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KIKibokoThemenstarter1'250 Beiträge · seit 200901. Sept. 2009 · #1
Liebe FoMis,
ich bin aus Madagaskar zurück. Es ist ein sehr interessantes Land. Man kann Madagaskar nicht mit anderen afrikanischen Ländern vergleichen. Es ist eine Welt für sich! Ich emfpand es spannender als Namibia! Ich werde in den nächsten Wochen hier einen Reisebericht über meine Erlebnisse im Land der Lemuren schreiben.
Viele liebe Grüße Bernd
GFGforce435 Beiträge · seit 200701. Sept. 2009 · #2
Hallo Kiboko,
schade für dich, das du schon wieder zurück bist. Aber, andere FoMis und ich, wir freuen uns darüber. Dann berichte mal, warum dir die große Insel besser gefiel als Namibia.
LG
ANANNICK8'049 Beiträge · seit 200801. Sept. 2009 · #3
Hallo Bernd,
Was du da schreibst wundert mich überhaupt nicht! 🙂
Ich empfand die Insel auch spannender als Namibia.
Bin auf deinen Reisebericht sehr gespannt. 😁
Es grüsst
Annick
SAsammy1'009 Beiträge · seit 200701. Sept. 2009 · #4
Hallo Bernd,
schade für Dich, schön für uns das Du wieder zurück bist. 😄 Vielleicht hast Du ja am 10. Oktober zeit uns ein bischen von Deiner neuesten Reise zu erzählen. Schau einfach mal hier. Wir würden uns freuen, wenn Du wieder mit von der Partie wärst.
liebe Grüße Petra
SKskrewdrivers266 Beiträge · seit 200801. Sept. 2009 · #5
hallo als ich vor über 20 jahren zum ersten mal in mada war,traf ich einen enthnologen aus ulm.er machte ein studium über die vezu im süden von mada(seenomaden),bei toualar. er meinte entweder man ist von dem land begeistert und kommt immer wieder oder man hasst es. ich bin daraufhin jährlich da gewesen mein begleider und freund damals das erste und letzte mal. ich kann nur bestetigen-diese land ist ganz anders als namibia uns das in fast allen dingen. matthias
KIKibokoThemenstarter1'250 Beiträge · seit 200902. Sept. 2009 · #6
Hallo Matthias,
ich werde bestimmt mindestens noch einmal nach Madagaskar reisen. Ich habe auf meiner Reise leider nur einen kleinen Teil sehen können.
Das mit den Lieben oder Hassen kenne ich aus Indien. Dort wusste ich schon in der Schlange vor der Einreisebehörde, dass ich das Land hassen werde ... ... es war morgens um 02:30, ein paar 100 Leute stehen vor mir in der Schlange, ein Gang ohne Fenster, es ist stickig heiss, ein Fernseher krächst in einer unglaublichen Lautstärke in verkurbelter Tonlage und in einer unverständlichen Sprache. Die Beamten arbeiten in einer Geschwindigkeit, bei der der langsamste Afrikaner wie ein Hektiker wirkt. Als ich dann zwei Stunden später am Kofferband auf meinen Rucksack warte, sausen dort einzelne Taschengriffe mit Bandarole und viele einzelne Kleidungsstücke im Kreis. Dann kam mein funkelnagelneuer Rucksack - mit einer dicken Stuabschicht bedeckt. Als ich versuchte den Staub zu entfernen, meinte mein Nachbar am Kofferband nur, dass ich mir das sparen könnte. Wie recht er hatte ...
Glücklicherweise hat sich Madagaskar schon vor vielen Millionen Jahren von Indien getrennt. Madagaskar ist dagegen wirklich ein schoenes Land. Ich will da gerne noch mal in den Osten, in den Westen, in den Norden und an die Südspitze! Ich brauchte noch nicht einmal Visum zu bezhalen und auch die Ausreisesteuer ist inzwischen weggefallen!
Gruss Bernd
WÜwüstenfee749 Beiträge · seit 200602. Sept. 2009 · #7
Hallo Bernd,
ich war 1993 (?) auf Madagaskar und war sehr begeistert.
Bin ziemlich neugierig auf Deinen Bericht, möchte natürlich wissen was sich in den letzten Jahren so alles getan hat.
