer am Bankomat kommt mir hier sehr gelegen. Noch schlimmer wird es an der Tankstelle, wo ein gutes Dutzend undefinierbarer Gestalten sich herumtreiben. Wir müssen uns erst daran gewöhnen, dass in Afrika offenbar immer eine Reihe von Leuten herumsteht, die nichts offensichtliches zu tun haben. Im Shop der Tankstelle wird es dann skurril. Der gesamte Einkaufsmarkt liegt hinter Gitter. Man tritt an einen Schalter wie an der Bank und sagt dem Verkäufer, was man möchte. Der reicht einem das gewünschte durch sein Guckloch und kassiert das Geld. Ist es hier wirklich so unsicher ? Schnell machen wir, dass wir weggekommen,
Auf ziemlich rumpliger Schotterpiste geht es zum Quivertree Forest Camp, wo wir die Übernachtung gebucht haben. Wir werden von der Familie herzlich begrüßt, insbesondere von einem wild kläffenden kleinen Hund mit nur drei Beinen. Da kaum Gäste da sind, haben wir unseren Bungalow mit drei Zimmern für uns allein. Wir machen einen Abstecher zum Giants Playground. Wirklich faszinieren tut uns diese Ansammlung aufeinanderliegender Steine allerdings nicht. Mag daran liegen, dass wir vor 2 Jahren in den USA viele spektakulärere Felsformationen bestaunen durften. Zurück auf der Farm erwarten wir mit Spannung die tägliche Fütterung der Cheetahs, der Geparden. Zunächst freuen wir uns über den kleinen Kreis von nur 2 Pärchen, die mit uns darauf warten, bis uns ein heranbrausender Bus, der ca 30 Holländer ausspuckt, die Illusion raubt. Nun herrscht der befürchtete Trubel und die beiden Geparden, in deren Gehege wir dürfen, beäugen uns schon sehr mißtrauisch. Miriam bleibt lieber draußen, während ich mich todesmutig hineinwage, in der Hoffnung, im Zweifelsfall schneller laufen zu können als die betagten Holländer. Die Cheetahs, die noch nicht so arg lange auf der farm sind, sind offenbar auch nicht so arg begeistert von dem Aufruhr, lassen sich zwar brav knipsen, verziehen sich dann aber mit ihren Fleischkeulen ins Dickicht. Dafür werden wir zu einem schon sehr domestizierten Gepardenweibchen geführt, die eine Schüssel Milch bekommt und von den Touris gestreichelt werden darf. Ich stelle mich in der Hoffnung auf einen Bluffer-Schnappschuss in die Reihe, denn die Farmerin erklärt, dass man sich dem Geparden nur einzeln und von vorne nähern sollte. Die Undiszipliniertheit der Holländer verdirbt alles, denn von allen Seiten kommen die alten Schreckschrauben angeschlichen, so dass die Gepardin eingeschüchtert das Weite sucht und sich nicht mehr zum Fototermin bewegen lässt. Meine Frau scheint nicht böse, dass ich der Raubkatze nicht zu nahe gekommen bin.
Gegen Abend machen wir uns, bewaffnet mit einem gekühlten Drink, auf den Weg zu den Köcherbäumen, die sich direkt auf dem Farmgelände befinden. Ohne lästige Touristenschar ist es ein Genuss im Licht der tiefstehenden Sonne zwischen diesen faszinierenden Bäumen, die eigentlich Aloe-Pflanzen sind, herumzulaufen, den lustigen Klippschliefern zuzusehen und gemütlich den mitgebrachten Sunddowner zu schlürfen. Einzigartig wird die Stimmung, als die untergehende Sonne den Wald in ein surreales Abendrot taucht. So haben wir uns die Abende in Afrika erhofft.
Sonnenuntergang im Köcherbaumwald

Wir treffen auf ein anderes einsames Pärchen und reiben uns die Augen, denn es sind just die beiden, mit denen wir in Windhoek das Auto getauscht haben. Natürlich gibt es ein großes Hallo und wir tauschen die ersten Erlebnisse aus. Nach einem leckeren Dinner mit fantastischem Kudu-Gulasch, das uns die Farmersfamilie auftischt, gehen wir früh schlafen. Bald schon stellen wir fest, dass das Moskitonetz nicht zu Unrecht da hängt. Nach kurzem Gefecht mit einigen der blutrünstigen Biestern und dem Test unserer Insektenschutzmittel ( Schweizer „Anti-Brumm“ kontra namibianisches „Perfect Sleep“) verbringen wir dann aber doch eine einigermaßen ruhige Nacht.

12.09. - Tag 4 Keetmannshoop - Fish River

Das Frühstück bei der Familie Nolte/Gariganus fällt ebenso üppig aus, wie das Dinner. Die Unterkunft können wir wirklich nur weiterempfehlen. Heute steht ein relativ kurzer Reiseabschnitt zum Fish River Canyon auf dem Programm. Zunächst müssen wir nochmal in die „Downtown“ von Keetmannshoop in den Supermarkt. Dort lerne ich wieder etwas Neues über die Verhältnisse m südlichen Afrika. Als ich das Auto abstelle, kommen ein paar flippig aussehende Schwarze auf mich zu, winken und deuten auf ihre Augen. Verwirrt und mißtrauisch parke ich lieber ums nächste Eck und bleibe sitzen, bis Miriam die Einkäufe erledigt hat. Erst später wird mir klar, dass dies kein Angriff einer kriminellen Jugendgang war, sondern dass hier junge Burschen dem Touristen anbieten, für ein paar Dollar auf das Auto aufzupassen, wenn man es verlässt.
Die ersten 50 km genießen wir nochmals den Asphalt, ehe wir bei Seeheim in Richtung Fish River Canyon abbiegen. Die Piste C12 untermauert die Aussagen über die gut befahrbaren namibianischen Schotterstrassen allerdings nicht gerade. Bald schon lernen wir die sogenannten Wellblechpassagen, runde Querrillen in der Fahrbahn, hassen, weil das Gerumpel und Geschüttel jegliche Unterhaltung empfindlich stören. Davon gibt es hier viele, besonders in Senken der ausgetrocknete Flussläufe, die immer wieder die Straße kreuzen. Die Landschaft ist karg und staubig. Erst kurz vor dem Fish River Canyon Park wird es bewachsener und wir sehen in Form von Springböcken und Oryx-Antilopen die ersten Wildtiere unserer Tour. Wir checken im Canyon Roadhouse ein, einer liebevoll mit alten Schrottautos samt Zubehör dekorierten Lodge, direkt an der Hauptpiste. Dann rumpeln wir noch den restlichen Weg bis zum Fish River Canyon, wo man uns einen happigen Obulus von 170 $ Eintritt abnimmt. Am Hauptaussichtspunkt sind wir am Spätnachmittag absolut die einzigen Besucher. Der Blick auf die Schlaufe der spektakulären Schlucht, die die Fish River in Millionen Jahren gegraben hat, ist zugegebenermaßen gigantisch und grandios. Aber der Canyon ist halt nur der zweitgrößte seiner Art und da wir beide den Grand Canyon schon kennen, ist der Boooah-Effekt nicht ganz so ausgeprägt. Die weitere Befahrung der Aussichtsstrecke schenken wir uns dann, weil die Straßenqualität noch weiter nachlässt. Nach einem kleinen Sonnenbad am Pool des Canyon Roadhouse nehmen wir das Abendessen im Restaurant der Lodge ein. Dieses ist wirklich eine Attraktion, denn es ist praktisch in eine Werkstatthalle integriert, in der Oldtimer und nostalgische Accessoires aus der Pionierzeit des Automobils in interessanter Weise arrangiert sind. Das Essen ( Springbock für mich und Kürbisgemüse für Miri ) schmeckt ausgesprochen lecker. Wieder eine verhältnismäßig preisgünstige Unterkunft, von der wir nur Gutes berichten können, sieht man mal von einer etwas mufflig riechenden Brühe ab, die in einem Loch im Garten vor sich her fault.
Canyon Roadhouse
Fortsetzung folgt ->
zuletzt bearbeitet 16. Nov. 2010
1'927 Beiträge · seit 200808. Okt. 2010 · #2
Schöner Bericht, Jürgen.

Ist das tatsächlich so, bayerische Volksmusik bei Air Namibia 🤨
Themenstarter24 Beiträge · seit 201008. Okt. 2010 · #3
Definitiv, zumindest bei unseren Flügen ( vielleicht wegen Oktoberfest ?). Wildecker herzbuben und das Kufsteinlied waren auf jeden Fall dabei.
108 Beiträge · seit 200908. Okt. 2010 · #4
Hallo Jürgen,

bitte weiter schreiben, schöner Bericht.
Bayrische Volksmusik bei Air Namibia haben wir "genossen" ....

Petra
Themenstarter24 Beiträge · seit 201010. Okt. 2010 · #5
nächste Charge - sorry für das Gestückel, aber Zeitmangel.....

13.09. Tag 5...Fish-River - Aus

Gleiche Strecken doppelt zu befahren ist öde. Deshalb atmen wir auf, als wir die 90 km nach Seeheim auf der üblen Piste wieder hinter uns gebracht haben. Unser Gefährt gleitet nun wieder ruhig auf Asphalt Richtung Westen. Ganz so ruhig doch nicht, denn der Wind pfeift in Böen ganz schön heftig und ich muss das Steuer teilweise kräftig in die Hand nehmen. Schon am frühen Nachmittag erreichen wir das Städtchen Aus. Wie fast alle Touristen, die hier Station machen, logieren wir im Klein Aus Vista Komplex, genauer gesagt im Desert Horse Inn. Eine Anzahl schmucker kleiner Doppelhäuschen schmiegt sich idyllisch an den Hang.
Desert Horse Inn im Klein Aus Vista

Wir werden freundlich mit einem kühlen Saft begrüßt und bekommen dann den hintersten Bungalow zugewiesen. Demgemäß ignoriere ich die Aufforderung, das Auto nach dem Ausladen wieder auf den großen Parkplatz zu fahren geflissentlich. Nun stellt sich die Frage, ob wir die 120 km nach Lüderitz an diesem Nachmittag noch als Zusatztrip abreißen wollen. Da die für mich interessanteste Attraktion, das Diamentensperrgebiet Kolmanskoppe nur vormittags zu besichtigen ist, entscheiden uns dann doch für ein Mittagsschläfchen und einen beschaulichen Nachmittag. Immerhin fahren wir noch einige Kilometer nach Westen, um uns die berühmten Namib-Wildpferde anzusehen, von denen einige 100 in der Gegend von Garub grasen sollen. Wir sehen sie auch schon von der Straße aus und müssen nur ein paar hundert Meter in die Pampa fahren, um ein oder zwei kleinere Herden beobachten zu können. Über die Abstammung dieser Tiere gibt es verschiedene Theorien. Echte Wildtiere sind sie jedenfalls nicht, egal ob die Urahnen einstmals der kolonialen Schutztruppe oder irgendeiner Pferdefarm entlaufen sind. Aber sie haben gelernt, sich der kargen Umgebung anzupassen und bieten einen friedlichen zufriedenen Eindruck. Eindruck schinden, werden wir daheim mit Pferdefotos aus Namibia freilich nicht. In einem Anfall von Unternehmungslust schlage ich eine kleine Abendwanderung in den Sonnenuntergang vor, die in einem Infoblatt der Lodge beschrieben ist. Der Rundweg führt vom angeschlossenen Campingplatz ca. eine Stunde durch die umliegenden Aus-Berge. Allerdings tippeln wir bereits über 20 Minuten bis zum malerisch gelegenen Campground, wo wir die abenteuerlichen Dachzeltkonstruktionen bewundern. Da unser Zeitplan somit ins Wanken geraten ist, vergessen wir die Rundtour und schreiten nur ein paar Minuten in die schöne Berglandschaft hinein und wieder zurück., zumal auch der Sonnenuntergang im Felskessel nicht so wirklich spektakulär zu werden scheint. Trotzdem ein schöner Abendspaziergang, dem ein wiederum außerordentlich leckeres Dinner mit Shrimps, Oryx-Fleisch und Mousse au Chocolat folgt.

