BirgittThemenstarter1'667 Beiträge · seit 200920. Dez. 2009 · #1
Reisebericht 2009
Endlich ist es soweit. Das lange Warten von 11 Monaten und 3 Tagen hat ein Ende. 4 1/2 Wochen Botswana und Namibia. Um 12 Uhr besteigen wir unser Auto und fahren 5 Stunden nach Frankfurt. Der Air Namibia Flug startet pünktlich ,und mit der passenden Menge Rotwein, die von Air Nam. ausgeschenkt wird, und einer leichten Schlaftablette verging der Flug wie im Schlaf. Wir kamen relativ ausgeruht an. Um 8Uhr 25 endlich wieder in Namibia, 25 Grad…..herrlich.
Am Flughafen wurden wir von einen Angestellten von HH abgeholt. Die Inspektion unseres Toyota Hilux Bj. 2004 war schnell erledigt. Man weiß mittlererweile, worauf man achten muß. Die Kisten waren schnell aussortiert und auf das Nötigste gepackt, das Bodenzelt schnell verstaut. Dann fuhren wir zur Onganga Pension, wo wir ,wie auch im letzten Jahr, die ersten 2 Nächte verbringen wollen. Die Begrüßung von Marianne, Silvia und Sven war wie immer sehr herzlich. Der restliche Tag wurde mit relaxen auf der Veranda und am Pool verbracht. Abends lecker Essen bei Luigi and the Fish. Am nächsten Morgen( Montag), war Einkaufen angesagt. Zuerst bei Cymot, dann in einem Supermarkt in der Independence Ave. Gemüse, Obst, Wasser, Käse, Brot, und Klopapier. KLOPAPIER: 3-lagig,extraweich, für den Babypopo…. ES gibt es also doch mehrlagig…… Sofort wurde unser Gedanke, eine Klopapierfabrik in Namibia aufzumachen, verworfen….. An der Kasse wurde unser Einkauf rasch in bestimmt 10 Tüten verpackt. Unser Einkaufswagen war mehr als voll und wir machten uns schon Gedanken, wie wir alles zum Auto schleppen sollen. Wir parken immer auf dem großen Parkplatz an der Independence Ave., neben dem Holzmarkt. Wir haben noch nicht zu Ende gedacht, als unser Tüteneinpacker unseren Einkaufswagen nimmt, ihn quer durch den Laden schiebt, durch einen Seiteneingang, auf eine Seitenstrasse, bergauf zur Independence Ave., Bürgersteig runter, über die Ampel, durch den Verkehr, Bürgersteig hoch, mit Hilfe von Josef die Treppen zum Parkplatz hochgewuchtet, und beim Verstauen ins Auto mitgeholfen. So einen Service kenne ich nur aus Namibia. Zurück in der Onganga Logde wurde alles in Kisten, Kühlschrank und Auto verstaut, dann hatten wir uns erst einmal ein Windhoek Lager verdient. Abends fuhren wir dann im Taxi für die üblichen 50 Nam Dollar, die jeder Tourist, egal ob kurze oder lange Strecke, in Windhoek bezahlen muß, ins Gourmet, ehemals Kaiserkrone, wo man wunderbar im Biergarten sitzen kann. Am nächsten Morgen ging es dann los. Wir fahren über Okahandja und biegen in die C 31 nach Otjinene ab. Endlich auf Pad. In Otjinene tanken wir noch einmal voll, da wir nicht wissen, ob es in Tsumkwe Sprit gibt. Über die D 3806 und die D 3832 fahren wir durch das Eiseb Rivier, wo wir uns einen schönen Platz, etwas abseits der Pad, zum Übernachten suchen. Unsere erste Nacht im Zelt. Unser Bodenzelt ist schnell aufgestellt, Matratzen, Decken, Kopfkissen rein, fertig ist unser Bettchen. Aber wo sind die Heringe für,s Zelt? Keine dabei. Na,ja, heute abend ist es ja windstill. Solange es noch hell ist, erst einmal kochen. Also Essensvorbereitung, Gasflasche raus, anzünden……. und WUUUSCH. Überall kommt Gas raus und entzündet sich, nur nicht an den Düsen. Schnell alles ausdrehen und auspusten und sich vom Schrecken erholen. 2. Versuch. Diesmal konnten wir orten, wo das Gas ausströmt, aus der Anstellschraube. Also Schraube runterdrücken, festhalten, weiterkochen, Essen fertig. Ein ungutes Gefühl hatte ich trotzdem. Passend zum Essen baut Josef unsere Gaslampe, die wir immer von zuhause mitnehmen, zusammen, um den Platz etwas zu illuminieren. Weit gefehlt. Die Düse sitzt wohl dicht, und es kommt kein Gas raus. So sitzen wir den abend mit unserer kleinen Kopfleuchte als einziges Licht ( Feuerholz hatten wir noch keines ) . Aber so konnten wir wunderbar den einzigartigen Sternenhimmel betrachten und den Abend bei einem oder zwei Glas Rotwein ausklingen lassen. Fortsetzung folgt…… LG Birgitt