Es waren politische Unruhen wegen der Wahl und es war nicht einfach durch das Land zu reisen. Doch mit den wirklich netten Leuten sind wir (fast) überall hingekommen.
Dann schreib mal fleißig .................
lg Wüstenfee
KOkobra2409 Beiträge · seit 200702. Sept. 2009 · #8
Hallo Bernd,
bin auch ganz gespannt auf deinen Reisebericht. War 1999 in Madagaskar und es hat mir einfach super gefallen.
Also, dann mach dich mit der deutschen Hektik wieder langsam vertraut.. 😎
Schönen Tag noch 😎
Gruß
Uli
SKskrewdrivers266 Beiträge · seit 200802. Sept. 2009 · #9
hallo bernd kenne das land ziemlich genau und speziell die einsameren gegenden die die reisefüherer nicht ansprechen,bzw. behaupten nicht machbar.habe das land mit 4x4 bereist und dann nach dem alles was machbar war mit 4x4 bin ich auf die enduro umgestiegen. das einzige gebiet was ich nicht kenne-nur vom flugzeug-ist die west-nordküste.das gebiet von mahajunga aus die westküste entlang,richtung maintirano und morondave.bei mir hörte es immer auf ca. 150 km hinter morodava nördlich und von mahajunga ca. 50km südlich an der küste. den restlichen teil besonders der küste bin ich komplett abgefahren. habe mir dann für dieses gebiet(west-nordküste) extra einen unimog zugelegt und restauriert.diese restauration hat viel geld verschlungen und so wird er bei mir zu hause im wald und wiese eingesetzt.leider bleibt von diesen fahrzeugen nicht mehr viel übrig nach jahren wenn die in mada eingesetzt werden und man nicht selbst immer vor ort ist. matthias
HUhummel7928 Beiträge · seit 200905. Sept. 2009 · #10
Hallo,
ich bin auch schon total gespannt auf Deinen Bericht. Wir haben nun schon einiges darüber gesehen und es reizt uns ungemein, selbst mal hinzufahren. Wir freuen uns auf Deine Infos und Fotos.
Gib uns Bescheid, wenn der Reisebericht fertig ist.
Viele Grüße, Ines
KIKibokoThemenstarter1'250 Beiträge · seit 200907. Sept. 2009 · #11
Reisebericht Madagaskar 2009 Teil 1 – Übersicht
Die Reise wurde von Frau Liane Merbeck (Abendsonne Afrika) für mich zusammengestellt. Sie wurde von Boogie Pilgrim Tours in Madagaskar durchgeführt. Es ist keine Standardreise von der Stange. Der Strandaufenthalt wurde für mehr Nationalparks gestrichen.
Hier sind die Eckdaten der Reise:
13.8. Anreise nach Frankfurt Flug mit SAA nach Johannisburg
14.8. Flug mit Airlink nach Antananarivo Fahrt zum Andasibe Nationalpark Übernachtung in Vakona Forest Lodge
15.8. Wanderung im Andasibe Nationalpark Lemur Island Krokodilfarm Nachwanderung Übernachtung Vakona Forest Lodge
16.8. Fahrt nach Antsirabe Krokodilfarm Stadtrundfahrt Antsirabe Übernachtung LeTrianon
17.8. Vulkansee Tritriva Fahrt nach Sahambavy Übernachtung Lac Hotel
18.8. Bahnfahrt nach Tongoloina Fahrt nach Ranomafana Übernachtung Setam Lodge
20.8. Fahrt nach Fainarantsoa Wanderung durch das Umland Übernachtung Tsara Guest House
21.8. Fahrt ins Tsaranoro Tal Papiermanufaktur in Ambalavao Anjah Reservat Übernachtung im Tsara Bush Camp
22.8. Wanderung in ein Waldreservat Übernachtung im Tsara Bush Camp
23.8. Fahrt nach Isalo Museum Isalo Nationalpark Window Rock mit Sonnenuntergang Übernachtung im Jardin Du Roy
24.8. Wanderung Isalo Nationalpark (Tal der Affen) Wanderung Isalo Nationalpark (Wasserfall) Übernachtung im Jardin Du Roy
25.8. Fahrt nach Toleare Aboretum Stadtrundfahrt Toleare Flug mit Air Madagaskar nach Antanarivo Übernachtung im Pavillon de L’Emyme