14.09. - Tag 6...Aus - Sossuvlei

Wie überall in unseren namibianischen Lodges werden wir mit einem üppigen Frühstück bewirtet- Kurzer Einkaufs- und Tankstopp im etwas abseits der B4 gelegenen Aus, dann biegen wir ab in die Piste, die uns Richtung Namib-Wüste führt. Irgendwie hat dieses Abbiegen einen eigenartigen Einfluß auf das Gemüt, denn mit dem Wissen, jetzt eine Zeitlang nur noch auf Schotter abseits von Asphaltstraßen herumzufahren, erfasst einem eine Mischung von Abenteuerlust und Unbehagen. Wechselhaft präsentieren sich auch die Pisten. Fürchterlichen Holperabschnitten, auf denen man sich mit bescheidener Geschwindigkeit begnügen muss, folgen unvermittelt wunderbar harte ebene Sequenzen, die eine Geschwindigkeit von annähernd 100 km/h erlauben. Im großen und Ganzen gehöre ich aber zu den gemäßigt agierenden Fahrern und werde desöfteren von schonungslos über Stock und Stein bretternden Gefährten überholt. Und das sind nicht nur einheimische Pistenkenner, sondern auch Touris in teilweise normalen PKW, bei denen es offenbar völlig schnurz ist, dass Sie sich in einem gemieteten Fahrzeug fortbewegen, dem man eine gewisse Sorgfalt zuteil werden lassen sollte. Vielen Autos begegnen wir allerdings nicht, zum Glück, denn jede Staubwolke lässt wieder eine Schicht feinsten Sandes in unseren Innenraum dringen. Dennoch gefällt uns die Fahrt, denn die Landschaft entlang der Tirasberge ist durchaus sehr ansprechend.
Kurz vor Helmeringhausen biegen wir von der C14 links ab auf die C27 Richtung Sesriem. Nach knapp 100 km zweigt eine weitere Piste zum Schloss Duwisib an, aber wir entscheiden uns, auf diesen Abstecher zu verzichten. Der nächste Zwischenstopp, gleichzeitig Mittagsrast, ist nun wirklich in the middle of nowhere in Wereldend ( ob das übersetzt Weltende heisst ?), das praktisch nur aus einer Tankstelle mit Reifenservice besteht. Vielen Reisende mit einer Panne mag diese öde Station schon als Paradies erschienen sein. Wir nutzen die kleine Sitzgruppe unter einem Baum, um unser typisches Mittagsmenu Kekse und Obst zu verzehren. Gestärkt gehen wir in die zweite Halbetappe nach Sesriem. Auf der Durchfahrt durch den Namib Rand Naturpark entdecken wir eine riesige Pferdeherde, die sich beim Näherkommen als Zebras entpuppen. Das gibt einem doch sofort wieder ein Gefühl von Afrika. In Sesriem angekommen sind wir nicht unglücklich, dass wir uns– verstaubt wie wir sind – den Luxus der Sossuvlei Lodge gönnen dürfen. Knufflig sind die Unterkünfte, die aus einem gemauerten Teil mit Eingang und Bad sowie einem gut ausgestatteten Schlafzelt + Freisitz bestehen und direkt am Rande der Savanne liegen. Begrüßungsdrink, freie Coffee-Lounge und ein hübscher erfrischender Pool lassen uns den Restnachmittag genießen. Der Empfehlung der Rezeption folgend fahre ich noch schnell die 200 m zum Eingang des Sossuvlei Parks und besorge mir das Permit, um am nächsten Morgen nicht lange anstehen zu müssen. Dabei sorge ich für unfreiwilliges Spektakel, denn beim Aussteigen geht plötzlich die Alarmanlage meines Kia los. Mehrere Minuten lang unterhalte ich die Umstehenden mit meinen verzweifelten Versuchen, das Ding abzustellen. Irgendwie gelingt es mir zum Glück dann doch. Nach dem abendlichen Duschen relaxen wir vor dem Dinner noch ein wenig auf unserer Terrasse. Da wir die eiine ganz außen liegende Unterkunft haben, lümmeln wir uns sehr legèr in Unterwäsche herum und schauen schön dumm, als plötzlich scharenweise andere Gäste mit Kamera bewaffnet an uns vorbei schlendern. Eine freundliche Dame weist uns auf den bevorstehenden Sonnenuntergang hin, der von hier offenbar besonders schön zu sehen ist. Das können wir nur bestätigen, denn als wir uns angezogen, Fernglas und Fotoapparat geholt und uns nur 20 m weiter in die Pampa bewegt haben, erleben wir einen der wunderbarsten Sunsets nicht nur dieser Reise. Dinner findet in der Sossuvlei Lodge auf der Terrasse mit Blick auf ein Wasserloch statt und ist ein echtes Highlight. Man kann sich verschiedenste Fleischsorten, darunter alle gängigen einheimischen, direkt am Buffet brutzeln lassen. Heute versuchen wir mal Zebra und witzeln ( a la Hummeldumm-Peppi Gruber ), dass heute offenbar nur Fleisch von den dunklen Streifen angeboten wird. Obwohl Zebra von allen lokalen Fleischarten am wenigsten zart schmeckt, überesse ich mich und muss für den Rest des Abends und am folgenden Tag mit Verdauungsproblemen kämpfen. Zurück im Zimmer und schon im Bett liegend machen wir Bekanntschaft mit der in verschiedenen Lodges üblichen Praxis, dass abends nochmals Housekeeper ungefragt eindringen und das Zimmer in Ordnung bringen wollen. Begleitet von den Nachtgeräuschen der Savanne schlafen wir bald ein, um für das frühe Aufstehen am nächsten Tag gerüstet zu sein.
zuletzt bearbeitet 16. Nov. 2010
128 Beiträge · seit 201011. Okt. 2010 · #6
Findus2009 schrieb:
Bayrische Volksmusik bei Air Namibia haben wir "genossen" ....
Wir auch! 🤢
Wir haben bei einem Attendant auch gemault, er hat uns als "Wiedergutmachung" einen dreifachen Sundowner gebracht.
War aber auch zu gruselig...

Herzliche Grüße
Martin
128 Beiträge · seit 201011. Okt. 2010 · #7
Findus2009 schrieb:
Bayrische Volksmusik bei Air Namibia haben wir "genossen" ....
Wir auch! 🤢
Wir haben bei einem Attendant auch gemault, er hat uns als "Wiedergutmachung" einen dreifachen Sundowner gebracht.
War aber auch zu gruselig...

Herzliche Grüße
Martin
235 Beiträge · seit 200911. Okt. 2010 · #8
Hallo Martin,
wann werden wir es euch deutschen einmal recht machen?
Meckern,meckern,meckern.
128 Beiträge · seit 201012. Okt. 2010 · #9
jeweller schrieb:
Hallo Martin,
wann werden wir es euch deutschen einmal recht machen?
Meckern,meckern,meckern.
Naja, wer in Windhoek in einer Maschine der Air Namibia die Passagiere mit dieser Art deutscher Folklore beschallt, hat es nicht besser verdient! Ich meckere sehr selten, aber da war die Schmerzgrenze erreicht. 😠

Herzliche Grüße
Martin
Themenstarter24 Beiträge · seit 201012. Okt. 2010 · #10
15.09. - Tag 7...Sossuvlei

Ganz so zeitig wie gedacht, müssen wir nicht aus den Federn, denn das Tor zum Park öffnet erst um 7 Uhr. Die Schlange ist überschaubar, aber der Torwächter versieht seine Kontrollprozedur mit frühmorgendlicher Gemütlichkeit. Ausgerechnet inmitten dieser Wüste erwartet uns wieder ein Asphaltband, was die knapp 60 km lange Fahrt zu den Hauptattraktionen natürlich beschleunigt. Wie grundsätzlich in fremden Ländern halte ich mich an das Tempolimit und bilde damit ein natürliches Hindernis für zahlreiche Tourbusse, Hilux-Mietautos und sonstige Ungeduldige. Den Sonnenaufgang konnten wir aufgrund der späten Toröffnung leider nicht miterleben. Da an diversen Fotostopps schon reichlich Touris stehen, verzichten wir auf frühmorgendliche Aufnahmen – ein Fehler, denn so deutlich wie um diese Tageszeit werden sich die Konturen der links und rechts emporragenden roten Dünen später nicht mehr ablichten lassen. An der bekannten Düne 45 halten wir uns auch nur kurz auf. Sämtliche geführten Touren scheinen hier ihren Gesellschaften das Frühstück zu servieren. Es wimmelt von Leuten und im Gänsemarsch tippeln Dutzende von Dünenbesteigern den Kamm hinauf zur Spitze. So brausen wir weiter bis zum 2 x 4 Parkplatz, wo die Fahrer der Shuttles bereits begierig darauf lauern, uns für einen Obulus von 10 $ weiter ins Dünenkerngebiet zu befördern. Wir müssen nicht mal warten, bis eine Gruppe zusammen ist, sondern werden exclusiv durvh die tiefsandige Passage von ca 5 km chauffiert. Gemäß den Instruktionen des Fahrers stapfen wir dann über einen kleinen Sandhügel zum Dead Vlei. Im Gegensatz zum Sossuvlei, das in der Regenzeit mit reichlich Wasser überflutet wird, bleibt die Salz-Ton-Pfanne des Dead Vlei davon abgeschnitten. Die ausgetrocknete weiße Fläche mit den surreal aussehenden abgestorbenen Bäumen bildet einen reizvollen Kontrast zu den drumherum liegenden roten Riesendünen und dem kobaltblauen Himmel.
Dead Vlei