BirgittThemenstarter1'667 Beiträge · seit 200920. Dez. 2009 · #3
Fortsetzung Reisebericht 2009
Am nächsten Morgen dieselbe Prozedur mit der Gasflasche beim Kaffeekochen. Im Laufe des Urlaubs gewöhnten wir uns aber daran. Wir starteten diesen Morgen recht früh, so gegen 6 Uhr 30, um nach wenigen Kilometern festzustellen, daß unser Tachometer seinen Geist aufgegeben hat. Dementsprechend natürlich auch der Kilometerzähler, mmhh…. In Tsumkwe hielten wir uns nicht weiter auf, bis ich die Tankstelle mit recht neuen Zapfsäulen sah. Es gibt wieder Benzin und Diesel in Tsumkwe, und das soll laut Tankwart auch so bleiben. Also noch mal volltanken. Von Tsumkwe bis zum Khaudum Eingang ließ sich gut fahren. Sandige Abschnitte wechselten sich mit festem Untergrund ab und so erreichten wir das Sikereti Camp gegen 15 Uhr. Durch den Khaudum Park bin ich vor 9 Jahren schon einmal gefahren und hatte ihn fahrtechnisch gesehen in nicht angenehmer Erinnerung. Mein Mann wollte ihn nun auch einmal kennenlernen. Was macht man nicht alles aus Liebe…… Da das Office nicht besetzt war, fuhren wir direkt zum Camp site und bauten unser Zelt auf. Wir waren alleine dort. In all den Jahren hat sich nicht viel geändert. Die maroden Toilettenhäuschen ( sogar mit Spülkasten) existierten noch, ebenso die 2 Duschen plus der Badewanne, die aber glaube ich schon länger kein Wasser mehr gesehen hat. Sogar den kleinen, überdachten Unterstand zum Geschirr abwaschen gab es noch. Nur egal, welchen Wasserhahn wir aufdrehten, es kam nichts…. Am späten Nachmittag hörten wir ein Autogeräusch. Der Ranger kam und begrüßte uns. Ich fragte ihn, was mit dem Wasser passiert sei. Darauf fragte er mich, ob ich denn unbedingt Wasser brauche. Ich antwortete: nein, ich brauche nicht unbedingt Wasser, aber es wäre trotzdem nett, welches zu haben. Worauf er meinte, er versucht, die Leitung zu reparieren. Ca. 2 Stunden später ruft der Ranger uns von weitem zu: das Wasser kommt. Wasser Marsch. Ist doch herrlich, so eine Dusche. Über einen kleinen Obolus am nächsten Morgen für seine Mühe, freute er sich riesig. Auf dem Weg ins Khaudum Camp wurde es deutlich sandiger. Die Landschaft im Khaudum besteht überwiegend aus dichtem Mopanebusch, so war es eine Wohltat für das Auge, als wir auf der Suche nach den Wasserlöchern in ein großes , weites, natürlich ausgetrocknetes Flußbett kamen. Und wir hatten auch Glück. Wir sahen eine ca. 30 köpfige Elefantenherde, die sich um einen kleinen Tümpel scharrte. Beim näherkommen war zu Erkennen, wie unruhig die Tiere waren. Laut trompetend drängten sie sich gegenseitig weg und drohten sich. Das Wasserloch war nur noch eine Pfütze. In so einer Situation wollten wir uns den eh schon angespannten Tieren nicht noch weiter nähern und fuhren weiter. Einige Kilometer weiter steht wieder eine kleine Herde dösend unter einem Schattenbaum, vielleicht 50 Meter neben dem Weg. So etwas ist immer schön zu beobachten. Diesmal aber nicht…… Wir fahren ganz langsam vorbei, da löst sich ein Jungbulle aus der Herde und rast ohne Vorwarnung laut trompetend auf uns zu. Wir nichts wie weg. Doch da wir noch den untersetzten Gang drinhatten, kamen wir nicht sehr schnell voran. Und während der Fahrt kann man ja nicht auf normalen Allrad umschalten. Anhalten kam gar nicht in Frage. Wir waren beide erschrocken, über den schnellen Antritt des Elefanten. Bis wir in Fahrt kamen, kam er immer näher, immer noch trompetend, hörte sich richtig wütend an. Doch das Schlimmste war, dies war kein Scheinangriff, das Tier jagte mehrere Hundert Meter hinter uns her. Gott sei Dank kam dann eine Kurve und wir sahen unseren Verfolger nicht mehr…… Dafür aber eine Elefantenkuh mit ihren kleinem Kalb, direkt auf dem Weg. Also anhalten, mit der Möglichkeit schnell in den normalen Allrad umzuschalten. Die Kuh drohte uns nicht, sie war besorgt um ihr Baby und drängte es langsam die Böschung hoch, sodaß wir vorbei fahren konnten. Im Rückspiegel sahen wir dann den Bullen um die Kurve kommen, im Schritt. Ihm wurde es in der Hitze dann wohl doch zuviel. In gewissem