26.8. Stadtrundfahrt Antanarivo Tsarasaotra (Vogelschutzgebiet) Rückflug mit Airlink nach Johannisburg Rückflug mit SAA nach Frankfurt
27.8. Heimreise
Fortsetzung folgt 🙂
KIKibokoThemenstarter1'250 Beiträge · seit 200915. Sept. 2009 · #12
Madagaskar 2009 Teil 2 13.08.2009 Fahrt nach Frankfurt
Der Wecker reißt mich aus meinen Träumen. Heute geht wieder ein Abenteuer los. Schnell die Safari-Klamotten angezogen und die Wanderschuhe geschnürt. Die Kollegen werden Augen machen. Ab in die Firma. Nach einen ereignisreichen letzten Arbeitstag geht es nach Hause. Dort warten ein funkelnagelneuer Fotorucksack (Photo Trekker AW II) und ein Mini-Hartschalenkoffer sowie die Flugtickets auf mich. Die Wartezeit hat jetzt ein Ende. Auch wenn die letzte Afrikareise gerade mal zwei Monate her ist, bin ich schon wieder auf Entzug. Die Abfahrtszeit der S-Bahn drängt. Jetzt wird es Zeit den Fotorucksack zu schultern. Uff ist der schwer. Das Köfferchen geschnappt. Licht aus! Wasser aus! Tür zu! Jetzt gibt es kein zurück mehr. 🤩 Auf zum Bahnhof. Ich wähle den kürzesten Weg durch das Gebüsch über den Hausbahnsteig. Schon jetzt schmerzt der Fotorucksack auf den Schultern. Wie soll das denn nur auf den Wanderungen in Afrika sein? Die Regionalbahn trudelt gerade ein. Noch 10 Minuten bis zur Abfahrt. Ich brauche aber noch meine Fahrkarte. Vor mir braucht jemand eine Ewigkeit am Automaten. Anscheinend können nicht nur Afrikaner unglaublich langsam sein. Endlich wirft er entnervt das Handtuch. Mit flinken Fingern hangele ich mich durch die Menüs. Dann wird schnell die Buchungsnummer eingetippt. Der Automat summt, brummt, klackert, Lichter gehen an und aus, der Nadeldrucker rattert und endlich erscheint auf dem Bildschirm die Nachricht: „Ticket entnehmen“. Wo ist das Ticket? Es gibt hier kein Ticket!!! Wutentbrannt trete ich gegen den Automaten. Ich treffe aber nur den Betonsockel. Aua!!!! Das hat weh getan. Noch 5 Minuten bis zur Abfahrt. Ruhig bleiben! Nochmal die ganze Prozedur, wieder das bekannte Summen, Brummen und Klackern. Dann kommt ein doppelt bedrucktes Ticket mit ausgefressenen Ende heraus. Besser als Nix. Dann geht der Automat auf Störung. Noch 2 Minuten bis zur Abfahrt. Also hurtig durch die Unterführung gehechelt. Noch eine Minute! Die Treppe hoch geflitzt. Abfahrtszeit! Schweißgebadet entere ich die Regionalbahn. Ich nehme Platz. Da ertönt die Durchsage: „Sehr geehrte Fahrgäste wir warten noch auf Anschlussreisende. Die Abfahrt verzögert sich um 5 Minuten“. Jetzt wird es mit der Umsteigezeit in Mannheim knapp. Der ICE hat in Mannheim 10 Minuten Verspätung, also alles in Butter. Dann geht es mit einen ICE der Dritten Generation (403 028) im Sauseschritt nach Frankfurt.
Es ist 18:25 Uhr. Um halb sieben wollte ich mich mit Volker am Schalter der SAA treffen. Aber ich kann keinen Volker entdecken. Die Schlange ist kurz und so stelle ich mich an. Vor mir müssen alle Leute auch das Handgepäck auf die Waage legen. Mir schwant böses. Eine lächelnde Dame winkt mich an ihren Schalter. Ich stelle mein Köfferchen auf die Waage – 9 kg. Kein Problem. Aber jetzt soll ich meinen Fotorucksack ebenfalls auf die Waage stellen. Der hat satte 17 kg. 😮 Das Lächeln bei der Dame verfliegt. Ihr Gesicht wird bleich.
Dame: Das geht so nicht! Als Handgepäck sind nur 7 kg erlaubt und der Rucksack muss eingecheckt werden.