Nicht nur die Lichtverhältnisse sprechen für einen Besuch am frühen Morgen, auch die Temperatur ist nur jetzt noch angenehm und steigt am Mittag ins Unerträgliche. Darum machen wir uns bereits am späten Vormittag schon wieder auf den Rückweg. Die schattenlosen Dünen wirken jetzt fast wie eine einzelne kontrastlose Fläche. Kurz vor dem Ausgang stehen Hütchen inmitten der Fahrbahn und da es mir nach Absperrung der linken Fahrbahnseite aussieht, fahre ich langsam rechts daran vorbei. Das findet die am Straßenrand wartende Polizeipatrouille, die hier eine Kontrolle durchführt nicht so lustig und winkt mich sofort herüber. „Why do you drive on the wrong side ?“ werde ich angepfiffen und mach emit meinem Erklärungsversuch keinen großen Eindruck. Nachdem man uns zum Ziel unserer Fahrt befragt und meinen nationalen Führerschein zum Glück nicht beanstandet hat, dürfen wir weiterfahren. Zurück in der Lodge mampfen wir das eigentlich für die Dünentour vom Hotel erworbene Lunchpaket im Zimmer und faulenzen den Rest des Tages am Pool. Beim abendlichen Dinner erleben wir wieder eine Überraschung, indem wir erneut auf unser Autotausch-Pärchen treffen, das zwar nicht in der Sossuvlei Lodge wohnt, aber hier das Abendessen einnimmt. Da wir schon am Gehen sind, vereinbaren wir ein Treffen zwei Tage später um 15 Uhr im Cafe Anton in Swakopmund. Ob das wohl klappen wird ?
Sossuvlei Lodge

16.09. - Tag 8 ... Sossuvlei - Swakopmund

Schweren Herzens verlassen wir die luxuriöse Behaglichkeit der Sossuvlei Lodge und stürzen uns wieder in eine Mammutetappe nach Swakopmund. „Don`t forget to leave your key“ steht auf der Torumrandung bei der Ausfahrt. Hält man uns eigentlich für senil? Nachdem wir nur wenige km weiter schon wieder eine Polizeikontrolle passieren müssen, bitte ich später Miriam, in meinem Rucksack eine CD zu suchen. Völlig entgeistert blickt sie mich an, als sie eine weiße Fernbedienung zutage fördert, die zur Klimaanlage des Zimmers der Sossuvlei Lodge gehört und von mir versehentlich mit dem Reiseführer zusammen eingepackt worden sein muss. Also doch senil. Zum Zurückfahren ist es zu weit, also müssen wir uns halt in Swakopmund um die Rückgabe kümmern.
Die Weiterfahrt über Solitaire auf der C14 verläuft recht ereignislos. Erst am Kuiseb-Pass wird die Landschaft wieder ein wenig abwechslungsreich. Den Abstecher zum Canyon, in den zwei deutsche Geologen während der Kriegsjahre geflüchtet sind, schenken wir uns aber, da wir beide uns nicht so richtig fit fühlen. Interessant ist noch die Abbruchkante, wo die Route in die weite Ebene zur Küste hinab sinkt. Gelegenheit, sich an einem Aussichtspunkt ein wenig die Beine zu vertreten. Danach wird es elend langweilig und zäh, denn die Piste zieht sich schnurgerade durch eine öde, eintönige und trockene Wüstenei bis kurz vor Walvis Bay. Dort verlässt uns erstmals in Namibia der Sonnenschein und macht einem trüben und diesigen Hochnebel Platz. Auch die Temperatur stürzt um nahezu 20 Grad auf gerade mal noch 15° C ab..fröstel. Endlich wieder auf Asphalt legen wir noch die knapp 30 km von Walvis Bay nach Swakopmund entlang einer für uns wenig reizvollen Küste zurück. In Swakopmund suchen wir unsere Unterkunft, Sam’s Giardino, auf, die in einem ein wenig abseits vom Zentrum gelegenen Viertel liegt. Die am Nebenhaus „beschäftigten“ Bauarbeiter schrecken aus ihrer Lethargie hoch, als sich wieder einmal meine Alarmanlage mit ohrenbetäubendem tröten selbständig macht. Immerhin finde ich diesmal schnell den Kniff heraus, wie man sie abstellt. Sam’s Giardino ist eine knufflige Pension mit einem schönen Garten, die von einem ausgewanderten Schweizer geleitet wird. Attraktion ist der zottelige Haushund Beethoven, der jedem Besucher sofort ungestüm sein Quantum Streicheleinheiten abfordert. Bei einem Gratis Nachmittagskaffee haben wir erstmals auch kostenlosen Zugang zum Internet, wo wir unser Wohlergehen nach Hause übermitteln und der Sossuvlei Lodge die dreiste Entführung der Fernbedienung beichten können. Wir unternehmen einen ersten Spaziergang in die City von Swakopmund, die zu Fuß in einer Viertelstunde zu erreichen ist. Schon jetzt fallen uns die zahllosen sprachlichen Überbleibsel aus der deutschen Kolonialzeit auf, die sich in Schildern oder Beschriftungen jeglicher Art manifestieren. Zurück im Hotel werden wir vom Hotelier Samuel Egger mit einem exquisiten Abendessen bewirtet. Etwas enttäuscht scheint der Weinliebhaber, dass wir absolute Weinbanausen sind und den edlen Tropfen aus seinem stilvollen Weinkeller nicht zusprechen wollen. Neben den Gaumenfreuden versorgt er seine Gäste während des Essens auch noch mit allerlei interessanten Informationen über Land und Leute. Während Miriam bald ins Zimmer verschwindet, stöbere ich noch in der umfangreichen Reisebibliothek, so gut mich der unermüdlich herumbalgende Beethoven lässt.
zuletzt bearbeitet 16. Nov. 2010
Themenstarter24 Beiträge · seit 201018. Okt. 2010 · #11
Puuh, endlich mal wieder Zeit für ein weiteres Stückchen Bericht.
Gruß
Jürgen

17.09. - Tag 9 ... Swakopmund

Frühstück mit Konversation. Hotelier Sam lässt es sich nicht nehmen, seinen Gästen auch am frühstückstisch seine Aufwartung zu machen. Sein Buffet ist allerdings sehr lecker. Bevor wir zu unserer Sightseeing-Tour aufbrechen, will meine Frau noch das Innere unseres Wagens ein wenig auswaschen und bittet an der Rezeption um Eimer und Lappen. Nix da – bei ehemaligen Imperialisten ist sowas unüblich und die Aufgabe wird vom Hotelier an den Houseboy delegiert. So können wir uns in die erkundung von Swakopmund stürzen. Wie schon gesagt hat die offizielle Umbenennung vieler Örtlichkeiten in zeitgenössiche afrikanische Namen nichts daran geändert, dass die 34000 Einwohner Gemeinde, die deutscheste Stadt Namibias geblieben ist. Viele Gebäude und Fassaden strahlen noch nostalgischen Flair aus und wirken heute, da das Wetter zum Glück sonnig ist, äußerst malerisch und liebenswert. Vor dem Sightseeing und Shopping haben wir allerdings noch einen besonderen Programmpunkt. Bei unserer Hochzeitsfeier hatten Freunde von uns eine Tombola veranstaltet und uns den Erlös für unsere Reise übergeben. Statt diesen der Reisekasse beizufügen, haben wir beschlossen den Betrag von knapp 200 € vor Ort in Namibia einem sozialen Hilfsprojekt zukommen zu lassen. Bei der Recherche (unter anderem hier im Forum) sind wir dabei unweigerlich auf den Namen von Anja Rohwer gestoßen. Ihre Mutter Jutta hat jahrelang Hilfsprojekte in Namibia organisiert und durchgeführt und nach ihrem Tod hat Tochter Anja nun diesen Part übernommen. Sie führt unter anderem in Swakopmund den Laden Kubatsirana unter dem Motto „Helping Hands“ in dem selbstgefertigte Erzeugnisse namibianischer Frauen aus Selbsthilfeprojekten verkauft werden. Anja ist tatsächlich selbst im Laden und empfängt uns sehr freundlich. In aller Ausführlichkeit erzählt sie von den vielen Anstrengungen, die sie und ihre Helfer für Schulen, Kinderheime, Behinderteneinrichtungen, Frauenhilfsprojekte, Aidsbekämpfung und vieles mehr leisten. Das ringt uns gewaltige Hochachtung ab und wir freuen uns einen, wenn auch nur kleinen, Hilfsbeitrag hierzu leisten zu können. Gerne hätte Anja uns in ein Township zu einer ihrer Kindergärten mitgenommen, was uns natürlich sehr interessiert hätte. Aber weil heute Freitag ist, geht das nicht, denn an diesen Tagen beginnt in den sozialen Brennpunkten des Landes das übliche Wochenendbesäufnis und Anja verzichtet auf derlei Besuche. Trotzdem eine äußerst aufschlussreiche und informative Stunde, die wir uns mit Anja unterhalten können. Darüberhinaus erstehen wir noch ein wunderbares Holzpuzzle für Miris Nichte im Bewusstsein, das der etwas höhere Preis einem guten Zweck zugute kommt. Nun aber auf zum Rundgang durch Swakopmund. Am Strand sammeln wir ein paar Muscheln, bewundern die pittoresken Fassaden ehemaliger Kolonialgebäude wie dem früheren Bahnhof oder dem alten Amtsgericht und vergessen natürlich auch nicht, den zahlreichen Souvenir- und Kunstläden einen Besuch abzustatten.
Altes Amtsgericht

Dazwischen müssen wir noch einen Umschlagl besorgen, die ominöse Fernbedienung einpacken und auf der Post an die Sossuvlei Lodge zurückschicken. Nach einem Mittagssnack machen wir uns auf den Weg zum afrikanischen Markt in der Nähe des Leuchturms, wo Dutzende Straßenhändler ihre Holzschnitzereien und ähnlichen Tand feilbieten. Hier bekommen wir den Besucherschwund, den Namibias Tourismus in diesem Jahr zu verkraften hat, drastisch zu spüren. Wo sich sonst zahlreiche Touristen tummeln, sind wir nahezu die einzigen weißen Schaulustigen, so dass ganze Horden von aufdringlichen Verkäufern über uns herfallen und uns nicht mehr aus den Klauen lassen. Nur ein wenig schauen ist völlig unmöglich und schon nach wenigen Minuten wird uns das Ganze derart lästig, dass wir das Weite suchen. Immerhin handeln wir einem der Burschen eine dieser komischen kastanienähnlichen Früchte mit Namibia-Motiv ab, um dadurch allen künftigen Händlern, die einem die Dinger an jeder Ecke andrehen wollen, den Wind aus den segeln zu nehmen. Nun ist es Zeit für unser Date. Tatsächlich treffen kurz nach uns auch unsere Autotauschpartner im Cafe Anton ein. Uta und Matthias sind ein sympathisches Paar aus Oldenburg, mit denen wir bei leckerem Kuchen einen unterhaltsamen Nachmittag verbringen. Dabei erfahre ich nebenbei auch, dass der Toyota Hillux tatsächlich schon relativ bald, wie von mir vermutet, einen Reifenschaden hatte. Anschließend shoppen wir noch gemeinsam ein wenig. Unter anderem bringe ich die beiden mit dem ihnen tatsächlich noch nicht bekannten Buch „Hummeldumm“ in Berührung, das sie natürlich sofort kaufen. Nach dem Abschied gehen wir zurück ins Hotel, wo wir heute mal auf ein üppiges Dinner verzichten und eine Kleinigkeit auf dem Zimmer essen. Während Miri sich mit einem Buch zurückzieht, trinke ich noch ein Dämmerschöppchen mit einem netten Schweizer Paar. Vor dem Schlafengehen schaue ich noch die heutigen Fotos auf der Digitalkamera durch und stelle mit Grausen fest, dass aufgrund einer falschen Einstellung alle überbelichtet sind.