Abstand mußten wir dann auch erstmal anhalten, uns beruhigen und den Adrenalinspiegel auf Normalmaß senken. Ein kaltes Bierchen half uns dabei. ….. Ich muß sagen, so etwas habe ich in 10 Jahren Afrika mit Elefanten noch nicht erlebt, und möchte es auch nicht mehr erleben. Da wir von Elis erst einmal genug hatten, begaben wir uns wieder auf den Hauptpad. Durch tiefsandiges, völlig buschiges Gelände und in der Hoffnung, hier nicht auf Elefanten zu treffen, fuhren wir Richtung Khaudum Camp Josef hält plötzlich an, ich dachte sofort, ich hätte im dichten Mopanebusch einen Elefanten übersehen und mein Pulsschlag erhöhte sich augenblicklich, als mein Mann sagte : Der Motor wird zu heiß. Da war ich aber beruhigt…. Also im Stand Motorhaube auf, Motor laufen lassen….aber er wurde immer heißer. Also Motor aus zum Abkühlen. Da standen wir nun mitten im Busch, ohne Schatten und mit nicht sehr freundlichen Elefanten in der Gegend und warteten. Nach ca. 1 Stunde in der Sonne hatte der Wagen wieder normale Temperatur und wir setzten unsere Fahrt fort,…….für die nächsten 7 Kilometer. Dann dasselbe Procedere. Wasser war genug im Kühler, aber wir bemerkten, daß die Lamellen des Kühlergrills so dicht zusammen gepreßt waren( wodurch auch immer), daß bei dieser extremen Anstrengung des Motors nicht genug Luft zur Kühlung durchziehen konnte. Und noch 20 Kilometer bis zum Khaudum Camp. Das kann ja noch lustig werden……
Hi Birgitt, toll der Bericht , spannend 🙂 Warte auf Dich in der Rhinobar. LG Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
Chrigu7'262 Beiträge · seit 200620. Dez. 2009 · #5
Birgitt schrieb:
Abends fuhren wir dann im Taxi für die üblichen 50 Nam Dollar, die jeder Tourist, egal ob kurze oder lange Strecke, in Windhoek bezahlen muß
Oh 50 N$. Das wusste ich gar nicht. Ich habe mich vor der ersten Fahrt bei den Studenten informiert. Der Preis für nicht Touristen ist im Moment 7.50 N$ fürs herumkutschieren in der Stadt. Wenn Du das vorher abmachst, klappt es auch problemlos ... Auch für Touris.
Herzliche Grüsse Chrigu
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Der Preis für nicht Touristen ist im Moment 7.50 N$ fürs herumkutschieren in der Stadt. Wenn Du das vorher abmachst, klappt es auch problemlos ... Auch für Touris.
Aber nicht in einem der einem offiziellen, registrierten Taxis. Dort liegt der Preis je nach Strecke zwischen 40N$ und 60N$, der von Birgit gezahlte Tarif ist somit ziemlich korrekt.
Und selbst bei den nicht-offziellen Taxis gilt der Preis von 7.50N$ keineswegs für die gesamte Stadt...
Gruß
Ulli
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Chrigu7'262 Beiträge · seit 200621. Dez. 2009 · #7
In Windhoek wurden vor einigen Wochen alle Taxis neu registriert. Diese haben jetzt sehr grosse Buchstaben und Zahlen auf den Türen. Somit ist jedes Taxi klar erkennbar. Seit einigen Tagen werden auch neue grosse Taxi-Leuchten an die registrierten Taxis abgegeben. Seit der neuen Beschriftung hat sich am Preis von 7.50 nichts geändert.
Gruss Chrigu
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Der Preis von 7.50 N$ gilt nur für die sogenannten 'Shared Taxis' - und auch nur wenn das Fahrtziel auf deren Strecke liegt. Diese Taxi-Variante wird aber normalen Touristen nicht empfohlen - und schon gar nicht abends oder nachts.
Bei den 'on demand' Taxis, die normalerweise telefonisch gerufen werden (aber auch an der Touristen Info stehen) beträgt der Preis 40N$-60N$. Diese Taxis lassen dann keine anderen Fahrgäste mehr zusteigen. Alle Restaurants oder Unterkünfte vermitteln daher diese Taxis.
Alles auch nachzulesen in einem bekannten Namibia-Forum, wird aber sicher auch von Bwana's Studenten bestätigt 😁
Gruß
Ulli
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Chrigu7'262 Beiträge · seit 200621. Dez. 2009 · #9
Ulli schrieb:
Der Preis von 7.50 N$ gilt nur für die sogenannten 'Shared Taxis' - und auch nur wenn das Fahrtziel auf deren Strecke liegt. Diese Taxi-Variante wird aber normalen Touristen nicht empfohlen - und schon gar nicht abends oder nachts.