Kiboko: Der Rucksack kann nicht eingecheckt werden. Da ist eine empfindliche Fotoausrüstung drin. Diese kann ich unmöglich der Kofferunterwelt anvertrauen. Außerdem ist der Rucksack nicht abschliessbar.
Dame: Es ist Gesetz, dass keine Handgepäckstück mehr als 7 kg wiegen darf. Der Rucksack darf nicht mit in die Kabine.
Kiboko: Der Wert der Fotoausrüstung ist über 20.000 Euro. Das kann ich unmöglich einchecken und ist von ihrer Versicherung nicht gedeckt.
Die Gesichtsfarbe der Dame verändert sich in ein zartes rot.
Dame: Das kann sie verstehen, aber es darf nur 7kg ins Handgepäck. Wenn schwere Gepäckstücke in der Kabine herumfliegen ist die Verletzungsgefahr zu groß. Daher gibt es die Beschränkung.
Kiboko: Ich kann ihren Standpunkt verstehen. Aber dann kann ich bei ihnen nicht mitfliegen!
Im Geist sah ich mich schon statt nach Afrika zu fliegen, mit dem ICE nach Hause zu fahren. Die Gesichtsfarbe der Dame ist inzwischen dunkelrot.
Dame: Wenn sie bei mir eine Ausnahme machen würde, würde sie sofort eine Abmahnung bekommen. Sie darf kein Handgepäckstück über 7 kg zulassen.
Die Reisenden an den Nachbarschaltern gucken schon blöd. Die Dame hat Schweißperlen auf der Stirn.
Kiboko: Wenn ich zwei schwere Kameras aus dem Fotorucksack herausnehme und einzeln trage, wäre das dann OK?
Dame: Wenn der Rucksack 7 kg hat, wäre das OK.
Also habe ich meine beiden Knipskisten mit dem 24-70 und der Gorillahantel herausgenommen. Im Kopf das Gewicht addiert. Das reicht noch nicht. Schnell noch das 70-200 in meinen Pullover eingewickelt und in einen Beutel gestopft. Dann das 105er und 30er jeweils in eine Hosentasche gestopft. Den Reiseführer in eine Beintasche gequetscht. Oh je, die Gewichtskraft zerrt am Gürtel. Die Hose fängt an zu rutschen. 🤨 Aber jetzt müsste es reichen. Eine Kollegin prüft das Gewicht des Rucksacks an einen anderen Schalter, 7 kg. Aber die Dame am Schalter glaubt es nicht und prüft noch mal. Jetzt sind es nur noch 6.5 kg. Jetzt lächelt sie wieder. Ich bekomme meine Bordkarte. Vollbehangen mit Fotogeraffel und mit rutschender Hose mache ich mich aus dem Staub. Warum gucken mich alle Leute so blöd an? Haben die noch nie einen Mann mit zwei Fotoapparaten und ausgebeulten Hosentaschen gesehen? Es ist jetzt 18:35 und von Volker ist immer noch nix zu sehen. Es wird Zeit das ich das Fotogeraffel wieder in den Rucksack packe. Aber es ist ungeschickt, das hier demonstrativ vor dem Schalter zu machen. Mit einer Hand halte ich meine Hose fest. Dann suche mir eine ruhige Ecke außer Sichtweite. Objektive und Kameras werden wieder in den Fotorucksack verstaut. Jetzt bin ich wieder beweglicher. Volker kam leider erst um 18:45 und wir haben uns knapp verpasst. Beim Sicherheitscheck kommt alles auf das Band. Leider piept es beim Durchgehen. Dann müssen die Schuhe auf das Band. Es piept immer noch. Ooops, ich habe den Geldgürtel vergessen. Der muss auch noch durchleuchtet werden. Dann darf ich mich wieder anziehen. Jetzt geht es mit dem Fotogeraffel zum Sprengstofftest. Wieder alles auspacken. Die Prozedur kenne ich schon. Immerhin bekomme ich so für meine Start- und Landegebühr einiges geboten.