18.09. - Tag 10 ... Sossuvlei-Uis

Als wir am Morgen das Gepäck zum Auto bringen, stellen wir fest, dass der Hotelboy einen ausgezeichneten Job gemacht hat. Das Innere unseres Kia sieht wieder aus wie geschleckt. Leider ist er nicht zugegen, um unserer Lob einzuheimsen. Die Summe, die wir ihm zahlen sollen, ist wahrlich unanständig gering und natürlich legen wir das Doppelte obendrauf.
Bevor wir das idyllische Swakopmund verlassen, mache ich nochmal einen Schnelldurchlauf und knipse alle Motive vom Vortag ein zweites Mal. Auf gut befahrbarer Piste geht es nun weiter der Küste entlang nach Norden. In Henties Bay füllen wir Sprit nach und ich amüsiere mich über den Golfplatz, der außer den Abschlägen und den Grüns nur aus Sand besteht. Das muss ich für meine Golfkollegen natürlich fotografisch verewigen. Eine halbe Stunde später haben wir Cape Cross erreicht, wo wir natürlich die riesige Robbenkolonie besuchen. Entgegen vieler skeptischer Meinungen finden wir den Ort absolut sehenswert. Wenn man sich an den Gestank und den Lärm der über 100.000 Tiere gewöhnt hat, wird das Schauspiel nie langweilig. Hier streiten sich zwei Rabauken, dort döst eine Gruppe in seligem Schlummer, manche posieren richtiggehend für die Kamera, andere trollen sich genervt und trampeln dabei rücksichtslos über ihre Nachbarn hinweg. Besonders sehenswert sind die kühnen Sprünge und die unerwartet grazilen Bewegungen, die die an Land so unförmigen Tollpatsche in der Brandung und im Wasser vollführen.
Robbenkolonie Cape Cross

Zurück in Henties Bay biegen wir auf die C35 in Richtung Landesinneres ab. An der Landschaft ändert sich nichts, nur dass die Wüste jetzt auf beiden Seiten der Strasse liegt. Es ist eine ätzend langweilige Strecke, nur der stetige Anstieg der Temperaturanzeigeunterbricht die Monotonie. Erst nach fast 100 km wird es mit Auftauchen von Hügel und Bergen wieder interessanter. Die Vegetation nimmt zu und am Horizont tauchen im Dunst die Umrisse des Brandberg Massivs, mit dem 2573 m hohen Königsstein, dem höchsten Berg Namibias auf. Bald darauf erreichen wir Uis, ein ziemlich gottverlassenes Nest inmitten von ehemaligen Minenhügeln.Fast alle Touris, die in dieser Gegend haltmachen, tun dies wegen der Felszeichnungen im Brandvergmassiv, insbesondere der berühmten „White Lady“. Deshalb steigen sie auch zumeist in der weit außerhalb des Ortes liegenden Brandberg White Lady Lodge ab, einer der renommiertesten Unterkünfte des Landes. Wir nicht, weil nämlich die Lodge bereits ausgebucht war, als wir die Reise planten. Ein Tip aus dem Forum führte uns zum Brandberg Rest Camp, das sich mitten in Uis befindet. Die Gegend ist alles andere als vertrauenserweckend. Eine heruntergekommene Tankstelle, 1-2 Restaurants und eben unser Rest Camp, in dem wir von einer zahnlosen älteren Dame begrüßt werden. Unsere Zimmer liegen in einem etwas abseits des großen Hofes liegenden Seitentrakt. Wirkt alles etwas schmuddelig und verlottert, aber die Zimmer sind absolut in Ordnung und vor allem sauber. Immerhin besitzt das Camp einen riesigen Pool, an dem wir uns zum Sonnenbad niederlassen. Hier scheint gerade ein Kindergeburstag gefeiert zu werden. Zahlreiche Kiddies springen herum, das Restaurant ist mit Kuchenresten, Süßigkeiten und Luftballons übersät und im Pool schwimmt eine Flotte aufblasbarer Tiere herum. Offensichtlich ist das Camp bei namibianischen Ausflüglern recht beliebt. Das bekommen wir auch am Abend anschaulich zu spüren. Hungrig begeben wir uns ins Haupthaus, um im eigenen Restaurant zu essen, da draußen eine Handvoll lästiger Edelsteinverkäufer und Bettler herumlungert, die wir nicht unbedingt wieder um uns herumhaben wollen. Zunächst einmal erfolgt die Begrüßung durch Inhaber Basil. Der ist eine Kultfigur für sich. Ein Bär von einem Mann, mit wallenden Haaren und Rauschebart, gekleidet in eine khakifarbene Tropenuniform mit Stirnband. Bei der Buchung hatte er mich per Mail gebeten, ihm ein Bier aus meiner Heimat mitzubringen. Obwohl er die Marke erstaunlicherweise schon in seiner Sammlung hat, freut er sich riesig und drückt Miriam und mich erstmal an seine riesige Brust. Vom Essen im Restaurant rät er uns allerdings ab, da er etwas seltsame Gäste habe und damit zu rechnen sei, dass in Kürze reichlich Betrunkene hier herumwanken würden. Wir sind irritiert, gehen aber auf seine Empfehlung hin in ein nahegelegenes Restaurant. Dort ist außer einer kleinen deutschen Rentnergruppe nichts los. Aus der Speisekarte gibt es nur noch Schnitzel, Cordon-Bleu und Rumpsteak, alles in gutem Deutsch aufgeführt. Das Essen ist aber ausgesprochen schmackhaft und preislich sehr günstig. Zurück im Camp gehen wir noch in die Bar, weil ich von Basil noch das Gegengeschenk in Form eines einheimischen Biers zugute habe. Dort tobt mittlerweile der Bär in unfassbarer Weise. Eine Horde von gut 2 Dutzend namibianischer Lesben feiert eine wilde Party und ein Trupp südafrikanischer Tierfänger, die zuvor mit dem Heli einschwebten ist auch schon am Bechern. Dazwischen thront allgegenwärtig Basil, der seinen Gästen in puncto Trinkfreudigkeit in nichts nachsteht. Zwei Bier später bin ich mittendrin, darf mir kultige Rocksongs wünschen, die Basil aus mit Enthusiasmus aus einer Internet-Jukebox downloadet, muss von seinem selbstgebrannten Zitronenschnaps probieren, finde neue Bekannte unter den Großwildjägern, und sehe dem bunten Treiben der Lesben-Trinkorgie zu. Ich wäre sicher gnadenlos versumpft, wenn meine Frau mich nicht inbrünstig gebeten hätte, mit Ihr aufs Zimmer zurückzukehren. Am nächsten Morgen werde ich gewiß froh sein darüber.

19.09. - Tag 11 ...Uis - Khorixas

Auch das Frühstück im Brandberg Rest Camp ist ein Erlebnis für sich. Nachdem wir die Überreste der Kinderparty zur Seite geräumt und uns vom Saft- und Müslibuffet bedient haben, müssen wir ungefähr eine halbe Stunde warten, bis die einsame Bedienung uns endlich die bestellten Eier, das Brot, die Butter und die Marmelade serviert. Einige der andern namibianischen Gäste, die noch länger warten müssen, sind recht ungehalten. Wir nutzen die Wartepause, um ein wenig mit ihnen zu plaudern. In der Zwischenzeit tauchen die ersten übernächtigten Mitglieder des Lesbenclubs auf, teilweise bereits wieder mit Bierflaschen bewaffnet. So was hätten wir vielleicht in der Szene Berlins erwartet, aber nicht hier in einer der verlassensten Gegenden im südlichen Afrika. Freundlich verabschiedet uns Basil, der uns das Prädikat verleiht, „normale“ Leute zu sein, im Gegensatz zu den Pauschalreisegruppen, die er verabscheut und nicht beherbergt. Wenn diese Gäste normale Leute waren, wie mögen dann erst die abnormalen beschaffen sein.

Heute geht es auf eine kurze Etappe, die uns nur knapp 120 km weiter ins Damaraland nach Khorixas führt. Die Landschaft wird bewachsener und wir hoffen, nicht nur wegen der Elefantenwarnschilder mal wieder auf ein wenig Wildlife. Aber Fehlanzeige – dafür gibt es zunehmend menschliche Ansiedlungen, meist in Form primitiver Hütten. Am Pistenrand stehen einheimische Frauen, oft in folkloristischen Gewändern und Schmuck gekleidet, um ihre Schnitzereien feilzubieten oder für Fotos zu posieren. Am frühen Nachmittag erreichen wir Khorixas, ein schmuckloses Städtchen, das bereits wieder per Asphaltstrasse an das nordöstliche Namibia angeschlossen ist. Wir checken in der iGowati-Lodge ein, deren Gebäude sich im afrikanischen Stil präsentieren, verstauen aber nur kurz das Gepäck im Zimmer. Dann düsen wir auch schon wieder los, denn der Nachmittag hält noch ein strenges Programm für uns bereit. Es geht zurück in den Pistenstaub auf die C35 in westlicher Richtung. Nach ca. 45 km erreichen wir den Petriefied Forest, den Versteinerten Wald. Ein Parkplatz, ein Kiosk und das Kassenhäuschen liegen direkt an der Hauptroute. Natürlich wird man mit einem Permit zur Kasse gebeten und erhält daraufhin einen eigenen Führer zugeteilt. Unserer ist entgegen der Aussage im Reiseführer sehr aufmerksam und eifrig. Zunächst erklärt er uns ein wenig zur Welwitschia-Pflanze, der ältesten Bodenpflanze, die bis zu 2000 Jahre alt werden kann, und zeigt uns ein paar der schönsten Exemplare, die hier in großer Zahl herumliegen ( von Wachsen kann man nicht reden, da sie wirklich fast wie welker Salat ausschauen). Auf einem 800 m langen Rundweg werden wir dann zu einigen besonderen versteinerten Baumstämmen des Geländes geführt. Die steinerne Konsistenz der vermeintlichen Holzstücke ist zugegebenermaßen faszinierend und der Führer erklärt die wissenschaftlichen Aspekte auch sehr verständlich. Da ich aber in Arizona bereits eine größeren Park dieser fossilen Relikte bestaunen durfte, bin ich jetzt nicht so furchtbar beeindruckt.
Petrified Forest