Sorry, aber das ist Quatsch! Ich habe kürzlich mehrfach solche Taxis genutzt. Du gibst das Ziel vor und wirst dahin gefahren. Es sitzt kein zweiter, dritter etc. ins gleiche Taxi und es wird auch nicht geschaut ob das Ziel nun grad auf dem Weg liegt. Du machst einfach vor dem Einsteigen den Preis aus und wenn Du weisst, dass der 7.50 ist bezahlst Du auch soviel. Wenn Du es nicht weisst, bezalst Du sofort das x-fache. Wichtig ist, dass jeder Halt bezahlt wird. Also, wenn Du z.B. zu zweit einsteigst und erst nach A und dann nach B fährst, kostet es 15.-. Die Anzahl Personen wird aber pro Ziel nicht einzeln berechnet.
Vielleicht solltest Du einfach auch mal so ein Taxi nutzen.
Es ist richtig, die Tourismusbüros und auch die Restaurants rufen andere Taxis für Dich. Dafür erhalten Sie auch eine schöne Provision. Die Taxis sind auch schöner und vielleicht auch sicherer. Offiziell zugelassen sind aber die anderen auch.
Gruss Chrigu
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BirgittThemenstarter1'667 Beiträge · seit 200923. Dez. 2009 · #10
Reisebericht 2009 Fortsetzung
Aber irgendwann kamen wir auch dort an, leider nur auf dem direkten Weg,ohne Abstecher zu Wasserlöchern. Der Ranger nahm uns in Empfang, mit dem Hinweis, wir sollten unser Zelt nicht draußen, sondern lieber in einer von den Hütten aufbauen, da die Elefanten auf Grund von Wassermangel zur Zeit sehr aggressiv seien….ach Das Angebot nahmen wir dankend an. Irgendwie waren wir mit den Nerven heute ziemlich fertig. Zudem machten wir uns Gedanken über unser Auto, da morgen erst die richtige Tiefsandstrecke anfängt. 56 Kilometer absoluter Tiefsand. Aber erstmal drüber schlafen. Wir stellen unseren Handywecker auf 4 Uhr, um im Morgengrauen gleich losfahren zu können. Kalter Sand ist ja bekanntlich fester und somit besser zu fahren. Also, Frühstück im Dunkeln ( übrigens hat Josef unsere Gaslampe in Sikereti wieder gängig gemacht), ab ins Auto und los….. Doch unser Auto hört sich gar nicht gut an…. Der Motor springt an, läuft ruhig, doch sobald man Gas gibt, fängt er an zu stottern und geht aus. Das kann ja wohl nicht wahr sein, und das mitten im Khaudum. Also wieder aussteigen und nachsehen, woran es liegen kann. Für den wunderschönen Sonnenaufgang hatten wir leider keinen Blick. Josef probiert etwas herum und findet heraus, daß, wenn er sehr hochtourig fährt, der Wagen genug Sprit bekommt und fährt. Wir beschließen, unser Glück zu versuchen. Und wir haben es geschafft. In nur 3 Stunden erreichen wir bei Katete die Asphaltstraße B8. Wie ich mich als Beifahrer bei diesem Tempo , auf dieser zu Schlangenlinien ausgefahrenen Tiefsandstrecke fühlte, kann ich nicht beschreiben. Ich sage nur: NIE WIEDER……. Kurz danach sagte ich das jedenfalls. Nun fuhren wir mit den letzten Reserven, mit gefühlten 60 Stundenkilometern ( der Tacho war ja auch seit dem 2.Tag kaputt) bei Vollgas zur Mahango Lodge auf den Camp site. Gott, war das schön : eine Bar, ein Pool, ein Restaurant = Zivilisation Wir haben dann sofort bei HH angerufen und von unseren Problemen berichtet. Er versprach sofortige Hilfe, die auch prompt 4 Stunden später in Form von zwei Autoelektronikern aus Rundu nahte. Sie vermuteten eine defekte Lichtmaschine. Diese Vermutung sollte sich nach stundenlangem Rumgefummel und Messungen bestätigen. Am nächsten Tag (Sonntag) kamen die beiden zurück, bauten uns eine andere Lichtmaschine ein und unser Autochen schnurrte wie eine Katze. Wird alles wieder gut…. Wir verbrachten insgesamt 3 wunderschöne, erholsame Tage auf der Lodge, lernten dort Matthias und Silvia aus dem Forum kennen, und Traudel und Udo, die mit ihrem IFA seit 2 ½ Jahren durch Afrika touren. Durch den Mahango Park, wo wir große Büffel - und Elefantenherden(aber liebe) sahen