Am Gate angekommen sind wieder die Damen vom Schalter aktiv. Damit es keinen Ärger gibt und ich nicht gegen Gesetze verstoße, packe ich meine Knipskisten wieder aus und hänge sie mir um den Hals. Die Dame lächelt wieder und läßt mich in den Flieger. Nach einer Wanderung durch den Airbus A340-600 – der ist länger als ein Jumbo – komme ich endlich in Reihe 65 an. Netterweise hat das Reisebüro einen Fensterplatz reserviert, der nicht über der Tragfläche ist. Die Gorillahantel parke ich zwischen den Beinen. Die andere Knipse lege ich ebenfalls im Fußraum ab, wobei ich den Kameragurt um die Sitzlehne wickele. So bleibt sie stets griffbereit. Der Sitzabstand ist erstaunlich groß. Hier kann ich sogar das Tischchen runterklappen, ohne dass mein Bauch im Weg ist. Dafür sind die Sitze etwas enger und der Speck quetscht sich zwischen die Armlehnen. Der Sitz neben mir bleibt frei. Prima, so kann ich mich besser ausstrecken. Nach einer ausgedehnten Stadtrundfahrt durch Frankfurt hebt der Flieger von der Startbahn West ab. Zwischen den Wolkenschichten blinzelt die untergehende Sonne nochmal durch. Tschüß!
Wenig später gibt es einen afrikanischen Willkommensgruß. Ob 1895 das Mindesthaltbarkeitsdatum ist? Prost!
Eingezwängt in der Aluröhre, zwischen Sitzreihen, Armlehnen und Sicherheitsgurt versuche ich etwas Schlaf zu finden. Da kommt mir das Lied von Reinhard Mey in den Sinn. Es summen die Motoren. Es dröhnt in meinen Ohren. Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Ob der gute Mann jemals ein Flugzeug von innen gesehen hat? Endlich bin ich etwas am dösen als mich eine Frauenstimme schlagartig in die Realität zurückholt: Beef or Chicken? Nachdem ich die schwierige Entscheidung getroffen habe gibt es noch gratis einen leckeren südafrikanischen Rotwein dazu. Aber an Schlaf ist einfach nicht mehr zu denken. Ich ziehe mir noch zwei Filme rein. Ice Age II und ein viertklassiger amerikanischer Spielfilm. Irgendwie kommt da kein Afrikafeeling auf. Ich fühle mich wie im Wachkoma. Die Nacht wird lang und läääääääääääääääääääänger.
Fortsetzung folgt 😁
KOkobra2409 Beiträge · seit 200715. Sept. 2009 · #13
Hallo Kiboko,
hab mich köstlich über deinen Start amüsiert. Schön und sehr kurzweilig geschrieben. Auf keinen Fall nachlaßen und so weiter schreiben. Freu mich auf die Fortsetzung.. 😎
Gruß
Uli
EIeicki134 Beiträge · seit 200920. Sept. 2009 · #14
Hallo Bernd,
schön, dass du auch außer deinem Reisebericht von Namibia nun auch den Reisebericht von Madagaskar in das Forum stellst. Auch wir freuen uns auf die Fortsetzung und die tollen Bilder.
Ramona
KIKibokoThemenstarter1'250 Beiträge · seit 200922. Sept. 2009 · #15
Madagaskar 2009 Teil 3 13.08.2009 Flug nach Antanarivo
Auch der längste Flug hat ein Ende. Die Sonne geht auf. Ich werfe den ersten Blick auf Afrika. Wenig später beginnt der Landeanflug auf Johannesburg.