Trotzdem erhält der Guide ein ordentliches Trinkgeld, wohingegen wir seine Bitte, einen Kollegen im Auto nach Twyfelfontain mitzunehmen, leider abschlägig bescheiden. 20 km weiter biegt dann die Pad D3254 ab, der wir durch eine hübsche Landschaft mit rötlichen Felsen und gelben Grasflächen folgen. Die letzten Kilometer vor den Felsformationen der Organ Pipes sind allerdings eine Qual, denn die Piste wird hundmiserabel. Die Felspfeiler der „Orgelpfeifen“ selber, die in einer kleinen Schlucht liegen, hätte ich mir eigentlich ein wenig größer und imposanter vorgestellt. Sie erheben sich nur bis zu maximal 4-5 m, sind aber von ihrer glatten, kaminartigen Form durchaus bestaunenswert.
Organ Pipes

Als eher unattraktiv empfinden wir den „Verbrannten Berg“, der einfach ein flacher, schmuddelgrauer Hügel in einer deutlich ansehnlicheren Hintergrundlandschaft ist. Aufgrund des fortgeschrittenen nachmittags und weil wir ein wenig ausgelaugt sind, verzichten wir nach kurzer Überlegung auf die bekannten Felszeichnungen von Twyfelfontein und machen uns auf den Rückweg. Ziemlich geschafft kommen wir kurz vor Sonnenuntergang wieder in Khorixas an und freuen uns auf die belebende Dusche. Das Abendessen nehmen wir mal wieder in Buffet-Form im Restaurant der Lodge ein. Wieder einmal stoßen wir auf bekannte Gesichter. Ein Pärchen aus der Nähe von Dresden, das wir bereits in der Sossuvlei Lodge kennengelernt hatten, sitzt auch da und wir gesellen uns dazu. Nach einem netten gemeinsamen Dinner verabschieden wir uns bis zum Frühstück und fallen bald in einen gerechten Schlaf.
zuletzt bearbeitet 16. Nov. 2010
Themenstarter24 Beiträge · seit 201027. Okt. 2010 · #12
20.09. - Tag 12 ... Khorixas - Okaukuejo

Aus dem gemeinsamen Frühstück mit den Dresdnern wird leider nicht, da wir Faulpelze nicht aus den Federn kommen und erst kurz vor dem Abräumen des Buffets daherkommen. Die andern sind schon unterwegs und so bleibt uns nur eine kurze Nachricht an der Rezeption als Abschiedsgruß. An dieser Stelle müssen wir eine Lanze brechen für die iGowati-Lodge, die in vielen Internet-Bewertungsplattformen ziemlich schlecht wegkommt. Wir können absolut nichts Negatives finden. Hübsch angelegt, sauber, zuvorkommendes Personal – und das alles zu einem günstigen Preis. Wenn man eine Durchgangsstation sucht und keinen Wert auf eine spektakuläre Lage legt, meines Erachtens nach durchaus zu Empfehlen. Khorixas selbst ist nun nicht gerade der Nabel der Welt. Wir können direkt gegenüber der Ausfahrt tanken und einkaufen. Am Bankomat stehen die Einheimischen Schlange, so dass wir das Geldziehen verschieben müssen. Nur ungefähr 40 km können wir den entspannenden Asphaltbelag genießen, dann müssen wir schon wieder in die Pampa abbiegen. Zum Glück sind es nur ca 20 Minuten Geholper auf der D2743 bis zur bekannten Felsformation des Vingerklip. Die Landschaft ist faszinierend. Nach einer senkrecht abfallenden Felskante auf der schwindelerregend die Häuschen der Ugab Terrace Lodge thronen, erstreckt sich eine weite savannenartige Ebene, die nur unterbrochen wird von einigen Tafelbergen, wie sie aus dem Monument Valley und der Marlboro-Werbung bekannt sind. Und als Krönung erhebt sich die skurrile Steinsäule des Vingerklip scheinbar aus dem Nichts.
Vingerklip

Je näher man hinkommt, umso gewaltiger entpuppen sich die Dimensionen der Felsnadel. Wer nicht in der gleichnamigen Lodge logiert, muss auch hier wieder Eintritt löhnen, um bis ganz zu dieser Attraktion zu gelangen. Nach dem Eingangstor wird die Pad allerdings abenteuerlich und die Schlaglöcher erreichen Monsterdimensionen. Nur mit Mühe steuere ich unseren Kia trotz hohen Radabstands unbeschadet bis zum Parkplatz. Zum Glück kann man nur Schritttempo tuckern, denn ein Quartett Kudu-Antilopen prescht im Galopp vor uns über die Straße.
Bevor wir die paar hundert Meter zum Fuß der 35 m in den Himmel ragenden Vingerklip hochsteigen, müssen wir beide noch hinter einem Felsen plötzlich einsetzenden Verdauungsproblemen Tribut zollen. Dann klettern wir hinauf und genießen die geniale Aussicht auf das Ugab-Tal. Ein absolut lohnender Abstecher.
Im quirligen pulsierenden Städtchen Outjo, das wir nach knapp 50 km auf der Asphaltstraße erreichen füllen wir die Bargeldvorräte nochmal auf. Richtungswechsel nach Norden und dann geht es auf der C38 Richtung Etosha. Die Aufregung nimmt zu.
Unterwegs sind wir froh, dass Namibia reichlich mit Rest Areas gesegnet ist, denn Miri kämpft immer noch ein wenig mit Durchfallattacken. Am Anderson Gate, dem südlichen Eingang zum Etosha Park, werden wir zunächst registriert. Auf meine Frage, wie wir uns denn im Fall einer Panne zu verhalten haben, meint die Kontrolleurin nur grinsend, dass das kein Problem sei, denn es würden praktisch ständig Ranger patrollieren und einem schnell helfen. Beruhigend, denn der angeblich obligatorische Reifenschaden lässt ja Gottseidank immer noch auf sich warten. Die knapp 20 km zum Okaukuejo Camp sind noch geteert und führen durch leicht bewaldetes Gebiet. Zwischen den Wipfeln erkennen wir erfreut bereits die erste Giraffe. Wildlife – wir kommen.
In Okaukuejo herrscht trotz der Hitze am frühen Nachmittag hektische Betriebsamkeit. Während wir an der Rezeption aufs Einchecken warten, treffen wir 2 Paare wieder, die in der Sossuvlei Lodge die Nachbarzelte bewohnt hatten. Eine der Frauen erzählt uns ganz aufgeregt, dass in ihrer vorigen Lodge ein Elefant alle Zäune niedergerissen habe und zeigt uns Fotos, wie sie bei einer Safari einem anderen aggressiven Dickhäuter begegnet seien. Sie ist froh über die hohen Mauern, die hier das Camp einschließen. Wir beziehen unsere Hütte und gehen auf erste Erkundungstour. Das direkt im Camp befindliche Wasserloch ist natürlich eine echte Sensation, selbst wenn es zugegebenermaßen Stadionatmosphäre ausstrahlt. Im Halbrund um den Tümpel gruppieren sich von erhöhter Position oberhalb einer Mauer aus die Beobachter, man kann auf Bänken sitzen und sogar eine kleine überdachte Tribüne ist vorhanden. Momentan ist allerdings außer ein paar Springböcken nix Tierisches zugegen und wir beschließen zur Sonnenuntergangszeit wiederzukommen. Den Rest des Nachmittags nutzen wir für ein wenig Sonnenbaden am Pool, wenngleich der Wind recht frisch weht. Als die Sonne sich dem Horizont entgegen neigt, schlendern wir frisch geduscht wieder zur Wasserloch-Manege, wo sich schon die ersten Schaulustigen postiert haben. Entgegen den allgemeinen Erwartungen, dass gegen Abend die durstigen Tiere in Scharen kämen, tut sich allerdings gar nichts, nur ein mickriger Schakal schleicht herum, bevor er die Mauer erklimmt und sich in Richtung Camp trollt. Na hoffentlich machen das die Raubtiere nicht genauso. Eine gute halbe Stunde vergeht ereignislos, ehe sich in den letzten Strahlen der untergehenden Sonne, langsam und gemessen eine Gruppe von ca 10 Giraffen nähert. Ihre Art, die Beine zum Trinken mühsam zu knicken, ist beeindruckend und komisch zugleich.
Auch ein paar Zebras löschen ihren Durst, aber alles in allem ist das Spektakel überschaubar und wir nehmen unser Abendessen ein, das wiederum aus einem Buffet besteht. Ein ziemlich frostiges allerdings, denn wir sitzen draußen in exponierter Lage dem böigen und kühlen Wind ausgesetzt. Das erste Mal auf dieser Reise sind wir wirklich froh, etwas wärmere Sachen dabei zu haben. Softshellmäßig eingepackt, besuchen wir dann nochmals das Wasserloch und haben das Glück zwei Nashörner bei ihrem Schlummertrunk beobachten zu können. Nach dem sich Miriam ins Zimmer zurückzieht, geben sich noch drei weitere Rhinos die Ehre. Schade, dass die nächtlichen Bilder, die ich mit meinen begrenzten fotografischen Kenntnissen, aus dem gewiss nicht schlechten Apparat von Miriams Onkel herausholen kann, keine wirklich beeindruckende Qualität aufweisen.