fuhren wir über die Grenze nach Botswana zur Shakawe Lodge, wo wir 2 Tage verbrachten. Die Lodge liegt direkt am Okavango an einer Flußbiegung. Die Reetdach gedeckten Bungalows sind sehr geräumig, aber das Mobiliar betreffend etwas in die Jahre gekommen. Aber für uns war es o.k., wir sind ja nur zum Schlafen im Bungalow. Die Bootsfahrt am nächsten Tag verlief recht ereignislos, selbst die Vögel machten sich rar. Dann freuten wir uns auf die Tsodilo Hills mit ihren Felszeichnungen, die wirklich sehenswert und beeindruckend sind. Wir suchten uns den abgelegensten Camp site am Ende des Female Hills ( Malatso camp) aus, wurden durch grandiose Landschaft belohnt, aber auch durch Bienenschwärme, die den Genuß des Aufenthaltes deutlich minderten. Die Bienen waren nicht aggressiv, ich wurde nur einmal unter dem Fuß gestochen, aber sie waren halt überall. Bei den Tsoilo Hills hatten wir auch die einzige Regennacht unseres Urlaubs. Aber gleich so heftig, daß am nächsten Morgen die gesamten Wege völlig unter Wasser standen und wir mit Sorge an Moremi dachten. Durch die Panhandle Region fuhren wir Richtung Maun. Die Landschaft war schön,aber ich hatte sie mir etwas spektakulärer vorgestellt. Den Okavango sah man von der Strasse aus nie. In Maun stellte ich fest, daß ich bei der Reiseplanung wohl etwas durcheinander war. Jedenfalls hatten wir bis zu unseren gebuchten Camp Sites im Park noch einen Tag über ( besser als einer zuwenig) und so mußten wir drei Tage in Maun bleiben. Wir probierten es in der von Schoelink( Hans) so viel gepriesenen Thamalakane Lodge. @ Hans : ein super Tipp…. Leider konnten wir dort nur zwei Tage relaxen, da wir nicht gebucht hatten. Zur Zeit gibt es dort keinen Campingplatz mehr. In vorderster Riverfront werden noch Bungalows gebaut, dahinter fest installierte Luxuszelte errichtet, sodaß für den zukünftigen Camp site nur noch sehr wenig Platz bliebe. Nach zwei Tagen zogen wir auf den Campingplatz der Island Safari Lodge um, war auch sehr nett. Von dort buchten wir einen Delta Rundflug bei Kavango Air. Eine absolut sensationelle Stunde in der Luft. Diese Weite der Landschaft von oben zu sehen, die Elefantenherden, Büffelherden, Hippos in ihren Pools, ist nur zu empfehlen. Viel zu schnell ging die Stunde vorbei. Das aufkommende Gewitter am abend brachte schöne Blitze, aber keinen Regen. Es war weit weg. Hoffentlich nicht im Moremi.
Fortsetzung folgt
Wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr Birgitt
BirgittThemenstarter1'667 Beiträge · seit 200928. Dez. 2009 · #13
Reisebericht 2009
Fortsetzung
Die Fahrt zum Moremi verlief ereignislos, ebenso die Strecke über Third Bridge nach Xakanaxa. Wir sahen nur zwei Elefanten und eine Handvoll Zebras. Wir schauten bei Third Bridge vorbei, da wir gucken wollten, ob wir dort schon Angelika ( Idealistin) und ihre Familie überraschen können. Und wir waren erschrocken, was aus dem ehemaligen schönen und wilden Third Bridge Camp site geworden ist. Nur mit Mühe war zu erkennen, wo wir vor 3 und 4 Jahren unser Zelt aufgeschlagen hatten. Man sah nur langgezogene Häuser, einem Kasernenhof ähnlich, ein großes Eingangstor zum Anmelden, wo vorher nur Wildnis war. Nein, dieses Third Bridge war nicht mehr unseres, wie wir es kannten. In Xakanaxa angekommen suchten wir uns einen schönen Platz, bauten unser Zelt auf, und suchten nach Angelika, Klaus und Alexander, da wir wussten, wir würden uns hier treffen. Die Wiedersehensfreude war dann auch groß, und wir verabredeten uns für den Abend auf ein gemeinsames Bierchen. Zurück beim Zelt kam ein Ranger vorbei, kontrollierte unsere Buchungen und stellte fest, dass wir auf dem falschen Platz standen. Irgendwo auf dem Buchungspapier mit den vielen Nummern war auch die Camp site Nummer angegeben. Wir waren einen Platz zu weit gefahren. O.k., es war ja alles frei, und die Dämmerung schon fortgeschritten, aber der Ranger ließ nicht mit sich reden. Es war schließlich alles “ fully booked”, und es könnten auch im Dunkeln noch Leute kommen. Es nutzte nichts, wir mußten umziehen. Ich nörgelte, weil ich in der Hitze keine Lust hatte das Zelt wieder abzubauen. No, problem, sagt der Ranger. Angelika und Klaus kamen vorbei, und zu viert wuppten wir unser Zelt nebst Inhalt auf den Pick Up des Rangers, der es dann 100 Meter weiter fuhr. Josef fuhr mit, das Zelt festhaltend. Ein köstlicher Anblick. Selbst der kleine Alexander hatte seinen Spaß dabei. Die anderen Camp Sites blieben natürlich trotz ”fully booked” leer. Am nächsten Tag unternahmen wir gemeinsam eine Bootstour. Das war das schönste in Xakanaxa.