Auf wackligen Beinen kann ich endlich mein fliegendes Gefängnis verlassen. Ich bin am äußersten Ende des Flughafens angekommen. Ich folge den Schildern „Transfer Flights“. Der Weg führt durch unendlich lange Gänge. Die Gänge werden schmaler, haben keine Fenster, sind hell gestrichen und durch eine gleißende Neonsonne ausgeleuchtet. Ist endlich das Ende eines Ganges erreicht, kommt ein Knick und dann geht es wieder unendlich lang geradeaus. Südafrika wirbt mit dem Slogan „die ganze Welt in einem Land“. Dabei haben die schon die ganze Unterwelt in einen Flughafen. Der Gang weitet sich zu einer kleinen Halle. Vor mir sind zwei Schalter mit freundlichen Beamten. Hier wird mein Ausweis kontrolliert und ich bekomme einen kostenlosen Andenkenstempel aus Südafrika. Weiter geht der Gewaltmarsch durch die Neonunterwelt. Eine Glasschiebetür versperrt mir den Weg. Die Menschen stauen sich davor. Doch die Automatiktür geht nicht auf. 😮 Sollen wir hier verhungern? Oder unseren Anschlußflug verpassen, damit wir länger in Südafrika bleiben? Den Offiziellen ist das anscheinend egal. Ein Team aus Vater und Sohn zerren an der Schiebetür und es gelingt tatsächlich sie einen kleinen Spalt auseinander zuziehen. Die beiden quetschen sich durch die Spalte. Was die können, kann ich auch! Nur ist mein Fotorucksack um ein vielfaches breiter, als der Spalt. Mein Bauch ist noch breiter! Also stemme ich mein volles Kampfgewicht gegen die Glasschiebetüren. Ich spüre ein leichtes Ruckeln. Aber sonst passiert nix. Ich spreche einen Voodoozauber: „Scheiß Tür“ und stemme mich mit voller Kraftanstrengung dagegen. Mit einem entsetzlichen Kreischen gibt der Klügere nach und die Schiebetür geht auf. Unter dem tosenden Applaus der Wartenden geht es in den nächsten Gang, 😎 dessen Ende nur wage zu erkennen ist. Der erweitert sich in eine kleine Halle. Schlange stehen am Sicherheitscheck und dann bin ich endlich am anderen Ende des Flughafens angekommen. Das nennt man hier Kap der Guten Hoffnung, weil jetzt die gute Hoffnung besteht, den Anschlussflug zu erreichen. Es geht die Treppe hoch und ich stehe in einer virtuellen Glitzerwelt. Willkommen in der ganzen Geschäftswelt in einen Flughafen. Jetzt geht es den ganzen Weg zurück, bis ich ungefähr an dem Gate abfliege, an dem ich vor zwei Stunden angekommen bin. Ob mein Koffer den gleichen Weg gehen muß? Mit einer British Aerospace 146 „Baby Jumbo“ geht es mit der Airlink, einer SAA-Tochter nach Madagaskar.
Ich habe wieder einen Fensterplatz. Diesmal in Reihe 16. Das ist aber bei dem kleinen Flieger schon fast ganz hinten. Nachdem ich mich vergeblich bemühe meinen Fotorucksack zu verstauen landet dieser in einen Geheimfach im Heck des Fliegers. Nach dem Start fliegen die Vororte Johannesburgs vorüber, es folgen kreisrunde Felder mit künstlicher Bewässerung und dann ist alles braun in braun. Ein letzter Blick auf Mosambik
und dann geht es auf das Meer hinaus. Die Fluggesellschaft spendiert noch ein paar kulinarische Köstlichkeiten 🤢
und schon schweben ich über Madagaskar
Beim Landeanflug spießt der Pilot noch ein paar Schäfchenwolken auf und es gibt ein paar Blicke auf Berge und Reisfelder.
In den Tälern sind Reisfelder. Auf den Bergen sind Wiesen. Die Bäume wurden alle abgeholzt. Erosionsrinnen verzieren die Hänge. Nach einer Ehrenrunde knotet der Pilot noch eine Warteschleife an den Himmel und dann schlage ich in Antananarivo auf. Eine Maschine der Air Mauritius ist kurz vorher gelandet. Dort quellen schon die Menschenmassen heraus.