21.09. - Tag 13 ... Etosha Nationalpark

Heute ist der designierte Etosha-Wildlife Day. In freudiger Erwartung stehen wir zeitig auf. Das leckere Frühstücksbuffet und einige Besorgungen im Shop halten uns ein wenig auf. Besonders letzterer ist ein ziemliches Ärgernis. Die Mineralwasservorräte werden offensichtlich seit längerem nicht mehr aufgefüllt und man muss sehen, dass man noch irgendwelche Restbestände an Miniflaschen zusammenkratzen kann. Dazu ist die Kasse kaputt, so dass für jeden Kunden mühsam von Hand eine Quittung geschrieben werden muss. Das ist nun wieder Afrika, wie es nerven kann. Bewaffnet mit einer neuen Etosha-Karte, in der auch alle vorkommenden Tiere bildlich dargestellt sind, fahren wir später als erhofft los. Unser Reiseführer hat uns für den Vormittag die nördlich von Okaukuejo gelegenen Wasserlöcher empfohlen. Schon wenige 100 m hinter dem Tor kreuzen die ersten Zebras die Piste. Es folgen Gnus, Oryx-Antilopen, Giraffen, Springböcke – wir sind gleich einmal begeistert, weil man in den flachen gelben Grassavannen die Tiere einfach wunderbar beobachten kann.
Weniger imposant sind die Wasserlöcher Okondeka und Wolfsnes, an denen sich praktisch überhaupt nichts regt. Die Highlights des Vormittags sind also effektiv die Wegstrecken, entlang derer sich die Tiere ungezwungen bewegen und immer wieder schöne Fotos, auch Nahaufnahmen, zulassen. Die zunehmende Hitze des späten Vormittags lässt uns dann die öde Warterei an den verlassenen Wasserlöchern beenden und treibt uns zu einer Pause zurück ins Camp. Gewohnheitsmäßig gehen wir noch schnell zum Camp-Wasserloch und trauen unseren Augen nicht. Hier vor unserer Haustür ist die Hölle los. Ganze Herden von Zebras, Gnus, Oryx-Antilopen, Kudus usw tummeln sich am und sogar im kühlen Nass. Hätten wir ordentlich Benzin und Zeit sparen können. Die tollste Szene mit zwei wild kämpfenden Oryx-Antilopen verpasse ich leider, weil ich schnell im Zimmer bin, um noch ein Fernglas zu holen. Miriam schießt aber eine eindrucksvolle Fotodokumentation des heftigen Streites.
Nach einer kurzen Mittagspause am Pool, machen wir uns auf, um die südlich von Okaukuejo gelegenen Wasserlöcher zu besuchen. Diese Tour beginnt gleich mit einem Hammer. Nicht mal 200 m vom Camp entfernt marschiert ein mächtiger wohl schon etwas betagterer Elefantenbulle majestätischen Schrittes über die Straße. In seinen Augen sind wir bestimmt niederes Gewürm, denn unsere hektischen Fotografierbemühungen lassen ihn vollkommen kalt. Atemberaubend, wenn so ein Koloss nur wenige Meter an einem vorbei schreitet. Erfreut, dass wir damit schon sicher eine Dickhäuterbegegnung auf der Wildlife-Habenseite verbuchen können, steuern wir das nächste Wasserloch Gaseb an. Dort verblasst ruckzuck unser voriges Erlebnis. Eine Herde von ca 20 Elefanten mit vielen Jungtieren tollt ausgelassen im Wasser herum. Besonders die kleinen Elefantenbabys, die von den ausgewachsenen Tieren sorgsam eingekreist werden, fühlen sich pudelwohl bei ihrer Feuchtigkeitskur mit Schlammpackung.
Am folgenden Wasserloch Gemsbokvlakte kommen dann auch wieder andere Tiere zum Zuge, die bei Elefantenanwesenheit keine Chance zum Trinken haben. Hier gibt es sogar einen kleinen Grünstreifen, an dem sich Giraffen gütlich tun. Diese einzigartigen Tiere mit ihrer aristokratischen Gelassenheit haben es uns irgendwie besonders angetan. Auf einem schmalen Sträßchen kurven wir durch einen touristisch eher weniger befahrenen Teil des Parkes. Trotz recht üppiger Vegetation hat es auch nicht sehr viele Tiere. Immerhin taucht unvermittelt ein Straußenpaar direkt am Pistenrand auf und posiert geradezu eitel für unser Fotoshooting.
Am Ombikia-Wasserloch ganz in der Nähe des Parkeingangs hoffen wir endlich die ersten Löwen zu sehen, die hier angeblich recht häufig zu Gange sein sollen. Leider bekommen wir „nur“ eine Reihe von Antilopenarten und unsere ersten Warzenschweine zu Gesicht.
Einige Giraffen auf dem Rückweg zum Camp und nochmalig unser Elefanten-Opa von heute mittag bilden den Abschluss unserer Tiererlebnisse.
Das Dinner nehmen wir diesmal drinnen ein, obwohl es heute ein deutlich milderer Abend ist. Miri krabbelt in die Federn und ich mache einen letzten Gang zum Wasserloch, wo ein einzelner Elefantenbulle gemächlich seinen Schlummertrunk einnimmt.

22.09. - Tag 14 ... Okaukuejo - Onguma

Wieder stehen wir recht früh auf, weil wir nochmals beim „löwenträchtigen“ Ombikia-Wasserloch vorbei wollen. Und wieder verzögert sich der Aufbruch, diesmal weil das Auschecken an der Rezeption sich ewig lange hinzieht. Ob das der Grund war, dass wir auch dieses Mal keines der begehrten Raubtiere vorfinden, wird ein Geheimnis bleiben.
Auf jeden Fall starten wir danach zu einer kompletten Parkdurchquerung, um zu unserer nächsten Lodge zu gelangen. Wie am Vortag zieht uns die Fahrt durch das Wildreservat schnell in seinen Bann. Dass die Tiere uns Touris scheinbar gleichmütig als Teil ihres Daseins akzeptieren, erweckt zumindest nicht das Gefühl, nur ein lästiger Eindringling zu in diesem fragilen Ökosystem zu sein. Und immer wieder gibt es neue Begegnungen mit der exotischen Tierwelt, von denen uns nach wie vor die Elefanten und Giraffen am meisten faszinieren.
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Hier weiter westlich stoßen wir dann an die Ränder der Etosha-Pfanne, der scheinbar endlosen Lehm- und Salzebene, die einst der Boden eines seit langem ausgetrockneten Sees war. Ein bisschen sieht sie aus der Ferne wie ein großer weisser Ozean aus, an den die Vegetationszonen wie Uferbuchten zu grenzen scheinen.
Mittagsrast machen wir nach knapp 70 km im Camp Halali, das um diese Tageszeit völlig ausgestorben daliegt. Hier hat es im Gegensatz zum restlichen Park, sogar einige kleine Erhebungen. Auch Halali hat ein eigenes Wasserloch, das allerdings ein weniger weiter vom Campzentrum entfernt liegt. Eisschleckend marschieren wir in sengender Hitze dorthin, aber obwohl es recht idyllisch am Fuß eines Hügels liegt, finden wir die Szenerie deutlich langweiliger als in Okaukuejo. Weiter geht die Fahrt nach Westen in Richtung des dritten großen Etosha-Camps. Dazwischen liegen noch einige weitere Wasserlöcher, darunter Kalkheuwel, das unser Reiseführer als besonders lohnend anpreist. Schon bei der Abzweigung kommt uns ein Fahrzeug entgegen, dessen Insassen beide Daumen emporrecken. Bei der Ankunft sehen wir sofort warum, eine unbeschreibliche Szenerie bietet sich uns dar. Das Wasserloch ist fest in Elefantenhand, aber nicht 5, 10 oder 20 Tiere umsäumen das Wasser sondern fast 60 (!) Tiere zählt Miriam, so gut es in dem Gewimmel möglich ist. Ein Heidenspektakel sowohl optisch wie akustisch. Man weiss gar nicht wohin man schauen oder knipsen soll und das alles aus nächster Nähe.
Ich bin noch mitten drin, ein kleines Videofilmchen mit meiner Kamera zu versuchen, als Miriam auf Rückzug drängt, weil einer der Dickhäuter bedrohlich nahe auf uns zukommt und sich dominierend vor uns aufbaut. Also räumen wir noch ganz benommen von diesem Erlebnis das Feld. An der Abzweigung machen wir eine Familie, die gerade dran vorbeifahren will, auf die Sensation aufmerksam, was besonders die Kinder natürlich dankbar aufnehmen. Nur wenige Kilometer weiter stoppen wir, weil mehrere Autos am Wegesrand parken, immer ein Zeichen einer lohnenswerten Wildbeobachtung. Man sagt uns, dass eben ein Leopard gesichtet worden sei, aber leider sind wir zu spät, um noch eine Spur von ihm erhaschen zu können. Die Aufreger häufen sich nun im Minutentakt. Zuerst werden wir von 2 Zebras aufgehalten, die hintereinander mitten auf der Straße stehend, die Weiterfahrt blockieren.
Hupen möchte ich nicht, also klatsche ich aus dem Fenster in die Hände. Das eine Zebra setzt sich in Bewegung, trabt vorwärts, stellt sich einfach auf die andere Seite seines Kollegen und erstarrt wieder zur Salzsäule. Ein entgegenkommender Landrover ist nicht so rücksichtsvoll und prescht einfach mitten durch, was die Zebras dann doch zur schleunigen Flucht zwingt. Wieder nur kurz darauf sehen wir linkerhand ein Straußenweibchen direkt am Wegesrand. Ich verlangsame das Tempo – zum Glück –plötzlich höre ich nur Miriams spitzen Schrei und trete instinktiv voll in die Eisen. Gerade noch rechtzeitig, denn von einem riesigen Termitenhaufen verdeckt läuft das zugehörige Straußenmännchen über die Straße und entgeht nur um Haaresbreite unserem Kühlergrill. Welch ein Schreck, das hätte eine gewaltige Kollision gegeben, denn die Strauße sind deutlich mächtiger als man sie von Fernsehaufnahmen her einschätzen würde. Irgendwann am Nachmittag erreichen wir dann Namutoni, das westlichste der drei Camps innerhalb des Etosha Parks, das aus einem früheren Fort entstanden ist. Da uns die Verkehrsführung etwas irritiert halten wir uns nicht lange auf und besuchen das nächstgelegene Wasserloch Klein-Namutoni Eine stattliche Zahl verschiedener Tiere hält sich dort auf und präsentiert uns eine seltsame Form von Rassentrennung. Schön geordnet und reihen sich Warzenschweine, Springböcke, Giraffen, Oryxe, Kudus und verschiedene Vögel nebeneinander auf ohne eine einzige Vermischung. Sieht ulkig aus. Leider sehen wir auch hier keine Löwen und so müssen wir uns wohl damit abfinden, den König der Tierwelt hier im Etosha-Park nicht persönlich angetroffen zu haben. Darüber bin ich zugegebenermaßen etwas traurig, nicht nur weil der Löwe mein Sternzeichen ist. Wir verlassen den Nationalpark durch das von Lindquist-Tor und biegen unmittelbar dahinter in die Zufahrt zur Onguma Lodge ein. Entlang der Parkgrenze geht es einige Kilometer eine Piste entlang, bis wir die 8 Hütten des Onguma Bush Camp erreicht haben. Diese vielgerühmte Lodge hat einen etwas exclusiven Charakter in einer Abgeschiedenheit, die einen abseits vom Trubel der Etosha Camps in aller Ruhe entspannen lässt.
Onguma Bush Camp

Die Gartenanlage ist schön angelegt und hinter dem Poolbereich gibt es einen Aussichtsturm auf ein eigenes Wasserloch, welches nachts beleuchtet ist. Zunächst bin ich allerdings etwas mufflig, denn am Pool gibt es deutlich zu wenig Liegen, die alle belegt sind. Ein nicht gerade schweigsamer Männertrupp mit sächsischem Zungenschlag trägt nicht gerade zum Relaxen bei, zumal einer sein Bierglas fallen lässt und die Scherben erst mühsam aus dem Pool gefischt werden müssen. Erst langsam gelingt es uns, nachdem wir es uns notgedrungen in Sesseln bequem gemacht haben, unseren Ärger runterzufahren und die Nachmittagssonne zu genießen. Den verlorenen Kredit holt sich die Onguma Lodge schnell wieder zurück durch den tollen Personal Service, den wir während unseres Aufenthalts genießen dürfen. Chefkellner Matthäus und seine Kollegen sind superfreundlich und lesen einem jeden Wunsch von den Augen ab. Von einem Balkon aus genießen wir bei einem wunderbaren Sundowner nochmals einen der fantastischen afrikanischen Sonnenuntergänge, um hernach mit einem köstlichen Abendessen verwöhnt zu werden.
23.09. - Tag 15 ... Onguma - Windhoek