Langsam durch das Schilf und Papyrus gleiten war einzigartig. Die Landschaft und die vielen Vogelarten verzauberten einen. Leider nur für zwei Stunden. In Xakanaxa und Umgebung war sonst nichts zu sehen, keine Tiere, keine Vögel, keine Krabbelviecher, rein gar nichts. So beschlossen wir, zusammen gegen mittag zum North Gate aufzubrechen. Wir hatten dort nicht gebucht, sondern drei Tage Xakanaxa, wußten aber von vergangenen Aufenthalten, daß Umbuchungen innerhalb des Parks kein Problem waren. Auf dem Weg zum North Gate standen wir dann kurz vor den Dombo Hippo Pools vor dem “ bekannten” Wasserloch, wo es im Forum immer hieß: RECHTS FAHREN. Links war die überflutete Fläche bestimmt auch doppelt so groß. Also, das obligatorische Durchwaten der “ Untiefen”. Alles o.k., Wassertiefe ca. 70cm, glasklares Wasser, fester Untergrund. Die Durchquerung verlief einwandfrei, wenn auch mit etwas Herzklopfen. Klaus, der zehn Minuten später ankam, meisterte es auch souverän. Mehr Probleme hatten zwei Holländer, die sich für die linke Durchfahrt entschieden hatten, ohne vorher die Wassertiefe zu prüfen, und ihren Wagen bis über die Scheibenwischer versenkten. Ein Ranger hat sich dann um sie gekümmert, aber ihr Auto war Schrott. North Gate hat übrigens auch ein neues Sanitärhäuschen bekommen, von der EU finanziert, wie stolz ein Schild verkündet. Aber sonst ist alles beim Alten geblieben. Vom Campinstuhl aus kann man Impalas, Gnus und Paviane schön beobachten. Da wir hier ja nicht gebucht hatten ( wir hatten schon alles gebucht und bezahlt, aber halt nicht im North Gate, sondern für Xakanaxa), meldeten wir uns am Gate, wo der Ranger uns sagte, es sei kein Problem, wir hätten ja alles bezahlt. Auch hier waren wir mit Angelika und Co. und einem australischen Pärchen die einzigen Gäste. Am nächsten Morgen kam ein Herr, dieses Mal jemand von der neuen Eigentümergesellschaft, und meinte, wir campen mitten im Nationalpark, das sei verboten. Klar ist es das, aber das Schild NR. 10,von dem zugewiesenen Platz steht vielleicht zehn Meter hinter uns. Also hieß es wieder, das Zelt , diesmal nur zehn Meter, nach hinten tragen. Tisch und Stühle dürften dort stehen bleiben, nur das Zelten sei im Nationalpark verboten. Das verstehe einer…. Als nächstes kam die Überprüfung unserer Buchung. Wir erklärten, daß wir ursprünglich drei Tage Xakanaxa gebucht hatten, dort aber nur einen Tag geblieben sind und jetzt die übrigen zwei Tage am North Gate verbringen möchten. Das ginge ja nun gar nicht, auch hier wäre alles “ fully booked”. Dann ging es aber doch, nur müßten wir dann 50 US Dollar pro Person/pro Nacht bezahlen = 200 US Dollar für zwei Nächte. Fast hätte ich dem guten Mann einen “Vogel” gezeigt, mußte statt dessen aber bei der Summe laut loslachen. Wir weigerten uns natürlich, mit dem Hinweis, daß wir schon im März, also noch zum billigen Tarif, gebucht hätten. Nach einer ellenlangen Diskussion war es dann in Ordnung, wir brauchten nicht dazu zahlen. Wobei die Frage offen blieb, wer für soviel Geld dort noch hinfährt. Der Herr meinte, es sei dort eine Lodge geplant, mit Pool und Restaurant, dann würden die Leute kommen……..Wir bestimmt nicht mehr. Nach einem feuchtfröhlichen Abend und Abschied bei Angelika, Klaus und Alexander, suchten wir am nächsten Tag den Weg nach Savuti. Die neue Straße wollten wir nicht fahren, aber die alte Strecke am Khwai entlang endete schon nach wenigen Kilometern im absoluten Sumpf, völlig unpassierbar. Also zurück und doch die neue Straße fahren, wenn auch murrend. Interessant wurde es erst wieder, als plötzlich am Khwai River standen, wo wir scheinbar durchfahren müssen, denn die neue Straße taucht am anderen Ufer wieder auf…..Brücke vergessen zu bauen?…..