Ich ahne Schlimmes. Die Empfangshalle ist vollgestopft und ich muß draußen warten. So langsam kämpfe ich mich in die Halle vor. Hier muss erst mal ein Formular ausgefüllt werden. Da ich kein Visum habe, stelle ich mich brav am Visa-Schalter an. Nach einer Weile komme ich endlich an die Reihe. Die nette Dame spricht kein Englisch. Ich kein Französisch. Ich wedel mit Pass, Euros und Ticket. Mit Händen und Füßen fängt sie an zu Gestikulieren. Ich verstehe nix. Dann schleift sie mich zu einen großen Plakat. Da steht in englischer Sprache drauf, dass man für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen kein kostenpflichtiges Visum mehr braucht. Prima! 🙂 Jetzt geht es zur nähsten Schlange. In einen Kabuff sitzen 4 schwitzende Polizeibeamte und stempeln Pässe. Ich stelle mich am Schalter 1 an. Nachdem ich fast am Schalter bin, werde an die andere Schlange auf der anderen Seite des Kabuffs verwiesen. 😵 Immerhin konnte ich dabei den Vordermann überholen. Die Freude ist aber nur von kurzer Dauer. Als ich endlich am Schalter 2 dran bin, will der Beamte von mir ein zweites Formular für die Polizeivermerke haben. 😵 Also wieder zurück und auch dieses Formular ausgefüllt. Jetzt stelle ich mich gleich an den 2. Schalter an. Kurz bevor ich an der Reihe bin, soll ich mich wieder an die Schlange vom ersten Schalter anstellen. 😵 Ich komme mir vor wie Asterix und Obelix im Haus das Verrückte macht. Gebt mir doch endlich den Passierschein A38. 🤪 Aber auch die Warterei hat ein Ende. Ich darf endlich meinen Pass mit den beiden Formularen abgeben. Die schwitzenden Beamten hauen einen Stempel in meinen Reisepass. Mein Ausweis kommt auf einen Stapel. Durch die nachfolgenden Einreisewilligen wird der Stapel immer größer. Ein Beamter kontrolliert dann die Stempel und gibt die Pässe aus. Dabei nimmt er immer den nächsten Ausweis von unten. Jetzt liegt meiner ganz unten. Ich bin gleich dran! Nix da! Der Beamte hat keine Lust mehr und übergibt den Stapel an einen Kollegen. Der dreht den Stapel einfach mal um und legt ihn auf einen viel größeren Stapel vom anderen Schalter. 😮 Ich darf wieder warten. Als letzer aus den beiden Fliegern bekomme ich endliche meinen Pass ausgehändigt. 🤨
Das Kofferkarussell dreht sich schon. Hin und wieder kommen mal ein paar Koffer auf das Band. Die Menschen stehen in Fünferreihen davor. Mein Köfferchen ist noch nicht dabei. Ich habe also noch nix verpasst. Bei der folgenden Runde kommt auch schon mein Köfferchen vorbei – just in Time. 🙂
Ich verlasse die heiligen Hallen. Draußen erwartet mich auch schon Eric, mein Guide und Fahrer. Der nächste Weg führt zur Bank. Ich tausche 300 EUR und bekomme dafür schlappe 801000 Ariary. Das sind über 80 Scheine! Ich bin reich! Im ersten Augenblick ärgere ich mich ein wenig – mit 400 EUR wäre ich Millionär gewesen. Aber auch so habe ich die Taschen voller Geld. 🤩 🤩 🤩
Es werden immer 9 Scheine gestapelt. Der 10. Schein wird drumherum gewickelt. Der Stapel wird dann zusammengetackert.
Es geht auf den Parkplatz. Dort steht ein dunkelgrüner Galloper - Hyundai - Mein Auto! 🤩
Das Auto hat fast senkrechte Scheiben, so dass ich gut und fast reflexfrei durch die Scheiben fotografieren kann.
Dann geht es in das Getümmel von Antananarivo, die Hauptstadt Madagaskars. Die Häuser liegen auf Hügeln. In den Tälern sind Reisfelder
Durch die Häuserschluchten quält sich der Verkehr. Eine Flotte von Großraumtaxis vom Typ 2CV und R4 bevölkert die Straßen.
An diesen Tag geht die Fahrt noch bis zum Andasibe Nationalpark.
Fortsetzung folgt 😛
GFGforce435 Beiträge · seit 200722. Sept. 2009 · #16
Hallo Kiboko,
primaprimaprima und mehrmehrmehr davon - bald!
LG
EIeicki134 Beiträge · seit 200922. Sept. 2009 · #17
Hallo Bernd,
prima, dass du uns mitreisen lässt.
Ramona
BABamburi541 Beiträge · seit 200722. Sept. 2009 · #18
Hallo Bernd,
das sind wirklich hammergeile Reiseberichte. Bitte mehr davon!!!!