Etwas wehmütig sehen wir bei einem ausgiebigen Frühstück dem Reisetag zurück nach Windhoek entgegen. Herzlich werden wir vom Servicepersonal mit einer Umarmung verabschiedet. Dann nehmen wir fast 500 km lange Schlussetappe unserer Selbstfahrertour in Angriff. Auf der Onguma-Zufahrt begegnet uns nochmals eines dieser knuffligen Damara-Dikdik, einer sehr kleinen Antilopenart, die ein süßes Bambigesicht mit ganz langen Wimpern aufweist. Dann fressen wir viele Asphaltkilometer auf der Strecke B1 über Tsumeb, Otavi, Otjiwarongo und Okandheja nur unterbrochen von einigen wenigen Stopps zum Tanken oder Vesper verzehren. Beim Tanken in Otjiwarongo versuche ich einen der auffallend blau blühenden großen Bäume ( weiß jemand, wie die heißen ?) zu knipsen, die wir in den größeren Städten immer wieder sehen, aber wirklich beeindruckend wirkt das Foto vor dem gleichfarbigen Himmel nicht. Schließlich erreichen wir Windhoek und quartieren uns wieder in unserem schon vom Ankunftstag bekannten Safari Court Hotel ein. Da es um mehr als 10 Grad wärmer ist als vor 2 Wochen können wir diesmal ein Bad im Hotelpool nehmen und uns die Anstrengung der langen Fahrt abspülen. Den letzten Abend in Namibia verbringen wir bei einem leckeren Dinner-Buffet, ehe wir bald unser Zimmer aufsuchen. Noch geht es am nächsten Tag ja nicht nach Hause, denn wir haben noch einen kurzen Trip nach Kapstadt auf dem Programm.
zuletzt bearbeitet 16. Nov. 2010
1'816 Beiträge · seit 200827. Okt. 2010 · #13
Hallo Cheesy, schöner Bericht, bekomme schon wieder Fernweh und muss noch 10 1/2 Monate warten 😐

Die Bäume heißen übrigens Jacaranda 🙂

Gruß Boris
Themenstarter24 Beiträge · seit 201029. Okt. 2010 · #14
Ah ja,
vielen Dank für die Info, Boris

Gruß

Cheesy
1'816 Beiträge · seit 200830. Okt. 2010 · #15
Hallo cheesy, bitte 🙂 🙂 🙂
3'080 Beiträge · seit 200906. Nov. 2010 · #16
Hallo Cheesy,

vielen Dank für den schönen Bericht, ICH WILL DA SOFORT WIEDER HIN !!!!

Schön das Sams Hund da ist, als wir da waren hat er noch drauf gewartet, den müssen wir dann beim nächsten Mal kennenlernen.

Viele Grüsse

SASOWEWI
Themenstarter24 Beiträge · seit 201012. Nov. 2010 · #17
Hallo SASOWEWI,

ja, bin mal gespannt, wie sich der "Kleine" entwickelt. Er ist ein richtiger Irrwisch. Er packt dann schon mal mit seinem gewaltigen Gebiss deinen ganzen Unterarm als wollte er ihn verschlingen, dass man Angst kriegen könnte, wenn man nicht wüsste dass er völlig harmlos ist. Hoffentlich bleibt er so knuffig.

Gruß

Cheesy
1'933 Beiträge · seit 200912. Nov. 2010 · #18
Hi Cheesy,
danke für deinen wundervollen Reisebericht.

Ich habe nun so viele Länder bereist…es ist komisch zu beschreiben, ist es Fernweh oder schon Heimweh nach Namibia.
Das Land begeistert mich immer mehr.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
Themenstarter24 Beiträge · seit 201016. Nov. 2010 · #19
So liebe Freunde, hier nun der letzte Teil meines Reiseberichtes mit dem Abstecher nach Südafrika.
Nochmals danke an alle Forum-User für die vielfältige Unterstützung vor der Reise und das Feedback zu diesem Reisebericht.

24.09. - Tag 16 ... Windhoek - Kapstadt

Wir sind ziemlich die ersten im Frühstücksraum, weil wir zeitig am Flughafen sein wollen. Schließlich gibt es ja noch die große Unbekannte der Mietwagenrückgabe. Erfahrungsberichte haben uns bezüglich der Firma Hertz diesbezüglich etwas misstrauisch werden lassen. Ein wenig Wehmut beschleicht uns, als wir die letzten Kilometer zum Airport zurücklegen. Viel zu schnell ist der Aufenthalt hier in Namibia zu Ende gegangen. Das Volltanken des Mietwagens erweist sich als kleine Herausforderung. Am Flughafen gibt es zwar eine Tankstelle, aber die weigert sich Mietautos von Hertz zu betanken, ohne dass ein Angestellter dabei ist. Also müssen wir die Kröte schlucken und den Wagen nicht vollgetankt zurückgeben, Über die Rückgabeabwicklung bei HERTZ können wir uns aber nicht beschweren. Die Mitarbeiterin untersucht das Âuto zwar intensiv und bemängelt etwas den Sand im Inneraum, jedoch geht das ganze recht flott und unbürokratisch über die Bühne. Mühsamer wird dann das Warten auf den Flug nach Kapstadt. Obwohl Windhoek Airport sehr überschaubar ist, lässt sich nur schwer in Erfahrung bringen, wann und wo wir wir nach Capetown einchecken können. Alle Monitore sind schwarz und Air Namibia Personal lässt sich nicht blicken. Schließlich schaffen wir es aber doch problemlos und mit allem Gepäck an Bord zu gelangen. Weit ist die Distanz nach Kapstadt ja nicht, aber da wir noch einen Zwischenstopp in Walvis Bay einlegen, wird es doch Nachmittag, bis wir in der südafrikanischen Metropole eintreffen. Miriam sieht dem Aufenthalt ein wenig skeptisch entgegen. Sie ist generell kein Freund von der Hektik und der Enge von Großstädten und die vielen Warnungen vor der südafrikanischen Kriminalität lassen ihr Unbehagen noch wachsen.
Dafür stellen wir mit großer Freude fest, dass das Wetter am südwestlichen Zipfel Afrikas sich von seiner besten Seite zeigt. Die herausragende glasklare Sicht lässt schon den Anflug auf die wunderbar in die Küstenbergkette eingebettete Stadt zu einem tollen Erlebnis werden. Zu dieser Jahreszeit nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit hier in der Kapregion. Gut gelandet müssen wir uns um eine Transfermöglichkeit in die City kümmern, da wir hier keinen Wagen zu mieten gedenken. Das Nahverkehrsnetz in Kapstadt ist nicht so wirklich perfekt eingerichtet, so dass man unweigerlich in die Fänge der Taxifahrer gerät, die sehr intensiv um die Gunst der potentiellen Kunden buhlen. Zu einem angemessenen Preis werden wir zum Townhouse Hotel chauffiert, das mitten in der Innenstadt, im Regierungsviertel liegt. Das Hochhaus, in dem das Hotel untergebracht ist, macht von außen einen unscheinbaren Eindruck, ist aber innen gepflegt, sauber und gastfreundlich. Aufgrund des ausnehmend schönen wolkenlosen Wetters beschließen wir den Pflichtprogrammpunkt Tafelberg noch an diesem Nachmittag anzugehen. Wieder müssen wir uns ein Taxi kommen lassen, das uns die paar Kilometer zur Talstation der Seilbahn bringt. Die Taxifahrer sind ein buntes Völkchen in Kapstadt. Unser jetziger warnt uns ausdrücklich vor den vielen nicht lizensierten Anbietern und würde am liebsten an der Station auf uns warten. Als wir dies ablehnen beschwört er uns, doch bei der Rückkehr an der Kasse ihn oder einen seiner Kollegen telefonisch zu buchen. Wie wir erfahren ist heute ein lokaler Feiertag. Dies und das tolle Wetter haben eine Vielzahl von Besuchern zur bekanntesten Sehenswürdigkeit Kapstadts gelockt. Zum Glück sind die meisten, jetzt am späten Nachmittag, schon wieder verschwunden und die Schlange am Ticketschalter ist verhältnismäßig kurz. Zugegebenermaßen werden reichlich Passagiere in die Gondel gepfercht, aber da sich die Kabine während der kurzen Fahrt dreht, wird jedem gleichmäßig der traumhafte Ausblick auf die darunterliegende Stadt zuteil. Auf 1100 m Höhe angekommen stellen wir ganz schnell fest, dass wir trotz Pullover deutlich zu leicht angezogen sind. Trotz Sonnenschein hat es nur 8° C und der böige Wind treibt den Fröstelfaktor noch deutlich nach oben. Was einige in ärmellosen Shirts und Mini-Röckchen angetretenen Touristinnen hier oben erdulden müssen, können wir nur erahnen. Für den Ausblick vom Gipfelplateau gibt es eigentlich gar nicht genug Superlative. In alle Himmelsrichtungen genießt man eine traumhafte Sicht auf die überall verteilten Stadtviertel, auf die herrlichen Küstenstreifen, auf den spektakulären Lions Head Gipfel und die zerklüftete Bergkette der Kapregion.
Blick vom Tafelberg auf Capetown mit Lions Head
Man könnte auch wunderbar auf dem Plateau von Seite zu Seite spazieren – wenn es nur nicht so a….kalt wäre. Nach einer knappen Dreiviertelstunde ist unsere Widerstandskraft gebrochen und wir reihen uns wieder in die Warteschlange für die Talfahrt ein. Unten angekommen erweist es sich als echtes Problem, eine Rückfahrgelegenheit in die City zu finden, ohne sich einem der marktschreierischen Anreißer für die unlizensierten Taxis anzuvertrauen. Schließlich kapitulieren wir und quartieren uns im Sammeltaxi von Lenny ein, der selbst unter den unorthodoxen Taxifahrern noch ein besonderes Unikat ist. Er quasselt ohne Unterlass, reißt Witze und stürzt sich nimmermüde auf jeden unschlüssig aussehenden Touri, der des Weges kommt. Auf dem Weg zu Tal sind wir Germans natürlich die bevorzugte Zielscheibe seiner ständigen Clownerien. Preislich ist er dafür noch etwas günstiger als sein lizensierter Kollege von vorhin.
So langsam gilt es, sich fürs Abendessen zu rüsten. An der Rezeption warnt man uns eindringlich davor, bei Dunkelheit durch die Straßen Kapstadts zu laufen. Noch ist es hell, also beschließen wir die unmittelbare Umgebung nach in Frage kommenden Restaurants zu erkunden. Fehlanzeige auf der ganzen Linie – das tagsüber so quirlige Viertel ist jetzt so gegen 18 Uhr nahezu ausgestorben und bietet auch so gut wie keine geeigneten Dinnermöglichkeiten. Ergo kehren wir zurück ins Hotel und genießen die Gastlichkeit des dortigen Restaurants. Während wir durchs Fenster beobachten, wie der zunehmende Wind durch die nächtlichen Straßen peitscht, genießen wir ein leckeres Abendessen, dass gemessen am zivilen Preis sehr üppig ausfällt. Die kapmalayische Küche erwirbt geschmacklich bei uns außerordentliche Sympathien, sorgt aber für einen schlafhinderlichen vollen Magen.