Hätte ich schon jetzt und nicht erst später in Windhoek erfahren, daß ein deutscher Tourist in Ruacana von einem Krokodil getötet wurde, ich wäre nicht vorweg durch den Fluß gewatet. Ein komisches Gefühl war es trotzdem. Ich gucke links und rechts, ob etwas auf mich zu kommt…und WIE ich gucke.. Die Querung bei festem Untergrund ,klarem Wasser und 80cm Wassertiefe war dann problemlos. Auf dem weiteren Weg nach Savuti sahen wir mehrere Elefantenherden . Trotzdem fand ich es sehr schade, die wunderschöne Strecke am Khwai River entlang nicht wiedergesehen zu haben.
Hi Birgitt, na das war ja einen Abenteuerurlaub vom Feinsten 😄 Danke Dir , für den sehr lebhafter Bericht wiedermal. Lieben Gruß Cécile 🙂
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Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
Pascalinah2'772 Beiträge · seit 200629. Dez. 2009 · #15
Hallo Birgitt,
eigentlich wollte ich nur "mal kurz" deinen Bericht überfliegen... doch nun muss ich mich sputen noch pünktlich zur Arbeit zu kommen... das hat man nun davon! Herzlichen Dank für den spannenden Bericht 🙂 ! Es kommt mir vieles bekannt vor. Da reist man gleich noch einmal mit.
BirgittThemenstarter1'667 Beiträge · seit 200902. Jan. 2010 · #18
Reisebericht 2009
Fortsetzung
Gleich zu Beginn, beim Einchecken in Savuti, trafen wir Heike B und Peter aus dem Forum, mit denen wir abends sehr nette, feucht-fröhliche Stunden verbrachten. Savuti selbst war wieder einmal wunderschön. Auf unserem Camp-site Nr. 3, mit Blick in das “ Tal “ ließ es sich aushalten. Abends Hyänen, tagsüber ein Elefant, der den verschiedenen Camp- Sites einen Besuch abstattete. So liebe ich sie, die sanften, grauen Riesen, wie sie mit stoischer Ruhe an den Zelten und den Menschen vorbei gehen, hier und da ein paar Blätter zupfen, und sich von nichts beeindrucken lassen. Der Wildreichtum in der Umgebung von Savuti war dieses Jahr auch immens. Neben unzähligen Elefanten sahen wir auf unseren Gamedrives Löwen, Hyänen, sehr große Gnu - und Zebraherden und unzählige Antilopen. Hätten wir nur einen Bruchteil dessen im Moremi gesehen, hätten wir uns gefreut. Auch die Stunden, die wir auf unseren Campingstühlchen verbrachten, wurden nie langweilig. Neben vielen Tokos und Frankolienen gab es Unmengen von kleinen Baumhörnchen, die rund um und auf unserem Tisch nach Nahrung suchten. …..und Springhasen. Das erste Mal, daß ich während meiner Afrikaurlaube Springhasen sehe, und dann gleich eine ganze Gruppe. Die Springhasen haben mit Hasen nicht wirklich viel gemeinsam, außer vielleicht das Gesicht. Die nachtaktiven, ca. 50 cm großen Tiere ähneln mehr einem Känguruh, mit ihren kurzen Vorderbeinen, auf die sie sich beim Fressen stützen und langen, kräftigen Hinterbeinen, mit denen sie Sätze von bestimmt acht Metern machten. Im ersten Moment dachten wir, Skippy, das Känguruh kommt persönlich angehüpft. Leider konnten wir die Tiere nur im Schein unserer Taschenlampe beobachten und keine Pfotos oder Filme machen. Vor unserer Weiterreise nach Linyanti erkundigten wir uns über den Zustand der Wege. Von Savuti nach Linyanti wäre es trocken, von Linyanti nach Ghoha Gate gebe es etwas Wasser auf der Piste. Wir waren gespannt auf die vielbeschriebene Tiefsandstrecke nach Linyanti….. Ich denke, da wir vorher durch den Khaudum gefahren sind, kam uns der Sand in kleinster Weise tief vor. In Linyanti selbst waren wir die einzigen Gäste. Das Gate ist nicht mehr besetzt und so bauten wir unsere Zelt auf dem gebuchten Platz Nr.1 auf. Mit Abstand der schönste Platz auf dem gesamten Campground. Direkt am Wasser, mit herrlichem Blick nach allen Seiten. Ich muß sagen, von allen Camp-Sites hat mir Linyanti von der Lage her am Besten gefallen……wenn da nicht……..ja, wenn da nicht mit Einbruch der Dämmerung ein Milliardenheer von Mücken über uns hergefallen wäre. Ich habe ja nichts gegen ein paar Moskitos, die werden abgeklatscht und fertig. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Mit Handtüchern bewaffnet, wild um uns wedelnd, versuchten wir uns in den Qualm unseres Feuers zu retten. Zwecklos…. Auf jedem Zentimeter nackter Haut saßen mehrere Mücken und suchten nach der besten Einstichstelle. Uns blieb nichts anderes übrig, als unsere Weingläser zu schnappen und ins Zelt zu flüchten. Wobei uns natürlich Hunderte von den Viechern folgten. Also, die chemische Keule ausgepackt,…..Augen zu und durch und…….DOOM. Am nächsten Morgen war der Spuk vorbei und ich fegte ein volles Kehrblech Moskitos aus dem Zelt. Im Gegensatz zu deutschen Mücken juckten die Stiche Gott sei Dank nicht, man sah nur winzigkleine rote Stellen, aber Hunderte….. Unsere Sachen waren schnell verstaut, und wir machten uns auf den 45 Kilometer langen Weg zum Ghoha Gate. Der Weg führte die Cut-line ( Feuerschneise) entlang. Sandige Abschnitte wechselten mit hartem Untergrund. Nach ca. 15 Kilometern fragten wir uns, wie alt wohl die Information der Rangerinwar, bezüglich des Wassers auf der Strecke, denn bis hierher war es staubtrocken. Doch dann kam es, riesige Wasserlöcher über die gesamte Breite des Weges. Gott sei Dank führte eine Umleitung rechts vorbei. Dann wieder trockene Abschnitte. Doch die Wasserlöcher häuften sich., und wurden immer größer. Bislang gelang es uns, mit zwei Reifen auf trockenem Grund, am Rande des Wassers durch zu fahren. Doch dann kam der Knaller. Schon beim Anblick der Wassermassen vor uns bekam ich ein mulmiges Gefühl. Aber es nutzt ja nichts. Raus aus dem Auto, rein ins Wasser. Mein Gefühl wurde nicht besser, als ich sah, wer vor mir alles ins schwarze Wasser glitt. Richtig erkennen konnte ich nur dunkle Schildkröten und dicke Ochsenfrösche. Wer da wohl noch alles drin wohnt ?. Gibt es in Afrika eigentlich auch Schnappschildkröten ? Nach zwei Metern im Wasser mußte ich das Durchwaten “ leider” abbrechen. Der Untergrund war völlig glitschig, zäher,schwarzer Schlamm saugte meine Schlappen fest, und das Wasser stand mir, obwohl ich oben auf der Fahrspur lief, bis an den Saum meiner kurzen Hose, und wurde immer tiefer. Dieser Weg war definitiv nicht befahrbar. Außen herum waren die Mopanebäumchen zu dick, um darüber zu fahren. So blieb nur zu versuchen, mit den linken Reifen auf festem Grund zu bleiben, rechte Reifen im Wasser, und in völliger Schräglage am Wasserrand entlang zu fahren. Die ersten 50 Meter ging auch alles gut, und innerlich schon jubelnd , näherten wir uns dem festen Untergrund. Doch zu früh gefreut. Zwei Meter vor dem festen Grund rutschten wir in das schlammige Wasser. Das tiefe, von Elefanten gebuddelte Loch war in dem dunklen Wasser nicht zu erkennen.,….. Es sagte “ Knock “ und wir lagen mit Vorderachse und Differential total auf. Das rechte Hinterrad hing in der Luft. Kein Problem, dachten wir. Differentialsperre rein und weiter geht’s. Doch die funktionierte nicht. Also doch ein Problem. Ohne Differentialsperre dreht sich ja nur das am leichtesten gängige Rad, und das hing bei uns in der Luft. Josef machte sich Gedanken, ich schwärmte aus, um Holzstämme zum unterlegen zu suchen. Mehrere Versuch, heraus zu kommen scheiterten. Wir hatten die Reifen hochgebockt, was in dem schlammigen Wasser nicht einfach war, Holz darunter gepackt, doch nichts half. Mittlerweile waren wir naß und schlammverschmiert. Die Mittagshitze wurde immer größer und kein Schattenbaum, ….was sehnte ich Bewölkung herbei…. Natürlich keine Regenwolken. Hinzu kam der Gedanke, daß niemand wusste, daß wir hier sind. Seit drei Tagen hatten wir kein Auto mehr gesehen und das Gate in Linyanti war ja auch nicht besetzt. Letzte Möglichkeit,( wir hatten 2 Wagenheber dabei), den Wagen hinten hoch zu bocken, und ihn vom Wagenheber runter fallen zu lassen. Die Aktion brachte vielleicht nur 20 Zentimeter ein, aber es waren die entscheidenden 20cm. Das Ganze einige Male wiederholt, und nach gut 4 Stunden hatten wir und vor allem unser Auto wieder festen Grund unter uns. Mein Gott, was haben wir uns gefreut. Ich glaube, jedem Tanz der Einheimischen hätten wir Konkurrenz gemacht. Und dann erst einmal ein kaltes Bier…..oder waren es zwei…. Es folgten nur noch kleinere Wasserdurchfahrten und wir konnten unseren Weg über Kachikau nach Ihaha fortsetzen.