Viele Grüße Anja
KIKibokoThemenstarter1'250 Beiträge · seit 200923. Sept. 2009 · #19
Madagaskar Teil 4 14.8.2009 Antananarivo – Andasibe
Aus dem Flieger werde ich gleich in eine andere Welt katapultiert. Auf den Weg vom Flughafen zum Andasibe Nationalpark muss die Hauptstadt Antananarivo durchquert werden. Es geht durch Häuserschluchten und quirligen Verkehr. Ich sitze gemütlich auf den Beifahrersitz, stelle die Knipskiste auf „Feuerstoss“ und ballere beim „Drive-By-Shooting“ die Speicherkarten voll. In Madagaskar gibt es viel mehr zu sehen, als in Namibia. Ungewöhnlich sind die offen verlegten Strommasten mit Spannungen irgendwo zwischen 10 und 25 kV. Die blitzgescheiten Leute, die dort versuchen ihre Wäsche aufzuhängen, sind bestimmt schon alle ausgestorben. 🤪
Hier ist ein Baumarkt. Der Zement stapelt sich vor der Tür. Es gibt auch eine Erlesene Auswahl von Abwasserrohren, Bögen und Abzweigen:
Computerwerkstatt mit Internet-Cafe. Ob die Herrschaften davor die Koffer zustellen, die im Flughafen liegengeblieben sind?
Auf der Einkaufstrasse gibt es viele Marktstände. Hier ist alles frisch! Hier gibt es auch Tafeln mit Preisen! Im Hintergrund ist ein Metzger mit allerlei Schlemmereien im „Schaufenster“. Bemerkenswert ist auch die blaue Kastenente am Straßenrand.
Zwei Fachgeschäfte für Haushaltswaren. Da gibt es alles, was die Hausfrau begehrt. Einen schicken neuen Herd im modischen himmelblau. Auch an silbernen Töpfen und Kellen gibt es eine große Auswahl. Ein breites Sortiment an Plastikschüsseln in allen Farben und Formen. Für die anspruchsvolle Hausfrau gibt es auch Schüsseln aus Emaille. Sowie neue Besen, die bekanntlich besonders gut kehren. Dahinter kommt wieder ein Baumarkt. Da kann die Hausfrau ihren Ehemann abgeben, während sie im Haushaltswarenfachgeschäft auf Schnäppchenjagd ist. Das Dach des Geschäftes hat ein paar kleine Löcher. Aber wenn es regnet braucht man nur ein paar Plastikschüsseln drunter zu stellen. Im Laden hat man ja reichlich.
Ob die beiden von einer Tupperparty kommen? 😄 Die Steine am Wegesrand werden übrigens in Handharbeit hergestellt. An vielen Orten sieht man auf dem Land Leute, die Steine klopfen und dann nach Größe sortieren.
Mobilität mit 4 Rädern. Ob man mit 5 Rädern noch mobiler ist? 😄
Hab den Wagen voll geladen, voll mit Amierungseisen. Als wir in die Stadt rein kamen fing die Hinterachse an zu reißen …
Steine für die Stadt. Mit IFA W50, Citroen LKW, Mercedes-Benz 711 oder Ural LKW
Wer kein Laster hat, muss schieben
Die Steine werden von den Bauern der Umgebung hergestellt. In der Trockenzeit wird der fruchtbare Lehmboden auf den Feldern in Backförmchen gepresst, getrocknet und am Wegesrand zu Meilern gestapelt. Mit Hilfe von Holzkohle werden dann die Ziegel gebrannt. Wie gut, dass durch die Erosion in den abgeholzten Bergen immer wieder Erde nachrutscht … 😐
Die Holzkohle wird angeliefert.
Waschplatz
Eine Kleinstadt. Im Vordergrund abgeerntete Reisfelder.
Ländliche Idylle
Ein Dorf an der Nationalstrasse 2
*** das ist das siebzehntausendste Bild im Forum! ***
Dann wird es dunkel. Es beginnt zu regnen. Die Knipskiste hat jetzt Pause. Nach rund 6 Stunden Fahrt erreiche ich die Vakona Forest Lodge am Andasibe Nationalpark. Im Restaurant gibt es ein leckeres 3 Gänge Menü: Pizza, Zebuspießchen mit Pommes und ein Früchteteller. Dazu ein Three Horses Beer. Dieses Bier hat auf der Bierexpo in Brüssel eine Goldmedallie bekommen. Es steht damit auf gleicher Stufe, wie mein geliebtes Welde No.1! Es ist eines der besten Biere der Welt! Ich gönne mir auch ein großes Fläschen (0,65l) Prost! 🤩
Fortsetzung folgt! 😉
EIeicki134 Beiträge · seit 200923. Sept. 2009 · #20
Hallo Bernd,
mal wieder klasse Bilder !!!
Die Jungs mit den 5 Räder sind clever, denn man braucht ja ein Ersatzrad. 😉