25.09. - Tag 17 ... Kapstadt

Kapstadt im Eiltempo - heißt das Motto des heutigen Tages, denn wir haben nur diesen einzigen Tag, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden und dazu noch das eine oder andere Mitbringsel zu erstehen. Letzteres steht als erstes auf unserem Tagesprogramm, denn der Greenmarket Square ist nur zwei Blocks von unserem Hotel entfernt. Es ist noch recht früh und die Händler sind noch damit beschäftigt, ihre Stände aufzubauen. Zunächst besuchen wir noch schnell einen „normalen Souvenirshop, um ein Gefühl für die Preise zu bekommen. Dann stürzen wir uns in das bunte vielfältige Treiben des knuffligen Souvenirmarktes. Im Gegensatz zu Swakopmund sind die Händler hier bei weitem nicht so aufdringlich. Erst wenn man sich etwas intensiver für eine ihrer Kostbarkeiten interessiert, packen Sie Ihre Verkaufsmaschen aus. Der Tageszeit gemäß wollen Sie uns als „my first customer“ einen speziellen „early morning price“ anbieten. Handeln ist Pflicht und so geben wir unser Bestes, wohlwisssend, dass wir letztlich doch zumeist einen zu teuren Preis abdrücken müssen. Mit einigem Krimskrams bepackt, kehren wir dennoch zufrieden zum Hotel zurück. Nun aber auf zum Sightseeing. Wir haben beschlossen, die Stadt mit einem der je nach Strecke roten oder blauen Doppeldeckerbusse zu durchstreifen. Für einen Pauschalpreis von 120 Rand kann man an den ca 30 Haltestellen nach Belieben zu und aussteigen. Mit dem Ticket erhält man einen Ohrhörer, durch den man sich in zahlreichen Sprachen während der Fahrt die interessanten Orte und Bauwerke erklären lassen kann. Für Speedsightseer wie uns eine optimale Lösung, sieht man mal davon ab, dass trotz des heute wieder perfekten sonnigen Wetters, auf der Openair-Etage des Busses die Ohren ganz schon kalt werden. Nachdem der Bus zunächst nochmals zur Tafelberg-Gondelstation fährt, wo die Schlange heute morgen ungleich länger ist, geht es über einen Pass auf der andern Bergseite hinab nach Camps Bay. Am Fusse des Tafelbergs und der Bergkette der 12 Apostel liegt der malerische Küstenort, dessen Palmenpromenade am weißen Sandstrand besonders beim jungen Publikum sehr beliebt ist. Hier steigen wir aus, schlendern etwas am Strand entlang, schauen den Sonnenhungrigen und Sporttreibenden zu und genießen den Anblick des wunderschönen Strandabschnittes.
Camps Bay

Nachdem wir den allgegenwärtigen fliegenden Händlern entronnen sind, nehmen wir den nächsten Bus und tuckern der Küste entlang, vorbei am neuen WM-Stadion zur Hauptattraktion Capetowns, der Victoria and Alfred Waterfront. Sie ist zweifellos der Besuchermagnet der Stadt mit ihren unzähligen Einkaufsgeschäften, Restaurants, Imbissbuden usw, die wunderbar in die authentische Atmosphäre eines echten Hafens integriert sind. Wenn auch die Touristenströme die Einheimischen weitgehend verdrängt haben und alles auf Kommerz angelegt ist, so fühlen wir uns in diesem Trubel doch wohl, denn es gibt so viel zu sehen und der Ausblick auf die Hafenbecken vor der Traumkulisse des Tafelberges ist eine Sensation.
Waterfront und Tafelberg

Überdies muss man sich hier nicht vor einsamen Ecken und dunkeln Winkeln fürchten, zu lebendig geht es allerorten zu. Nach ausgiebigem Umherstreifen und einer gemütlichen Kaffepause wollen wir uns an einer der Straßenbühnen noch ein wenig musikalische Unterhaltung gönnen. Ein indisch aussehendes Marinemusikkorps beginnt grade mit dem Aufbau für ein Platzkonzert. Sind die Afrikaner schon gemächlich, werden sie von den Indern oder Malayen noch deutlich geschlagen – über eine Stunde später trödelt man immer noch herum und macht keine Anstalten loszulegen. Da unser letzter Bus bald fährt, müssen wir ohne das Konzerterlebnis wieder abziehen. Zurück in der Innenstadt, die wie am Vortag gerade wieder ihr spätnachmittägliches Aussterben erlebt, machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, wo wir eventuell die eine oder andere lokale Spezialität zum Abendessen kosten könnten. Das ganze wird zum Fiasko. Entweder gibt es hier keine für uns passenden Essgelegenheiten oder sie sind gar zu exotisch wie z.B. kurdisch oder afghanisch. Entnervt geben wir die Suche auf und streben wieder in unser Hotelrestaurant, um festzustellen, dass die Menüs genau den gestrigen entsprechen, weil nur alle 2 Tage gewechselt wird. Egal – Miri isst diesmal kapmalayisch und ich gönne mir zum letzten afrikanischen Dinner ein feines Straußensteak. So klingt der Abschlussabend unserer Tour langsam und gemütlich im Townhouse Hotel aus.

26.09. - Tag 18 Kapstadt - Frankfurt

Vermutlich geht es den meisten Reisenden so wie uns, dass man – wenn das Urlaubsende schon unvermeidlich ist – so schnell wie möglich daheim sein möchte. Wie schön wäre jetzt ein zügiger Direktflug von Kapstadt nach Deutschland. Leider aber haben wir noch einen kompletten Reisetag vor uns. Immerhin können wir noch ein ausgiebiges Frühstück genießen, ehe wir am späten Vormittag per Taxi zum Flughafen aufbrechen. Hier überfallen uns auch die ersten und einzigen Regentropfen der gesamten Reise. Petrus hat ein Einsehen und lässt uns den Abschied etwas leichter werden.
Wieder führt uns die Reise mit Air Namibia über Walvis Bay nach Windhoek. In unserer tristen Will-Heim-Stimmung sind wir von einigen deutschen Urlaubern, die am Check-In das Procedere auf unnötige Art und Weise behindern, ziemlich genervt. Ein letztes Mal überfliegen wir die Skelettküste und nach der Zwischenlandung die trockenen namibianischen Weiten. In Windhoek angekommen bekommen wir auch noch einen Abschiedsgruß der afrikanischen Mentalität geliefert. Nachdem es schon sehr mühsam ist herauszufinden durch welche Tür die Transitpassagiere ins Terminal gehen müssen, werden aus unerfindlichen Gründen manche Reisenden dort nicht eingelassen. Das führt zu lautstarken Diskussionen und Unmutsbezeugungen unter den benachteiligten. Wir kommen zwar unbehelligt durch, finden uns aber in einer reichlich überfüllten Abflughalle wieder. Mehrere Flüge sind seit langem überfällig und zahlreiche Reisende scheinen bereits stundenlang hier zu warten. Entsprechend verbraucht ist die Luft hier in dieser Menschenansammlung. Es gelingt mir, die noch vorhandenen Landeswährungen ziemlich komplett umzutauschen und den Rest Kleingeld – natürlich total überteuert – für Snacks und Getränke loszuwerden. Zum Glück geht unser Flug pünktlich und so heben wir kurz nach acht Uhr endgültig vom Schwarzen Kontinent ab. Miriam durchleidet noch eine kleine Kreislaufschwäche während des Fluges, die sich aber zum Glück bis zum Morgen wieder weitgehend legt. Die weitere Heimreise verläuft relativ problemlos, sieht man mal davon ab, dass die Deutsche Bahn ihre übliche Verspätung und Informationsunfähigkeit an den Tag legt. Trotzdem bekommen wir um Haaresbreite noch unseren Anschlusszug und treffen kurz nach Mittag müde aber wohlbehalten daheim ein.

Natürlich darf auch ein kleines Fazit unseres ersten Afrika-Trips nicht fehlen :

Zweifellos ist Namibia eines der faszinierendsten Länder, die wir bisher bereist haben. Ebenso unstrittig ist, dass man in nur zweieinhalb Wochen Urlaub auf einer Haupttouristenroute nur an der Oberfläche des Charakters und der Kultur eines Landes und seiner Völker kratzen kann.
Die Landschaften Namibias haben uns sehr gut gefallen, auch wenn – ganz objektiv und wertfrei betrachtet - abgesehen von den Sossuvlei-Dünen nur wenig dabei war, was wir anderswo nicht schon spektakulärer gesehen hatten. Insofern würden wir aus nachträglicher Sicht den Abstecher zum Fish River Canyon vielleicht zugunsten eines längeren Aufenthaltes im Norden streichen.
Was uns eindeutig am tiefsten beeindruckt und die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis hat werden lassen, ist das Zusammentreffen mit der grandiosen Tierwelt Afrikas in einigermaßen unverfälschter Atmosphäre. Es waren, so abgelutscht es klingt, eher die Wege, denn die Ziele, die uns Namibia wirklich nähergebracht haben. Es waren einzelne Momente, in denen die Zeit stillzustehen schien, wie z.B. während der wundervollen Sonnenuntergänge, in denen wir das Herz Afrikas schlagen zu hören glaubten.
Dass wir bei aller Bewunderung für dieses Land letztlich doch nicht – wie viele andere in diesem Forum – total vom Afrika-Virus infiziert wurden und schon die nächsten Reisen dorthin ins Auge gefasst haben, mag daran liegen, dass es auch einige Dinge gab, die obschon sie die Reise kaum behinderten, uns an Afrika ein wenig genervt haben. Vielleicht ist bei uns das ultimative Quäntchen Abenteuergeist durch zu viel Zivilisationsstress doch schon zu sehr degeneriert.
Trotzdem werden wir nicht müde von einem supertollen Urlaub in einem supertollen Land zu schwärmen und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es uns – allein schon der Tiererlebnisse wegen – wieder einmal ins südliche Afrika verschlagen wird.

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An dieser Stelle auch nochmals ganz herzlichen Dank an alle Forumsfreunde, die uns bei der Planung der Reise mit nützlichen Informationen und reichlich Vorfreude versorgt haben. Allen, die in naher oder auch fernerer Zukunft Namibia zu ersten oder x-ten Male besuchen werden, wünsche ich ganz viel Spaß und eine tolle Reise 😁

Liebe Grüße

Cheesy
zuletzt bearbeitet 16. Nov. 2010